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Full text of "Esopus"

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i — llection. 
E% resented @ 


loving remembrance 
Ar 


1p hie Wiſe 


Heu Bart — — — — —— 


Anton, Lenoꝛ & DNilden foundalioaa · 








x - 


Deutſche 


Bibliothek 


Sammlung ſeltener Schriften 


der älteren dentſchen National-Literatur. 


Herausgegeben 


Heinrich Kurz. 
Zweiter Band:“ 
Eſopus von Burkhard Waldis. 
Zweiter Theil. 


—g.—— 


are .!. 
ang 
Berlagsbuhhandlung von J. 3. Weber. 


| 
und mit Erläuterungen verfehen 
| 1862. 


— — m — — — — — — U 6606— 


Eſopus 


Burkhard Waldis. 


— — — 


n i Hexnuiegegeben und. mit Erläuterungen verſchen 


von 


Heinrich Kurz. 





Zweiter Theil. 


———o900o. 


Key 


Verlagsbuchhandlung von J. I. Weber. - ;: 


1869. 


— — mm m mn — — — 2 
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TO NEW Y 
PUBLIC LIBRARY 


142348A 


ASTOR, LENOX AND | 
TILDEN FOUNDATIONS 
Rn 39210 L 







Siopus 


von 


Burkhard Waldis. 


m — — 





Dos Pierdte Buch ter Fabeln Exopi, 


hat Hundert newer Kabeln. 


Die I. Fabel. 
Dom Wolff, Fuchß vnd Efel. 







ON F A man jchrieb Tauſent vnd Fuͤnffhundert, 
Daſſelbig Jar ward abgeſundert 
Bon ber andern zeit gantz vnd gar 
Bnd gmacht zu einem guͤlden Jar 
5 Bom jechften Bapft, hieß Alerandern, 
Theten viel Leut nad) Roma wandern, 
Zu erlangen Ablaß vnd gnad, 
Wies der Bapft außgelhrienen bat, 
Er wolt auffthun die guldene Pfort, 
19a 10 , Die fonft an feinem andern ort, 
Denn zu Rom, in dem Haupt der Welt; 
Ja wer es glaubt ond dafür belt, 


1.4 giilden Jar — Jubeljahr. 


utjche Bibliothef I. 1 





L 


Waldis, Esopus. 


— — — nu un. 





Iſt baldt erlößt von pein vnd ſchuldt, 
Vnd wenns Schon Gott nicht haben welt: 
15 So ift der Bapft an Gottes ftat 
Vnd alln gewalt auff, Erden hat. 
Daffelb viel Leut allda bedachten, 
Vnd fih auß alln Landen auffmachten, 
Zu holen ſolch gnad und Ablaß, 
20 Auf das jr Seelen wurde baf. 
Daffelb ward aud) der Fuchß gemar, 
Lieff baldt zu einem Wolffe dar, 
Sprad: „wir wülln uns zamen gefellen, 
Vnd ons einmal andedhtig ftellen, 
25 Einft heben an, zu werden from, 
Vnd ziehen auch hinauff nach Rom, 
Büffen ond beffern vnſer leben: 
So werden uns bie Stud vergeben. “ 
Da ſprach der Wolff: „Das dunckt mich gut: 
30 Ein jederman jeßt buffe thut, 
Vnd fo viel Leut nad Roma lauffen, 
Da fol viel Ablaß fein zu kauffen: 
Ob wir aud) hie auff diefer Erden 
Wie onfer Eltern jelig werden.“ 
35 Beichloffen da in einem finn, 
Wurden baldt reit ond zohen hin. 
Ein jeder nam mit feine hab, 
Hut, Lederfad und Pilgerftab, 
Zohen bey Nürmberg hin Br Schwabach. 
40 Ein Eſel ſie am we erſach 
219b Er ſprach: „Gott gruͤß euch, 'lieben Bruͤder! 
Ich ſihe wol, das ſich jetzt ein jeder 
Zu beflern dendt ond Buß zu treiben: 
Mo wird ich armer Sünder bleiben?“ 
45 Mit jeufftzen ſchlug er an fein Bruft, 
Vnd ſprach: „mich frißt der fünden luft.” 
Da ſprach ber Fuchß: „ey, thu aud) buß! 
Du biſt viel baß denn wir zu fuß. 
Wilt dich beſſern vnd werden from, 
50 So fumb ond zeuh mit uns gen Rom.“ 


20 jr = ihren. — 36 reit = bereit. 


ö—— man — — — —— m 





Der Ejel ſich nicht lang beſan, 
Er nam bie bitfahrt mit jn an, 
Gumpet vnd warff fein Sad darniber, 
Sprach: „lig da, ich kumb nicht baldt wider.“ 
55 Sie zohen zamen alle drey 
Vbers Lechfeldt, Augfpurg fürbey, 
Neben Landtsburg das Gbirg hinan, 
Welchs man viel Meilen jehen fan. 
Auff Welſch eins Die Alpes genant, 
60 Den Eurtefanen wol befant, 
Die vmb Prebenten litigirn, 
Zu Roma in Rota Agirn. 
Sie ftigen einen Berg hinan; 
Zum Fuchß der Wolff reden began, 
65 Fragt jn, ob er nit müde wer? 
Er ſprach: „ich bin erlegen ſchier! 
Will diß Gebirg noch lenger wern, 
Wolt ich lieber den Todt begern. 
Mein furgen Beyn vnd enger jchrit 
70 Reimen ſich zu hohen Bergen nit. 
Du und der Ejel habt nit zu Hagen, 
220a Ich fterb bey euch eh dreien tagen. 
Wolt, das ich het Daheim Gebeidht ; 
Wer weyß, ich het baldt gnad erreycht. 
75 Die reyß mich ſchier gerewen hat. 
Er nen den willen für die that. 
Ich halts dafür, wenn wir e8 wagten, 
Einr dem andern die fünde klagten, 
Es ſolt wol fein jo angenem, 
80 Als ob feiner gen Rome fem. 
Wie dundt euch hie, Herr Eyjen grimm?” 
Der Wolff ſprach: „geb Dazu mein ftimm, 


52 bitfahrt = Wallfahrt. — 53 gumpet = fpringt auf. — 60 Gur- . 
tefanen = eigentlidy Höflinge, damals beſonders diejenigen , welche ſich 
auf unrehtmäfligen Wege um geiftlihe Stellen bewarben. — 61 Pre- 
benten = Prründen. — litigirn = Rechtshändel führen , ftreiten. — 62 
Rota = das päbftlihe Kammergericht. — Agirn = Prozeſſe führen. — 
67 wern = währen, dauern. — 69 enger = fürzer, Kleiner. — 75 gerewen 
= gereut. — 76 er d. b. Gott. — 79 angenem = annehmbar, gut. — 
80 feiner = irgend einer, man. 





4 Waldis, Esopus. 


u 2. mu ru. IT Drei um ze Im TI III I OT T 


Bnd hab michs auch wol zu erwegen; 
Ich bin vorwar auch ſchier erlegen.“ 
85 Er ſprach: „Herr Heyntz, was Dundt euch gut?” 
Der Efel ſprach: „was jr beyd thut, 
Dabey will ichs auch bleiben Ian. 
Ich bin ein ongelerter Mann: 
Ir feit der Schrifft viel baß erfahren. 
90 Wenn wir den weg möchten erfparn, 
Vnd wurden Doc der finden loß, 
Es wer vorwar ein vortheil groß. 
Ich wolt mich warlich baldt befinnen ; 
Die Zerung thut mir doch zerrinnen: 
95 Mein Sedel gundt zu werden ſpitz. 
Auch ift des tags fo groffe hi, 
Vnd wechſt Fein Graß hie bey dem weg: 
Drumb hungers halben fchier erleg. 
So madıts jr beide, wie jr woͤlt, 
100 Ich will euchs haben heint geftellt.“ 
Da ſprach der Fuchß: „es ift nichts wert, 
Das einr onnüß fein Gelt verzert. 
220b Die Slerten jagen jeßundt frey, 
Das nur ein lauter fuͤrwitz ſey, 
105 Das man gen Rom, Sanct Jacob laufft, 
Bnd vor fein Gelt den Rewel faufft, 
- Bd holt nicht mehr denn müde Beyn. 
Ja, wenn ich jegundt wer allein, 
Ehe ich ein Fuß ſolt weiter ziehen, 
110 Bor diefem Stein wolt nider fnien, 
Vnd laffens fein im Batican, 
Oder die Trepp Sanct Lateran, 
Den groffen Pfeiler Adriani 
Vnd Termi Diocletiani, 
115 Belle videre, Sanct Peters plat, 
Engelburg und des Bapfts pallaß, 
Agon Tyber, beym Sampoflor, 
Maria Rotunda und Maior, 


9% Zerung=Zehrgeld, Reiſegeld. — 98 erleg = erliege. — 104 lau⸗ 
ter = blußer. — 106 Rewel = Ablaß. — 115 Belvedereu. ſ. w. Ueber 
die Dertlichfeiten f. d. Anmerkungen am Ende. 


(rennen 


' Biertes Buch. 5 ] 


Die fteinen Pferdt in Monte Canal, 
120 Die groffen arcus Triumphal, 
Die Marmorfteinen Bonte Sirti, 
Das Karmiterium Calirti, 
Bey Sanct Wler die fteinen Sonnen, 
Vnd bey Sanct Paul die drey Brunnen, 
125 Das ehren PBferdt, gegofien Bildt, 
Den Arnunı ond den Tybrim wildt, 
Morphorium vnd ben Pasquill, 
Dauon ınan teglich jagt jo viel. 
Ob ich daffelb nit alles ſeh, 
130 Bolt gern wiljen, was daran leg? 
Wurd gleich fo lange darnach leben, 
Als wern mir dSuͤnd zu Rom vergeben.“ 
Da ſprach der Wolff: „ich halte fürs beft, 
2214 Das ein jeder von Suͤnden leßt. 
135 Wo einr ſich beſſert vnd wird from, 
Iſt gleich ſo viel, gieng er gen Rom.“ 
Vnd ſprach: „Herr Reynhart, ſetzt euch nider, 
Hoͤrt mir die Beicht, ich hoͤrs euch wider.“ 
Der Fuchß ſetzt ſich, ſprach: „liebes Kindt, 
140 Sag an, was haſtu than fuͤr Suͤnd?“ 
Der Wolff ſprach: „Vatter, ich bekenn 
Vnd mich fuͤr einen Suͤnder nenn: 
Ich hab geſuͤndet offt vnd viel, 
Wie ich euch jetzt erzelen wil. 
145 Ich hab viel Schaaf vnd Lemmer zriſſen, 
Auch offtmals Kuͤh vnnd Kelber biſſen, 
Der Zickel vnd der jungen Schwein 
Muſt ich mich vnderſtehn allein. 
Die Ochſſen, Pferdt vnd groſſe Stier 
150 Waren zu ftard alleine mir; 
Wenn ich jr einen gdacht zu fellen, 
Nam ich mein Bruder zum Gefellen. 
Der Genß hab ich nicht viel betrogen, 
Die meiften fein mir ftets entflohen. 


136 als ginge er. — 148 mid) onderftehn = über mid) nehmen. 











6 Baldis, Esopns. 


155 Sunft hab ich mich offt muft erwegen 
Meins lebens in dem Schnee und Regen: 
Mid, hat gejagt gar mancher Bawr; 
Damit mir wardt mein leben fawr. 
Was jr mir fegen mölt zur Buß, 
160 Bor die fhnd willig tragen muß.“ 
Der Fuchß ſprach: „drauß ich merden mag, 
Das dich fuͤrwar kein guter tag, 
Sonder die noth vnd hunger trieben: 
Werſt vielleicht lieber ligend bliben. 
221b 165 Doc will ich dir zur Buß jetzt ſetzen: 
Dein Fuß foltn Hinfürter negen, 
Der Viſch im Waffer dich ernern, 
Hinfurter an die Thier nit fern. 
Was ım Waffer und hart dabey 
170 Firndeſt, das ſey dir alles frey. 
Was an dem Ver auff drey fehritt 
Kreucht, weiter foltu greiffen nit. 
Es jey ein Krebs oder funft ein Al, 
Iß für ein Lamb, fo bkumpt dirs wol. 
175 Hab rew und levdt, beſſer dei leben, 
Stehe auff, dir fein dein fünb vergeben!“ 
Da ſprach der Fuchß: „Herr Wolff, ich bitt, 
Verſchmeht mich armen fünder nit! 
Hört mir die Beicht, mid) rewt mein fündt, 
180 Db ich auch gnad erlangen fündt. 
Ich bin ein groffer Sünder zwar; 
Dean kennt mich wol, das iſt auch war. 
Ich hab mein leben jo verzehrt 
Vnd in gar groffem kummer gnehrt, 
185 In dreien tagen offt faum ein Yun, 
Ein Ganß oder funft ein Capun, 
Darüber offt mein leben gwagt: 
Das ſey euch, lieber Vatter, Hagt.“ 
Da ſprach der Wolff: „lieber Reynbart, 
190 Bmb funft ift euch nit gramw der Bart. 
Bey mir ichs wol abnemen fol, 
Das einem Kranden ift nicht wol. 





173 funft = aud wohl. 





Biertes Bud. 


Wir muͤſſen bfennen, ich vnd jr, 
Wir find vorwar zwey arme Thier. 
195 Das ich euch folt die ſpeiß verbieten, 
222 Wißt euch wol ſelb Dafür zu hüten, 
Was euch ſchadt, das jr das nit efien, 
Vnd ewr gefundtheit nit vergefien. 
So thut und folget meiner Lehr, 
200 Beſſert ewr leben vnd thuts nit mehr!“ 
Da ſprach der Ejel „lieber Herr, 
Wolt, das ich auch der Suͤnd loß wer. 
Mein jchuldt ich euch befennen muß: 
Bitt, feid mir gnebig mit der Buß. ⸗ 
205 Ich hab mein zeit in boͤſen tagen 
Zubracht, Holtz, Seck vnd Waſſer tragen, 
Mein leib gefuͤllt mit Bonen ſtro, 
Meins lebens bin nit worden fro. 
Eins male wolt eſſen leder biffen: 
210 Meim treiber warn fein Schuh zerrifien, 
Darinn bet er friſch Hew geftopfft, 

Hab id jm auß den Schuhen geropfft, 
Welchs mir auch warbt gar jehr verfert, 
Mein Haut mit einem Knüttel bert. 

215 Dabey könt mercken vnd verftahn, 
Das nit war allzu wol getban. “ 
„O!“ ſprach der Wolff, „Du groffer Sünder, 
Das du noch lebft, das nimpt mich wunder! 
Ya, fag ich dir, es möcht vielleicht, 
220 Du werft geftorben vngebeicht, 
Damit der Abſolutz entborn, 
So werft mit Leib ond Seel verlorn. 
Die Suͤnd hat lang in Dir gewuͤlt.“ 
Der Ejel ſprach: „habs wol gefühlt, 
225 Wirdt mir jetst an der Seelen baß; 
Fuͤrwar, binfurter ichs wol laß.“ 
222b Er ſprach: „mag dich nit Abjoluiern, 
Wil mich den Caſum Taffen lern. 


213 verfert — uͤbel ausgelegt. — 214 bert = gefählagen, geprügelt. 
— 221 Abfolup = Abfolution. — entborn = ermangelt. 





8 Waldis, Esopns. 


LT I II TI ee ET el Zn ö— em. 2 —— *⸗ = 


Herr Reynhart hört, was bie vor handen, 
230 Den Kafum hab ich nie verftanden. F 
Des Bapfts Penitenciarius 
Solt bie faum finden gnugſam Buß, 
Vnd in der ſach gruͤndtlich bericht, 
Des künt ſich gnug verwundern nicht.“ 








235 Da ſprach der Fuchß: „ich hab die Schrifft 
Durch gründt; befinde, das fichs trifft, 
Beid im Dredet und Dredental, 
In Elementin ond vberall 
Mit jren Slojen ond den Summen, 
240 Hierinn zugleich vberein fommen, 
Ein ſchwer Sentent jm vberfagen, 
Die er für feine Suͤnd muß tragen. 
Was hilffts, das man die fach verbluͤmt? 
Er ıft mit Leib ond Seel verthümt. 
245 Jedoch fein Seel durch zeitlich todt 
Errettet wirdt auß Hellicher noth. 
Die Hecht jagen, wo er bleibt leben, 
Wirdt gant und gar dem Teufel geben. 
Iſt beffer, das er fterb am Leib, 
250 Vnd das die Seel behalten bleib. “ 
Bor in muft ſich der Ejel buden, 
Zerriffen jn zu Heinen ftuden. 
d Der Herr ſpricht: hät euch vor den Leuten, 
Die zu euch fommen in Schafsheuten, 
255 Vnd ſich gantz Schäfifch zu euch Stellen, 
Als obs Freundtichafft beweiſen wöllen. 
Diefelben euch am erſt betriegen, 
223a Mit guten worten ftets verliegen, 
Wie hie dem Ejel auch gefchehen. . 
260 Dabey zu merden ond zu jeben, 
Was da ſey Freundfchafft in der noth. 
Swen Hundt fein ſtets des Hafen todt. 


231 Penitenciarius = im Namen des Vabſtes Dispenzen ertheilt. — 

236 durchgruͤndt = durchforſcht. — 237 damals haͤufigvorkommende Ent⸗ 

ſtellung fuͤr Decret u. Decretal. — 241 vberfagen = zufprechen, zutheilen, 

Deftimmen. — 244 verthiimt = verdammt. — 258 verliegen = ver- 
umden. 


Biertes Buch. 


Es wirdt auch bie fein abgemalt, 
Wie der Pfaffen Beicht jey geftalt. 
265 Wenn einr dem andern thet fein Beicht, 
Sp madıt er8 mit der Buß gar leicht: 
Einander baldt die Sind vergaben, 
Gleich wie die Pferdt einander ſchaben, 
Strich mit dem Fuchßſchwantz ober her. 
270 Den armen Leyen machtens jchwer. 
Mocht leicht, wo einer vbertrat, 
So wars ein Caſus Referuat. 
Wardt er nicht in den Bann gethan, 
So muft er ſich ſonſt ſchinden lan 
275 Vnd Tanken, wie fie jm für Pfiffen. 
Mit dem Neb gar viel Vifch ergriffen, 
Vnd madt jn ftets Die Küchen voll, 
Wie wirs jett willen allzu wol. 
Vnd wöllen Gott gar trewlich bitten, 
280 Das er ons fürbaß wolf behäten, 
Das fie ons mit jrm Bifche Garn 
Fürbaß nit ſollen vberfahrn, 
Den Wolff ond Fuchffen nit mehr hören, 
Das uns nit wie den Ejel bethoͤren. 











Die D. Fabel. 
Dom Fuchß und dem Hanen. 


223 b go Fuchß man offt gefaget mir, 
Wie er jey gar ein liſtig Thier, 
Vnd pflegt die andern Thier betriegen, 
Vmb eygen nuß jn offt für liegen. 
5 Solchs er am Hanen hat ereigt, 
Wie diefe folgend Fabel zeigt. 
Eins mals, da er bet lang geloffen, 
Vnd durch viel dider Heden gichloffen, 


268 ſchaben — fragen, reiben. — 272 Gafus Referuat= ein Ball, den 
ih der Biſchof oder Pabſt zur Entſcheidung vorbehalten hatte. — 


382 oberfahrn = fangen. — Il. 5 ereigt = bewiefen, erwiejen, 








30 Waldis, Esopns. 


— — nn mn ne mine —— 
— ——— — —— — UT I —* 


Das jm ſein Bauch war worden ler, 
10 Zohe in eim holen weg daher. 
Vom Dorff nit weit an einem fluß 
Vngefehrlich zwen Armbruſt ſchuͤß 
Da ſaß ein Han auff einem Baum 
Hoch, das ern kundt abſehen kaum, 
15 Mit dreien huͤbſchen feyßten Hennen, 
Die ſich gemeſtet in der Tennen, 
Vnd ſaſſen hoch auff einer Eychen, 
Das ſie der Fuchß nicht mocht erreychen. 
Er dacht: „was ſol ich immer thun? 
20 Ich aͤß fo gern einſt von eim Hun.“ 
Da het ein Bawr ein groſſe Buchen 
Nider gefellt; da gundt er ſuchen 
Vnd fandt ein weiſſen ſpan vierecket, 
Doch ein wenig lenglecht geſtrecket, 
25 Nam jn ins Maul ond trolt ſich hin 
Auff kuͤnfftig beut vnd guten gwin, 
Zohe langſam vnderm Baum daher, 
Als ob ers thet on als gefehr. 
Wie jn der Han von oben ſicht, 
30 Kraͤet laut, leßt ſich erſchrecken nicht. 
Der Fuchß legt nider ſeinen ſpan, 
224 a Vnd hebt weißlich zu reden an, 
Vnd ſprach: „botz, lieber Ohm, Herr Henning, 
Ich het verwett ein alten Pfenning, 
35 Das ich euch hie nit finden ſolt. 
Jedoch, wenn jr mich hoͤren wolt, 
Will euch erzelen ſeltzam gſchicht, 
Die nit auß meinem Ghirn erticht, 
Auch nit auß meinen gedend befunnen, 
40 Oder auß eim todten Roßkopff gfpunnen, 
Sondern find ons vom Himel geben, 
Das darnad alle Thier folln leben. 
Eruftlich wils han gehalten Gott, 
Haben gleid) wie die Zehen Gebot: 


19 immer = wohl. — 33 botz = pop. — 39 gedend = Gedanken. 
— befunnen = erfunnen. 


Pepe eb ne —— TUI —— IT 





Biertes Bad) 1 \ 


45 Denn es fein lecherliche boſſen, 
Sondern mit ſolchem ernft beichlofjen, 
Mit Brieff und Sigel ftard befeft, 
Das mans wol onumbaftofjen left.“ 
Da ſprach der Han: „nun jag Doch ber!“ 
50 Er ſprach: „es find gar gute mer, 
Vnd weil ich euch fo lang hab fennt, 
Stets für mein lieben Ohm genent, 
Halt ich, das jr des wol feit werbt, 
Für andern Thieren zum erften bſchert, 
55 Das jr folt fein der erfte Fruͤndt, 
Dem ich ſolch heilfam red verlündt. “ 
Er nabet fid) zum Baume baf 
Vnd Setzt fih nider in das Graf, 
Er leckt Das maul vnd rufpert fich, 
60 Vnd ſprach: „Herr Henning, hört doch mich, 
Hört zu mit ewren Schmweftern fleiffig. 
In diefem Jar Sieben ond dreiſſig 
224b Hat der Bapft in Italia 
In der fhönen Stadt Mantua 
65 Ein gmeyn Koncilij betracht, 
Biel Herren da zufamen bracht, 
Cardinaͤl, Batriardyen, Biſchoff 
Verſamlet gar an ſeinen Hof, 
Dabey auch ander Herrn Legaten, 
70 Gſchickt von Weltlichen Potentaten 
Als Commiſſari, Oratorn, 
Die von der Herrn wegen da warn, 
Vnd haben all eintrechtiglich 
Beſchloſſen, das ſoll ewiglich 
75 Ratum, Deeretum Firmiter 
Et Irrefragabiliter.“ 
Der Han ſprach: „Herr Reynhart, ſagt her, 
Was ſein die wunderlichen Maͤr, 
Da jr ſo hoch vnd groß von rhuͤmen, 
80 Mitt ſo viel worten ſchon verbluͤmen? 


47 befeft = beftätigen, befraftigen. — 54 bſchert = beſchenkt, hier: 
bedacht. - 65 betracht = bereitet, bier: verfammelt. — 73.76 Ratum, De: 
eretum Firmiter Et Irrefragabiliter—feftftehenne Ausdruͤcke in ven Bullen. 
— 78 wunterlichen = wunterbaren. — 79 da jr von = von denen ihr. 





42 Waldis, Esopus. 


ö— —— 0.2 LUTZ 











Ir gebt ein guten Predicanten 
Ja fuͤr die Huͤner, Genß vnd Anten. 
Ir koͤnt Latin vnd alle ſprach 
Muß jederman euch geben nach. 
85 Wer gnug, jr het die Sophiſtry 
| Etudiert in der Schul zu Pauy. 
Das Doctorat ftündt euch wol an: 
Ir jeit der Schrifft ein glerter Man.“ 
Er ſprach: „die jach ıfts gar wol werdt, 
90 Das man mit vielen worten ehrt, 
Diß aber habens Decerniert 
Mit Brieff ond Sigel Confirmiert: 
Nach dem vor vielen alten zeiten 
225 a Kein gewonheit war bey den Leuten, 
95 Das fie pflegen fleifch zu effen, 
Vnd dorfft fich des niemandt vermeffen, 
Biß das bei Noha nach der Sinbdtflut 
Bon Gott wardt angefehn für gut, 
Den Menichen fleifch erlaubet bat, 
100 Darauf erfolgt groffer vnrath. 
Denn dauon leydt vnd mordt ift kommen; 
Biel Thier darauf vrſach genommen, 
Das fie einander han gefreflen, 
Vnd aller zucht vnd ehr vergeffen, 
105 Bnd Sprachen: ifts den Menfchen frey, 
Warumb folts ung verbotten fey ? 
Darauf ift kommen mühe ond Flag. 
Nun muß e8 vor dem jüngften tag 
Vnd noch in diſen letften tagen, 
110 Die fach geftilt wird vnd vertragen, 
AU neid vnd haß auff diefer Erdt 
Bey allen Thieren vergeffen werbt. 
Drumb bat der Bapft on allen bel 
Bielleicht anß ˖ Goͤttlichem befehl 


81 gebt gaͤbt. — 82 Anten = Enten. — 84 geben nad: 
ftehen. 5 Sophiſtry = Sophiſterei. — 86 Pauy = Pavia, 
berühmte Univerfititt — 108— 110 Tiefer Satz ift zwar dem Rei 
leicht zu verfteben, dagegen ift er grammatifch nicht zu erklären 
die Ausg von 1581 das „wird" (B. 110) in „werden" geändert I 
aber wegen des „ea in V 108 Die Schwierigteit nicht ganz aufl 
113 heil = Verheimlichung. 











Birrtes Bud). 13 ] 





115 Mit weifem rath und klugem finn 
Endtlich die jachen bracht dahin, 
Ein jedes Thier ſich ſolches maflen, 
Das ander vngefreſſen laffen. 
Laub vnd Graß follen fie genieffen, 
120 Vnd damit jren hunger büffen. 
Allein der Viſch im Waſſer fey 
Menſchen und Thiern zu effen frey, 
Vnd find derhalben frey gegeben. 
Denn da all Thier verlorn das leben 
25b 125 Sn der Sindtflut, wieR fteht gefchrieben, 
Da fein die Viſch lebendig blieben. 
Darımb hats Öott alfo verichafft, 
Das fie auch wurden eint geftrafft, 
Vnd ift diß herrlich nem Ediet, 
130 Reichlich begifftet und gefpickt, 
Mit Brieff vnd Sigel ftard Muniert, 
Mit Brinilegen hoch geziert, 
Mag billich griennet werden zwar 
Das rechte guͤlden Jubel jar. 
135 Iſt auch Schrifftlich in druck geftellt, 
Darnad) ein jedes Thier ſich belt, 
AU punct verfaßt in ein Receß, 
Wardt jett zu Frandfurdt in der Meß 
Born Römer gſchlagen an die Thür; 
140 Da hiengen achtzehn Sigel für, 
Da ftunden Kammerbotten bey. 
Des ich ein warhafitig Copey, 
Wie ſolchs zugangen und bejchehn, 
Als bie vor augen ift zujehn 
145 (Vnd zeigt jm da den weiſſen Span, 
Meynt, er folt jm dran gnuͤgen lan). 
So ifts nun allenthalben fried ; 
Drumb fteigt herab und fürcht euch nit. 
Nimb deine Schweftern all mit dir: 
150 Dörfft euch beforgen nit vor mir. 


137 Receß = Vertrag, Reichsabſchied. — 139 Römer = bekanntlich 
das Ruthhaus in Frankfurt am Main. 


("00 





Baltis, sup. 


Den Brieff wölln wir im. Wiertshaufß leſen 
Vnd haben da ein frölich weſen. 
Hab hie noch einen gülden roth, 
Den mein Mutter nit gjehen bot, 
155 Den wölln wir famptlich da verzehrn 
2262a Vnd vns hinfurter freundtlich nehrn.“ 
Da ſprach der Han: „es nimpt mich wunder 
Solch gſchwind verenderung jetzunder, 
Die ich jetzt hoͤr auß deiner ſag: 
160 Es muß nahe fein dem Juͤngſten tag. 
Drumb wil ich glauben deinem wort: 
Herr, ich komm jetzund alſo fort.“ 
Der Fuchß ward fro vnd ſprach: „nun kumb!“ 
Da macht der Han den halß ſo krumb, 
165 Vnd ſtrecket weit auß ſeinen kragen, 
Sahe hin ins Veldt; der Fuchß gund fragen 
Vnd ſprach: „ſag an, wo nach ſichſtu? 
Komb, ich bleib ſonſt nicht lenger nu.“ 
Der Han ſprach: „wil dirs wol verkunden: 
170 Dort kompt ein Jager mit zwen Hunden, 
Den man den Brieff auch leſen ſol, 
Sie ſein beid frumb, ich kenn ſie wol, 
Das ſie auch wiſſen von den ſachen 
Vnd gleich mit vns ſich froͤlich machen.“ 
175 Da fragt der Fuchß: „ſein ſie noch ferr?“ 
„Nein!“ ſprach der Han: „ſie ziehen daher.“ 
Da ſprach der Fuchß: „ich gehe dauon; 
Wiltu folgen, das magſtu thun “ 
Da fprad der Han: „wie jo? iſts frieb, 
180 Co haftu dich zu bforgen nit.“ 
Er ſprach: „ob fies noch nit vernommen, 
Lieſſen mich nit zur antwort fommen, 
Vnd mich fo eilendt vberfielen, 
Wil lieber Das gemiffen jpielen, 
185 Bnd mich hin durch die Heden drengen: 
Ein ander mag jn zeitung brengen.” 


156 freundtlih = freundfchaftlich. — nehrn = nähren. — 162 fort 
— glei. — 184 das gemiffen fpielen = das Gewiſſere ergreifen. 


D&D ee — — —— ——— 





226 b q Es ift mancher jo gar verichlagen, 
Meynt etwas damit auff zujagen, 
Vnd dendt, er fey fo Hug allein, 
190 So findt er Doch zu zeiten ein, 
Der aud.gejchickt und gegen Flug 
Kan trug vergelten mit betrug, 
Zu dem man fich8 gar nicht verficht, 
Wie vom Hanen dem Fuchß geichicht. 
195 Wer einen jchald mit ſchalck wil legen, 
Der muß ein auff die ſchiltwacht fegen. 


Die II. Fabel. 
Don einem hungerigen Wolffe. 


(5: mals im Herbſt e8 fid) begab, 
Wie ich Durch ſchrifft verftanden hab, 
Ein alter Wolff lieff vbers Veldt, 
Vnd, wie er pflag, nach narung ftellt. 
5 Er war drey tag aljo hingangen, 
Bmb fonft gelauffen, nicht8 gefangen, 
Das er vor hunger Ichier verſchmacht. 
In feinem finn alſo gedadht: 
„Ber ich Doch jo wie ander Thier, 
10 So wer gar wol zu helffen mir, 
Das mir jchmedet Hew, Stroh und Graf, 
So ftündts vmb mich vorwar viel baß, 
Denn das ich fo die Welt durdhlauff. 
Ich hab kein Gelt, dafür ich Fauff: 
15 Nem ich8 denn bin on den verlaub, 
Sp wirdt mirs grechnet vor ein raub, 
Es ſey ein Lamb, Gauß oder Hun: 
Mie fol ih armer Wolff denn thun? 
227a Ich hab fein Freundt, gunft oder Gelt: 
20 Wolt, Das ich ſchon wer auß der Welt. 





191 gegen klug eben fo Flug oder vielmehr der Klugheit Klugheit 
entgegenfeßend. — 195 ſchalck mit ſchalck— Schelm mit Schelmerei. — 
196 der muß vorfichtig fein. — III. 2 0. h. in einem Buch gelefen habe. 





46 Waldis, Esopus. 


— — — — —— — — — — — — — —— — — — — 


Weyß nicht, wes mich hinfuͤrter halten: 
Doch wils den lieben Gott lan walten, 
Als mich mein Vatter vnterricht. 
Wie er hat than, ſo thu auch ich. 
25 Wils wagen; art ſchlecht nicht von art: 
Wem der Kopff wirdt, der ſcher den Bart; 
Da mags vmbſehn, gehe, wie es woͤll, 
Iß mit, hang mit, biſt gut Geſell. 
Wie ich es findt, ſo muß herfuͤr, 
30 Vnd ſtuͤnd der Galg da vor der Thuͤr.“ 
Lieff alſo bey dem Holtz dahin 
Auff kuͤnfftig beut vnd guten gwin. 
Da wardt er gwar zur ſelben ſtundt 
Vor jener Hecken einen Hundt. 
35 Er dacht: „der Hundt pflegt wol, dem fraß 
Zu folgen, wo er findt ein Aß.“ 
Der Wolff kam neher baß hinzu 
Vnd ſahe von fern ein ſchoͤne Kuhe 
Auff jenſeit einer kleinen Hecken. 
40 Er dacht: „du haſt dich gut zu ſtrecken, 
Vber die ſtreucher da zu ſpringen, 
Ob dirs moͤcht mit der Kuhe gelingen. 
Auch ligens da recht auff der Erden, 
Was fan darauf viel wunders werden?” 
45 Er fprang ond meynt gewonnen haben: 
Da war ein tieffes loch gegraben ; 
Da fiel er nein, plumps! über quer 
Vnd fpradh: „To fahren wir daher. 
Sihe da, ich Dörfft dirs vor wol jagen, 
227650 Wer viel wil haben, muß viel wagen.“ 
Er ſahe ſich vmb ond widerumb. 
„Hilff Sott, das ich bin außhin kum! 
Würd mir die freiheit wider geben, 
Ich wolt bienehft beffern mein leben, 


21 ich weiß nicht, weffen ich mich fünftighin bemühen, was ich tbun 
fol. — 25 ſchlecht = Schlägt. — 26 ſprichwörtlich, wohl ähnlich dem be- 
fannten Sprichworte: Wer das Glück bat, führt die Braut beim, oder: 
man laffe nicht fahren, was man in den Händen hat. — 39 auff jenfeit = 
auf jener (der andern) Seite. — 41 ſtreucher = Gefträud. 








Biertes Buch. 
55 Vnd zu Sanct Frumbolt mich geloben. 
Ach, das ich wer ein mal dort oben, 
Ich wolt mein tag fein Kelber beiffen, 
Kein Kemmer oder Schaf zerreiffen, 
Wolt Wurtzeln graben auß der Erden, 
60 Vnd mas mir fonft Dabey möcht werben. 
Fleiſch eſſen wolt ich gar verjchwern, 
Vnd mid mein tag des fummers nehrn, 
In ein Carthauß mich bin begeben 
Vnd beffern da mein fündtlich leben 
65 Mit beten, faften, wie fie pflegen: 
Des wolt ih mich auch gar erwegen.” 
Zuletft, wie er nu jucht vmbher, 
Fandt fich ein loch on als gefehr. 
Wiewol es jm war all zu eng, 
70 Doch ftredet er ſich in die leng, 
Biß er hindurch ins raume kam. 
Sahe fih weit vmb vnd rieff: „Lamb! Lamb! 
Ach bet ich, Das ich jetst möcht effen, 
Wolt wol der Geiftlichkeit vergeffen. 
75 Der Luther jagt ond fein Scribenten, 
Die Geiftlichkeit jey Vifipatenten, 
Sey gar onnüß vnd nichtes werd, 
Bergebens Gott damit wirdt geehrt. 
Drumb wil ich haufjen immer bin, 
80 Ein Wolff bleiben, wie ich jet bin.“ 
228a T Der Wolff thut ons zurfennen geben, 
Wies fteht vmb aller Menjchen leben. 
Ya, die fich halten für die beften, 
Werden vor Gott die aller letften. 
85 Der tobt und ſuͤndt uns nit ehe fchreden, 
Denn wenn wir in den nöten fteden; 
Sp globen wir, zu werden frumb, 
Ja wenn id) von Sanct Sacob kum, 
Dabin ich nimmer wandern will. 
90 Alfo ſetzen die leut jr ziel. 


55 ih will fromm werden. — 62 des fummers nehrn = fümmerlid) 
nähren. — 71 raume — freie Feld. — 74 Geiftlichkeit— geiftliche Orden. 
— 76 Difipatenten * — 79 hauffen = haufen. 


Deutliche Bibliothel II. 2 





Vnd meynens auch alſo zu treffen: 
Es leßt ſich aber Gott nit effen. 
Nit globen zu viel guten wercken, 
Damit wir vnſern dunckel ſtercken. 
95 Wiewol der feyhl in ons fo groß, 
Das wir nicht ebe der fünden loß 
Werden, die Wurtel ſtets behart, 
Biß das mans in die Erden ſchart, 
Vnd ſchleht jm mit der Schauffeln nad. 
100 Dennocht muß man, Dieweil wir Doch 
Wandern bie auff chlipffrigen wegen, 
Fleiffig den alten ſchalck außfegen. 
Darımb rath ich eim jeden Ehriften, 
Der feine Seel gedendt zu frijten, 
105 Heb an zu ftundt, beffer fein leben, 
So werden jm die Sünd vergeben, 
Sing mit mit dem Rappen: Cras! Eras! 
Sondern noch heut von Sünden laß. 
Der groß hauff fagt: es fümpt noch wol, 
110 Wenn ich der mal einft fterben joll, 
Denn thuns der gehen angeloben, 
228 b Der fie nit eins zu geben haben. 
Solche ift der Welt gemeyne wefen, 
Wie wir auch von dem Teuffel leſen: 
115 „Cacademon egrotabat, 
Monachus fiert oolebat, 
Sed tandem cum Connaluit, 
Manfit ot antea fuit.“ 


107 Cras, Iateinifh — morgen. ©. d. Anmerkk. — 111. 1112 dan 
eloben fie den von den Dingen, von denen fie feines haben. — 115—11 


in böfer 
endlich gefund wurde, blieb er, wie er vorher war. 


eift war krank, da wollte er ein Menſch werben ; aber ala e 








| Die IV. Fabel. 
Dom Sardian und einem Eotterbuben. 


3° Freyburg, welches im Brißgow Ieit, 
Ein ſchoͤne Stadt vom Rhein nit weit, 
Da faß ein Burger, hieß der ftrauß. 
Der lud einft Gefte in fein Hauß 
5 Bom rath vnd Bniuerfitet ; 
Auch Geiftlich leut gebeten het, 
Johanniter, Geiftlih Thumbherrn, 
Auguſtiner vnd Predigern; 
Die Franciſcan vor andern ehrt, 
10 Das macht, das erſt warn Reformiert: 
Pater Beraldus Gardian 
Derhalb gefetzt ward oben an; 
Sein Genftlichkeit thet hoch auffbruͤſten: 
Macht, das die Leut nit befjer wißten. 
15 Das Euangeli da nit war 
Wie es (Gott lob!) jetzt offenbar. 
Der Wiert die Geft da frölich macht, 
Nach eſſens Spielleut einher bracht; 
Da ſpielt ein jeder, macht das ſein. 
20 Auffs letſt kam auch ein Freiet nein, 
Der rhuͤmt ſich einen Buben ſtoltz, 
229a Macht jm viel ſpruͤch auffm Lotterholtz, 
All reimes weiß thets einher machen 
Vnd hielt ſich prechtig in den ſachen. 
25 Da hub vor alln zu reden an 
Oben am Tiſch der Gardian, 
Sprach: „Fritz, ſag an, warn fumpft du ber? 
Kregft deinen Bengel vberzwer.“ 


IV. Gardian = Guardian, Kloftervorfteher, namentlich bei den 
Kapuzinern. — 7 Thumbheren = Domherren. — 8 Predigern = Predi- 
ermönde, Dominikaner. — 9 Francidfaner. — 10 das = daß fie. — 
13 auffbrüften = prahlerifch herausftreichen. — 14 das fam daher, daß 
die Leute es nicht befler wußten. — 18 nad) eſſens = nad dem Eflen. — 
22 Lotterholtz. ©. d. Anmerff. 








20 Waldis, Esopns. 


Er ſprach: „auß Franckreich, von Pariß.“ 
30 Er ſprach: „kumpſt auß dem Paradiß? 
Ey lieber Aleph, Beth vnd Gimel, 
Ich hoͤr, du biſt geweſt im Himel, 
Dort oben bey den Engeln gweſen, 
Dauon wir ſo viel wunders leſen. 
35 Eins ich dich jetzundt fragen ſoll, 
Das weyßt on allen zweiuel wol, 
Als, was daſelben iſt geſchehen. 
Lieber, haſt nit daſelben gſehen 
Dort oben bey den lieben Heiligen 
40 Franciscum, vnſern Vatter ſeligen? 
Sag, welchen Chor er innen hat? 
Ich weiß, er iſt gar viel bey Gott.“ 
Der Freiet merckt ſein hoͤnlich fragen, 
Sprach: „wirdig Pater, wils euch ſagen. 
45 Franciscus fitt zu dieſen ſtunden 
Neben Gott mit feinen Fünffwunden, 
Allein fie fein fo ſcheinbar nicht; 
Macht, das jo viel nit außgericht 
Vnd mit Sanct Peter jpielt im Bret. 
50 Biel jelgam ding mid) fragen thet.“ 
Der Gardian ſprach: „woltſt Doch jagen, 
Was wunderlichs thet er Dich fragen? 
229b Er ſprach: „er fragt mid), ob auch wer 
Bon feim Orden auff Erden mehr? 
55 Ich ſprach: Heyliger Vatter, ja, 
Es feind viel taufent Kldfter da. 
Da ligens hauffet ob einander. 
Etlich die gante Welt Durch wandern, 
Raſpeln der —* Gelt, Gut vnd hab 
60 Mit jrem Sad vnd Bettelftab. 
Er antwort mir: das glaub ich nicht, 
Du thuſt mir denn ein beſſern bricht. 
Ich ſprach: was ich jetzt ſag, iſt war, 
Ich hab jr noch in dieſem Jar 


31 Namen der drei erſten hebraͤiſchen Buchſtaben; ver Guardia 
nennt ihn fpöttifch fo mit Rückſicht auf feine eben gegebene Antwort. - 
41 Chor: f. Anm. zu III, 100, 205. — 57 0b= auf. —59 Rafpeln =raffen 
aufammenraffen. 








Ein hauffen gſehen, das mich8 wundert. 
Zu Burgis in Hilpanien 
Waren etlich auß Indien, 
Aug vielen Infeln ober Meer 
70  Bnd allen Landen kummen ber, 
Auß den Brouincen voberall 
Zu eim Kapitel ©eneral. 
Als fie daſelb bejchloffen hetten, 
Bor ein Minifter fiefen theten 
75 Frater Francifcum Angeliß, 
Darumb das er dem Kaifer ift 
Bluts halb gewandt, beim Bapft verichaff 
Ein gmeyn Edict ond peinlich ftraff 
Wider die Lutherifch Ketzerey. 
80 Zu hilff ift jm geben dabey 
Der Ablaß ond die Indulgent, 
Das ers mit Ereuß vnd Reuerent 
Soll führen wie ein General, 
2302 Damit er zu eim Kardinal 
85 Ermelt als ein höchften Prelaten, 
Wenn er brengt Achtzig taufent Ducaten, 
Gleich wie vor jm gethan allda 
Ehriftophorus de Forolinio, 
Der Kardinal von Ara Eeli, 
90 Der jet auch bat gefungen Eli, 
Auff das der Orden einen het, 
Der jren ftandt beſchutzen thet. 
Denn, wie mich jest die fach anficht, 
Wirdt er auffs ſchierſt auch hin gericht. 
95 Als ich das fagt, da wardt Franciſcus 
Gantz zornig wie ein Bafılifcus. 
Jedoch, da er fih baß bedacht, 
Sein Schaf wider zufamen bracht, 


75 ©. tie Anmerft. — 77 Bluts halb gewandt =verwandt. — 90 ©. 
3. Anm. — 93 mid) anficht = mir erfcheint. — 9 er d. h. der Orten. — 
aufs fchierft — auf das Baldigſte, Schnellfte. — hingericht— zu Grunde 
gerichtet. — 98 nahm er feine Gedanken zufammen ? 


—« 


— — — ne 8 





22 Waldis, Esopns. 


100 Bon zweien dDündet mid) ſchier eins. 
Ich het mich ſchier zuuiel vermeſſen, 
Denn ich fo lang bin bie geſeſſen 
Im Himmel bey dreyhundert Iar, 
Vnd fags bey meinem Eydt vorwar: 
105 In all der zeit hab nie vernommen, 
Das einer wer gen Himmel fommen. 
Ich fihe, es hat ſich gar verkert, 
Thun nicht, wie ich ſie hab gelert; 
Sie finden nit in meiner Regel, 
110 Das ſie ſolln ſchieben ſolche Kegel, 
Nach hohen digniteten trachten, 
Mit breiten rothen Huͤten brachten, 
Auff groſſes gut vnd geitz gedencken, 
So tieff in Weltlich ſachen ſencken. 
230b 115 Drumb muͤſſens (wie man jagt) bey parn 
Mit einander zum Teuffel fahrn.“ 
Als ſolchs der Gardian da hort, 
Er ſchweig vnd ſprach den tag kein wort. 
d Damit fein vorwitz trieben ein, 
120 Denn fie allzeit im frummen fchein 
Sich an eufferlich weſen preijen 
Vnd Damit vor andern bemeifen, 
Als hetten fie den beften ftandt: 
Doc ifts für Gott nur lauter tandt. 
125 Damit die armen Leut bedauben, 
Leitern Das Gottswort ond den glauben. 
Ya wenn Srancifcus als betrieben, 
Was fie han felb von jm gefchrieben, 
Alfo geſchehn vnd alles war, 
130 So darff ichs reden offenbar, 
Das er ſolchs auß vermeffenheit 
Oder fonft auß lauter Torheit 
Gethan; das laffen wir gefchehen, 
Mölln dieweil auff ons felber fehen. 


99 ſchuͤt = ſchüttelte. — 112 braten = ftolgirten, hoffärtig thaten 
125 bedauben — bethören. j 3 





Biertts Bach. 93 





135 Ein jeder wirdt nach diefem leben 
Bon feinem thun rechenſchafft geben, 
Bon boͤß vnd gut am jüngften tag: 
Darnach ein jeder leben mag. 
Es wirdt auch hiemit angezeigt, 
140 Wie ſichs offt ongefehr zutregt, 
Das, wer mit onbefcheidenheit 
Ein fpöttifch fragt auß haß vnd neidt, 
Der wirdt offt eine antwort giwert, 
Welch er zu hören nit begert. 


Die V. Fabel. 
2314 von einem Waldtbruder. 


Mr fit, vor Dreitehen hundert Iaren, 
Da die Apofteln gitorben waren, 
Vnd jre Juͤngern auch nad in, 
Der beſte Kern war fchon dahin 
5 Bon den erften fürnemften Chriften, 
Bracht der Teuffel mit feinen liften 
Bon den Heyden groß Tyranney 
Vnd ondern Ehriften Keberey. 
Dadurch die Ehriftenheit nam ab, 
10 Mander fid) in die Wilbtnuß gab, 
Darauf zuletft Einfidel worden, 
Geriethen in ein fondern Orden, 
Wolten Gott dienen in der wildtnuß, 
Auf dem fie machten jn ein Bildtnuß; 
15 Wie jn jr eygen danden malt, 

So muft er giwinnen ein geftalt. 
Darauf entitund gar feltzam weſen, 
Wie wir in Bitis Batrum leſen, 

Das fie viel wunder Ding betrieben, 

20 Die in demjelben Buch befchrieben. 


V,14 Bildtnuß = Bild. — 15 tanden = Gedanke, Idee. — 18 Vitis 
Batrum = Leben der Vaͤter. 





3 


24 Waldis, Esopns. 


Da fam ein junger Bruder hin, 
Dem auch die Welt nach feinem fin 
(Wie jm gedacht) nit leben wolt, 
Vnd meint, das ers da finden folt, 
25 Berjuchts mit jn ein Heine zeit: 
Sein anſchleg fehlten jm gar weit. 
Wie er bey jm war eygenfinnig, 
Deucht jn all Ding auch wiberfpinnig, 
231b Gefiel jm nit der Brüder leben, 
30  Gedadt, ſich auch von jn zu geben, 
Vnd fündert ſich von der gemein, 
Ziehen in wilden Waldt allein. 
Gedacht: „daſelb magſtu Gott dienen, 
Wenn du geſcheiden weit von jnen.“ 
35 Er nam mit jm ein ſteinen Krug, 
Darin ein wenig Waſſers trug, 
Das er moͤcht in der wildtnuß haben 
Vnd in der hitz ſein durſt zu laben. 
Zohe in der wildtnuß hin vnd wider. 
40 Zuletſt ſahe er ein Berg hernider 
Auff einem platz ein Bruͤnlin kalt, 
Den vmberingt der Gruͤne Waldt. 
Gedacht: „in dieſem Thal wils wagen, 
Beim Brunn dein laͤger hie anſchlagen.“ 
45 Er bawet an, macht jm ein huͤtten, 
Ein ſteinen Tiſch ſatzt in die mitten 
Recht oben vbern ſelben Brunnen; 
Von Laub macht ſchatten fuͤr die Sunnen. 
Von ſolcher arbeit ward jm heiß, 

50 Das jm bie mid außbrach den ſchweiß; 
Nam ſeinen Krug, ſchoͤpfft Waſſer friſch, 
Satzt ſich zutrincken bey den Tiſch. 

Der Krug fiel vmb, das Waſſer floß, 
Vnuerſehens ſo gar außgoß. 
55 Er wardt zornig ond ſchoͤpffet wider, 
Auff den Tiſch ſetzt den Krug nider; 


23 wie jm gedacht = wie er ſich vorſtellte. — 50 muͤd — Muͤdigkeit. 


"nu . Fr .- Koma 
en nen m 2 5 2. dd. 


Birrtes Bad. 


On all gefehr fiel wider vmb. 
Er flücht: „Das dichs onglüd ankomb! 
Kanſtu nit ſtehn?“ Schöpfft und zuletft 
2a 60 Im zorn den Krug da niber fekt. 
Sehe, da fiel er zum dritten mal. 
Er ſprach: „ich dirs wol kochen fol! 
Du folt mich zwar nit mehr bekuͤmmern!“ 
Warff jn im zorn zu kleinen druͤmmern 
65 Daſelb gegen ein groſſen ſtein. 
Baldt ſprach er: „jetzt bin ich allein, 
Vnd kan doch nit mit frieden leben. 
Hat mir doch niemandt orſach geben, 
Dennocht hab mich erzoͤrnen laſſen. 
70 Sithe wol, wenn ich mich ſelb koͤnt maſſen, 
Vnd wuſt mich in die Welt zuſchicken, 
Dorfft jr zwar nit zukern den ruͤcken. 
Ich merck wol, wo die ſach gethan: 
Den fehl ich ſelb im hertzen han. 
75 Wenn ich mich ſelb nur baß kuͤndt zwingen, 
Wurdt mir bein leuten baß gelingen. 
Ich will mich nach den Leuten halten, 
Vnd ſolchs den lieben Gott lau walten.“ 
¶ Auß ſolchem vorwitz iſt es kommen, 
80 Das jm ein jeder fuͤrgenommen 
Ein ſtandt, dadurch die Leut zu meiden, 
Von der gemeynen Welt zuſcheiden, 
Vnd etwas ſonders angericht, 
Was jm ſein eygner Kopff erdicht. 
85 Der mehrertheyl hat Keuſchheyt globt, 
Vnd wenig warn damit begobt, 
Mit Cerimon geſtifft viel wunder, 
Damit ſich von der Welt zuſundern: 
Es hat aber die meynung nicht. 
90 Nach dein wort Gotts dein leben richt, 
2b Halt dich redlich, nehr dich im Landt, 
Leid mit den deinen ehr vnd ſchandt, 


87 Cerimon = Ceremonien. 








Waldis, Esopus. 








Sunſt wer er leichtlich hingericht. 
Wiltu der ſuͤnden vrſach meiden, 
So thu dein eigen hertz beſchneiden, 
Werd erſt an deinem Balcken Ritter, 
100 Darnach zeuh auß deins nehſten ſplitter. 
Wenn dir dein hertz erſt ſelb thut recht, 
Baldt wirdts mit andern leuten ſchlecht; 
Wenn du dein eygen willn erſtochen, 
So haſt dich an der Welt gerochen. 


Die VI. Fabel. 
Don einem verwundten Candsknecht. 


Br zeit, da Keyſer Marimilian 
Krieg bet mit den Venetian, 

Offt vnd an vielen enden fiegt, 
Im Foriaul viel Städt befriegt, 

5 Bnd gwann dafelb viel feiner Städt, 

Das macht, das er viel Landtsknecht bet, 

Darunder manches wildes Kindt, Ä 
Wie man fie da gemeynlich findt. 

Da fummen zjamen gut Gfellen, 

10 Die Batter, Mutter nicht hören wollen. 

Vnder den war ein junger Knecht; 
Hab ıch fein namn behalten recht, 

So nennt er ſich den Schwargen Türd, 
Bnd war geborn von Offenburg, 

2338 15 Gar einen wunder nafjen bofjen. 

Derjelb warb in eim fturm gefchoffen, 


96 leichtlich = leicht, mit leichter Mühe. — hingericht — eigentlic 
zu runde gerichtet, hier verbeflert. — 99 Balden = Bulfen — Ritte 
= zum Ritter, d. h. befiege, reiffe heraus. — 101. 102 wenn du erft mi 
dir felbft zufrieden bift, wirft du dich bald mit Andern vertragen fünnen 
— VI, 4 Foriaul = Briaul. — 15 wunder naffen = fehr trunfnen. - 
16 fturm = Schlacht. 





Biertes Bad. 7 


Vnd hefftig in den Todt verwundt, 
Lebt nur bif in die Dritte ftundt. 
Wie der flurm wardt erobert kaum, 
20 Wardt er bracht vndern Keftenbaum. 
Baldt kam ein Pfaff zu jm geloffen, 
Het noch vom Wein nit außgeſchloffen. 
Der ſolt jm etwas guts vorſagen, 
Het ſelb ſein tag nicht offt gepflagen. 
25 Sprach: „Hans, ich ſolt dich jetzt wol lern, 
Iſt viel zu ſpat; denck auff den Herrn! 
Denck auff den Herrn; hoͤr, was ich ſag; 
Denck auff den Herrn an dieſem tag! 
Denck auff den Herrn, das rath ich dir, 
30 Vnd gib zuletſt ein antwort mir.” 
Er ſprach: „was woͤlt jr mich bekehrn? 
Ich weyß zwar keinen andern Herrn, 
Denn Herrn Keyſer Maximilian: 
Was ſolt ich vor ein Herrn ſonſt han? 
35 Drauff will ich ſterben vnuerzagt. 
Habs offt in ſtuͤrmen, ſchlachten gwagt, 
Vnd wardt kein mal nit Veldfluͤchtig: 
Solt ich denn jetzt werden vntuͤchtig? 
Will hie auch wie ein Kriegsman ſterben.“ 
40 Da gieng der Topff zu Heinen ſcherben. 
U Bey diefem Landsknecht wol betracht, 
Was ein verrüchten Menfchen madht. 
Wie einr fein gantes leben fehrt, 
So wirdt jm auch das endt befchert. 
45 Man jagt, was ein gut had will werden, 
233 b Das trümt fich zeitlich bey der Erden. 
Doch fein etlich fo obergeben, 
Spreden: „ift gleich viel, wie wir leben. 
Wenn wir ons au dem end beferen, 
50 Bnd ons denn lan das Gotts wort leren, 
Das eim nur an feim end mag nüten. 
Iſt gleich wie mit den Armbruſt ſchuͤtzen. 


19 der ſturm erobert = die Schlacht gewonnen. — 20 Keitenbaum 
— Kaftanienbaum. — 22 außgefchloffen = ausgeſchlafen. — 40 d. h. da 
ftarb er. — 45 had = Hafen. 





28 Baldis, Esopns. 


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Leit nit am fpannen oder bichiden, 
Wenn fie nur recht ond wol abdrüden, 
55 Vnd das das weiß am zweg werd troffen: 
So wölln wir auch deß beften hoffen.“ 
Vnd wirdt Gott felb Damit veradht, 
Sein wort und gante Schrifft verlacht. 
Drumb gehts zuletft auch, wie e8 fan, 
60 Wirdt glohnt, gleich wie fie gearbeit han, 
Das auch fein andern Herren milfen, 
Denn des ſich han im Leben gfliffen. 
Denn die weiß, darin man betagt, 
Berlekt man nit, wie der Poet fagt. 
65 Das Vaß ſchmeckt nach dem eriten Wein. 
Was in der jugent wirbt gnommen ein, 
Weſcht jm im alter nit ab der Rhein. 


+ 


Die VII. Fabel. 
Dom Suchß und Affen. 


DE Fuchß eins tags lieff vnder Thier, 
Das er mocht hoͤren newe mer. 
Er hoͤrt, wie die Aff jungen het, 
Vnd leg zum Hayn im Kindbeth, 
5 Wolt morgen halten Sechswochen 
Mit jrn Guattern, het abgeſtochen 
234 a Ein feyßtes Zickel, das geſotten, 
Auch Huͤner vnd Caponen broten, 
Von Eyern, Ram viel Kuchen bachen. 
10 Da dacht der Fuchß: „wil mid) auffmachen, 
Den weg mich laſſen nit verdrieſſen. 
Wer weyß, ob mir ein guter biſſen 
Wurd, wenn ich zu jn kem ins lager? 
Es wardt kein Braten nie ſo mager, 


33 bſchicken — einrichten, anordnen, auflegen. — 55 zweg — ber 
Nagel, Pflock in der Scheibe. — VII. 4 zum Hahn = im Wald. — 5 halten 
Sechswochen — das Bett verlaffen und diefen Tag feiern. — 7 das = 
diefes, daſſelbe. — 9 bachen = gebaden. 

















Biertes Bad. 





15 Auch den man vor drey Ichilling Teufft, 
Das nit Dauon ein wenig treufft.“ 
Er kam bin zu derfelben Affen, 
Gruͤßts freundtlich, theten in angaffen. 
Er trat vors Beth, da die Aff lag, 
20 Vnd wuͤntſchet jr ein guten tag, 
Vnd ſprach: „das jr wißt, liebe Mumm, 
Warumb ich jegund zu euch kumm, 
Es wardt mir necht von euch gejagt 
(Als ich gant fleiffig nach euch fragt), 
25 Wie jr het zwey Kindt auff ein mal: 
Des wardt ich fro, behagt mir wol, 
Vnd bitt, möllet michs laſſen ſehen, 
Das euch vnd jn muͤß gut geſchehen.“ 
Die Aff ward ſolcher red gar fro, 
30 Zenygt jms; da lagens beid im ſtro, 
Mit einem Beltz bedecket waren. 
Der Fuchß nams beid auff ſeinen arm, 
Vnd ſprach: „das ſind zwar ſchoͤne Kindt! 
Ich glaub vorwar nit, das man findt 
35. Auch in den Stedten bey den Reichen 
Zmey Kinder, die fich jn vergleichen. 
Ich ſags zwar, leben fie die zeit, 
34 b So werdens gar verftendig leut; 
Mie ich des Himels lauff erfahrn, 
40 Sein in eim guten zeichen gborn.” 
Wie er fie gnug gelobt, legts wider 
Auffs ftro, fett fich zur Affen nider. 
Sie fremt fich ſehr zur felben fahrt, 
Gdacht: „ich weiß wol, das Herr Reynbart 
45 Ein kluger Dann ond hochgelert, 
Lobt nit, das nit ift lobens wert; 
Iſt nit jo wie die groben Gfellen, 
Die fich zu mir onfreundtlich ftellen, 
Wie da der Ejel, Ochs und Ber, 
50 Die nit einft zu mir fommen ber. 


15 keufft = fauft. — 16 treufft = (herab) träufelt. 


—XR 








Baltis, Eon 


Wer weiß, wo wirs ein mal noch ſtraffen!“ 
Sie rief jrm Dam, dem alten Affen 
Bon Heydelberg, das er her brädt, 
Den Fuchß, jrn Ohmen, froͤlich maͤcht. 
55 Er trug ein Huͤner in der Gallret, 
Capponen, die er braten het, 
Wein, Kuchen, aͤpffel, Birn vnd Nuß; 
Er ſprach: „geb, das vergelten muß, 
Was jr mir gebt auß milter gab! 
60 Zwar! lang jo wol nit ‚gelten hab.” 
Als er bet feinen bald: gefüllt 
Vnd feinen hunger wol geftillt, 
Er dandt, nam vrlaub, ſprach: „ich ſcheyd; 
Geb, das eud) nimmer gicheh fein leyd!“ 
65 Zohe bin, fett ſich under ein ftraudh, 
Das er außdawt den vollen Baud). 
Da kam zu jm Wolff Eifengrimm; 
Er ſprach: „Herr Keynbart, ich8 vernimm, 
235a Ir feit am guten ort gewejen 
70 _Bnd habt ewrn fropff gar voll gelefen.“ 
Er ſprach: „Herr Eiſengrim, glaubt mir, 
Wern meiner ſchon geweſen vier, 
Wir hetten alle gnug gehabt, 
So herrlich ward ich da begabt 
75 Mit Wein, Brodt vnd vielerley ſpeiß, 
Die ich nit all zu nennen weiß.“ 
Er ſprach: „ach lieber, laßt michs wiſſen; 
Wer weyß, ob ich auch noch ein biſſen, 
Ob ich darkem, von jn moͤcht haben, 
80 Damit ich einft mein hertz möcht laben.“ 
Er ſprach: „jo folget meinem rath! 
Da ligt ein Aff, zwey Kinder hat, 
Macht ſich froͤlich mit jrn Geuattern; 
Wenn du da koͤnteſt weydlich ſchnattern, 
85 Was ſie gern hoͤren, wolteſt ſprechen, 
Erlangeſt auch ein gute zechen. 


53 her braͤcht = (Speifen) herbeibringe, auftifche. — 35 trug ein = 
trug herein. — 61 bald = Bal 66 außdawt —= verdauet. — 70 voll 
gelefen = voll efammelt, ge hit. — 72 wär ich zu viert gemefen. — 
79 darfem = dahin käme. 


tem 


Viertes Bond. 3] 
Kanſtu der Affen Kinder preifen, 
So werbens dir groß ehr beweiſen.“ 
Der Wolff wardt fro, lieff nab ins Thal; 
90 Da faflens zamen in eim Saal. 
Die Aff jahe jn vnd rieff jm nein 
Vnd ſprach: „kompt her, Herr Eifengrein, 
Schawt meine Kindt, die jungen Erben, 
Sein werd, das wir auch vor fie werben.“ 
95 Wie fie der Wolff on gfehr erſach, 
Erſchrack vnd zu der Affen ſprach: 
„Was wunbers fchafft Gott in Die welt, 
Sol vngeziffer drin erhelt! 
Mit Hunden folt man fie außhetzen, 
b 100 Zum fcheußel in die Bonen ſetzen 
Bor allen Thieren vngefellig.“ 
Da wurden all die Affen jchellig, 
Theten ſich vbern Wolff ermannen, 
Vnd jn gar grewlich an zu zannen, 
105 Im feinen budel gar zerbiffen, 
Sein Angficht fragten vnd zerriffen, 
Das er von dannen ſchied vnmutig. 
Er fam zum Fuchß vnd war gantz blutig ; 
Er fragt: „wie haſtus außgericht? 
110 Des bet ich mich verſehen nicht ! 
Hetft den Mantel nahm Windt gehendt, 
Man het Dir freilich baß gefchendt, 
Vnd wer fol vnehr nicht geſchehen.“ 
Da ſprach der Wolff: „da mags vmbſehen! 
115 Ich wil das heßlich zwar nit loben, 
Solt ic auch nimmer zeffen haben!” 
T Bey diefem Wolff werden bedeut 
Die frummen auffrichtigen leut, 
Die fi) nit nach der narung ftellen, 
120 Bmb Geites willn nicht heuchlen wöllen: 
Die thut man hoͤhnen vnd verachten, 
Müffen in kummer offt verſchmachten. 





89 nab = hinab. — 91 nein — hinein. — 109 Er, nämlich der 
hs. — außgericht = verrichtet. — 116 zeſſen = zu eflen. 


— — — ———— — — — — 0 


Waldis, Esupns. 


Beim Fuchß wirdt der fein angezeygt, 
Dern Stein auff beiden jchultern tregt, 
125 Zugleich beyd jchleiffen kan vnd wenden, 
Vnd ſich ſchmuͤcken an allen enden: 
Den nennt man einen Hugen Mann, 
Der ſich in alles ſchicken kan. 
Es wirdt ſich aber alles finden; 
130 Das fcherpffeft ift zwar noch dahinden. 
236 a Ein jeder jehe fich eben für, 
Gotts vrtheil beit jm vor der Thür: 
Wie einr hat than in diefem leben, 
Muß er vor Gott rechenſchafft geben. 


Die VIU. Fabel. 
Dom Wolff und Suchß. 


Esn hungeriger Wolff her lieff 
Im Winter durch die Pfuͤtzen tieff 
Spaͤt auff den abent an ein Hecken, 
Fand einen Fuchß; der thet erſchrecken, 
5 Denn jn der Wolff gar ſawr anſach, 
Sprach: „hab dir lang gelauffen nach; 
Du haft mich offt ond did betrogen, 
Mit deinen Fuchßſchwentzen gelogen. 
Gleich wie du mir haft offt getban, 
10 Soltu jegund dein lohn entpfan, 
Solt Dich nit mehr deinr fchaldheit preifen, 
Vnd auff dem Zaun ein Sperling weifen. 
Ich glaub nit mehr dein ſchmeychelwort, 
Brengft mich nit mehr an Affen ort, 
15 Wie mich jens mal brachtſt under dAffen: 
Het all mein hende voll zu Schaffen, 
Da fie mir wendlich ferten ab, 
Des ich noch nie vergeffen hab.“ 


124 ver den Stein. — 125 fchleiffen —= gleiten, ſchluͤpfen. — 130 das 
fcherpffeft = das Schärffte. — VII. 12 mich zum Beften halten, mir 
Etwas verfprechen, was du nicht hältft. — 14 zu den Affen (S. d. vorige 
Babel). — 17 kerten ab = abwiſchten. 





Viertes Bach. 33 | 


— —— — - m —— — — —— — — 
— — — ö—. — I I TI TI —)57 TI 


Der Fuchß erfhrad, ſprach: „Herr, fahr fchon, 
20 Das jr die fahhen recht verftahn. 
Das glüd fid) noch wol wenden mag; 
Man jagt ftets, febt drumb nit all tag. 
-Wolt euch ein wenig nider jegen, 
Ich will euch all ewrs leydts ergeten, 
5b 25 Wenn jr fönt harın, biß das wirbt tag.“ 
Er ſprach: „jo lang nit faften mag. 
Schaff mir jetst dieſen abent fpeiß, 
Oper hät Dich vorm Wolff jo greiß.“ 
Der Fuchß ſprach: „humpt, ich will euch fpeifen, 
30 Etwas heimlichs will ich euch weiſen. 
Ein ſchoͤnen Kaͤß hab ich verwart 
Vnd bey eim halben Jar gefpart, 
Den will ih euch jett willig chenden, 
Dabey jr mein bie nehſt gedencken.“ 
35 Mit dem Wolff vbers Veldt hin lieff, 
Ins thal bey einem Brunnen tieff 
Runt auffgemaurt, an einer Ketten 
Zwen Eymer zamen bangen theten. 
Dajelb der Dion bland einhin fchein. 
40 Da jprad der Fuchß zum Wolff: „ſeht nein! 
Jetzt ſeht, das ich euch nit betrieg, 
Vnd auch nit alle zeit für Tieg 
(Der Mon ſchein in des Brunnen Mundt 
Weiß wie ein Käfe, groß vnd rundt). 
45 Seht hin, geb euch den ganten Kaͤß.“ 
Der Wolff dacht: „müchtft genieffen bes.“ 
Do glaubt dem Fuchß nicht allzu wol, 
Vnd ſprach: „wenn ich jn haben ſoll, 
So fteig hinab ond hol jn rauff, 
50  Sunft wirdt es dieſe nacht fein kauff.“ 
Der Fuchß forcht ſich, erſchrack darab, 
Setzt fi in Eymer, fuhr hinab, 
Machts Yang ; der Wolff ſprach: „kumpſt nit wider?“ 
Er ſprach: „ich lig hie gar darnider: 


28 greiß = grau. 





Yeutfche Bibliothef IT. 3 


Waldis, Esopus. 
55 Am Kaͤß kan ich allein nit han, 
237 4 Es iſt ein groſſer Parmeſan: 
Zu Rom das Pfundt guͤlt ein Carlin. 
Steigſtu nit auch zu mir herin, 
Muͤſſen wirs fg verloren geben; 
60 ch kan jn nit allein erheben. 
Bin all zu Schwach zu ſolcher größ. 
Ya, wenn dich nit der mühe verdroͤß, 
Er wer dir beffer denn fünff Lemmer. 
Drumb jet dich in den andern Eymer, 
65 Thu auch wie ich hernider fahrn: 
Woͤlln wir beid vnſern fleiß nit jparn. 
Ich weiß, er wirdt Dir gar wol ſchmecken, 
Wirft all dein finger darnach lecken, 
Wirſtu mir jett in dem gehoͤrn.“ 
70 Der Wolff Tieß fih vom Fuchß betbörn, 
Sekt fih in Eymer, fuhr binunder. 
Da hat man gjehn ein jeltzam wunder: 
Der Eymer leicht den Fuchß aufftrug, 
Der ſchwere Wolff jn vberwug. 
75 Da lacht der Fuchß vnd ſprach alſo: 
„Kumpſt von der Matten auf das Stro. 
Da ich geweſt bin, kumſtu wider: 
So geht die Welt jetzt auff vnd nider.“ 
Der Fuchß ſchuͤtt ſich vnd lieff dauon, 
80 Ließ den Wolff freud im Brunnen han. 
¶ Schaw, huͤt did) vorm liſtigen Fuchß, 
Fuͤr den, die boͤß ſein wie der Luchß, 
Huͤt dich vorm alten Tummerheintz, 
Verkaufft die Brillen vnd Fuchßſchwentz. 
85 Vorwar nit vnbeſchmitzet bleibt, 
Wer ſich an alte Keſſel reibt. 
237b Von roten Fuͤchßen, Juden alt, 
Von alten Vetteln vngeſtalt, 
Von weychen Eyern, jungen Kinden, 
90 Thut man gar ſelten einen finden, 


55 han = haben, halten. — 69 darin gehorchen. — 74 vberwug = 
hatte das Ucbergewicht, wog fchmwerer. — 76 fommft du vom Regen in 
die Traufe. — 83 Tummerheing? — 84 Brillen verfauffen = betrügen. 
85 vnbeſchmitzet = unbefutelt. 





Die X. Fabel. 
Wie ein Bawr zur Beicht gieng. 


Esn Bawr Beichtet ſeinem Paſtor, 
Vnd bracht gar grobe ſtuͤck heruor, 
Das er jn nit wolt Abſoluiern, 
Wolt ſich den Biſchoff lan beleren. 
5 Der Bawr ſprach: „Herr, wolt das nit thun! 
Habt jr doch Dijpenfation 
Auch wol mit euch gebracht von Rom. 
Wil euch dafür (wo ich bin fromb) 
Jetzt gegen Oftern (jo wir leben) 
10 Ein halb Schod guter Oues geben.“ 
Der Pfaff macht fich nich mehr bejchwert, 
Wuft, das er het ein grofje Herd, 
Gedacht: „da kriegftu dreiffig Schaffe!“ 
Vnd meint, er het gar wol antroffen; 
15 Seumbt nit, legt jm von ftunden an 
Die handt auffs haupt ond ließ in gahn. 
Der Bawr jendt im bey feinem Meyer 
Am Ofterabent ein halb ſchock Eyer; 
Der ſprach: „Herr Pfarrherr, euch begabt 
20 Mein Herr hiemit, wie er euch globt;“ 
Vnd gieng dauon; der Pfaff jah ſawr. 
Begegnet jm berjelbig Bawr, 
2382 Sprach: „Du globteft mir dreiſſig Schaf, 
Das wardt je nit gerebt im ſchlaf. 
25 Es warn nicht Dua, fondern Oues: 
Drumb folteftu Dich fchemen des.” 


92 dannen = von dannen. — vnbeſchiſſen = unbetrogen. — IX. 4 Er 
wollte ſich durch den Bifchof belehren laffen, d. b. fich bei ihm Raths er- 
olen. — 10 Duss = Schafe. — 11 Madıt fich nicht befhwert = kümmert 
ch aist, hat keinen Kummer. — 14 antroffen = getroffen. — 25 Dua 
== Eter. 








36 Waldis, Gsopns. 


FEED III — TI 


Der Bawr ſprach: „inter ves et va 
Non eft differentia magna.“ 

d Gleich wie die Pfaffen han betrogen, 

30 Die armen Bawren außgejogen, 

Muͤſſen offt wider halten ber, 
Begoffen mit jrm eigen ſchmer 

Mit der maß, wie fie auß gemeifen, 
Sft jr offt wider nit vergeflen. 


Die X. Fabel. 
Don einem Edelman. 


Sm zwey und Siebentzigften Jar, 
, Da Neus am Rhein belegert war 
Bon Herkog Carol von Burgund, 
Der nad all jrm verderben ftundt, 
5 Erhielts Landtgraue Herman auß Heflen, 
Der das mal war in Neus geſeſſen, 
Wie ſich der Krieg verlengen thet, 
Das man nit viel mehr zeffen bet. 
Denn, wie man jagt, da man von tregt 
10 Alltag ond nit wider zulegt, 
Da wirdt zuletft der hauffen Flein. 
Nun bet der Fürft vor ſich allein 
Ein Kuhe, von der man alle tag 
Die Milch zur ſpeis zu nemen pflag. 
15 Beim Fürften war ein Edelman, 
Den facht auch not vnd hunger an; 
238 b Der gundt diejelbe Kuhe einft fellen, 
Schlachtets vnd aß mit fein Gejellen. 
Das blieb nun etlich tag vertuft, 
20 Das es fonft niemandt frembdes wuſt. 
Jedoch zuletft wardts offenbar, 
Wo diefelb Kuh Hin kommen war. 


27 zwifchen ves und va ift fein großer Unterfchied. — X. 2S. d. An⸗ 
merkk. — 3 erhieltd = vertheidigte e8. — 19 vertuft = vertufcht, verhehlt. 








Biertes Buch. 37 j 
Als ſolchs der Fürft num het vernommen, 
Den Edelman hieß vor fi fommen, 
25 Vnd ftrafft in drumb mit worten bart, 
Wiewol funft drauf nit böfers wardt. 
Denn ſolchs blieb zwar nit unbebacht, 
Das jn die not dazu het bracht 
Vnd der hunger, das ſcharpffe Schwerbt, 
30 Sonft het er nit der Kuh begert. 
Vnd was zwar feine groffe ſchandt, 
Dennoch thets jm im Herten andt; 
Sprach zum Fürften: „fo glob ich heut, 
Das hören all diß Edelleut, 
35 Mein dienft feim Fürften fagen zu, 
Der nit mehr bat denn eine Kuh.“ 
d Damit derfelbig Edelman 
Gar höflich zeigt den Kummer am, 
Das bey eim ſolchen groffen Herrn 
40 Auch Edelleut in notturfft wern. 
Doch folt er han rechnung gemacht, 
Vnd all ombftend der noth betradht. 
Aber auff ſolchs der Bauch nit harret, 
Er wil damit fein ongenarret. 
45 Der hunger vnd die groſſe noth 
Manchen dahin gezwungen hat, 
Das er mit raub den fummer büß: 
239 a Der hunger macht rohe Bonen füß. 


Die XI. Fabel. 
Wie ein junge Fraw beichtet. 


In Kauffman het viel mit den Leuten 

Zu thun, drumb er offt muft aufreiten. 
Der het daheym ein junge Fraw, 

Die war jm ın der Ehe nit tram. 


27 vnbedacht = unbeadhtet, außer Acht. — 44 vungenarret = unver» 
fpottet, unangefochten. 





38 Waldis, Esopus. 


5 Denn ſichs begab einſt in der Faſten, 
Das man zur Beicht vnd Buß ſolt taſten, 
Da gieng dieſelbe Fraw zur Beicht, 
Vnd vnder andern klagt vielleicht, 
Sie het ein Kindt, koͤnt noch nit gahn, 
10 Das ghoͤrt nit jrm Ehelichen Man. 
Da ſetzt der Pfarrherr jr zur buß, 
Vnd ſprach: „alſo geſchehen muß: 
Du ſolt ſolchs deinem Manne ſagen!“ 
Solchs thet der Frawen vbel bhagen; 
15 Jedoch erdacht ſie eine liſt. 
Eins mals het ſich der Mann geruͤſt, 
Verkapt, verkugelt vnd verſtellt, 
Denn er wolt reiten vber Veldt. 
Die Fraw das Kindt mit Negeln prickt; 
20 Da weynts, das wer bey nahe erſtickt. 
Sie ſprach zum Mann: „erſchreckets doch, 
Obs denn das weinen wolt laſſen nach.“ 
Der Mann kert ſich zum Kindt baldt vmb 
Alſo verkapt vnd ſprach: „Mum, Mum, 
25 Mum, mum! fuͤrwar ich werd did) freſſen, 
Wirſtu das weynen nicht vergeſſen!“ 
Sie ſprach: „du boͤſer Mann, laß ſein, 
239 b Friß das Kindt nit, es ift nit dein! 
Das Kindt gehört eim andern Mann, 
30 Du folt mirs wol ongfrefien lan.“ 
d Hab offt gehört von Gramen liſt, 
Das ſie gar vnaußgruͤndtlich iſt. 
Wol dem, der ein frommes Weib hat, 
Ein ſolcher hat zu dancken Gott. 
35 Von den Eltern han wir das leben, 
Sie koͤnnen Gelt vnd gut auch geben, 
Aber ein ehrlichs, frommes Weib 
Zum Eheſtandt vor dein eygen leib, 
Die wirdt allein von Gott beſchert, 
40 Wie der weiß Salomon vns lert. 








XI. 6 taſten — eigentl. fühlen, verſuchen, dann gehen. — 17 ver⸗ 
kugelt, daſſelbe wie verkappt, von Kugel, Kappe, Kaputze, verkleidet. 
19 prickt = ſticht, kneipt. — 32 vnaußgruͤndtlich = unergruͤndlich. 





Viertes Bach. 39 


Die XII. Fabel. 
Dom Landisknecht und einer Kuh. 


(5° gſchah eins mals auff eine zeit, 
Swen Fürften hetten einen ftreit. 
Ein jeder brent, mordet ond raubt; 
War frey ond den Knechten erlaubt. 
5 Ein Landtsknecht thet fleiffig zuſchawen, 
Vnd kam zu einer armen Frawen, 
Die het nit mehr denn eine Kuh, 
Im ganten baufe nichts dazu. 
Berbarg fie heimlich in jr Kammer, 
10 Vnd ſchlug feit zu mit einem Hammer. 
Da kam derjelbig Landtsknecht hin 
Auff guten berat, beut ond gewin, 
Begundt mit der Framen zu haufen, 
chlug Katen todt, wolt jelber maufen, 
15 Sudt omb zu jrm grofjen verdrieß 
2404 Im kurtzen kaſten lange Spieß. 
Fandt nichts, het ſich zu lang geſeumt, 
War vorhin alles auffgereumt. 
Zuletſt wardt er gewar der Thuͤr, 
20 Stieß auff, lieff nein und zohs herfuͤr, 
Die Kuh, ſo er da fandt allein, 
Tribs hin; die Fraw lieff nach vnd grein; 
Sprach: „hab nur die vnd keine mehr! 
Ich bitt dich vmb Marien ehr, 
25 Laß mirs! ich weyß ſonſt nicht, wo von 
Hinfuͤrter ſoll mein futrung hon.“ 
Er ſprach: „gehe heim! es iſt vmb ſunſt, 
Das du dich jetzt bemuͤhen thuſt; 


XII. 3 ein jeder bezieht ſich nicht auf die Fuͤrſten, ſondern auf die 
Soldaten u. a. Leute. — 4 das Morden u. ſ. w. war freigegeben. — 
12 berat = Rath, Anfchlag. — 16 Sprichwoͤrtliche Redensart. Sollte 
„Spieß“ ſchon bei Waldis in der Bedeutung von Geld vorkommen? — 
36 futrung = Nahrung, Unterhalt. 





Waldis, Esopus. 


. — 017.2 71m 29 


Drumb ſpar den weg vnd laß dein wandern. 
30 Laß ichs bir, fo nimpts doch ein ander.” 
Begab ſich, das derfelbig Gſell 
Gſchlagen wardt vnd kam in die Hell 
Ins Teuffels kuchen, heyſſe glut: 
Da gſchahe jm, wie man ſolchen thut. 
35 Ein junger Teuffel wardt loſiert 
Zu jm, das er jm Mores lert; 
Der bließ im zu vnd macht jm heyß. 
Der Landtsknecht ſprach: „zwar ichs nit weyß, 
Was ich dir vor den andern than, 
40 Die mid allfam mit frieden Ian, 
Vnd du fo bift auff mich gericht. “ 
Der Teuffel ſprach: „ey denckſtu nicht, 
Da du zur armen Frawen kamſt, 
Bnd die eynige Kuh jr namſt, 
45 Ein ander nems, wenn ichs nit nem? 
Alfo hie auch ein ander fem, 
240b Wenn ich nit wer, der dir zubließ, 
Des Teuffels nam willfommen hieß.“ 
d Ber fein necyften on ſchuldt beichedigt, 
50 Bnd doch entihuldigt und verthedigt, 
Mag man mit antwort weijen ab, 
Wie der Teuffel dem Landtsfnecht gab. 


—© 
u 
eo) 
| 
| 
| 
) 


Die XII. Fabel. | 
Dom Schiffman und einem Diebe. 


Es⸗ mals, da ich zu Luͤbeck war, 

Gdacht, nach Riga mit meiner wahr 
Zur Seewarts auff eim Schiff zufahrn, 
Auff das ich moͤcht damit erſparn 

5 Bu landt den langen boͤſen weg, 
Der mid) offt gmacht hat faul vnd treg, 





1 

35. 93 gſchlagen = erſchlagen. — 33 kuchen = Kuͤche. — 38 loſiert = 
logirt, Get en — 41 daß du es auf mid) ste fehen haft. — 44 ebnige = 

u einzige. — 48 in des Teufels Namen. — XII. 2 wahr = Waare. 


Bedinget mich auff ein Crauel. 
Daſelben famen onfer viel 
Zujamen, mander Mutter Kindt, 
10  DBWie mans denn da gemeynlich findt, 
Als man im gmeynen |prichwort redt: 
Die Schiffleut führn Dieb in die Städt 
Vnd manden frommen Mann zu hauß; 
Ä Der Hender führt fie wider drauf. 
15 Wir fuhren bin im felben Schiff, 
Biß an den zehnden tag berlieff 
Ein grofjer fturm hub ſich bey Gotlandt 
Vnd nam auch plütlich vberhandt, 
Vnd drewet ons ſo mechtig ſehr: 
20 Wurffen viel guͤter nauß ins Meer. 
Zuletſt wolts beſſer werden nit. 
Der Schiffer bließ ins Sibilit, 
2414 Sprach: „Fruͤndt, all die mit mir fein hie, 
Ein jeder fall auff feine knie, 
25 Vnd ruff zu Gott in feim Gebet, 
Das er ons auf der noth erreth.” 
Da fam ons all groß jchreden an, 
Wie ein jeder abnemen fan. 
Wir waren allefam erlegen, 
30 Hetten des lebens vns erivegen. 
Da macht die angft ond groffe forcht, 
Das jederman dem Schiffherrn hordht. 
Er tröft das vold ond gieng vmbher: 
Da fandt er ein on als gefehr, 
35 Ein jungen obergeben ©jellen ; 
Der thet fich zwar nit trawrig ftellen, 
Er bet ein Kandel fir vnd trand, 
War frölich, bey jm felber fang. 
So baldt der Schiffherr fein warbt innen, 
40 Gedacht, er wer nit wol bey finnen, 
Fragt in, fpradh: „was bift vor ein Han? 
Leßt dir diß nit zu bergen gahn, 


7 bedinget = verdingte. — 19 drewet = drohet. — 22 Sibilit = 
Pfeife; mittellat. siblotus. — 32 horcht = gehorcht. 





22 Waldis, Esopus. 
Vnd ſihſt vor augen hie den Todt?“ 
Er ſprach: „es hat mit mir kein not! 
45 Wenn gleich das Schiff zu grundt wurd ſincken, 
So werd ich dennoch nicht ertrincken. 
Denn ich zuhangen bin geborn, 
Im Waſſer werd ich nit verlorn, 
Es gieng denn vbern Galgen hoch: 
50 Derhalben frag ich hie nit nach. 
Ich hab mich all mein tag ernehrt 
Der Dieberey, nit anderſt glert, 
Vnd hab mein Curs alſo gericht: 
241b Wer hangen ſoll, ertrindet nicht.“ 
55 9 Die gſelln, die fo jrn Datum ſetzen, 
Vnd all morgen jr Meffer weten, 
Damit fie zwifach Riemen fchneiden, 
Ob fie denn auch an Galgen leiden, 
Des fol man fein mitleiden bon: 
60 Solch arbeit fordert jolchen lohn; 
Auff folder Kirchweib, ſolchem Gottshauß 
Theilt man fein andern Ablaß auf. 


Die XIV. Fabel. | 
Dom Schultheiß und feinem Pfarcherrn. 


Syn Schultheiß von der Lichtenamw ' 
Het jelb daheym ein Schöne Fraw; 
Dennodt feine Nachbarn weib begert. 
Wiewol er des nit ward gewert, 
5 Doc rawet jn die Sünd im bergen. 
Zur zeit, da man zur Oſter fergen 
Zurichtet und das Wachs einweicht, 
Da gieng der gut Mann auch zur Beicht 
Zu ſeim Pfarrherrn, Niffaus vom Sturm, 
10 Sprad: „Herr, auf gnad ich zu euch kum, 





51 ernehrt der Diebereyg — mit Dieberei ernährt. — 55 Datum : 
Hoffnung, Zuverfiht. — 37 Riemen ſchneiden — ſprichwoͤrtl. Reden 
art: Bortheil ziehen. — XIV. 7 einmeicht = einweiht. 


mm — — — — — — 





Biertes Bach. 43 


Mein fünd zu beichten vnd zu bäffen, 
Zu frieden ftellen mein gewiſſen.“ 
Wie er nun Beichtet, was er mußt, 
Sprad) zuletft: „auch hat mich gelüßt 
15 Meins nebften Weib, wiewol die that 
Nit mit dem werd erzeyget hat.“ 
Der Pfarrherr ſprach: „mein lieber Son, 
Mit allen fünden wer gut thon; 
Das du aber deins nechften Weib 
242220 Berauben wolteft jeinem leib, 
Wirdt gleich jo hoch vor Gott geadht, 
Als hetteft3 mit der that vollbracht, 
Vnd ift ein Caſus Referuat 
Vnd nicht in meiner poteftat. 
25 Gen Heidlberg muft zum Bifchoff ziehen, 
Der wirbt auff diefen Sambftag weihen: 
Da wirft von jm wol Abjolıiert 
Vnd leichtlich mit dir Dijpenfiert. ” 
Er ſprach: „Herr Pfarrherr, lieber Herr, 
30  Dabhin zuziehen wurd mir ſchwer, 
Dazu ein grofjes auffjehn machen. 
Man ipreh: was mag der han vor fachen, 
Das er jett hin gen Heidlberg laufft? 
Wer weyß, leicht auf dem Bann fich faufft. 
35 Wenn jr mich köndten Abfoluiern, 
Ich wolt mich gerne lafjen lern.” 
Der Pfarrherr ſprach: „ein frommer Hirt 
Sol feine Schäflin, Die geirt, 
An jren brechen trewlich heylen 
40 Vnd alles gutes mit jn thevlen. 
So jr euch ſchicken in die ſachen, 
Wölfen wir jehen, wie wirs machen. 
Als ich letſten zu Rome war, 
Erlangt beim Benitentiar, 
45 Das ich ein guten Freundt von fünden 
Sn ſolchem Caſu möcht entbinden. 


16 wiewohl die That nicht vollbracht worden iſt. — 24 poteftat = 
Macht. — 28 leicht zugleich Dir die Dispenfation ertheilt. — 39 brechen 
— Gebrechen. — 41 ſchicken = fügt. — 43 letften = lepthin. 





4 Baltis, Eꝛrnns. 


Wiewol michs auch hat Gelt gef, 
So weyß ich wol, das jrs nit loßt, 
Werd mich deſſelben wol ergeten. 
50 So mil dafür zur Buß euch ſetzen, 
242b Drauff euch loß von den Sünden fag. 
Nach dem morgen ifts Palmetag, 
Muß ich den Prieftern thun ein effen, 
Welch die Faften han Beicht geſeſſen, 
55 Das, wie bißber, hinfort auch noch 
Das befte thun Die Karwoch. 
Dazu brengt mir ein Karpffen groß, 
Vnd ſeid damit von ſuͤnden loß. 
Fehlt euch ein groſſer, nempt zwen kleinen, 
co Doch mittelmeſſig, ich nems vor einen.“ 
Der Schultheiß gieng zun ſelben ſtunden, 
Kaufft ein Karpffen von ſiben Pfunden, 
Nam jn heimlich in ſeinen gern, 
Gieng in die Kirch zum Pfarrherrn, 
65 Sprach: „Herr Paſtor, hie hab ich, das 
Ich euch gelobt, jr wißt wol was.” 
Er bejahe jn vnd ſprach: „tragt in hin 
Vnd brengt jn meiner Kellerin, 
Das in fo lang in Brunnen feß, 
70 Bnd morgen drauff jr Meffer weg.” 
Wie der Schultheif des Pfarrherrn wort 
Nit wol verftahn oder unrecht ghort, 
Bracht den Viſch heim zu feim gejindt, 
Lebt wol dauon mit Weib und Kindt. 
75 Des Sontags lud der Pfarrherr Geft 
Bnd thet in, wie er mocht, das beft, 
Verließ fih auff denfelben Karpffen, 
Vnd thet Darauff fein Mefjer Iharpffen, 
Vnd meynt, er folt lommen zu Tiſch: 
80 Da muft er effen Heine Viſch. 
Darnach kam er zum Schultheiß wiber 
2438 Vnd ſprach: „Du bift vorwar nit bider ! 


ß— * m = löft, bezahlt. — 49 Wer — = ihr wertet. — 78 ſcharpffen 
= {dä 





— — —ñ—7tw — — II 








© 
Viertes Bad. 25 \ 


Sch het mich nach deim wort gericht 
Zum Karpffen groß vnd friegt jn nit.“ 
85 Der Schultheiß ſprach: „ey, lieber Herr, 
Das glaub ich warlich nimmermehr ! 
Ich halts darfür, daß jr ewrn luſt 
An dem Karpffen habt wol gebußt. 
Iſt doch die bgierde vnd der will 
Gleich wie das werck vnd gilt ſo viel, 
Wie jr mich ſelb berichtet hat: 
Drumb nempt den willen vor die that.“ 
d Die Pfaffen offt vmb Geldes willen, 
Das fie jrn wanſt nur mögen füllen, 
95 In vielen jachen Difpenfieren, 
Darumber fie Die Leut verführen, 
Vnd fein dabey nit ingedend, 
Das Gott vor fünd nimpt fein geſchenck. 
Daffelb verftund der Schultheiß baf, 
Drumb er den Karpffen jelber af. 


90 


100 


Die XV. Fabel. 
Don einem Kürfchner. 


B Magdenburg ein Kürfchner ſaß, 
Der newlich Ehelich worden was, 
Vnd nam zur Ehe ein junge Diern, 
Der die Eltern geftorben wern, 
5 Drumb thet fie alle güter erben. 
Wie es geht, wenn die Eitern fterben, 
Die jr armut viel Jar bewart, 
Offt von jrm eygnem mund erjpart, 
Das verzern denn die frembde Knaben 
(Der Sparer muß ein Zerer haben). 
Wie er das gut num oberfam, 
Ein böfes Regiment fürnam, 


243b 10 


XV. 2 Ehelic worden was — geheirathet hatte. 








Waldis, Esopus. 
Thet ſich in wuͤſtes, rohes leben 
Vnd in die wildtnuß gar begeben: 
15 Des tages ſchlieff, des nachtes wacht, 
Kam heim offt vmb die ander nacht. 
Wolt jm dag Weib denn etwas ſagen, 
So wardts geraufft, dazu gefchlagen. 
Nun het er dheim ein frommen Giellen, 
20 Der jm die Werditatt thet beftellen; 
Sahe, das das gütlin gwan ein ſturtz 
Vnd alle Nefteln wurden furk. 
Vmb Zeigers neun fam er vom Bett; 
Da Iprad der Gſell: „Meifter, ich bett 
25 Euch ein wort oder zwey zu jagen, 
Wenn jrs im beften wolt vertragen.“ 
Vnd ſprach: „Das wils nicht machen auf, 
Das jr allzeit feit aufferm hauß, 
Vnd habt ewr narung Heine acht: 
30 Ein armen Man zulett es macht. 
Das viel verzern vnd nit erwerben, 
Wenn mans Summiert, fo machts verderben. 
Seht fürbaß beſſer auff ewre fach, 
Vnd habt daheim ewr haußgemach 
35 Bey ewer Frawen vnd Geſind, 
Das man euch in der Werdftatt find. 
Weiß nit, wos wirdt zulett hinauf, 
Alſo zu leben ftets im ſauß.“ 
Der Kürjchner ſprach: „es woͤll vns ©ott, 
40 Wenn diß gütlin ein ende hat, 
2448 Vnd wir nit lenger han zu leben, 
Ein ftarden gmaurten Galgen geben.“ 
U Manch armer Gfell jolt werden fro, 
Wenn er auffs Bett fem von dem ftro ; 
45 So ift mander als vngeſchlacht, 
Das in das gut zum Buben mad. 
Man jagt, es ift fein beffer gut, 
Denn das man omb ſonſt ſchencken thut. 


14 wildtnuß = Verwilderung. — 19 dheim = daheim. — 23 er, d. 
der Meiſter. — 26 im beften = beftens, mit freundlicher Geſinnung. 
vertragen = hingehen laffen, aufnehmen. 








Birrtes Bach. 4 


Das will ich widerfprecdhen frey: 
50 Aus erfarung red ich dabey. 
Beſſer ein gülden, den man werbt, 
Denn Zeben, die jm angeerbt. 
Diß fumpt in an durch muͤh vnd jchweis, 
Wie das manch Biderman wol weis. 
55 Das ander fompt, als ob mans findt; 
Des gniefjen jelten Kindes Kindt. 
On alle Wormkraut wirdt mans quidt: 
Male quefit, male perbdit. 


Die XVI. Fabel. 
Dom alten Candtßknecht und feiner Sramt. 


B Speir ein alter Kriegsman war, 
Der bet den Kriegen viele Jar 
Gefolgt in mander Schlacht vnd fturm, 
Geſehen manden böjen Wurm, 
5 Vnd ſolchen handel lang geübt, 
Auch manden armen Bawrn betrübt, 
Manch arme Dirn dabey betrogen, 
Den Schwantz durch manche Heden zogen, 
Auch mit der zeit von tag zu tagen 
10 Bey taufent gülden zamen gichlagen, 
244 b Bon Heinem Knaben viel verjucht, 
Biß er zulerft nit viel mehr tucht. 
Gedacht, am jelben ort zu bleiben, 
Vnd wolt fih auch alda Beweiben. 
15 Mit einer Diern er Hochzeit bet. 
Als man die Braut num bracht zu Beth, 
Vnd fie all beide warn allein, 
Setzt fih die Braut nider ond greyn. 


49 frev — freimäthig, offen. — 58 Wie gewonnen, fo zerronnen. 
©. d. Anmerkungen. — XVI. 8 manchem Ungemady mit Mike u. Noth 
entgangen. — 11 von feiner Kindheit an. — 12 tut = taugt. 


— — — — — —— — —0 





2458 


Waldis, Esopns. 





Der Breutgam bet fich gleget niber. 
20 Wie er folch8 hort, erhub fich wider, 
Hört, Das fie weinet oberlaut; 
Er ſprach: „was fehlt dir, liebe Braut? 
Mit wennen fanft nit freude ſchaffen. 
Es ift nit jo fehrlich zu ſchlaffen 
25 Einr jungen Diern bey einem Man: 
Du wirft dejfelben baldt gewon.“ 
Sie ſprach: „ich wenn derhalben nicht, 
Aft ein anders, das mich anficht. ” 
Er fragt: „was its? fag mir dein ſinn.“ 
30 Sie ſprach: „das ich nit Jungfraw bin!“ 
Er wardt der rede nit gar fro, ' 
Vnd ſprach: „jol es denn jein alſo, 
Hab mich mein tag mit faulen Seden 
Gefchlept, ond under mander deden 
35 Bebolffen, wo ich8 hab befommen, 
Wo ichs nit glegt, habs offt genommen, 
Vnd mich alſo mein tag genehrt: 
Sihe wol, mir ift nit reins befchert. 
Wer Tans fo gnaw beim Liecht bejehen? 
40 Eim Metzger ifts mol ehe gejchehen, 
Der teglich mit dem Viehe vmbgeht, 
Sich auff allerley Fleiſch verfteht, 
Democht vem gleich betrogen ift. 
So kum doch her, wie du denn bift!“ 
45 Wer fich mit frembden Kleidern dedt, 
Sein Brodt ins Nachbawrn Ofen bedt, 
Stedt fein Meſſer in frembde Scheyden, 
Leßt feine Schaf ein andern weyden, 
Stedt feine Pfeil in frembde Köcher, 
50 Vnd bort in frembde Bretter Löcher, 
Vnd graßt in feines Nachbawrn Wiefen, 
Der muß an gleicher Münt verliefen, 
Wie jenem alten Dan gejchabe, 
Der teglich jung Gfellen fahe 
55 Zu jm ond feiner Frawen kommen, 
Die er erft newlich het genommen, 
Vnd kundts nit feren, ſprach zuletft: 
„Sp, lieben Gſellen, thut das beft! 





Biertes Bach. 


Was ich nit fan, ein ander bſtell! 
60 Da ich auch war ein junger Sell, 
Pflag bey ewrn Bättern fo zu than: 
Bor das muß ich auch diß nun han.“ 


Die XVII. Fabel. 
Dom Eardinal und einem Dorfpfaffen. 


CAmpegius der Cardinal, 
Der bey vns Teutſchen vberall 
Zu dieſen zeiten iſt bekant, 
Das macht, das er ſo offt geſand 
5 Bom Bapft in vieln Legation, 
Die er an Keyſer ond Fürften than: 
Zu Nürmberg ich einft vor jm ftundt 
Sampt andern, da man bandlen gund 
Bon einer Reformation 
10 Der Kirchen ond Religion. 
Einer hub an on als gefehr, 
Vnd fagt, wie Das viel beffer wer, 
Das die Pfaffen Ehefrawen hetten, 
So wuͤrd viel ergernis vermitten; 
15 Zohse an viel ombftendt vnd vrſachen, 
Dauon der Cardinal ward laden. 
(Denn man die Wahlen gmeinlich findt, 
Das fie allfam alſo gefinnt, 
Der Edlen Deutfchen mannlid) that 
20 Belachen vnd jrn guten rath, 
Vnd fchelten ons vor Ebriaden; 
Wiewol wir jn jeßt recht die Jaden 
Mit Gottes wort gar weydlich ftiden, 
Damit den Braten aljo fpiden, 
25 Das fie das maul verbrennen dran, 
Vnd gnug daran zu fawen han.) 


245b 


XVII. 14 vermitten = vermieden. — 21 Ebriaden = Säufer. — 
23. 23 jn die Jaden ftiden = ihnen warm machen. 


Deutſdbe Bibliothef I. 





Waldis, Esopns. 





Hub zu erzelen an ein boffen, 
Den ich vnangzeigt nicht Fan laſſen, 
Vnd ſprach: „es ift jeßt Zehen jar, 
30 Bom Bapft ich abgefertigt war 
An Keyfer Marimilian, 
Der das mal bet außichreiben lan 
Fürften vnd Stend auff ein Reichſtag 
Gen Augfpurg, da der Keyſer lag. 
Da wardt ich außgebalten frey 
Zu Sanet Vlrich in der Aptey. 
Auff einen abent ich ſpatziert, 
In dem Garten mich recreirt 
246 Mit dem Cantler Doctor Waldtkirch: 
4 Der bet Keijerlich werb an mid. 
Ein alter Dorfpfaff on gefehr 
Kam gegen mir gegangen her, 
Gezogen wie ein grober Bawr, 
Sahe gantz onluftig vnd gar ſawr; 
+5 Neigt ſich vnd bot mir Reuereng: 
Ich ftund und gab jm Audieng. 
Er thet ſich gantz erbermlich ftellen, 
Gar Heglich Hub an zu verzelen, 
Vnd ſprach: „ich bin nun wol betagt, 
50 Bnd hab daheim ein arme Magd, 
Die mir von Jar zu Iar hat bracht 
Bngefehrlic ein Kindt oder acht. 
Die wachſſen auff und werden groß: 
Nun bin ich leider viel zu bloß, 
55 Das ich fie all verforgen jolt. 
Wiewol ich etlich gerne wolt 
In Stedten laffen Handtwerd lern, 
So find ih, das mans nit hat gern, 
Wirfft in vor Irregularitet. 
60 Derhalb ewr grad zu bitten het, 
Ir woltet mir fo gnedig fallen, 
Vnd vor diefelben Kinder allen 


3 


> 


ame 
— 


35 außgebalten frey = freigehalten. — 38 recreirt = erholte. — 4 
begrüßte mid} , verneigte fi} vor mir. — 46 ftund = blieb fliehen. — 4 
verzelen = erzählen. — 59 Uinregelmäffigfeit (nämlich der ®eburt). 








65 Vnd von den Leuten vnueracht, 


Ich ſprach: „wie haft Dich fo geziert, 
Ein ergerlichen wanbel gführt, 
Damit zubradht dein gantzes leben 
246b 70 Den leuten böß Erempel geben?“ 
Der Pfaff ſprach: „Herr, e8 ift verfehen, 
Es joll fürbaf nit mehr geſchehen!“ 
Ich ſprach: „To thu von dir das Weib, 
Vnd folch leben vor Suͤnde ſchreib.“ 
75 Da fprad der Pfaff: „ich bin num alt, 
Vnd ich fie anderft niern ombhalt, 
Denn das fie mein im alter pflege 
Mit Kochen und die Kinder hege.“ 
Ich rieff mein Secretart ber, 
80 Das ers macht nach des Pfaffen ger: 
Dem folt er fagen feinen finn. 
Sie giengen mit einander bin; 
Wir fetten ons ein weile nider. 
Nit lang da Fam der Dorffpfaff wider, 
85 Als wir ein feine weil geſeſſen, 
Vnd ſprach, er het noch eins vergeſſen. 
„Obs tem in zufünfftigen tagen, 
Das fie wurd noch mehr Kinder tragen, 
Es weren Meiblin oder Knaben, 
90 Wolts gern auch mit verzeichnet haben, 
Das jrs in Brieff wolt mit einfchlieffen, 
Das fie der Freiheit auch geniefjen.” 
Da ich ein ſolchen einfalt fach, 
Gab ichs aud) feiner Torheit nad). 
95 Es mocht helffen viel oder wenig, 
Ich wardt Damit des Pfaffen anig. “ 
¶ Bey diefem Gſchicht ift wol zu hören, 
Was fie mit jrem Difpenfieren 


halt = unterhalte. — 80 ger = Begehren. — 96 anig = los. 








Wenns von ewr gnad fein Ehelich gmacht.“ 


67 geziert = betragen, benommen. — 76 niern = nirgend. — vmb- 









Waldis, Esopns. 


Vnd Ablaß haben außgericht: 
100 Nur ſuͤnd vnd ſchand! Ja, beſſers nicht! 
247 4 Welch die Goͤttliche Ehe verbieten, 
Mit Schwert vnd Fewr dawider wuͤten, 
Das aber als in Hurerey 
Lebt vnuerſchampt, daſſelb iſt frey, 
105 Vnd thut ſein lachen jedermann 
Als erbarlich vnd wol gethan. 
Wunder, das Gott erdulden mag. 
Drumb wirdts jn auch am juͤngſten tag 
Ya mit dem hellſchen Fewr gelohnt, ° 
110 Mit feine barmberkigfeit verjchont, 
* Sodoma wirdts treglicher ſein 
Denn den, die vnderm frommen ſchein 
Treiben all ſuͤnd vnd Buͤberey: 
Des verſehe ſich ein jeder frey. 


Die XVIII. Fabel. 
Dom Moͤnch vnd einem Wiert. 


(5 andern ſchwanck dafjelbig mal 
Berzelt derſelbig Carbinal; 
Sagt, wie das einft ein Obferuant 
Zohe mit ſeim Gſellen ober landt, 
5 Nach Mittag in ein Wiertshauß kert, 
Vnd bat durch Bott denfelben Wiert, 
Dazu vmb Sanct Fancifcus willen, 
Ein heilig Werd an jn zerfüllen, 
Vnd fie denjelben tag vnd nacht 
10  Beherbergen; der Wiert ſich bdacht 
Vnd ſprach: „jag mir, wie fompt es doch? 
Ir feit ftard, jung allbeide noch; 


103 als = immer. — 105 fein = darüber. — 110 barmherkigfeit = 
Erbarmen, Mitleiden. — 111 trealicher = erträglidher. — 113 Bürbere! 
— Schlechtigkeit, Laſter. — XVIII. 3 Obferuant = Francisfaner. — 
6 durch Gott = um Gottes willen. — 8 zerfüllen = zu erfüllen. 





Birrtes Bach. 53 








Wenn jr jonft nit bet zu verzern, 
Kündten euch wol ewr hend ernehrn, 
247b 15 Vnd nit aljo die Welt durchziehen, 
In müffiggang die arbeit fliehen, 
Vnd ander Leut alſo beſchweren.“ 
Da ſprach der Moͤnch: „wolt jr mich hoͤren! 
Das wir der Almoſen geleben, 
20 Eſſen, was fromme Leut vns geben, 
Kompt keiner andern orſach her, 
Denn das wir des Herrn Chriſti ler 
Nachfolgen, wie die Apoſteln theten, 
Die auff Erden nichts eygens hetten, 
25 Vnd ſamlen keine Schaͤtz auff Erdt, 
Haben noch Gelt noch Geldes werdt, 
Laſſen vns ſtets an dem genuͤgen, 
Was ons heute Gott thut zufuͤgen; 
Dencken nit, was wir ſollen morgen 
30 Eſſen, laſſen wir Gott vor ſorgen; 
Gedencken, das der morgend tag 
Auch vor ſich ſelber ſorgen mag. 
Denn onſer thun iſt anders nicht 
Denn auff das Euangelj gericht.“ 
35 Da thet ſich jr der Wiert erbarmen, 
Gedacht: „das ſein recht willig armen,“ 
Wie er an alln jrn berden ſach. 
Fuͤhrts mit jm in ein ſchoͤn gemach, 
Verſorgts mit aller notturft wol, 
40 Forderts darnach zum Abendmal. 
Da het er ſonſt noch ander Geſt: 
Drumb ließ kochen das allerbeſt 
Bon Wildtpraͤt, groß vnd kleine Viſch. 
Auffs letſte bracht man auch zu Tiſch 
45 Etlich Huͤner, waren gebraten. 
248a Die beyden Moͤnch zufamen thaten, 
Gunten zwey Hüner ond vier Wecken 
Zufamen in den Sad zu fteden. 


19 der Almojen geleben = von Almofen leben. — 30 vor = dafür. 
— 46 zufamen thaten = davon zu fi nahmen. 








Waldis, Esapns. 
Hetten ein Fläfchen, war nicht groß, 
50 Gieng nur brein bey dritthalber Moß, 
Namen die Kandel, füllten hnein, 
Wie fie da ftundt, vom beiten Wein. 
Das fahe der Wiert vnd fprad) zu jn: 
„Ey, Herr, wo wolt jr damit bin?“ 
55 Er ſprach: „ich muß mich jett verforgen, 
Wer weyß, ich findt vielleicht auch morgen 
Kein Wiert, der mir jo wol geb zellen.“ 
Da ſprach der Wiert: „habt jr vergeſſen, 
Das jr nit folt auff morn gedenden?” 
60 Er ſprach: „das thut mein glübt nit frenden. 
Hiemit werd wir der laft enthaben, 
Das nit dafür zu forgen haben: 
Darumb vns diß jeßt eben kuͤmpt 
Vnd vns die morgen ſorg benimpt.“ 
65 T Hie ſiht man, wie der Geyſtlich ſtandt 
Die Goͤttlich Schrifft belt vor ein tanbt, 
Menden diejelb nur für zum jchein 
Vnd muß jr fünden deckel fein, 
Vnd lenckens all auff jre Tachen 
70 Bnd jr ein waͤchſſen Nafen nıachen. 
Als was jn dient, vor fih außklauben, 
Damit fie der Welt güter rauben, 
Welchs ſtuͤck mir aber nicht ift mit, 
Da thuns gerad, als jehens nit, 
75 Vnd lauffen Drüber onuerbolen, 
Wie der Han ober dheiſſen Kolen, 
248b Bnd machen ons ein Spiegelfechten. 
Wenn aber Chriſtus fompt zur rechten, 
Die Boͤck will ſcheyden von den Schaffen, 
80 So btreugt fie denn jr eigen hoffen, 
Müffens fi) von jm richten Ian, 
Des wort fie hie verfpottet han. 


51 Kandel = Kanne. — 59 morn —= morgen. — 60 frenden = b 
einträchtigen. — 61 enthaben = enthoben. — 63 eben kumpt — zur reiht: 
Zeit kommt. — 70 jr ein wächflen Nafen macden — fie äffen. — 71 aui 
klauben = herausnehmen. — 77 Spiegelfechten = Spiegelfechterei. 





Biertes Bad. 55 


Die XIX. Fabel. 
Don dem Schultheiß vnd feinem Weibe. 


Em Schultheiß von der Dameramw 
Geftorben mar fein erfte Fram, 
Dran jm jo leyd gejchehen war, 
Das er trawrt biß ins dritte Jar. 
5 Zuletſt wolts Doch nit anderft fein, 
Er muft wider in Eheftandt nein. 
Bey jm ein reicher Krüger faß, 
Der hieß Heynrich vom langen Graß, 
Der bet ein Tochter vmb die moß 
10 Bon zwentig Jarn, war eben groß, 
Ein dicke protzel, ſtarck vnd jung, 
Verſtuͤndt ſich auff ein guten trunck, 
Sprach ſtets: „mir zu wie einem Sachſſen!“ 
Dabey fie jo war auffgewachſſen, 
15 Bon jrer Mutter fo erzogen: 
Damit der gut Mann wardt betrogen; 
Denn er hielts nüchtern, züchtig, frumb. 
Biß ſchier ein halbes Jar kam omb, 
Sie war onendtlich vnd ontüchtig, 
20 Stundt nit wie vor im Hauß auffrichtig, 
Bon aller arbeit ftetes jchault, 
Des morgens lang im Betthe fault. 
249a Wenn der Mann feim gewerb nadhtradht, 
In dem die Sram fich fürher macht, 
25 Vnd kropffet ſich mit eſſen wol, 
Soff ſich mit jrer Mutter voll 
Vnd lebt den gantzen tag im ſauß. 
Des abents kam der Mann zu hauß, 
Fandts ligen auff dem Betth ſo weych: 
30 Vor groſſer kranckheit war fie bleych, 





XIX.7 Krüger— Wirth. — 9 vmb die moß — ungefähr. — 11 proßel 
== Kröte. — M vor = vorher. — auffrihtig== recht, gehörig. — 21 ſchault 
— fi ſcheut. — 22 fault = faullenzt. 





\ 56 Waldis, Esopns. 
Wie ein Bawr, ber vier Schod vertrunden; 
Denn thet fie Ereiften, Früchten, kruncken. 
Daffelb der Mann fundt lang nit merden, 
Er thets mit gutem Gwuͤrtze fterden 
35 (Küle waſſer gſundt wer gweien, 
Ich meyn ein ftiel auß einem Beſen). 
Nach jrer Mutter ſenden thet: 
Diefelb den guten Dann beredt, 
Das er jr aller rede glaubt. 
40 Damit der Frawen warbt erlaubt, 
Das fies zuletft aud) vbermadt. _ 
Der Mann da bey jm jelber dadıt: 
„Wie erfahr ich von dieſen ſachen, 
Was in meinem abwejen machen?” 
45 Er fprad zum Weib: „morgen muß ich 
Nein gen Koͤnſperg begeben mich. 
Dabeim dieweil das befte thu, 
In allen Dingen fihe wol zu!“ 
Des morgens nam fein Rheyſe für, 
50 Verbarg ſich heimlich hinder dthuͤr. 
Sie meynt, der Mann wer nu hinweg, 
Stundt auff vom Beth vnd war nit treg, 
Schneid von dem Sped wol Zehen Krapff 
249 b Vnd ſchlug Zwoͤlff Eyer in ein napff, 
55 Setzt ſich auff einen lehren Schoͤffel, 
Zertribs mit einem hölgern Löffel, 
Setts nider, lieff in Garten nauß, 
Denn er war nabet binderm hauß; 
Da wolts holen Zmybeln und Lauch. 
60 Der Mann fuhr zu und jchlug da auch 
Zwoͤlff Eyer in dieſelbe Schäffel, 
Vnd ſprach: „ſchlehſt Das noch heut in rüffel, 
So will ichs auff mein Eydt mol jagen, 
Die Kat nimpt dir heut nit den Magen.“ 
65 Damit gieng wider an fein ort. 
Die Fraw kam wider alſo fort, 


31 Schod S. d. Anmerkk. — 32 frunden = wimmern. — 4 wa = 
was fie. — 53 Krapff = Schnitt. — 56 zertrib3 — verrührte fi. — 
58 nahet = nahe. — 64 du wirft nicht Qungers fterben. 





Biertes Buch. 
Den Sped mit Buttern wol Durch kreyſcht, 
Darnach die Eyer drunder meyſcht, 
An einer breiten Eifern Pfannen. 
70 Da nams ein groſſe Hoͤltzern Kannen, 
Wol von jechs ftäuffen oder mehr. 
Im Keller bet fie Dantzker Bier, 
Lieff nab vnd zapfft Die Kanne vol. 
Sie ſprach: „ist gut und ſchmecket wol!“ 
75 Ein Heinen Tiſch begundt fie deden, 
Darauff legt fie zwen ſchillings Weden. 
Wie nun der Bfannfuch war bereit, 
Mit Ingwer dic denfelben bitremt, 
Vnd aß in mehr denn halber auff, 
80 Vnd ſprach: „ein guter trund hört drauff!“ 
Hub auff dieſelbig huͤltzern Kann, 
Tranck nein, wol bey eint halben fpann. 
Darnach des eſſens wiber pflag, 
Biß fie zu letften ſchier erlag, 
502 85 Vnd ſprach: „es will nit wol hinein. 
Was mag mir Doch geichehen fein? 
Krand bin ich, oder werd es baldt; 
Der Magen muß mir fein verkalt, 
Oder bin jonft im Leib verftopfft ; 
90 Bmbjonft mirs Herk jo fehr nicht Hopfft. 
Zwoͤlff Eyer warn mein teglich moß, 
Jetzt Dundens mich ein wenig zgroß. 
Sein Enten Eyer drunder gmwejen? 
Wer weyß? ich Hab fie nit erlefen.“ 
95 Sie rieff der Diern, die war im Öarten; 
Die pflag ſonſt ftets auff fie zu warten, 
Vnd ſprach: „lauff baldt zur Mutter nıumb ! 
Sag. das ein wenig zu mir fumb. 
Weyß nit, wie mir jeßt ift geſchehen: 
100 Man fan nit all zu wol zufehen.“ 





 — — — — 


67 durch kreyſcht = durchzieht, fättigt. — 68 meyſcht = miſcht. — 
71 ftäuffen = Keldyen, Slafchen. — 72 Danziger. — 80 hört = gehört. 
88 verfalt = erfältet. — 92 zgroß = zu groß. — 97 baldt = Shnell. 
— numb = hinüber. — 100 man kann nicht zu vorfichtig fein. 








Eh denn die Diern nun vmbhin kam, 
Der Mann ein groffen Knüttel nam, 
Sprach: „wil Dir wol den Seich beſchawen, 
Ob dir ſey wie den Franden Frawen. 
105 Fehlt dirs im Magen oder Därmen, 
Wil dirs bey Faltem Holt wol wermen. 
Ja, baftu fonft fein andern feyl, 
So wil ich dirs wol machen heyl.“ 
Er ſchlug fie lang vnd trats mit Füffen: 
110 „So muß man dir die Krandheit bäffen, 
Auf deiner haut den faulent treiben, 
Mit vngebrennter aͤſchen reiben.“ 
Sie ſprach: „verzeih mirs, lieber Mam, 
Habs auf keim böfen vorſatz than. 
115 Mein Deutter bat mid) onderweißt 
250b Alſo, daran hab mich gepreißt. 
Het fie das Grob baß weg geichliffen, 
So bet ich jet auch Heiner gpfiffen.“ 
q Ein jeder foll fein Kinder ziehen 
120 Zum beiten, das die lafter fliehen, 
Vnd in der Jugent dahin denen, 
Das zu dem guten fich gewehnen. 
Man jagt: gleich wie die alten fungen, 
Der mafien lernten auch die jungen. 
125 Sauffen und freffen ift ſchand und fündt, 
Vnd fonderlih, wo man ſolchs findt 
Bey alten oder jungen Weiben. 
Dauon ich wol ein Buch wolt fchreiben ; 
Wenn ih all, was ich weiß, wolt jagen, 
130 Koͤnts nit enden in dreyen tagen. 
Ein trundne Sram, die lebt im Fraß, 
Iſt gleich jo freundtlich wie ein aß, 
Das dauffen ligt auff faulem Mift: 
Solch freub wie bey demjelben ift, 
135 So ift bey den auch zu werhoffen, 
Die ſich nit ehe woͤlln legen fchloffen, 


. 103 Seih = Harn. — 111 faulen = Faulheit. — 118 Heiner = 
feiner. — 121 denen — dehnen, ziehen. 


öů——— — — — 





Sie haben ſich erft voll gefüllt. 
Gut wers, wenns damit wern geftillt. 
Denn hebens offt ein Metten an, 
140 Die hat neun lange Lection, 
Die Laudes mit einr Litaney, 
Die wehrt ein ftund, zwo oder drey, 
Mit einem langen Miferere. 
Selig, der fi nit Daran thut kere. 
145 Der ſolche Predigt leiden fan, | 
Iſt wie Sanct Job ein duͤldig Man. 
25la Die Preufhen Frawen fein Damit 
Ins gmein begabt, wiewol ich nit 
Geredt wil haben von den frommen, 
150 Die folln in diefem Reim nit fommen ; 
Sondern von denen, die fo thun, 
Wie wir zu reden gfangen an, 
Vnd die das Bier oder den Wein 
Laſſen jrn Gott vnd wolfarth fein. 
155 Bon den wil ich hie angezeigt 
Haben, das fie allzeit geneigt 
Zum jauffen ond zum müffig gahn, 
Des ich zum theil erfahren han, 
Das, der daſelben ein Fraw nimpt 
160 Bnd eine folche vberkuͤmpt, 
" Die das ftard Dantzker Bier nit mag, 
Der trifft ein guten Heirats tag. 


Die XX. Tabel. 
Dom Iuden und einem Truchfeffen. 


ing het ein Juͤd gemehrt jein Schat 
Mit Wucher, ſucht, Geit und aufffat 
Vnd viele Jar zufamen gichlagen, 
Wie denn die reichen Juͤden pflegen. 


140 ff S. d. Anmerkungen. — 146 Hiob. — XX. Truchfeß. — 2 ſucht 
= Habfucht — aufffag = Lift, Ränfe. — 3 zufamen gfhlagen = auf- 
gehauft, vermehrt. 





! Waldis, Esopns. 





5 Wolt fi damit von dannen heben 
Vnd in ein ander Land begeben. 
Drumb bat den König auff ein zeit 
Defjelben Lands umb ficher gleit, 
Das er jm giint ein fichern zug 
10 On all befchwer und vngefug. 
Drumb er jn ehrlich thet bejchenden ; 
Dadurch ließ fich zu gnaden lenden. 
251b Sein Truckſes hieß er fich bereiten, 
Das er den Juͤden jolt geleiten: 
15 Der rüftet ſich, ritt mit jm hin. 
Der Trudjes dacht in feinem finn: 
„Duden zug wiſſen wenig Leut; 
Mochteft erlangen diefe Beut. 
In diefem Waldt wil ich e8 wagen, 
20 Den Jüpden würgen; wer wils fagen?“ 
Als fie nun famen vor den Waldt, 
Da merdt der Jüd an feiner gftalt, 
Das er nichts gutes het im finn, 
Vnd ſprach zum Trudjes: „reit vorhin!” 
25 Sie zogen baß in Wald hinein. 
Er ſprach zum Juden: „bie muß fein!“ 
Schlug jn darnider, ſprach: „leg ab 
Dein Silber, Golt vnd all dein Hab! 
Du wirft von mir jeßt hingericht: 
30 Es ift hie niemandt, der es ficht.“ 
Er ſprach: „laß mid) doch onerftochen ! 
Dend, das fein Mord bleibt vngerochen 
Bon Gott und ongeftrafft gar felten: 
Der Krammetuogel wirdt es melden!“ 
35 (Den er jm zeigt in jener Hecken) 
Bnd ſprach: „der wirbt den Mord entdeden!” 
Dem Trudjes war die red vor mehr; 
Er ſchlug den Juͤden nad) der ſchwer, 
Nam das Silber vnd Güldene pfandt; - 
40 Den todten Leib begrub in den Sandt. ' 


8 gleit = Geleit. — 9 zug = Reife. — 11 ehrlich = anftändig. — 
24 vorhin = voraus. — 37 der Truchfeß hielt pie Rede für ein Gefchwäß. 








Biertes Buch 6 ] 


Er macht ſich auff und zohe von bar. 
Die zeit verlieff ins ander Jar, 
Begieng der König feinen Jartag, 
1522 Derhalb man jm viel frewben pflag. 
45 Wie er nun war zu Tifch geſeſſen, 
Der Truckſeß trug jm vor das effen, 
Darunter bracht on als gefehr 
Ein effen Krammetuögel ber. 
Baldt er fie jahe, gedacht der rebt 
50 Des Juden, bertlich lachen tbet. 
Der König fragt in, „was er macht, 
Das er jo von jm ſelber lacht?“ 
Er ſchwieg; baldt gundt fein hert zu zagen, 
Der König thet jn aber fragen, 
55 Vnd wolt je wiffen, was es wer. 
Zuletzt gezwungen jagt ers ber. 
Bald ward er vor Gericht geftellt, 
Vnd jm zum todt ein ortheil gfellt. 
| Die Sottes gbot uns ernftlich leren, 
60 Wir folln fein frembbes gut begeren. 
Jeder foll fich feinr arbeit nebren, 
Nit auff eins andern Sedel zeren. 
Auch ift von Gott gar hoch verbotten, 
Das wir fein Menfchen follen töbten. 
65 Wer Menfchen blut vergeuft auff Erden, 
Des Blut foll auch vergoffen werben. 
Denn Öott hats felb alfo verfchafft: 
Kein Mord fol bleiben ongeftrafft. 
Ein ſchoͤn Erempel han wir des 
70 Im Poeten Euripibes, 
In der Tragedi Hecuba 
Bom edlen König Priamo, 
Vnd jagt: „als Troia blegert war 
Bon den Öreden wol zeben ja, 
2b 75 Scidt fein Iängften fon Polydorum 
Bon dam, das er auch nit fem vmb. 


43 Jartag = Namenstag. — 44 pflag = anorbnete, bereitete. — 
7 verfhafft = angeordnet. — 74 Breden = Griechen. 





Baldis, Esopns. 


Mit viel Silber und Golt beladen, 
Geleiten ließ, das er on ſchaden 
Schiffet zum Polymeftor da, 
80 Der ein Färft war in Thracia, 
Das er bey dem als bey eim Freundt 
Erhalten wurd, ob8 Reich entftündt ; 
Das er denn wurd den tag erleben, 
Als ein Erb möcht das Keich erheben. 
85 In dem ward Troia gar verftört, 
Vnd all die beften Leut ermoͤrdt, 
All die vom Koͤniglichen ſtam. 
Da Polymeſtor das vernam, 
Den Knaben er vom leben brocht, 
90 Das er den Schatz behalten mocht, 
Vnd warff den todten Leib ins Meer. 
Mitler zeit kam der Grecken Heer 
Mit jren Schiffen an den fahrt, 
Legerten ſich am ſelben ort. 
95 Brachten gefangen mit ſich hin 
Heenba, die Edle Koͤnigin 
Mit jrer Tochter Bolyrena. 
Diefelben fie Opfferten da 
Auff des Fürften Achillis Grab. 
100 Darnach jrn todten Leib man gab 
Der Mutter, auff das er mocht werden 
Ehrlich beftattet zu der Erben. 
Die Mutter da mit groſſem leydt 
Zum Bgrebnus alle ding bereit, 
105 Schickt bin nad Waffer an den Strand. 
2532 Die Magd ein todten Leichnam fandt; 
Der Königin denfelben bracht. 
Sie fent jn wol; gar bald gebadit: 
„ie ift ermorbt mein lieber Son? 
110 Das hat der Bolymeftor than! 
Als er gehört, das wir erlegen, 
Hat er ſich auch der ſchand erwegen, 


82 entftundt = zu Grunde ginge. — 84 erheben = erhalten, an fi 
bringen. — 85 verftört — zerftört. — 92 mitler zeit = mittler Weile, 
unterdefien. — 93 fahrt = Xandungsplaß. 








Birrtes Bach. 63 





Vmbs Gelts willen mein Son erftochen ; 
Den mord laß ich nit ongerochen. ” 
115 Erdacht ein liſt, ond ſchicket baldt 
Zum Polymeſtor ſolcher gſtalt: 
Sie wer zu Troia gfangen gnomen, 
Drumb ſolt er eilend zu jr komen. 
Ehe wenn ſie wider muſt zu Schiff, 
120 Wolt fie jm zeigen einen griff. 
Zu Troia leg ein Schat verborgen, 
Den modht er nemen one jorgen, 
Den wolt fie jm erft zeigen an 
Zu gut jrm allerliebften Son. 
125 Baldt macht ſich auff der Bolumeftor, 
Ram feine Soͤne mit jm bar. 
Die Königin jr gmuͤt thet ſtercken, 
Vnd ließ fich nicht jrs leides merden ; 
Den Fürften gant ehrlich empfieng. 
130 In jr Gezelt er mit jr gieng: 
Da het fie bftelt ein groffe Schar 
Frawen, die mit jr fommen bar. 
Dem Polymeftor zu den ftunden 
Wurden beid hend vnd Fuͤß gebunden, 
135 Sein Kind allbeid vor jm erftochen, 
Im jelb fein augen ausgebrochen. 
53b Daſſelb er vor fein ontrem bat: 
Denn Gott ftrafft alle mifjethat. 
Noch eins ich hie anzeigen muß 
140 Bon dem Boeten Ibicus. 
Der ward in einem Waldt ermordt: 
In dem er etlich Kranchen bort, 
Welch denjelben ort vberflohen, 
Vnd zeilicht durch Die Lufft hinzohen. 
145 Er rieff: „ich werd elend erftochen ; 
Laßt Doch den Mord nit ongerochen !” 
Die Mörder ſolchs als torheit achten, 
Vnd lang nit mehr Daran gedachten, 





120 griff = Kunft, Geheimniß. — 143 vberflohen = überflogen. — 
18 zeilicht = reihenweife, in georbnneten Reiben. 








Waldis, Esopns. 


Biß fie ein mal zufamen faffen 
150 Im einer Stadt bey jrm genoſſen; 
Zechten und waren guter Ding. 
Einer von jnen außbin gieng, 
Sahe etlich Kranchen fliegen ber, 
Kam wider nein, ſprach on gefehr 
155 Zu ſeinen Gſelln mit groſſem glecher: 
„Da fliegen des Ibici Recher!“ 
Solchs hoͤrt der Wiert vnd ſagt das nach; 
Der miſſethat folgt billig rach. 


Die XXI. Fabel. 
Don zweien Candtsknechten vnd einem Dorfpfaff 


Alberſtadt, welchs in Sachſſen leit, 
Darauß zohen auff eine zeit 
Zwen Landßknecht, lieffen vbers Veldt 
Vnd hetten alle beid kein gelt, 
5 Welchs nit ſeltzam bey ſolchen Knaben, 
Die mehr verzeren, denn ſie haben. 
254a Sprachen: „wo woͤlln wir ons Doch nehren, 
Oder zu welchem Fuͤrſten keren? 
Wie ſein wir alle beid ſo arm! 
10 Ach, das ſich vnſer Gott erbarm!“ 
Wie ſie hin zohen alle beid, 
Kamen auff eine wegeſcheid, 
Sihe, da kam her ein Franciſcan, 
Wolt auch denſelben weg hin gahn. 
15 Er gruͤßt ſie vnd ſprach: „Bonum mane!“ 
Sie gaben antwort: „Semper ſane!“ 
Er ſprach: „jr Gſelln, wo denckt jr bin?“ 
Spraden: „nach beut und gutem gwinn! 
Habt jr nit zeffen? tbeilt ons mit.“ 
20 DerMönd ſprach: „zwar, ich hab fonft nit 


155 glecher — Gelächter. — XXI. 5 feltzam — felten. — 15 bonu 
mane = guten Morgen (VBerfpottung des damaligen Dlöndhslatein). - 
16 femper fane = immer Heil! (eben fo). 


| | Biertes Bach. 65 


.7.. . 87 — — .. +) 


Denn diß par Semmeln ond zween kaͤß; 
Iſts fach, das euch gelüftet des, 
Nempts hin, e8 fey euch onuerjagt. - 
Im Dorff gab mirs des Wiertes magt.” 
25 Sie namens, affen, waren fro. 
„Ach het wir ein Kann Bier oder zwo!“ 
Da ſprach der Mönd: „ich gebs euch gern; 
Sr wißt jelb wol, darffs euch nit lern, 
Wir Francifcaner han fein Gelt, 
30 Wie vnſer Orden innen belt.“ 
Kamen vorbaß; jahen fie gahn 
Im jelben weg noch einen Mann. 
Sie eilten alle drey zufamen, 
Biß das fie nahend bey jn famen. 
35 Da wars ein Pfaff; ſprach: „Bona dies! 
Ein Landtsfneht antwort: „Semper quies!“ 
Vnd ſprach: „Herr Pfarrherr, lieber Herr, 
254 b Wie kompts, das jr laufft alfo ſehr?“ 
Da antwort in der Dorfpfaffe 
40 Vnd ſprach: „ich hab nötig zu ſchaffe, 
Darumb muft eilen alfo ſehr.“ 
Der Landtsknecht ſprach: „ey, lieber Herr, 
Gebt uns Durch Gott ein halben Groſchen, 
Mit eine Kann Bier den durft zur leſchen.“ 
45 Da fprad der Pfaff: „auff meinen Eyd, 
Gleubt mir jetzt der rechten warbeit, 
Zu vnzeit feit jr zu mir fommen, 
Hab heut fein Gelt mit mir genomen, 
Denn ich gedend nit weit zu gahn; 
50 Da forn ich mein Freundtichafft han. 
Wenn ich dar fomb, vorwar weiß ich, 
Das fie zu Gafte bitten mich.” 
Da hub der Landtsknecht an vnd lad: 
„Hat ons der Teuffel jo arm gemacht, 
55 So bloß all vier zufamen bracht! 
Mein tag bet jolches nit gedacht. 


22 ifts jad, bas = ift ed der Fall, für den Fall, daß. — 27 gäbe es. 
30 innen belt = enthält, vorfchreibt. — 35 bona dies — guten Tag. — 
36 femper quied = immer Ruhe. 


> 
Deutfohe Bibliotbet᷑ I. 3 


1 66 aldis, Esopns. 


So halt ichs zwar vors beft, das wir 
Bey dieſem ſtrauch hie alle vier 
Nider fnieten, vnd jein gebet 
60  eder von gantzem herten thet, 
Mit eim Pater Nofter Gott bekoͤren, 
Ob er vielleicht vns würd erhoͤren. 
Was er ons gibt, das wölln wir theilen.“ 
Sein Gſell ſprach: „Toll an mir nit feyhlen!“ 
65 Der Mönch war aud willig darzu; 
Der Pfaff gedacht: „wo ich8 nit thu, 
Bnd mad in diefem ftraud ein gſchrey, 
Schlahen fie mir den Kopff entzwey.“ 
2558 Wiewol ein weile thet verziehen, 
70 Muſt doch zuletft auch niderfnien. 
Wie fie jr gbet nun hetten ghalten, 
Ein Landtsfnecht ſprach: „mu laß Gott walten ! 
Vmb einen Baten dörfft ich wetten, 
Das wir etwas erbetten betten.“ 
75 Nach feinem Sedel war jm joch, 
Den er baldt aus dem Ermel zoch, 
Fandt nit, denn Das er war zerbrochen, 
Vnd etlich Leuß dran vmbher krochen. 
Der ander bracht fein auch berfur, 
80 Der bieng an einer baften fchnur; 
Fandt auch nichts drinn, vnd ſprach: „wir Zorn! 
Solt Gott wol ſolche Sünder hörn? 
Den Genftlichen, die fruͤmblich leben, 
Pflegt Gott nach jrer bitt zu geben. 
85 Bey ſolchem Heylgen frommen Mann 
Hat Gott wol ehr ein wunder than.“ 
Sprach: „lieber Pater, laßt doch ſehen, 
Ob an euch wer ein wunder gſchehen?“ 
Da ſprach der Mönd: „bab fonft fein Tajchen, 
90 Den Budhjad vnd die hoͤltzen Flaſchen, 
Vnd dieſen leren Gardian: 
Seht hin, iſt etwas guts daran, 


61 bekoren — verſuchen. — 75 war jm joch = war er eilig, d. h. er 
griff fehnell nach feinem Beutel. — 80 baften = von Baft. — 83 frimb- 
ih = fromm. — % Buchſack = Buchränzchen, Bücherſack. — A Gar⸗ 
dian = Betteljad. 





Birrtes Bach. 





— — — — nn nn 





Gundt ich euch wol zu allen ſtunden, 
Wolt, das jr Tauſent Guͤlden funden.“ 
95 Sie ſuchten; da wars alles lehr. 
Zuletſt kamens auch an Pfarrherr 
Vnd ſprachen: „Herr, nu ſeht doch zu, 
Ob Gott bey euch nit wunder thu. 
Wo Gott nit gibt bey euch die beut, 
55b 100 So ſein wir zwar elende Leut.“ 
Sie ſuchten zwar nit all zu lange: 
Ein Seckel het am halſe hangen. 
Er ſahe, das er nit mocht entfliehen, 
Vnwillig thet ern außher ziehen. 
105 Der Landtsknecht nam jn, klopffet dran, 
Sprach: „hie han wir den frommen Mann, 
Den Gott zu vnſerm gut erhoͤrt. 
Darumb jm billich ehr gebuͤrt 
Als einem Heilgen von ons allen. 
110 Auffs knie ſolln vor jm nider fallen, 
Der feiner bitt jo baldt gemwert 
Bnd ons durch jn diß gut bejchert.“ 
Machts auff, ſchuͤts wor in all dahin: 
Da waren Sechtzeben Gülden drinn, 
115 An Silber gelt fünff Schredenberger, 
Dabey noch etliche Schneberger. 
Spraden: „ift eitel glüd vnd heil!“ 
Theilten das Golt gleich in vier theil. 
Da ſprach der Mönd: „jr lieben Gfellen, 
120 Mein theil wil euch beiden zuftellen. 
Ir wiffen wol, ich nem fein Gelt, 
Wie ſolchs mein Regel innen belt, 
Mein theil will ich euch beiden fchenden, 
Dabey jr mein habt zu gedenden.“ 
125 Der Pfaff nam feine Gülden vier, 
Gedacht: „wirbt mir jett hie nit mehr, 
Wil diß zum erften nemen an, 
Sol drumb damit nit fein gethan.” 


114. 115. 116 Gulden, Schredfenberger, Schneberger S. d. Anmerff. 
— 128 gethan = abgethan. 


Waldis, Esopns. 
Ein Landtsknecht ſprach: „das Silber gelt, 
130 So es euch allen wolgefellt, 
2568 Weil mans nit wol gleidy theilen fan, 
din wir zſamen ins Wiertshauß gahn, 
Vnd haben heut ein frölich leben, 
Etlih Groſchen vmb Gotts willn geben, 
135 Vnd danden Gott vor die wolthat, 
Damit ons heut vertröftet bat.” 
Sie zohen bin, die alle vier, 
Ins Dorff, da war gut Eimbeds Bier. 
Ein Landtsknecht ſprach zu der Wiertin: 
140 „Seht, nempt zwen Schredenberger hin, 
Geht baldt vnd faufft vns gute Viſch, 
Auff vier Perſon richt zu ein Tiſch; 
Vnd wißt jr fonft was guts zuholen, 
Wir wöllens redlich wol bezalen.“ 
145 Die Wiertin eilet nach den Bilchen. 
Der Pfaff thet heimlich außhin wifchen 
Zum Schultheiß, ober DYandtsfnecht klagt 
Vnd onder andern worten jagt, 
Wie fie in da auff freier ftraffen 
150 Mit fried nit hetten ziehen Laffen, 
Vnd jm geftanden nach dem leben, 
Wo er jn nit das Gelt het geben. 
„Ein grawer Mönd) dafjelb mir zeugt, 
Hats gſehn, fragt jn, euch nit worleugt.“ 
155 Bath, das er jm Doch bülff zu rechte. 
Der Schultheiß nam mit etlich Knechte, 
Vmbringet baldt des Wiertes hauß 
Vnd fordert die zwen Landtsfnecht rauf. 
Wie fie nın famen für die Thür, 
160 Der Schultbeiß hielt jn dfachen für 
Mit harten worten, folcher gftalt, 
256 b Wie fie dem Pfaffen grofje gwalt 
Gethan; wenn ſichs aljo begeben, 
Soltens buͤſſen mit Leib vnd Leben. 
165 Ein Landtsknecht ſprach: „Herr Schultheiß, hoͤrt, 
Fellt nit ein vrtheil alſo fort! 


136 vertröftet = getröftet. — 157 vmbringet = umringt, umſtellt. 





Birrtes Bud. 69 | 


‚ Mich wundert, das ers fagen thar, 
Auff ons liegen jo offenbar.“ 
Vnd hub da an, verzelt behendt 
170 Die gihicht vom anfang bis zum endt, 
Wie fie gebeten vnd erhort, 
Damit fie weder raub noch mordt 
Begangen betten an dem Pfaffen. 
„Derhalben jr ons nicht dorfft ftraffen. 
175 Wir baten vmb ein halben Grofchen, 
Mit eine Kand Bier den durſt zu Löfchen. 
Er ſprach, wir wern zu onzeit fommen, 
Er het fein Gelt mit jm genommen. 
Da fnieten wir nider ond baten Gott, 
180 Das er ons etwas bicheren wolt. 
Mas Gott geben, han wir gleich tbeilt 
Mit jm, daran kein Pfenning feihlt. 
Gar vnbillch thut er ons verllagen: 
Fragt den Mönch, laßt die warheit jagen, 
185 Wie ſolchs von ort ond end geicheben ; 
Denn ers gehort und als geſehen.“ 
Der Schultheiß merckt gar' baldt die fachen, 
MWardt heimlich bey jm ſelber lachen. 
Den Moͤnch der ſach all vmbſtendt fragt; 
190 Derſrſelb glei) wie der Landtsinecht jagt, 
Wie ſolchs von anbegin geichehen, 
Wie ers gehört vnd alles giehen. 
257a Der Schultheiß ſprach: „Herr Pſarrherr, hort, 
Sie reden alle drey ein wort. 
195 Darumb fo thut jr zwar nit recht, 
Das jr befhult die armen Knecht, 
Vnd woͤlts afo verunglimpffen. 
Mit folder Hag ift nit zu Ichimpffen. 
Wer ſolche hohe klag wil rüren 
200 Bnd fan fie nit zum ende führen, 
Dem gehts wie eim, der Holt will hawen 
Vnd thut nit fleiffig vor fich ſchawen, 


167 thar = darf. — 185 von ort ond end — gründlich, genau. — 
196 befhult — befhuldigt. — 198 ſchimpffen = ſpaſſen, fherzen. — 
199 ruren = erheben, anfangen. 








Waldis, Esopns. 


Hawt fih in feinen Schendel jelb, 
Hatt dennocht in der Handt das Helb. 
205 Was jn Gott gibt, ſolt jr euch fchemen, 
Das jrn dafjelb wolt wider nemen. 
Cd Ein ander mal ſeht euch baf für! 
Kompt euch ein folcher vor die Thür, 
Bitt euch vmb aller Kriegsleut willen, 
210 Köndt jn mit einem Grojchen ftillen. 
Gebt heim vnd thut folches nit mehr, 
Bnd habt euch diß von mir zur ler, 
Das jr ftets laßt ein Grojchen fahren, 
Wo jr ein gülden möcht erfparen.“ 


Die XXIL Fabel. 


Wie ein Mönch Kaͤß bettelt. 


n Mönch thet zu eim Dorff einkern, 


J 
E Vnd wolt daſelben Terminiern, 


Das er allda zuſamen laͤß 
Ein Schock oder zwey guter Kaͤß. 


5 Er kam vor einer Bewrin Thür, 
Da war er offt geweien für; 
ß, warn nit gering. 


257b Sie bracht zwen K 
Er fragt, wies jrer Tochter gieng: 


Denn fie ein Diern bet ongefehr, 
10 Die war omb jre ſechtzehn Jar. 
Sie klagt, wie fie jo faul vnd treg, 
Oben im Hauß am Beth noch leg, 
Vnd thet auf einem newen Befen 
Ein handtuoll Scharpffer rhuten leſen, 
15 Vnd ſprach zum Moͤnch: „wollt fie Doch weden 
Vnd weidlich mit der rhuten ſchrecken.“ 
Er ſprach: „ich jr ſolchs nit vertrag!“ 
Er ſchlugs mit einem Lederjad. 


206 irn = ihr ihnen. — XXII. 2 terminiern — Almofen famm 
betteln. — 16 ſchrecken = aufjagen. — 18 ver Sinn geht aus dem | 


genden hervor. 
— — — —— —— — — — 


Birrtes Bach. 1] 


20 Die Mutter rieff: „gebt jr nur frey !“ 
Er ſprach zur Diernen: „ſchweig nur ftill ! 
Hoͤrſt, das die Mutter haben will.” 
Darnach der Moͤnch fam wider nab; 
Noch ein par Kaͤß die Fraw jm gab, 
25 Vnd meynt, er het wol außgericht, 
Gedacht auff ſolche ſchalckheit nicht. 
Er gundt im Dorff gar vmbher gehn, 
Zelt Heuſer, ließ die Schewren ſtehn, 
Biß er kam wider gegens Hauß, 
30 Da er vier Kaͤß het tragen auß. 
Da ſtundt die Fraw bey einem Block, 
Vnd het ein Knuͤttel vnderm Rock; 
Denn jr die Diern het zeiget an, 
Was jr der Moͤnch da het gethan. 
35 Drumb wolts mit ſchlegen jn entpfahn: 
Er merckts vnd wolt nit bey ſie gahn. 
Sie rieff jm, ſprach: „Herr, ein par Kaͤß!“ 
258 4 Er ſprach: „ich muͤſt mich ſchemen des, 
Wenns wuͤrd vor meinen Prior kommen, 
40 Vor einer Thuͤr het zwir genommen.“ 
q Dit was frombkeit, zucht vnd ehren 
Die Mönch pflegen zu Terminieren, 
Man mag der Barren Weiber fragen. 
AU Welt weiß jest drüber zu Hagen. 
45 Wer folche bey im haufen left, 
Der bet auch warlich gerne Geft: _ 
Denn Mönche, Motten, Meuje, Maden, 
Die jcheiden felten une fchaden. 


19 Meydlin = Mädchen. — 20 frey = tüchtig, ohne Schonung. — 
28 gählte die Käufer, d. h. beuchtete fie, ging hinein. — 10 zwir = 
zweimal. — 41 frombfeit = Frömmigkeit. 


N 


Waldis, Esopus. 


6 


Die XXIII. Fabel. 
Dom Gärtner und einem Artzte. 


S ift jeßt vmb Die Sechtzehn Jar, 
Das ich letitmal zu Breßlaw war; 

Mit giellichafft ich ſpatzieren gieng 
Vber die Ader auff den Elbind. 

5 Ein Gärtner wardt mir zeiget an, 

Der war ber zeit ein alter Man, 

Wie der war ehemals frand geweſen, 
Dauon er wider war genejen. 

Ein Doctor ließ ers Waſſer bſehen, 

10 Das er wuft, was jm wer gefchehen, 
Vnd fandt jm das bey jeinem Son; 
Bey dem folt er jn wiffen Ion, 

Was er folt brauchen wor Artzney, 
Das er dauon mocht werden frey. 
15 Schidt jm dabey ein Vngriſch gülben, 
Damit jein mühe jm folt verſchuͤlden. 
„Denn ich offt hör, das die Artzney 
258 b Dem Krancken nuͤtz oder huͤfflich ſey, 
Es ſey denn, das er mit geſchenck 
20 Zu aller erſt den Artzt bedenck.“ 
Der Doctor ſchreib jm ein Recept, 
Sprach: „daſſelb dem Apotecker gebt; 
Der wirdt jm etlich dinglin machen, 
Das dienen wirdt zu ſolchen ſachen. 
25 Der nem er auff den abent vier 
Mit einem trunck Wein oder Bier. 
Die andern nem er morgen fruh, 
Bleib im Beth vnd deck ſich warm zu.“ 
Der Knab die ſachen nit verſtundt; 
30 Wuſt, das der Vatter leſen kundt, 


XXIII. A Ader = Oder. — Elbinck S. d. Anmerkk. — 17-20 
Worte des Gärtners an ſeinen Sohn; nicht Reflexion des Dichters. — 
18 huͤfflich = behülflich. — 23 dinglin = Kleinigkeiten. 





Biertes Bach. 





IT — 5* 


Gedacht: „wils jn erſt laſſen ſehen; 
Wil ers denn han, ſo mags geſchehen.“ 
Als der Alte den Zettel ſach, 
Er trachtet den Buchſtaben nach, 
35 Vnd ſprach: „es iſt ſo ſeltzam ſchrifft, 
Weiß nicht, wie ſichs zuſamen trifft.“ 
Zuletſt ſtund: „fiant Pillen ſeptem.“ 
Der Gaͤrtner ſprach: „hie auß ich nem, 
Es ſolln ſein ſiben junge Huͤnlin,“ 
40 VBnd ſprach zum Weib: „lauff, nimb fie bin; 
Was doͤrffen wirs vom Apotecker kauffen, 
Han wir jr doch hie ſelb gnug lauffen. 
Bier koch mir fein gewuͤrtzt, gefoten, 
Die andern drey laß morgen byoten. 
45 Dazu dörffen wirs Apoteders nit: 
Du haft mirs wol ehe zugericht.“ 
Da fraß der Bawr der Hüner vier, 
Vnd trand ein Topff Schweiniger Bier, 
59a Legt fich ond ließ ſich warın zubeden. 

50 Zu Mitternadht das Weib thet weden 
Vnd ſprach: „ich jehe, das wirden wil; 
Drey wern gewejen recht mein ziel. 
Bring mir ein Kübel, ich muß ſcheiſſen; 
Ich fans zwar lenger nit verbeiffen. 

55 Sie thun mir in dem Bauch fo bang: 
Morn werd ich von den andern Krand.“ 
Des morgens fraß er noch ein par, 
Vnd jprad zum Weib: „ich ſag vorwar, 
Du foltft den Heinen gnommen han ' 
60 Bnd han die grofjen laffen gahn.“ 
Nach mittag der Doctor Spaciert 
Hinauß, den franden vifitiert. 
Als jn der Bawr nun fommen ſach, 
Hub an, Heglicy zum Doctor ſprach: 
65 „Ich hab ewr Kunſt offt hören preifen, 
Thuts aber nit an mir beweifen. . 





— — — 


34 trachtet nach — ſann nach. — 37 man mache ſieben Pillen. — 
32 ich hätte an drei genug gehabt. 





© 





14 Waldis, Esopns. 


Zwar nit fo viel vertragen fan, 
Wie jr mid) leicht habt gfehen an.“ 
Da Iprad) der Doctor: „was fhabt das? 
70 Nach der frandheit fo wird euch baf. 
Ein Purgaß, die muß erft jo werden, 
Darnach fo thut fie wider fterden.“ 
Vnd meint, die Pillen hetten trieben, 
.. Die er jm ins Recept gefchrieben. 
75 Da fprad) der Bawr: „jr warn zuuiel; 
Fünff wern geweft mein maß vnd ziel. 
Wenn ich gfundt bin, faum fo viel mag, 
Het dran zeffen ein ganten tag. 
Eins hab ich dennoch bleiben Iofien ; 
2596 80 ft gant; da ftehts; habs nit genofjen.“ 
Wie ſolchs der Doctor ward gewar, 
Wie bey der ſachen ghandelt war, 
Er ſprach: „der Koch mag ſolchen krancken 
Euriern, jo hat er jm zu danden. 
85 Was fol der Kuh die Muscatnüs, 
Weil jr das Haberftro ſchmeckt ſuͤß?“ 
Vnd gieng wider bin feinen weg, 
Sprad: „wolt, das er ein Jar lang ba leg! 
Auf, auf mit folchen Patienten! 
90 Den Sewen jolt man zum Regenten 
Setzen, das er dieſelben meft: 
Solchs wer vor jn das allerbeft.” 
T Biel meynen, fie verftehn Latein, 
Vnd woͤlln Dadurch gefehen fein. 
95 Ich weiß noch jet wol folche Gſellen, 
Die fih auch bey den Glerten ftellen, 
Als ob fie weren auch gelert, 
Vnd werben ofit dafür geehrt. 
Ich het ein mal ein guten Freundt, 
100 Der bey mir ın der Kirchen ftund 
Mit eim Lateinſchen Teftament ; 
Daffelb er offtmals vmbewendt. 


— — _- 


71 werden = wirken. — 82 wie die Sache gegangen war. — 94 ger 
fehen fein = angefehen fein, bemerft werden, in Anfehen ftehen. — 
102 ombewendt = umwantte. 





Biertes Buch. 





War etwan in der Schul gewejen, 
Das er Latein bet hören lefen, 
105 Zwier geworffen mit eim Donat: 
Da lieff er bin ond het fein fat 
Wie ich dafjelb mal bey jm ftundt, 
Vnd jn in jherk fragen begund 
Das Fiber Generationisg, 
110 Da antwort er mir wie ein Ouis: 
1608 Damit er mir gab einen bicheibt 
Seiner grofjen onwiffenbeit. 


Die XXIV. Babel. 
Don einer Römifchen Reife. 


Insmals gedacht zu werden fromb 
Vnd zoh aus Deutfchland bin nah Rom; 
Doch ward ich auf der Reif nit biber, 
Trug Zwibeln bin, bracht Knobloch wider. 
5 Denn das ift je ein alte weiß, 
Wie jeder jolch jelb wol weis: 
Wer da geweſt, darff mans nit jagen. 
Zu Rom holt man ein bien Magen, 
Ein leren Sedel, boͤß gewiſſen, 
10 Vnd wirdt gar offt vmbs Gelt beſchiſſen. 
Da gieng ich in das Deutſche hauß 
Vnd fodert den Patron heraus. 
Ein jung Geſell kam außher gahn, 
Vnd ſahe mich an der Thuͤren ſtahn, 
15 Gruͤßt mich vnd bald fragen begund, 
Wie es in Deutſchen landen ſtundt. 
Ich thet jm bricht von allen ſachen, 
Vnd gunten weiter kundſchafft machen. 
Zuletzt gab ſich zurkennen mir, 
20 Wie das er einr von Honſtein wer. 


103 etwan = einft, einmal. — 105 S. d. Anmerkk. — 110 wie ein 
Schaf. — 111 bfcheidt = Beweis, 








16 Waldis, Esopus. 


— — J a J1 IT IT “un Ur 


Waren beid alte Schulgefellen : 
Da thet er ſich zwar freundlich ftellen. 
Wie ich mein fach het aufgericht, 
Sprad er: „heut wölln wir ſcheiden nicht.“ 
25 Führt mich ond mein Gefelln nit fern 
Am Campoflor in ein Tabern 
260b Bmb Zeigers acht am morgen fru. 
On gefehr fam noch ein Gſell dazu, 
Ein Preuß, ſo ich mich recht bedenck, 
30 Der hieß Achaci von der trenck. 
Er ließ baldt Speiß vnd Brodt aufftragen, 
Vnd nach dem beſten Curſa fragen. 
Wir ſetzten vns; ich ſchmeckt den Wein. 
Bald kamen auch zwen Moͤnch herein, 
35 Vnd ſprachen: „Bon profatz, miſſier! 
Moͤchtn wir ein Juli oder vier 
Verzeren in ewr Companey?“ 
Achaci ſprach: „ſetzt euch herbey!“ 
Zwey Weiber folgten auch den beiden, 
40 Welche die Moͤnch hetten beſcheiden; 
Die ſetztens bey ſich an die ſeiten, 
Wie ſichs gebuͤrt Ehelichen Leuten. 
Das gmach war offen, breit vnd weit, 
Saſſen vmbher mancherley Leut. 
45 Zuletzt gund ſie der Wein bewegen; 
Der alte Adam wolt ſich regen. 
Vnd ſahe ſo viel der groben Boſſen, 
Das ich zuletſt ward gar verdroſſen, 
Gedacht: „es iſt alhie zu Rom; 
50 Da folten je die Leut ſein fromb. 
Dazu ſein diß Geiſtlich perſon, 
Die ſolten je daſſelb nit thon. 
Han vor den Leuten keine ſchew,“ 
Vnd ſprach: „nun will ich auf mein trew 
55 Hingehn ond laſſens ſo geſchehen: 
Ich mag die ſchand nit leng anſehen, 


XXIV. 21 Schulgefellen = Schulkameraden. — 29 bedenck = er 
nere. — 32 Curſa — eine Art Wein. — 33 fdymedt = verſuchte. — 35 fü 
Buon prö Le faccia, messer = wohl bekomms, mein Herr. — 36 Iı 
©. d. Anmerkk. — 47 und id) fah. 





Bieten Buch. 


TI 7 











An jrer fünd fein theil nit han.” 
261a Da antwort mir der Edelman, 
Der mich dafelben hett geladen, 
co Sprad: „fit, es ift euch one ſchaden. 
Wo ir wolt bleiben lang zu Rom, 
Muͤſt euch nit ftellen all zu from 
Vnd ewer ehr fo fehr nit fchonen: 
Ir müßt des Landes weis gewohnen. 
65 Habt jr ewr tag von Rom nie ghort? 
Wie man jagt im gemeinen Ehrichmwort, 
Das eim zu Rom fein fünd nit ſchad, 
Allein jo er fein Gelt mehr bat: 
Das ift die allergrdfte Suͤnd, 
70 Welch nit der Bapft vergeben fünd.“ 
d Hie magftu merden, wie gar fein, 
Wie Schon, wie züchtig, keuſch vnd rein 
Iſt zu Rom der Papiften leben: 
Schlangen möcht man damit vergeben. 
75 Noch dörffen fie fich Gottes rhuͤmen 
Bnd mit der Schrifft jr fach verblämen. 
Ich bort ein mal vom Barafell, 
Ein groſſer Hans vnd kluger Gſell, 
Da man ſagt von Goͤttlichen ſachen, 
80 Das ers gar hoͤniſch thet belachen, 
Vnd ſprach: „ſindt der zeit vnd den ſtunden, 
Das die Geiſtlichen han erfunden 
Das Himmelreich und die Hellen, 
Berirn ons Leien, wie fie wollen, 
85 Tichten ein leben nad) dem Todt, 
Wenn doc all ding ein ende bat. 
Wern Betrus, Baulus hieher nit fomen, 
Rom hett jo fehr nit abgenommen. 
261b Fahrt mit ewrm Himel, wo jr wolt hin, 
90 Ich geb vor als nicht ein quatrin. 
Drumb aud das Sprichwort warhafft ift: 
Ye neber Rom, je böjer Ehrift. 


75 noch = und doch, dennoch. — 77 Parafell = Paracelſus. — 
78 Gſell = Burfche. — 81 findt = feit. — 85 tihten — erdidten. — 
86 wenn doch = da, obgleich. — 90 quatrin ©. d. Anmerff. 





Waldis, Esopus. 


— — ZT — — — — 7 


Die XXV. Fabel. 
Dom Bawrn vnd einer Geyß. 


AL⸗ ein Bawr hett ein Geiß geſtolen, 
Hielt er ſie heimlich lang verholen, 
In einem dicken ſtrauch gebunden, 
Das ſie von niemand wuͤrde funden. 
5 Da jr nun lang ward nachgefragt, 
Zuletzt jr Herr an jr verzagt. 
Da gieng der Bawr am abent ſpet, 
Da auff jn niemand achtung het, 
Vnd blieb im Waldt da ober nacht, 
10 Das er die Geiß des morgens ſchlacht. 
Als er jr meint nun recht zu kommen, 
Hett er fein Mefjer mit jm gnommen. 
Jedocht gedacht er, fie zu worgen, 
Sprad: „wenn fie jchreit, haft Dich zubſor 
15 Er fett jr zu vnd quelets hart. 
Die Geiß mit allen vieren fchart, 
Warff mit dem Graf herauf den Sant; 
Gar bald fich da ein Meſſer fand. 
Er ſprach: „die Geiß hats Meffer funden 
20 Zu jrem eignen ſchad und wunden. “ 
q Hilfft nit, wo fich einer hin kert: 
AU, was jm ift von Gott bejchert, 
Da mag fid) nit zu frieden geben, 
Gut oder böß, tod oder leben, 
262a 25 Dend nicht, Das er jm mög entgahn: 
Mies jm Gott fügt, jo muß ers han. 
Solt er auch jelb das Meffer finden, 
Damit man in jelb ftech vnd fchinden: 
Dauor laß jm nur niemand mwalgen, 
30 Hilffe doch fein Banter vor den Galgen. 


XXV. 29 walgen = efeln, erbrechen. 








Biertes Bach. 19 





Die XXVI. Fabel. 
Dom Bawrn und Affen. 


3° Maink war ein reicher Thumbpfaff, 
Der bet vor feiner Thür ein Aff, 
Die bet ein Rod, getheilt von ſtuͤcken, 
Ein Narrenkappen auff dem rüden, 
5 Drann etlich fcyellen, die da Hungen. 
Da kamen Kinder ond bie jungen, 
. Bnd mit der Aff viel wunders machten, 
Das all, dies fahen, jrer lachten. 
Dazu ein Bawr ſich nahen thet, 
10 Der nie fein Affen giehen bet. 
Er dacht, e8 wer ein ding gemacht, 
Etwan durch Kunft zujamen bracht, 
Vnd ſprach: „wie wirbt die Welt fo bhend! 
Seltam ding machen Menfchen hend, 
15 Vnd alles vmb des Geldes willen, 
Das fie damit jrn Geitfad füllen. “ 
¶ Mancher redt auß onwifjenbeit, 
Vnd achtets felb wor groß weißheit; 
Damit die Leut offt lachen macht: 
20 Schwieg er, jo blieb er onbeladt. 
Solch red fich zu den fachen find, 
Als wenn von Farben redt ein Blind. 


XXVI. 1 Thumbpfaff = Domherr. — 13 bhend = geſchickt, Klug. 






































Die XXVI. Fabel. 
262b vom Studenten und einem Mörſer. 


M Beierlandt zu Ingolftadt, 
Welch auch ein Hohe Schulen Bat, 
Vnd viel Studenten vber Jar, 
Darunter einr von Augſpurg war, 
5 Eins Goldtihmidts Son, Felir genant: 
Dem bet fein Vatter Gelt gefandt, 
Wol hundert Gülden auff ein mol, 
Damit ſein ſchult bezalen fol, 
Vnd ftopffen jonft jein not Damit. 
10 Als er das Gelt befommıen het, 
Wardt fro, verließ gar baldt die Schulen, 
Begund eins Bürgers Frawen bulen: 
Die war jung, fehön von leib vnd gftalt, 
Vnd het ein Dean, der war nun alt. 
15 Der ließ der Gſell zu gwiſſen ftunden 
Beim alten Weib fein willn verkunden ; 
Auff das ſich deſte baf ließ enden, 
Sagt, wolt jr hundert Gülden fchenden, 
Das fie ein nacht nur bey jm fchlieff. 
20 Sn dein ein Eleine zeit vwerlieff, 
Ir Mann aufreit, wolt ober nacht 
Außbleiben ; baldt Die Fraw gedacht, 
Schickt auf die alte Küplerin 
Zum Gſelln, das er folt fommen bin, 
25 Vnd brecht Die Hundert Gülden mit; 
Er madıt fih auff ond ſeumet nit. 
Des morgens weißt fie jm ein gang 
Durchs hauß, ſprach: „geht hin, machts nit lang!“ 
263a Der Gjell ftund auff ond war nit treg. 
30 Da ftund ein Moͤſer bey dem weg; 


XXVII. 3 vber Jar = das Jahr hindurch. — 16 Beim = bei deine 
d. h. durch ein. 









Biertes Bach. 


‘ Den nam er, wie er gieng durchs hauß, 
Bndern Rod ond trollet ſich nauß, 
Vnd harrt fo lang, biß er vernommen, 
Der Frawen Mann war wider kommen. 
35 Wie er eins mals zu Tifche ſaß, 
Mit der Frawen ond Geften aß, 
Gieng nein, ſprach: „gjegen euch Das mol!“ 
Zur Frawen fpradh: „jr wilfen wol, 
Bergangnen Mitwoch ich rein trat, 
40 Bnd euch omb dieſen Möfer bat 
(Bitt, Herre, wöllet mirs verzeihen !), 
Vnd wolt mir nit denjelben leihen; 
Solt euch etwas zu pfande eben. 
Wiewol mirs hönt vnd thet mich letzen, 
45 Jedoch fundt ich fein nit entbern; 
Ich antwort: ram, das thu ich gern! 
Griff in mein Tajchen on gefehr 
Vnd reicht euch hundert Gülden her, 
In einem Sedel hart verftridt, 
50 Mein Batter hats zur zerung gihidt. 
Ewrn Möfer ftell id) euch zur handt, 
Bitt, gebt mir jetzt wider mein pfandt.“ 
Die Fraw erjchrad, fi) baldt bedacht, 
Eilend die Hundert gülden bracht, 
55 Beforgt, er wurd fonft etwas fagen 
Vnd fie vor jrem Mann verklagen. 
War fro, das fie fein jo wardt loß, 
Folgt jm von fern ond war gar boͤß, 
Sprad: „folt dein Pfeffer mit folchen bofjen 
263b 60 Nicht mehr in meinem Moͤſer ftoffen !“ 
T Dean jagt gar viel von Frawen lift, 
Wie fie gar ſcharpff vnd ſpitzig ift: 
Bon ſolchen ſoltens fich Laffen leren, 
Der Ichafft fein willn, bebelt bey ehrn 
65 Die Fram vnd fompt zu feinem Gelt: 
Solch torheit ift die Fuge Welt. 


37 gefegnet fei euch das Mahl. — 44 mirs hoͤnt — es mich ärgert, 
verdrießt. — 49 verftricht — zugebunden. 


Deutſche Bibliothek IT. 6 





» 


—— — — 
82 Waldis, Esopns. 


Die XXVIII. Fabel. 
Don einem gelben Schleyer. 


Is zoh eins mals hinauff an Rhein 
Vnd kam zu Wormbs zum kauffhauß ein 
An einem Sambſtag abent ſpaͤt 
Mit Gſellſchafft, die ich bey mir het. 
5 Am Sontag morgens tagts ons fru, 
Lieſſen das fruͤſtuͤck richten zu; 
Denn es vns war das mal kein feir, 
Ritten denſelben tag gen Speir. 
Spatziert ich in der ſtuben vmb 
10 Vnd ſahe die Wiertin außher kum; 
Schmuckt vnd putzt ſich vnd legt ſich an, 
Denn ſie wolt baldt zu Kirchen gahn. 
Zuhandt ſie vor den Spiegel trat, 
Vnd ſchloß auff jre Schleyer lad, 
15 Vnd zohe herauß die gelben Schleyer, 
Geferbt wie Totter von den Eyer. 
Wie ich jr zier daſelben ſach, 
In ſchertzweiß zu der Frawen ſprach: 
„In dieſem Landt der ſchmuck der Frawen 
20 Gefellt mir wol, bey meinen trawen. 
In meim Land hats ein ander weiß, 
264 a Darfür ich dieſe Schleyer preiß. 
Da tragent Frawen rot Baret, 
Wiewol es auch nit obel fteht.“ 
25 Bnd ſprach: „wenn ich mich bgeben jolt 
In Eheftandt, das ich weiben wolt, 
Solts auch im gelben Schleyer gahn, 
Denn ich hab jondern gfallen dran; 
Denn jr mir auch alfo gefalt, 
30 Biel baß denn in eine andern gitalt.“ 


XAVIL 7 feir = Beiertag. — 14 lad = Lade, Kifte. — 16 Totter = 
Dotter. 





Fierdes Bud. 


Solchs redt ich nit auß ernten bergen, 
Das ich nur möcht mit worten jchergen. 
Sie jeuffzt und ſprach: „ey, lieber Herr, 
Volt auch wol, das ich ſchoͤner wer. 
35 Ich bin meins vngluͤcks auch nit fro; 
Doch muß ichs nemen jetzt alſo. 
Ein Krentzlin ziert mich in der jugent; 
Jetzt mach ich auß der not ein tugent, 
Vnd all mein Kunſt zuſamen heiſch, 
40 VBnd muß ſo an mein magers fleiſch 
Zum ſchmack ein gelbe Suppen machen.“ 
Ob ſolchen worten wardt ich lachen, 
Das ſie auff meine red von ſtunden 
Het baldt ein hoͤflich antwort funden. 
45 9 Was an jm ſelber nit faſt ſchon, 
Da muß man fleiß vnd achtung han, 
Das man dieſelben ſchwachen glieder 
Handthabt vnd ehrt, wirffts nit darnider. 
Das huͤbſch iſt an jm ſelber fein. 
50 Ein Wiert, der hat ein guten Wein, 
Gedenckt denſelben auß zuſchencken, 
Der darff zwar keinen Krantz außhencken. 
264b Alſo iſts vmb ein junge Magd, 
Die eim Geſellen baß behagt, 
55 Wenn ſie mit ſchoͤn vnd tugent putzt, 
Denn wers mit Kleidern auffgemutzt. 
Die andern, die ſolch gab nit han, 
Den muß es werden angethan. 
Wenn ſie mit guͤlden flittern bſteckt, 
60 So wirdt die mißgeſtalt bedeckt; 
Denn alle ding den Menſchen frewt, 
Wenns ſcheint oder iſt mit Gelt beſtrewt. 





31 redt — redete. — 39 ſamen heiſch ⸗ zuſammennehme. — 
11 ſchmack = (guten) Geſchmack. — 48 handthabt = in Ordnung 
yalte. — ehrt = ſchmücke. — wirffts nit darnider = fie nidt ver- 
Re behandle. — 53 Magd — Mädchen. — 56 denn werd — als 
väare fie. — auffgemußt = aufgepußt. 


6° 





Waldis, Esopns. 


Die XXX. Fabel. 
Don einem Suhrman vnd feinem Weibe. 


Esn Fuhrman war im Landt zu Heften 
In einer kleinen Stadt geſeſſen; 
Der kam ein mal heim von dem Rhein 
Vnd bracht ein Fuder Reinſchen wein 
5 In eim groſſen geſchwinden Regen. 
Sein Weib kam jm zur Thuͤr entgegen 
Mit zweien Eymern, die ſie het, 
Vnd jn gar freundtlich bitten thet, 
Sprach: „gut iſts, das du kommeſt her; 
10 Hol mir doch Waſſer in die Eymer, 
Vnd thu mir zu gefallen das, 
Weil du gereit biſt durch hin naß.“ 
Er nam die Eymer, lieff zum Bad; 
Sie ftundt im hauß vnd jahe jm nad. 
15 Wie er ins Hauß das Waller bracht, 
An jr zurechen fi) gedacht: 
Baldt auff jrn Kopff das Waſſer goß, 
Das allenthalben abber floß, 
2658 Schlugs mit den Eymern omb den Kopff, 
20 Vnd ſprach: „ich Bin ein müber tropff, 
Merd noch dazu von dir vnehrt: 
Solch zudt hat dich der Teuffel glert.“ 
Ben beyden züpffen thet ers faflen, 
3058 vor die Thür nauß auff die gaffen, 
25 Warff DEymer nach, ſprach: „hab dir das! 
Hol nun Waſſer, bu bift auch naß.“ 
T Die jre Menner fo onebrn, 
Muß man mit Knütteln Mores lern. 
Ein fromme Tram folt fich des fchemen, 
30  Bnd dorffts in jren finn nit nemen. 


XXIX. 5 geihwinden = ftarfen, heftigen. — 12 gereit = ſchon, be- 
reits. — dur bin = durchaus. — 21 vnehrt —= gefchändet, verächtlich 
behandelt. — 30 in jren finn nemen = fid) vornehmen, vorfeßen. 


Biertes Buch. 85 








Nach dem der Mann abents und morgen 
Muß allezeit das Hauß verforgen, 
Sol fie in halten vor den Mann, 
Weil jm auch Gott die ebre gan. 


Die XXX. Fabel. 
Don einer Nonnen. 


n Nonn in einem Klofter war 
Geweſen wol bey Zeben Jar; 
Die het ein Schwefter in der Stadt. 
Diefelb einft Durch ein Brieflin bat, 
5 Das fie jr Kindtlin mit jr nem, 
Ein mal zu jr ins Klofter fem. 
Sie bat jun Mann, das ers hinauf 
Ließ fahrn, verforgt Dieweil das hauß. 
Er ſprach: „fahr hin ond nimb gejchend 
10 Bon Maluafier ond ander gtrenck; 
Denn wo du fompit, fein gaben haft, 
Sn bift ein ongenemer Gaſt; 
265 b Vnd wo dir nit der arm ift frumb, 
Gedenck nit, das du feift willfum. 
15 Ein alt ſprichwort ifts vnd nit heurig: 
All Geiftlichen find gaben geirig.“ 
Die Fraw vor hin das Klofter fam ; 
Die Nonn fie gar freundtlich annam: 
Theten einander fleiffig fragen, 
20 Vnd onder ſich jr not zu lagen. 
Die Fraw die Nonnen fragen gundt, 
Wie fie fich Da bebelffen fundt; 
Sie ſprach: „vorwar gant fümmerlid) ! 
Behelffen ons offt ermiglich. “ 
25 Zuletft Hub auff, gant laut zu greinen; 
Sie klagt mit ſeufftzen und mit weinen: 


XXX. 13 nämlich um zu geben. — 14 Gedenck = glaube nicht, bilde 
dir nicht ein. — 16 geirig = gierig. — 24 ermiglid = ärmlid. — 25 hub 
auff = hub an, begann. 








2668 


Waldis, Esopus. 


„Wir ſein wie gfangen Leut verſchloſſen, 
Vnd werden nimmer außgeloſſen.“ 
Die Fraw ſprach: „Schweſter, thut nit ſo! 
30 Ich werdt meins lebens auch nit fro. 
Daheim muß ich ſtets meinem Mann 
Gehorſam fein vnd Vnderthan. 
Da weinen offt die kleinen Kindt, 
Hab auch ein vngezogen Gſindt, 
On was ſich ſonſt teglich zutregt, 
Was mir vom Mann wirdt auffgelegt. 
Drumb ſchweigt! jr habt ja nit zu klagen; 
Ir lebt hie recht in guten tagen; 
Viel Gottsdienſt wirdt von euch vollbracht.“ 
Sie ſprach: „ich nem ein gute nacht, 
Vnd wolt vergeſſen aller klag, 
Vor Fuͤnff vnd zwentzig guter tag!“ 
TU Was fie da meynt, verſtehe ich nicht; 
Allein das mich die Schrifft bericht: 
Gott ſchuff dem Menſchen ſeel vnd leib 
Von anfang, das ſie Mann vnd Weib 
Solln ſein, im Eheſtandt Kinder beren, 
Segnets, hieß wachſſen vnd vermehren. 
Daſſelb alſo nun vor ſich geht 
Vnd biß zum end der Welt beſteht. 
Wer nit demſelben gmeß will leben, 
Der thut Gotts Ordnung widerſtreben. 
Hilfft nit, das man das Har abſchneidt 
Oder ißt kein Fleiſch auff etlich zeit, 
Enthelt ſich von der Leut gemeynſchafft: 
Damit er doch nit mehr verſchafft, 
Vnd jm vorwar auch nit mehr nutzt, 
Denn wenn der Muͤller das Waſſer ſchutzt 
Ein tag, zwen, drey auff einen hauffen, 
60 Vnd leßts denn auff ein mal ablauffen. 


3 


or 


4 


je) 


4 


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5 


5 


a 


40 nem = nähme. — 47 beren — gebären, zeugen. — 58 ſchutzt = 
dämmt, aufftaut. 





———— — — 





Die XXXI. Fabel. 


Don einem trunckenen Pfaffen 


CH war ein mal auff einem Schloß, 
Da gſchahe ein lecherlicher boß. 
Der Herr daſelb het ein Caplan, 
Dem ließ ers abents ſagen an, 
5 Wie er wolt morgen früh außrheiten, 
Drumb folt er ſich deſt ehe bereiten, 
Das er des morgens früh auffitundt, 
Zu zweien Vhrn die Meß begumdt. 
Der Pfaff denfelben bfehl annam. 
10 Wie er bey fein Gefellichaft kam, 
Mit den zecht er Die gante nadıt; 
266b An Metten, noch an Fruͤmeß dacht 
Biß morgens frü, das man ba lent. 
Der Pfaff erfhrad: „ifts um die Zeit?“ 
15 Einr fam ond fordert jn hinein. 
Er ſprach: „ich will baldt bei dir fein!“ 
Mit feinen Sfelln er da redt, 
Sprad: „hab weder gichlaffen noch gbet; 
Drumb helfft fchlaffen ein Heine weil: 
20 Die ja fompt mir gar in der eil.“ 
Sie legten ſich allfamen niber. 
Er ſprach: „ist gnug!“ vnd wedt fie wider. 
„Run müßt jr mir auch helffen beten, 
Darff fonft nit vor den Altar treten.“ 
25 Jeder ſprach ein Batter vnſer; 
Er ſprach: „it gnug! bringt waſſer ber!“ 
Da wuſch er fi, gieng vorn Altar, 
Hub an, die Meß zu lefen gar. 
Da er den Canon het begundt 
30  Bnd lang in der Memori ftundt, 


XXXI 9 Banon u. 30 Memori S. d. Anmerff. 





O 





Das er ein gute weil entjchlieff, 
Der Herr ein Knaben zu fich rieff, 
Vnd ſprach: „lauff bin, jag an dem Pfaffen, 
Das ers außmach, wir han zufchaffen.“ 
35 Ter Knab ein wenig jn anftieß, 
Vnd thet, wie jn jein Herre hieß, 
Das ers ein ende machen wolt. 
. Der Pfaff erwacht, ſprach: „tits mein ſchuldt, 
Das aljo lang bleibt ftehn das Glaß? 
40 Wil lieber trinden deite baß. “ 
Erwiſcht den Kelch in halben jchloff, 
Sprach: „es gildt dir!“ er gar außjoff, 
2672 Meynt, er ſaͤß noch bey feiner gjellichafft. 
Darnach das Bud) zufamen rafft: 
45 „Per omnia fecla!” Tert fih vmb 
Vnd ſprach: „Dominus vobiſcum!“ 
Darauff das „Ite, miſſa eſt! 
Moͤcht ſagen, er wer da geweſt.“ 
TO Bey ſolcher Meß iſt wol zu ſehn, 
50 Welch ehr Gott ſey damit geſchehn, 
Vnd gar gemein bey den Papiſten, 
Darob das hertz eins frommen Chriſten 
Vor angſt vnd ſchrecken wol zerſprung 
Vor ſolcher Gottes leſterung. 
55 Noch woͤllens ſies mit jren Rechten 
Als waren Gottes dienſt verfechten. 
Sihe, wie war iſt das alt Sprichwort, 
Welchs ich vor viertzig Jaren ghort, 
Wo man ein truncken Pfaffen ſach, 
60 Das baldt der gmeine Poͤfel ſprach: 
„Wenn vnſer Herrgott nit koͤnt ſchwimmen, 
So wer er langeſt kommen vmbe, 
Vnd wer lengſt von Pfaffen ertrenckt, 
In jrem Bier vnd Wein verſenckt.“ 


45 durch alle Jahrhunderte. — 46 Gott mit euch. — 47 geht, die 
Meſſe ift beenpigt. — 53 zerfprung = zerfprang. 





Biertes Boch. 89 


Die XXXII. Fabel. 
Don einem Schmidt vnd feinem Son. 


B Freiburg, welche im Brißgow leit, 
Da ſaß ein Schmidt auff eine zeit, 
Der het ein Son, war eben groß, 
Bon achtzehen jaren vmb die moß; 
5 Bat fein Vatter, das ern wolt Ion 
Ein mal hinauff gen Bafel gohn. 
267b Da het derfelbig Schmidt ein Pferdt, 
- War wol bey Zwentzig gülden werdt; 
Er ſprach: „nims mit, fihe, kanſts verfauffen, 
10 Zu fuß magſt wider abber Lauffen.“ 
Er fam ins Wiertshbauß under dLeut; 
Sein Pferdt auf zuuerfauffen beut. 
Da wards von etlichen befchritten, 
Bedrabt, bejehn ond auch beritten. 
15 Zum Sclafftrund bandeltens von ſachen, 
Wie fie den Weinfauff wolten machen. 
Als fie nun lang dauon geredt, 
Legt fih der jung Gefell zu Beth, 
Vnd fchlieff mit ſolchen gdanden ein, 
20 Het mol gezecht vom Rangen Wein. 
Des morgens tagts ons eben fru, 
Macht fich auff, Tieff nach Fryburg zu. 
Sein Mutter ward jein erft gewar, 
Sprad zum Mann: „onjer Son fompt ber, 
25 Die Gaffen frölich abher Laufft, 
Er bat freilich das Roß verkaufft!“ 
Der Batter fragt: „wie fteht die ſach?“ 
Er ſprach: „gant wol! in diefem fach 


XXXII. 12 außbeut = ausbietet. — 14 bedrabt = im Trab proßirt. 
— 15 zum Sclafftrund = bei dem Trunf vor dem Schlafengehen. — 
16 einkauf = Darangeld. — 20 Rangen Wein S. d. Anmerff. — — 
31 vns? im? — 23 erft = zuerft. — 26 freilich = gewiß. 


© 





9 


| 90 Waldis, Esopus. 


(Klopfft auff fein Taſch) Hie fein die Guͤlden! 
30 Ich weiß, habt mid) nit zu befchulden. 
Sr folts auch dieſen Sommer heur 
Selb nit verfaufft haben fo theur. “ 
Die Handt baldt in die Taſchen ſtack, 
Da fandt er nichts; gar jehr erihrad, 
35 Bedacht fih lang; zulegt ſprach er: 
„Es ift nichts dran! fein lofe maͤr! 
Es hat mir heint zu nacht getreumt. “ 
2682 Baldt muft er wider ongefeumt 
Nach Baſel lauffen in der eil; 
40 Das fein vorwar ſechs groffer Meil: 
Da fandt ers, wie ers hett gelofjen. 
q Mit ſolchen lecherlichen boffen = 
Thut fich offt mancher jelb betriegen, 
Sein eigen danden left vorliegen, 
45 Sein eigen dunckel gar verftellen. 
Wir lefen von eim jungen Gjellen, 
Lebt in eim Klofter etlich jar, 
Der ober dmaß ehrgeitig war ; 
Mit gdanden ließ jms werden ſawr, 
50 Wie er fem zu einr PBrelatur, 
Dacht Stets, wie er dieſelb erfchnapt, 
Das er würd Brior oder Apt. 
Damit gab er dem Zeuffel raum. 
Der bracht jn wor des nachts ein Traum, 
55 Wie er baldt Bifchoff werben folt. 
Wardt fro, dacht: „wenn fichs ſchicken wolt, 
Das dir ein folder Traum einft glüdt, 
Du werft darzu nit vngeſchickt!“ 
Darnach der Traum fich wider eygt, 
60 Bud ward Daneben angezeigt 
Zeit, ftett, mit aller vmbſtend fein, 
Wo er ſolt Herr ond Bifchoff fein. 
Des morgens früh fanıen die Mär, 
Wie derjelb Bischoff gftorben wer, 


36 Iofe mär = ſchlimme, böſe Geſchichten. — 44 vorliegen — vor 
lügen. — 45 vundel = Meinung, Anſicht. — verftellen = verunftalten 
entftellen. — 59 eygt = ereignet. — 61 vmbftend = Umftand. — fei: 
= redt, genau. 





— — — — — — —0 
Biertes Bach. 91 I 


65 Dauon jm zweimal bett getreummt. 
Bon ftund er ſich nit lenger ſeumpt. 
Zu ſolchen ehren war nit treg, 
Lieff heimlich auß dem Klofter weg, 
268b Tag in eim Wiertshauß ober nacht. 
70 Sein Traum der Teuffel wider bradt: 
Wo er denjelben tag nit fem, 
So wer ein ander, ders einnem. 
Er macht fih auff zu Mitternacht, 
Mit fleiß zu diefer ſachen tracht. 
75 Da bett der Wiert ein huͤbſchen Gaul, 
Den fattelt er ond war nit faul, 
Gedacht: „wenn fich mein fach wird fügen, 
Will ich jm den Zwifach vergnügen.“ 
Der Wiert erwacht; wie er das merdt, 
80 Baldt ſich mit feinem Gfinde fterdt, 
Ergriff in, wie er jm eilt nad). 
Da kam er bald zu ehren hoch: 
Den.Bifchoff muft am Galgen buͤſſen; 
Da gab ern Segen mit den Füflen. 


Die XXXII. Fabel. 
Don einer armen Nonnen. 


M Klofter war.ein arme Nonne, 
Die het am tag bey ſchein der Sonne 
Sich all zu vbel vorgejehen, 
Das jr ein groffer ſchad geichehen, 
5 Hart mit eim ftumpffen Nagel gftochen, 
Wolt nit heilen in viergig Wochen, 
Sondern geſchwall von tag zu tag, 
Das auch zu let zu Bett dran lag. 
Das war den andern Nonnen leydt, 
10 Das fie aus onuorfichtigfeit 


78 vergnügen — erfeßen. — 80 fterdt = verftärtt. — XXXIII. 
7 geihwall = ſchwoll. 





Ö 


) 


92 Waldis, Esopns. 
Den ſchaden bett gejchehen lan, 
Vnd folt daflır jr ftraff entpfahn. 
2698 An einem Freitag fehre fruh 
Waren nod) alle Pforten zu; 
15 Vmb zwey war erft die Metten aus: 
Da gieng man ins Kapitel haus. 
Die Aptiffin thet nach gebür, 
Bnd nam die arme Nonne für, 
Zu ftraffen, wie fie bett verjchult. 
20 Sie bat: „habt doch mit mir gebult! 
Eſt culpa mea, muß befennen, 
Bor eine Suͤnderin mid) nennen.” 
Sie ſprach: „du muft ad Carceres !“ 
Die Nonn bat fehr: „verzeiht mir des!“ 
25 Sie ſprach: „Du muft jett balt hinein, 
Bor deine fünde leiden pein.“ 
Da ſprach die Nonn: „mir erft erlaubt, 
Das ih mög da von ewrem haupt 
Einen groffen Spinweb wegnemen: - 
30 Er fteht nit wol ond mußts euch ſchemen.“ 
Die Aptiffin griff bald zu Kopff: 
Da fandt fie oben auff dem fchopff 
Ein ding, war blaw, gemacht mit ftripffen, 
Vnd bett eine fpanne lang zwen zipffen. 
35 Daffelb bett fie da in der Nacht 
Erwiſcht im finftern vnbedacht 
Vnd auffgefetst on als gefahr, 
Da fie beim Bropft gelegen war, 
Genomen für ein Schleiertudh ; 
40 Da mans befahe, da wars ein Brud. 
Sie ſprach zur Nonn: „ſey dir vergeben! 
Steh auff, gehe bin, beffer dein Leben! 
Weis mich jet nit an dir zu rechen: 
269 b Es lebt zwar niemand on gebredhen.” 
45 I Wer einen andern dendt zu ftraffen, 
Der ſoll fleiffig erftlich verſchaffen 


21 Es ift meine Schuld. — 23 Ins Gefängniß. — 33 ftripffen 
Riemen, Ben. — 34 zipffen = Zipfel. — » Brud = Hofe. 


ö— — ee 


Biertes Bad. 


Ein newen Bäfen ſcharpff ond fein, 
Vnd machs vor feiner Thür erft rein; 
Darnach mag er ein andern leren. 
50 Thut er das nit, fo mus er hören: 
Arkt, nim das glaß, bfibe deinen feyhl, 
Mach erft dein eigen wunden heil! 


Die XXXIV. Fabel. 
Dom Wolff vnd Suchffe. 


Ye Wolff und Fuchß beinander warn, 
Vnd redten viel von alten Jarn. 
Der Wolff ſprach: „hab viel Lemmer biffen, 
Biel Kelber, Küh ond Schaff zerriffen. 
5 Wie ich die Genf pflag heim zu treiben, 
Ein Buch folt man dauon wol fchreiben. 
Das gſchahe im Waldt, auff grünem plaß; 
Bald hub fich hinder jm ein hat 
Bon Hunden, die nah bey jm warn. 
10 Da bließ der Jäger in fein Horn 
Vnd gundt die Hundt weidlich zu hetzen, 
Das fie ans beide jolten ſetzen.“ 
Da ſprach der Fuchß: „auff ond dauon! 
Es ift auff ons all beid gethon.” 
15 Der Wolff ſprach; „hab noch viel zu jagen. 
Sag, wohin wölln wir ons vertagen, 
Wenn wir fein diefem ftrauß entgangen?“ 
Er ſprach: „beim Kürßner auff der ftangen !“ 
Ed Wer in der jugent nit anberft gelert, 
0a 20 Denn das er fich des ftegreiffs nehrt, 
Der hat fich des gwiß zuuermuten, 
Das er zuletzt dafuͤr muß bluten. 
Ya, wenns gleich eben lang anfteht, 
Der Krug viel Jar zum Waller geht, 


"XXXIV. 12 ans = an fie. — 16 vertagen = wohin wollen wir uns 
beftellen ? — 20 des ſtegreiffs nehrt = von Räuberei lebt. 








92 Waldis, Esopus. 


25 Kompt offt wider, wenns wol thut gluͤcken; 
Auffs letſt geht er endtlich zu ſtuͤcken. 
Man ſagt, ein Dieb ſey niergend baß, 
Wenn man wil, das ers ſtelen laß, 
Denn am Galgen, da hats kein gfehr; 
30 Bin Buͤrg dafür, er thuts nit mehr. 
Daſſelb iſt auch jr letſt gericht, 
Sonſt laſſens von gewonheit nicht; 
Wiewol ſie jm gantz offt entgahn, ie 
Auffs letft wils Doch den Salgen han. 
35 Der Fuchß ift gſcheid ond liſtig gnug, 
Doch hilfft endtlich nit ſein betrug; 
Er wirdt zuletzt dennoch geſchlagen, 
Vnd vnderm arm zur Kirchen tragen; 
Vnd bey dem Kuͤrßner auff der ſtangen 
40 Werdens zuſamen auffgehangen. 
Da komen Zobeln, Mardern, Luͤchß, 
Wolff, Otter, Byber, Iltiß, Fuͤchß, 
Werck, Hermlen, Laſten, Vielfraß, Bern, 
Vnd laſſen ſich jrn Meiſter lern. 
45 Entpfeht den lohn nach ſeiner that 
Ein jeder, wie er gearbeit hat. 


Die XXXV. Fabel. 
Dom jungen Geſellen vnd einem Wiert. 


270b ( XIn junger Gſell zohe vber Land 

An oͤrtern, da er vnbekant, 

Vnd kert zu einem Wiertshauß ein, 
Zu trincken da ein halb maß Wein, 

5 Erquicken mit dem Safft von Reben, 

Darnach wider zu weg begeben. 

Er ſetzt fich bei der thuͤr Darniber; 
Der Hanffnecht bracht ein Wein, gieng wider 


29 gfehr —= Gefahr. — 33 gank — ehr. — 38 nämlich als Pel 
13 Bert = Würger? Wolf? mt = Hermelinen. — Saften 








Sein weg; da fam der Wiert herfür, 
10 Trat zu ond feicht hinder die Thür 
So viel, das ward im Hauß gar naf. 
Der fell ſprach: „warumb thut jr das? 
Berunreinigt ewr eigen Hauß?“ 
Er ſprach: „ich ziehe doch morgen auf. 
15 Was leit daran? es iſt mein nit; 
Hab nur drinn gwohnt diß jar zur mith. 
Wer denn rein fompt, mags wider fegen.“ 
Der jumg Geſell thet fich erwegen, 
Ein groffen hauffen ſchiß dazu. 
20 Da Iprad) der Wiert: „mas madıftu nu?“ 
Da ſprach der Saft: „mas leit daran? 
Ich ziehe Doch jet von ftund davon.“ 
TG Allhie fiht man, wie die Welt thut 
Bey frembdem oder gemietem gut. 
25 Ein gmietes Roß man weiblich reit, 
Auf frembder heut breit Riemen fehneid ; 
Ins andern Ohr jchneid man fo fehr, 
Als 068 ein alter Filtzhut wer. 


Die XXXVI. Fabel. 
Wie ein Geſell beichtet. 


271a per zeiten, da Die Moͤnch und Pfaffen 
Gewalt hetten, die Leyen ftraffen, 
Sonderlich wenns famen zur Beicht 
In der Karwoch, jo mochts gar leicht, 
5 Wenn fie auff ein ein gantes Jar 
Ein groll hetten, denn mufts heruor. 
Damit fie Denn die armen gwiljen 
Nicht bawten, ſondern mehr zerriffen, 
Das mancher aud) vor groſſem zag 
10 Alſo gieng bin beid, Jar und tag, 


XXXV. 16 mith = Miethe. — XXXVI. 8 bawten — erbauten. 








] 96 Waldis, Esopus. 
Das er beid, Beicht vnd Sacrament, 
Veracht, auch ſeinen Gott nit kent. 
Wenn mans aber mit gaben ſtach, 
So lieſſens dennocht etwas nach. 
15 Wo einr war gegen jn wohlthetig, 
Dem wardt auch vnſer Herrgott gnedig. 
Da kennt ich einen jungen Gſellen, 
Der wolt ſich auch einſt fruͤmblich ſtellen, 
Kam zu eim Moͤnch, der kennt jn wol. 
20 Er dacht: „wie ichs doch machen fol? 
Wo ich nit breng ein gut Preſentz, 
So ſpricht er mir ein boͤß Sententz, 
Vnd wirdt mein ſach auß obel erger.“ 
Nam in die hendt zwen Schreckenberger, 
25 Tribs in der handt vmb, das ers ſach: 
Der Moͤnch jm da ein Ablaß ſprach, 
Abſoluiert jn von aller Suͤnd. 
Wie nun der Gſell wider auffſtundt, 
Ein Creutzer warff er jm dahin: 
30 Da merckt der Moͤnch erſt feinen finn, 
Vnd ſprach, da ern Creutzer auffhub: 
271b „Du biſt ein Bub ond bleibſt ein Bub!“ 
d So gehts, wenn man das Wort Gotts frey 
Berkaufft und machts zur Kremerey. 
35 Berfündigen ſich beid: der es kaufft, 
Vnd der mit auff den Jarmarckt laufft, 
Vnd wirdt durch mißbrauch dahin bracht, 
Das darnach jederman veracht. 
So ift die Göttlich ſchrifft verkommen 
40 Vnd der Seit vber handt genommen, 
Das ich glaub, wers lenger jo blieben, 
Vnd das der Luther nit gefchrieben, 
Wern erger worden denn die Heiden, 
Bnd ewiglich von Gott gejcheiden. 


13 ſtach = beſtach. — 21 Prefeng = Geſchenk. — 39 verfommen = 
abhanten gefommen, verloren gegangen. 











Die XXXVLU. Yabel. 
Don einem faulen Weibe. 


S war in eim Dorff ein fauls Weib, 
Die fpart allzeit jrn faulen leib, 
Vnd war der arbeit feindtlich gram, 
Beid in Arm ond in Beinen lam; 
5 Doch war fie in den Lenden friſch, 
Gegen zu halten ftard vnd griſch. 
Die het ein Dann, der fie faft trieb, 
Selb nimmer von der arbeit blieb. . 
Gedacht, wie fie möcht haben ruhe 
Vnd gab dem Pfarrheren eine Kube, 
Auff das fie gnade bey jm fünd, 
Vnd er deſt mehr Feirtag verfünd. 
Kurt auff den Sontag baldt darnach 
Der Pfaff ftieg auff die Cantzel hoch 
15 Bnd ſprach: „Ich euch verkünden folt 
Die Feyrtag, wie jr gerne wolt. 
Der Sontag ift zu feiren gmein, 
Sonft weyß ich in der Wochen kein. 
Nur die Sram, welch mir gab die Kube, 
20 Feir noch ein tag oder zwen dazu.” 
d| Wer gerne tantt, mag man leicht Pfeifen, 
Wer gerne Jagt, mag leicht ergreifen 
Ein Hajen oder ſonſt ein Wildt, 
Damit er feinen vorwitz ftillt. 
25 Alſo auch wer nit gerne arbeit, 
Drer findt auch wol zu aller zeit 
Vrſach, das fih den Glentz leßt ftechen, 
Solt ers aud) von eim Zaune brechen. 


10 


28 


XXXV. 6 griſch = lebhaft, raſch. 


Deutfche Bibliothek II. 


97 


Birrtes Buch. 





Die XXXVIU. Fabel. 
Dom Fuͤrſprechen und einem Sawren. 


Br Newuburg im Düringer landt, 
Diejelbig Stadt ift wol befant, 
Drumb das viel Kaufleut alle Iar 
Auf ferren Landen fommen bar, 
5 Da hab id einen Fuͤrſprech kent, 
Iſt nit not, das er werd genent, 
Ein jpeyger Bogel ober dmaß. 
Derjelb mit andern gjellen faß 
Yın mardt auff einer rechten Speyband, 
10 Dazu fidh trug ein gmeiner gang, 
- An ed bey eines Goldtfchmidts laden: 
Da kam zwar niemand one ſchaden 
Borüber, wer Fraw oder Dann, 
Alt, jung; wer thet des wegs hingahn, 
15 So wardts zwar feim von jm gejchendt, 
272b Dem ers böneifen nit anbendt, 
Wie dem ſolch müffiggenger thon, 
Die anderſt nit zu ſchaffen hon, 
Denn das von andern Leuten ſagen, 
20 Bnd mit Molten den tag außtragen. 
Ein Bawramann fam zum felben Goldtſchmidt, 
Denn er zmey Kleine ftüdlin het 
Bon Soldt; die zohe er auß der Tafchen, 
Die er het auß dem Sandt gewafchen; 
25 Denn in Teutſchland viel Waſſer findt, 
Darinn man Goldt und Berlen findt. 
Der Fürfprec) fragt, von wannen ber 
Vnd was fein gwerb und handtwerd wer? 
Er ſprach: „ich wohn Doben, im Waldt, 
30 Hab mein narung ond auffenthalt, 





XXXVIII. 5 Furſprech — Anwalt, Advokat. — 7 fpenger DBogel = 
Spötter, Spottvogel. — 9 Speyband = Spottbanf. — 10 dahin vi 
LeutAgingen. — 20 Molten = Mulden. 





Birrtes Bud. 


Das ich das Goldt bey koͤrnlin Hein 
Weich auf dem Sandt und mad) e8 rein, 
- Dem Goldtfchmidt fie darnach verfauff: 
Dadurch halt ich das leben auff.“ 
35 Er ſprach: „weil du mit Goldt gehft vmb, 
Wolt ich gern wiſſen, wie das fum, 
Das du haft fo zerriffen haͤß: 
Bift gar zerhudelt vmbs Gefäß. 
Nun bin ich felber auch ein weicher, 
40 Man nennt mich aud) ein Zungendrefcher; 
Hab befjer kleyder an denn du, 
Bielleiht auch wol mehr Gelts dazu, 
Vnd Jaͤrlich einen reichern folt, 
Vnd waſch dennocht (wie du) fein Goldt.“ 
Der Bawr Iprad): „Herr, ich8 euch zugeb, 
Das ich wie jr fo wol nit leb, 
73a Hab auch nit jo gut Kleyder an; 
Dennocht vor euch ein vortbeil han. 
Wenn man mir in mein Werdftadt jcheißt, 
50 Der dred mit dem Waſſer hinfleußt. 
So man euch in die ewr hofiert, 
Mit laͤttich leym die Lippen ſchmiert, 
Bleibt drinn ligen derjelbig dred, 
Vnd fleußt nit wie der mein hinweg.“ 
di Gleich wie einer rufft in den Waldt, 
Antwort man jm derfelben gſtalt; 
Eim lieblichen freundtlichen gruß 
Ein freundtlich antwort bgegnen muß. 
Wer ſpoͤttlich fragt, demſelben engnet, 
60 Das jm ein gleidy antwort begegnet. 
Der Haͤher ift der Bügel jpot, 
Doc wirdt der Weydmann offt jein Gott. 
Was jn nit brennt, wer das will fülen, 
Muß frembden rauch ond hitz offt fülen. 


— — — — 


RR 
[211 


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or 


24 halt ich das leben auff = erhalte, ernähre ich mich. — 52 laͤttich 
= fehmig, dann dredig. — lerın = Lehm. 


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URN: 


| Waldis, Esopns. 





Die XXXIX. Fabel. 


Dom Pfaffen vnd feiner Alchen. 


S ift jetst ober zwenbig Jar, 
Zu Hildegheim in Sachſſen war 
Ein Pfaff, het ein gut Vicarey 
Vnd ein gar ſchoͤne Met dabey. 
5 Die het an ſchoͤn den preiß vnd rhum 
Bor allen Weibern auff dem Thum. 
Daffelb verdroß die andern Herrn, 
Doc kontens jm mit fug nit wern, 
Denn fie jelb auch das mehrertheil 
10 Zohen an ſolchem Bubenfeil. 
273b Dennocht wardts jm von alln vergundt, 
Mancher mit liften darnach ftundt, 
Vnd manderley vrſach erdachten, 
Das jm das Roß entreiten mochten, 
15 Vnd theten jr offt wiel geloben, 
Wie fies reichlich wolten begoben. 
Da ſolchs derjelbig Pfaff wardt merden, 
Thet ers frenndtlich mit worten fterden, 
Bnd Heid fie ſchon nach all jrm willen, 
20 Mit Selt ond Fleinot thet fie ftillen, 
Vnd ſprach: „jo Du wirft bey mir bleiben, 
Will ich dir etlich Gelt verfchreiben, 
Das du nad) meinem todt folt han, 
Dauon bein tag magft müffig gahn.“ 
25 Als das Weib folche molthat fach, 
Gar freundtlich zu dem Pfaffen ſprach: 
„Bey euch bleib ich, mein lieber Herr! 
Wenn jchon der Bifchoff jelb da wer, 
Sp will ic) euch Doch nit verkieſen, 
30  Solt ich fein gnad ond huld verliefen: 


XXXIX. 6 Thum = Dom. — 11 vergundt = mißgönnt. — 14 ent- 
reiten = wegreiten, wegnehmen. — 22 etlich — einiges. — 29 euch ver- 
fiefen = euch übergehen (eigentl. einen Andern an eurer Stelle wählen.) 





Des folt jr euch zu mir verſehen.“ 
Wie nun fol freundtlich gluͤbd gichehen, 
Bnd das fahen die andern Pfaffen, 
Das fie an jm nit mochten ſchaffen, 
35 Den Pfaffen vorm Biſchoff verflagten, 
Vnd in gar bößlich da befagten, 
Spraden, e8 geb groß ergernüß, 
Wenn man fie lenger bey jm ließ; 
Hetzten die Bürger auch auff jn, 
40 Die giengen zu dem Biſchoff hin 
Vnd Sprachen, wie diefelbig Metz 
2748 Auff jre Metzen troßet ftets 
Mit jren Kleidern, wo fie gieng, ' 
Vnd jo viel Kleinot vmb fich hieng, 
45 Machten den bußen aljo groß, 
Das aud den Bilchoff jelb verdroß. 
Gebot dem Bfaffen bey dem Bann, 
Das er das Weib ſolt von jm than. 
Das gſchahe nun offt; Doch ward nichts drauf, 
50 Hielt fie dennocht heimlich im Hauß. 
Eins mals der Bifchoff wider fam, 
Den Pfaffen gar ernftlich vornam, 
Vnd fprad) zu jm: .„wir betten ghofft, 
Weil wir dich han geftrafft fo offt, 
55 Solteſt das Weib von dir gelafjen; 
Nu wir ſehn, das Dich nit kanſt maffen, 
Sp achtens wirs jett noch vors beft, 
Das du fie jetundt von dir left, 
Oder die Vicarey verliefen: 
60 Bon zweien haftu eins zu Fiefen. 
Bedend dich hierauff diefen tag, - 
Auff das ich morgen wiffen mag, 
Wes Du gefinnet oder nicht, 
Bnd ich mich nad) demfelben richt. “ 
«5 Er ſprach: „daſſelb gebot annimb, “ 
Gieng bin, fert in der thür bald vmb, 


34 ſchaffen = ausrichten. — 42 auf ihren Stand ald Koncubine. — 
45 bußen = Buß. — 55 gelafjen = entfernen. 








Sprad: „was hilffts, das man viel wort macht? 
Ich hab mich jetzt nun ſchon bedacht: 
Moͤgt, wenn jr wolt, das Lehn verſchreiben, 
70 Ich wil bey meiner Elene bleiben.“ 
Gieng heim; ſolchs ſeiner Metzen klagt. 
Wie er jr alles het geſagt, 
274b Sie ſprach: „jr habt vnweißlich than! 
Het jr mir gſagt ein wort dauon, 
75 Ich hets euch warlich nit gerathen. 
Ir ſeit ein Narr in all ewrn thaten, 
Wißt jr nit, das kein Weib, ſchon, zart, 
Vmb eins Manns willn kein Hure wardt? 
Bin auch ewrent halben in den Orden 
80 Nit kommen ond ein Hure worden. 
Ich folg der Vicarien nach: 
Wo dieſelb bleibt, da bleib ich auch.“ 
q Viel Leut, die fein jo gar erwegen, 
On alle ſchew in dLaſter legen, 
85 Mit den zu zeiten Gott verfchafft, 
Das fie auch werden hie geftrafft. 
Fr gut auffhangen faulen jeden, 
Damit die armen folten decken, 
Den fie Doch nit die Schnitt vom Teller 
90 Zuwerffen, oder einen Heller 
Geben von all jrm oberfluß. 
Gut ifts, das fie auch hie thun buß, 
Die guten tag alſo außſchwitzen, 
Zwiſchen zwen ſtuͤlen niderſitzen. 


69 Lehn = Lehen, Pfruünde. — 81 Vicarien — Vicariat. — 84 fic 
dem Laſter hingeben. 





Biertes Bud 103 


Die XL. Fabel. 
Don einer krancen Nonnen. 


No wer nit bat, und haben muß, 
Dem ift fummer ein ſchwere buß: 
Dieweil er bat auff Erdt das leben, 
Muf er jm felber widerftreben, 
5 Kompt in viel jahr ond groſſe not, 
Vor angft wirbt oftmals bleich und roth. 
2754 Solchs iſt zu ſehn bey einer Nonnen. 
Die het viel kleines Garns geſponnen, 
Doch lieffs zu zeiten grob mit ein, 
10 Wenn der Flachs nit war ghechelt rein. 
Eins mals het ſie gar nit zu ſpinnen, 
Vnd wuſt auch ſonſt nicht zu beginnen; 
Da fiels in eine Kranckheit ſchwer, 
Vnd lag zu bett ein tag, drey, vier. 
15 Wie ſolchs die andern da vernamen, 
Conuentualiter hin kamen, 
Fragten, wie jr geſchehen wer? 
Sie ſprach: „es brennt mich alſo ſehr, 
Das ich nit von mir ſelber weiß, 
20 Vor groſſer hitz außbricht der ſchweiß. 
Solch groſſe glut, vnleidlich hitz 
Macht, das ich auſſen vnd innen ſchwitz. 
Ja, wo mir nit mag gholffen werden, 
Muß ich vnzeitig von der Erden.“ 
25 Die Nonnen manchen rath bedachten, 
Vnd mancherley Kuͤlwaſſer machten, 
Kuͤltens, begoſſens gantz vnd gar; 
Sie ſprach: „es hilfft nicht vmb ein bar, 
Wenn man mid aud all tag beguͤß, 
30° Der Rhein dazu ober mich fluͤß! 





FE 4 muß fich felber befimpfen. — 16 im Gonvent. — 30 flüß = 
öfle. 


— — — — — — — —— 


\ 1303 Waldis, Esopns. 


O meh! das ich mich je begab 
Hieher, vnd het nit ſolche gab! 
Het ich mein Schwefter erft gefragt, 
Ob jr ſolch leben auch behagt: 
35 Ich weiß, fie bet mirs widerrathen, 
Dörfft ich in Diefer hit nit braten. 
Drumb jr all mit mir bfennen müffen, 
275b Das jr nicht Fünt ſolch kranckheit büffen. 
Das Waffer, welches leſcht jolch Fewr, 
40 Iſt zwar in onjerm Klofter thewr ; 
Allein der Probft hat einen Brunnen, 
Den bfeheint fein Stern, Mon noh Sonn: 
Hett ich dejjelben einen tropffen, 
So wolt ih all mein fummer ftopffen.” 
T Das Wafjers fie da het geluft, 
Das ift mir zwar gan vnbewuſt, 
Doc halt ich, het man jr gezwagen, 
Mit einr fleiſch gabeln wol gejchlagen, 
Vnd bet fie in ein Klofter than, 
50 Da zwey par Schuh vorm Bette ftahn, 
Vnd jr all nacht die Laudes glefen, 
Wer wol von ſolcher Krandheit gneſen. 


4 


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Die XLI. Fabel. 
Don zweien Brüdern. 


In arme Witwe het zwen Sun; 
Der ein war fiftig, frech und kuͤn, 
Der ander treg, jaß ftets zu hauß, 
Sclieff morgens lang, kam felten auf. 
5 Der erft ftund auff, gieng frü zu Veldt: 
Da fand er ein Beutel mit Gelt, 
Bracht jn feine Mutter baldt zu ftunden. 
Sie war fro, das ers Gelt bet funden. 
Da lag jein Bruder noch ond ſchlieff, 
10 Bors Bett die Mutter zu jm lieff 


51 Laudes S. dic Anmerff. 


Gm — — — 


Biertes Bach. 405 i 


Werft werd, der dich ſchluͤg vmb den kopff 
Mit feuften vnd dich Ihftig macht. 
2768 Sich hie, das hat dein Bruder bracht, 
15 Heut morgen früh funden am weg: 
Sp leiftu bie, bift faul ond treg.“ 
Er ſprach: „Mutter, laßt ewren zorn! 
Het der, welcher daſſelb verlorn, 
Biß jett gelegen auff ſeim Bett, 
20 Mein Bruder das nit funden bett.“ 
d Der faule fucht allzeit außzug, 
Damit er ſich entfchhldigen mug, 
Doch ifts auch nit allzeit getban 
Mit fehr lauffen und früh auffftahn, 
25 Mancher verjchont ein Heinen Regen 
Vnd thut eim gröffern baldt begegnen. 
Man jagt: „zu ſchaden, fpott und haß 
Kompt man allzeit frü gnug zumaß.“ 


Die XL. Fabel. 
Don einem Scufter. 


In reiher Schufter jaß zu Luͤbeck, 
>  Nit weit vom Mardt an jenem Ed. 
Dem war jein erfte Sram geftorben, 
Mit der gut narung bett erworben. 
5 Ru war er ſonſt auch fromb ond bider, 
Er nam ein junge Metzen wiber. 
Sein Handtwerd fleiffig brauchen thet, 
Denn er ein gute werditatt bett. 
Des morgens ftund er auff gar früh, 
10 Vnd ſchnidt den Kinechten fo viel zu, 


XL1.12 daß der. — 13 luͤſtig = munter. — 16 leiftu = liegft du. — 
31 außzug = Nusrede, Ausflucht. — 25 verſchont = vermeidet. — 28 zu⸗ 
maß = zur Zeit. — XLII. 7 brauchen = anwenden , üben. — 10 Knech⸗ 
ten = Geſellen. 





— — — — — — — 
|o6 


Soviel jeder des tages werdt. 
Der Frawen gab er Gelt zu Mardt. 
Vnd jr allzeit Dabey befahl, 
276b Das fie das beit kaufft alle mal. 
15 Dem tbets aljo: fie fund wol kochen ; 
Des pflags all tag, Die gantze Wochen, 
Auffs wenigft guter efjen vier, 
Wein und das beft Hamburger Bier. 
Das wert nun eben lange zeit, 
20 Biß das ſich auff ein mal begeit, 
Die Fraw beim Mann am Bette lag 
Auff einem morgen frü vor tag. 
Sie ſprach: „bet euch ein wort zu fagen, 
Wenn jr mirs wolt zu gut vertragen.” 
25 Der Dann fprad: „ja warumb des nit? 
Sag, was begerft? mas ift bein bitt?“ 
Sie ſprach: „ich bitt, wolt mit den Zeenen 
Nit fo das ftindend Leder denen, 
Denn euch das Maul offt ftindt dauon. 
30 Moͤcht fomen, das jr jo ein zan 
Etwan außriſſen on gefehr. 
Mir walgt dafür; thuts doch nit mehr!“ 
Da fprady der Mann: „mein liebes Weib, 
Sihftu fonft etwas an meim Leib, 
35 Das Dich verdreußt, vnd wilts nit leiden, 
So ſags; wils gern vmb deint willn meiden.” 
Sie ſprach: „ich weiß an euch fonft Fein 
Gebrechen, denn dieſen allein. 
Wenn jr benjelben ftellet ab, 
40 Borwar ich euch deftlieber hab.“ 
Er ſprach: „fo laß daſſelb geſchehen, 
Du ſolts zwar nit mehr von mir ſehen.“ 
In mittler zeit begund zu kruͤmpffen 
Die zerung vnd all ding zu ruͤmpffen: 
277245 Die fpeiß mindert fich alle tag, 
Gab nit jo Gelt, wie er vor pflag. 


11 werdt = arbeitet. — 20 begeit = begibt. — 32 walgt = efelt 
43 kruͤmpffen = ſich krümmen. — 44 riımpffen = mindern. 


— — — — — —— 





Das wert wol bey eim viertbeil Zar. 
Die Fraw den Mann nam wider vor, 
Vnd ſprach: „fag mir, wie mags doch fommen? 
50 Da jr mich hetten erft genomen, 
Da ftundts viel baß in onjerm Hauß: 
Jetzt ift all freud fchter mit mir aus. 
AU tag zu Mard gabt fo viel ©elt, 
Das ich ons mancherley beftellt ; 
55 Jetzt han wir kaum ein Dorren Schinden, 
Muß offt den ſawren Couent trinden. “ 
Er ſprach: „das will ich dir wol fagen: 
Meinthalb haft dich nit zu beflagen. 
Da ich das Leder pflag zu reden, 
60 Bnd mit den Zeenen lenger ftreden, 
Da ward es lang ond thet weit reichen. 
Da affen wir die feiften weichen. 
Weil fich gelegt hat jolcher kampff, 
Gemint die zerung aud den rampff: 
65 Drumb muftn han mit mir gedult.” 
Da ſprach die Fraw: „ift des Die ſchult, 
So nim bein weiſe wider an, 
Zeuh ber und dene, reck vnd ſpan! 
Will fleiſſig helffen, laß Gott walten, 
70 Solt ich fein Zan im hals behalten.” 
¶ Wenn’ den Affen verdreußt des lauſens, 
Vnd das die Kat fich ſchempt des maufens, 
Bnd das der Hundt ift treg zum jagen, 
So müffens offt am hunger gnagen. 
75 Die onrein handt, im koth beſchiſſen, 
7b Erwerben offt gut feifte biffen. 
Wer der arbeit auß gnad verſchont, 
Dem wird mit barmbertigfeit gelont; 
Wer fich die Bienen left abfchreden, 
80 Der wird auch nit den Honig fchmeden. 





56 Bouent = Dünnbier. — 62 weichen = Lenden, Tendenitüde. — 
63 weil ich das Leder nicht mehr ftrede. — 68 rampff = Riß. — 74 gna- 
gen = nagen. — 77 wer (Andere) aus Nachficht mit Arbeit verſchont. — 
79 wer ri durch die Bienen. 


% 








] 408 Waldis, Esopns. 


Die XLII. Fabel. 
Don einem Schneider. 


In Schneider kaufft ein tuch von Lunden, 
Nams ontern arm zun jelben ftunden ; 
War ſchon geſchorn vnd zu bereit: 
Draus jm ſelb machen wolt ein kleit; 
5 Trugs heim; auff ſeinen Tiſch legts nider, 
Maß, oberſchlugs, legts hin vnd wider, 
Vnd richtet zu den Rock zu ſchneiden, 
Nam El vnd Maß, zeichnets mit Kreiden, 
Vnd legts dreifach zum forder gern, 
10 Der doch nur zween von noͤten wern. 
Ergriff gar baldt ein ſcharpffe Scher, 
Vnd ſchnidt daſelben flux durch her. 
Da wurden auß drey gleiche ſtuͤck: 
Eins warff er hinder ſich zuruͤck, 
15 Das man daſſelb ſolt ſehen nit: 
Hub auff vnd ſang dazu ein Liedt. 
Das ſahe ſein Knecht, der bey jm ſaß; 
Sprach: „Meiſter, warumb thut jr das? 
Habt euch verſehen in dem meſſen! 
20 Oder ſeit jr ſonſt jo vergeſſen? 
Iſts doch ewr eigen, habts ſelber kaufft. 
Iſt, das euch etwas vberlaufft? 
Vor wem wolt jr daſſelb verhelen, 
2784 Das jr ewr eigen gut wolt ſtelen?“ 
25 Er ſprach: „Gott geb dem brauch die ritt! 
Was thut die lang gewonheit nit!“ 
¶ Wer ſich ſein ſelber nicht fan maſſen, 
Von boͤſer gwonheit abelaſſen, 
Den muß man in ein Kloſter globen, 
30 Zun Doͤrren Brüdern hoch dort oben, 


XLIII. 2unden = ondon. — 22 vberlaufft=überflüffig it, d.h. de 
ihr zu viel (Tuch) habt. — 25 Gott verdamme den Braud. — Win ei 
Kloſter thun. — 30 zu den Gehentten. 


— — — nn — 


Da man mit Leitern fteigt ins Chor. 
Darumb ſehe ſich ein jeder vor, 

Vnd fich für böfer gwonheit hüten, 
Sonft wirdts jm Meifter Hans verbieten. 


Die XLIV. Fabel. 
Dom Such vnd dem Habich. 


DẽE Fuchß zu einem Habich ſprach: 
„Ich bitt dich, ſag, was iſt die ſach, 
Das du die arm einfaltig Tauben 
So feindlich thuſt allzeit hinrauben?“ 
5 Er ſprach: „ich bin zum Richter gſetzt. 
Mein frummen fehnabel Drauff gewetzt, 
Das ich die boͤſen fol durchechten, 
Vnd die gerechtigfeit verfechten, 
Auff das mit frieden fein die fromen. 
10 Sie freffen auff dem Land den Samen, 
Als Weiten, Erbeiß, Wicen, Kein: 
Drumb muß man fie fo treiben ein.” 
Er ſprach: „warumb ftraffft nit Die Rappen, 
Den Weihen, Adlar, Geyr und Trappen? 
15 Die han viel gröffern fchaden than, . 
Vnd leßts vnſchuͤldig frey hingahn?“ 
„Nein!“ ſprach der Habich, „ſie ſein mir zhoch. 
78b Wenn ich denſelben ſtellet noch, 
Soltens gar baldt zuſamen ruͤcken 
20 Vnd reiſſen mich zu Heinen ſtuͤcken. 
Drumb legn wir gen einander nider: 
Sie ſchonen mein, ich ſchon jr wider. 
Es iſt nit ein geringe Kunſt, 
Das einer hat der Herren gunſt. 


34 Meiſter Hans — der Henker. — XLIV. 11 Erbeiß = Erbſen. — 
16 vnſchuldig = ungeſtraft. — 21 legn gen einander nider = thun wir 
einander Nichts. 





2792 


25 Verfolgſtu Doch den armen Hafen, 
Der thut nur auff der Erden grafen, 
Vnd nur der grünen Bletter gneuft, 


Vnd fchonft des Wolffs, der Schaf zerreißt. 


Die Hüner auch niemand betriegen, 
30 Der offnen ſchaden zufügen, 
Dazu dem Menfchen gar viel frommen, 
Vnd nehren fich der Heinen frommen. 
Die Gänß find auch niemand fchedlich, 
Mit kurtzem Graß behelffen fich ; 
35 Doc werdens offt von dir erjchlagen, 
Wenn dus bein Zeunen kanſt erjagen. 
Yenn man der frommen fchonen jolt, 
Sp werftu Genfen vnd Hünern holt, 
Den du Doch ftets thuft widerftreiten, 
40 Wie ſolchs befant ift allen Leuten.” 
¶ Die alten han ein Sprichwort bdacht 
Vnd auf erfarnheit an ons bracht, 
Bid jagen: „wenn das Gelt zu fehr 
Geht vor die tugent, zucht ond ehr, 
45 Vnd da die gwalt geht vbers Recht, 
Da wer ich lieber Herr denn Knecht.“ 
Das zeigt ons an der alte boß 
Vom Heidniſchen Philoſophos: 
Der het ſein leben ſo hin bracht, 
50 Das er fein tag nit het gelacht. 
Der fahe ein armen Dieb aufführen, 
Den folt man au den Galgen fchnieren. 
Da man jn bracht alfo gebunden, 
Er lacht gant jehr; die vmb jn ftunden, 
55 Fragten, warumb er lacht des armen, 
Des man fi) billich jolt erbarmen? 
Er ſprach: „folt ih der Welt nicht lachen, 
Das fies fo wunderlich thut machen? 
Seltzamer fönt mans nit erbenden, 
60 Die groffen Dieb die Kleinen henden.“ 


32 frommen = Krummen, Ueberbleibfel. — 47 boß = € 


Streih. — 48 Heraklitus? 


ns 





Ein Spinnweb und ein Fliegen neß, 
Welchs die Vögel freflich auffheben; 
Die Fliegen bleiben drinn befleben. 


Die XLV. Fabel. 
Don einem Brillenfchneider. 


In armer Geſell Tam in ein Wiertshauß, 
Da er ein Schilt ſah bangen auß; 
Er grüßt den Wiert ond wuͤnſcht jm glüd, 
Bat omb Gotts willn omb ein früftüd. 
5 Der Wiert blieb ftehn ond ſahe jn an 
Vnd ſprach: „Du bift ein junger Man: 
Man folt ein folchen ftarden bofjen 
Bon jugent handtwerd lernen lafjen, 
Das fie ſichs jelben mochten nehren, 
10 Nit auff eins andern fedel zehren. “ 
Er ſprach: „ich fan ein Handtwerd gut, 
Aber niemandt ift, Ders achten thut; 
279b Iſt ſo verworffen vnd veracht, 
Das michs hat zu eim Betler gmacht.“ 
15 Da ſprach der Wiert: „was mag das ſein? 
Kein Handtwerck iſt ſo gering vnd klein, 
Wenn mans nur wil in achtung han, 
Man hat auffs wenigſt Brodt dauon.“ 
Er ſprach: „ich bin ein Brillen ſchneider: 
20 Der acht man nicht; man ſieht jetzt leider 
In groſſen ſachen durch die finger, 
Laufft vbers groß, ſtoßt ſich ans gringer. 
Groß Kamelthier ſie gantz verſchlucken, 
Vnd weichen doch die kleinen Mucken: 
25 Die groſſen Hanſen jrs mutwillen 
Verkauffen ſtets den armen Brillen.“ 


Ss freflich = vermeſſen, übermüthig. — XLV. Brillenſchneider = 
Brillenmacher. — 24 weichen = machen weich, erweichen (Sollte nicht 
„ſeihen“ ftehen‘). — 25 jrd mutwillen = nad) Willkür, böswillig, 
mit böfem Sinn, 





Der thut nur auff der Erden grafen, 
Bnd nur der griinen Bletter gneuft, 
Vnd ſchonſt Des Wolffs, der Schaf zerreißt. 
Die Hüner auch niemand betriegen, 
30 Oper offnen ſchaden zufügen, 
Dazu dem Menjchen gar viel frommen, 
Vnd mehren fich der Heinen frommen. 
Die Gaͤnß find auch niemand fchedlich, 
Mit kurtzem Graß behelffen ſich; 
35 Doc werdens offt von Dir erjchlagen, 
Wenn dus bein Zeunen kanſt erjagen. 
Penn man der frommen fchonen folt, 
So werftu Genjen ond Hünern holt, 
Den du doch ftets thuft widerftreiten, 
40 Wie folchs befant ift allen Leuten.“ 
¶ Die alten han ein Sprichwort bdacht 
Vnd auf erfarnheit an ons bracht, 
Bnd jagen: „wenn das Gelt zu fehr 
Geht vor die tugent, zucht und ehr, 
45 Vnd da die gwalt geht obers Recht, 
Da wer ich lieber Herr denn Knecht. “ 
Das zeigt ons an der alte boß 
Vom Heidnifchen Philoſophos: 
279& Der het fein leben fo hin bracht, 
50 Das er fein tag nit het gelacht. 
Der fahe ein armen Dieb aufführen, 
Den jolt man an den Galgen ſchnieren. 
Da man jn bracht alfo gebunden, 
Er lacht gant jehr; die vmb jn flunden, 
55 Fragten, warumb er lacht des armen, 
Des man fi billich folt erbarmen? 
Er ſprach: „ſolt ich der Welt nicht lachen, 
Das fies fo wunderlich thut machen? 
Seltzamer koͤnt mans nit erbenden, 
60 Die groffen Dieb die Kleinen henden.“ 


32 frommen S Krummen, Ueberbleibfel. — 47 boß = Sci 
Streich. — 48 Heraklitus? 








Biertes Buch. 41 


TUT I TI ⸗ — ⸗— — — —— — — — 


Drumb ſein die Politiſch Geſetz 
Ein Spinnweb ond ein Fliegen netz, 
Welchs die Vögel freflich auffheben; 
Die Fliegen bleiben drinn befleben. 


Die XLV. Fabel. 
Don einem Brillenfchneider. 


In armer Geſell lam in ein Wiertshauf, 
Da er ein Schilt ſah bangen auß; 
Er grüßt den Wiert ond wuͤnſcht jm glüd, 
Bat vmb Gotts willn omb ein früftäd. 
5 Der Wiert blieb ftehn und fahe jn an 
Vnd ſprach: „du bift ein junger Man: 
Man jolt ein ſolchen ftarden boffen 
Bon jugent handtwerd lernen lafjen, 
Das fie ſichs jelben mochten nehren, 
10 Nit auff eins andern edel zehren.“ 
Er ſprach: „ich fan ein Handtwerd gut, 
Aber niemandt ift, ders achten thut; 
279b Iſſ ſo verworffen vnd veracht, 
Das michs hat zu eim Betler gmacht.“ 
15 Da jprad) der Wiert: „was mag das fein? 
Kein Handtwerd ift fo gering vnd Hein, 
Wenn mans nur wil in adhtung han, 
Man bat auffs wenigft Brodt dauon.“ 
Er ſprach: „ich bin ein Brillen ſchneider: 
20 Der adt man nidt; man fieht jetst leider 
In groſſen fachen durch die finger, 
Laufft obers groß, ftoßt ſich ans gringer. 
Groß Kamelthier fie gank verjchluden, 
Bnd weichen Doch die Heinen Muden: 
25 Die groffen Hanfen jrs mutwillen 
Berkauffen ftets den armen Brillen. “ 





63 freflich — vermeffen , übermüthig. — XLV. Brillenfchneider — 
Brillenmader. — 24 weihen = machen weich, erweichen (Spllte nicht 
„ſeihen“ ftehen‘). — 25 jrs mutwillen = nad) Willtür,, böswillig, 
mit böfem Sinn. 


312 - Waldis, Esopus. 
¶ Es lebt die Welt in ſolchem gdoͤß: 
Das arg nennts gut, das gute boͤß, 
Vnd iſt all ding alſo verkert, 
30 Das auch die Saw hat ſpinnen glert. 


Die XLVI. Fabel. 
Don einem krancken Bawren. 


N Sadıffen ein alter Bawr war 
Weit ober feine fechtzig Jar; 
Der het fein meifte zeit hinbracht, 
Das er nit viel auff Gott gedacht: 
5 Bom glauben, Buß, Ablaß der Suͤnd 
Gar wenig oder nichts verftündt. 
Da er zuletft nun fterben folt, 
Hieſch den Pfarrherrn vnd beichten wolt. 
Der Bfarrherr in Eraminiert, 
10 Die er im glauben wer gelert; 
2808 Bon ftücd zu ſtuͤck nents vberhaupt, 
Fragt in, ob er fie alle glaubt. 
Er ſprach: „ich halt fie al zu mal, 
Vnd glaub all, was ich glauben foll. 
15 Allein die vrftend von den Todten 
Wil mir in glauben nit gerothen. 
Wenn wir fein in der Erdt vermefen, 
Wer wirdts wider zuſamen leſen, 
Das lebend werd an Seel und Leib? 
20 Vorwar ichs vor ein märlin fehreib. “ 
Der Pfarrherr ſprach: „wirftus nit glauben, 
So werd id) dich als rechts berauben, 
Das fonft in gmeyn die Ehriften haben, 
Dein Leib nit auff den Kirchhoff graben. 
25 Bleibt onbeleut und onbeflungen 
On alle Seelrecht onbefungen. 


30 daß man auch das Schlechte achtet. — XLVI. 8 hiefch — heifd 
verlangte. — 11 vberhaupt = fämmtlidy. — 15 vrftend = Auferftehu: 
— 25 vnbeleut = ohne Geläut. — vnbeklungen = ohne Klang. 
26 Seelredht = Seelenmeffe, Gebete für die Todten. 





Viertes Buch. - 113 


Wie das dein gut gerhcht wirbt krencken, 
Gib ich dir jetzund zu bedenden. 
Drumb Schon dein ehr, befinn dich baß, 
30 Bnd glaub mir jebt zu gfallen das, 
Auff das du mögft dein ehre friften 
Vnd fterben wie ein ander Ehriften. ” 
Er dacht: „es will den ritten han!“ 
Zuletft ſprach er: „wolan, wolan! 
35 Sch ſihe, es will nicht anderft fein, 
So glaub ichs auch ond gib mich rein, 
Vnd thu euch ſolchs zu willn jeßundt, 
Drumb das jr ſeit mein guter Frundt. 
Bberwind ich aber dieſen ftrauß, 
40 So fprid ich Doch: es wirdt nichts drauß!“ 
¶ Ich halt zwar, das ein folder glaub 
30 b Iſt nur ein laut, gank dd vnd taub 
Wie ein Nuß, welch der Wurm geftochen, 
Vnd die onzeitig abgebrochen, 
45 Vnd ift nit wunder, das der Bur, 
Der nicht verftändt Tabulatur, 
In ſolchem ſtuͤck begund zu ftrauchen. 
Des wol die hohen Leut mißbrauchen : 
Denn wir wifjens, ift offenbar, 
50 Das Bapft Leo vor zwentig Jar 
Zu Rom hielt zu Sanct Lateron 
Derhalb ein gmeyn Concilion, 
Dauon gar fleiffig Difputiert, 
Vnd war auch endtlich decernirt, 
55 Das man fich folt Darein begeben, 
Das nach diefem zeitlichen leben 
Ein ander leben wer von noten, 
Bund ein gemeyn vrftend der Todten. 
Damit Härlich beweifen theten, 
60 Das fies vor nit geglaubet hetten. 
Gott bhüt mich vor eim folchen haupt! 
Daſſelb nicht recht an Ehriftum glaubt. 


— — — 


33 ſ. v. a. das ſoll der Teufel holen! — 42 od — leer. — taub = 
umm. — 45 Bur = Bauer. — 46 Tabulatur ſ. v. a. Grund ©. d. An⸗ 
te — 51 Lateron = Lateran ©. d. Anmerff. — 54 decernit — be 
| en. 


Deutſche Bibliothek 11. 8 





119 Woldis, Esopns. 


DO -:-00 2.200.004 
' 
Ich mag zwar nit eins ſolchen Hirten, 
Der mit den Wolffen bat gefehrten. 
65 Da führt ein Blind den andern Blinden, 
Das fie ſich beid dem Teuffel finden. 
Die XLVII. Fabel. 
Dom Bettler und einem Alüller. 
In Bettler fam für eine Mülen, 
Lag vor eim Berg bey einer hülen, 
Bnd bat denfelden Muͤller fron, 
281a Er wolt fein milde handt auffthun, 
5 Vnd theilen jm fein Almoß mit, 
Vnd jm daſſelb verfagen nit. 
Er wer auch ehe ein Müller gweſen, 
Wer aber nit dabey genefen.“ 
Der Müller ſprach: „wie ifts geſchehen? 
10 Haft Dich leicht vbel vorgefehen, 
Mit deim verthun nit haben wöllen, 
Oder nit gwißt in dnarung zuftellen, 
Das du hetft etwas zjamen bradıt 
Bnd auff ein alten Mann gedacht. 
15 Hetftu gemeffen gute Malter, 
So hetftu etwas in dem alter. 
Sag mir, wie viel Bawren bu betit, 
Die bey dir pflagen zmalen ſtets?“ 
Er ſprach: „jr waren acht und dreiffig.“ 
20 Der Müller ſprach: „O hetſtu fleiffig 
Zugfehn und mit der Molten gmetzt, 
Vnd baß die Weytzen Sed beſchetzt, 
Doͤrffſt jetzund nit Partecken leſen. 
Ja wenn ich wer jr Muͤller gweſen, 
© 


64 geiehrten Genoſſenſchaft, Kameradſchaft. — XLVII. 3 frei 
— reich? angeſrhen? — 8 geneſen = gut davon gekommen. d. h. reich ge 
werben. — 11 haben = halten, einhalten. — 14 auf deine altın Tage 
— 231 ameßt = gemefien. — 23 Partecken = Armenfteuer, Almvfen. - 


lefen = jammelı. 








Birrtes Bud). 





25 Eolten fie lieber all mit ein 
©ebettelt dan. denn ich allein; 
AU acht und dreiffig hungers gitorben, 
Ehe ich wolt fein bey jn verdorben. “ 
q Trewe Amptleut findt man gar jelten; 
30 Dod will id hiemit niemandt ſchelten. 
Wenn fi ein jeder felber richt, 
So durff er frembder ftraffe nicht. 
Doc werden wir durchs ſprichwort glert: 
281b Ein jedes Ampt ift henckens werbt. 


Die XLVIIL. Fabel. 
Don Spffeln und einem Koßdreck. 


Esn Magd war in eim Garten gweſen, 
Vnd het ein Korb voll oͤpffel gleſen, 
Die wolts heim tragen all zumal: 
Muft gehn ober einen fteg fo ſchmal. 
5 Ich weiß nicht, wies die Magd verjach, 
Ir widerfuhr ein vngemach, 
Das fie fiel auff demfelben fteg 
Mit dem Korb; da fluffen hinweg 
Die oͤpffel Schön, rößlicht vnd gelb. 
10 Die Magd enthielt fich kaum daſelb; 
Es fehlt nit viel, das fie fo fchter 
- Auch in den Bad) gefallen wer. 
Da trendt ein Bawr on als aefehr 
Niden im felben Bach fein Pferdt. 
15 Das gund im waffer da zuftallen, 
Pick binden auß ein Feigen fallen. 
Diefelb kam eben da zu moß, 
Das mit den öpffeln abhin floß, 
Erhub fich des, vnd weit vmbſach, 
20 Bu den Leuten am vfer ſprach: 


35 alle mit einander. — XLVIII. öpffel = Aepfel. — 8 fluffen = 
ſchwammen. — 9 rößlicht = röthlid. 


0 








„Seht, lieben Leut, laßts nit verdriefien, 
Seht, wie wir ſchoͤnen oͤpffel flieffen !“ 
q Hie werden gmeynt die groben &fellen, 
Die ſich bey weiſen Leuten ftellen, 
25 Als wern fie auch weiß vnd gelert, ' 
Willen auch fein dafür geehrt; 
Hilfft aber nit, es ift verlorn: 
Man kent den Ejel bey den Ohrn. 
282 a Berbirgt er aber Ohrn vnd Pfoten, 
30 So fingt er doch die Ejels Noten, 
Vnd thut fich ſelb mit namen nennen: 
Das „Ska“ lert den Efel kennen. 
Wers nod) jo gring vnd noch fo Hein, 
So wils dennocht gefehen fein, 
35 Vnd bat gern, das man fein gebendt: 
Der Meußdreck ſich zum Pfeffer mengt. 
Vnd woͤlln die fchäld im fchein der frommen 
Auch gleich den andern zu ehren fommen, 
Vnd fi gleidy mit den frommen weiden, 
40 Drumb ſich in dLoͤwenhaut verkleiden. 
Der Roßdreck ſich zum Apffel macht, 
Das er werdt gleich den oͤpffeln geacht. 


Die XLIX. Fabel. 
Dom Wolffe vnd Suchß. 


(5° gihahe in einem Winter alt, 
Der Wolff lieff Durch ein dicken waldt, 
Gar früh fein narung fuchen wolt; 
Kam gegen jm ein Fuchß getrolt, 
5 Wuͤnſcht jm ein frifchen guten morgen, 
Sprach: „pörffft heut vor die Koft nit forgen. 
Folg mir, ich wil dich jeßundt faben, 
Colt mir ein Jar zu Danden haben. 
Kum, fih! da in dem holen weg, 
10 Da leit ein feißte feiten Sped. 
Dran ban wir beide gnug zu tragen: 
Entfiel eim Fuhrman von dem Wagen. 





X 
Kan ich daſſelbig nit verſchweigen, 
Muß dirs als meinem Freundt anzeigen.“ 
282b 15 Sie zohens vnder einen ſtrauch, 
Bund füllten jren leren Baud). 
Da fie gaffen und wurden fat, 
Der Wolff ven Fuchß gar freundtlich bat, 
Sprach: „Reynhart, hoͤrs, fans nit verbefen, 
20 Muß dir ein jeltzam ding verzelen. 
Setzt bey vier Wochen gegen Weihnacht 
War ich vor hunger jchier verſchmacht. 
Das macht der froft und falte Schnee, 
Thet mir in Leib ond leben wehe. 
25 Vnd wie man fagt, hunger vnd kelt 
Sagen den Wolff vom Holt zu Beldt, 
Da kam ich auff eins Hundes fpür, 
Der war gelauffen furg vor mir. 
Ich folget nach Demjelben pfad ; 
30 Trug mid zu einer groffen Stadt. 
Da ſchlich ich nein am morgen frub, 
Stunden noch alle Thüren zu; 
Bnderm Thor fand ein enge luden, 
Zn dleng thet ich mid, durchhin ſchmucken. 
35 Es regt fid) weder Kat noch Hundt. 
Sch ſahe mich vmb; ein weil da ftundt, 
Da fahe ich dort on gfehr ein loch 
In einer Mawr, darinn ich kroch. 
Das war gar nider bey der Erben, 
40 Sag lang; gedacht, was wils Doch werden? 
In dem gunt ſich das Bold zuregen 
Vnd in den Gaſſen zu bewegen. 
Zuletft hub fi) ein groß gedoͤn 
Bon Pfeiffen, Seitenfpiel gar ſchoͤn. 
45 Kroch zu mir nein ein junger Hundt, 
2838 Der (mie ich merdt) zwar nichts verftund, 
Meınt, ich wer auch ein Hundt wie er; 
Gedacht, e8 bet da kein gefehr. 
Bracht ein ftäd fleifch, war eben groß: 
50 Deſſelben ich da mit genoß. 


XLIX. 17 gaffen = aflen. 





| 418 Waldis, Esopns. ] 


—O 


Drumb ließ ich jn da vngeworgt; 
Denn ich mich ſonſt eins andern bforgt, 
Vnd dacht, ich wolt das end befehen, 
Mas nad) dem Pfeiffen würd geſchehen. 
55 Zuhandt famen dorther gegabn 
Ein groffer hauffen Fraw und Man, 
Der gar viel mehr denn hundert warn. 
Gmeiniglich giengen fie bey parn 
In filbern Kleinot, gülden Ketten 
60 Vnd koͤſtlich Kleider, die fie betten. 
Die Frawen warn mit allem fleiß 
An Roth gekleidt, mit Schletern weiß, 
Bon fern ſich tbeten jo beweifen, 
Als werens hät von Stahl ond Eifen. 
65 Die Minner trugen gülden hauben, 
Seidene Wammes, koſtlich Schauben, 
(Ich dacht: wie iſts fo vngleich theilt! 
Vnd ſolchs jo ınandyem armen feilt, 
Die offt das Brodt nit zeffen haben, 
70 Muͤſſen den durft mit Waffer laden, 
Als du vnd ich ond onfers gleichen: 
An einem hauffen hans die Reichen), 
Mit Zobeln gfütert vnd mit Rüchffen, 
Etlih mit Mardern, etlich Füchffen. 
75 Biel fahe ich von den beften Leuten, 
Die trugen Bel von Wolffes heuten. 
283 b Eins aber, Das mich ſehr dran wundert, 
Diefelben Belt warn fo gefundert: 
Etlich ferten Das rauhe innen. 
80 Diejelben hielt ich baß bey finnen, 
Denn je die Belt darumb bedacht, 
Zur waͤrm ond nicht zum ſchein gemacht. 
Etlich hetten das rauhe auß'ert. 
Ob fie des nit wern baß gelert, 
85 Oder ob fies fonft von vorwitz theten, 
Oder fonft vor ein gewonheit betten, 
Das fan ich warlich jagen nicht. 
Bunt felben Hundt begert bericht, 
Vnd thets mit aller ombftend fragen ; 
90 Er wißt mir kein befcheid zu jagen. 


2 


Sn — — ——— — — ee — — — 0 





— 
Biertes Bad. 119 | 
ne nun nun - Ö 


Schied fo von dann zur felben fahrt, 
Das ich des nicht berichtet ward. 
Drumb bitt ich Dich, weiſtu darumb, 
Woher Doch jolcher wechſſel fumb, 
95 Wölleft mich des gründtlich berichten, 
Damit ich mög mein zmeiffel fchlichten, 
Benemen mir die bkuͤmmerniß, 
- Wenn du mid) madhjft der lachen gwiß. “ 
Da ward der Fuch gar fpötlich Tachen. 
100 „Es ift ein deutung in den ſachen,“ 
Sprad er, „das warlich nit verfteht 
Ein jeder Bawr, wie das zugeht.“ 
Der Wolff ſprach: „Iieber, ſag mir doch, 
Das ich nit weiter darff fragen nad. 
105 Es muß gar wunderlich fein drumb!“ 
„Es ift ein groß Myſterium,“ 
Sprad der Fuchß, „Doch wil ich dirs deuten: 
284 a Die Gſellſchafft von zmweierley Leuten, 
Wie mich bedundt, etfich vom Adel, 
110 Dieceſelben leiden feinen tadel. 
Vmbſonſt ifts, das man fie faft ftrafft, 
Oder befirung an jn verhofft. 
Sie wüten ftetS wie die Tyrannen. 
Wenn mans onfreundtlich thut anzannen, 
115 So ſchlahens, beiffens vmb fich ber, 
Gleich einem Lewen oder Beer. 
Sie ſchemen ſich des Maufens nicht, 
Haben jr Datum fo gericht, 
Sudens in windeln vorn und binden, 
120 Rauben ond nemens, wo fies finden, 
Vnderdrucken beid, Leut ond Landt, 
Vnd find jrs raubens wol befant, 
Gleich wie du deine gramwen har 
Außferft vnd tregit fie offenbar. 
125 Ya mancher fich des Adels rhuͤmt, 
Den ift jr Krank alſo geblümt, 


91 zur felben fahrt = damals, fogleih. — 94 wechſſel = Abwechſe⸗ 
kung, Verſchiedenbeit. — 124 außfearft = nad) Auffen fehrft. — 126 Kran 
— Krone? Wappen? — geblimt = geziert, geſchmückt. 





120 Waldis, Esopus. 


Das man fie bey den Federn kent; 
Dennoch man fie „gnad Juncker“ nent 
Meinen defjelben haben ehr, 
130 Das bey frommen ein jchanbe wer. 
Solch Wolff heit jett die Welt ın ehren, 
Drumb fie das raube außen feren. 
Die andern, weldy man nent Kauffleut, 
Kleiden fih aud in Wolffes heit. 
135 Mit Geit den gemeinen Dann beitelen ; 
Doch wiſſen fies fo fein zu helen, 
Des Seit fein unterm hütlich fpielen, - 
Wie das gemein ift jet bei vielen, 
284 b Vnd machens auch fo gar onjauber, 
140 Das man fie jchilt vor Stulrauber. 
Mit jrem auffſatz, Wucher, Tiegen 
Jetzt faft die gantze Welt betriegen, 
Vnd wenn man fie darumbe ftrafft, 
So ifts Der brauch der Kauffmanſchafft. 
145 Sind Wolff, und woͤllens doch nit fein, 
Schmäden den Wolff mit frommen fchein. 
Vndr einr Schaffshaut und frommen ſchalck 
Verbergen fie den Wolffes bald; 
Mit gutem gwandt ond jeiden Röden 
150 Site allezeit Den Wolff bededen. 
Vnd fein fo Wolff von beiden theilen, 
Ein jeder lets an jm nit feilen, 
Daß er fich folcher tugent fleißt, 
Wie ſolchs der Wolffsbel außweißt.“ 
155 9 Die deutung ober dieſe Fabel 
Darff zwar feiner andern Parabel, 
Denn wie fie hat der Fuchß verklert. 
Der ift die zeit wol jo gelert, 
Das er den Wolff kent vor den Schaffen: 
160  Derhalben weiß in nit zu ftraffen. 


129 deffelben = davon, von dem. — 135 Geitz = Habgier, Wucher. 
— 137 bitlid = Hütlein (im Berborgenen, beimtlid) treiben). — 140 
Stulrauber = heimliche Räuber, Diebe? 





Biertes Bach. 


So jemand nit gefellt fein deuten, 
Der huͤt fich für den Wolffesheuten, 
Vnd hab mit jolchen nit gemein, 
Will er vom Fuchß ovngſcholten fein. 


Die L. Yabel. 
Don einem Tpriackkremer. 


Ktten im Sommer ich einft fam 
In Holand bin gen Amfterdam. 
s5a Traff fihs, das eben Iarmard war, 
Wie vmb diefelbig zeit all Jar 
5 Gehalten wird; dafelb vmbſchawt: 
Biel kremer betten auff gebawt. 
Gar laut von fern einr ruffen thet, 
Als ob einer gepredigt bett. 
Das Bold lieff zu mit grofjen hauffen: 
10 Ich gundt mit andern aud) hinlauffen. 
Da flundt ein Abentberorer Dort 
Am platz auff einem höhern ort, 
Der bett ein Tuch, das war gemalt 
Bon ſeltzam Thiern grewlicher gitalt, 
15 Wuͤrm, Kroten, Eigdechß, Ottern, Schlangen. 
Das het er an ein Spieß gehangen, 
Vnd ſchuͤt auf einem Leder fad 
Biel Heiner Buͤchßlin mit Tyriad, 
Bon Kraut und Wurtzeln mancherley ; 
20 Macht gar viel wort und groß gefchrey. 
Ein Korb bett er geſetzt dahin: ' 
Da warn viel Kleiner Briefflin in, 
Wie heußlin gmacht vnd zu gebrüdt, 
Warn mit eim gftoffnen puluer afpidt. 
25 „Schaut, lieben Leut!“ vieff er gar laut, 
„Hie ift ein wunder heilſam Kraut, 





L. Tyriadtremer = Theriatsträmer. — 22 PBriefflin = Päckchen. — 
in = darin. — 26 wunder = wunderbar, außerordentlich. 









Waldis, Esopns. 





Das ein des nachts die Floͤh nit beiffen. 
Ja wer fich thut deffelben fleiffen, 
Derjelb ift frey von folchen boͤſen, 
30 Vnd kans mit einem Stuͤuer Iöfen.“ 
Das Bold drang zu vnd war getroft: 
In einer ſtund hets gar geloft, 
Ein gute jumma Gelts erwischt, 
285 b Mit böjem Netz gar wol gefifcht. 
35 Ich blieb beftehn vnd jah in an, 
Biß das das Vold da gar zerran. 
Sein Kram begund er baldt zu faden, 
Wolt ſich eilend von dannen paden. 
Als er beynahe gar flüffig war, 
40 Ein altes Weib fam lauffen dar, 
Die er aud) vmb jr Gelt betrogen, 
Mit jeiner boͤſen Laugen zwagen. 
Sie ſprach: „ich hets vergeffen ſchier: 
Ach, lieber Meifter, jagt doch mir, 
45 Wie foll ichs brauchen oder nüßen, 
Das ich mich vor den Flöhen mög ſchuͤtzen?“ 
Er lacht und ſprach: „ir feit gar ſpitzig 
Bud all den ander viel zuwitzig. 
Vmb das Kraut hab ich allein heut 
50 Gehabt wol etlich hundert Kaufleut; 
Doch bat mid) feiner fragen wolt, 
Wie man das Puluer brauchen folt. 
Drumb fag ichs euch auch jegt allein: 
Bitt, machts den andern nit gemein! 
55 Wenn euch ein Floh begind zu ftechen, 
Den greifft ond thut jms maul auffbrechen, 
Strewt jm das Puluer auff den zan, 
So ftirbt er bald von ftunden an.” 
d Die Welt bat jett viel junger Gſellen, 
60 Die dem Gelt wunderlich nachftellen ; 
Mit jrem müden, faten, liegen 
Jetzt faft Die ganze Welt betriegen. 


30 Stuͤuer = Stüber S. d. Anmerff. — löfen = faufen. — 39 flirt 
fertig. — 50 Kaufleut = Kiufer. — 60 wunderlid) = fehr. — 61 ‚mid 
— Muden — fagen = Poſſen. .- 





- 


— — — — — — 0 
Viertes Bach. 123 | 


Man folt folch müffiggehnde Knaben 
Mit eim ftarden Waffertrund laben 
2862 65 Vnd in den Ahein fünf Elen fenden 
Oder am Hanff im Lufft ertrenden ; 
So müften fie mit folchen boffen 
Ir triegerey vnd ftelen laſſen. 
Ich ſahe des gleichen einſt zu Eimbeck 
70 Auch von eim ſolchen Gſellen keck: 
Dem klagt ein arme Fraw jr not, 
Vnd fragt, wie thewr er geb ein Loth 
Bocksblut? er ſprach: „iſt klein gewin; 
Vmb fuͤnff Matthier nempt es hin!“ 
75 Da ſprach die Fraw: „es iſt zu thewr! 
Vmb ein hab ichs gekaufft noch heur, 
Da ſich mein Mann verbrochen het 
Vnd ich jn damit heilen thet.“ 
Er ſprach: „das laß ich wol geſchehen: 
Deßgleichen habt jr nicht geſehen. 
Diß breng ich von Venedig her 
Auß weiten Landen vber Meer: 
Da eſſen anderſt nicht die Boͤcken 
Denn ſuͤſſe Trauben von Weinſtoͤcken, 
85 Von edlen Beumen Zymetrinden: 
Desgleichen wirdt man hie nit finden. 
Drumb hat das Blut viel groͤſſer krafft.“ 
Mit ſolchen worten er verſchafft; 
Sie nams vnd gab jm fuͤnff Mattheier. 
90 Da ladt derſelbig Leutgeheier, 
Sprach: „ſihe wol, ſolt mir ſonſt nit gluͤcken, 
Wenn ich die Bawrn nit koͤnt benuͤcken.“ 


8 


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74 Diattbier ©. d. Anmerff. — 77 verbroden = fi einen Bruch 
zugezogen hatte. — 90 Leutgeheier —= Zeutbetrüger. 


nennen 0 


| 124 Waldis, Esopns. 


Die LI. Fabel. 
Don einem verdorbenen Kremer. 


2866 (XRNSachſſen war eins Kremers Son, 
Der bet feins Vatters Gut verthon, 
Ein guten Kram bößlich verzert; 
Zuletzt der Knabjad jn ernebrt, 
5 Lieff auff die Kirweih, wie man pflegt. 
Eins mals, da er bet außgelegt 
Sein Pfennwert, all fein hab und wahr, 
Kam einr, der hett jn kennt viel Jar, 
Da er eh war geweſen reich ; 
10 Sprad: „Claus, wie fompts? jetzt ifts nit gleich, 
Wies eh mit dir zu weſen pflag, 
Da du wol lebit, hetft gute tag 
Bey deines Batters groſſem gut, 
AU tag ein guten freien muth. 
15 Setzt ifts viel anderſt vmb bein ſach.“ 
Der Kremer antwort jm ond ſprach: 
„Schlaf lang, if früh, macht feißte backen, 
Bringt lange ſchnuͤr vnd kurtze paden.“ 
T So gehts; wer lieb zu lieb wil han, 
20 Der muß das liebe fahren lan. 
Denn viel verzehren, nit erwerben, 
Hilfft zu armut ond zum verterben, 
Wie das gemeine Sprihwort jagt 
Vnd der verborben Reuter klagt. 
25 Sprach: „Kalbes aug und Hafen Lung, 
Hechts Lebern vnd Karpfien Zung, 
Süffer Wein ond Barben Maul 
Braten mid vmb mein grawen Saul.” 


LI. 4 Knabfat= Schnappfad. — 7 Pfennwert = fleine, unbeber 
tende Waare. — 9 eh = vorher, früher, damals. — 18 paden = Päck 
— 19.20 Wer des Guten zu viel thut, fommt am End um Hab und Gut 








Die LO. Fabel. 
Dom Such und dem Igel. 


78 ns mals der Fuchß hin vmb mittag 
Elend vor einem Felfen lag, 
Vnd het drey groffe ſcheutzlich Wunden. 
Die waren jm von zweien Hunden 
5 Beim Dorff hinder eim Zaun gebiffen, 
Vnd jm fein balg jo gar zerriffen, 
Das er erlegen gantz vnd gar, 
Bor onmacht jchier geftorben war. 
Da gunden ſich zu jm verſamlen 
10 Fliegen, Müden vnd groſſe Humlen; 
Mit ftehen machten jn gan fchwad). 
Ein Igel das zuhandt erſach: 
Auß mitleiden Lieff zuhin baldt, 
Erſchrack von jolcher mißgeftalt. 
15 Doch wißt er keine huͤlff noch troft, 
Damit jn het der pein erloßt. 
Er ſprach: „Lieber, laß mich verjagen 
Die Fliegen, Müden, die dich plagen 
Vnd dich mit ftechen hefftig druͤcken: 
20 So magit dich je zum theil erquiden.” 
Da ſprach der Fuchß: „Dich freundtlich Bitt, 
Berjag mir diefe Fliegen nit! 
Sie haben jegund lang gefogen, 
Vnd jo viel bluts in fich gezogen, 
25 Das fie zuhandt auch nimmer mügen, 
Mir feinen ſchaden mehr zufügen. 
Werden fie aber abgejagt, 
Denn werd ich erft auffs new geplagt. 
Wenn andre hungrig wider fommen, 
30 Wirdt all mein frafft ond jafft genommen, 
Als Blut, was noch vorhanden wer; 
7b Denn mager Müden beiffen ſehr.“ 
| Ein jeder weiß, vnd leit am tag 
Sant offentlich, darff feiner frag, 








] 126 Waldis, Esopus. 
35 Wenn man die Herrſchafft wil verkieſen, 
So muß man vor der handt verlieſen. 
Das vernewen kan wol geſchehen: 
Ich hab aber nit offt geſehen, 
Das man ein beſſers het bekommen, 
40 Des man het groͤſſern nutz vnd frommen, 
Vnd das jn jederman thet loben: 
Doch wil man ſtets ein anders haben, 
Der nit ſo ſcharpff vnd embſig ſtrafft 
Vnd baß vors gmeyne beſtes ſchafft. 
45 Das widerſpiel ſich aber findt. 
Ein jeder ſchaͤtzet, ſchabt vnd ſchindt, 
Vnd muß der arm ſich allzeit leiden: 
New Meſſer haben ſcharpffe ſchneiden. 
» Man ſihts auch an den jungen Katzen, 
50 Die haben pi ond jcharpffe tagen. 
Drumb dend niemand auff diefer Erdt, 
Das es derhalben beſſer werd. 
Herrin bleiben Herrn auch fur ond fur; 
Schlieffen fie auch biß vmb Zwoͤlff vhr, 
55 Noch bleibens Herrn vnd woͤllns auch fein. 
Drumb ſchweig ond leid, und wart des bein, 
Vnd auff den bruff mit fleiß thu fchawen, 
Vnd folg Der leer der armen Frawen, 
Dauon man lift in alten Jarn, 
60 Da die König Tyrannen warn. 
Dafelb war auch ein Edelman, 
Der nam fich aller boßheit an 
288a Mit wuchern, ſchinden, ſchatzen, fchaben, 
Nam gern gefchend und liebt Die gaben. 
65 Vnder dem ein arme Witwe jaf, 
Die het mit ſchaden glernet das, 
Sein Tyranney gar offt empfunden, 
Vnd wie die armen wurden gſchunden. 
Dieſelb offt in der Kirchen lag, 
70  2Bnd bat Gott fleiſſig nacht und tag, 


LIT. 35 verfiefen = aufgeben , wechfeln. — 37 vernewen = das Eı 
neuern. — 53 fur vnd fur = immerdar. — 38 leer = Lehre. 








Viertes Bad. 


Das er denjelben Edelman 
Wolt friften vnd lang leben lan. 
Das wardt dem Hauptman angefagt; 
Er wundert fi, die Frame fragt, 
75 Warumb fie fleiffig vor jn bit, 
So er doch wißt, das ers nit het 
Gegen jr verjchuldt mit feinen gnaden 
Vnd jr offt zugefüget fchaden? 
Sie ſprach: „vor zeiten bet vier Kühe, 
80 Darauff ich legt alln fleiß und mühe, 
Dauon ernehrt mein Kinder Heine: 
Da fam dein Batter und nam mir eine. 
Da bat ich Gott, das ern hinnehm, 
Auff das ein frommer wider fem. 
85 Da bet auch zuhandt ein endt. 
Baldt fameftu ins Regiment 
Vnd nameft mir noch ander zwo, 
Behielt ich nur die eynig Kube, 
Vnd the, das du viel erger bift: 
90 Drumb bitt ich Gott, das er did frift. 
Denn fo du wurdeſt hingenommen, 
So wurd gewiß ein erger fommen, 
Der ons wurd ſchaͤtzen auff den grad: 
88b Beſſer zu bhalten, was man hat.“ 


Die LIII. Fabel. 
Don einer Frawen und dem Weihen. 


S het ein arme Framw ein Hun, 
Darauff fie wendet all jr thun, 
Mit guter Gerften gar wol hegt: 
Drumbs jr aud gar viel Eyer legt. 
5 Darauf fie laß die aller gröften, 
Vnd wel jr dauchten fein die beften, 


90 frift = bewahre, erhalte. — 93 auff den grad = auf das Hödhfte, 
Schlimmſte. 



































Waldis, Esopns. 


Berwart die Fraw allein bejonder 
Vnd legts derjelben Hennen vnder, 
Beid tag und nacht jr gar wol hütet, 
10  Biß fies het alle auß gebrütet. 
Des war die Tram jo bertlich fro, 
Macht einen groffen Korb von firo, 
Darunder fie die Keuchel ftärkt ; 
Das fie fein Kat noch Hundt verfürkt, 
15 Wolt fies nit laffen lauffen bloß, 
Biß das fie wurden eben groß, 
Berlieffen die, Henn, Tieffen allein. 
Da fam der Weih und nam jr ein. 
So baldt die Sram daſſelb erfach, 
20 Ließ ftehn all ding ond Lieff jm nad). 
Mit werffen, fluchen ond mit fchreien 
Folgt fie lang nach demſelben Weihen, 
Biß er das Hünlin führt zuletft 
Auff einen hohen Baum, fich fett, 
25 Hub an, das Keuchel zu verzern. " 
Die Fraw ſprach: „Fan jm doch nit wern! 
Sihe wol, er leßts mir doch nit leben: 
2898 Wolan, ich will e8 Gotte geben.“ 
TAU Menſchen find von art rachgeirig: 
30 Sit ein alt ſprichwort ond nit hewrig. 
Gott, dem allein Die rach gebärt, 
Vnd ders gewaltig außhin führt, 
Dem will mans nit befehln zu vechen, 
Sondern will felb ein Spieß drumb bredden. 
35 Vnd wenn er felb nicht ift der Dian, 
Oder zur rach nit fommen fan, 
So fült er Doch fein mut mit drawen, 
Folgt Dem Erempel diejer Framen, 
Vnd ftellt e8 Gott in fein gericht: 
40 Könd ers beſſer, fo thet ers nicht. 


LIII. 13 Keuchel = Küdjlein. — ftürpt Z legt, ſteckt. — 14 verfürk 
= wegnimmt, raubt. 


Biertes Boch. 





Die LIV. Fabel. 
Dom Reyher vnd ver Ganß. 


In Reyher fand ein Haberſack, 
Der dort an einem vfer lag; 
Er bidet drein vnd macht ein loch 
Vnd jagt: „frag zwar nit viel darnach.“ 
5 Das fahe ein Ganß auff jener jeiten, 
Macht fich hinuͤber baldt bey zeiten 
Vnd ſprach zum Reyher: „ich wol weiß, 
Der Haber ift nit deiner jpeiß. 
Ich hab ein efjen guter Viſch, 
10 Die ftehu dortheim auff meinem Tifch, 
Die wil ich geben dir zuuorn: 
Helffen dich baß denns Haberforn. 
ft vmb ein Kleinen weg zu thun, 
Das dich wageft ins Waffer fün, 
15 Vnd mir denjelben Habern laßt: 
289 b . &o bift mir ein willomner ©aft.“ 
Da ſprach der Reyher: „nim jn hin: 
An Viſchen hab ich beſſern gwin.“ 
Die Ganß war fro, den ſack nam mit 
20 Vnd zum erften ins Waſſer tritt. 
Der Reyher folgt von ftunden nad), 
Hin zu den Viſchen war im gad). 
Wie fie mitten ins Waffer kummen, 
Da war es tieff; er fundt nit ſchwimmen. 
25 Zuletft mit jeinen flitſchen platſcht 
Vnd lang im jelben Waffer qwatſcht; 
Wer ſchier erjoffen vmb ein Har. 
Zuletft ward fein Die anf gewat, 
Kam baldt, erzeigt jm tugent rom, 
.30 Vnd halff dem Reyher auß dem ftrom, 


LIV. 3 bietet = pickt. — 10 dortheim =taheim. — 18 gwin = Erwerb, 
Nupen. — 25 flitfchen = Flügeln. — platfcht — ſchlägt. — 26 qwatſcht 
— watfchelt, — 29 tugent = Güte, milde Gefinnung. 


Teutfche Bibliothek II. 9 





Baldis, Esu 


pus. 


RI. — .— —— TED 


Vnd ſprach: „bift toll, das dich ermanft 
Ins Waffer, wenn dnit Schwimmen Tanft, 
Vnd gibft Dich in ein folch gedoͤß?“ 
Er ſprach: „das Wafler war zu boͤß!“ 
35 9 Iſt ſprichwortsweiß auff die erdacht, 
Bnd die Fabel darauff gemacht, 
Das etlich fein alfo bejcheiden, 
Ir vnwiſſenheit zu befleiben ; 
Als wenn einr nit wol rheiten fan, 
40 So muß das Pferdt jein ſchuldig dran. 
Will er des lefens fein verhaben, 
Spricht er: „es fein boͤß Buchſtaben!“ 


Die LV. Fabel. 
Dom Koch und einem Hundt. 


2904 (5° bet ein Koch ein Schwein geichlacht, 
Biel guter frifcher Wärft gemacht ; 
Diefelben an ein laden bieng, 
Da das Bold gleich vorüber gieng. 
5 Das jahe ein Hundt vnd blieb beftahn, 
Vnd gafft Die Würft gar fleiffig an. 
Die Leut, jo da vorüber giengen, 
Feilfchten, und omb die Würft zu Dingen, 
Fragten, wie thewr fie wolt loſſen. 
10 Er ſprach: „zu Groſchen gib die groffen; 
Auch minder ichs nit geben wil. 
Die Heinen gelten halb ſouiel.“ 
Damit ein jeder wider gieng. 
Gar baldt der Hundt zum Koch anfteng, 
15 Er ſprach: „mein Freundt ond lieber Koch, 
Wolt, das wer in der Welt fo noch 





31 ermanft = wagft. — 32 dnit = du nit. — 37 befcheiten = e 
fahren, Hug. — 38 bekleiden — verhüllen, bemänteln. — 41 verhaben = 
überhoben, enthoben. LV. 4 glei = gewöhnlid. — 8 feiljchten : 


handelten. — 10 zu = um. 





Biertes Boch. 433 


— — — — — —— — — — — — 








Wie vor zeiten in alten Jarn, 
Da die Hunde auch reicher warn. 
Denn ſo wars bey der alten Welt, 
20 Da hetten alle Thier auch Gelt, 
Gleich wie jetzundt haben die Lent. 
Ja, wenn es noch alſo wer heut, 
So wolt ichs hertragen mit hauffen 
Vnd dir all dieſe Wuͤrſt abkauffen, 
25 Das ich ein mal recht wol moͤcht leben. 
Vor jede wolt ein Taler geben, 
Vnd nit ſo wie die Leut es ſparen, 
Mit jrem Gelt zum Teuffel fahren. 
Ichs warlich wol baß wagen duͤrſt: 
30 So hertzlich wol ſchmecken die Wuͤrſt. 
Bergangne Faßnacht erwiſcht ein ſtuͤck, 
290b Wiewol mirs thet gar weh im ruͤck, 
Noch dunckt mich, wenn ich denck daran, 
Das ich ſie riech vnd vor mir han. 
35 Drumb bitt Gott, das er dieſe ſach 
Vmbker ond auff das alte mach, 
Das wir Hundt wider Gelt bekommen: 
Das ſoll dir all dein lebtag frommen.“ 
TC Ja, wenn die Hundt, Kinder und fliegen 
40 Gelts gnug betten, wil ichs nit liegen, 
Wern PBfefferfuchen, Honig, Wurft 
So thewr, das niemandt fauffen durſt. 
Denn fo gehts zu, das die vnwiſſen 
Allzeit geneigt fein und gefliffen, 
45 Das fie, vmb ein mal wol zu leben, 
Als, was fie hetten, folten geben, 
Vnd aller wolfart fi) erwegen, 
Das fie dem Bauch wol möchten pflegen. 
So thun gmeynlich Die jungen Knaben, 
50 Die ftets den fraß zum Abgott haben. 
Der demut fich nicht folten jchenten, 
Vnd wol ein Feines Dörflin nemen, 


39 dürft = durfte. — 30 ſchmecken = riechen. — 43 vnwiſſen = Un- 
wifjfenden, Unklugen. 





Waldis, Esopns. 


Vnd beiffen eim ein Landt werzeren. 
Dean muß aber jolchen Gſelln weren, 
55 Vnd nit zumiel gewalts einreumen, 
Das fie nit jrs gefallens ſcheumen, 
Weiſens hin, das fie etwas bginnen. 
Durch jawren ſchweiß die foft gewinnen: 
Denn find ſichs, das fie fich nit ftreden 
60 Weiter, denn fie jelb mögen deden. 


Die LVI. Fabel. 
Dom Fuchh, Hafen und Luchß. 


2912 (5° bgab fich einft vmb die Faßnacht, 
Der Fuchß jeim Son ein Hochzeit macht, 
Diemeil ern lang bet laſſen lern, 
Vnd in der Hohenſchul ftudiern, 
Das er in ſachen vor dem Rechten 
Mit liſten fich wol fundt verfechten. 
So wuſt er fi alla dings zerinnern, 
Sonderlich wenn er ‘Predigt den Hünern. 
Nam ein von feiner Freundtichafft nah, 
10 Genant die ſchoͤn Vulpecula. 
Man nent jn Herr Licentiat; 
Drumb er auch deſt mehr Geſte bat, 
Vnd ſchrieb derhalb anuch allen Thieren, 
Das ſie kemen bey drein vnd vieren 
15 Zu ſeines Sones hoͤchſten ehren, 
Vnd mit den Fuͤchſſen froͤlich weren. 
Dahin wardt auch der Luchß betagt, 
Dem Haſen wardts auch angeſagt. 
Die beide wohnten bey einandern, 
20 Drumb woltens mit einander wandern, 
Vnd zur Hochzeit kommen bey parn, 
Weil jr bhauſung beynander warn. 


a 


56 fheumen = abſchäumen, Das Veſte wegnelmen. — 57 (wm 


muß) fie binweiten. — LVI. 7 zerinnern = zu erinnern. — 9 om sei 
naben Verwandtſchaft. — 17 betagt = v rgelaten. — 22 b ynan’e- 


bei einanter. 





— — — — — — — 0 


Da ſprach der Luchß: „hoͤr, was ich ſag, 
Wir ziehen auff den Hochzeittag, 
25 Da vns der Fuchß thet hin betagen: 
Drumb wil ich dir mein meinung ſagen. 
Es iſt jetzt eben vmb die Faßnacht, 
Das jederman zeucht an die jacht 
Vnd thun vns armen Thiern nachſtellen, 
30 Mit jren Hunden ons zu fellen. 
Drumb ſag id) dir, wenne dazu fem, 
291 b Bud ons das vngluͤck onternem, 
Das an ons femen mit den Hunden, 
Bnd ons zu fahen onderftunden, 
35 So müßteft warlid) nit verzagen, 
Vnd an die Feind ein rüpflin wagen, 
Auff das wir uns gar weidlich mehren: 
So wölln wir bftehn mit allen ehren.“ 
Da ſprach der Haß: „wenn ichs nit thet, 
40 Gar kleine ehr deſſelben het, 
Vnd wer des Hofes groß vnzucht, 
Würd mir gerechnet zur Veldtflucht. 
Drumb hab deffelben feinen zweiffel. 
Ja wern die Hund and) halbe Teuffel, 
45 So fullens Doch an ons nit han: 
Ich will jr Fünff allein beſtahn. 
Das glob ich Dir bey Leib vnd Leben: 
Sihe da, wil dir mein hand drauff geben.” 
Er ſprach: „ich wil mid) drauff verlaffen.” 
50 Sie zohen hin allbeid jr ftraffen 
Die gange nacht Durd) einen Waldt. 
Am morgen früh famen fie baldt 
Auff eine Wyſen lang vnd breit, 
Da man fich fundt onıbfehen weit. 
55 Gleich in der mitten war ein reyn 
Vnd daſelben ein Heden flein: 
Da enthielt fih das mal ein Jaͤger 
Mit feinen Hunden in dem Laͤger. 


28 jahr = Jagd. - 36 ripflin = fleine Kauferei, Anariff. — 
41 und wäre ein grober Verſtoß gegen das anftünvige chöftfche) Betra— 
gen. — 55 renn = Rain, Abhang. 


— — — — — nn +) 


134 Waldis, Esopns. 


— — — nen —— — —— — — —— — — 


Er ward gewar des Luchß vnd Haſen: 
60 Er hetzt Die Hund, das Horn thet blaſen. 
Da wurdens pluͤtzlich vmberingt, 
Ein jeder auff die Thierlin ſpringt, 
292a Der Fuchs wehrt ſich, fo beit er mucht; 
Der Haß wend ſich und gab die flucht; 
65 In reiwt gar bald der vorig fauff 
Vnd ſteckt das Hafen Bannir auff, 
Gab ſich zu Holtz den Berg hinan; 
Mit not den Hunden faum entran. 
Da ward dem Luchs fein heut zerbiffen 
70 Vnd ſo gar jemerlich zerrifien ; 
Der noch heut zu dieſen ftunden 
Hat die blutfleden ond die wınden 
Geheilet ond vermunden nicht, 
Wie man auch teglich an jm ſicht; 
75 Wirdt jm auch nimmer wider gang. 
Dazu ließ er den halben jchwant ; 
Zulett das leben rettet kaum, 
Entflob auff einen hohen baum, 
Biß das der Jäger aud) abzoch. 
80 Der Luchs faß lang und jahe jm nodh: 
Darnach ftieg auch vom Baum erniber, 
Vnd auff den weg begab ſich wider, 
Kam noch den tag zum Reinhart Fuchs ; 
Entpfieng herrlich denjelben Luchs 
85 Vnd fpradh: „wie biftu jo gantz fledet 
Vnd vberall dein haut jo fchedet? 
Weiß nit, ifts farb oder ift es blut? 
Oder kleidſt Dich dem Breutgam zgut?“ 
Der Fuchs erfeufftt, hub an vnd fagt, 
90 Gar kleglich vbern Hafen klagt, 
Verzelt die gſchicht von end zu ort. 
Da ſprach der Fuchs: „haſt nie gehort, 
Von anbegin das gſchlecht der Haſen 
292b Mit jren Ohmen, Vettern, Baſen, 
95 All jr vier Ahnen vnd geſchlecht 
Han nie gehandelt bilch vnd recht? 
Weiſtu noch nit des Haſen art? 
Im ernſt noch nie beſtendig ward, 





— — .5 ——. TI — » m TE ZZ 


Birrtes Bach. 435 


Wiewol fie ſchweren, wiel geloben, 
100 Das fie nit willn zu halten haben. 
Drumb wil ich bir ein ortheil jagen: 
Das zeichen folt dein lebtag tragen, 
Vber deinen bald die blutfleden 
Alln Hafen zum ewigen fchreden, 
105 Das fie fi für dir fürchten follen. 
Sie fein fo ftolß, fie immer wollen, 
Wenn fie das zeichen an dir fehen, 
Sid, erinnern, was ſey gefchehen, 
Vnd wo du einen oberfümpft, 
110 Das du jm baldt das leben nimpft, 
Vnd er ſich vor dir fürchten muß: 
Das fol fein aller Hafen buß.“ 
T Beim Hafen merden wir die Gfellen, 
Die Fünff vnd zwentzig fahen wollen: 
115 Wenns etwan fiten bey dem Wein, 
Dafelb die beften Krieger fein 
Mit fluchen, ſchweren, fein onfletig, 
Gar vermeſſen vnd rhumretig. 
Wenns aber zu dem treffen kuͤmpt, 
120 Dann findt ſichs, was fie han gerhuͤmt, 
Erzeigt fi) jr manlicher mut, 
Beiteht wie Butter an der glut. 


Die LVO. Fabel. 
Don zweien Efeln. 


93 a 388 Eſel giengen alle beid 
Bey einem Dorff auff gruͤner Weid 
In heiſſer Sonn mitten im Sommer, 
Der halb ſie litten groſſen kommer. 
5 Die Fliegen ſie hart biſſen vnd ſtachen, 
An vielen enden die haut durch brachen, 
Machten jn allenthalben bang, 
Das jn beid zeit vnd weil wardt lang. 
Ir pfoten vnd die runden tatzen 
10 Warn viel zu grob, damit zu kratzen: 











Waldis, Esopns. 


Gunden binden ond vorn auffleden. 
Dort oben ftundt an einer Hecken 
Ein Eichen, groß, grob, Did vnd feft, 
Hett viel rauber fnorrechter eft, 
15 Die hiengen an die Erd hinaben 
Vnd feinen, fülen ſchatten gaben, 
Das fie fih mochten mit dem ruden 
Dajelben haben, reiben, juden. 
Als fie derjelben wurden gwar, 
20 Allbeid fie ſich begaben dar, 
Theten fi) an der Eichen wegen, 
Vnd vor den Diücen fein entſetzen. 
Das wert nun eben lange zeit, 
Biß das ſichs on gefehr begeit, _ 
25 Ein Bawr denjelben Baum abhieb: 
Das war den Ejeln nicht faft lieb. 
Der eine ſprach zu jeinem Gfellen: 
„Weiß nicht, wie wirs anjchlagen wollen, 
Beil wir den Baum nit lenger han, 
30 Wie wir den Fliegen wölln entghan. ” 
Der ander, welcher war der Hügit, 
293 b Sprach: „wenn du dich recht an mich fügft 
Mit deinem Maul ond fretteft mich, 
So wil ich wider fretten dich 
35 Mit feinen gwiffen langen zügen, 
Auff das wir ons ermehren mügen 
Der Fliegen, Hummeln ond der Duden; 
Sonſt riſſen fie ons ſchier zu ftuden. 
Vnd weil wir nit lang finger haben, 
40 Muͤßn wir ons mit den Zeenen ſchaben.“ 
J Die Ejel haben Kleinen lob; 
Macht, das fie fein fo faul vnd grob, 
Nach feiner ehr vnd tugent ftreben, 
Oder zu Künften fich begeben. 
45 Zu jchreiben fein zu grob die Pfoten, 
Auch fingen fie gar grobe Noten. 


LVII. 11 auffleden = auffpringen. — 15 binaben= hinab. — X dar= 
dahin. — 28 anfchlagen = anftellen, anfangen. — 33 fretteft = reibeit. 





iertes Bud. 137 


Noch habens gem, das man fie preißt 
Vnd ongebürlich ebr beweißt. 
Alfo fein auch viel ongelarten, 
50 Welch allzu früh der ehr erwarten, 
Vnd nad) der blohnung weit auffgienen, 
Ehe wenn fies mit der that verdienen. 
Ja, wenns jn denn nit widerfehrt, 
Gleich wies jn auch nit ift befchert, 
55 So loben fie einander jelber, 
Gleich wie im ftall die jungen Kelber, 
Da eins das ander juct ond ledt. 
Alfo in dem der Ehrgeit ſteckt, 
Der ſucht und findt ftets jeinen gleichen, 
60 Der in fan wie die Kaßeıı ftreichen, 
Gibt lob vmb lob ond ftreicht jn wider. 
So geht die Welt jett auff vnd niber. 
294 a Man jagt, die fich jo felber loben, 
Die muͤſſen boͤſe Nachbawrn haben. 


Die LVIII. Fabel. 
Don einem Bawrn vnd feiner Ruh. 


(5° bet ein Bawr ein einig Kub: 
Dafelb faufft er zween Farren zu, 
Die waren beid ftard, groß vnd mechtig. 
Er dacht: „nu wird die fuh bald trechtig, 
5 Vnd wirdt alſo verjorget wol, 
Bringt mir zwey Kelber auff ein mal, 
Vnd defter eb allzeit zu gleich : 
Bald werd ich an der Hab gar reich.” 
Da nun ein Jar war faft verloffen, 
10 Da fehlt dem Bawrn gar weit fein hoffen: 
Die Kuh blieb, wie fie vorhin war. 
Vergebens bett er ghofft das Jar, 





48 nicht gebührende, d. h. übermäffige Eh Eiee — 8 auffgienen = 
den Mund auffperren. — 52 wenn = als . foldje, die nur 
Böfes von ihnen jagen. — LVIII. 10 weit = eh 








Waldis, Esupns. 


Gab auch fein Milch, war gar verfiegen, 
Mocht mehr melden von einer Zygen 
15 Denn von derjelben groffen Kub. 
Der Bawr gedacht: „wie ich jm thu ? 
Hab ichs alldrey vmbſonſt gehegt, 
Mein arbeit obel angelegt.“ 
Seim Nachbawrn dieſen jchaden jagt, 
20 Vnd ober Diefe Farren klagt. 
Er ſprach: „des ſolt jr weifer jein! 
Laßt die Kuh zu einem allein, 
Den andern weit hindannen nempt, 
Das diefer fich nit vor jm jchempt. 
25 Laßt jrs lenger beynander ftehn, 
So folt no wol ein Jar bingehn, 
294 b Das ewre Kuh verfiegen blieb ; 
Der ein es auff den andern jchieb. 
Damit fich nit vermehrt das Viech: 
30 Das hat erfahrenheit gleret midy.“ 
q Wenn einer bat ein gfchefft gar Hein, 
Welch einer wol fan thun allein, 
Vnd fett druͤber zu gleich zwen Knecht, 
So wirdts nit außgerichtet recht. 
35 Denn je mehr Koͤch, je minder im Topff. 
Ein jeder machts nach feinem kopff: 
Damit das Muß bleibt ongefchmalten, 
Oder wirdt zum ofitermal verfalgen. 
Ein jeder left den Glentz fich ftechen ; 
40 Niemand zum erſt die ban wil brechen 
Man ſchewet ſtets vor faltem Wetter; 
Niemand bort gern die dicken Bretter; 
Das Baumfteigen uns all verdreußt, 
Dennoch man gern der Biern geneuft. 
45 Eim jeden ſchmeckt der Honig FÜR, 
Doch fürcht man ftets Die Bynen füß. 
Ein jeder ftrebt nach guten tagen, 
Doch wil niemandt die arbeit wagen, 
Damit man dazu foınmen mudt. 
50 Denn wers durch ander wege fucht, 


13 verfiegen — verfiegt. 


— — — — en) 
Bierten Bud, 139 


— — - -._*- —— — — — — — emo. -. -- — —— — 


Vnd wils mit muͤſſig gehn erlangen, 
Bleibt offt auff halbem weg behangen; 
Das auch die Zimmerleut an jn ſetzen, 
Welch dBindart auff den Dechern wetzen. 


Die LIX. Fabel. 
Don einem Geſellen vnd einer Srawen. 


2952 Art bey der Oft je leit ein ftadt, 
Die gar viel reicher Kaufleut hat; 
Da ift hbantierung aller handen ; 
Kommen viel Schiff auf ferren Landen. 
5 Die Frawen an denfelben orten 
Sein hoffertig und fpreg mit worten, 
Arbeiten nit, gehn ftetes muͤſſig: 
Das macht das reichthumb vberfläffig ; 
In Kleidern ond geſchmuck vnmeſſig, 
10 Stoltz, vnwiſſen, gar faul ond freifig. 
Bon ghawen Stein fein ſchon Gebew, 
Sein ftetes weiß, als wern fie new. 
. Da fein die Heufer bey der Thür 
Gebamt mit einem Steinen fchhr, 
15 Mit gſeſſen, zwifach, breifach hoch: 
Das habens vor ein Sommer gmach 
Mit gruͤnem Laub gedecket fein 
Vor die hitz vnd den Sonnenſchein. 
Daſelb ſitzen die Buͤrgers Frawen 
20 Mit jren Toͤchtern, lan ſich ſchawen; 
Vnd wer hingeht dieſelbig ſtraſſen, 
Der muß allzeit ein Feder laſſen. 
Da war ein Gſell hielt ſich gar ehfig, 
Vnd het ein huͤbſchen Saul, war lüftig ; 
25 An eim abent denjelben bichreit, 
Zu trenden hin ins Waffer rheit, 


— — — — 


LIE. 6 yfeg = geſpraͤchig, artig, freundlich. — 9 geſchmuck — 
ck. — 11 ghawen = behauenen. — 14 fteinen — fteinernen. — 
= — Bordas, Erter. — 15 gfeffen = Sitzen. 





Waldis, Esopus. 


Da gieng der Ganl prechtig einher 
In hohen ſpruͤngen vber quer, 
Das auch dem Gſellen ſelber bhagt. 
30 Das ſahe ein Fraw ond zu jm ſagt, 
Sprach: „ſeht euch vmb, das Pferdt zu retten; 
295b Seht, wie hats in den ſchwantz getreten.“ 
Das höhnt Den Gfellen; er war nit faul, 
Mit einer handt warff vmb den Saul, 
35 Bnd ſprach: „Gott geb dem Hund den ritt! 
Er leßt fein alte gwonbeit nit; 
Ich kan jms nit entwehnen zwar. 
So baldt er wirdt eine Hurn gewar 
Bor der Thür oder fonft am tant, 
40 So tritt der Schelm won ftundt in ſchwantz.“ 
d Oben ift vom Fuͤrſprechen gſagt, 
Wie hönkich er den Bawren fragt; 
Dem ward ein gleich antwort befchert, 
Wie hie der Frawen widerfehrt. 
45 Man jagt. was einen nit geht an, 
Das laß er vor jm ober gahn 
Wer fi) annimmet all zuuiel, 
AU frembde fachen Örtern wil, 
Sein finger in alle löcher ſteckt, 
50 Dem werdens auch zu zeiten boreckt. 


Die LX. Fabel. 
Dom Goldfchmidt und einem Koler. 


B Coͤlln ein junger Goldtſchmidt ſaß, 
Der newlich ehelich worden was, 
Der wardt vom Rath gelanget an, 
Das er fi) wolte brauchen lan; 
5 Sie hetten ein Berd werd angfangen, 
Das jetundt wer redlich angangen ; 


31 retten = tem Pferd zu heifen. — 48 örtern = genau unte 
fuchen, erörtern. — 50 boredt = beihmußt. — LX. 3 gelanget an = 
angegangen. 








296a 


246 b 


 Biertes Bud). 


10 


20 


25 


30 


40 





Dajelb ſolt er den Ert probiern 
Vnd jeine guͤte zu werdiern, 
Darauf verftendiget der jachen, 
Ir rechenſchafft darnach zu machen. 
Des globtens jm ein guten ſolt, 
Das er deſtlieber ziehen wolt. 
Er gab ſich drein, beſtelt ſein Hauß. 
Am morgen wolt er rheiten auß. 
Die Fraw hub an vor jm ond grein, 
Vnd ſprach: „nu laßt jr mich allein, 
Vnd hab gar nichts, das mich erfremt. 
Wem fol ich nun klagen mein leybt? 
Wie fol ih nun allein haußhalten, 
Vnd ob ich het ein holt zu jpalten, 
Oder Fewr zmachen, früh wenns tagt?“ 
Er ſprach: „dur haft ein ftarde Magd; 
Derhalben laß dir nit fein leidt, 
Die thut Dir wol alle arbeit.“ 
Sie ſprach: „wenn fich denn bgeb ein tag, 
Als niemandt weiß, wies fonımen mag, 
Wir ons eins gichefftes vnderſtuͤnden, 
Dem wir allbeid nit rathen kuͤnden, 
Vnd doͤrfften denn eins Manns dazu, 
Wißt nit, wie ich jm denn ſolt thun.“ 
Er ſprach: „derhalb darffſtu nit ſorgen; 
Am marckt findeſtu allen morgen 
Leut ſtehn, die nit zu ſchaffen hon; 
Dienen dir vmb ein gringen lohn.“ 
Damit der Goldtſchmidt zoh ſein ſtraß; 
Die Fraw der red nit gar vergaß. 
Vber zwen Monat trug ſichs zu, 
Sie ſprach zur Magd am morgen fruh: 
„Du weißt, was vnſer Herr befohlen, 
Das wir am Mardte fuchen ſollen 
Ein Mann, wenn ichs von nöten het, 
Der mir ein fondre arbeit thet. 


nn 


8 wertiern = Ihäßen, prüfen, werthen. — 10 rechenfchafft = 
nung, Berech ung. 





Red): 





Waldis, Esopus 


So gehe nu hin, bring einen her, 
Vnd glob jm lieber deſte mehr, 
45 So geht er deſte lieber mit.“ 
Die Magd gieng bald vnd ſeumet nit; 
Sie het ſelb auch nach eim verlangen. 
Da warn ſie all zur arbeit gangen, 
Denn es war ſpaͤt, vmbs Zeygers ſieben. 
50 Ein Koler war da ſtehn belieben; 
Der het noch etlich Seck mit Kolen. 
Sie ſprach: „kum her, ich will dirs zalen.“ 
Er nam die Kolen, gieng mit jr 
Vnd trug ſie vor des Goldtſchmidts thuͤr. 
55 Da fordert in die Magd hinein 
Zur Frawen, die faß dort allein. 
Die Fraw zeigt jm da baldt ein Hammer 
Vnd ſprach: „kompt mit mir in die Kammer, 
Schlagt mir ein Nagel in ein Wanbt, “ 
60  Bnd fuhrt den Koler bey der handt, 
Thet mit jm in ein windel treten, 
Sprach: „will euch freundtlid han gebeten, 
Laßt euch jegundt vor niemandt gramwen, 
Vnd thut mir, wie jr thet ewr Frawen, 
65 Da jr am nechſten wardt bey jr.“ 
Er jprady: „begert ſolchs nit von mir! 
Mit ſolcher jach ift nit zu ſchimpffen, 
Es möcht euch jehr verunglimpffen 
Bey ewrem Herrn, wenn er beim fem 
70 Vnd ſolche that von mir vernem. 
297a Wenn ich ein andermal brecht Kolen, 
Sp moͤcht er mirs mit prügeln zalen, 
Oder vorm Schultheiß mich verflagen. “ 
Sie ſprach: „ich wills jm zwar nit jagen.“ 
75 Er ſprach: „Laßt mich vnangefochten ! 
Bielleicht jr zornig werben mochten. 
Thut auff ond laßt mich gehn mein ſtraß.“ 
Sie ſprach: „ich will euch nit verlaß.“ 


63 habt vor Niemanden Angft. — 65 am nechften = zuleßt. 





Der Bawr wardt zornig und nams beim Zopff 
80 Vnd ſchlugs mit feuften vmb den Kopff, 
Mit einem Inüttel vmb den Leib, 
. Vnd ſprach: „jo thet ich meinem Weib, 
Da ih am nechſten von jr fchied: 
Ein ander mal begert fies nit. 
85 Denn fie mir wol in dreien Wochen 
Kein eſſen hat recht woͤllen kochen.“ 
Damit der Bawr die Thür ergriff, 
Vnd eilend auß der Kammer lieff. 
Die Magd erwijcht jn dauß im Hauf, 
90 Bndfprad: „jr fompt alſo nit nauß. 
Thut mir erft, wie jr habt gethan 
Der Framen, laß euch jonft nit gahn.“ 
Er ward fchellig ond nams beim Har 
Vnd ſprach: „hab dir ein böfes Jar!“ 
95 Warffs nider vnd trats wol mit füffen: 
„So foll man euch den füßel buͤſſen!“ 
So lang, biß das fie zeter rieff. 
Damit der Bawr zur thür außlieff. 
Der Goldtſchmidt aber nit lang darnad) 
100 Kompt wider heim; hoͤrt, was gejchah ! 
Sein Werckſtatt er wider zuricht, 
297 b Das er fein Handtwerd treiben mocht; 
Vnd gieng zu mardt, bracht on gefehr 
Mit im denjelben Koler ber, 
105 Das er jm trüg zuhauß die Kolen, 
So wolt ers jm daheimen bezalen. 
Als baldt der Koler das hauß erſach, 
Hub au, zum felben Goldtſchmidt ſprach: 
„Borwar in das Hauß fomm ich nicht! 
110 Wie ichs hab dinnen außgericht, 
Wenn fie deffelben wurben denden, 
Solten mir wol ein wilfom chenden, 
Ichs nit verwuͤnd wol in vier Wochen, 
Wie ich jn thet ein fruͤſtuͤck kochen.“ 


— — “e—— — 


107 Als baldt = ſobald. 








124 Waldis, Esopus. 


Erkundt all vmbſtend dieſer ſach 
Vnd gund jr weiter nach zutrachten, 
Die jm viel boͤſer dancken machten. 
Doch war jm das vor allen lieb, 
120 Das die Fraw ſo bey ehren blieb, 
Behielt vnwillig jr keuſchheit 
Durch des Kolers vnwiſſenheit. 
EI Viel ſeltzam hendel ſich begeben 
Bey leuten im Ehelichen leben: 
125 Drumb rath ich eim in allen trawen, 
Der daheim hat ein junge Frawen, 
Vnd wil bhalten ein frommes Weib, 
Das er zu hauß daheime bleib, 
Vnd gleißt jr ſtets die Ehelich pflicht: 
130 So dinget fie den Koler nicht. 
Wenn er aber ſelb nicht kan ſchreiben, 
So muß er leiden, das ſie treiben 
298a - Das redlin, wie es jn gefelt, 
Im frembden Krug den Ejiig ftelt. 
135 Wenn jn aber nit wil gerathen, 
Wie fie e8 vorgenommen betten, 
Vnd das mans zeitlich oberfümpt, 
Deft Eleinern ſchaden dauon nimpt. 
Doc jeins nit wie der Koler afint 
140 Al die man jett zu Ellen findt. 
Gar viel jr da ins Münfter gahn, 
Die gern bie arbeit hetten than. 
An jn hets gar gemangelt nit, 
Allein das mans nit hat gemiet; 
145 Bnd das die Magd wer unrecht gangen, 
Thet zu jr aller ehr gelangen. 


116 Erkundt = erfundigt fih. — 129 gleißt = leiſte. — 137 vber⸗ 
fümpt = zuvorkommt. 








Viertes Bach. 145 


— — —— ⸗—— nn rn. rn To Tr, — — — 


Die LXI. Fabel. 
Dom Camen vnd dem Blinden. 


CH ſahe ein mal ein armen Blinden, 
Der kundt allein den weg nit finden, 
Vnd het auch niemandt, der jn leit. 
Da bgab es ſich auff eine zeit, 
5 Das er vor einer Kirchen ſaß 
Vnd bat die Leut vmb ein Almoß. 
On gfehr zu jm ein —5 kam, 
Der war an beiden Fuͤſſen lam, 
Die waren jm zuſamen ſchrumpen, 
10 Vnd gwachſſen gar an einen klumpen. 
Er ſprach zum Blinden: „lieber Bruder, 
Biß du mein Schiff vnd ich dein Ruder; 
Denn wenn du dich vor mir woltſt buͤcken, 
Vnd tragen mich auff deinem Ruͤcken, 
98b 15 So möchten wir zuſamen wandern, 
Vnd vnſer einer hülff Dem andern.” 
Daſſelb war dem Blinden beheglich 
Vnd jn auch allen beiden treglich. 
dT Sott hats auff Erden jo geſchickt, 
20 Das glüd mit dem onglüd gejpidt: 
Was er dem ein nit geben wil, 
Des bat der ander all zuuiel, 
Vnd ift alfo ungleich getheilt, 
Des allzeit einem etwas feihlt, 
25 Auff das die lieb ftets findt vrſach, 
Das fich dem nebften dinſtbar mad), 
Im nach vermög bebilfflich fein, 
Das ein Handt weich Die ander rein. 
Gleich wie der Keiner ſprach zum Koch: 
30 „Kom zu mir für das Keller loch; 


LXI. 9 fhrumpen = gefhrumpft. — 17 beheglich — angenehm. — 
18 treglich = zuträglid). 





Dentfche Bibliothek 11. 10 


© 





136 Bold, Esopns. 


Mit gutem Wein lefch dir den Durft, 
Zum fruͤſtuͤck braͤtſtu mir ein Wurſt; 
So ruͤffen wir dazu dem Becken, 
Der bringt Semeln ond friſche wecken: 
35 Erfrewt das Hertz vnd ſpeißt den Magen.“ 
Auff vielen Achſſeln iſt gut tragen. 


Die LXII. Fabel. 
Dom Schmidt vnd feiner Katzen. 


M Hark da faß ein armer Schmidt, 
Der bet fein ander narung nit, 
Denn das er fi) des Hammers nehrt, 
Damit des hungers ſich erwehrt. 
5 War ein einfeltig frommer Mann ; 
Der febt jm für ond nam fi an, 
299 a Er wolt den Leuten Schmiden vmbſunſt 
Auß brüberlicher lieb vnd gunft. 
Was jm von gutem willn wurd geben, 
10 Nur von denſelben wolt er leben; 
Dacht: „wenn ſie ſehn dein guten willen, 
Werdens mit wolthat wol erfuͤllen.“ 
Da ſolchs die Leut an jm vernamen, 
Mit vieler arbeit zu jm kamen; 
15 Der ein bracht diß, der ander das, 
Beſchwerten jn on vnderlaß, 
Danckten dafuͤr vnd giengen hin. 
Niemandt gab nichts; das wundert jn. 
Das wert nun eben lange zeit; 
20 Er dacht: „das ſein vndanckbar leut. 
Es ſolt je dennocht ſo nit ſein; 
Niemandt gibt nit, er danckt allein. 
Hat jr dancken ſo viel in ſich, 
Das ſie damit bezalen mich; 
25 Das wil ich gar baldt werden innen, 
Wenn ich ein ander weiß beginnen.“ 


LXII. 12 erfüllen = erfeßen, belohnen. 





Birrtes Buch. 
Nun bet er jelb ein fchöne Haken, 
Die fieng die Meuß ond groſſe Raten; 
Dauon ward hübjch, auch feißt und glat. 
30  Diefelb band er in die werditatt, 
Das fie fein Mauß noch Rat mehr fieng; 
Vnd an jein arbeit wider gieng, 
Vnd werdet wie er vor het than 
Vnd die Leut warn an jm gewon. 
35 Bnd wenn die arbeit war bereit, 
Sg namen fies mit Dandbarfeit, 
Dandten ond giengen auf der Thür. 
299 b Der Schmidt ſprach: „Kat, das geb ich dir!” 
Die Kat nam ab und ward bald mager, 
40 Diemeil fie nit auß jrem Lager 
Mocht gehn, das nach der narung tracht, 
Vnd man jr fonft nichts zeffen bracht. 
Damit verihmadht und gar verdarb, 
Das fie zuletft auch hungers ftarb. 
45 Da ſolchs der Schmidt nun innen ward, 
Er ſprach: „mil mir ein ander fahrt 
Nit gnügen lan an folhen fraten, 
Sonft gebt mirs gleich wie meiner Katen. “ 
d Dem Schmidt es eben gangen ift, 
50 Wie man von einem Heiden lift, 
Der bet in Künften lang ftubiert, 
Vnd offt von feinem Meifter gehört, 
Man jolt fich nemen tugent an 
Vnd ftets wolthbun auch jederman, 
55 Vnd einr dem andern willig geben, 
Das ghört zum erbarlichen leben. 
Denn wer das thet, wurd hoch gelobt, 
Vnd dafür reichlich wider bgobt. 
Er dacht: „das wil ich werden imn, 
60  DOb dem fo ſey!“ vnd gieng bald hin 
Vnd ließ zu ſolchen guten ſachen 
Zwen groffe huͤbſche Kaften machen, 
Vnd alle beid beſchmiden wol. 
Den einen ſtopffet er gantz voll 





34 gewon = gewohnt. — 46 fahrt = mal. 


— — — — — —— 
10° 





Waldis, Esupns. 


65 Mit Kleidern, Gelt und Haußgeret 
Vnd was jm Gott verliehen bet, 
Zu geben nach eins jeden bger. 
Den andern ließ er bleiben leer, 
3004 Das er darein auch legen mocht, 
70 Was jm von Leuten wurd wider bradit. 
Er thet den vollen Kaften auff: 
Da gwan er bald guten zulauff, 
Gab jederman, ond war gant biber. 
Wenn er ward leer, fo fült ern wider, 
75 Vnd gab faft aus alln, wer da lam. 
Zulett mit ſchaden auch vernam, 
In andern Kaften fam gar nüt. 
Da ward er aud) des gebens muͤd, 
Vnd ſprach: „ich jehe wol, wie ſichs belt; 
80 2 Es ift gar ein ondandbar Welt. 
Man folt nur niemand thun zu gut; 
Niemand ift, ders bedenden thut. 
Drumb wil ich bhalten, was ich hab, 
Nit hoffen auff eins andern gab.” 
85 Wir Chriften aber han die Lehr, 
Wie ons heißt Chriftus, vnſer Herr, 
Das wir folln onfer milde gaben, 
Mitteiln alln, dies von ndten haben, 
Auch onfern Feinden lieb beweilen, 
90 Damit den Himliich Vatter preifen, 
Warten dafür ein gröffern lohn, 
Den jr fein Menſch hie geben fan; 
Haben den troft vnd die zufag, 
Das ons nit bleibt an jenem tag 
95 Ein Waffertrund, eim armen bradt, 
Bnuergolten oder vnbedacht. 





























77 nit = nichts. — 82 bedenden = verdanfen. — 91 warten = er: 
warten. 


ö— — — 9 
Viertes Buch. | 149 


IT I IT — IT 


Die LXIU. Fabel. 
Dom Wucherer ond einem Gefellen. 


300 b (5° armer Gſell fih8 ondernam, 
Zu einem reihen Bürger fam, 
Fordert jn heimlich auff ein ort, 
Band ſprach: „Herr, hoͤret mich ein wort ! 
5 Sch bett euch omb ein Fleines zu fragen ; 
Bitt, wöllet mir die warheit fagen. 
Ein ftüde Golt, geleutert, rein, 
In der größ wie ein Zigelftein, 
Wenn eim-jolchs onfer Herrgott bichert, 
10 Lieber, jagt mir, was wers wol wert?“ 
Da wuchs dem Wuchrer groß verlangen, 
Meint, er bett ſchon den Fiſch gefangen, 
Sprad zum Sfellen: „hir, was du thuft, 
Ein wenig dich enthalten muft. 
15 Ich hab zu thun jegundt mit Leuten, 
Drumb fum beim auff Die malzeit heuten, 
Vnd if mit mir, was ons ©ott geit, 
So geb id) dir ein guten bjcheid 
(Gedacht, das er daſſelbig Golt 
20 Bon ftund da mit jm bringen jolt) ; 
Vnd Dich heut mit mir fröfich machen: 
Sp wolln wir reden von den ſachen.“ 
Der Gſell jeumt nit, fam allzubandt, 
Zum Reichen ſich zur Malzeit fandt. 
25 Da macht ern fröfich, ließ fchenden ein 
Gnug von dem allerbeften Bein. 
Er aß vnd trand ond war frölid,, 
Vnd fieß fein ding bekuͤmmern fidh. 
Da er war eben lang geſeſſen, 
30 Hett wol getrunden ond ſatt gefien, 


LXM. 1 fih8 ondernam = unternahm, unterfing ſich. — 14 enthal: 
Viufhalten. — 16 heuten = heute. — 23 allzuhandt = alsbald, 
ogleidh. 








301a Er nam vrlaub ond wolt nu gehn. 
Der Kauffman folgt jm an die Thuͤr 
Vnd ſprach: „wie du mir heut gabft für, 
35 Bon einem groffen ſtuͤcke Goldt 
Fragteſt, was das wol gelten folt; 
Laß fehn, fo wil ich dirs wol jagen, 
Vnd mich mit dir darumb vertragen.“ 
Er ſprach: „ich hab fein nit jeßunder, 
40 Bnd nimpt mich von euch grofjes wunder, 
Das jr bey einem armen Gjellen 
Eins folden Schatzs vermuten wollen. 
Wenn mir aber ein glüd zuftünd, 
Das ich ein fol ſtuͤck Goldes fünd, 
45 Das ich denn wäft, wie ichs folt acht, 
Vnd mein rehenjchafft darnach mad. 
Fa wenn ich8 aber vberkum, 
So glob ich euch, wo ich bin frum, 
Weil ich fehe, das euch drumb fo gach, 
50 Bnd jr fo fleilfig fragen nad), 
So wil ich zu feim andern lauff: 
Ir folt der nehft fein zu dem kauff.“ 
Ich hab offt von den alten ghort, 
AU Menſchlich anjchleg gehn nit fort, 
55 Sonderlich wie jetst mandyer belt, 
Mit wucher, geit dem Gelt nachſtellt, 
Drumb ſchats nit, das er wird betrogen, 
Vnd jm zugeiten vorgelogen. 
Vnd obs nit allzumal gefchicht, 
60 Was onſers hertzen Geitz erficht, 
Da leit nit an, das auch zuzeiten 
Die Geitzigen den Eſel reithen. 
301b Wuͤntſchen, verlangen, warm Sommertag, 
Der gehn viel in ein Hopffenfad. 


43 zuftind = wibderführe, zuftieße. — 45 fo habe id} euch gefragi 
damit id dann wifle. — acht = ſchätzen. — 48 rum = ehrlich, recht 
fhaffen. — 61 da liegt nichts daran. — 62 beftraft, verfpottet werden. 


Viertes Bach. 45] | 


Die LXIV. Fabel. 
Dom Bilgrim und einer hülken hand. 


Esn Bilgrim gieng durch einen Wald, 
Was dick vnd wuͤſt, gar vngeſtalt, 
Vom morgen fruͤ biß auff Mittag, 
Das er am letzten ſchier erlag. 
5 Des rechten weges er da mißt; 
Zuletzt ward jm der pfad auch wäüft, 
Darauff er gieng, warb wild vnd boͤß; 
Kam in ein wuͤſtes, wildts gedoͤß. 
Zuleßt wol hin vmb Veſper zeit 
10 Kam auff ein Platz, war eben weit; 
Da ftund ein Baum auff weiter Heid, 
Da war ein breifüch wegeſcheid. 
Er fahe auff; an dem Baum da fandt 
Genagelt eine huͤltzen band, 
15 Die zeigt recht auff den mittlen pfad. 
Der Bilgrim neher zubin trat; 
Er fragt die Hand, was fie bedeut? 
Sie ſprach: „ich weiß die frembden Leut, 
Zugleich die böfen und Die frommen, 
20 Das fie zur guten Herberg kommen. 
Wenn fie halten den mitlen jteg, 
Wie ich mit meinen Fingern zeig. 
Denn die andern zwo großen Ban 
Allbeid bin in die Wildnis gahn; g 
25 Vnd wer des wege mill fehlen nicht, 
Der wird bie ongefragt bericht. 
302 a Wer mir bierinn nu folgen thut, 
Dem fompt fein böje Reif zu gut, 
Vnd gſchicht zu muß Denfelben Leuten.“ 
30° Der Bilgrim ſprach: „jo bin ich heuten 


— 





LXIV.2 (ee — der Wald) was = war. — wuͤſt = dde. — dam 
legten = zuleßt. — 6 wüft = haͤßlich, Schlecht. — 8 gedöß = Didigt? — 
18 weiß — weife zurecht. — 26 ungefragt = ohne daß er fragt. 





452 Waldis, Esopus. 





Den gantzen tag biß jetzt jrr gangen. 
Nach guter Herberg hab verlangen, 
Dazu du mir jetzt biſt der Zeiger. 
Drumb bit, mir mein begier nit weiger, 
35 Kum, geh mit mir, biß heint mein Gaſt! 
Weil dmir ſolch lieb erzeiget haſt, 
Wil ich auch nit vndanckbar ſein 
Vnd ſchencken dir vom beſten Wein, 
Vnd dir nach allm vermoͤgen pflegen. 
40 Du ftehft Doch hie in Schnee vnd Regen: 
So wirdt dein Herk ein mal erquidt. “ 
Sie ſprach: „bin nit dazu gefchidt, 
Gar hart an diefen Baum genagelt. 
Obs regnet, ſchneiet oder hagelt, 
45 So thu ich meinem bruff genug, 
Wenn ich den Leuten zu gefug, 
Wenn ich mid) ftets fleiß vnd dran preife, 
Den rechten weg eim jeden weile, 
Zur Herberg zu jrm nut ond frummen: 
50 Selb würd ich nimmer dahin kummen.“ 
ET Bey diejer angehafften Handt 
Wirdt ons anzeiget allefandt, 
Wie etlich Leut mit arbeit groß 
Bns weiſen auff die rechte ftroß 
55 Mit predigen vnd guten lehren 
(Wol dem, der fich daran thut feren!) 
Jedoch fich ſelb darnach nit richten, 
302 b Mit boͤſem leben dler vernichten. 
Werden aud) bey der Gloden bdeut, 
60 Die alltag zu der Predig leut, 
Doch kumpt fie felber nit hingangen, 
Bleibt ftet3 oben im Thurn behangen. 
Wir folln ons aber nit dran keren, 
Wenn fie ons nur die Warheit leren, 
65 Vnd ons den weg zum Himel weiſen, 
Dafür wirs ehren folln vnd preifen. 


34 begier — Begehren, Wunſch. — 36 dmir = du mir. — 42 
ſchickt — geeignet. — 46 zu gefug = bequem, nüßlich bin. — 87 Jed 
biejenigen welche fih nicht u. f. w. — 58 dler = die Lehre. — 59 
werben. 





Biertes Bud. 


Gleich wie ung Chriftus ſelb bericht, 
Sen böjen thaten folgen nicht, 
Weil fie das ordentlich Lehrampt han, 
70 Solln wir jn weſen onderthan. 
Woͤlln fie der Lehr gemeß nit leben, 
Muͤſſen fie zwifach rechnung geben. 


Die LXV. Fabel. 
Don einem Kauffman. 


V Maink am Rhein ich leiten war 
In dem Sechs ond dreifjigiten Iar 
Gegen bie Frandfurter Meß im Herbft, 
enn jeder Kauffman ſeins gewerbs 
5 Auß weiten Landen dahin zeucht, 
Durch groffe fahr die armut fleuht. 
Ein Kauffman auß dem Niderlandt, 
War weit berümpt vnd wol befant, 
Mit groffem gut fuhr nauff den Rhein, 
10 Das er auch mocht dafelben jein. 
Denn er mit vielen bet zu thun 
Aug Welſch und Deuticher Nation. 
In aller wahr gab ſtich vmb ftich, 
303 a Wie man des hat berichtet mich. 
15 Er kam nit weiter denn gen Denk, 
Befiel baldt an der Peftileng, 
Wardt hefftig frand; das jah der Wiert, 
Ein grawen Mind baldt zu jm führt, 
Das ern am beiten onderricht, 
20 Vnd ſolt dem Kranden hörn die Bicht, 
Welchs den Kauffman fo wundern thet, 
Als 068 zu Kon gedonnert bet. 
Er fragt: „wer hat eud) her Eitiert? 
Ich bitt, laßt mich jetzt vngeirrt. 


LXV. 1 leften = Iepthin ‚ zulebt. — 13 mit Waaren ſtechen f. v. a. 
auſchen; — Stich vmb Stid = Stüd für Stüd. — 16 befiel = wurde 
zanf. — 20 Bicht = Beidte. 





25 Ich hab gar viel ein anders zfchaffen, 
Denn ich nach ewrem thun folt gaffen. “ 
Der Mönd ſprach: „dem fey, wie jm woͤll, 
Ir feit zwar gar ein ſchwacher Gſell; 
Es weiß zwar niemand, obs jo fem, 
30 Vnd euch der Herr von binnen nem.“ 
Er ſprach: „wie folt ich fo bin fterben 
In joldem gichefft und groffen gwerben, 
Mit ſolcher groffen rechenichafft, 
Damit mir mancher ift verhafft, 
35 Mit fo viel taufent ond groffen Summen, 
Wenn folt ich zur bezalung fummen? 
Da fteht mein Gut, das Gſinde zert; 
Der eine fompt, der ander fehrt, 
Mancher mir da Gelt geben wil, 
40 Dem andern bin ich jchüldig viel, 
Die all dahin meinthalben fahrn, 
Bud als auff meine zufunfft ſparn. 
Wurd jetzt nit gfehlichtet alle ſachen, 
So folts ein gröffer jrrung machen. * 
303b 45 Er ſprach: „Das muft jr fahren laß: 
Der Todt achtet nit alles das: 
Er geht dennoch ftets feinen gang, 
Solt ers auch haben feinen dand.“ 
Der Kauffman fpradh : „ſeht, lieben Freundt, 
50 Wie ontreglich ifts mir jetzundt! 
Nimpt mich der Todt jetzt bie gefangen, 
So bleibt mein ſach zu Frandfurdt bhangen 
Gar vnendtlich ond ongefchlicht, 
Welchs ich mich bet verſehen nicht. “ 
55 Vnd fuhr bald hin in Nobis hauß, 
Da fchlegt der Flam zum Fenfter auf. 
q Riewol wir all dem Todt verftridt, 
Doc fein wir allzeit ongefchidt, 
Zu fterben han wir nimmer zeit; 
60 Diß oder das im wege leit. - 


53 onendtlih — unbeenpdigt. — 85 in Nobis hauß S. Anmerf. 
III. 87, 42. 





Biertes Buch. 155 


— — — — — ——— — — —— — —— m — nn — — — * 
— — —— — TE 


Auch in den aller groͤſten noͤten 
Wil ſich niemand gern laſſen toͤdten. 
Es ſein die fahr, ſo groß ſie woͤllen, 
Noch thut man nach dem leben ſtellen. 
65 Wenn eim auch noch ſo obel iſt, 
Dennocht er gern das leben friſt. 
Wenn man auch ſtets vom todte ſag, 
Zu ſterben ſchicken alle tag, 
Vnd fleiſſig auff die fahrt bereiten, 
70 Noch kompt er ſtets zu vnzeiten. 


Die LXVI. Fabel. 
Dom Studenten vnd einem Müller. 


(5 jung Gſell auß dem Weljchland zoh, 
Bon Bononi der Schulen hoch ; 
304a Daſcelben bet er lang ftubdiert 
Bnd all fein barfchafft gar verzert, 
5 Doc lieber lenger da wer blieben, 
Het jn die noth nit heim getrieben. 
Wie er durch Schwaben ziehen thet, 
Kam er an einem abent fpet 
Bor eine Mülen an eim fluß, 
10 Weit vom Dorff wol zwen Armbruft ſchuß; 
Vmb berberg bat diefelbig Fraw. 
Sie antwort jm, ſprach: „auff mein trem, 
Ich darff euch jetzt nit laſſen ein, 
Denn ich bin binnen gar allein. 
15 Mein Dann, der ift mit feinem Karren 
Mit Korn hin zu der Stadt gefahren; 
So hat er mir befohlen heut, 
Soft nit einlaffen frembde Leut.“ 
Damit gieng nein, die Thür fchloß zu. 
20 Der Gjell gedacht: „wie thu ich nu?“ 
Es thet jm and, er fraut den Kopff: 
Baldt wardt er gwar beim hauß ein Ichopff, 





68 ſchicken = fi anfdidt. — LXVI. 2 Bononi = Bologna. 








Darunder lag ein bauffen Hew, 
Stieg heimlich nauff, macht jm ein ftrew. 
25 Da lag er lenger denn zwo ftundt 
Vnd vor hunger nit ſchlaffen kundt. 
Zuhandt er zweier Menjchen wort 
Im hauß daniden reden hort. 
Er dacht: „nun iſt die Fraw allein, 
30 Oder der Wiert iſt kommen heim.“ 
Gar heimlich neher zuhin kroch; 
Da fandt er in der Wand ein loch. 
Beim Fewr ſahe er ein Tiſch gedeckt; 
304 b Da waren Semeln auffgelegt, 
35 Zwey braten Hüner, ein Schäffen Kaͤß, 
Gleſer vnd ander trinck gefeß, 
Ein Eierkuchen vnd ein Fladen, 
(Dacht: „wer wirbt hie zu Gaſt geladen?“) 
Ein fünffmeffige Flaſch mit Wein. 
40 Zuletſt kam auch gichlichen hinein 
Auß demjelben Dorff der Pfarrherr. 
Dem mwardt erbotten groffe ehr; . 
Die Sram hieß in freundtlich willlommen, 
Vnd ward gar lieblidy angenommen. 
45 Begunden fich allbeid zu ſetzen, 
In fröligfeit fic) zu ergegen. 
Baldt fam der Wiert; dba ward die freub 
Berwandelt in ein trawrigfeit. 
Er ſprach: „thu auff!“ vnd weiblich Hopfft. 
50 Die Framw erihrad, die Flaſch zuftopfft, 
Vnd warff fie onder einen ſchaub; 
Die Hüner bdeckt mit Eychen Laub, 
Den Ihäffen Kaͤß mit allen Weden 
Thets mit eim alten Sad bebeden, 
55 Den Eyerfuchen ond den Fladen 
Schloß baldt in jre Schleier laden. 
Der Pfaff wuft ſich niergn zu verhüten; 
Er kroch under ein Heine Bütten. 
Die Fraw tbet auff, den Dann einließ 
60  Bnd jn freundtlich willfommen hieß, 
Vnd ſprach: „Wie fompt jr jeßt fo fpet? 
Des ich mich nicht verſehen het. 








Birrtes Buch. 457 


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Nun hab ich zwar jetzt auff dißmal 
Bor euch nit Kocht gantz oberal, 
3052 65 Denn ich mir nit het vorgenommen, 
Das jr fo baldt jolt widerkommen.“ 
Er ſprach: „fo efien wir Kaͤß und Brodt: 
Er ftirbt nit hungers, wers felb bat.“ 
Er zohe ſich ab, jeßt fih zum Fewr; 
0 Der Gſell ſahe all di abenthewr. 
Er dadt: „du thuft gleich, wie du thuft, 
Zu diefem fpiel auch fommen muft, 
Vnd diefen wunderlichen boffen 
Magſtu nit ongeendet laflen. “ 
75 Stieg nab vom Haͤw, Hopfft an die Thür. 
Der Wiert fragt: „wer ift jest Dafür ?“ 
Er ſprach: „erzeigt mir ewre guͤt! 
Es ift jet nacht und bin gan muͤd; 
Im ganten Dorff, noch forn noch binden, 
80 Kanich niergend fein Herberg finden: 
‚, Ein jeder mir daſſelb verjagt. 
Laßt mich doch ein, fo lang biß tagt!” 
Da ſprach der Wiert: „eins frembden armen 
Soll man fich ftets auf lieb erbarmen.“ 
85 Thet auff die Thür ond ließ jn ein; 
Sprad: „ich ſeß Doch fonft hie allein.“ 
Die Fraw bracht kleine Kaͤß, warn troden, 
Vom Brodt auch etlich ſchimlig Brocken, 
Vnd kocht bald einen Habern brey: 
90 Dazu fi fetten alle drey, 
Vnd affen zwar nit viel dauon. 
Der Wiert den Saft fragen began, 
Wohin er wolt, von warn er fem, 
Vnd was er news im Land vernem 
95 Mit vielen worten ond ombftend, 
305 b Welchs jn berichtet der Student, 
Vnd ſprach: „im Welichland hab ftudiert, 
Da man bie freien Künfte lert.“ 


65 ich hätte nicht gedacht. — 70 abenthewr — Ereigniß, Treiben. 





358 Baldis, Esopus. 


—— TE TITEL TI TI II 00 II — TIL TI DJ 


Der Wiert ſprach: „mwolt mirs nit verferen, 
100° Da moͤcht ich gern etwas von hören. 
Ich bin ein grober Bawr vnwiſſen, 
Hab mich nie feiner Kunft geflifien ; 
Doc hör ich gern von frembden fachen, 
Die ein zu zeiten froͤlich machen. “ 
105 Er ſprach: „viel wunderlich geſchicht 
Wirdt man daſelb gelert vnd bricht, 
Von alln Geſchoͤpff der Creatur, 
Ir eigenſchafft vnd jr Natur, 
Bon Himeliſch vnd jrdſchen Dingen, 
110 Dauon wir offt hoͤrn ſagen vnd fingen, 
Auch was der Teuffel in der Hellen 
Dort niden thut mit ſein Geſellen, 
Von bſchweren vnd der ſchwartzen Kunſt, 
Die ich nit hab glernt vmb ſunſt, 
115 Darinn ich etlich Jar vertrieben, 
Vnd gar mit groſſem fleiß geſchrieben. 
Wenn jr mir aber nit glauben wolt, 
So koͤndt ich machen, das jr ſolt 
In eim geringen ſpuͤrn mein Kunſt. 
120 Das jr nit denckt, es ſey vmb ſunſt 
Ein gdicht vnd loß betriegerey, 
Will ichs mit einem ſtuͤcklin frey 
Vor euch jetzt ſichtiglich beweiſen, 
Das jr hienechſt mein Kunſt ſolt preiſen, 
125 Vnd ſoll zugehn mit guten boſſen. 
Allein das jr euch weiſen laſſen, 
306 a Vnd nichts zu meinen Dingen jagen, 
Nach difem oder jenem fragen! 
Laßts mich allein nur machen gar: 
130 Ich bin euch gut vor alle fahr. 
So fitst nu Still; es ſoll euch frommen, 
Vnd noch zu allen freuden kommen.” 
Dem Bawren thet der vorwitz andt; 
Er ſprach: „nu machts nad) ewrer handt. 


100 von — davon. — 106 bricht = berichtet. — 110 fagen ond fingen 
©. d. Anmerf. zu diefer Stelle. — 113 bfchweren — Beihmwören. — 
119 in eim geringen = in kurzer Zeit. — 134 nun madjt es, wie es fih 
am beiten ſchickt. 








Birrtes Buch. 


mn — — — — — — — — — —— 
ö— — — II mm om 





135 Kriegt ich ein guten trund dauon, 
Sp wolt ich Toben all ewr thun.“ 
Da ſprach der Gfell: „gebt euch zu frieden ! 
Schweigt jr; laßt mich allein nur reden.“ 
Baldt ftundt er auff vnd macht ein reif, 
140 Schrieb Character, die id) nit weiß, 
Sprad) etlich wort auff Greds, Ebreiſch, 
Hr abiſch oder fonft Kalveifch, 
Vnd macht viel jelgam Cerimont, 
Vnd ſprach: „kumb herauf, Calceboni ! 
145 Diß ein ich jest won dir beger, 
Das bring mir one feumen ber!” 
Damit er etlich Creutze macht 
Mit ſeltzam berd ond vieler pracht, 
Vnd ſprach: „Herr Wiert, in jener eden 
150 Wernrdet jr finden etlich Weden, 
Ein Schäfen Kaͤß on arge lift 
Mit einem Sad bebedet ift.“ 
Dem Wiert war zu den dingen gach, 
Lieff zu, vnd dieſe ding befad). 
155 Da fandt er, das alles jo war, 
Dauon er ward erfremwet gar. 
Der Gfell mit feiner Kunft fuhr fort, 
306 b Vnd redt noch etlich heimlich wort. 
Sprach: „under jenem Laub von Eichen 
160 Moͤcht j ir zwey braten Hüner reichen ; 
Ein Fladen ond ein Eyerkuch 
Man in der Schleier Laden ſuch. 
Dort binder jenem buͤndel Stroh 
Ein Flaſch mit Wein, Die macht ons fro. 
165 Da ſprach der Wiert: „es iſt jetzt gnug! 
Wir haben jetzundt vnſern fug.“ 
Da ſprach der Gſell: „het jr nit gwert, 
Ich wolt vns haben mehr beſchert. 
Ir macht mit ewrem ſchwatz ond klaffen, 
170 Das ich dißmal nit mehr kan ſchaffen.“ 


141 Grecks — Griechiſch. — 154 beſach = betrachtete. — 167 gwert 
= abgewehrt. 





160 Waldis, Esupns. 


ee De gg 


Die Fraw ſahe ſawr; bey jr gedacht: 
„Hat dich der Teuffel jeßt her bracht? 
Bor euch wars nit zufamen tragen!“ 
Doc dorffte fie fein wort nit jagen. 
175 Dem Pfaffen wardt dort binden bang, 
Ein ftundt daucht jn eins Jares lang; 
Gedacht: „wer ich hinauf mit fug, 
Du folteft mich mit dem betrug 
Dein tag nit wider bringen rein: 
180 Solt mir ein ewig warnung fein!” 
Sie affen, trunden, lebten wol, 
Das mit der zeit ber Wiert ward. voll, 
Denn jm die fach fo wol behagt. 
Zulett hub an zum Saft ond fagt: 
185 „Wenns möcht on vnſern Schaden gſchehn, 
So wolt ich gern den Teuffel jehn, 
Der ons gibt Speiß und guten wein: 
Es muß ein frommer Teuffel fein!“ 
307a Da antwort jm der Gſell ond ſprach: 
190 „Weil euch zun Dingen ift fo gadh, 
Vnd ich ewr gir damit mag ſchweigen, 
So wil ich euch denfelben zeigen.“ 
Er ſprach: „wenns zu gieng onuerlett, 
Vnd ich mich mit dafür entjekt, 
195 Möcht gern fehn, wie er wer geftalt.“ 
Er ſprach: „fein farb ift manigfalt: 
Er wirbt in aller farb vnd berbt 
Wie ein Polypus figuriert, 
Vnd ift fein Kunſt wol taufentfach. “ 
200 Der Bawr forcht fich, zum Gſellen ſprach: 
„Ich merck wol, das jr fein feit mechtig ; 
Bnd wer der Schelm auch nod) fo preditig, 
So koͤnt jrn in eim wort begreiffen, 
Das er muß tanken, wie jr pfeiffen. 
205 Macht nur, das ich jn jehen müg, 
Vnd ſich damit von binnen füg, 


179 rein —= herein. — 190 zun = zu den. — 203 begreiffen = faflen, 
paden. — 206 ji füg = ſich entferne. 





Birrtes Buch. 461 


Pit wie ein Schlang oder bifer Wurm, 
Biel Lieber in eine Menfchen form.” 
Da ſprach der Sfell: „wolan, wolan! 
210 Er fol baldt vor euch einher gahn 
In eines feinen Manns geftalt, 
Nit al zu jung, auch nit zu alt.“ 
In feinen freyß gieng er da wider; 
Da budt er fich zu dreymal niber, 
215 Bnd auff Latein laut reden gund, 
Welchs denn der Pfarrherr wol verftund, 
Dem er ein ſolche lofung gab, 
Das er die Butten baldt warff ab, 
Vnd madt im Hauß ein groß getümmel, 
b 220 Als ob fie gfallen wer vom Himel. 
Der Bawr erſchrack vnd ſchrey baldt: „zeter! 
Hilff heilger Himelfürft Sanct Peter!“ 
In mitler zeit nit ſeumbt der Pfaff, 
Das er gerad die Thuͤren traff. 
225 Da ſprach der Gſell: „ſeit gutes mutes 
Vnd verſeht euch nu alles gutes! 
Hab jm zum theil ſein macht benommen; 
Er wirdt ſo baldt nit wider kommen.“ 
Des troſts der Wiert ward eben fro, 
230 Vnd ſprach für groſſer freud alſo: 
„Nu darff ichs bey meim Eid wol ſagen, 
Das ich bey alle meinen tagen 
Viel ghort von dingen, die geſchehen: 
Doch hab ich nie kein Teuffel gſehen, 
235 Der ſo geſtalt vnd ehnlich wer 
Vnſerm Pfarrherrn, als eben der!“ 
d Dean weiß wol, wie ehrmals bie Pfaffen, 
Mehr denn fihs zimpt, hetten zufchaffen 
Mit der Bürger ond Bawren Weiben, 
240 Dauon id wuͤſt gar viel zu fchreiben ; 
Das fie wie die trewen Paftorn 
Gar ofit jr Schäflin felber ſchorn: 
Doch dorfften fich des nit erwegen 
Offentlih, wie Die Schäfer pflegen, 





— — — — 


229 eben = fehr, aufſerordentlich. — 237 ehrmals — ehemals. 





Yeutfche Bibliothek II. 11 


Waldis, Esopus. 


245 Sondern heimlich, offt in den klauſen, 
Im finſtern, wie die Katzen mauſen. 
Ja, wenn da einer kommen wer, 
Het dem Pfaffen dieſelbig Scher 
Ein halbe ſpann vorn abgehawen, 
250 So wern gar offt die jungen Frawen 
308 a Frumb, zuͤchtig blieben, vnbetrogen, 
Vnd jrem Bubennetz entflogen; 
So duͤrfft Buͤrger vnd Bawr nit nehrn 
Die Kinder, ders nit Vaͤtter wern. 
255 Geb dem Barbier die beul vnd leid, 
Der den Pfaffen die platt erſt ſchneidt. 
Hett er dieweil daſſelb gemitten, 
Dort niden etwas abgeſchnitten, 
So wer manch fromb Mann baß beweibt, 
260 Der ſich ſonſt an ein Huren reibt. 


Die LXVIL. Fabel. 
Don einem verurtheilten Knecht. 


3° zeit, da König Hans zu Dennemard 
Zu Waflr und Land fich rüftet ftard, 
Vnd Krieg hett mit den Henfeftebten, 
Einander groffen ſchaden theten, 
5 Da lagen etlich Knecht in Schone, 
Zum Einbogen und Landskrone. 
Darunter war ein junger Gjell, 
Kam zu Schaden vnd ongefell, 
Denn ſichs ongefehrlich zutrug, 
10 Das er ein Bürger da erfchlug. 
Da ward jm auch ein ortheil afellt, 
Das man in wider tüdten ſoͤlt. 
Da funden fich zur jelben zeit 
Gut Freund ond etlich fromme Leut, 


252 entflogen = entfloben, entgangen. — 255 beul — Pefl. — 
257 gemitten — gemieden, md — LXVI. 5 Shone=Schonen. 


— 6 Elnbogen vnd Landskrone, befeftigte Städte in Schweden. — 8 vn⸗ 
gefel = Unglüf. 





Biertes Buch. 463 | 


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15 Die brachten auff ein jung Magd; 
Diefelb trat hin frifch, vnuerzagt, 
Vnd ftundt dafelben vor den Rath, 
Vnd für den Knecht gar fleiffig bat, 
308 b Sie jn aus gnaden laffen leben 
20 Bnd jr zu einem Manne geben ; 
Wolt fih in ehren mit jm nehren 
Bnd jre zeit bey jm verzeren. 
Endlichen warbt erhort jr bitt: 
Lieff baldt hinauf vnd feumet nit, 
25 Das fie jn lebend brecht herwider: 
Da folt er eben knien nider. 
Der Richter ſprach zum felben Knecht: 
„Zum Zodt verurtheilt bift Durchs Recht; 
Aber diefe Dirn ift hin gtreten, 
30 Vnd hat dirs leben heut erbeten 
Mit ſolchem bding ond Dem beicheid, 
Das du nad) weis der Chriftenheit 
Diefelbig zu der Ehe folt han: 
Sie fey dein Weib und du jr Mann.” 
35 Er blieb beitehn, die Magd anfach ; 
Ein ebne weil darnach er ſprach: 
„Es fey denn, das mein gmüt mid) trieg 
Vnd das mir jr geftalt vorlieg, 
So dundt mich an jr Pifignomey, 
40 Das fie fürwar gefchnitten fey 
Auß einer zähen, bofen haut, 
Die nit gern ftille fitst noch ruht, 
Geneigt zu haspeln und zu geigen, 
Vnd nimmermehr ein wort verfchweigen. 
45 Zr dünnen Lefftzen ond fpite Naß, 
Die zeugen gwißlich alle das. 
Da folt ih all mein muth verliefen: 
Ich wil den tobt wiel Lieber kieſen. 
Ham ab, wie bu haft vorgenomen, 
309a 50 Das ich des onglüds moͤg abkomen! 


31 bring = Bedingung. — 38 vorlieg = vorlüge. — 39 Viſigno⸗ 
mey = Phyſionomie. — 43 haspeln = tanzen. 





164 Wallis, Esopus. 





Beſſer ein boͤſe ſtund fuͤrwar 
Denn fuͤnff vnd renbig boͤſer Jar.“ 
d Es iſt, — mir, zu aller friſt 
Kein groͤſſer leid, denn das einr iſt 
55 Mit einem boͤſen Weib beladen. 
Sie koͤnnen ein in leid vnd ſchaden 
Bringen mit luͤg vnd boͤſem ſchwetzen, 
Damit die Leut zuſamen hetzen. 
Es ſolt einr lieber Steine tragen 
60 Auff die Maur ond all arbeit wagen, 
Denn das einer ſein zeit vertreib 
In leid mit einem boͤſen Weib, 
Vnd viel lieber des Todtes ſterben, 
Denn ſolch ein zaͤhen Balg zu gerben, 
65 Vnd lieber der Welt vngluͤck haben, 
Denn ſolch — —— Leder ſchaben. 
Man ſagt, wer blind ſey, der ſey arm, 
Iſt bilch, das man ſich ſein erbarm: 
Noch iſt der viel ein ermer Mann, 
70 Welcher ſein Weib nit zwingen kan. 


Die LXVIII. Fabel. 
Don einem Leinenweber. 


N Heffen war ein Leinenweber, 
Der ehren gar ein wbergeber, 
Der bett vertrunden all das fein 
Im Bier ond in dem guten Wein, 
5 Das alles, was er bett im Hauß, 
Berzeret war in vollem ſauß. 
Fand nit mehr, da er ſich anftief. 
309 b Dennod babey nit bleiben Tieß: 
Das Garn, jo jm ward bradt zu Weben, 
10 Vnd ſolt die leimodt wiber geben, 


LXVIN. 2 der die Chre aufgab. — 10 leimodt = Leinwand. 








310a 


Biertes Buch. 165 


— — — — — — — — — 





Das war verbraſſet vnd vertruncken 
Vnd in dem Weinſchlauch gar derſunden. 
Kamen die Frawen, welch jm jr Gar 
Bracht betten wol ein Jar non, 
15 So legt ers ftet8 mit worten ab, 
Bnd nimmer mehr nit widergab. 
Eins mals begab ſichs auff ein tag, 
Saß bey den Buͤrgern in eim glag, 
Da kam ein arme Fraw auch dar, 
20 Die ward fein on gefehr gewar, 
Welch jm vom Flachs gehechelt rein 
Biel Garn bracht bett, gefponnen Kein, 
Das er langft hett von jr genomen, 
Bnd fund nit wider zum jren fomen. 
25 Schalt jn ein Schald und Boͤſewicht, 
Ein Rügner, Dieb vnd Tügenicht, 
Ein Buben ond ehrlofen Dann. 
Er ſchwieg vnd gab ein lachen dran. 
Da ſprachen, die da bey jm fallen, 
30 Wie ers kuͤndt vnueranwort laffen 
Sein rebligfeit, ehr vnd gelimpff, 
Denn ſolchs zu tadeln wer fein ſchimpff. 
Er ſprach: „en lieben Leut, ich bitt, 
Wolt euch daffelb Ian kümmern nit: 
35 Sind Weiber theiding, loſe mehr, 
Gelangen mir nit an mein ehr. 
Solchs fein all Namen, die wir fennen, 
Damit man pflegt ein Dann zu nennen, 
Vnd ift nit new zu onfer zeit, 
40 Derbalb daran mir nit viel leit. 
Würff fie mir aber ein anders fur, 
Vnd ſchuͤldt mich für ein alte Hur, 
Ein Iltis balg und Ehebredhrin, 
Ein Wettermacher und Zauberin, 
45 Damit mid) an der ehr zu ſchedigen: 
Daffelb gebürt mir zu vertheidingen. 


15 legt ers ab = wies er fie ab, fpeifte er fie ab. — 18 glag = Ge⸗ 


g 
la * Pi Tuͤgenicht = Taugenichts. — 35 Weiber theiding = = GBeiber- 





50 All edle Salb, das zeugt die Schrifft. 
Die Heiden haben auch beichloffen, 
Das eine fol Leib ond leben laſſen, 
Bd lieber alle not entpfinden, 
Eh ers laß an der ehr erwinden; 
55 Denn wer fich ſelb verungeleumbt, 
Sein eigen glimpff ond er verſeumt, 
Denfelben heilt man nit auffrichtig, 
Zu alln guten ſachen vntuͤchtig. 


Die LXIX. Fabel. 
Don S. Peter und einem Moͤnch. 


(5 gramer Mönd, ein Obferuant, 
Welch in der Welt find wol befant, 
Denn jetzt ſchier nirgend tft ein Stabt, 
Da man fie nit für Heilgen bat, 
5 Derfelb pflag vons Minifters wegen 
Zu Bifitiren, wie fie pflegen. 
Da wart man auff jn in den Kloftern;; 
Wo er binfam, fo war es Oftern. 
310b Die Bürger trugen zu mit hauffen, 
10 Hub fi ein freffen vnd ein fauffen. 
Da ward alltag voll auff geichöpfft, 
Dauon der Mönd, war wol gefröpfft 
Mit oberfluß und guten tagen, 
Mit einfchenden ond vollauff tragen. 
15 Alfo cafteit ſich manches Sar, 
Das er fo ehr verfallen war, 
Das jm fein hals ſahe wie ein Schlauch, 
Bnd im fo runtlet war fein Bauch, 


55 verungeleumbt = ſchmäht, verläumbet. — 56 verjeumt = ver- 
nadjläffigt. — LXIX. 5 vons Dlinifters wegen = von Amts wegen. — 
6 Bifitiren — befuchen, unterfuchen. — 18 runßlet = runglid. 





Bier Bud. 467 


Tin LI III LI III 2... zz. 2 2 IL ITITT IT IT DD I IT —Kk 


Bon vielem gaften alfo gfett, 
20 Dean het ein Mefjer drauff gewetzt. 
Sein Farb war jm fo gar entjunden, 
Wie eim Bawın, der ein Ort vertrunden, 
Das er abnam ond fo verbarb, 
Fiel in ein Krandheit, das er ftarb. 
25 Baldt fein Gefellen mit jm nimpt; 
Bon ftundt hin vor den Himel fümpt; 
Denn wie man jagt, allzeit bey parn 
Die Mönch von mund zu Himel fahrn. 
Er Hopffet an in vollem ſauß; 
30 Sanct Beter fam zubandt herauf. 
Da ſprach der Mind: „bot heilger Tauff! 
Wie thut jr mir fo langſam auff! 
Schleicht gleich wie eine Schneck daher, 
Ob jr nit wuͤſten, wer ich wer.“ 
35 Darab Sanct Peter ſich entſatzt, 
In wundert, das der Mann ſo trotzt, 
Blieb lang beſtehn vnd ſahe jn an, 
Sprach: „was biſt vor ein Wetterhan? 
Du ſtehſt noch hauſſen vor der Pfort, 
lila 40 Vnd gibſt gereyt ſolch hoͤniſch wort? 
Gehe hin, verdaw zum erſt den Wein: 
Man leßt kein Trunckenboltzen rein; 
Allein die nüchtern, jtillen, frommen 
Vnd demütigen in Himmel kommen. 
45 Auch biſt jo wunderlich gekleidt, 
Dergleich ich in der Chriſtenheit 
Mein lebtag nie geſehen hab. 
Du biſt zumal ein wuͤſter Knab. 
Vmb Faßnacht pflegen ſich die Heiden 
50 Dem Abgott Jano ſo zu kleiden, 
Wenn ſie mit Laruen vnd mit Butzen 
Wie Narren auff einander ſtutzen, 
Vnd haſt vmb deinen Leib ein Seil, 
Dabey man fuͤhrt die Ochſſen feihl, 


21 entſuncken — vergangen. — 22 Ort — Ortsthaler ©. 
nerkk. — 28 von mund = vom Eſſen weg. — 35 ſich entſatzt = IP ent 
jeßt. — 52 ftußen — ftieffen. 


DD EL TI — — — — nn — —— — —— ——— — —— — — 


® 
\ 168 Waldis, Sanpns. 


55 Bnd bift gleich wie ein 1 Narr beichorn, 
Mit einer Kappen one Oben. 
Wenn du nit hetft eins Menſchen ftimm, 
Ich ſprech, Du werft ein wunder grimm, 
Die man bringt auf Taprobana, 
60 Vnd feht fie dort in Iybia. 
Zwar, gibftu nit ein beffern bricht, 
Du kompſt zwar heut in Himmel nicht. 
Mit ſolchem bochen und getämel 
Fehrt man zwar leichtlich nit gen Himel. 
65 Sag an, was biſtu vor ein Gſell? 
Oder ſtoß baldt hinab zur Hell, 
Da das heulen vnd zeene klappern; 
Da hilfft kein bochen, gſchwetz noch plappern.“ 
Der Moͤnch erſchrack, ſprach: „bitt dich doch, 
70 Warumb fragſtu fo fleiſſig nad, 
31lb Weil ich doch bin von heilgen Leuten, 
Die in der Welt vor langen zeiten, 
Da Sanct Francifcus ond die andern 
Pflegen die gante welt burchwanbern? 
75 Bon armen, reichen, jung vnd alten 
Wurden vor heilge Leut gehalten ; 
Auch derhalben ein Mönch bin worden, 
Vnd gangen in den ftrengen Orben, 
Vnd fo ein heiligs leben gführt, 
80  Auff das ich dadurch felig wirbt. “ 
Sanct Peter ſprach: „du rhuͤmſt dich hoch! 
Bild) muß ich weiter fragen noch. 
Sag an, was iſt geweßt bein leben, 
Das man dir foll den Himel geben?” 
85 Er ſprach: „ich hab gelebt vorwar 
Setzt bey den Sechs vnd dreiffig Jar 
In harter, ftrenger Objeruang : 
Das bdeut auff meinem haupt ber Krank, 
Vnd fo ein heiligs leben führt, 
90° Allzeit mit einem ftrid gegärt, 


58 wunder grimm = grimmiges, ‚heuplichee Ungeheuer. — 59 
probana ©. d. Anmerff. — 61 Wahrlich, wenn du nicht einen be 
Bericht giebft. — 66 oder ich floffe dich. — 88 Kran d. h. die Tonſr 


— — — — — — — 


Biertes Buch. 


Ein grawer Rod mein Kleidt ift gweſen. 
Mit murren, beten, fingen, lejen, 
Mit fawer jehen, knien, buden 
Vnd all der gleich Geiftlichen ftuden, 
95 Trug Holtichen vnd zerfchnitten Schuch 
Kein Hofen, nur ein leine Bruch, 
Vnd af allzeit auf hoͤltzem Gfeß: 
Ein Eichen bret mar mein gejeß. 
Ich rürt audy fein Denarium, 
100 Het ftets ein Sedeldarium, 
Der vor mich thet die zerung ab, 
312a Wo man mir nit vmb Gottswilln gab, 
Lag auch auff feinen Feder Betten 
Bey armen Leuten, Dies nit betten. 
105 Wenn mich die Herrn luden zu jn, 
So gieng ich auch deft lieber hin. 
Wenn mid) fonft etwan in der Stadt 
Ein armer Mann zu Gaſte bat, 
Dorfit ih mich des nit han vermeſſen, 
110 Bnd aufferhalb dem Kiofter efjen, 
Das ich dardurch nit wurd vermerdt, 
Als der jr Weltlich weſen fterdt. 
Denn wie die Euangeli deuten 
Hat Chriſtus ſelb bein beilgen Leuten 
115 Berdient nit all zu grofjen dand, 
Das er mit Sindern aß vnd trand. 
Sonft hab ich auch gar viel erlitten, 
Gar befftig wider dKetzer ftritten, 
Wider den Luther, ber dieſer zeit 
120 Verfuͤhrt die einfeltigen Leut, 
Vnd jagt, man foll allein Gott trawen, 
Auff feine werd noch frombfeit bawen, 
Welchs ich mit fluchen, ſchelten, ſchenden 
Stets widerfadht an allen enden. 


92 murren = Brummen. — 95 zerfchnitten Schuh —= Sandalen. 
— 96 leine = linnene. — Brud = Binde. — 98 geſeß — Sik, Stuhl. 
— 9 Denarium = Denar S. d. Anmerkk. — 100 Seckeldarium ©. d. 
Anm. 100 mich vermeflen = mir erlauben, wagen. — 111 vermerdti= 
erkt. 





110 Waldis, Esopns. 


8 Pa — TWIN — —5 IT. - —· —· — nn I — ET, DI 


125 Hab aber nit wider jn gſchrieben. 
Nur ein ding mic) zu rüd hat trieben: 
Er war mir in der Schrifft zu glert, 
Damit er all fein thun bewert. 
Menn Scotus bey jm etwas golten, 
130 So wolt ich jn han baß gejcholten. 
Er hat auch etlich vnſer Sect 
Mit feiner ler alfo erjchredt, 
312b Vnd fo erlegt mit ſeinem fchreiben, 
Das fich jet nit mehr an jn reiben. 
135 Sonft hab ich gitrenge Penitent 
Gethan in harter Abftineng, 
AU Weltlich leben gar vermitten, 
Vnd vombs Himelreichs willn verfchnitten. 
Denn ich hiengs durch ein Wagen nab, 
140 Vnd ließ dort niden ſchneiden ab, 
Was man zur noth ſonſt nit beduͤrfft 
Vnd man ſonſt vor die Hunde wirfft; 
So gar von Frawen gſundert ab, 
Auch meine Mutter die handt nit gab. 
145 Wenn man mich het zu Guattern gbeten . 
Zum Kindt, ond bey die Tauff zu treten, 
Euffert ich mich derjelben Leut, 
Wie ſolchs die Regel har werbeut. 
Mit faften hab mich emſig gehbt, 
150 Vnd ſtets Die Nüchternbeit geliebt. 
Auch hab ich mich in trübnuß, jamer, 
In armut ond in groffem fummer 
Genehrt der Almoß vnd Der broden, 
Sie weren Weytzen oder Roden, 
155 Nadı inhalt meiner heilgen Regel: 
Iſt herter denn ein Maßren Schlegel; 
Ermlicher denn der Lazrus glebt: 
Drumb jr mir bild) den Himel gebt.” 
So baldt ©. Peter hort die Wort, 
160 Da wardt er zwar bewagen bart, 





138 verfchnitten = abgefchnitten. — 147 euffert ich mid = enthielt 
id mich, vermied. — 156 Maßren = Mafern d. b. aus Maſernholz. — 
Schlegel = Prügel, Stod. 


ö— — — — — — — — 0 


ö——— m | Bud). 


Das jm ſchier all ſein krafft verſuncken; ; 
Doch het er an dem Mann mißdunden, 
Vnd dacht: „mit ſolchem frommen ſchein 
sa Pflegt wol ein jchald bedeckt zu fein. 
165 Denn man allzeit den Freunden leugt, 
In gutem glauben dleut betreugt.“ 
Vnd ſprach: „Faften ond Abftinieren 
Vnd fo ein ftrenges leben führen, 
Die machen jo fein wollen bald. 
170 Mich Dundt, du jeift ein heilger Ichald, 
Wilt Dich mit jolcher Tift eindringen. 
Ey nein, e8 wirbt Dir nit gelingen. 
ar wort jein gut; ja, wenns jo wer!“ 
Vnd rieff: „bring bald ein Meffer her! 
175 Ich mag ſolch Gleißnerey nit leiden. * 
Vnd gund den Mönd baldt auff zufchneiden, 
Sein diden Bauch vnd feyßten wanft; 
Vnd ſprach: „Laß ſehen, was bu lanſt! 
So das inwendig das auſſen bwert, 
180 Billich wirdt dir der Himel bſchert.“ 
Ja wol, da er wardt auffgeſchnitten, 
Het ſchier die halbe pein erlitten, 
Da war der Moͤnch ſo voll, ſo voll: 
Huͤner vnd Wildtpraͤt gbraten wol, 
185 Fiſch, Eyerkuchen, Semeln, Wein, 
Vnd was ſonſt gute biſſen ſein. 
Sanct Peter ſprach: „ſeht, lieben Freundt, 
Welch ein fauler vnd voller clundt! 
O wie haſt mir jetzt vor gelogen 
190 Vnd ſo viel Jar die Welt betrogen 
Mit deinen heucheliſchen liſten 
Bey den, die ſolchs nit beſſer wiſten! 
Kuntſt dich dazu ſo viel nit maſſen, 
Das dus dabey hetſt bleiben laſſen: 
‚b 195 Betreugeſt auch Gott vnd fein Heilgen. 
Auf, auß mit ſolchen onfeligen, 
Auff das er feine ſchalckheit buͤß! 
Kompt her vnd bindt jm hendt vnd Fuͤß! 


161 verſuncken = entſchwand, verging. 








OÖ 








Waldis, Esopus. 


Werfft jn in dfinſterniß hinab! 
200 Solch lohn er vor fein arbeit hab!” 
¶ Was die erdichte Geiftlichkeit 
Vnd gleifjend faljche heiligkeit 
Mit was betrug ovnd falicher ler 
Vns bey der Naſen gführt bißher, 
205 Wie viel Diefelben heuchel Buben 
Gefährt han in verberbens gruben, 
Vnſer Gelt vnd gut als zu ſich kratzt, 
Vnd offt mit jrem Bann gefatzt, 
Iſt jetzt offentlicher am tag, 
210 Denn manps ſchreiben oder jagen mag. 
Es zeigt auch an jr Weltlih macht, 
Ir Gbew, hoffart und ftolter bracht, 
Das fie jr triegen, rauben, ftelen 
Auch lenger können nit verhelen. 
215 Drumb wir Gott hoch zu danden han, 
Der vns die augen auff hat than, 
Vnd bitten, das er ons nit baf 
In jre Netze fallen laß, 
Vnd ons mit jren Teuffels tuͤcken 
220 Nit mehr hin ins verberbnus räden. 


Die LXX. Fabel. 
Yon einer Stieffmutter. 


Esn Mann ſein Weib het ſieben Jar, 
Das fie jm wol vier Kinder gbar; 
314 a Am fünfften ftarb fie alſo baldt: 
Das elteft war nur ſechs Sar alt. 
5 Der Man fich Drumb betrübet lang; 
Yedoch die noth in wider zwang: 
Der Kinder halb ſich muft begeben 
Mit einer andern ins Ehelich leben. 


201 erdichte = erdichtete, falfche. — 217 baß — mehr, weiter. 
220 ruͤcken — ziehen. 





Biertes Bach. 


ss — — — — — — — — —— nn — — un LIT 


Er dacht: „mit Etzen, waſchen windlen, 
10 Bnd wie man hegt die Heinen Kindlin, 
Weiß ih mich zwar zu bhelffen nit; 
Iſt gnug daran, das ich fie fübt. ” 
Er nam ein junge, frehe Meten, 
Die fih nicht leichtlich ließ entſetzen, 
15 Het Hochzeit mit der wolgemut, 
Thet, wie man jr zu pflegen thut. 
Wie er fie nun mit jm heim bracht, 
Zur Mutter aller Kinder gmacht, 
Befahl jr, das fies ſolt verforgen 
20 Mit aller notturft abent, morgen. 
Damit nam jeins gewerbes acht, 
Sahe nit, was dFraw baheimen madht. 
Mitler zeit lebt Das Weib im ſauß, 
Soff fich ftets voll ins Nachbawrn hauf. 
25 Abents kam beim; die Kindlin Magten, 
Vnd allzeit nach dem Batter fragten, 
Empfunden gar in offnem fchein, 
Das nit war, wie e8 pflag zu fein. 
Sie ſprach: „warumb jchreit jr fo: waffen? 
30 Bolt jr eſſen oder wolt jr ſchlaffen?“ 
Sie rieffen allfam: „wir effen gern! 
Ach, liebe Mutter, wir eſſen gern!“ 
Sie ſprach: „wolan, ich fihe gar wol, 
14 b Das jr allzmat feit jchlaffes voll. 
35 Kompt ber, fompt ber, das ich euch leg, 
Sonft fompt jr mir nit auß dem weg.“ 
d Dan fagt, wer ein ftieffmutter hat, 
Der kriegt auch ein ftieffuatter drat. 
Deun jo groß ift der Weiber lift, 
40 Wenn fchon der Mann auffridtig ift, 
Liebt fein Kindt wie fein fleifch vnd blut, 
Wirbt und Schafft denfelben zu gut, 
Doc han, die nit recht Mütter fein, 
Deſſelben ſchmertz vnd grofie pein, 


LXX. 12 fuͤdt = füttre, ernähre. — 14 entſetzen = in Angſt, Furcht 
en. — M notturft = Noͤthigem. — 27 in offnem ſchein = offenbar, 
If deutliche Weife. 








nn Baltis, Esopns. 


45 Vnd koͤnnen fi) darinn nit zwingen, 
Ober ſolchs vbers ber&e bringen, 
Das fie jren frommen ftiefflindern, 
Die fie doch an jr ehr nit hindern, 
Guts theten vnd ftets günftig wern: 
50 Gelangt offt zu jen eygnen ehrn. 
Aber der Neidt und vngluͤcks ritt 
Leßt daſſelbig geſchehen nit. 
Ob ſchon der Mann des Weibes Herr 
Vnd ſeiner Kinder Vatter wer, 
55 So belt doch SIEman aud ein Pferdt, 
Vnd werd nur dreier gülden werdt. 
Drumb man auch in dem fprichwort fpricht, 
Wenn man vnartig Kinder ficht, 
Die griffen bergehn vnd zerhubelt, 
60 Vungboͤrſt, vngwaſchen und befubelt, 
Es fey ein Megdlin oder Knab, 
Sagt man, das ein ftieffmutter hab. 


Die LXXI. Fabel. 
Don einem Kauffman vnd feinem Weibe. 


315a Esn Kauffman ſeinen gwerben nach 

Weit hin in frembde Lande zoch; 

War wol zwey Jar von ſeinem Weib, 
Das er jr nie kein Brieflin ſchreib. 

5 Darnach er wider heim hin kuͤmpt, 

Ein kleines Kindlin da vernimpt. 

Er ſprach: „woher fompt dir das Kinbt? 
In meiner rechenſchafft nit find, 

Das du hetſt Kinder one Mann: 

10 Es muß ein ſeltzam deutung han; 

Denn wie mich dunckt, iſt kaum halb jerig.“ 

Sie ſprach: „ich war ewr ſehr begerig, 


51 vngluͤcks ritt— Unglück. — 55 Sieman ©. d. Anmerkk. Die Fra 
ah De zu fagen. — LXXI. 12 ich war ewr begerig = ich fehnte mii 
nad) eu 





Biertes Bach. 


Das ich mich jelb nit maffen kundt, 
Vnd het fein Artt zu folder Wund; 
15 Vnd war gleich in der Mitternacht. 
Ich lieff in Hof, daſelben macht 
Ein Heines Kind von friſchem Schnee. 
Das aß ich auff; Da warb mir wehe 
Im Leib vnd kriegt Dis Kindt dauon: 
20  Drumb babt der halben kein argmwon. 
So bat mirs onfer Herrgott bichert, 
Bnd hab fein andern Mann begert.” 
Der Mann ließ ſolchs alfo geichehen, 
Thet mit jr durch Die Finger jeben, 
25 Vnd wolt fie offentlich nit fchelten, 
Oder ſolchs vor jen Freunden melden. 
Schwieg alfo ftil, gebacht ſeins fugs, 
Biß das das Kindt zum theil erwuchß, 
Vnd war hin omb die fieben Jar. 
30 Cr fprad zum Weib: „ic muß binfahrn 
Meins handels halb hinab zun Schiffen, 
5b Die ligen dniden in der tieffen, 
Mit grofjem gut her kommen weit.“ 
Nun wars im mitten Sommer zeit. 
35 Er nam mit jm denfelben Knaben, 
Sprad: „das ich mög Geſellſchafft haben.“ 
Wie er nauß kam, verfaufft zuhandt 
Den Knaben weit in frembde Landt 
Eim Kauffman, das ern mit fich nem, 
40 Auff das er nimmer wider fem. 
Wie er heim kam in felben tagen, 
Die Sram thet jn gan fleiſſig fragen, 
Wo er den Knaben het gelofjen? 
Er ſprach: „er ift mir gar zerfloffen. 
45 Wie er denn war von Schnee gemacht, 
Baldt ich jn in die Sonne bradıt, 
Bor groffer bit er gar verſchmaltz, 
Gleich wie im Waſſer tbut das Salt.“ 


— — — nn 


ei feins fugs = feinen Theil. — 32 dniden = danieden, d. h. dort 
R L} 


/ 


Waldis, Esopus. 


d Mancher dem andern offt vorleugt, 
50 Vnd doch fich ſelb Damit betreugt. 
Es lert erfahrnbeit vnd die Schrifft: 
Vntrew jrn eigen Herren trifft. 


Die LXXIL. Fabel. 
Don zweien Scchtern. 


Esn Fechter, war einr von den Alten, 
Der het lang offne Schul gehalten, 
Ir viel gelert, welch waren lerig 
Vnd derſelbigen Knnſt begerig. 
5 Die vnterrichtet er mit fleiß: 
Des het er groſſen lob vnd preiß. 
Da war einr von denſelben Gſellen, 
316a Der thet der Kunft fleilfig nachftellen, 
Bnd an denjelben Meifter bgern, 
10 Das er jn wolt in allen wehrn 
Als leren, was er felber wäft, 
Mas man zum ernft auch brauchen müft. 
Das thet der Mann on alle arg, 
Nichts oberall vor jm verbarg. 
15 Wie er die Kunft bett wol gefaßt, 
Hub an ond feinen Meifter haft, 
Vnd bot im auf vor Herrn vnd Knechten, 
Vmb leib ond leben mit jm zfechten 
In wehren, welch jm jelb beliebt: 
20 Des fich der alt Dann fehr beträbt. 
Gabe, das er jm mit lauffen, ringen 
Zu fertig war vnd mit dem fpringen. 
Jedoch Dorfft ers nit fchlagen ab, 
Vnd fi willig darinn begab. 
25 Am morgen famens auff den plab, 
Legten fich zamen in den hat. 


LXXII. 3 lerig — gelehrig. — 9 an denfelben = von demſelben. 
10 wehrn = Waffe. — 14 nichts vberall = durchaus Nichts. — 22 | 
tig = bereit, geſchickt, tüchtig. 





Wie fte theten den erften gang, 
Der jung Gfell auff den alten Drang, 
Ein ſcharpffes ſchwerd gegen jm zudt; 
30 Der alt Mann ober ein jeiten rudt, 
Vnd ſprach: „das ift vor nie gefchehen, 
Habs auch nie auff feiner Schul gejehen, 
Ward auch fo nit bewilligt nechten, 
Das ich gegen ewr zwen folt fechten. 
35 Hercules jolt gnug zichaffen han, 
Wenn er jolt zwen zugleich beftahn.“ 
Der Gſell wendt fid) on als gfehr, 
Wolt jeben, wer fein belffer wer ; 
16 b Baldt war der alt Mann nahe bey 
40 Vnd ſchlug jm feinen kopff entzwey. 
¶ Wer einen zucht vnd Kuͤnſte lehrt, 
Iſt werdt, das man jn wider ehrt. 
Wenn man ſich auch auffs hoͤchſt befleißt, 
All wolthat, zucht vnd ehr beweißt, 
45 Doch kan man nimmer oder ſelten 
Eim trewen Lehrer widergelten. 
Man ſol, wie die Geſetz anzeigen, 
Die knie vor einem alten beygen. 
Ob gleich ein junger Mann mit ſterck 
50 Außrichten fan groß, herrlich werd, 
Dennoch er ſtets ein guten rath 
Bey den alten zu ſuchen hat. 


Die LXXIII. Fabel. 
Dom Suhrman, Fuchs vnd Wolffe. 


Es fuhr ein Fuhrman durch ein Waldt 
Recht mitten in dem Winter kalt; 
Sein wagen gladen hett mit Speck; 
Vnd kam in einen holen weg. 
5 Da lag vor jm ein Fuchs geftredt; 
Mit feiner Geiſſel jn erjchredt, 


— — — 


LXXII. 30 auf die Seite geht, ſpringt. — 48 beygen = beugen. 





eutfche Bibliothek II. 12 


Drey oder vier mal auff jn ſchlug. 
Der Fuchs die fchleg willig vertrüg, 
Vnd ließ jm fein fo gar vnmehr; 
10 ag ftill, ob er geftorben wer. 
Der Fuhrman meint, es folt jo fein, 
Vnd hub jn auff bey einem Bein. 
Da ftredt er fih vnd war fo hart, 
Als wer er todt, vom froft erftart. 
3178 15 Er dadt: „gut ifts, bringft jn zu hauß; 
Es wirdt ein warmer Bruftlat drauf.” 
Er warff jn auff denjelben Wag. 
Ein kleine weil der Fuchs da lag, 
Vnd af vom Sped, fo viel er mod. 
20 Zuuletſt er auch fein befts gedacht; 
Er ſprach zum Fuhrman: „Sipan, dand hab!” 
Vnd jprang binden zum Wagen nab, 
Lieff in den Buſch ond war nit faul, 
Vnd leckt das feißt geichmirte maul. 
25 Begegnet jm Wolf Eifengrim 
Vnd ſprach: „Herr Reinhardt, ich vernim, 
Ir feit am guten end geweſt: 
Ey lieber, bitt jr feine Geft, 
Das auch ein armer Molff möcht gnieffen, 
30 Würd jm dauon ein guter biffen?“ 
Der Fuchs hub an, fagts allzumal, 
Vnd ſprach: „ich hab gelebt fo wol! 
Kuͤndſtu leiden ein Heine hitz, 
Mit jeiner Geiſſel etlich ſchmitz, 
35 So wuͤrff er dich auch auff den wagen, 
Daſelb magſtu den ſpeck zugnagen. | 
Den vortbeil haft an folchen fleden, i 
Dir bleibt fein Bein im half befteden.“ 
Der Wolff war fro, ſich baldt hin macht: 
40 Der Fuchs da bey jm felber lacht 
Vnd dacht: „willeicht möcht dichs geramen, 
Vnd das dich hindern Ohrn wirft krawen.“ 


sr A. 5 





LXXIII. 9 vnmehr = gleihgültig d. h. ertrug fie mit Gleichmutb, 
achtete nicht darauf. — 20 an fein Heil, an feine Rettung. — 34 ſchmitz 
= Schläge, Hiebe. — 36 zugnagen = zernagen, frefien. 








Der Wolff lieff bald dem Fuhrman nad), 
Biß er von fern den Wagen fach ; 
45 Da jchlich er heimlich Durch die Heden 
17b Vnd gund, fich bey den weg zu ftreden, 
Wie jn der Fuchs hett underridt. 
Der Fuhrman dacht: „du treugft mich nicht! 
Es ift ein grimmer Wolff vermeffen, 
50 Dendt auch vielleicht mit Dir zu eſſen.“ 
Gedacht: „wil jm das mahl hie kochen, 
Das ers fol fülen etlich Wochen. 
Er wird mich heut aljo nit lentzen 
Wie der Fuchs mit fein Fuchsſchwentzen. 
55 Man trifft all würff nit fieben Kegel.“ 
Sucht bald berfür ein Eifern flegel, 
Vnd ſchlug drauff, was er leibes modht. 
Der Wolff lag ftill; allda gedocht: 
„Das jein gar grobe Geiffel riemen, 
60 Machen vnſauber blutig ftriemen!” 
Bald gab er jm noch einen fchlag ; 
Er dacht: „den dritten nit vertrag! 
Mit der weis fem ich wol vmbs leben!“ 
Da wolt er jm den dritten geben; \ 
65 Da wiſcht er auff aljo geftreicht, 
Mit noth Das er den Bufch erreicht; 
Vnd fam dauon alfo gefegnet. 
Der Fuchs jm da von ſtund begegnet, 
Fragt jn, wie er da wer gehalten? 
70 „Der Teuffel muß der Seiffel walten !” 
Sprad er, „zwen jchleg ich faum erlitt; 
Den dritten fund erleiden nit.“ 
Er ſprach: „wer ſich die Byn left jchreden, 
Der wird nit jüflen Honig ſchmecken.“ 
75 Da fprad) der Wolff: „da magft vmb jehen! 
Ich Taf eim andern lieber gichehen; 
18a Behelff mich lieber mit eim Klein, 
Das ich mög ongefchlagen fein.” 


’ 


33 lengen = anführen, betrügen ? — 58 gedocht = dachte. — 65 ge- 
Areicht —= geftrichen, geſchlagen. — 73 durch die Bienen. 





480  Baltis, Esops. 





Wem ſoicher Geiſſelſchmit nit ſchadt, 
80 Der ißt ſich offt Des Speckes ſatt. 
¶ Je boͤſer ſchalck, je eh jms gluͤckt. 
Der Fuchß dem Wolff iſt viel zu gſchickt. 
Gſchickligkeit iſt zuuerachten nicht; 
Wenn ſie zu rechter zeit geſchicht, 
85 So bringt ſie offt groß ding zuwegen: 
Drumb iſt viel an der zeit gelegen. 
Man ſagt, wer erſt zum Neſte kuͤmpt, 
Derſelb die jungen Voͤgel nimpt. 
In der Muͤlen hats ſolche gſtalt, 
90 Wer da erſt kumpt, zum erſten malt, 
Vnd wie man ſagt im gemeinen Reim, 
Wers gluͤck hat, der fuͤhrt die Braut heim. 
Die Fabel lert vns auch den zug, 
Das man mit ſchaden erſt wirdt klug. 
95 Denn hett der Fuhrman ſolchs bedacht, 
Dem Fuchs ein beſſer hofrecht gmacht 
Mit dem flegel auff ſeinen ruͤcken, 
So hett ern nit mit Speck dorfft ſpicken, 
Vnd het ein guten Bruſtlatz bkomen, 
100 Der jm ſonſt ward durch liſt genomen. 


Die LXXIV. Fabel. 
Don einem faulen Anechte. 


Ewn junger Bawren Knecht ſich wolt 
Vermieten vmb ein gwiſſen Solt, 
Zu einem reichen Meyer kam; 
Derſelb jn baldt von ftund annam. 
318b 5 Denn er bebsrfft eins ſtarcken enden, 
Der ſich ließ feine arbeit frenden. 
Wie er jn nun het angenommen, 
Des lohns halb oberein warn fommen, 


3 zug = Satz. — 8 hofreht = Mufif, Ständhen. — LXX| 
5 een = ° Viehfnechte, —6 —— = verbrieffen. 9 


— çG — ee — 


Biertes Buch. 181 | 





Zum Weinfauff gab er vier maß Wein, 
10 Damit die ſach gewiß jolt fein. 
Da fie nun etlich weil gefeffen, 

Der Knecht ſprach: „hab noch eins vergeſſen! 
Wenn jr mich wolt des morgens weden, 
So dörfft jr mir das ziel nit ſtecken 

15 Dnd mich aufftreiben alfo gadı, 
Sondern mir ftet8 ein ftund darnach 
Sclaffen vnd lenger ligen bleiben, 
Vnd laß mich nit jo bald aufftreiben, 
Denn ſolchs ich für ein gwonheit hab, 
20 DBnd laß mirs auch nit bringen ab.“ 
Der Meyer ſprach: „daſſelb nit ſchadt: 
Ein jeder fein gebrechen bat. 
Niemandt ift allentbalben heil, 
Denn ich hab auch ein jondern feil. 
25 Wenn mich derjelbig ondernimpt, 
Bon ftundt im Kopff ein ſcheul ankuͤmpt, 
So lauff ich wie in vollem ſauß 
In alle windel durch das Hauß 
Vnd in den Stall an alle endt, 
30 Klopff mit eim Knüttel an die wend. 
Dod fan man fich vor ſolchem wuͤten 
(Wenn mans vorhin weiß) gar wol hüten. 
Drumb thu ich das zuuor jetzt jagen, 
Das du hernachmals nit dörffft Hagen. “ 
35 Sie warn beinander etlich tag; 
319 a Der Knecht ſeinr alten weile pflag. 
Wenn man in jhon zwey, Dreymal wedt, 
Sp wardt er nit dauon erſchreckt; 
Denn, wie man in dem [prichwort redt, 
40 Ein fauler Bub, ein warmes Beth; 
Diefelben fich nicht Teichtlich ſcheiden, 
Mögen einander gar wol leiden. 
Darnachs auff einen abent gſchach, 
Zum ſelben Knecht der Meyer ſprach: 


14 feine Zeit beſtimmen. — 23 heil — geſund, fehlerfrei. — 26 
fheul = Wuth. 








45 „Sehe hin! von ftundt den Pflug richt zu, 
Auff das wir morgen rechte frub 
Hin auf den Ader fahrn zu pflügen, 
Das wien hienehft befehen muͤgen.“ 
Des morgens wedt er in gar frub; 
50 Erdadt: „komm nad zeit ng dazu!" 


Kehrt fich wider in ſchlaff gar ſuͤß. 
Der Meyer dacht: „mo ichs nit buͤß, 
So folt der Knecht wol gar verderben, 
Zuletft von grofjer faulfeit ſterben.“ 
55 Er ſprach: „ih muß michs auch nit fchemen, 
Mich meiner alten weiß annemen. “ 
Erwiſcht ein Brügel jung von Eichen, 
Der vom half thet zun fingern reichen, 
Den Knecht gar weiblich wberfchritt, 
60 Vnd ſprach: „es ift mein alte fitt!“ 
Da rieff der Knecht: „Herr, laßt mich leben! 
Ich will mein weiß gern obergeben, 
Damit jr euch auch ſolches maßt 
Bnd fort von ewer weiß ablaftt. 
65 Drumb madt, das euch vergeht das toben, 
So mil ih willig angeloben, 
319b Will forder allzeit früh auffftahn: 
Mein Krandheit ſoll mich gar verlahn.“ 
d Es wardt fein frandheit nie fo ſchwer, 
70 Wenns gleid) das teglich Fieber wer, 
Gicht, Waſſerſucht, Schwindel und Rhur, 
Man findt ftets gut Artzney dafür. 
Wenns nur bey zeiten wirdt vernommen, 
Kan mans mit gutem rath vorkommen, 
75 Das man beffelben wirbt entladen, 
Benommen wirbt ein groffer ſchaden. 
So fan man auch der faulfeit rathen, 
Vnd darff dafür fein Kalbsfurtz braten. 
Man kan ein jchleffrign, faulen Inaben 
80 Mit einer Brügelfuppen laben; 


48 befehen — befäen. — 50 nad = noch. — zeit — zeitig, fr 
bald. — 54 faulfeit = Baulheit. — 59 den Knecht vberſchritt = ma 
fih über den Knecht her. — 67 forder = fürderhin. — 74 vorfommen 
zuvorfommen. 


. © 
Biertes Bach. 483 


Te — —— — — ——— — —— — — — — — — — 


Mit vngebranter Aſchen reiben, 
Leßt ſich die faulkeit fein außtreiben. 
Wenn mans mit Heſeln ſafft erquickt, 
So werdens zu der arbeit gſchickt, 
85 Vnd von dem tieffen ſchlaff erweckt, 
Das jm darnach das eſſen ſchmeckt. 
Solchs hat der Meyer wol gewißt, 
Weil er dem Knecht ſein kranckheit buͤßt, 
Vnd jm denſelben fehl benam, 
90 Das jn darnach nit mehr ankam. 


Die LXXV. Fabel. 
Dom Königreich der Affen. 


SM ift gejagt, wie das ein mal 
Ein Aff war in eins Königs Saal, 
Ein Jar, zwey, drey ; daſelben ſach 
\ AUS, was zu Hof die zeit gefchach 
202 5 Mit effen ond mit pandetieren, 
Mit Tantz, Credentzen und Hofieren, 
Vnd wie fein Ampt jeder vollbradht: 
Darauff der Aff bet allzeit acht. 
Darnach er bey der nacht entran, 
10 Sprang durd ein Fenfter, fam dauon 
Wider in jenen wilden Waldt. 
Da waren Affen jung und alt, 
Den er ehmals war abgefangen: 
Die famen fröfich zu jm gangen, 
15 Fragten in, wo er gweſen wer? 
Der Aff erzelts jn frey daher, 
Vnd ſprach: „Die Leut, bey den ich gweſen, 
Sein weis vnd koͤnnen Buͤcher leſen; 
Dauon werdens ſinnig vnd klug. 
20 Da hat all ding ſein recht und fug 


83 Hefeln ſafft = Saft von Hafelftöden d. h. mit Prügeln. 


————— — — — — —— 0 


183 Waldis, Esupns. 


In ein gar ſchoͤne Ordnung gfaßt. 
Drumb wenn jr euch jetzt ſagen laßt, 
Vnd mich zu einem Koͤnig machen, 
So will ich euch in allen ſachen 
25 Verfaſſen ein ſolch Regiment, 
Deßgleichen jr an keinem endt 
Geſehen habt bey allen Thieren, 
Das ſie ſolch ſchoͤne Ordnung fuͤhren, 
Das euch auch ewig frommen ſoll.“ 
30 Die red gefiel den Affen wol. 
Da nam der Aff ein aͤffin hin, 
Vnd machts zu einer Koͤnigin, 
Sprach: „dich des Regiments nit kuͤmmer, 
Nur was belangt das Frawenzimmer.“ 
35 Die aͤmpter bſetzt er all nach grad; 
320b Die eltſten koß er in den rath, 
Vnd bracht das Regiment in ſchwang: 
Beſtund ein zeit, war eben lang 
Von der Veſper on alles triegen 
40 Biß der Haußhan pflegt auff zu fliegen. 
Begab ſichs an dem abent ſpet, 
er Aff ſein Gſind beynander het, 
Vnd ſaß in Koͤniglichem pracht; 
Da kamen auff dieſelbig nacht 
45 Zwen Geſellen, warn im Waldt verirrt; 
Ein kleiner pfad ſie dahin fuͤhrt. 
Da ſahen ſie der Affen viel, 
Ir Regiment vnd Affen ſpiel. 
Wie ſolchs der Koͤnig het vernomen, 
50 Er hieß den einen vor ſich kommen, 
Zeigt jm ſein herrligkeit zumal, 
ie er regiert im Affenthal. 
Auffs letſt er den Geſellen fragt, 
Wie jm ſolch Regiment behagt? 
55 Da ſprach der Gſell: „vorwar ich ſag 
Die warheit, das ich all mein tag 
Geſehen hab kein ſchoͤner ding. 
Bey groſſen Herrn es ſo zugieng 


LXXV. 36 koß = wählte. 


\ 


viertes Bach. 185 


TI 0 TE IT IT TI 








Auch in den hoben Königreichen : 
60 Es möcht dem Türdfchen Keyfer gleichen, 
Vnd fags on allen argen wohn: 
Der groffe König Salomon, 
Welcher wirdt in der Schrifft gepriefen, 
Hat fich fo herrlich faum bewielen 
65 Mit hofzucht ond mit weiſem Rath 
Wie ewr Königlich Maieftat.“ 
21 a Der Aff wardt ſehr der redt erfrewt 
Vnd ſprach: „nun tft mein hert ernewt, 
Dieweil mein Reich die Leut auch loben.“ 
70 Den Gjelln tbet er ehrlich begoben: 
Im wardt ein koͤſtlich Kleidt gefchendt, 
Mit einer guͤlden Ketten bhenckt, 
Dorthin zu einem Tiſch gefuͤhrt, 
Mit eſſen, trincken wol Tractiert. 
75 Baldt ließ er auch den andern gſellen 
Herkomen und da vor ſich ſtellen, 
Vnd fragt denſelben auch dem gleich, 
Wie jm behagt ſein Koͤnigreich. 
Er dacht: „erzeigt man ſolche ehr 
80 Der lügen, jo wirdt man viel mehr 
Die Warbeit fordern, loben, preifen, 
Vnd gar viel gröffern willn beweiſen,“ 
Vnd ſprach: „weil du mid) auch thuft fragen, 
So muß ich dir die warheit jagen. 
85 Will dirs auch ondern ftul nit fteden, 
Mit loſen ſchmeichelworten geden. 
Es dundt mich gleich in dieſen ſachen, 
Als wenn die Kinder ein Biſchoff machen, 
Seten jn auff ein hoben ſtul; 
90 Den tag darnach muß er in dSchul: 
So ift das Gaudeamus gfungen, 
Wirdt gleich wie vor mit ruthen zwungen, 
Vnd ift den andern Knaben gleich. 
So ift bie auch der Affen reich. 


61 on allen argen wohn — ohne böfe Gedanken, treuherzig , offen. 
— 68 ernewt — erneuert, d. b. wieder fröhlich gemorten. — 76 ſich vor- 
Rellen. — 79er =. b. der Geſelle. — 82 beſſeren Willen, gröflere 
Gute. — 86 gecken — zum Beten haben. 





95 Wenn jrs meint, auff das beit zufchaffen, 
So feit jr Affen vnd bleiber Affen. 
Ewr torbeit tbut damit bedeuten. 
321b Als, was jr ſehen von den Leuten, 
So dörfft jrs euch von ftund erwegen, 
100° Wolts nachthun, wie die Affen pflegen.“ 
Bon ſolcher red der Aff ergrimt 
Bd all die Affen zu fich nimpt, 
Sich wider den Geſelln ermanten, 
Vnd jn gar zorniglich anzanten, 
105 Sein Kleider allenthalb zerriflen, 
Vnd auff das jämerlichft zerbiffen: 
Wardt gar elendiglich geplagt, 
Drumb das ern Affen dwarheit jagt. 
U Es lert erfarnheit all zumol, 
110 Das die Welt jest ift Affen voll. 
Der tborheit will man fich nit maffen, 
Auch will fi niemandt ftraffen laffen. 
Iſt gmeyn bey Fürften vnd dem Abel, 
Die wölln nit, Das man jren tabel 
115 Sol ftraffen und jrn böfen wandel, 
Kr Tyranney vnd jrn mißbandel. 
Denn wers bey jnen bendt zu wagen, 
Vnd etwas von der warbheit jagen, 
Der wirdt gleich alfo außgericht, 
120 Wie bie dem armen Gſellen gſchicht. 
Denn jederman macht fi) gan rein, 
Vnd nimandt will geſcholten fein. 
Denn ſich die Herren ſchemen Des. 
Drauff jagt der Heyd Carneades: 
125 „Was gboren wirbt von hohen Leuten, 
Lernt keine Kunft fo wol als rheiten. 
Vrſach ift, das man jn ftets heuchelt, 
Nit ftrafft, fondern allzeit vorſchmeichelt. 
3222 Sa, fie woltens felb alfo haben, 
130 Drumb fleiffen fie ſich folcher Knaben, 


108 ern = er den. — 114 tadel = Gebrechen, Fehler. — 116 mif 
handel = üble Handlung, Vergehen. — 124 drauff = hierüber, 


sn 





Drumb wil der Fürft, ders felbig rheit, 
135 Nit auff das maul geworffen wern, 
So muß er fleiffig rheiten lern, 
Vnd muß deffelben wol gewonen, 
Weil fein das Pferdt nit thut verfchonen. “ 
Wie man nun ficht, gmeinlich ſichs heit, 
140 &o fleißt ſich heuchlens alle Welt, 
Vnd nimpt ontrew in allem Landt 
Jetzt fo gar heftig vberhandt, 
Das, wer fich der weiß nit zu nieten, 
\ Der ift bey niemandt wol gelitten. 
145 Wie Dlenfpiegel auch einſt klagt 
Vnd ſprach: „wer jet Die warheit jagt, 
Fleißt ſich des rechten, wie die frommen, 
Der fan fein Herberg niergend blommen. 
Aber wer fich fan zur feiten lenden, 
150 Gegen dem Wind den Mantel benden, 
Den Stein auff beiden achſſeln tragen 
Vnd, was man gerne hört, fan jagen, 
Das boͤß loben, das gute fchenden, 
Brillen verlauffen, jchleiffen, wenden, 
155 Vnd fan vor beiden Augen dien, 
Der ſchalckheit vnderm huͤtlin ſpielen, 
Die warheit kan verſchlahn mit liegen, 
Dem recht ein waͤchſſen naſen biegen, 
Das ſchlechte krum, das krum ſchlecht machen, 
322b 160 Vnd ja ſagen zu boͤſen ſachen, 
Kan Pflaumen ſtreichen, Federn klauben: 
Den kleidt man jetzt mit Mardern ſchauben 
Vnd wirdt geſetzet oben an. 
Man ſagt: das iſt ein trewer Mann! 
165 Bleiben ſo Affen fuͤr vnd fuͤr, 
Allein das mans nit ſagen tuͤr. 


139 gmeinli = gemeiniglich, gewöhnlich. — 143 ſich der weiß nit zu 
ne u de ee Ant zu befeiffigen weip: m — pu 
en. — v ahn = verbergen. — echte = 

das —*8 — 166 tür = darf, 3 





Die LXXVI. Fabel. 
Don einem jungen Redner. 


(5°" junger Gſell mit fleiß ftubiert 
So lang, das er wardt Promouiert 
Magifter in der freien Kunft; 
Doc trug er ſonderlichen gunft 
5 Zur Rhetorid vnd redenbheit, 
Wie man mit Kunft ond gichidligkeit 
Mit worten joll ein fach aufführen, 
Nach glegenheit all umbftend rüren. 
Da wardt, wie fih8 denn offt zutregt, 
10 Demielben Gſellen auffgelegt 
Ein groffe ſach, die er da folt 
(Vnd er fich felb auch jeben wolt) 
Bor Herrn und vor Randtsfürften tragen. 
Auff Das ers nu deft baß mocht wagen, 
15 Gedacht, er wolt ſich jelber prüben, 
Bnd etlih Wochen vorhin oben; 
Hub an, an einent morgen fruh 
Schloß jein burſen binder jm zu, 
Nam hölgen Schuͤſſeln, Teller, Bret, 
20 Löffel und Molten, was er bet, 
Vnd ftellts in ein — daher, 
323 a Als obs dort bey den Fuͤrſten wer; 
Auff jedes ſtuͤck ein namen ſchrieb, 
Vnd dacht: „das ich eim jeden gieb 
25 Sein Titel, wie ſolchs heiſcht ſein ſtatt, 
Vnd wie ſie ſitzen dort nach grad.“ 
Darnach ſtellt er ſein red vnd klag, 
Sein Replicken vnd widerfrag, 
Vnd thet ſich vor den Schuͤſſeln neigen, 
30 Wie er ſich wolt vorn Fuͤrſten zeigen. 


LXXVI. 4 gunſt = Vorliebe. — 5 redenheit = Beredſamkeit. 
45 prüben = prüfen. — 18 burfen = Koftbaus, Haus. — 28 widerf 
= Gegenfrage, Gegenrede. 





Viertes Bach. 189 





Darinn übt er ſich etlich Wochen. 
Wie er hett lang fein Ghirn zerbrochen, 
Zur bflimpten zeit die Fürften jaffen ; 
Da wardt der Gfell auch eingelaffen, 
35 Das er fein ſach daſelbs vorbrecht, 
Sp folt man jm nad) gmeinem Hecht 
Nach verhörung antwort ond Hagen 
Ein rechtmeſſig ortheil abfagen. 
Der Gſell ftund ftill ond ſahe ſich vmb, 
40 Dadt: „Hilff, das ich zum anfang kum! 
Ich fihe wol, das fich nicht fo belt, 
Wie ichs dort in die ordnung gftellt. “ 
Sahe fie al nach einander an, 
Das ſich auch wundert jederman; 
45 Sprachen: „beb an! dein fach erzel!“ 
Er ſprach: „ich hab daran ein fehl, 
Bin nit in meiner burs alleine, 
Sehe meiner Molten und Schäffeln feine. “ 
TU Mancher bat faum die Kunft geichmedt, 
50 Meint bald, das er voll weißheit ftedkt, 
Des Lehrampts ſich zu baldt annimpt, 
Eh er zum ſchmack der Künften kümpt, 
3b So doch der, welchers lang bat braucht, 
Offt von dem rechten wege ſtraucht, 
55 Wiewol fich ftets der kunft befümmert. 
Der gut Homerus aud) wol ftümmert, 
Vnd der ſich auff Das höchft befleißt, 
Offt ſelb in feine weißgheit ſchmeißt, 
Wies auch ift eim Locaten gahn, 
60 Der tbet fein erſte Lection 
In der Schul vor den Heinen Knaben, 
Die fonft fein groffe weißheit haben. 
Den daucht diefelbig ftund fo lang, 
Das jm die zeit war weh und bang. 


37 der Antwort. — 38 abfagen = verfündigen, fällen. — 41 heilt — 
erhält. — 32 ſchmack = Berftändniß. — 55 befiimmert — fih bemüht 
m. — 56 ſtimmert = ftümpert. — 58 ſchmeißt = wirft, cacat. — 
9 Locaten = Präceptor, Lehrer. 


· — nn — — 








Waldis, Esopus. 


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— — — — —— 











65 Fuͤr angſt vnd ſchweiß kam rauß getroffen, 
Als wer er auß eim Ofen gſchloffen, 
Vnd ſprach: „bor grindt vnd heilger Wund, 
Was ghoͤrn viel Wort zu einer ſtundt! 
Jetzt iſt mirs alles außgeſchworn, 
0 Was ich hab glernt in zwentzig Jarn.“ 


Die LXXVI. Fabel. 
Dom Söwen, Wolff vnd Such. 


DE Loͤw war frand vnd lag zu Beth 
Bnd gar ein fchweres Fieber het. 
Da ſucht er rath bey alln Thiern, 
Fand niemand, der jn kunt Euriern; 
5 Ward jehr von jederman beflagt. 
Solchs ward dem Wolff auch angejagt; 
Der gund gar fleiffig oberdenden, 
Mit welchen tüden, liſten, renden 
Der Fuchß in oftmals het betrogen, 
10 Fuchßſchwentz verfaufft ond Yorgelogen, 
3212 Wie ern dort mit dem Kaͤß gefatt 
Vnd wie jn bet der Aff zerfrakt, 
Wie er auch Ietften bey dem Wagen 
War mit dem Eifern flegel gichlagen. 
15 Gedacht, das er es all in eim 
Vnd auff ein mal brecht wider heim. 
Kam zum Loͤwen: „Gnediger Herr, 
Wenn jr wolt folgen meiner lehr, 
So will id euch zeigen von ftund, 
20 Wodurch jr werden ſolt gefund, “ 
Vnd ſprach: „es wont ein Fuchs alba, 
Der ift für rechtem alter gram, 
Vnd ift auch fonft ein böfer Schald. 
Der bat ein ſchoͤnen, warmen bald. 


65 getroffen — betroffen. — 67 bor = Bocks d. h. Teufeld. — 
außgeſchworn = ausgefloffen, ausgeſchwitzt. — LXXVII. 10 Bud 
fhmeng verfaufft = betrogen, Hintergangen. — 22 für = aus, in Fol 


— — — — — — — 





25 Wenn jr jm den von ſtund abzügt, 
Ein weil für einen bruftlat truͤgt, 
Damit die frandheit folt verwinden 
Vnd gar bald befjerung empfinden. “ 
Vnd gieng damit an feinen ort. 
30 Soolchs alles bett Der Fuchs gehort, 
Denn er bett hart dabey gemült, 
Vnd jm ein wonung außgehült. 
Gedacht: „ich wil Dirs wol eintreiben ! 
Solt dich bald nit mehr an mich reiben!” 
35 Kam bald zum Löwen, thet jn grüffen, 
Vnd fiel demuͤtig zu fein füflen; 
Sprach: „erwr gebrechen vnd frandheit 
ft mir, fürwar! won bergen leid. 
Bnd das ich nit bin zu euch fomen, 
40 Baldt ich ewrn gbrechen hett vernomen, 
Iſt feine ander vrſach gweſen, 
324b Ich wolt erft nach den Dingen leſen. 
Drumb fo viel Bücher hab durchſucht, 
Ob ich euch etwan helffen mucht. 
45 Da fand ich, wie die Ärtte jagen, 
Ir habt die felte in dem Magen, 
Vnd reißt euch dniden in den Dermen. 
Wenn jr diejelben find erwermen, 
Denn wolt ich euch mit Kreutern laben, 
50 Es ſolt derhalb fein not nit haben. 
Drumb wenn jr fünd ein Wolff befomen, 
Diejelbig haut jo warm genomen, 
Bindt zwifach, dreifach auff den Bauch, 
Das ftets inwendig fompt das rauch; 
55 Bnd damit bin zu Bett gelegt, 
Vnd wol mit Heidern zugebedt, 
So ſpuͤrt jr morgen, eh wenns tagt, 
Das ich euch hab die warheit gjagt. 
Vnd laßt damit nit fein geicherkt ; 
60 Denn wie das zeugen alle Ärtst, 


42 die Dinge (Sachen) nachlefen. — 47 Dermen — Gedärmen. — 
53 bindt = bindet (fie). 


\ 


— — — — — — 






Waldis, Esopus. 


a II Te TOT IT IT 


Das der Wolffsbald ift fo gehitzt, 
Das er mitten im Winter jchwitt, 
Wie man fiht bey den Edelleuten, 
Welche Belt tragen von Wolffsheuten, 
65 Das ftets das rauh wird auffen kert. 
Denn das hat fie erfarnbeit glert, 
Das fie das rauh nit können leiden: 
Bor groffer hit muͤſſen fies meiden, 
Welchs doch gſchicht an fein andern Belken. 
70 Werns noch fo Eöftlich vnd fo felgen, 
So fert man doch das raub hinein, 
Tregts für die felt vnd nit zum ſchein, 
3252 Welchs an den Wolffen nit gejchicht, 
Wie man das offentlichen ficht.“ 
75 Den Löwen folche redt bewegt, 
AU ombftend fleilfig oberlegt ; 
Gedacht: „es ift fürwar aljo!“ 
Vnd wardt des troſts gar mechtig fro. 
Er dandt dem Fuchs für feine kunſt, 
80 Vnd ſprach: „du jolt bie nehft mehr gunft 
Bey ons finden vnd gröffer grad. “ 
Der Fuchs gieng hin; ber Löw ſchickt drat 
Nach dem Wolff, das er baldt folt fomen. 
Da ward der arme Schelm genomen, 
85 Sein haut abzogen gar bhend 
Biß an den Half, beid Füß vnd Hend; 
Kaum das er nadendt fam dauon: 
Sahe, ob er bett ein Kugel an. 
Da ftund der Fuchs auff einem Berg. 
90 Die er fam glauffen ober zwerg, 
Sprach: „Freundt, wie fumpftu jo daher, 
Als obs gleich vmb die Faßnacht wer? 
Sag, wen haftu damit betrogen? 
Wammes ond Hofen aus haft zogen; 
95 Nur in der Kugel, Haͤndtſchuh, Soden 
Leuffft Durch did, dünn, durchs naf und trocken.“ 





61 gehitzt = erhißt, heiß, voll Hitze. — 88 Er ſah aus, als ob er. - 
Kugel = Kapupe. 





Birrtes Bach. 19 


— — — — — nn nn — — —— — —— ——— nn — — 





Er ſprach: „wer einen andern hembt, 
Zu mehrermaln ſich ſelber klembt. 
Ich fahr dahin, hab mein beſcheid.“ 
100 Damitt ſich trollet vber dHeid. 
Cd Welchen der Neid alſo hat gfaßt, 
Das er fein Nebften herklich haft, 
Der left nit ab, biß er fein willen 
325b Mit eignem jchaden thu erfüllen. 
105 Denn der bar ift der leidig neidt, 
Das er den zeumt, mit Sporen reit, 
Wenn ern zum erften oberwigt, 
Vnd in des Neidhards klawen kriegt, 
Denſelben treibt vnd fatzt ſo lang, 
110 Vnd macht jm allenthalben bang 
Zu ſeim verderb vnd groſſen ſchaden, 
Offt in ſeim eignen blut mus baden. 
Vom Haman zeigt dieſelbig gſchicht, 
Welcher ein hohen Galgen richt, 
115 Das Mardocheus wuͤrd erhenckt, 
Selb ward er in dem Teich ertrenckt. 
Gleich wie Perillus auch erdacht, 
Dem Phalaris ein Ochſſen macht, 
Ein ſeltzam grauſamlich Figur, 
120 Den man ſolt brauchen zur Tortur: 
Wenn man wolt einen peinlich fragen, 
Vnd das ers nit von ſtund wolt ſagen, 
Solt man jn mit demſelben ſchrecken, 
Lebendig in den Ochſſen ſtecken, 
125 Vnd darunter machen ein Fewr; 
So ſolt der Menſch ſo vngehewr, 
Wenns jm wuͤrd reichen an das leben 
Aus dem Ochſſen ein antwort geben. 
Als der Tyrann den Ochſſen ſach, 
130 Das grewlich Thier, zum Meiſter ſprach: 


97 hembt = hemmt. — 98 klembt = klemmt. — 105 der har = der 
Art, des Gelichters. — 107 vberwigt = überwältigt. — 126 ungeherwr 
— fürchterlich, entſeßlich. — 127 reichen = gehen. 


Deutfche Bibliothek 11. 13 





194 Waldis, Esopus. 


—— — — — — — „TI I 22. TI = — 222277. = 


„Auff das wir han dein Kunft zu preifen, 
So muftus felber erft beweiſen.“ 

Vnd ward zu lohn für folche thaten 
Selb lebendig darin gebraten. 


326 a Die LXXVIII. Babel. 
Dom Hundt vnd Suche. 


© het ein Bawr ein trewen Hund, 
Der fih auff alle fach verſtund, 
Dem er zu hüten bfehlen thet 
Sein Hauß vnd Hof, alls, was er bet. 
5 Das er deft baß alle dings het acht, 
Het er jm ein Regifter gmadht, 
Schaf, Rinder, Ochſſen, Kelber, Schwein, 
Hüner ond Genf vnd alles fein 
Het er ſtuͤckweiß verzeichnet eben, 
10 Bon dem er all folt rechnung geben. 
Derbalb der Hund verurjacht wardt, 
Das er tag, nacht, zu aller fahrt 
Deft fleiffiger und wader wer, 
Das in nit bſchuͤlden koͤndt fein Herr. 
15 Nit weit vom Hof, hinder eim Zaun 
Da lag ein Fuchs, vor alter braum, 
Schlich nad) den Hünern alle morgen; 
Für dem muft fich der Hund bejorgen. 
Stets wenn er bet im Hauß zuthun, 
20 So fam der Fuchs und nam ein Hun. 
Der Hundt ſprach: „Tan ichs alles warten 
Vbral, im Hauß, im Hof, im Garten, 
Vnd in dem Stall Schaf, Kelber, Kühe? 
Das braucht viel wit und bat viel mühe. 
25 Jedoch die Wolff jelten ber traben, 
Weit in dem Holt jr wonung haben ; 


LXXVIII. 18 beforgen = fürdten. — 24 witz = Befonne 
Aufmerkjamteit. ſorg fürch b j 


— — — — — — 





Biertes Buch. 


men I LI nn nn — — 


Koͤnt ich nur vor dem Fuchß die Huͤner, 
Welch an der zal ſich teglich mindern, 
32660 Sbchuͤtzen, jo wolt ich friedſam leben 
30 Vnd nit viel vmb die Wolffe geben.“ 
Vnd trachtet fleiſſig nach den ſachen, 
Thet mit dem Fuchs ein frieden machen, 
Das er jn wolt alltag, all morgen 
Mit Fleiſch vnd ander ſpeiß verſorgen, 
35 Sich reichlich bhelffen mocht dauon, 
Das er jm ließ die Huͤner gohn, 
Mit dem geding, das er folt warten 
Auffen dem Zaun ond vmb den Garten, 
Das, wenn der Wolff heimlich einfchlich 
40 Bey nacht in Stall, kaͤm unters Viech, 
So ſolt ern ſchrecken mit dem beten 
Vnd gleiche dem Hundt auch an jn feken. 
Der Fuchs bewilligt den Contract, 
Glauben vnd trew dem Hund zujagt. . 
45 Wie jolchs ein ebne zeit nu wert, 
Der Fuchs ſich meft, mit ruh fid) nehrt 
In vberfluß in guten tagen, 
Vnd wuft von feinem unfall zjagen ; 
Für völle bey dem Zaun entfchlieff. 
50 Ein ftarder Wolff nach Genſen lieff; 
Das ſahe der Hundt und ward bald wader, 
Vnd folgt dem Wolff nach auff den Ader, 
Legt ſich da mit jm in den ftreit: 
Da war dem Wolff das Maul zu weit; 
55 Den armen Hundt jo lang anzant, 
Biß ern zuletften vbermant. 
Der Fuchs het ſchier außdawt den Bauch, 
tag nah hinder eim Kleinen ftrauch ; 
Den Hundt ſah ligen auff der fetten, 
3272 60 Dadt: „wirft mir heut das Mal nit breiten.“ 


29 friedfam = friedlich, ruhig. — 37 geding = Bedingung. — 
42 gleich wie der Hund. — an in feßen = ihn angreifen. — 49 volle 
ai dllerei. — 54 da war ihm der Wolf überlegen. — 60 breiten = 
bereiten. . 





13° 


196 Waldis, Esopns. 


Zuhandt wardt fein gewar der Hundt, 
Vnd ſprach: „gedend jetzt an den Bundt!“ 
Der Fuchs ſprach: „wolt, das beſſer wer! 
Sihe wol, gibſt mir kein fruͤſtuͤck mehr; 
65 Drumb kan ich nit mit Wolffen fechten.“ 
Der Hundt ſprach: „hetteſtu mir nechten 
Solch deine vntrew angeſagt, 
Ich het mich nit ſo weit gewagt. 
O weh, o weh der groſſen vntrew!“ 
70 Da ſprach der Fuchs: „das iſt nit new: 
Weils einem gluͤckt, wol vmb jn ſteht, 
Ein jeder Freundtlich zu jm geht; 
Kompt er aber in vngefell, 
So heißts: kein Gelt, auch kein Geſell!“ 
75 U Das ift der brauch jetzt in der Welt, 
Wer nur ift reich vnd hat viel ©elt, 
Der wirdt gar werdt ond thewr gehalten 
Bon reich vnd armen, jung vnd alten; 
Vnd alles, was er thut und jagt, 
80 In alln gefelt und wol behagt, 
Vnd thun ſich fleiffig zu jm fügen, 
Dieweil fie fein genieffen mügen, 
Welchs Duidius der Poet 
In feinem leidt auch Flagen thet. 
85 Da er ſeins glüds litt ein Schiffbruch, 
Schreibt Triſtium im erften Bud: 
„Wenn dichs glüd reichlich thut begaben, 
So wirft viel Freund zu zelen haben; 
Wenns aber fompt zur böfen zeit, 
327b 90 Denn ftehft allein in deinem leidt.“ 
Zun ſchoͤnen heufern mit groffen Summen 
Allzeit viel Tauben gflogen kommen; 
Eim alten Hauß, zerrifien Dach 
Fliegen zwar nit viel Tauben nach. 
95 Im lehren thenn, friſch gworffen auff, 
Findt man felten ein Ameiß hauff. . 


71 Weile — wührend es, fo lange es. — 81 fi fügen = ſich eni 
fließen. — 1 Summen = Rändern 2 Geſimſen? — o 





— — — — — — 0 


Wenn du dein gut verloren haſt. 
Die Sonn geht auff mit groſſer pracht, 
100 Mit jrem glantz viel ſchatten macht; 
Baldt ſich ein Wolck legt vber zwer, 
So ſiht man auch kein ſchatten mehr. 
So thun die Leut; weil ſie das Liecht 
Des gluͤcks bein Freunden ſcheinen ficht, 
105 So bſtehns; wenn aber das Liecht verlefcht, 
Ein tropff Waffers all lieb abweſcht.“ 
Im felben Buch am andern ort 
Schreibt er auch dieſe folgend wort: 
„Sleih wie man Goldt probieren thut 
110 In groſſem Fewr ond heiſſer glut, 
Alſo ſiht man in boͤſer zeit, 
Wies mit dem glauben ſich begeit. 
Wenn eim das glüd freundtlich zu lacht, 
Mit dem ein jeder Freundtichafft macht, 
115 Vnd dencket jein als zu genieffen, 
Mit feinem gut jen fummer büffen. 
Wenn abers glüd gewint den fturg, 
Zuhandt wirdt alle Freundtichafft kurs, 
Vnd der mit Freunden war umbringt, 
120 DBmb den fich jet fein Freundt mehr dringt. 
8a Gold ontrew ond folch elend weſen 
Hab ich viel von den alten glefen, 
Welchs jest wirbt auff ein hauffen gar 
Mit ſchaden an mir jelber war. 
125 Denn jett fein faum zwen ober drey, 
Die mir in nöten treten bey. 
Den andern hauff muß faren laffen: 
Sie fein allein des gluͤcks genoffen. 
Denn da miche onglüd erft anftieß, 
130 Aus fort ein jeder Freundt abließ, 
Da bet all Freundtichafft gar ein endt; 
Mir wardt der ruden zu gewenbt. 


403 fie, nämlich die Welt. — 105 bſtehns = halten, dauern fie aus. 
- 1230 dringt = drängt. 





© 





198 | Waldis, Esopus. 


Drumb wer im onfall erſt abweicht, 
Sich dem vngwiſſen gluͤck vergleicht, 
135 Der iſt vntrew; wenns gluͤck abtritt, 
So ſpricht er baldt: ich kenn ſein nit!“ 


Die LXXIX. Fabel. 
Dom Hecht vnd Arebs. 


Edn Fiſcher thet nach Viſchen fahrn, 
Vnd durch das Waſſer zoh ſein Garn, 
Das ers jenſeit zum Vfer brecht. 
Er fieng ein Krebs, dazu ein Hecht. 
5 Da ſprang der Hecht je lenger, je baß, 
Sprung ober ſprung ins gruͤne Graß. 
Der Krebs kroch, wie ſie gmeyniglich 
Zu kriechen pflegen, hinder ſich. 
Des lacht der Hecht, ſprach: „lieber Bruder, 
10 Du fehrſt nit wol mit ſolchem Ruder; 
Dein fahrt haſt vbel vor genommen. 
Wenn du dem vngluͤck wilt entkommen, 
328b So mufts wie ich mit ſpringen thun: 
Mit deiner weis fumpft nit dauon; 
15 Mit ruͤcklings kriechen vnd mit fchleichen 
Wirftu das Waffer nit erreichen.“ 
Da antwort jm der Krebs fehsfüffig: 
„Du braudhft dich faft und bift vnmuͤſſig, 
Vnd gar hönifch belacheft mich. 
20 Biſt ſelb ein groöffer Narr denn ih. 
Mit fpringen thuft Dich Huch begeben 
Sn dluͤfft; kanſt Doch des Luffts nit Leben. 
Denn wie ich8 fehe, das dus vormimpft, 
Gar langfam zu dein Brüdern fümpft. 
25 Je weiter du zu Landwert |pringft, 
Ze mehr du nad dem vngluͤck ringft. 





133 abweicht = ſich entfernt, untreu wird. — LXXIX. 18 braudjj 
dich = firengft dich an. — vnmuͤſſig = beidhäftigt, raſtlos. — 25 3: 
Landwert = Land einwärts. 





& 





Biertes Bud. 8 


Das Waſſer, drauf wir fein gefangen, 
Dem ich mit onwilln bin entgangen, 
Iſt meins bedundens recht dahinden: 
30 Ich hoffe mit ſolcher weiß zufinden. 
Drumb wenn ichs gleich mit dir verfuch, 
Sprüng auff in bLufft oder vor mich kruch, 
So wurd mir doch, wie bir, nit baß, 
Wurd mit dir in der Pfannen naß. 
35 Drumb mich dein gfpött nit irren fol: 
Des Spötters Hauß brent auch ein mol.“ 
Es gſchicht gar offt in gleichen Dingen, 
Das der ftolte veracht den gringen. 
Wenn fie in gleichen nöten fein, 
40 Erbendt ein guten rath der Hein; 
Damit dem onfall fein entkuͤmpt, 
Der bilch den ftolßen vndernimpt, 
9a Das er hernach gar trawrig ſicht: 
Het er dem gfolgt, es gſchehe jm nicht. 


Die LXXX. Fabel. 
Des Betlers Kauffmanſchafft. 


S mar ein armer Man, hieß Rüppel, 
Gieng auff einr ftelgen wie ein Früppel, 
Vnd bet nit mehr denn einen Fuß; 
Der ander war jm zu einr buß 
5 Bor feine boßheit abgejchlagen ; 
Drumb muft ſich mit der ftelgen tragen. 
Es wardt jm aud) Derjelbig ort, 
Dazu die Stadt verbotten hart; 
Jedoch ward jm erlaubt daneben, 
10 Das er die tag ſeins gantzen leben 
Des Bettlens weiter het zu gnieten, 
Denn der Keyſer hat zu gebieten. 


32 wenn ich in die Luft fpränge oder vor mich hin kröche. — LXXX. 
4 gnieten — ſich befleiffigen, fich abgeben, fich ergetzen. 





Drumb zobe er dDlandt auch auff vnd nider, 
Bettelt das Brodt, verfaufft e8 wider. 
15 Das trieb er wol bey fiben Jarn, 
Biß er war fommen wol zuuorn, 
Ein guten Rod het vngepletzt, 
Ein newen mantl mit Xeder bett, 
Hofen und wammes von gutem Thuch, 
20 Ein wol gefchmiert, geſtickten Schuch, 
Ein feinen breiten Bilgrams Hut, 
Ein newen Lederſack, war gut 
Mit Kaͤſen, Sped vnd Würften afich, 
Das er in auff der achſſeln druͤckt, 
25 Auch Pfenning, Heller, ein ebne Summ, 
Die er bet in den Dörffern rumb 
329 b Vnd auff der Kirchweihe zjamen glejen. 
Auch pflag er fonft zu binden Baͤſen, 
Vnd in die narung wol zu ftellen ; 
30 Thet ſich aud) jonft zu feinem Gfellen, 
Mit dem er het das Almoß gſucht, 
Das ers allein behalten mucht, 
Was jm ward bie ond da bejchert. 
Damit fich in der ftille nehrt. 
35 Eins mals ſich auff ein Sontag bgab, 
30h auß eim Dorff ein Berg hinab, 
Vnd fam an eine groffe Heden, 
Vnd thet fi in den ſchatten ſtrecken 
Bor hit der Sonn ins grüne Graf. 
40 Ein ebne weil dajelben faß, 
Das er den fropff verdawen mucht, 
Den er im Dorff zufamen gſucht. 
Denn er ſich da bet wol gekropfft, 
Vnd feinen Rentel voll geftopfft. 
45 Die Betteljucht in baldt beftundt, 
Das er ein weil jchlaffen begundt 


16 bid er vorwärts, in pefiere Umftände gefommen war. — 17 on: 
plegt = ungeflidt. — 30 Gſellen = gefellen (Berb). — 41 kropff = d 
was in den Kropf, Magen, gebracht worden ift, das übermäffige Effı 
— 44 Renpel = Ranzen, Bauch. — 45 beftundt = ergriff. 


— — — — — — —— 





Bnder demfelben grünen Baum. 
Da fiel er in ein füffen traum 
Bon Kauffmanſchafft und groffen jachen ; 
50 Damit er wider wardt entwachen. 
Den Traum er fleiffig oberlegt, 
Vnd dacht: „du haft dein gütlin ghegt, 
Vnd nun ein eben Geltlin gfaßt, 
Kit in dem Bier und Wein verbraßt, 
55 Wie mancher trunckner voller ſchlauch.“ 
Sihe, da wardt er gewar im ftraud) 
Ein ſtuͤcke Wildts, ein ſchoͤne Hindt, 
308 Wardt fro, gedacht: „wie fein fichs findt! 
Dein glüd wil fich erft recht beginnen. “ 
60 Lag ftill, gedacht mit klugen finnen: 
„Das Wildt wilt jegund bie erfchlagen, 
Hin in die Stadt gen Nürmberg tragen. 
Kompt zu beim a wol zu ſtewr: 
Da ift jegundt das Wildpret thewr. 
65 Weil eben ift dafelb der Reichßtag, 
Deft thewrer ich e8 geben mag, 
Brengen das Gelt an einem hauffen; 
Dafür wil Kleine Bfennwert Fauffen. 
Die wil ich hauſſen bey den hüten 
70 An Eyer, Kiß ond Gelt verftügen, 
Offt widerumb baffelb anlegen: 
Das bringt zuletft groß gut zu wegen; 
Daneben nit des Betlens fchemen, 
So wirdt mein gut weidlid) zunemen, 
75 Biß ich ein guͤlden drey, vierhundert 
Zujamen bring, das manchen wundert. 
Ich weyß ein gfäß in einem Dorff 
In Düringen, beißt obern Orff, 
Iſt wol gegen zu allem hanbel, 
80 Bud führn Die leut ein guten wandel: 
Dafelb wil ich mich nider ſchlagen, 
Mein leben enden in guten tagen, 


50 entwachen == erwachen. — 57 Hindt = Hindin. — 69 huͤtzen = 
Thierhegen (Eſchenburg). — 70 verftüßen = umftußen , vertaufchen. — 
77 gſaͤß == Landfig. — 78 obern Orff, vermuthlich Ordorf oder Ordruf, 
nid weit von Gotha (Eſchenburg). 





Vnd wil dahin richten mein fach, 
Das ich mög haben haufgemad), 
85 Vnd han an meinem gut ein gnuͤgen, 
Gſind halten, die den Ader pflügen, 
Das Kom, Erbeif, Bonen und Fladıs 
Zu rechten zeiten wol erwachs. 
330b Bnd wenn auffgeht der grüne fat, 
90  (Wies denn viel Vieh dajelben bat) 
Vnd ih an meinem Fenfter leg, 
Die Kelber auff dem Ader ſeh, 
So wolt ich fehreien: zehe! zehe! 
Herab! das euchs onglüd beftehe!“ 
95 Vnd rieff gar laut fo onbebadıt ; 
Damit das Wildt ward Shüchtern gmacht, 
Vnd lieff zu Holt in voller brunft; 
Da warn fein anſchleg gar vmb funft. 
d Sott hat all ding gemacht fo wol, 
100_ Das man von gdanden gibt fein Zoll; 
Denn wenn mans als verzollen folt, 
Wißt nit, wo man zuletften wolt 
Zufamen bringen fo viel Gelt: 
Zu wenig wern all ſchaͤtz der Welt. 
105 So voll gedanden ift Das berg: 
Iſt nit zfrieden, denckt ftets fuͤrwertz, 
Eid der wol hundert underftebt, 
Der doch wol nit eins vor fi) geht. 
Manchen des nachts auff feinem lager 
110 Machen gedanden muͤd und mager, 
Das er dafür nicht ruhen fan; 
Nimpt ſich onmuter forgen an, 
In feim bergen ein ram auffbamt, 
Den er mit gbanden fein anſchawt, 
115 Vnd wol auf Taufent gülden ſchatzt: 
Damit er fi) nur jelber fatt. 


85 hun ein gnügen = mid) begnügen, zufrieden fein. — 88 erwach 
= wachſe. — 91 leg = liege. — W fhüchtern = ſcheu. — 102 zuletſte 
== zuleßt. — 106 fuͤrwertz = vorwärts, in die Zukunft. — 112 vnmute 
= dummer, einfältiger. 


— — — — — — 





Birrtes Butt. 


— —— — — — —— — — Pe . ——æ——2 
I — 22 IT. — — — — DIT TDI 





Des morgens, wenn ern ſol bewegen, 
Hat nit ein Pfennwert auß zulegen. 
Drumb iſts vnnuͤtz, den vorwitz treiben, 
331 a 120 Wie auch ſolchs die Poeten ſchreiben, 
Gleichen die gdancken eim finſtern Mann, 
Den niemandt niergend ſehen kan; 
Wenn man mit Henden greifft nach jm, 
So findt man nichts vnd iſt dahin. 
125 So ſind die gdancken wie der Wind, 
Den man wol hoͤrt, doch niergend find, 
Bud iſt dencken ein vnnuͤtz mühe, 
Als wenn einr muͤlck vnd het kein Kuͤhe, 
Vnd bekuͤmmert mit ſolchen dingen, 
130 Die jm doch nimmer moͤgen glingen. 
Es iſt ein alt gemein Sprichwort: 
All menſchlich anſchleg gehn nit fort, 
Vnd ſonderlich ein naͤrriſch anfang, 
Der gwint gmeiniglich den Krebsgang. 
135 Denn die tollen anſchleg der Narren 
Gehn fuͤr ſich, wie die Huͤner ſcharren. 


Die LXXXI. Fabel. 


Dom alten Mann vnd feinem Weibe. 


(5° reicher Mann war Sechbigjärig, 
Vmb feinen kopff gang gramwbärig ; 
Ein junge Met nam zu der Ehe; 
Darab geihah jm bang und wehe. 
5 Mit dem fie ſich Ehelich vereint ; 
Nicht in, fondern fein Gülden meint, 
Der er jr etlich taufent bradht. 
Drumb fie in nam, dabey gedacht: 
„Er tan dir doch nit geben mutb, 
10 Wie man jenfit des Wafjers thut. 


128 mild = melfte. — 136 d. h. rückwärts. — LXXXI. 9 muth = 
zuten Muth, d. h. Vergnügen. — 10 der Sinn ift leicht zu ermitteln, 
aber die Rebensart ift mir nicht erflärlich. 





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204 Waldis, Esupns. 


Er ift ein abgejagter Goͤrr, 
Vmb fein Lenden mager vnd doͤrr. 
Was ſchadts? du wilt Das Gelt lan walten, 

Daneben ein Hengft am baren halten, 

15 Vnd auff denjelben achtung haben, 

Der fpringen vnd im zelt Tan draben.“ 
Er het ein Knecht, ein jungen ©jellen, 

Nach dem die Fraw thet fleiifig ftellen, 
So lang biß fie in an ſich bracht, 

20 Mit jm bet gute fundtihafft gmacht. 
Kamen offt zamen in der ftill; 

Was gihahe, das war jr beyder will. 
Der Knecht derhalb offt umb fie war. 
Das wert nun bey eim halben Iar, 
25 Bif das derjelbig alte Mann 
Zuleßt ein mißdunden gewann. 
Wie ſolchs die Sram auch het gemerdt, 
Den Gſellen fie mit worten fterdt, 
Vnd ſprach: „laß did) daſſelb nit jrren, 
30 Woͤlln drumb nit onfer lieb verwirren. 
Ich wil den alten Narın bekoͤrn, 
Mit guten worten fo bethörn, 
Das er fi) für baß felb ſoll ftillen; 
Allein folg du nur meinem willen.” 
35 Ein fondre lofung mit jm macht, 
Das er ſich auff diefelben nacht 
Hin folt begeben in den ftall 
Vnd thun, wie fie jm da befahl. 
Dem gſchah alio; den abent ſpet 
Sie gieng mit jrem Mann zu Beth, 

Hub an vnd weinet embfiglich, 

Wie denn die Frawen gmeiniglich 

Können lachen, weinen, wenn fie wöllen, 

Sich wie ein Erocodilus ftellen, 
45 Vnd ſprach: „mein lieker Mann vnd Herr, 
Wenns euch jeundt gelegen wer, 


331b 


40 


3328 


30 verwirren = entzweien. — 33 fi ftillen = ftill werden, b 
ruhigen. — 35 lofung 1“ Wernbrebung, na 


— —— — — — —— 





@ 
Biertes Bach. 205 


— — — — — — — — — — — — — — — — 
—— ————— r ————— —— — — m II — 7* 


Vnd mirs zum beſten wolt vertragen, 
Hett euch etwas noͤtigs zu ſagen.“ 
Vnd ſprach: „jr habt im hauß ein Knecht, 
50 Der belt ſich gegen euch ſo ſchlecht, 
Darumb jr jm anch viel vertrawt, 
Vnd iſt ein Schalck in ſeiner haut. 
Denn er thut hefftig in mich dringen, 
Mich vmb mein Frewlich ehr zu bringen, 
55 So gar ift er auff mid} gerüft; 
Ya, wenn id) jolchs nit beffer müßt, 
Hett mich lang bracht zu folchem kauff. 
Ich hab in lang mit worten auff 
Gehalten, Das ich nimm fan leiden. 
60 Drumb bab in jekt in ftall befcheiden, 
Ins hinder heußlin bey dem Garten, 
Das er fol mein daſelben warten. 
Drumb folget jetzund meinem rath, 
Ergreifft jn auff der miffethat, 
65 Vnd jm weiblich in dEyſen traben, 
So werd jr jeben, das jr haben 
Ein böfen Knecht, ein fromme Fraw, 
Die euch heit Ehelich pflicht und tram. 
So fett nun auff mein weiſſe Hauben, 
70 Vnd nemet vmb mein rothe Schauben, 
Vnd kompt in meinem gberd hinbey, 
So wird er meinen, das ichs ſey. 
Denn werdt jr ſehen, das ſichs findt, 
32 b Wie ich in trewen euch verkuͤnd.“ 
75 Der Mann ließ ſich bereden des, 
Vnd legt bald an der Frawen heß. 
Er ſchlich gar heimlich durch das haus 
Vnd gieng zur hindern Thuͤr hinaus 
Des wegs, wie jn die Fraw bericht. 
80 Bald jn der Knecht da komen ſicht, 
Hub an vnd ſprach: „Fraw, ſeit jr da?” 
Der Mann antwort heimlich, ſprach: „Ja!“ 


35 fo ſehr hat er es auf mich abgeſehen. — 60 beſcheiden — beſchie⸗ 
den, beftellt. — 65 in dEyſen traben = abprügeln. — 71 hinbey = hin, 
hinzu. — 82 heimlich = leife, ftill. 





iE 206 Baldis, Esopus. 


Bald jn der Knecht beim kopff ewiſch. 
In dgrawen har ſein finger miſcht, 
85 Vnd warff jn nider auff die Erd, 
Mit einem pruͤgel wol durch bert; 
Vnd ſprach: „pfu Dich, Du boͤſe haut! 
Du biſt eim frommen Mann vertrawt; 
Wenn du dich an denſelben hieltſt, 
90 Vnd mit jm nit der ontrew ſpieltſt, 
Vnd jn meinteſt mit allen trewen, 
So doͤrfftſt nit dieſe Buͤtzbiern kewen.“ 
Der Mann rieff laut: „fahr ſchon! fahr ſchon! 
Du haſt jm mehr denn sung gethon. 
95 Ich bins jelber! hör auff, hör auff, 
Bud deinen Herrn nit lenger rauff!“ 
Der Knecht thet, ob er ſolchs nit hort, 
Mit ſeinem thun fuhr immer fort, 
Vnd ſprach: „ich hab dich einſt gebeten, 
100 NRit drumb, das du ſoltſt obertretten, 
Sondern dich nur damit verſucht: 
Meint nit, das du werſt ſo verrucht. 
Wenn dich ein ander hett angelangt, 
Dem hetſtu wol dazu gedanckt, 
333a 105 Vnd Dich bald geben in den Orden, 
An deinem Eheman trewloß worben. 
Ich bad did), das du fomen foltft, 
Dacht nit, das du baldt folgen woltft: 
Drumb muß man dich alfo einfchreiben, 
110 Mit Hefeln jafft den geil vertreiben. 
Wils morgen meinem Herrn fagen, 
Vnd deiner ganten Freundtſchafft klagen, 
Das ſie dich fuͤrbaß moͤgen ziemen. 
Zum zeichen hab dir dieſe ſtriemen, 
115 Das dus morgen nit magſt verneinen 
Vnd mich leicht vor meim Herrn verkleinen.“ 
Damit ließ von den ſchlegen ab. 
Der Mann ſich zu der Thuͤr begab, 


88 vertrawt = angetraut. — 92 Buͤtzbiern == Prügel. 


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Biertes Bart. 207 | 


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Mit noth das er diefelb ergriff; 
120 So beit er mocht zum Hauß bin Tieff, 
Der Framen fagt, wies jm ergangen 
Vnd wie in bett der Knecht entpfangen, 
Bnd wie er jm Die Laudes glejen, 
Vnd ſprach: „er meint, Du werſts geweſen.“ 
125 Der redt die Fraw ſo ſehr erſchrack, 
Als wenn dem Eſel entfellt der ſack. 
Gleich wie derſelb vor groſſem ſchrecken 
Beid forn vnd hinden thut aufflecken, 
So leid ließ jr die Fraw auch ſein, 
130 Das fie für groſſer frewde grein, 
Das er jm nit hett geben baß. 
Da ſprach der Mann: „ich bilch ablaf 
Bon der ovnſchuͤldigen verdacht, 
Die ich hett auff euch beid gemacht. 
135 Befindt, das du der ſchult biſt rein: 
3b Solt mir hinfuͤr deſt lieber ſein. 
Die ſchleg dem Knecht wil gern vergeben, 
Vnd jn die zeit meins gantzen leben 
Deſt lieber han, vnd alls vertrawen: 
140 In ſoll fein dienſt auch nit gerawen, 
Das er ſeins leidts auch werd ergetzt, 
Weil er bey mir ſein trew auffſetzt.“ 
d Die Schrifft ſagt offt von boͤſen Weiben, 
Dauon auch viel die Heiden ſchreiben: 
145 Drumb iſt jr liſt vnd triegerey 
Mit dieſem Jar nit worden new. 
Sind auch vor zeiten btrieglich gweſen, 
Wie wir von vieln in Buͤchern leſen, 
Wie vnſer erſte Eltermutter 
150 Im anfang hat verruͤrt die Butter 
Vnd vns das Muß alſo verſchuͤtt, 
Das vns bis heutigs tags weh thut. 
Samſon, der aller ſterckeſt Heldt, 
Wie ſolchs die Schrifft von jm vermelt, 


123 Laudes | efen = abgeprügelt — 126 d. h. fie erfchrad nicht. — 
43 aufffebt = En beweift, ar btriegli = — trugvoll. 





208 Waldis, Esupns. 


155 Des fterd keins Menſchen macht kunt zwingen, 
Denn er auch Dorf® mit Löwen ringen, 
Den hat ein Weib fo zugericht, 
Das fie in bracht vmb fein geficht, 
Das er elendiglich verbarb, 
160 Zugleich mit feinen Feinden ftarb. 
Salomon, den edlen Weifen, 
Den feiner zeit al Welt thet preifen, 
Durch Framen lieb und jre lift 
Zu folcher thorheit fomen ift,- 
165 Durch ir bereden jo verbiendt, 
334 a Das er ſich zum Abgoͤttern wendt. 
Was fol ich viel Die alten melten, 
Welcher der Pöfel dencket felten? 
Man fehe die Welt jetzunder an, 
170 Maan findt jett fchier fein hohen Dann, 
Der nit den Weibern wirdt zutheil, 
Offt ziehen muß am Narrenfeil, 
Vnd ift fein Mann fo ftolt von leib, 
Der jebt nit fürchten muß fein Weib. 
175 Vmb fonft ift nit das gmaͤld erdacht, 
Da man ein magern Dann gemacht, 
Der allen Männern ftets nachgeht 
Vnd fie zu freffen onterfteht, 
Die fich nit fürchten für jen Weiben, 
180 Wirdt aber wol jo mager bleiben. 
Deshalben auch verſchmachten mußt: 
Er findt jr fein; es ift vmbſunſt. 
Denn Doctor SIEMAN hat das rathen, 
Der fpidet in alſo den Braten, 
185 Vnd macht zum Narın den armen Franken, 
Das er muß nad feiner Pfeiffen tanten, 
Vnd jm alfo das har abipält, 
Wie mancher das mit ſchmertzen fült, 
Vnd offentlich vor augen fiht. 
190 Drumb fingt man noch das alte Liedt: 


165 bereden = Ueberredung. — 168 Pofel = Pöbel. — 185 Frar 
ben, in derſelben Bedeutung wie Hans. — 187 abfpält = reinigt. 





Biertes Bach. 


„Der Schaͤfer in der Newenſtadt 
Sein Roͤßlin außgeboten hat, 
Eim vnuerzagten Man zu geben, 
Dem nit ſein Weib darff widerſtreben, 
195 Findt aber fein, ders SO begert, 
Derhalb behelt er wol fein Pferdt.“ 


Die LXXXI. Fabel. 
34b Vom reichen und armen Mann. 


B Lübed in der ſchoͤnen ftadt. 
Ein alter Bürger faß im Rath: 
Der war gar reih an gut und Hab. 
Damit ſich nit zu frieden gab. 
5 Er ber ein Sram ond feine Erben, 
Dennoch hört er nit auff mit werben, 
Allzeit dem Gelt und Gut nach tradjt. 
Dauor er weber tag noch nacht 
Kein ruh nit bet, fo jehr jn plagt 
10. Der Öeit, wie der Poet auch jagt, 
Das fid gleich mit dem Gelt und Gut 
Die lieb des Gelts vermehren thut. 
Nun ift am jelben end der brauch, 
Wie fonft in andern Stedten aud), 
15 Da find viel tiefer Keller graben, 
Darinn viel Leut jr wonung haben, 
Die fih nur von dem Taglohn nehren, 
Nach kleinem gut auch meſſig zeren. 
Alfo ſaß auch deſſelben gleichen 
20 Ein armer onter diefem Reichen, 
Pflag den Leuten die Schuhe zu fliden, 
Mit Holt ond Henffen drat zu ftiden, 
Dauon er fi, fein Weib vnd Kindt 
Ernehrt, wie man viel armen findt. 


— — — 


LXXXII. 92 Henffen = von Hanf. 


0 





deutſche Bibliotbek IT. 14 


208 Wealdis, Esopus. 
[+] — — — _.I __L m mL I Im mm ——* 
155 Des fterd feins Menfchen macht kunt zwingen, 
Denn er auch dorff® mit Loͤwen ringen, 
Den bat ein Weib jo zugericht, 
Das fie jn bracht vmb fein geficht, 
Das er elendiglich verbarb, 
160 Zugleich mit feinen Feinden ftarb. 
Salomon, den edlen Weifen, 
Den feiner zeit all Welt thet preifen, 
Durch Framen lieb vnd jre liſt 
Zu ſolcher thorbeit fomen ift, 
165 Durch jr bereden fo verblendt, 
334 a Das er fich zun Abgüttern wendt. 
Was fol ich viel die alten melten, 
Welcher der Poͤfel dencket jelten? 
Man ſehe die Welt jegunder an, 
170 Dan findt jett jchier fein hoben Mann, 
Der nit den Weibern wirbt zutheil, 
Offt ziehen muß am Narrenfeil, 
Vnd ift fein Dann fo ftolt von leib, 
Der jett nit fürchten muß fein Weib. 
175 Bmb fonft ift nit das gmaͤld erdacht, 
Da man ein magern Mann gemacht, 
Der allen Männern ſtets nachgeht 
Vnd fie zu freffen onterfteht, 
Die fich nit fördhten für jen Weiben, 
180 Wirdt aber wol jo mager bleiben. 
Deshalben auch verihmachten mußt: 
Er findt jr fein; es ift ombfunft. 
Denn Doctor SIEMAN hat das rathen, 
Der jpidet in alfo den Braten, 
185 Vnd macht zum Narın den armen Frantzen, 
Das er muß nach feiner Pfeiffen tanken, 
Vnd jm alfo das har abſpuͤlt, 
Wie mancher das mit fehmerken fült, 
Vnd offentlih vor augen fiht. 
190 Drumb fingt man noch das alte Liedt: 


165 bereden = lieberretung. — 168 Poͤfel = Pöbel. — 185 3 
en, in derfelben Bedeutung wie Hans. — 187 abfphlt == reinigt. 


—— — — 








\ virrtes Buch. 200 ji 


„Der Schäfer in der Nemenftabt 
Sein Roͤßlin außgeboten bat, 
Eim onuerzagten Man zu geben, 
Den nit fein Weib darff widerftreben, 
195 Findt aber fein, ders SO begert, 
Derhalb behelt er wol fein Pferdt.“ 


Die LXXXII. Fabel. 
b Dom reichen vnd armen Alann. 


B Luͤbeck in der ſchoͤnen ftadt. 
Ein alter Bürger jaß im Kath: 
Der war gar reich an gut vnd Hab. 
Damit ſich nit zu frieden gab. 
5 Er her ein Bram ond feine Erben, 
Dennoch hört er nit auff mit werben, 
Allzeit dem Gelt und Gut nach tradit. 
Dauor er weder tag noch nacht 
Kein ruh nit bet, fo jehr jn plagt 
10 Der Geitz, wie der Poet auch fagt, 
Das fih gleich mit dem Gelt und Gut 
Die lieb des Gelts vermehren thut. 
Nun ift am jelben end der brauch, 
Wie fonft in andern Stedten auch, 
15 Da find viel tieffer Keller graben, 
Darinn viel Leut jr wonung haben, 
Die fih nur von dem Taglohn nehren, 
Nach kleinem gut auch meifig zeren. 
Alſo faß auch deſſelben gleichen 
20 Ein armer onter diefem Reichen, 
Pflag den Leuten die Schuhe zu fliden, 
Mit Holt und Henffen drat zu ftiden, 
Dauon er ſich, fein Weib vnd Kindt 
Ernehrt, wie man viel armen findt. 


— — — 


LXXXII. 22 Henffen = von Hanf. 





208 
8-- — 





155 Des fterd keins Menfchen macht kunt zwingen, 
Denn er auch dorfſt mit Löwen ringen, 
Den hat ein Weib fo zugericht, 
Das fie in bracht vmb fein geficht, 
Das er elendiglich verbarb, 
160 Zugleich mit feinen Feinden ftarb. 
Salomon, ben edlen Weifen, 
Den feiner zeit all Welt thet preifen, 
Durch Framen lieb ond jre liſt 
Zu foldher thorheit fomen ift,- 
165 Durch jr bereden fo verblendt, 
334 a Das er ſich zun Abgüttern wendt. 
Was fol ich viel Die alten melten, 
Welcher der Pöfel dendet felten? 
Man jehe die Welt jetunder an, 
170 Man findt jetzt fchier fein hohen Mann, 
Der nit den Weibern wirdt zutheil, 
Offt ziehen muß am Narrenfeil, 
Vnd ift fein Mann fo ftolt von leib, 
| Der jetzt nit fürchten muß fein Weib. 
175 Vmb jonft ift nit Das gmaͤld erdacht, 
Da man ein magern Mann gemacht, 
Der allen Männern ftets nachgeht 
Vnd fie zu freſſen onterfteht, 
Die fich nit fürchten für jen Weiben, 
180 Wirdt aber wol fo mager bleiben. 
Desbalben auch verſchmachten mußt: 
Er findt jr fein; es ift ombfunft. 
Denn Doctor SIEMAN bat das ratben, 
Der ſpicket jn alfo den Braten, 
185 Vnd macht zum Narın den armen Franken, 
Das er muß nad feiner Pfeiffen tantzen, 
Vnd jm alfo das har abipält, 
Wie mancher das mit fchmerken fült, 
Vnd offentlich vor augen fiht. 
190 Drumb fingt man noch das alte Liebt: 


165 bereden = lieberretung. — 168 Pofel = Pöbel. — 185 Fran- 
gen, in derfelben Bedeutung wie Hans. — 187 abfpült = reinigt. 





„Der Schäfer in der Newenſtadt 
Sein Roͤßlin aufßgeboten hat, 
Eim onuerzagten Man zu geben, 
Den nit fein Weib darff widerftreben, 
195 Findt aber fein, der8 SO begert, | 
Derhalb bebelt er wol fein Pferdt. ” 


Die LXXXI. Fabel. 
34b Dom reichen vnd armen Mann. 


B Luͤbeck in der ſchoͤnen ftadt. 
Ein alter Bürger ſaß im Rath: 
Der war gar reich an gut und Hab. 
Damit fich nit zu frieden gab. 
5 Er ber ein Fraw ond feine Erben, 
Dennoch hoͤrt er nit auff mit werben, 
Allzeit dem Gelt ond Gut nad tradit. 
Dauor er weder tag noch nacht 
Kein ruh nit het, fo jehr jn plagt 
10 Der Geitz, wie der Poet auch fagt, 
Das fi gleih mit dem Gelt vnd Gut 
Die lieb des Gelts vermehren thut. 
Nun tft am jelben end der brauch, 
Wie fonft in andern Stedten aud), 
15 Da find viel tieffer Keller graben, 
Darinn viel Leut je wonung haben, 
Die fih nur von dem Taglohn nehren, 
Nach kleinem gut auch melfig zeren. 
Alſo ſaß auch deſſelben gleichen 
20 Ein armer vnter dieſem Reichen, 
Pflag den Leuten die Schuhe zu flicken, 
Mit Holtz vnd Henffen drat zu ſticken, 
Dauon er ſich, ſein Weib vnd Kindt 
Ernehrt, wie man viel armen findt. 


— — — 


LXXXII. 22 Henffen = von Hanf. 
— — — — — — — — 


Deutſche Bibliothek II. 14 





25 


3352 
30 


3 


oo 


40 


45 


335b 60 


Waldis, Esopns. 
Jedoch war er ſeins mutes frey, 
Sang und war ftets froͤlich dabey. 
Des abends er daheime blieb, 
Vnd feine zeit aljo vertrieb. 
Des wundert fich der reich gar fehr; 
Er dacht: „was ifts Doch immermehr, 
Das diefen armen Mann erfrewt? 
Nun weiß id) doch, das er offt fewt 
An armetey, die jn bejeffen 
Vnd hat offt kaum das Brodt zu effen. 
Borwar ich feinen fleiß nit ſpar, 
Biß ich fein weſen recht erfahr.“ 
An einem Sontag furk darnad) 
Alſo zu feiner Frawen ſprach: 
„Du muſt dichs nit verdrieſſen laſſen, 
Daniden vnſern Haußgenoſſen 
Zu gaſt bitten heut dieſen tag 
Mit ſeiner Frawen, das ich mag 
Von jm werden einr frag bericht, 
Die mich bekuͤmmert vnd anficht.“ 
Er ſchickt baldt ſeinen Knecht hinunder, 
Bat jn zu gaſt; das nam groß wunder 
Denſelben armen Mann; gedacht: 
„Wer hat den jetzt ſo koſtfrey gmacht?“ 
Doch gieng er hin, verſagts jm nit. 
Nach eſſens ſprach der Wiert: „ich bitt, 
Vmb ein ding hab ich euch zu fragen, 
Drauff woͤllet mir die warheit ſagen. 
Ich weiß, das euch am gut zerrinnet 
Vnd mit ewrm thun nit viel gewinnet, 
Mit groſſer arbeit jr euch nehrt, 
Vnd dennocht kaum des hungers wehrt, 
Bud trincket auch gar ſelten Wein, 
Vnd dennocht allzeit froͤlich fein 
Beid, tag vnd nacht, abents vnd morgen, 
Als ob jr hetten nichts zu bſorgen. 


33 armetey = Armut. — 50 nad) eſſens = nad) dem Effen. 


ST 





— — — I —— —— TI — — ID 





Birrtes Buch. a1 | 


Kun hab ich gelts und gutes gnug, 
An efien, trinden guten fug, 
Mit gutem Wein thu mich offt fröpffen ; 
Kan dennocht ſolchen muth nit fchöpffen. “ 
65 Er ſprach: „warumb folt mich betrüben? 
Mein gut ift fiher vor den Dieben 
Zu Waſſer ond zu Yandt; derhalb 
Stirbt mir fein Pferdt, no Kuh, nody Kalb. 
Es fan fein Kauffman mich betriegen, 
70 Oder in der handlung vorliegen. 
Vnd wie ich hab ein kleine nerung, 
So halt ich auch eine Feine zerung, 
Berzer nit mehr, denn id) erwerb, 
Sorg nit, das ich dabey verberb, 
75 Vnd ftec mein fuß nit weiter nab, 
Denn ich wol zu bedecken hab, 
Vnd mich zu frieden geb damit. 
Was ich nit hab, entfellt mir nit. 
Ich laß mir an demfelben gnügen, 
80 Was mir Gott teglich thut zu fügen, 
Gedend, morgen ift auch ein tag, 
Der vor fich jelber forgen mag.“ 
Mit folder red wardt er bewogen, 
Das ern vorbaß nit mehr dorfft frage, 
85 Vnd dacht: „er ift recht willig arm; 
Billich, das ich mich fein erbarm. ” 
Lieff bin, ond bracht baldt hundert gulden, 
Bnd ſprach: „Damit bezalt ewr ſchulden: 
Damit ich euch jetzt will begaben, 
90 Das jr ewr not zu ſchuͤtzen haben.“ 
3368 Der Mann wardt fro, gieng damit hin, 
Vnd dacht baldt, das ers auff gewin 
Vnd auff Kauffmanfchafft mocht anlegen, 
Damit noch hundert breit zu wegen; 
95 Vnd tracht mit fleiß drauff tag vnd nacht: 
Damit jm felb viel forgen macht, 


62 guten fug = reichliche Menge. — 70 handlung = Handel. — 
vorliegen — anlügen. — 72 zerung = Aufwand, ausgabe: — 74 forg= 
beforge, befürchte. — 75. 76 d. h. ſtrecke mich nach der Dede, — 81 gedend 
— tenfe. —95 tracht drauff = fann darauf. 


nenne 0 
14* 





| PAD) Waldis, Esopus. 





Das er vor mühe den Kopff ftets hieng, 
Vnd auff der Gaſſen tramwrig gieng; 
Des fingens er daben vergaß. 
100 Den reichen jehr verwundert Das. . 
Er bat jn abermal zu gaft. 
Der Dann die hundert gülden faßt 
In einen Beutel, brachts jm wider, 
Vnd ſprach: „von ber zeit an ond fider, 
105 Das jr mir habt die guͤlden geben, 
ft mir vergahn mein beftes leben. 
Seht hin, fahrt wol mit ewrem gut, 
Ich nem dafuͤr'ein guten muth. 
Defjelben ich viel baß genieß: 
110 Das Gelt madt mir befimmerniß. ” 
ET Sol einfalt ift gar onderfommen, 
Vnd bat der Geit Das Landt eingnommen. 
Ich kenn auch jetzt viel armer leut, 
Doch halt ich nit, das man jetzt heut 
115 Vnder jn allen einen findt, . 
Der gleich wie diejer fey gefinnt. 
Es find viel Wiert auff allen ftrafjen, 
Die Leut bey in Herbergen laflen; 
Doc folt man fchwerlich ein befommen, 
120 Der dem Gaft zu feim nut ond frommen 
Ein Kopff von Silber oder Golt 
336 b In fein Sad heimlich fteden jolt, 
Wie man fagt, das ehe fen geichehen. 
Iſts war, weyß nit; habs nit geſehen. 
125 Vielleicht man fonft wol ein befem, 
Der eim eh etwas außher nem, 
So gar ift jeßt die gante Welt 
Gericht auff Das vwerfluchte Gelt. 
Dennocht fo ifts gewißlich war, 
130 Es zeugt die Schrifft jo hell und Har, 
Das man nit zgleich dem ©elt fan dienen, 
Vnd dennocht ſich mit Gott verfünen. 





97 mühe = Kummer. — 104 fider = either. — 107 febt hin = da 
nehmt, da habt ihr. — 111 vnderkommen = verſchwunden. — 121 Kopff 
— Becher. — 124 Iſt ed wuhr, jo weiß ichs doch nicht. — 132 verfünen 
—= verföhnen. 





Ne) 
Birrtes Bad. 213 | 





Denn wer fein Datum dahin richt, 
Das er fih nur dem Gelt verpflicht, 
135 Bnd darinn all fein wolluft bat, 
. Der madt das Gelt zu einem Gott, 
Vnd felt baldt in des Teuffels ftrid‘: 
Derhalben fich ein jeder jchich, 
Das er ſeins guts ein Herre jev, 
140 So iſt er vieler forgen frey. 


Die LXXXIII. Fabel. 
von einem Curtiſan. 


pr: zeiten in den alten Jarn, 
Da die Leut gar viel frömmer warn, 
Denn jegt in dieſer boͤſen zeit, 
Da der Sathan verbößt die Leut, 
5 Da warn die, weld man Geiftlich nannt, 
Nit jo wie jet der Welt befannt. 
Irn Tittel da mit ehren führten, 
Mit guter lehr vnd leben zierten, 
Warn nit fo auff den Geit gericht, 
337 a 10 Mie man jegt von jn allen ficht; 
Marten der Schrifft in rechter einfalt, 
Hetten ein gringen auffenthalt ; 
Warn hölgen Kelch vnd gülden Pfaffen, 
Die man nit tadlen fundt nod ftraffen. 
15 Sett aber habens Kelch won Goldt« 
Bnd fein dem Seit daneben holdt, 
Vnd fein die Pfaffen jetzt gar hülken 
Vnd gar viel gröber denn die rülßen. 
Zur felben zeit (wie jet gelagt) 
20 Wardt nit jo nach den Belt gefragt; 
Den Ruder nantens Simoney, 
War nit wie jeßt gelafien frev. 


140 frey = ledig, los. — LXXXIII. 4 verbößt = verdirbt, ver- 
fchlechtert. — 8 zierten = (ihn) ſchmückten. — 11 warten = warteten, 
beobachteten. — 12 auffenthalt = Unterhalt, Einkommen. — 18 ruͤltzen, 
gewöhnt. rilpfen = Grobian. 


— — — — — — — — 0 





Gibt er zu jrer Art ein Helb, 
25 Vnd wo der Apt left Würffel walten, 
Mögn die Brüder wol fohanten halten. 
Solchs trieben fie gan vnuerſchampt, 
Vnd hans doc in jrm recht verbampt, 
Bor Simoney und Wucher gicholten. 
30 a, wenn wirs jeßundt rechnen mwolten, 
Sp hat der Bapft viel gröffern hon 
Bnd mehr ſchadens der Welt gethon, 
Denn der Symon, jo Troja zftört, 
Vnd den, welchen Sanct Peter rürt, 
35 Dem er des heilgen ©eiftes gab, 
Mit groffem Gelt wolt fauffen ab. 
Ja, wenn mans acht ond recht bebendt, 
So fiht man, das ers feinem fchendt. 
Wer ein Officium will baben, 
40 Der muß mit gelt ond groſſen gaben 
337 b Erlangen, jonft gewinnt er nit, 
Wie man zu Rom offentlich ſiht. 
Ja, warumb ſolt ers nit verfauffen, 
Weil die Feut teglich darnach Tauffen, 
45 Vnd er auch felber fein Papat 
Bergebens vnd omb fonft nit hat? 
Drumb jn das Gbot gar nit anficht, 
Das Ehriftus zu fein Juͤngern fpricht: 
„Weil jr8 vmb fonft entpfangen haben, 
50  Solt jr dafür begern fein gaben.“ 
Koſt in viel gülden vnd viel Kronen, 
MWarumb folts nit der arbeit lohnen? 
Biel Biſchthumb muß dDrumb geben hin, 
Die jm fonft trügen guten gwin, 
55 Den Cardinaln gut feißt Prebenden, 
Die reihen Klöfter in Commenbden. 


26 Brüder = Mönde. — Ichansen halten = fielen. — 39 vor = 
für, ala. — 31 bon = Hohn, Spott. — 33 zftört — yerftört. — 39 Difi- 
cum = Amt, Pfrunde. — 45 Bapat = päbftlihe Würde. — 46 ver- 
gebeng — ohne Geld. — 51 Krone S. d. Anmerft. — 56 Gommenden 

.d. Anmerkt. 










































Bierten Bud. 


Drumb hat er jm auch eingeleibt, 
Wie er in feinen rechten fchreibt, 
AU Biſchthumb, Stifft und gute Pfründ, 


® 
Un 





60 Die er verfaufit on alle Suͤnd. 
Wers nit mit Gelt ond bey jm ſucht, 
Der hats doloſe vnd iſt verfinaht 
Doch werden fie damit getröft: 
Er nimpt das Hein, left ın Das grüßt. 
65 Drumb ift in ſolchs je wol zu ratben: 
Wo man mit einem Heinen braten 
Ein feiten Speds mag werffen ab, 
Iſt warlich nit ein gringe gab, 
Vnd ift ein Groſch wol auf zu geben, 
70 Der eim ein gülden mag erheben. 
So bald ein Pfruͤnd erft ledig ftirbt, 
338 a Der denn baldt fompt, diejelben Erbt, 
Wie in der Müln, der erft kompt, Mahlt. 
Doch dringt vor all des Gelts gemalt. 
75 ©o bat ſichs auch bey meinem leben 
Mit einem Curtiſan begeben. 
Da war ein feißte Thumberey 
Im Stifft zu Wuͤrtzburg worden frey; 
Macht er ſich auff zun ſelben zeiten, 
80 Mit grofjer eil nach Rom zu rheiten. 
Wie er fam an des Teutſch landts endt, 
Ins Welſchlandt da das Öbirge wendt, 
Wardt jm fein Pferdt gar befitig binden, 
Bor onmacht gundt zur erden finden. 
85 Er dadt: „zu fuß kanſtu nit lauffen!“ 
Forſcht, ob er fuͤnd ein Pferdt zu kauffen. 
Gedacht: „wirſt den Termin verſeumen, 
So wirdt ein andrer vor dir ſcheumen!“ 
Kam zu eim Wiert, der het ein Pferdt; 
90 Das lobt er thewr ond hielts gar wehrt. 
Doch wars ein Schelm in feiner haut. 
Der Eurtifan fein worten tramt, 


62 tolofe = betrügerifcher Weife. — 70 erheben — einbringen, ein- 
tragen. — 77 Thumbereyg = Domherrnftelle. — 88 fheumen = abſchäu⸗ 
men, d. h. das Befte wegnehmen. — 90 thewr = Sehr. 


6  Balkis, ‚ Esupns. 


Im 
Nams hin vnd zelt dem Wiert Das Gelt, | 
Sattelt3 ond wolt Damit ing Veldt. 
95 Der Wiert ſprach: „er ift reich vnd geil; 
Nur das er hat ein kleinen feihl. 
Im anfang ift er treg im gang; 
Daſſelbig wehrt aber nit lang. 
Wo jen nur rheiten, das er fchwitst, 
100 Bnd das er nur ein mal erhitt, 
So laufft er ftets in vollem traben, 
Das jr gnug dran zuhalten haben.“ 
338 b Ja wol, da er in außhin bradtt, 
Da het er weder frafft noch madıt, 
105 Wolt nit fort, das er het mocht ſchwitzen. 
Zletſt kundt nit lenger auff jm ſitzen, 
Gieng nach zu fuß vnd trieb jn fort; 
Gedacht offt an des Wiertes wort 
Vnd ſprach: „ob ich moͤcht baß fort kumb?“ 
110 Band er dem Pferdt fein mantel vmb, 
Begoß jn auch dazu mit harm; 
Halff aber nit: er wardt nit warm. 
Er war ſeins vngluͤcks nit fat fro. 
Zuletſt nam er ein büntel ftrob; 
115 Das gund er vmb das Pferdt zu binten 
Vnden und oben, forn ond binden; 
Vnd fonft viel ander lift erdacht, 
Auff das er jn erwermen mocht. 
Halff aber nit; fein wit vnd kunſt 
120 War an dem Gorren gar vmb ſunſt. 
Da wardt er Ihellig, nam ein Fewr 
Vnd ſprach: „ſtuͤndtſtu mich noch ſo thewr, 
Laß ſehen, ob ich dir den ſchweiß 
Außtreiben kan, das dir werd heiß!“ 
125 In dem daſſelbig ſtroh anzundt; 
Das Pferdt von ſtund lauffen begundt. 
So lang er mocht, folgt er jm nach, 
Biß ers zuletſten nimmer ſach. 


95 reſch = lebhaft. — geil = kräftig. — 122 fſtuündtſtu mich — 
kamſt Du mir, 





Biertes Buch. 217 


ö— — I 0 DIT I 


TE 


Er trollt fi gmachlich ober dHeyd, 
130 Wacht feines Schadens vor groſſem leyd, 
Vnd ſprach: „mun hat der Wiert die gülden ; 
Doch weyß ich jn nit zu beſchuͤlden. 
Weil er mir thet Die warheit jagen, 
339 a Hab ich nit ober jn zu klagen. 
135 Derhalben muß von Rom wol bleiben 
Vnd dig meim vnuerſtandt zufchreiben.“ 
€ Der Wiert hat ſchwerlich gfündet dran, 
Das er ein jolden frommen Dann 
Berhindert hat in jolcher veiß, \ 
140 Dieweil das jederman wol weiß, 
Das der Bapſt in feim Abentefjen 
Deffelben ſtuͤcks nit hat vergefien, 
In feiner Bull verflucht, verdampt 
AU, die da fein fo onuerihampt, 
145 Bub jemand an der Römjchen reifen 
Berhindern vnd fein hülff beweifen, 
Welchs Diejer Wiert nit hat bedacht 
Ober vielleicht den Fluch veracht, 
Das er jm nit gehorjam gweſen; 
150 Hat leicht Des Luthers Bücher glefen, 
Wie auch) jonft jet die ganze Welt | 
Auffs Bapfts gebot zwar nicht viel belt. 
Jedoch wil ich jn des entheben 
Vnd weiß jm nit viel ſchult zu geben, 
155 Weil er jm hat Die warbeit glagt, 
Vnd der Eurtijan jn nit verklagt. 
Geb, das fie all mit Jolchen Pferden 
Auff jolcher reif gelaflen werben ! 





137 ſchwerlich = ſchwer, arg. — gſuͤndet = gefündigt. 


- 





339 b 


Waldis, Esapns. 


Die LXXXIV. Fabel. 


Dom Schweiber und feinem Son. 


Me bat mich eigentlich bericht, 


Die ein Bawrnknecht gieng zu Beicht 
Dort oben in dem Schweißer gbirg 
Bein Einfideln nit weit von Zürd. 
5 Het ſich fein tag nit anderft gmuͤht, 
Denn jeim Vatter das Vieh gehät 
Dort oben in den wüften Alben, 
Da auch die Kuͤh im Winter falben, 
Vnd wuͤßt eben vom Chriften Glauben 
10 So viel die Blinden und Die Tauben 
Bon Farben und von Orgelpfeiffen: 
Könt auch für grobheit nit begreiffen. 
Wie er zu feinem Kilchherrn kam, 
Sein onuerjtandt er baldt vernam ; 
15 Mit vielen worten er fi fleißt 
Bnd in im beften ondermweißt. 
Doch wars an jm verlorn vmbſuſt. 
(Wie Ehriftus jagt) ein newer Muft 
Leßt fich in alte ſchleuch nit faſſen: 
20 Das gut ond bIR einander haffen. 
Zuletft, da er nit fund geichaffen, 
Thet ern mit worten weiblich ftraffen, 


Vnd ſprach: „Du muft dennoch Gott kennen, 


Vnd bey jeim Namen wilfen znennen. 


25 Drumb merd nur diß vnd bhalt e8 eben, 


Wil dir ein grobe gleihniß geben. 
Gott ift immer in ewigfeit 
In der beilgen Dreifaltigkeit, 
Batter, Son, beilger Geift: ein Gott, 
30 Der uns hilfft, ſchuͤtzt in aller noth, 


LXXXIV. 11 Orgelpfeiffen = Orgelfpiel. — 12 grobheit = Roh 


beit, Dummheit. — 13 Kilchherrn = Pfarrherrn. — 18 Muft = Moſt. 
— 21 gefchaffen = ausridten. 








Den folln wir gleuben vnd vertramwen. 
Auff Die Namen thu fleiffig ſchawen, 
Als ob dein Vatter ond du, fein Son, 
Seit zwo onterjcheiden Perjon, 
340a 35 Vnd das dein Mutter wer die dritt, 
Bedeut den heilgen Geiſt damit. 
Soltu bingehn ond ſolchs fallen, 
Vnd nimmer auf dem gdechtnis Laffen. 
Geb, was du thuft oder vor Dich nimpft, 
40 Das, wenn du wider zır mir fümpft 
Vnd ich Dich würd derhalben fragen, 
Das du wuͤſteſt Dauon zu fagen.“ 
Darnach begab ſichs vber ein Jar, 
Der Bawr wolt Beichten gleich wie vor. 
45 Als in der Pfarherr fragen gund 
Bnd fein Batter gleich binder jm ftund, 
Der auch diejelbig zeit willeicht 
Zum Pfarherr gehn wolt zu der Beicht, 
Er ſprach: „ir jagt mir drey perfon: 
50 Da ftebt mein Vatter, ich bin der Son, 
Welch ich euch jetzt allbeid geleißt.“ 
Er ſprach: „mo bleibt der heilig Geiſt?“ 
Der Bawr ſprach: „mil euch brichten des: 
Er fitst Daheimen und macht Kaͤß.“ 
55 Der Pfarherr in jm Jelber ladıt: 
„Ich hör, du haft wol drauff gedacht. 
Sag an, gleubftu an alle drey, 
Wie ıch dir gjagt, das dem fo jey?“ 
Er ſprach: „ich gleub wol an die zwo, 
60 Wie jr mich bricht, das dem fey fo; 
Aber die dritt bleibt ongegleubt, 
Vnd will mir nit jo bald zu beupt. 
Der Pfarherr ſprach: „zwar von den beiden 
Leßt fich die dritt perfon nit ſcheiden.“ 
65 Der Bawr ſprach: „da frag ich nit nad: 
340 b Der Artidel ift mir zu hoch. 


34 onterjcheiden = verſchiedene. — 62 heupt = Haupt, Kopf. 








© 
I 220 Waldis, Esopns. 





Denn was die beid mit allen tagen 
Erwerben mögen vnd erfragen, 
Nemlich der Vatter ond der Son, 
70 Wird als vom heilgen Geift verthon. ” 
ET Wer in onwiffenheit betagt, 
Bon jugent auff nad) Gott nit fragt, 
Der ift dennoch nit gut zu lern, 
Zum guten fchwerlich zu befern, 
75 Wie der Poet anzeiget Das, 
Vnd fagt, wie das ein jeglih Vaß 
Den erft angenomenen ſchmag 
Behelt gemeinlich all fein tag. 
Es redt auch niemandt von den Dingen 
80 Anderft, denn jm fein finn einbringen. 
Wie man jonft von eim Bawren lift, 
Der auch von Gott felb nit viel wüßt, 
War auch weit von der Kirchen gieflen, 
Der hieß jein Son aud) gehn zur Meſſen 
85 Das er einft onfern Herrgott ſeh. 
Der Knab gieng langjam ond gar treg, 
Das er zur Meß kam viel zu ſpaͤt. 
Wie er nu in die Kirchen geht, 
Vnd thet in alle winckel gaffen, 
90 Fand er weder Schuͤler noch Pfaffen, 
Vnd ward auch ſonſt kein Menſch vernomen: 
Gieng wider heim, wie er war komen, 
Vnd ſeim Vatter anzeiget das, 
Vnd ſprach: „ich kam recht eben zmaß, 
95 Er het den Eſel ſchon beſchritten, 
Vnd wolt balt ſein hinweg geritten.“ 
341 a Da hett der Narr den Palm Eſel gſehn. 
Der boſſen ſein wol mehr geſchehen, 
Der ich hab ſelb erfaren viel, 
100 Die ih kuͤrtzhalb nad laſſen wil. 
Es wird auch hiemit kundt gethan, 
Wie man find manchen frommen Mann, 


67 en = Hände. — 80 einbringen = eingeben. — 100 nach lafjen 
= auslaffen, übergehen, verfchweigen. 





Biertes Buch. 2a 


— — — nn m nn — 





Der doch ſo boͤßlich iſt beweibt, 
Das alls, was er zuſamen treibt 
105 Mit ſchaffen, arbeiten vnd werben, 
Das ers moͤcht ſeinen Kindern erben, 
Oder ſich ſelb dauon ernehren, 
Thut offt ſein faules Weib verzeren. 
Vnd wenn man jn nit ſo viel giebt, 
110 Als fie gern hetten vnd jn gliebt, 
So tragens Keſſel vnd Kannen auß 
Zum Juden und zus Nachbawrn hauß, 
Das Federgwand, Mantel vnd Schauben, 
Dem Mann des nachts die Taſchen Hauben ; 
115 Oder wo jn ſolchs nit wil gluͤcken, 
So bhelffens ſich mit andern ſtuͤcken, 
Sanct Chriſtoffs ampt ſich vnderwinden, 
Leiten auch wol ein frembden Blinden, 
Vnd laſſen ſich lebend begraben: 
120 Erfarnheit wir des zeugnis haben. 


Die LXXXV. Fabel. 
Don einem vngezognen Sone. 


Ye jagt von einem alten greifen, 
Der feinen Sohn thet vnterweiſen 
In aller tugent, Kunft ond zucht; 
Doc halff es nit, ſchafft feine Frucht. 
41b 5 Da ſolchs ein lange zeit gewebrt, 
Der Knab ſich an fein ftraffe fert, 
Was bfohlen war, allzeit nach ließ, 
Vnd thet dDieweil, mas ern nit hieß, 
Kund jn zu feinen guten Dingen 
10 Mit warnung, noch mit fchlegen bringen, 
Erdacht derfelbig alte Diann 
Ein kluge lift ond hub baldtan: 


106 erben = vererben, nachlaſſen. — 110 gliebt = lieb wäre. 





f 





342 a 


Als, was ern Sohn geheiffen bett, 
Mit eigner handt er jelber thet. 
15 Den Knaben wunderts, ba ers ſach, 
Hub an ond zu dem Batter ſprach: 
„Ad Vatter, jagt mir, was bedeut, 
Das jr vom Sontag an biß heut 
Zu allem, das ich war verpflicht, 
20 Habt ir jelb alles ausgericht?“ 
Er ſprach: „es bett ein Bawr ein Stier, 
Der war jung, von eim Jar, drey, vier, 
Den wolt er jpannen vor den Pflug; 
Das Kalb das joch gar ungern trug. 
25 Er ſcharret, kratzet, bruͤlt vnd ftieß 
Vnd ſich gar vngern zemen ließ. 
Hett noch ein Ochſſen wol betagt, 
Mit vieler arbeit abgeiagt, 
Den ſpant er bey daſſelbig Rind 
30 Vnd ſprach: „ſihe zu, es iſt ein Kindt, 
Moͤcht ſich leicht in eim zug verdenen. 
Gmechlich muſtus zur arbeit gwenen. 
Weil du biſt alt, der ſach verſtendig, 
Gehſt jm wol fuͤr, ſo wirds bald bendig.“ 
35 Da merckt des Vatters ſinn der Knab; 
Bald ſich zu guten ſitten gab. 
| Die Jugent iſt nit baß zu zwingen, 
Denn fie joll nad) dem guten ringen, 
Denn das die alten heben an, 
40 Im guten fitten vorher gahn. 
Denn wie mich jetzt die Welt anficht, 
Iſt die Jugent dahin gericht, \ . 
Das fie all hertigfeit thut fliehen; 
Drumb muß mans leiten ond nit ziehen. 
45 Derbalb ich dieſen rath jetzt geb, 
Das man erft recht und züchtig leb. 
Wo ſich Das alter preißt zur tugent, 
Da folgt geineinglich nach Die jugent. 


LXXXV. 31 verdenen = verftreden. 












Birrtes Vuch. 


IT —' 27 m ZI TI —ñ— TUE 


Die LXXXVI. Babel. 
Don einem Herrn und feinem Müller. 


MElſaß, von Schletftadt nit weit, 
Ein Kleine Stadt vorm Berge leit, 
Ein Schloß auff einem hoben reyn, 
Dafjelb genant wird Rapperftein ; 
5 Da jaß ein Herr, war wolgeborn. 
Der bet wol fchier bey viergig Jarn 
In einer Mülen, wie man fagt, 
Ein Müller, war nun wol betagt. 
Der warb berüchtet in dem alter, 
10 Daß er bet gmefjen boͤſe malter, 
Offt mit der groffen Molten gniekt, . 
Die Weitenfed zu fehr beichetst, 
Sein Herrn vnd all die Leut beftolen, 
AU, die mit jm pflegen zu malen. 
15 Drumb er auch baldt zur felben fahrt 
342b Zu dem Galgen verurtheilt ward. 
Wie jn der Hender het gebunden, 
Zufamen auff der Leiter ftunden, 
Vnd gwartet nur, wenn ern abftieß, 
20 Der Graue ritt zu, verziehen hieß, 
Sprach: „weil du haft unrecht gemekst, 
Mich und mein armen Leut bejchetst, 
Vnd ſolchs gebraucht viel Jar fo lang, 
Gehſtu derhalben diefen gang, 
25 Vnd dir nun in dem gangen Landt 
Faft alle Müller find befandt, 
So woltft mir jet ein fronımen Dann 
Bnter den allen zeigen an, 
Der nit ein Dieb, wie du, wirdt fein, 
30 Dem ich die Mühl thet wider ein, 


LXXXVI. 9 berichtet = in den Ruf gefommen. — 20 Graue = 
Graf. — 30 thet ein = einräumte. 








224 Waldis. Esopns. 


Vnd wol zu ſolchem Ampte doͤcht, 
Zu dem mid) trew verſehen möcht.“ 
Der Müller ſprach: „bey dieſem todt, 
Der mid) die ſtund jetzt obergoht, 
35 So weiß ich unter allen feinen, 
Dem jr mocht tramwen, auch nit einen: 
. Sie find all mit der Laugen baoffen, 
Der Müller weis nit können laffen.“ 
Der Graue ſprach: „Sind fie all ſolch leut, 
40  &o friftet Dirs das leben heut. 
Drumb kum ond ſteig Du wiber rab: 
An dir ein gwiljen Dieb ich hab. 
Das leben mil ich dir jetzt fchenden. 
Mit dem bejcheidt, du folt dran denden, 
45 Das du binfürder redlich maͤlſt, 
Mich oder niemand mehr beftälft.“ 
343a G Für fohad fein Herr den Müller warnt, 
Damit das leben jm erarnt, 
Vnd het nur jm allein gegolten, 
50 Drumb ſoll hie niemand fein geſcholten. 
Denn fo gehts zu: wer ſchwimbt im ſchaden, 
Der bat gern, das viel mit jm Baden. 
Doch glaubt man offt dem ſprichwort auch, 
Welchs jett geht im gemeynen braud). 
55 Man fagt: „wenn Fünff vnd zwentzig Zöller 
Vnd denn noch Fuͤnff vnd zwentzig Müller, 
Noch Fuͤnff vnd zwentzig Leineweber 
Vnd Fuͤnff vnd zwentzig Zehend geber, 
Jeder ſein Ampt nach vortheil jeb, 
60 So machens eben Hundert Dieb. 


31 doͤcht — taugte. — 34 mich vbergoht = über mich kommt. — 53 
Zöller = Zöllner. — 38 Zehend geber = Zehentpflidhtiger. 





Birrtes Bach. 225 


— — — —— —— ——— — — ——— — — — — 


- 
— — —— 


Die LXXXVII. Fabel. 
Dom Wolff vnd einer Ganuß. 


2 Faßnacht zeit der Wolff auflieff, 
Bey einem Zaun ein Gans ergriff: - 
Er ſprach: „Leicht gſchiht mir heut nicht baß!“ 
Vnd warff fie nider in das Graf; 
5 Hub an und wolt fie da berupffen. 
Die Gans jr haupt gundt auffzulupffen, 
Vnd ſprach: „Herr Wolff, ein Heine bitt, 
Hab ich zu euch, verfagt mirs nit!“ 
Vnd ſprach: „nun ifts vmb Faßnacht zeit, 
10 Die allen Menſchen freude geit, 
Vnd ich hab noch die zeit fein mol 
Getantzt, wie man fonft tanken joll. 
Drumb wolt ih gern einft vmbher fpringen, 
Dazu ein frölich Liedlin fingen. 
;b 15 Möcht ich daſſelb bey euch erwerben, 
So wolt ich Denn deſt lieber fterben. “ 
Er ſprach: „das baftu leicht erbeten! 
Wil felb mit an den reyen treten, 
Das du vor deinem end zu legen 
20 m freiden mögft noch einft ergetzen.“ 
Sie tantzten alle beib daher, 
Als 068 zu einer Hochzeit wer; 
Der Wolff fprang für, die Ganß folgt nad); 
Nit lang, biß fie jen vortheil ſach, 
25 Da flog fie hin und fang: „Gagag,“ 
Den Wolff fein hoffen gar erlag. 
Er ſprach: „pfuh dich, der ſchand vnd ſuͤnd! 
Das ich mich nicht erinnern Find 
Der lehr, welch mir einft gab mein VBatter ! 
"30 Sprach, folt mid an der Gänse gefchnatter 
Nit fern, wenn ich jatt eſſen wolt; 
Auch nimmer nüchtern tangen jolt. 


LXXXVI. 6 auffzulupffen = aufzuheben, emporzuheben. 





eutfche Bibliothek IT. 15 





Het ich demſelben folg gethan, 
Dörfft nit den fpott zum ſchaden han.“ 
35 T Auß gmeinem brauch man wol vernimpt, 
Mo man zur freud zufamen kümpt, 
Frawen, Jungfrawen, junge Knaben, 
Vnd wenns jchon gute Spielleut haben, 
Die Bramt auch jedem gibt ein Krant, 
40 So wirdt vor effens doch fein tank. 
Marcolphus fagt, welchs man gern glaubt: 
„Auff vollem Bauch Steht ein fröfich haupt. ” 


Die LXXXVIN. Fabel. 
Dom Suchf vnd dem Eichhorn. 


344 8 as Eichhorn ift ein Thierlin gring, 
Ein langen fhwant, ein Heines ding ; 
Sein wonung hats auff hohen Aften, 
Mit Haſelnuͤſſen thut ſichs meften. 
5 Das ftieg vom hohen Baum herab, 
Vnder ein Hefeln fich bgab, 
Die Nuͤß daſelben auffzulefen. 
On gfehr bet da ein Fuchß fein weſen 
Sn einem loch mit Dorn verbüfcht; 
10 Lieff rauf, baldt het das Thier erwifcht. 
Es kert fih omb, zum Fuchſen ſprach: 
„Herr Reinhart, thut ein wenig gmach! 
Gundt mir ein wort zu guter weiß; 
Es glangt zu ewrem lob vnd preiß, 
15 Wenn jr mir ſolchs zu gute gebt.“ 
Vnd ſprach: „ich hab nu lang gelebt 
Vnd denck gar viel der alten Jar, 
Wie das zeugen mein grawe har; 
In dieſer Buchen ſtets geniſt, 
20 Ewrs Vatters loch allda gewiſt. 


LXXXVIII. 6 Heſeln = Haſelſtaude. — 9 verduͤſcht = verheimlicht 
verborgen. 








Der bet fein Vieh noch fahrend hab, 
Nehrt fich nur des, was jm Öott gab. 
Wenn er des morgents früh außichlieff, 
Etwan beim Zaun ein Hun ergriff, 
25 Trug ers auff diefen Plat allhie. 
Da fiel er nider auf fein fnie, 
Sprad ein andechtig Gratias 
Bor daffelb Hun, ehe denn ers aß, 
Bnd Sprach drey mal drüber den Segen, 
30 Gleich wie fonft alle Füchle pflegen. 
Wenn jr euch auch dermaſſen nehrt, 


| 344 b So wurd euch nadhmals mehr befchert. “ 


| 


Der Fuchs ſprach: „wie mein Vatter pflag, 
So danck ich Gott auch alle tag.” 
35 Vnd wolt ſeins Vatters lob nit ſchwechen, 
Kniet nider, fein Gebet zufprechen. 
Das Eihhörnlin dieweil entfloch, 
Was fiher alıff der Buchen hoch. 
Da ſprach der Fuchs: „ich armer tropff! 
40 Wer wert, Das mich Ichlüg vmb den Kopff. 
Setzt wolt ich mein Gottsdienft erheben, 
Bber die in den Klöftern eben: 
Das Gratias feiner aufrült, 
Er hab denn erft den Balg gefüllt.“ 
45 Die haut fol man zu Mardt nit tragen, 
Man hab denn exit den Beren gichlagen. 
Es ift ein Narr, der dafür dandt, 
Welchs er noch weit nit hat erlangt; 
Eh man jm gibt die globten gab, 
50 Leufft viel Wafjers den Rhein hinab. 
Darumb dand nit ebe vor das Schwein, 
Du hets denn gehoben in ſack hinein. 


27 Gratias = Danfgebet. — 35 ſchwechen —= vermindern, herab- 
feßen. — 40 Ich wäre werth, daß ich mich. — 43 aufrült = ausbritllt. 


© 15° 0 





Vnd wenn fie denn die Hochzeit machten, 
Ein Feiftes Schwein bafelb zu Schlachten, 
15 Lieſſens falten an dritten tag, 
Biß das vor hunger jchier erlag. 
Darnach liefen fies von dem Koben, 
Biel gutes Dings zuefien gaben ; 
3468 Mit Würk, Rofinen, Mandelreiß 
20 Fültens das Schwein mit gantem fleiß, 
Vnd ſtachen denn denjelben Bachen, 
Vnd von den Dirmen Würfte machen; 
Namen nichts rauß, theten nichts nein: 
Das [hmedt in wol, Daucht fie gut fein. 
25 Da fie das Brodt ond Eyerfuchen 
Auff Steinen an der Sonnen buchen, 
Ein Baß Wein in ein Brunnen guffen, 
Vnd trunden aus denjelben fluffen: 
Was außher floß vor guter Wein 
30 Schmeckt, obs geſchoͤpfft wer auf dem Rhein. | 
Wenn fie auch machen wolten KAß, ' 
Brauchtens dazu Fein fonder gfäß, | 
Allein die Magd Ichlugs in jr Hembt; 
Schad nit, wars fehon ein wenig bichlembt, 
35 Vnd trats mit Füffen an die Erden, 
Ließ an der Sonnen truden werden. 
Wenn fie die Buttermilch außtrudten, 
Baldt auff den abent zjamen rudten, 
Affens mit Löffeln auf fpont flafchen. 
40 Wenn einer wolt das Haupt einft wafchen, 
So legt er drumb nit ab den Hut, 
Wie man doc funft gemeinlich thut. 
Sie bichloffen auch mit gmeynem rath, 
Menn fie zjamen giengen ins Bad, 
45 So bhieltens an Hofen und Schud) ; 
So dorfften fie funft feiner Bruch. 
Dauon fie auch den vortheil hatten, 
Das nit, Dieweil fie zſamen badten, 


17 Koben = Schweineftall. — 19 Dlandelreiß = Mandelmus. — 
21 Baden = Schwein. — 26 buchen = badten. — 34 bſchlembt = be⸗ 
ſchmutzt. — 39 fpont flafhen = Spundflaſchen? 








Biertes Buch. 


m . .5 0 II DT NDS. TUT UDTIDEI, . ) 


Ein frembder Dieb gefchlichen fem 
346b 50 Bnd in die Schub vnd Hojen nem. 
Eins mals ein Kauffman fam gefahren, 
Biel Thuchs het gladen auff ein Karn; 
Ein rotes Thuch jm kaufften ab, 
Weil ers jr vmb ein zimlichs gab. 
55 Dauon fie lieſſen Hofen Schneiden, 
Vnd faffen an der Sommer leiden, 
Das fie fi) an der Sonnen wermbten, 
Vnd vor des Merten froft beſchermpten. 
Weil fie da bey einander ſaſſen, 
co Allan jr eigen bein vergafjen: 
Weil fie all waren roth gekleidt, 
Wiſten fie feinen onterjcheidt, 
Vnd blieben wie die tollen Friten 
Biß an den abent da befiten. 
65 Bor thorheit dorfft auch niemandt fliehen 
Oder fein Bein erft an fich ziehen. 
Ä Da kam ein frembder Mann gegangen, 
Vnd trug ein lange Hopffen ftangen, 
Den baten fie, das ers wolt richten, 
70 Vnd onter jn den jrrthumb ſchlichten. 
Der ſchlugs allſammet auf die Schenckel, 
In die Waden und vmb die Enckel; 
Baldt ſie jr Bein all zu ſich zogen, 
Vor ſchmertzen hie vnd dorthin flogen. 
75 Daſelb auch dieſe gſchicht geſchach: 
Die tollen Leut zu Doͤlpelbach, 
Welchs glegen iſt nit weit von Bieſen, 
Die wolten einen Biſchoff kieſen, 
| Ein Biſchoff, der eins folchen leben 
| 80 Wer, das er gute lehr fünd geben, 
347a Vnd nit, wie fie fonft gmeinlich pflegen; 
Mit Kinder firmen, Kirchhoff fegen, 
Mit Gloden tauffen, wende fchinieren, 
Mit Pfaffen weihen, har abjicheren, 


58 beichermpten —= fchirmten, ſchützten. — 63 Fritz, verächtliches 
ober | [ ee m ellatin für Mannsperfonen, überhaupt wie Hans. 
— n= en. 


— — — (-( 








85 Mit Ablaß geben, gnad verkünden, 
Welchs die Leut Damals nit verftünden, 
Vnd wie fie pflegen gen Rom zu lauffen, 
Mit groffem Belt die Biſchthumb Lauffen, 
Für zehen taufent ein Pallium ; 
90  Bnd wenn man bringt das Gelt zur Summ, 
So iſts der ſchweiß der armen Leut, 
Werden gejchetst biß auff die heut. 
Das hettens all erft oberlegt, 
Drumb moltens nit (wie man jonft pflegt) 
95 Ein Bifchoff wein nad Gelt und gunft, 
Sondern nach frombfeit, Geift und Kunſt. 
Auff das die wahl nit würd erfpärt, 
Als 068 von Gott wer Ordiniert, 
Berieffens in die Kirchen dar 
100 Al Manns perjon, ein groffe ſchar; 
Vnd das zugieng on alls betriegen, 
Lieffens ein weiſſe Tauben fliegen 
Mit ſolchem bicheide und Decret: 
Auff wen die Taub fich feßen thet, 
105 Derjelb folt mit gemeiner Wahl 
Alda von jnen allzumal 
Für einen Biſchoff werben ghalten ; 
Woltens den lieben Gott lan walten. 
Denn des betten fie guten fug 
110  Bnd warens auß der Schrifft auch klug, 
Wie ſolchs ein jeder noch wol weißt, 
347b Das etwan auch der heilig Geiſt 
Wie ein Taub ward vom Himel bradt, 
Vnd auf den Fifchern Biſchoff gmadht. 
115 Als fie der fach nu waren ein, 
Lieſſens die Tauben ins gemein 
Hinfliegen in die Kirchen hoch. 
Sie ſucht, obs finden möcht ein loch, 
Vnd kundt niergend fein außflucht finden. 
120 Ein armer Mann ftund weit dorthinden, 


r 


89 Ballium = biſchöflicher Mantel. — 97 erfpürt = ausgefpürt, aus⸗ 
gefuntichaftet. — 109 fug = Grund. — 110 warens flug = wußten «3. 
— 116 ins gemein = indgefammt, ſämmtlich. — 119 aupfluht = Aus⸗ 
gang, Ausweg. 


1  — 





Birrtes Bud. 233 


Weit Dorthinden in einem Ed, 
Der bie mit namen Martin Bed. 
Der bet des morgens Weiten gihmungen, 
Dauon jm etlih Kdrnlin gfprungen 
125 Auff feinen Kopff on alls gefahr, 
Denn er bet fonft ein groffes bar. 
Das jahe die Taub vnd ſchwang fich nider, 
Laß auff die Körmlin Hin vnd wider 
Dem Martin Beden auff dem Kopff. 
130 Da ward von ftund der arme Tropff 
Bon den tollen, törichten Leuten 
Ermelt zum Bifchoff in den zeiten; 
Spraden: „ſolche wahl ift von Gott, 
Der e8 alſo verjeben hat!“ 
135 Sahen nit, das diefelbig Tauben 
Die Weiten Körnlin thet auffflauben. 
Wie nun der Bed ward mit gefang 
Hin griffen gar on feinen danck 
Hinauff ins Chor vors hohe Altar, 
140 Kam jederman gelauffen dar. 
Etlih den newen Biſchoff Frönten, 
Etlich fein fpotten vnd behönten, 
18a Dieweil er war ein grober Dur. 
Vnd faß dort in der Prelatur, 
145 Geziert mit einem ſpitzen Hut, 
Gleich wie man Biſchoff rönen thut. 
Ein gülden ftab, Chorkappen, Tafel, 
Schub, Handſchuh, Ring ond ander fafel, 
Wie ein Bifchoff zu haben pflegt, 
150 Ward jm da alles angelegt. 
Vnd ſaß daſelb in groffer ehr, 
Des fih als Vold verwundert fehr. 
Zulegt fein Weib auch ſolchs vernam, 
Eilend zur Kirchen Lauffen fam, 
155 Wolt feben, obs auch wer alfo. 
Als fie in ſah, da ward fie fro, 


134 verſehen — beſtimmt, angeortnet. — 142 fpotten — ſpotteten. 
— 147 Cafel = Prieſtergewand. — 148 ander fafel = andere® Zeug. 








Die ehr ich dir von bergen gan. 
Gott lob, der dich hat hiezu bracht! 
160 Nu bab ich auch eins worts wol madıt. 
Hinfort mag han ein rhufam leben, 
Darff nit den Schweinen zeflen geben 
Vnd onfern Knechten morgens fruh: 
Ein Fraw wuͤrd ich, ein Herr biſtu.“ 
165 Da ſchwieg er ſtill vnd ſahe fie an, 
Gedacht: „nun bin ich je dein Dann, 
Die kum ich jet zu dieſem glüde, 
Darinn ic mic) nit weiß zu ſchicken?“ 
Sie ſprach: „mein lieber Mann, hör mir! 
170 Du weißt, ich hab verbeiffen dir 
Weibliche trew und Ehelich pflicht, 
Die wil ih an dir brechen nicht; 
Drum bitt ich dich, woͤlſt jagen nu, 
348 b Warumb redftu mir jetst nit zu, 
175 Bnd gegen mir dich aljo ftellit, 
Gleich ob du mich nit kennen woͤllſt?“ 
Er ſprach: „mein allerliebites Weib, 
Solchs meiner hoffart nit zufchreib, 
Sondern der verandrung der zeit, 
180 Die fich jet wunderlich begeit, 
Wie jet an mir ift zu bejeben: 
Man hört nit, das ſolchs ehe gejcheben. 
Drumb bit ich, mwolft verzeihen mir, 
Das ich nit hab geantwort dir. 
185 Ich fund dich, liebes Weib, nit fennen, 
Sch wit mich jelber faum zu nennen, 
Geftern nennt man mid) Merten Beden, 
Bud, Semeln ond die weifjen Weden; 
Heut beißt man mich Gnediger Herr: 
190 Weiß nit, wo mir ſolchs fommet ber.“ 
U Solch lecherliher boß geſchach 
Bey den tollen zu Dölpelbad, 
Daraus wir haben, das Honores 
Berftellen offt der Menfchen Mores. 


193 Honores— Ehrenbezeugungen. — 194 verftellen = verfhlimmen 


(Os 


Birrtes Bad. 233 


Weit dortbinden in einem Ed, 
Der hieß mit namen Martin Bed. 
Der het des morgens Weiten gichwungen, 
Dauon jm etlich Kdrnlin giprungen 
125 Auff jenen Kopff on alle gefahr, 
Denn er bet jonft ein grofjes bar. 
Das ſahe die Taub und ſchwang ſich nider, 
Laß auff die Körnlin hin ond wider 
Dem Martin Beden auff dem Kopff. 
130 Da ward von ftund der arme Tropff 
Bon den tollen, törichten Leuten 
Ermwelt zum Bifchoff in den zeiten: 
Sprachen: „Tolche wahl ift von Gott, 
Der e8 allo verjeben hat!“ 
135 Sahen nit, das diejelbig Tauben 
Die Weiten Körnlin thet auffflauben. 
Die nun der Bed ward mit gefang 
Hin griffen gar on feinen danck 
Hinauff ins Chor vors hohe Altar, 
140 Kam jederman gelauffen dar. 
Etlih den newen Bischoff frönten, 
Etlich fein ſpotten und behänten, 
348a Dieweil er war ein grober Bur. 
Vnd ſaß dort in der Prelatur, 
145 Geziert mit einem ſpitzen Hut, 
Gleich wie man Bilchoff frönen thut. 
Ein gülden ftab, Chorkappen, Tafel, 
Schuh, Handſchuh, Ring ond ander fafel, 
Wie ein Bifchoff zu haben pilegt, 
150 Ward jm da alles angelegt. 
Vnd ſaß dafelb in groffer ehr, 
Des fih alla Bold verwundert ſehr. 
Zulett fein Weib aud) ſolchs vernam, 
Eilend zur Kirchen lauffen fam, 
155 Wolt feben, obs auch wer alfo. 
Als fie jn ſah, da ward fie fro, 


134 verfehen = beftimmt , angeordnet. — 142 fpotten — fpotteten. 
— 147 Caſel = Brieftergemand, — 148 ander faſel = anderes Zeug. 





] 236 Baldis, Esopns. 





Die XCI. Fabel. 
Dom alten krancken Alann. 


(5° alter Dann war wol betagt, 
Der den Hußt jemmerlichen Hagt, 
349b Vnd ſo gar hefftig quelen thet, 
Das er fir onmacht lag zu Bett. 
5 Ein Meidlin bett, jeinr tochter Kindt, 
War wol erzogen, Höfflich gfinnt, 
Welchs Doch nit ift bey vieln gemein, 
Sonderlich wenn fie fein jo Hein, 
Denn es war nur im vierdten Jar; 
10 So wolts doch feinen dienſt nit ſpar. 
Beim Großuatter blieb tag vnd nacht, 
Mit ſchwatzen jm viel kurtzweil macht. 
Eins mals aus lieb den Alten bat, 
Sprach: „Großuatter, ſagt, was euch ſchad, 
15 Das jr fo ſehr ond ſchwerlich huſt, 
Darumb zu Bett auch ligen muſt?“ 
Er ſprach: „liebs Kindt, den fehl ich hab, 
Hett ich ein Kraut, das heißt Jar ab, 
Vnd Das mirs der koͤndt minder machen, 
20 Go wer gut ratb zu diefen jachen. 
Die Jar han mich zu ſehr beſeſſen; 
Vnd hab viel Oftereyer geffen. 
Diefelben mir den fchaden thun.“ 
Es ſprach: „eßt lieber dafür ein Hun, 
25 Vnd eßt doch nit mehr Oſtereyer.“ 
In dem hat von dem Dorff ein Meyer 
Ein groſſen Korb voll eyer bracht. 
Das Kindt ſich heimlich zuhin macht, 
Vnd warff dieſelben Eyer friſch 
30 Rab auff die Erdt hoch von eim Tiſch; 
Vnd wo es fandt ein gantzes Ey, 
Das trats mit fuͤſſen gar entzwey; 


XCl. 2 Hußt = Huften. — 14 ſchad = fehlt. 








Biertes Bach. 237 ] 


Vnd ſprach: „wenn jr aud) jet gern wolt, 
350 So weiß; ich doch, das jr nit folt 
35 Mein Großuatter mehr huften machen.“ 
Das hört der Alt, ward herklich lachen, 
Des Kindes that gar höflich preißt, 
Damit es bet fein lieb beweißt. 
¶ Das ſprichwort jagt, es ſey das alter 
40 Ein fchweres maß vnd boͤſes malter, 
Denn on die Jar fo bringt es juft 
Sorg, frandheit, mühe vnd groß vnluſt, 
Vnd ift alfo des lebens Summen, 
Drinn all onfell zufamen kummen. 
45 Damit der ſachen werd ein endt, 
Im alter fi alls ftößt vnd wendt. 
Denn von alter wirdt der Mann aro, 
Vnd von alter wirbt Mift auf ſtro, 
Bon alter faulnn Apfel ond Biern, 
50 Alter madıt runtzeln an der Stirn, 
Alter macht rothe wangen bleid), 
Alter macht harte Brüftlin weich, 
Bon alter wirdt auf Eifen Roft, 
Bon alter wirbt der Wein auf Moſt, 
55 Das alter macht Die augen roth, 
Alter macht jchimmel in dem Brodt, 
Bon alter wirdt runglicht der Bauch, 
Bon alter wirdt das Meußlin raud). 
Bon alter wirdt auf Waſſer Sal, 
60 Bon alter wirdt Gerften zu Malt. 
Das grün Laub wirbt für alter fahl, 
Ein krauſer fopff von alter fahl, 
Bon alter wirbt ein ftard Pferdt binden, 
Das alter macht den athem ftinden. 
350b 65 Für alter wechßt Moß an den Steinen, 
Für alter wechßt Mard in den Beinen, 
Es zreißt die Mawren an der Stadt, 
Alter macht ſchwartz die Miülenradt, 
Alter macht Raten in den Scheunen, 
70 Allter macht Nefieln bey den Zeunen. 


46 ftößt = ändert. — 67 zreißt = zerreißt. 


— — — — — — —6 


j mm 


236 


349 b 





Waldis, Esopns. 





Die XCI. Fabel. 
Dom alten krancen Mann. 


Esn alter Mann mar wol betagt, 
Der den Hußt jemmerlichen Hagt, 
Vnd jo gar hefftig quelen thet, 
Das er für onmacht lag zu Bett. 

5 Ein Meidlin bett, jeinr tochter Kindt, 
War wol erzogen, hoͤfflich gfinnt, 
Welchs doch nit ift bey vieln gemein, 
Sonderlid) wenn fie fein fo Hein, 

Denn es war nur im vierdten Jar; 
10 So wolts doch feinen dienft nit ſpar. 
Beim Großuatter blieb tag vnd nacht, 
Mit ſchwatzen jm viel furkmweil mad. 
Eins mals aus Tieb den Alten bat, 
Sprach: „Örofuatter, jagt, was eud) had, 
15 Das jr fo jehr und fchwerlich huſt, 
Darumb zu Bett auch ligen muft?“ 
Er ſprach: „liebs Kindt, den fehl ich hab, 
Hett ich ein Kraut, das heißt Jar ab, 
Vnd das mirs der föndt minder madyen, 
20 So wer gut rath zu diefen fachen. 
Die Jar han mich zu ſehr beſeſſen; 
Vnd hab viel Oſtereyer geſſen. 
Dieſelben mir den ſchaden thun.“ 
Es ſprach: „eßt lieber dafuͤr ein Hun, 
25 Vnd eßt doch nit mehr Oſtereyer.“ 
In dem hat von dem Dorff ein Meyer 
Ein groſſen Korb voll eyer bracht. 
Das Kindt ſich heimlich en macht, 
Vnd warff diefelben Ever friſch 
30 Rab auff die Erdt hoch von eim Tiſch; 
Vnd wo e8 fandt ein gantes Ey, 
Das trats mit füffen gar entzwey ; 


XCl. 2 Hußt = Huften. — 14 [had = fehlt. 








Biertes Bach. 


Vnd ſprach: „wenn jr auch jet gern wolt, 


3508 So weiß; ich doch, das jr nit folt 


350b 


35 Mein Großuatter mehr buften machen.” 
Das hört der Alt, ward berklich lachen, 
Des Kindes that gar höflich preißt, 
Damit es bet fein lieb beweißt. 
d Das ſprichwort jagt, e8 ſey das alter 
40 Ein fchweres maß und böfes malter, 
Denn on die Jar jo bringt es juft 
Sorg, krandheit, mühe und groß vnluſt, 
Vnd ift alfo des lebens Summen, 
Drinn all onfell zufamen fummen. 
45 Damit der fachen werd ein endt, 
Im alter fih all ftößt vnd wendt. 
Denn von alter wirdt der Mann gro, 
Vnd von alter wirbt Mift auß ftro, 
Bon alter faulnn Apfel ond Biern, 
50 Alter madıt rungeln an der Stirn, 
Alter macht rothe wangen bleidh, 
Alter macht harte Brüftlin weich, 
Bon alter wirdt auß Eifen Roft, 
Bon alter wirbt der Wein auß Moft, 
55 Das alter macht die augen roth, 
Alter macht Schimmel in dem Brodt, 
Bon alter wirdt runtlicht der Bauch, 
Bon alter wirdt das Meußlin raud. 
Bon alter wirdt auf Wafler Saltz, 

60 Bon alter wirdt Gerften zu Malt. 
Das grün Laub wirbt für alter fahl, 
Ein krauſer fopff von alter fahl, 

Bon alter wirdt ein ftard Pferdt binden, 
Das alter madt den athem ftinden. 
65 Für alter wechßt Moß an den Steinen, 
Für alter wechßt Mard in den Beinen, 
Es zreißt die Mawren an der Stadt, 
Alter macht ſchwartz die Mülenradt, 
Alter macht Raten in den Scheunen, 


70 Alter madıt Neffeln bey den Zeunen. 





46 ftößt = ändert. — 67 greift = zerreißt. 


Für alter wirbt der Wagen Inarren, 
Für alter wirdt der Mann zum Narren. 
Das alter macht Wafjer zu Bier, 
Es madt auch wol ein Kalb zum Stier, 
75 Für alter werden Schub verfchlifien, 
Für alter wirdt das Kleidt zerrifien, 
Es bringt auch Maden in den Kaͤß, 
Es bringt auch ſchaden in das Haͤß, 
Fuͤr alter wirdt auß Waſſer Eiß, 
80 Alter macht ſchwartze Rappen weiß, 
Fuͤr alter wirdt der Eſel treg, 
Fuͤr alter wirdt gebant der weg, 
Das alter macht auß Blumen Wachß, 
Es macht auch wol den Lein zu Flachß, 
85 Fuͤr alter wirdt der Flachß zu Thuch, 
Das Thuch zur Bruch, die Bruch zum Buch. 
Der Waldt fuͤr alter wirdt auch Gruͤn, 
Ein jung Mann wirdt im alter kuͤn, 
Ein dick Brett wirdt fuͤr alter duͤnner, 
90 Alter macht auch auß Eyern Huͤner, 
Fuͤr alter geht man bey dem Stab, 
Fuͤr alter geht man nach dem Grab, 
Fuͤr alter geht der Topff zu ſcherben, 
Fuͤr alter alle ding muß ſterben, 
95 Fuͤr alter mag kein ding beſtahn, 
3514 Fuͤr alter muß die Welt zergahn. 


Die XCH. Fabel. 
vom Blinden und feinem Knaben. 


sel Leut jr gſundtheit fein beraubt, 
Gelähmt, geblent, geftumbt, getaubt, 
Das oftmals vieln wirdt angethon, 
Oper auf fehl der Complerion, 


82 gebant = gebahnt. — XCH. 2 geftumbt = ftumm geworden. — 
getaubt = taub geworden. — 4 Complerion = Leibesbefchaffenheit. 








5 Wie die Natur in vieln zu ſchwach, 
Deßgleich ich einft ein Blinden fach, 
Wie er nit wißt Die wegejcheidt, 
Het einen Knaben, der jn leidt. 
Zu dem ſprach er: „hör, was bu thuft! 
10 In das Dorff du mid führen muft 
Morgen auff dieſen Sontag frub. 
Da wirbt viel Boldes ſchlahen zu: 
Biel Bawren fi) dahin begeben, 
Gar frölich in Proquellis eben, 
15 Ein Fahnen auß dem Thurn gehendt, 
Dabey man ſtets der Kirchweih gdenckt. 
Da wirbt ein freffen und Schlampampen 
Mit Gaͤnſen, Hünern, Würften, Wampen. 
Drumb thu, wie man den Ylinden thut: 
20 Bring mich zum Leuten, gichicht mir gut.“ 
Der Knab dem weg mit fleiß nachtracht, 
Den Blinden früh zum Dorff hinbracht, 
Stellt in zu nehft da vor die Kirchthär, 
Da das Bold gieng am meiften für. 
25 Dafelb jamlet viel Heller, Pfenning 
Bon jedem, der vorüber gieng. 
Biß auff die Malzeit zelt Die Heufer 
351b Rundts in Demfelben Dorff vmbher; 
Kam on gefehr vors Schultheifin hauß. 
30 Da fam die Magd und bracht herauf 
Ein gfülltes Hun, gebraten, heiß, 
Gelegt auff eine Semel weiß. 
Der Knab nam bin denjelben Braten, 
Dadt: „wirbt leicht heut nit baß gerathen!“ 
35 Vnd legt daffelbig Hun beſunder, 
Vnd ftieß in fein Diebfad hinunder ; 
Hub aber an, denjelben Weden 
Dem Blinden in den Sad zufteden. 
Darnach, da fie beid niderjaflen, 
40 Das Duoblibet zufamen affen, 


8 leidt = leitet. — 12 fchlahen zu = zufammenlaufen. — 14 Pro⸗ 
i6 = Saus und Braus. — 17 Schlampampen = Sclemmen, 
chwelgen. — 18 Wampen = Bauchftüde. — 40 das Allerlei. 


— — — — — — — —0 


240 


Waldis, Esopns. 


Da ſprach der Blindt zu feinem Knaben: 
„Mich dundt, das wir im Sad noch haben 
Ein gbraten Hun, das mich anroch 
So wol, mich duͤnckt, ich riech e8 noch.“ 
45 Der Knab ſprach bald: „weyß nit dauon! 
Hab heut gejehn fein gbraten Hun. 
Dich treugt fürwar dein eigen Naß: 
Ein ander mal bereud) es baß! 
Hab heut fein Hüner ſehen rupffen. 
50 Mich dundt vorwar, du haft den ſchnupffen.“ 
Er ſprach: „den ſchnuppen zwar nit hab! 
Du wirft mirs heut nit reden ab.“ 
Erwilcht den Knaben bev dem Kopff 
Vnd ſprach: „ey, du heyloſer tropff, 
55 Goltftu mir denn alfo vorliegen, 
Vnd omb ein gutes mahl betriegen?” 
Der Knab den Blinden fleijfig bat, 
Ers jm vergeb ; darnach der ſchad 


352a Rheut jn gar ſehr; des feinen dacht. 


60 Wider zu Veldt den Blinden bracht. 
Da ſie nauß kamen auff den weg, 
Er ſprach: „hie iſt ein ſchmaler ſteg; 
Sich zu, das du gar weißlich ſchritſt, 
Auff das du nit daneben tritſt.“ 
65 Darnach ſprach er: „allhie wir haben 
Vor vns im weg ein kleinen graben. 
Gib mir dein Stab an einem endt, 
Vnd nims ander in beide hendt, 
Auff das du gleich moͤgſt ruͤber hupffen.“ 
70 Der Blindt gundt, ſich hoch auff zulupffen, 
Sprang, was er mocht leibes, daher. 
Ein groſſer Schlag ſtund oberzwer; 
Da lieff er mit dem Kopff hinan, 
Das jm das Blut zur Naß außran, 
75 Vnd ſich gar ſehr zerſtoſſen het. 
Der Knab ſprach: „hab noch recht geredt. 


48 bereuch = rieche. — 59 dachte das Seinige dabei. — 63 ſchritſt = 


fhreiteft, geheit. — 72 Schlag = Schlagbaum. 








Birrtes Bach. 24 


| 
Hetftu den Schnupffen nit jeßunder, 
Sp wers vorwar ein groffes wunder, 
Den groffen Schlag nit folteft riechen.“ 
80 Vnd thet fich baldt vor jm verkriechen, 


Gar heimlich von dem Blinden fhlich, 
Das er den ftoß nit an jm ruͤch. 
U Bey diefem Blinden werden bdeut 
Die tolln onuerftendigen Leut, 
85 Die offt mit jrm groffen onfrummen 
Woͤlln eim Heinen fehl vorfummen, 
Vnd meiden ein geringen fchaden, 
Sp müflens in eim gröffern baden, 
Den jm offt mander felber bereyt 
352b 90 Durch eigne onuorfichtigkeit, 
Als wo man vmb das Ey wil Friegen, 
Vnd leßt dieweil die Hennen fliegen. 
Der Hundt dem gworffnen Stein nachgaht, 
Berleßt den, dern geworffen bat. 
95 Wo man ein Röffel will erretten, 
Da wird ein Schhfjel offt zertretten. 


Die XCIU. Fabel. 
Don der Göttin Juno und Venus. 


nr Juno hat allzeit geliebt 
Ehelich keuſchheit und ſich drin geübt, 
Dagegn Benus das freie leben. 
Nit viel omb einen Mann hat geben; 
5 Denn fie ſprach: „zwar mit einem Dann 
Mich nit allzeit beheiffen fan ; 
Drumb leg ich offt eim andern zu: 
Man mildt nit viel von einer Kuh. 
Drey nem ich allzeit vor ein par.“ 
10 Ein Hennen ftelt ing mittel dar; 


82 ruͤch == räche. — 85 unfrummen = Schaden, Nachtheil. — XCIII. 
10 mittel = Fried fr J a 





Deutiche Bibliothek 11. 16 





Damit fie auch beweiſen wolt, 
Das man einr Frawen geben folt 
Des dings, fo viel als fie wolt haben, 
Das Leder aufn ond innen fchaben, 
15 Vnd das mans doc) damit nit füllen, 
Mit viel krawen ben fütel ftillen ; 
Vnd ſprach: „Tag ber on alln betrug, 
An wieuiel Wengen haftu gnug? 
Wo man dir geb des tags ein Meten, 
20 Kündftu dich gnug bamit ergeben?“ 
Sie ſprach: „ein Scheffel auffgeheufft, 
353 a Den man omb fieben Groſchen faufft, 
Damit koͤnd nit den vorwitz büffen, 
Das ich nit ſcharret mit den Füllen. “ 
25 Sie ſprach: „hab dir ein malter Weytzen, 
Laß dich nit mehr zu ſcharren reyten. “ 
Da antwort jr diefelbig Henne: 
„Denn du auffthetft die gante Tenne, 
Vnd das ich auff dem Weyten fthndt, 
30  Dennodt das ſcharrn nit laſſen kuͤndt.“ 
q Mit holt leßt ſich das Fewr nit ftillen, 
Die Erd auch nit mit Waffer füllen. 
Den frommen allzeit wol genügt, 
Wenn jn wirdt notturfft zu gefügt; 
35 Welch aber einft der Geitz hat troffen, 
Vnd in den fünden ſein erfoffen, 
Dazu in boßheit gar betagen, 
Da hilfft fein fingen oder fügen. 
Ob man Schon ftrafft vnd anderft lert, 
40 Doc wirbt die gwonheit Transformiert 
Bnd der Natur gant eingeleibt, 
Darumb befleibt und ewig bleibt, 
Welchen nichts denn Das jr behagt. 
Drumb auch das alte Sprichwort jagt: 


37 betagen = alt geworden. — 40 Transformiert = verwandelt, 
nämlid), wie aus dem folgenten Vers erhellt, aus Gewohnheit zur Na⸗ 
tur. — 42 f. darum bleibt fie ewig bei denen, die nicht nach Neuem und 
Beſſerem ftreben. 


— —— — — —ñ —ñ —ñ — —— 





Birrtes Bach. 243 


— — — gen mn — —— — — — wu — — —— — — — 
— ⸗ — —ñ — ⸗ — TIL TI —53. 


45 Ein alter Juͤd on groſſes gut, 
Ein junger Kriegßman one mut, 
Ein ſchoͤne junge Metz on liebe, 
Ein groffer Jarmarckt one Diebe, 
Ein alter Weiher one Fifche, 
50 Ein groffe Wiertfchafft one Tiſche, 
Ein weite Küchen one Huͤnde, 
Ein reicher Mann on viele Fruͤnde, 
353b Ein alter Müller one Korn, 
Ein Leuchtenmacher one Horn, 
55 Ein Würffelmacher one Bein, 
Ein Hodenfchneider one Stein, 
Ein reicher Bawr on weites Belbt, 
Ein KRauffmans Tajchen one Gelt, 
Ein mechtig König one Landt, 
60 Ein alter Rheuter vnbekandt, 
Ein alter Schneider one Scher, 
Ein alter Stecher one Sper, 
.Ein friſcher Honig ond nit ſuͤß, 
Ein guter Lauffer one fuͤß, 
65 Ein groſſer Krieg, doch one ſchaden, 
Ein alter fauler Kaͤß on Maden, 
Ein gutes Bier, doch one Maltz, 
Ein gutes Muß, doch one Saltz, 
Ein guter Eſſig vnd nit ſawr, 
70 Ein guter friſcher Moſt on Lawr, 
Ein altes Panzer one Ruſt, 
Ein ſchoͤne junge Fraw on luſt, 
Ein rechter Chriſten graub on frucht, 
Ein frommer Schüler one zucht, 
75 Ein alter Stier on groſſe Hörner, 
Ein Granatapffel one Körner, 
Ein edler Stein, doch ongefaßt, 
Ein frommer Richter, vngehaßt, 
Ein guter Hammer one ftiel, 
80 Ein guter Zimmerman on Biel, 


54 Leuchtenmacher = Laternenmacher. — 62 Stecher = Lanzenträ- 
ger, Abrrhaupt Kämpfer in Turnier oder Schlacht. — 71 Ruft = Rott. 
— el == Beil. 





16° 








Waldis, Esopus. 


Ein alter Wiertsknecht one Kreiden, 
Ein newes Meſſer one ſchneiden, 
Ein groſſe Glocken one klanck, 
354 a Ein groſſer Dreckhauff one ſtanck, 
85 Ein ehrlich fromme Fraw on ſcham, 
Ein alter Keſſel one rham, 
Ein groſſer Fiſch on allen gradt, 
Ein groſſer Regen one Kat, 
Ein groſſer Kauffman one borgen, 
90 Ein armer Haußman one ſorgen, 
Ein alter Scheffel vngemeſſen, 
Ein alter Stul, doch vnbeſeſſen, 
Ein alter Doctor one lere, 
Ein alter Haußuatter on ehre, 
Ein alter Moͤnnich one Blatten, 
Ein alter Keller one Ratten, 
Ein alter Nollhart one Kappen, 
Ein alter Mantel one lappen, 
Ein alter Yandtsfnecht-on Frantzoſen, 
100 Ein Betler one Leuß in Hofen, 
Ein alter Fuhrman one Taſchen, 
Ein alter Bilger one Flafchen, 
Ein alter Schreiber one Feder, 
Ein alter Schubfter one Leder, 
Ein alte gute Stadt on warten, 
Ein altes Mefjer one harten, 
Ein alter Scherer one zug, 
Ein alter Kremer on betrug, 
Ein alter Kühftall one Mift, 
110 Ein alter roter Fuchß on lift, 
Ein alter Priefter one Buch, 
Ein alter Bader one Bruch, 
Ein alter Rath on gut gericht, 
Ein altes Schiff vnd ongebicht, 


a 


9 


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10 


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86 ham = Schmuß, Ruß. — 89 burgen = Schulden. — 90 au 
man = ber zur Miethe wohnt. — 92 vnbeſeſſen = unbefeßt. — 97 Noll: 
haut ©. d. Anmerff. — 105 warten = Wartthürme. — 107 Scherer = 
sundargt, — Zug = Pflaſter. — 112 Bader = Badhalter, Bad⸗ 
wt ® 


Birrtes Buch. 


354b 115 Ein alter Belt on alle Leufe, 
Ein alte Schewren one Meufe, 
Ein alter Meßner one Wachs, 
Ein alte Spinnerin one Flachs, 
Ein alt Apoteden one Würk, 
120 Ein alter Ejel one Fürk, 
Ein altes Meßbuch vngeleſen, 
Ein altes Tiſchthuch one Fefen, 
Ein alter Wuchrer vnbeſchatzt, 
Ein alte Wunden vngekratzt, 
125 Ein altes Schaf, doch vnbeſchorn, 
Ein alter Zwirn, Doch onuerworn, 
Ein altes Dantoorn one ſchwartz, 
Ein alte Küffen one hartz, 
. Ein alter Waldt on dörre Beume, 
130 Ein alte Bettel one Treume, 
Ein altes Sieb ond one Löcher, 
Ein alter Schuͤtze one Köcher, 
Ein newer Harnifch one riemen, 
Ein gutes ſtewpen one ftriemen, 
135 Ein alter Wagen vngeknarrt, 
Ein alte Geigen vngeſcharrt, 
Ein alte Wunden one ſchmertzen, 
Biel junge Kelber one jchergen, 
Groſſe ſchoͤne Stedt one Maren, 
140 Groſſes leiden one trawren, 
Ein alter Rauber ongefangen, 
Ein alter Dieb auch ongehangen, 
Ein Kinderuatter one Framwen, 
Ein alter Steinmeß one Hawen, 
145 Ein alter Weinſtock onbejchnitten, 
355a Ein gutes Pferdt, Doch onberitten, 
Ein reiffe Gerften ongemäet, 
Ein guter Adler onbejäet, 
Reiffe Frauben onbehut, 
150 Groſſe Melonen, dennoch gut, 


119 Wiürk = Gewürz. — 123 — = nit gebrandſchatzt. — 
4127 Dinthorm = Dintenfab. — Ihwark = Schwärze. — 134 ſtewpen = 
— Stäupen. — 144 Hawen = Haue. — 149 unbehut = ungehütet. 








Ein alter Zaun ungetreten, 
Schöne Frawen ongebeten, 
Ein feifter Bachen ungeftochen, 
Reiffe Äpffel und ungebrochen, 
155 Ein alter Wolff one weit maul, 
Ein Sad voll Biern ond feine faul, 
Ein alter Landtsknecht one ſchrammen, 
Ein faugends Feines Kindt on Ammen, 
Ein groffe Krandheit one wehe, 
160 Ein langer Winter one fchnee, 
Keiffe Hafelnäß ond nit braun, 
Ein guter Garten one Zaun, 
Ein alter feiger Wein on kaem, 
Ein füffe Sommermild on raem, 
165 Ein groffer Fürft ond one Narren, 
Ein groffer Roßſtall one Barren, 
Ein koͤſtlich Buch vnd vngebunden, 
Ein groſſer Schatz vnd vngefunden, 
Ein alte Orgel vngepfiffen, 
170 Ein Badtſtuben thuͤr vnbegriffen, 
Ein alter Schornſtein one Ruß, 
Ein frommer Suͤnder one Buß, 
Ein groſſe Hochzeit one Tantz, 
Ein zierte Jungfraw one Krantz, 
175 Junge Pflantzen vnbegoſſen, 
Ein langer dienſt vnd vnuerdroſſen, 
355 b Ein lerer Wagen vngehemmet, 
Ein grofjes har und vngekemmet, 
Ein guter Senff ond ongerieben, 
180 Feißte Rinder ongetrieben, 
Ein alter Buchsbaum vnd nit grün, 
Ein alter Kempffer vnd nit fün, 
Ein alter Jäger one Hunde, 
Ein alter Wieger one pfunde, 
185 Ein alte Sam on groffe ziten, 
Ein alte Wand on groffe rigen, 


163 feiger = did, zäh. — faem = Kahm. Schimmel. — 164 raen 
— Rahm. — 184 Wieger = Wage. 


— — — — — — 





Ein alter Betler one ftab, 
Ein alte Bewrin one lab, 
Ein gutes Schiff one Ruder, 
190 Ein Objeruant one Bruder, 
Ein guter pflug one ſchar, 
Ein fchöner Kopff one bar, 
Ein alter Töpffer one Thon, 
Ä Ein alter Batter one Son, 
| 195 Die Münt zu Straßburg one Hemer, 
Die Meß zu Frandfurdt one Kremer, 
Alte Vetteln, die nit ſchwatzen, 
Alte Katzen, die nit fraßen, 
Alte Hüner, die nit fcharren, 
200 Yung Geſellen, die nit narren, 
Ein alter Eber one zaͤne, 
Ein guter Bogen one Seene, 
Ein altes boͤſes Weib on wort - 
Hab ich mein tag nit nennen hort; 
205 Bnd ein alter Bod one Bart 
| Iſt alle wider Natuͤrlich art. 
Berlorn ifts; art leßt nit von art, 
| 356 Der Bock noch nie fein Gärtner ward. 
| 


Die XCIV. Fabel. 
Dom Wolffe, Suchſſe, Hirſch und Storchen. 


yon Wolff und Fuchs find man befchrieben 
Biel ſeltzams dings, das fie getrieben, 
Wie freundlich fie gar offt geihwatt, 

Bnd wie der Fuchs den Wolff gefakt, 

| 5 Mit ſchmeichelworten offt benhdt, 

| Vnd vielmal nbers Seil gerüdt. 

| Gedacht, jm ſolchs einft beim zu treiben, 
Wo er jm möcht ein aug verffeiben, 


188 lab —= Lab (maß die Milch gerinnen macht). — 190 Obferuang 
== Srancidcanerflofter. — Bruder = Möonch. — XCIV. 6 vbers Seil geruͤckt 
== zum Beten gehabt. — 8 verkleiben = verfleben, d. h. betrügen, 
hintergeben. 


— — — — — — — — 0 





356b 


Waldis, Esopns. 


— 


Vnd zoh fein befte Kunft herfür, 
10 Das er jm einft verlieff die Thür, 
Vnd dacht: „mit lift haft an jm nit, 
Der Fuchs dem Wolff ift viel zu gſchied;“ 
Vnd ſprach: „es wird fich wol gezemen, 
Wilt in ernftlich mit Recht vornemen.“ 
15 Begab ſichs, Das man hielt gemein ; 
Wer fachen bett, der trat hinein. 
Welch warn Grichtlich dahin vertagt, 
Eins das ander daſelb verklagt. 
Der Hirſch war Schultheis, ſaß das Recht, 
20 Die Jaghundt waren Stedenfnedht. 
Der Wolff fi) zu dem Richter fandt, 
Vnd macht fich mit dem Hirſch befandt, 
Schalt gar hefftig denjelben Fuchs, 
Sprad: „boͤſer Thier noch nie erwuche. “ 
25 Denn er dem Fuchs war hefftig gram. 
Den Hirſch mit gaben onternam, 
Das er im Rechten jm bey. pflicht, 
Damit der Fuchs würd hingericht. 
Bald hub der Wolff zu Hagen an, 
30 Vnd ſprach: „Herr Richter, diefen Mann 
Hab ich mit Recht hie lan vertagen, 
Bber den alle Leut vnd Thier klagen, 
Wie er mit feinen Bubenftäden, 
Mit feiner lift vnd böfen tüden, 
35 Mit Fuchsichwenten vnd fchmeichelworten, 
Beid bie und da, an allen orten 
Mit ſchoͤner red vnd lift betreugt, 
Eim bie, dem andern da vorleugt, 
Welchs er an mir bat braudıt in vielen, 
40 Die id) bie nit all fan erzelen, 
Der man viel findt in den Parabeln, 
Sonderlid in Ejopus Fabeln. 


10 die Thuͤr verlauffen = überliften. — 11 mit Lift fannft du ihn 
Nichts anhaben. — 12 gihied — geſcheidt. — 13 gejemen = geziemen 


ſchicken. — 14 mit Recht vornemen = vor Gericht 


aden. — 15 gemeü 


= Gemeinde, Berfammlung , Gerichtötag. — 17 vertagt = vorgeladen 
— 19 ſaß das Recht S hielt Gericht. — 20 Steckenknecht = Gerichts 
diener. — 26 onternam —= beſtach. — 39 braucht = gebraudit, d. h. geübt 





Jedoch von vielen eins fürbreng : 
Er macht mir alle Gafjen zeng. 
45 Wo ich fruͤ nach der narung lauff, 
Allzeit ein ftund ift vor mir auff, 
Bnd fchreit beim Dorff: zeho! zeho! 
Heraus! heraus! der Wolff ift do! 
Darnach bald heimlich anhin jchleicht, 
50 Beim Zaun in Meſſeln ſich verfreucht. 
Damit er mir das mahl verbinder ; 
Faften dieweil mein arme Kinder, 
Das mir mein Weib darumb ift granı. 
Wenn ich hinfchleich nach einem Lamb 
55 Vnder dem ftraucdh bin nach der Herdt, 
Vnd mein, eg ſoll mir fein beſchert, 
Vnd ſehe, das alle Hunde jchlaffen, 
Der Schäffer pfeifft, fiht nit zun Schafen, 
57a So hat ſich baldt der Schelm auch funden, 
60 Macht ein ſcharmuͤtzel vor den Hunden. 
Der Schäfer bald vergift das Pfeiffen, 
Rüfft feinem Strom, troftrein vnd Greiffen. 
Dieweil verbirgt fidy‘ der inns Korn; 
So ift mein anſchlag auch verlorn. 
65 Bein Genien thut er auch dermaſſen, 
Dazu wil er mich nimmer laffen. 
Auf feinen vortbeil fich verlat, 
Den er derhalben für mir hat, 
In den Forchen ond kleinen Gräben - 
70 Schleicht ond macht ſich der Erden eben. 
So thut er, wenn die Genf fein gut 
Im Herbit, wenn fie gehn ongehut. 
Diß als, Herr Richter (bin ich biber!) 
Thut er ons Wolffen nur zwider, 
75 Denn wie man wol fiht an der moß, 
Das jm die Gens fein viel zu groß. 
Ich hab offt gnug an einr zu tragen; 
Dennoch darff er fih an fie wagen 


#7 zeho = Zeter. — 62 Strom, troftrein, Greiff = Hundsnamen. — 
37 verlat == verläßt. — 72 ungehut = ungehüitet. — 73 bin ih bider = 
'o wahr ich ehrlich bin. — 74 zwider = zuwider. 


2350 Waldis, Esopus. 





80 So er doch billich ſolt genieſſen 
Der bletter vnd des gruͤnen Graß, 
Wie das Koͤniglin vnd der Haß 
(Denn er ift je ein nichtig Thier), 
Laflen die Gens meim gſchlecht vnd mir. 
85 Auch bey den Pfügen in den Bechen 
Findt er Froͤſch gnug, die möcht er ftechen, 
Vnd laſſen mir mein grechtigfeit, 
Welch ich offt mit leibs fehrligfeit 
Bor den Hunden ond boͤſen Leuten 
357b 90 Vertheidigt bis zu dieſen zeiten, 
Vnd folts nit für dem Fuchs erhalten? 
Darüber wil ichs Recht Ian walten. 
Denn ich8 auch zu beweiſen hab. 
Da fteht der Geyr, der Weib und Rab, 
95 Der Tyger, Bielfraß, Loͤw und Ber, 
Die ich derhalb gefordert ber, 
Wie mir von Recht ift ſolchs erlaubt. 
Ich weiß, fie ſeins all wol beglaubt; 
Ein jeder mirs in bſonder zeugt. 
100 Ir wißt auch wol, das feiner leugt. 
Bitt ewr geftreng gerechtigfeit, 
Ir wöllet noch vmb lieb noch leidt 
Jetzt zwiſchen mir vnd dieſem ©fellen 
Ein rechtmeſſiges vrtheil fellen.“ 
105 Der Hirſch ſprach: „weil ſolch groſſe Herrn 
(Zeigt auff den Loͤwen vnd den Bern) 
Mit all den andern zengen gleich, 
Reden ſo gar eintrechtiglich, 
In worten kommen vberein, 
110 Sol dis der abſpruch ond vrtheil fein: 
Man ſol dem Fuchs, dem boͤſen Schalck, 
Noch heut abziehen ſeinen Balck, 
Dem Wolff fuͤr ſeinen ſchaden geben, 
Vnd das der Fuchs behalt das leben. 


82 Königlin = Kaninchen. — 83 nichtig = Hein, unbebeuten! 
ſchwach — 98 heglaubt = glaubwürdig. — 110 abſpruch — Richten 
ſpruch, Entfcheirung. 








Viertes Bud. 251 





115 Denn eh wenns kompt zum andern Jar, 
Wechßt jm wol wider haut und bar. 
Vnd fol bey allen feinen tagen 
Noch Enten, Gens, noch Hüner jagen; 
So! Wurtzeln auß der Erden mwülen, 
120 Vnd froͤſche fahen in den Pfuͤlen; 
358 4 Sunſt alles fleiſchs enthalten muß: 
Das ſol er han fein tag zur Buß.” 
Der Fuchs trat auff vnd ruͤſpert fich, 
Sprach: „lieben Herrn, nun böret mich!“ 
125 Da — der Wolff: „Herr Richter, nein! 
Laßt den abſpruch ein abſpruch ſein! 
Bein Steckenknechten ſo verſchafft, 
Das das vrtheil gehe in ſein krafft, 
Vnd jm fein antwort nit gezim, 
130 Sonft bat man warlich nichts an jm. 
Er ift der wort vnd lift fo voll, 
Gelert, glat, ſchlipffrig wie ein Ael.“ 
Der Richter ſagt: „es iſt geſprochen, 
Ich hab den Stecken ſchon zerbrochen.“ 
135 Da ſchrey der Fuchs: „hoͤrt, lieben Herrn, 
Vor euch alln wil ich Appelliern: 
Des ich euch all zur kundtſchafft heiſch; 
Schultz vnd zeugen ſein all parteiſch! 
Der billigkeit wil gern gehorchen. 
140 Drumb Appellier ih an den Storchen, 
Den Wider, Raben, noch den Geirn 
Noch Weihen acht, thut keinen feiern. 
Er acht noch Wolffe, noch die Fuͤchſſen, 
Auch nit mit Loͤwen, Bern vnd Luͤchſſen 
145 Zu ſchaffen hat, iſt frumb ond redlich, 
Dazu noch Bawrn, noch Bürgern ſchedlich. 
Was der fagt, laß ich mir gefallen.“ 
Da ward ein groß seihren bei allen 
Vnd gaben alle Thier gehoͤr; 
150 'Baldt forderten den Saorh berfür, 


ae San == a ertheilt werde. — 137 kundtſchafft = Zeug- 
niũ. — 1 gu = 


Schultheiß. — 141 Geirn = Geier. — 
183 feiern = verehren, at nehmen. 





© 





952 Waldis, Esopns. 


N) ————————— nn 





Vnd ſprachen: „was er wird abfagen, 
358 b Das fol den Barten wol behagen.“ 
Als ſolchs der Storch nun het gehort, 
Des Fuchſſn Schöne ſchmeichelwort, 
155 Behagts jn wol, das ern fo lobt, 
Vnd mit fo hohem Titel bgobt; 
Trat einher wie ein Edelman, 
Het ein par rother Hoſen an, 
Rieff in Die gmein vnd ſprach: „nu hört! 
160 Diemeil der Fuchß hat Appelliert, 
Demuͤtig fich erzeigt der maffen, 
So wil er ſich je richten laffen, 
Vnd fonft kein böfen vortheil fucht, 
Kein Fuͤchſſiſch liſt, auch Fein außflucht, 
165 Der billigteit und rechts erbeut; 
Zwar, wenn das fem vor reblich Teut, 
Ir jm nit Rechts het wolt vergünnen, 
Solt jrs nit verantworten fünnen. “ 
Vnd ſprach: „weil jegundt alle Thier 
170 Den abfpruch han befolben mir, 
Des Wolffs ond Fuchs fol Richter fein, 
So ſprech ich ab vor diefer gmein, 
Das der Wolff gar onbilliglich 
AUS dings gar vnderwindet ſich. 
175 Denn je all diefe Ereatur, 
Die gwachſſen find nad jr Natur, 
Pit darumb, das der Wolff balbt folt 
Dauon außfiefen, welch er wolt. 
Eim jeden ift fein notturft geben, 
180  Dauon er auffenthalt das leben. 
Der Haß bhilfft ſich mit Kraut ond Graf, 
Das Künglin ifet auch fein AR, 
359 a Der Hecht und Reyer fteln den Filchen ; 
Ich bin zum König gfetst den Fröfchen, 
185 Die Mauß ißts Korn, die Kat die Mauß, 
Die Lauß den Grindt, der Aff die Kauf, 


‚ 152 Barten = Partheien. — 165 erbeut = erbietet fi zur Bil 
feit und zum Recht. — 183 fteln = ftellen nad. 








Biertes Buch. 953 ] 


Der Weib nach jungen Hünlin ficht, 
Der Sperber offt Die Tauben fticht, 
Die Meiß Fliegen vnd Müden fengt, 
190 Den aud die Spinn jr Garn außhengt. 
Wil fih der Wolff des hungers wehrn, 
So mag er fi im Buſch ernehrn 
Vnd efien, was er fahen fan, - 
Laflen den Bawın jr Genfe gahn. 
195 Obs fem, das ſich ein Schaf verirrt, 
Im Dornbuſch an der wuͤl verwirrt, 
Blieb on gefehr allda bebangen, 
Er nems, als bet er ein Rebe gfangen. 
Was bey den Zeun ond Heinen Heden 
200 Geht, daran fol er fich nit ftreden: 
Das will ih alls dem Fuchß zufchreiben, 
Sol Enten, Hüner, Gens heimtreiben. 
Das man jm auch den Rod folt nemen, 
Des muͤſt man fich Doch ewig fehemen, 
205 Wer vor euch alln ein ſchande groß, 
Das er jolt ftehn nadet ond bloß. 
Das wer ein groffe miſſethat, 
Weil er auch jonft fein Kleidt mehr hat. 
Mit groffem ernft die Schrifft gebeut, . 
210 Das, wenn vorm Recht die armen leut 
Vom gegentheil wern oberwunden, 
Das ste jr Kleidt zur felben ftunden 
Ablegen muften, jol der ander 
359 b (Wil er anderft rechtmeifig wandern) 
215 Das Kleidt bey tag zu voller gnüg 
Heim ſchicken, dmit ſich decken muͤg, 
Oder zu ſeinr notturfft verkeufft, 
So bleib der Fuchß auch ongeftreifit. 
Das fol jett vor der ganten gmein 
220 Zwiſchm Wolff ond Fuchß das Vrtheil fein!“ 
Drauff jprachen fich in der eintracht 
Vnd gaben diefem abfpruch macht, 


187 fiht — trachtet, ftrebt. — 196 will = Wolle. — 200 fich ftreden 
— ſich maden, fid} wagen. — 214 wandern = gehen, d. h. handeln. — 
318 ongeftreifft = ungefchunden. — 221 fprachen fi = beſprachen fid. 
— 232 madıt = Kraft, Rechtskraft. 





] 2354 Waldis, Esopns. 


Waren auch all damit zu frieden. 
Da ſprach der Fuchß: „laßt den Mann reden! 
225 Der weyß allein, was gut vnd boͤß, 
Betracht die fach nach jrer größ, 
Bnd bat alla dings befiern verftandt ; 
Drumb zeuht er auch fo weit in dLandt. 
Nach weißbeit, Kunft er allzeit ftellt, 
230 Sic ftetes zu den Leuten belt, 
Bey den er gar viel fiht vnd hort, 
Gut fitten vnd viel weifer wort, 
Bernunfft, verftandt, beſcheidenheit. 
Drumb geht er auch ermlich gefleidt, 
235 Nit wie der Heber, Pfaw und Specht, 
Nur ſchwartz vnd weiß, gar jchlecht und recht. 
Das fein Schnabel ond Bein fo roth, 
Bon grofſem froft dafjelbig bot. 
Wil er nit hungers halb verderben, 
240 Muß er ein fpeiß im naſſen werben. 
Schedlich gewuͤrm, Froͤſch, Eydechs, Schlangen 
Werden darumb von jm gefangen, 
Vnd thut jn fruͤh vnd ſpet nachſtellen, 
Auff das ſie niemandt ſchaden ſollen. 
3608 245 Iſt nit hoffertig im geſang; 
Zuräd legt feinen Schnabel Yang, 
Glottert ſchnap! ſchnap! fo huͤbſch vnd fein: 
Das bdeut, ſein ja iſt ja, neyn neyn! 
Nit wie die Troſchel vnd Nachtigal; 
250 Machen viel wort mit groſſem ſchall, 
Vnd leren ſolchs auch jre Kinder: 
Iſt eytel gſchwetz vnd nichts da hinder. 
Wo er im Dorff oder in einr Stadt 
Auff einem Dach ſein bhauſung hat, 
255 Da macht ers, das man jn beliebt: 
Sein eygen Kindt zu haußzins gibt, 
Der kleinen Sperling thut verſchonen, 
In ſeim genißt vnd ſunſt leßt wonen. 


vr Slottert = Eappert. — 249 Troſchel = Droffel. — 258 ge 
eft. 


— — — — — — 





Bill, das er nit der Froͤſch allein, 
260 Sondern auch diefer groffen gmein, 
Vber all Vögel und Thier ein Herr 
Bud ein gwaltiger König wer.“ 
d Beim Hirſch wirdt vns fein dargethon 
Eins vngrechten Richters Perſon, 
265 Der vor das Recht nimpt gab und gichend, 
Damit das Recht auffs unrecht lenck. 
Der Geitz ift fo ein groffe plag, 
Das mans nit guugjam flagen mag; 
Denn groß geſchenck, betrieglich gaben 
270 Wol mechtig König btrogen haben. 
Man jagt, das fich Die Götter füllen 
Mit gichenden lan zu frieden Stellen. 
Die gichend die rechtfertigen jachen 
Bor den Richtern zu ſchanden machen, 
275 Bnd jrs gefallens thun fie enden 
360b Das recht, dazu den glauben frenden. 
Sie pflegen auch an allen enden 
Die ernften Augen zu verblenden, 
Das fie nit merden oder jehen, 
280 Was bilch oder onbilch fey gefchehen. 
Wer ſich ein mal left fo bethoͤren, 
Das er ſich tbut an gaben feren, 
Dem thut der Geitz fein hendt gewehnen, 
Das fie fich ftets nach gfchenden fehnen. 
285 Wer fih mit gichend left machen bendig, 
Der ift im rechten vnbeſtendig. 
Der onbeftandt jn dahin zwingt, 
Das er zu beiden feiten bindt, 
Vnd vnmuͤglich ifts, wo einer foll 
290 Dem bichwerten theil rechts helffen wol, 
Der vngleich gunft zun parten tregt, 
Eim wol, dem andern obel gneigt, 


266 (end = lenkt, wendet. — 273 rechtfertigen — geredhten, red- 
lichen , rechtfchaffenen. — 278 ernften — itrengen , rechtlichen. — 283 
benpig = zahm. — 286 vnbeſtendig = unſicher. — 290 bichwerten = 
bebrüdten. — rechts helffen == zum Rechte verhelfen. 


— — — — ————— — —— * 


256 Waldis, Esopns. 


Der leßt fih gab vnd gunft betriegen, 
Das er on ſchew das Recht thut biegen, 
295 Dem grechten feine fach verkuͤrtzt, 
Sich ſelbs in ewigs werberben ftürkt 
Vmb gunft und gab, omb gichend und gelt, 
Das in Gott haft ond alle Welt. 
Der Wolff thut ons auch witig machen, 
300 Das, welche haben böfe ſachen, 
Die thuns mit worten fein bewinben, 
Schmüden die Ihgen vorn vnd binden, 
Das man die triegerey verberg: 
Das lippern ghört zum Handtwerd. 
305 Beim Fuchs han wir zu merden num, 
Wo man eim lobt fein böfes thun, 
361a Vnd feine boͤſe fachen ſchmuͤckt, 
Da iſt er baldt alſo geſchickt, 
Mit lob jn wider hoch beſchwert, 
310 Vnangeſehn, ob ers ſey wehrt, 
Einander groſſes lob zuſchreiben, 
Wie die Eſel einander treiben. 
Aber ein frommer Mann auffrichtig, 
Der acht ſolch ehr vor nuͤt vnd nichtig, 
315 Vnd helts allbeid in gleicher prob, 
Ob jn ein ſchalck ſchelt oder lob. 


Die XCV. Fabel. 
Wie Sanct Peter wolte Gott fein. 


Anct Beter mit dem Herren Ehrift 
Hat viel gewandert, wie man lißt, 
Alldie auff Erden hin vnd wider, 
Das Juͤdiſch landt faft auff vnd nider. 
5 Da ſich viel ſeltzam red begaben, 
Dauon ſie offt geſchwatzet haben, 


297 durch Geben u. ſ. w. beſtricken, verlocken. — 301 bewinden 
umwinden, verhüllen. — 304 klippern = Schwähen. — 309 beſchw 
= erbrüdt. — 312 reiben? — 314 nüt = nichts, eitel. 





Birrtes Bach. 





Das Petrus auch den guten Man 
Mit mancher frag hat gfochten an. 
Gleich wie das gmeyne ſprichwort jagt, 
10 Das ofit ein Narr gar viel mehr fragt 
Bon groffen fachen und gefchichten, 
Denn Zehen weiſen koͤnten brichten. 
Der gleich auf feinem tummen fin 
Fragt er alfo ins wildt dahin, 
15 Das fich bat under andern fragen 
Auch dieje folgend zu getragen, 
Das Petrus ſprach: „Meifter, ich bitt, 
Du wolleſt mirs verfagen nit, 
361b Vnd biß zur antwort onbejchwerbt 
20 Des, das ich dich jet Fragen werdt.“ 
Vnd ſprach: „wenn ich der Welte ftend 
Betracht vom anfang biß zum endt, 
Da findt fich fo viel herkeleidt, 
Vnordnung, vngeſchicklichkeit, 
25 Des widerwillens vnd des zancks, 
Viel abergunſt vnd des vndancks, 
Viel laſter, ſchandt vnd groſſe ſuͤnd; 
Erdenckt auch teglich newe fuͤnd. 
Die armen thut die Herrſchafft ſchetzen, 
30 Mit Zoll vnd Zinſſen vberſetzen. 
Dagegen iſt der Kauffman klug; 
Mit falſcher wahr vnd groſſem trug 
Sein nehſten bſcheißt vnd oberzeucht. 
Der Handtwercks man die arbeit fleucht, 
35 Vnd nehrt ſich offt mit boͤſen tuͤcken. 
Der Bawr zu Landt mit Schelmenſtuͤcken 
Der Herrſchafft vngehorſam ſein. 
Ein jeder meynt, er ſeys allein, 
Bor den die Welt nur fey geſchaffen. 
40 Dazu left fih auch niemandt ftraffen, 
Mit feinem böfen, noch mit guten, 
Mit drawung Gottes zorn vnd ruthen. 


13 der gleich = eben fo. — 14 ind wildt = ins Leere, ins Blaue. — 
36 abergunft = Abgunſt, Mipgunft , Neid. — 33 vberzeucht —= betrügt, 
bintergeht. — 38 ſehs — fei ed. — 42 dramung = Bedrohung. 


Deutſche Bibliothek 11. 17 





Ten 


362 a 


Waldis, Esopns. 


N — — — — — a — — — — — —— — — Z 


Es beſſert ſich noch Weib, noch Man: 
Ein jeder gibt ein lachen dran, 
45 Das, wenn ich ſolchs als vberleg, 
In meinem hertzen offt beweg, 
Vnd ſihe, das nit will beſſer werden, 
Verdreußt mich zwar, auff dieſer Erden 
enger zu leben, jolch8 zu jeben. 
50 enns nit der mal einft folt geſchehen, 
Das dus foltft ftraffen oder richten, 
Wolt ich mich wol dazu verpflichten, 
Wenns gehn ſolt nach dem willen mein, 
Ich ſchluͤg mit beiden feuften brein, 
55 Vnd gar in einen hauffen ftürgen: 
Damit wolt allen jamer fürken. 
Drumb nimpt mich wunder, weil bu bift 
Gott jelber und der mare Ehrift, 
Der Himel, Erd, beid nacht und tag 
60 Geſchaffen hat vnd als vermag, 
Haft allen gwalt in deinen henden, 
Könteft in einem buy als wenden, 
VBnd ſichſt Doch folcher boßheit zu, 
Was jeden glüft, Das er das thu. 
65 Darneben lerft uns, das wir füllen 
Zu Gott all ons vertrawen ftellen, 
Vnd das mans halt und dafür acht, 
Das er hab alles dinges macht, 
Was gſchicht in Himel ond auff Erdt, 
70  Bnd nichts geichehe on als geferd ; 
Sondern, mie ers hab Decerniert, 
Als werd volnbradt und aufgeführt. 
Darauf denn folgt, wie fih8 auch findt, 
Das fait auff Erd al Menfchen Kindt 
75 Nit glauben, ſonder dafür halten, 
Gott laß die Welt nur felber walten, 
Wie fie nur will, ond hab nit acht, 
Was jederman hie niden macht. 


44 Jeder lacht nur darüber — 46 bemeg == erwäge. — 66 on 
unfer. 





Biertes Bad. 259 


Vnd zwar! wenn ich recht jagen folt, 
80  Bnd man midhs nit verdenden wolt, 
362b Brecht man mich ſelb leichtlich dahın, 
Das mir auch wuͤchs ein ſolcher ſinn, 
Das Gott der Welt vergeſſen het, 
Guͤlt jm gleich viel, was man hie thet. 
85 Es hielten auch viel weiſer Heyden, 
Die ſonſt nit waren vnbeſcheiden, 
Gott het nur acht der groſſen ding, 
Vnd ſehe gar nichts auff das gering, 
Vnd das er etwan wer dieweil 
90 Leicht ober etlich hundert meil 
Geſchiffet obers Caſpier Meer, 
Oder in die Muscow gezogen wer. 
Es ſteht warlich jetzt wol ſo wuͤſt, 
Weil jeder thut, was jn geluͤſt. 
95 Ja lieber, wenn du ſelber ſoltſt 
Recht ſagen vnd bekennen woltſt, 
So wuͤrdeſt auch wol ſagen das, 
Das die Welt zu regieren baß 
Solt ſein, weil ſie in jrem gang 
100 Iſt bracht, denn da ſie im anfang 
Auffs new zu ſchaffen gantz vnd gar 
Vnd in jr form zu bringen war. 
Als Himel, Erdt mit aller zier, 
Als Gwechs, Fiſch, Vogel, Menſch und Thier, 
Auß nicht als vorher kommen muft, 
Vnd bat jn nur ein wort gekoft. 
Drumb dunckt mich zwar, das das regieren 
Der Welt wer fein hinaus zu führen 
Mit wenig mühe, fein in der ftill, 
110 Das jeder nicht thet, was er will, 
Gleich wie ein groffes Schönes Schiff 
363 a Wirdt gbawt dorthin auffs Waſſer tieff 
Mit langer zeit vnd groffem Gelt, 
Das ſichs verwundert alle Welt, 


10 


> 


80 michs nit verdenden = mirs nicht übel auslegen. — 84 gult = 
gelte. — 86 onbefcheiden = unklug, dumm. — 92 Moskau, Mosfovien. 





17° 





260 Waldis, Esopns. 


TI TRITT DL TI I Ts rss —ñ — — 





115 Bnd wers nur fiht, der grofjen arbeit 
Vnd jchweren laft; Doc wenns ift rent, 
So ifts ein Mann allein, ders lendt, 
Vnd führts, wo er nur hin gedendt. 
Biel beffer wer die gante Welt, 
120 Weit fie ift reyt, vnd alls beftellt 
Bon dir, der du alle dings haft macht, 
Vnd alls fo weit ift Durch Dich bracht, 
Fein zu regiern in jrem jchwang, 
Das man den Zaum ließ keim zu lang. 
Denn weil du felb bift Gottes Sun, 
Wer dirs für allem wol zuthun: 
Auch drumb bift rab vom Himel fomen 
Der welt zum Heil, zum nuß vnd fromen, 
Das du all diejes obel ftraffteft, 
130 Den fromen recht und frieden fchaffteft. 
Drumb wundert mid) fein ding fo fehr, 
Weil das du bift alls dings ein Herr, 
Leßt dennoch ſolches alls geichehen, 
Vnd magſt ſo durch die Finger ſehen.“ 
Drauff antwort jm der Herre Chriſt 
Vnd ſprach: „Peter, fuͤrwar, du biſt 
Ein ſeltzam Mann mit deinem thun 
Vnd mit den worten viel zu kuͤhn. 
Haſtu nit offt von mir gehort, 
140 Das du Gottes werck vnd ſein wort 
Solt bleiben lan in ſeiner maſſen, 
Vngemeiſtert, vngtadelt laſſen? 
363b Denn fein wort, werd ond ſeine Wunder 
Beid in gemein ond in befunder, 
Sind unerforfchlich zu erfinden, 
Keim Menſchen müglich außzugruͤnden. 
Drumb bend jn auch nit weiter nach, 
Sind dir zu [pitig ond zu hoch, 
Sondern dend, wie ich dir wol ehr 
150 Hab gjagt von dieſen Dingen mehr. 


12 


>) 


13 


> 


14 


a 


123 ſchwang = Schwung, Bang. — 145 erfinden = benfen, erben 
fen. — 146 außzugriniden — zu ergründen. — 148 fpißig — fein. 


ee — — — 





— — — nn gen — — — — —— — — — 
TS. OS u u a u TEE, — — — ⸗ m 


Mein Batter ift viel anderft gfinnt, 
Pit wie auff Erdt der Menichen Kind, 
So furkfinnig vnd abergünftig, 
Rachgirig, zornig und inbrünftig, 
155 Sondern barmberkig, gnedig, gütig 
Vber die Sünder vnd langmiütig. 
Bon dem nur eitel gnad berfleußt: 
Sein Regen miltiglich außgeußt 
Beid ober bifen vnd die frommen, 
160 Der Sonnen ſchein left auch rab kommen 
Vber die guten vnd gerechten, 
Auch weld jeim willen widerfechten. 
Wil nit, das bald jetzt hie auff Erden 
Vom Himel als geftrafft jol werben. 
165 Neben dem Weiten leßt auffgehn 
Das onfraut, ond das bleibe ſtehn 
Biß zu der Erndt, da wirdt entpfahn 
Ein jeder nad) der that fein lohn. 
Setzt laß dein vrtheiln vnd dein ſorgen 
170 Ob dent, das dir ift gar verborgen. 
Denn wer fi) in frembd werbung flicht, 
Der er mag haben fein bericht, 
Der müht ſich vmb unnötig ſach, 
4a Er pflügt den Sand vnd mift die Bach, 
175 Eim ziegel wil die röth abtreiben 
Vnd fleiſſig inn das Waſſer fchreiben, 
Bmbjonft ein ſchwartzen Moren weicht, 
Vnd gar ein frembde glut außlefcht. 
Wern finger in alle Iöcher ftedt, 
180 Muß fürchten, das ern offt befledt. 
Drumb rath ich Dir, das du Dich nicht 
Zu weit ſteckeſt inn Gottes gricht, 
Weil du der ding bift onerfahrn, 
Gar viel zu toll vnd jung von Jarn. 
185 Wenn ich die warbeit reden thar, 
Doͤrfft ich fagen vnd ift auch war: 


153 abergüunftig = mißgünſtig, neitifh. — 154 inbrünftig = auf- 

fahrend, —— — 171 werbung = Thun, Treiben, Sachen. — 

—* = miſcht. — 172 bericht = Erfahrung, Kenntniß. — 174 mißt den 
ad. 





Nach deim verftand, weißheit und wit 
Regieren auch nur einen tag, 
190 Was jolt fi da viel groffer flag 
Bon allen Ereaturn erheben, 
Vnd du auff alls joltft antwort geben! 
Da foltftu finden, was bu fuchtft, 
Das du zu folhem Ampt nicht thuchtft.“ 
195 Da antwort jm Sanct Peter wider, 
Sprach: „Lieber Meifter, bin ich bider, 
Woltſtu mir nur jo viel nad) geben, 
Das Regiment einft an zu beben, 
Zu herſchen einen tag vergünnen, 
200 Denn foltftu ſehen, ich würde wol kuͤnnen!“ 
Da fprach zu jm der Herre Ehrift: 
„Weil du denn ſo fuͤrwitzig bift, 
Vnd wilt dich ja nit lan bereben, 
364 b So bin ichs heut mit Dir zu frieden, 
205 Vnd heb bald an jetzt Diefen morgen, 
Himel ond Erden zu verforgen, 
Sorg für all Ereatur zu tragen, 
Das niemand hab ober Dich zu Hagen. 
Hiemit geb ich Dir allen gwalt 
210 In Himel, Erd, doch der geftalt, 
So bald die Sonn zu nacht geht niber, 
Das du mirs Regiment gebft wider.“ 
Da wardt Sanct Peter fro und ſprach: 
„Beil du mir foldhs gibft alles nach, 
215 Zum zeichen gib mir deinen ftab, 
So weiß ih, das ichs alles hab.“ 
Da gab ern jm, und giengen beid 
Mit einander vber jen Heid; 
Bald famens in ein Dörfflin Hein. 
220 Gin arme Sram jaß an eim reyn, 
Die hett nit mehr denn eine Geiß; 
Die trieb fie nad) jrs Manns geheiß 


19% thuchtſt = taugft. — 198 an zu heben = zu übernehmen. — 206 


verforgen = bejorgen. 








Birrtes Bud. 263 


Zum Dorff hinauß ins grüne Graf, 
Das fie fi) da möcht weiben baß, 
225 Wie man dem Bieh gemeinlich thut, 
Vnd ſprach: „geb! Das Dich Gott behät!“ 
Da hub bald an der Herre Ehrift, 
Sprad: „Petre, weil du Gott jett bift, 
Eo bat dir dieſe Sram zu gbieten, 
230 Das du jr heut der Geiß muft hüten. 
Sihe, das du fuͤrwendſt allen fleiß, 
Vnd dich als einen Gott beweiß!“ 
Sanct Peter ward wol halber fchellig; 
Jedoch weil ers jn bat gefellig 
55a 235 Erft laffen fein ond drumb gebeten, 
Mußt er das Göttlich ampt vertreten. 
Drumb ſich halb willig brein begab, 
Vnd nanı zu handen feinen Stab; 
Der Geiß er folget binden nad: 
240 Die ftieg bald auff Die Berge hoch 
Die ſcharffen Felſen auff vnd nider, 
Lieff Durch die Waͤlde bin vnd wider. 
Da war fein Awen, Beld noch Wyfen, 
Da nit die Geiß thet vmbher byſen, 
245 Durch Stauden, buͤſch und Heine Hecken; 
Offt in Dornbuͤſchen blieb beſtecken, 
Draus ers bein Hoͤrnern ziehen muſt, 
Das er ward offt ſchier gar entruͤſt, 
Vnd bald verlorn hett all ſein Waffen: 
250 So viel macht jm Die Geiß zu ſchaffen. 
Blieb auch vngeſſen all den tag, 
Das er fuͤr hunger ſchier erlag. 
Drumb er der Geiß auch flucht gar offt, 
Begierlich nach dem Abent hofft. 
255 Als ſich die Sonn begund zu neigen, 
Damit den abent anzuzeigen, 
Die Bawrn vom Acker zohen ein, 
Wolt er auch nit der hinderſt ſein; 














336 vertreten = antreten, verſehen. — 244 byſen = herumfchmär- 
men. — 248 entrüfl = entrüftet, gornig. — 249 Waffen = Werkzeug. — 
254 begierlich = begierig, ſehnſüchtig. 


— — — — — — — — ®) 


264 Waldis, Esopus. 






— — — 


Die Geiß der Frawen wider bracht. 
260 In ſeinem ſinn alſo gedacht: 
„Es bleib ein Gott auch, wer da wil! 
Lieber bin ich ein armer Gſell, 
Mit meiner Fiſcherey mich nehren, 
Denn mich mit ſolcher ſorg beſchweren. 
265 Ich ſehe wol, wenn einr hat viel Kuͤh, 
365 b So bat er auch dabey viel muͤh. 
Groß Herrn groß forge haben muͤſſen; 
Mein luft wil ich nit mehr fo buͤſſen.“ 
Drauff jm der Herr zu antwort gab, 
270 Sprach: „bis für deinen fürwit hab! 
Denn fo gehts zu in aller Welt, 
Keinem fein Ampt und Stand gefelt. “ 
TU Drumb ifts audy war faft oberall, 
Der Narren ift fein end noch zal, 
275 Wie Salomon der König jagt 
Vnd alle Welt darüber Magt. 
Ein jung fell fam zu einem Apt, 
Bat, das er jn ins.Klofter lapt. 
Der Apt fragt, ob er dichrifft verſtundt, 
280 Ober ob er fonft ein Handtwerd kuͤnd? 
Sonft nem er feinen in den Orben. 
Sprad: „bin nit dazu gbalten worden, 
Das nıan mich bett lon etwas leren; 
Jedoch wuͤſt ich wol zu regieren, 
285 Das alle mit fleiß würd ans gericht.“ 
Da ſprach der Apt: „ich Darff dein nicht ! 
Jederman hie regiren wil; 
Der Meifter hab ich viel zuniel.“ 
Was jeder fiht in allen fachen, 
290 Das fund er allzeit beffer machen; 
Wuͤrds jm aber inn die hand gegeben, 
Wuͤſt nit, wo ers ſolt erft anheben. 
Auch ift die Welt jo klug ond fpikig, 
So newgirig ond fo fürmikig, 


287 fapt = uufnehme. 








Biertes Bach. 


—— —ñ— w — — t u nn — 





295 Das als richten vnd tadlen koͤnnen, 
Niemand ſein Ampt vnd ehre goͤnnen. 
366 a Wer offentlich am weg wil bawen, 
Da jederman mag frey zu ſchawen, 
Der muß ſichs lan verdrieſſen nicht, 
300 Das jederman daruͤber richt. 
Der Cicero ſagt dieſen Spruch 
Am neunden Brieff im erſten Buch: 
„Viel Leut richten leicht auß fuͤrwitzen, 
Wenns mich in ehren ſehen ſitzen, 
305 Haben nur auffs außwendig acht, 
Auff dieſes lebens ehr vnd pracht, 
Vnd ergern ſich etlich daran, 
Das mancher mir der ehr nit gan. 
Aber die ſorg des Gmeinen nutzs 
310 Vnd beſchwerung des Roͤmſchen ſchutzs, 
Die mich druͤckt vnd im’hergen krenckt, 
Iſt ſelten einr, der das bedenckt.“ 
Drumb laß dich nit dein wahn betriegen; 
Bedenck nur ſtets dein vnuermuͤgen. 
315 All Menſchlich krefft ſein eitel, nichtig; 
Niemand zu ſeinem Ampt iſt tuͤchtig. 
Woltſtu alln Creaturn gebieten, 
Vnd kanſt nit einer Geiß recht huͤten. 
Drumb bleib ein jeder bey der Erden, 
320 Dend nit mehr, denn er ift, zu werben, 
Tracht, das er recht fein Ampt verſorg, 
Vnd nichts auff einen andern borg, 
Sehe auff die leng feinr eignen Fuͤß, 
So wird jm auch Dis Leben jüß. 
325 Wer diefe Lehre wol fan faffen, 
Der wird jm leichtlich gnügen laſſen 
An feim Ampt, wenn ers wol wird können, 
Bud feinem nehften nichts mißgönnen. 


310 beſchwerung = Laſt. — fhußs — Regiments. 





366 b Die XCVI. Fabel. 
Don den Löwen vnd Hafen. 


RE vor ber Schöpffung aller ding, 
Vnd eh die Welt zum erſt anfieng, 
Wie man lift in den alten Gichichten, 
In Fabeln und Poeten gdichten, 
5 Das da jey gweit ein alter Haß, 
Der aß fonft nichts denn lurkes Graf, 
Vnd trand das reine Waffer Ealt. 
Der lebt viel Jar und war gar alt, 
Das jm jein har ward graw vnd greiß. 
10 Der war verftendig, Hug vnd weiß, 
Vnd bet in Büchern lang ftudiert; 
Drumb er aud) all fein Kinder lert, 
Sein Bettern, Ohmen, Muhmen, Bafen 
Vnd all das gantz Gefchlecht der Hafen, 
15 Das fie auch glert würden all gar, 
Gleich wie jr Meifter jelber war, 
In heilger Schrifft und in den Rechten 
Zu Dijputieren vnd zu fechten, 
Mit weißheit, reden vnd mit leren 
20 Geſchickter denn all Thier fonft weren 
Drumb fie jr weißheit zamen brachten, 
Zum gmeinen nut aljo gedachten: 
„Nach dem jetzt die grimmigen Lawen 
AN Thier faft trugen und bedrawen 
25 Vnd muͤſſen Tanken, wie fie Pfeiffen, 
In weidlid) auff die Hauben greiffen, 
Das haut ond har offt folgen nach, 
Mit jrer Tyranney vnd rad), 
367a Mit mwiten, toben vnd gewalten 
30 AU Thier jo trutzlich onderbalten, 


XCVI. 9 greiß = grau, weiß. — 24 bedrawen = bedrohen. — 29 ge- 
walten = Betrüden, Torannifiren. 


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Vor jrem grewel muͤſſen ſtreichen, 

Vnd gleich wie in einr fallen kreichen, 
Muͤſſen ſich ducken, bucken, ſchmucken 
Vor jrem fraͤuel vnd verdrucken. 

35 Drumb gſchicht allzeit bey nacht vnd tag * 

Ein ewig ſchreien, wehe vnd klag, 
Vnd iſt niemand, der ſie kundt retten, 

Mit keinem rath noch that vertreten, 
Darauf endtlich iſt zuuermuten, 

40 Das ſolchs auffs letſt zu feinem guten 
Gereichen moͤg, wenns lang hin gieng, 

Nur zum verderben aller ding. 
Drumb laßt vns eintrechtig hingahn, 

Vnd ſie zu leren vnderſtahn. 

45 Wer weiß, ob noch dieſelben leben 

Vnſ wort zu hoͤrern ſich begeben? 
Wenn wirs den rechten weg jetzt lerten, 

Vielleicht ſie ſich zum guten kerten, 
Durch ſuͤſſe wort vnd Haſenſtimm 

50 Baldt lieſſen ab von jrem grimm, 
Den Thieren nit mehr widerſtrebten, 

Hinfuͤrter freundtlich mit jn lebten, 
Wurden all mit einander frumb, 

Des hettn wir ewig lob vnd rhum.“ 

55 Als ſie der ſach nun waren eyn, 

Zogen baldt hin allſam gemeyn, 
Dorthin, da all die Loͤwen ſaſſen, 
Vonm Fleiſch vnd Blut der Thieren fraſſen, 
Waren all voll mit bancketieren, 

3676 60 Mit fingen, Tantzen vnd Hofieren, 
Hoffertig, ftolß, in groffer pracht: 

Ein gringer ward ba nit viel gadıt. 
In Iuft vnd freud ſich alles regt, 

Wie man in Herren hifen pflegt. 

65 Da Sprach von ftundt der alte Haß 
Zu feim Gefchleht: „tret zuber baß! 


31 grewel = Schandthat, Greuelthat. — 32 reihen = kriechen. — 
45 leben = Löwen. — 62 gacht = geachtet. 


— — — — — — — —— — 0 








Was wölln wir thun? wölln wir anheben 
Bnd jn die fach zurfennen geben, 
Ob fie fich beffern wolten heut 
70 Vnd leben wie die frommen Leut, 
Ober wölln wirs laffen beint berewen ?” 
Da ſprach ein Haß: „ich rath in trewen, 
Das wir die fach jet Ian beitahn, 
Biß fie den fropff verdawet han, 
75 Vnd heben an bi morgen frub: 
Deſt fleiffiger hörn fie ung zu.“ 
Des morgens traten fie hinein, 
Da die Löwen beynander fein, 
Vnd meinten, groffen nuß zu ftifften. 
80 Sr red bewedmet war mit Schrifften 
Auß alt ond newem ZTeftament, 
Sagten, wie fie gut Regiment 
On Tyranney ſtets jolten jeben, 
Die warheit vnd das Recht belieben, 
85 Nach billichkeit die boͤſen ſtraffen, 
Den frommen recht ond frieden ſchaffen, 
Als aͤrgerlichen wandels maſſen, 
Die Thierlin ongefreſſen laſſen, 
Witwen, Weyſen ſchuͤtzen, verſorgen, 
90 Den armen geben, leihen, borgen, 
368a Die fchwachen helffen, heben, tragen 
Vnd feim troftlojen troft verfagen, 
Vnd nemen jederman in |chuß. 
Sie ſchafften aber feinen nutz: 
95 Denn da erzörnt der gante hauffen, 
Thet grewlich Durch einander Lauffen, 
Gunden zu bruͤllen und Rumoͤrn: 
Ir feiner wolt die Hafen hoͤrn, 
Spraden: „was fol das nichtig gſchlecht 
100 Vns leren, was fey gut ond recht? 
Das flüchtig Volck, die lofen Gfellen, 
Das die ons jett erft meiftern wöllen, 


71 berewen — beruhen. — 74 ven fropff verbawet = verbaut. - 
75 heben an = warten. — 80 bewermet = begabt, verfehen. — Schrif 
ten = Beweifen, Bemeisftellen. — 87 Als — alles. — maflen = ft 
enthalten. 








Birrtes Buch. 209 


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Gedencken, vns zu Reformieren! 
Wir woͤllen ſie wol Mores leren.“ 
105 Die heyloß Leut vnd loſe Buben, 
Eintrechtig ſie ſich baldt erhuben, 
Mit murren, ſchnurren fie anzanten, 
Vnd fie einmätig all ermanten, 
Wie die tollen, torechten Hund: 
110 Sr feine jm felber ftewren funbt. 
Im buy die Hafen all zerriſſen, 
Berfchlungen, frafien vnd zerbifien. 
Ed Der maß gebts in der Welt auch zu 
Bon alters her allzeit, auch mu, 
115 Das König, Fürften und der Abel 
Können nit leiden irgends tadel. 
Wer fie ftrafft und Die warheit jagt, 
Der wirbt veracht, getödt, verjagt: 
Denn was der arm zu Hof guts brengt, 
120 Das wirdt zum argen.als gelendt. 
Da fiht man ſchaͤl vnd rümpfft die Nafen 
368 b Bnd geht der Warbheit wie den Hafen. 
Wo fie ſich nicht balt dannen packt, 
So wirdts verfolgt, gezwadt, gefadt. 
125 Sr nimmer feine jhant gelingt, 
Wie jener in feim Liedlin fingt: 
„Denn wer gedecht 
Zu leben ſchlecht, 
Gantz frumb und gredht, 
130 Mas guts für brecht, 
Der wirdt durchecht 
Vnd gar geichwecht, 
Gehönt vnd gſchmecht 
Vnd blieb allzeit der andern Knecht.“ 
135 Ja, im Geiſtlichen Regiment 
Wirdt auch gelohnt mit ſolchem end, 
Das, die das heilig Wort jetzt leren, 
Vom Teuffel vns zu Gott bekeren, 


108 ermanten = überfielen. — 110 ſtewren = helfen. — 124 geſackt 
— aufgefreflen. — 125 ſchantz = hier fo viel ala Flut. — 133 gehönt 
= verfpottet, verhöhnt. 


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i 70 Waldis, Esopus. 


Wie die rechten Euangeliſten, 
140 Die helt man jetzt vor Widerchriſten, 
Stellt jn wie falſchen Ketzern nach, 
Mit Schwerdt, Fewr, Bann ond aberach, 
Scheltens vnd leſterns vor den Leuten, 
Die friedſam Lehr vorn auffrhur deuten, 
145 Vnd wirdt alſo zum ergſten kert 
Als, was der Haß den Loͤwen lert. 
Drumb darff man ſich auch keines guten 
Hinfuͤrter bey der Welt vermuten. 
Von anbegin die luͤgen ſtrebt 
150 Wider dwarheit, jr nit gmeß lebt. 
Vngrechtigleit grechtigfeit fchendt, 
Die Finfterniß das Liecht verblendt. 
369a Denn Chaims gichlecht thut nimmer gut, 
Bergeußt allzeit des Abels blut; 
155 Ismahel ift dem Sfaac feindt, 
Der Ejau widern Jacob greint, 
Saul argeit widern Dauid ficht, 
Der böß den frommen ſtets hinricht ; 
Vnd fan der Wolff nit anderft thun: 
160 Er frißt das Lamb, der Fuchß Das Hun. 


Die XCVII. Fabel. 
wie einer ein Eſel ſolt ſchreiben leren. 


O man die gantze Welt durch ſiht 
Vnd anmerckt, was darinn geſchiht, 
So findt man gwißlich gnug zuſehen 
In allen hendeln, die geſchehen, 
5 Wie das groß reichthumb wirdt gar ſehr 
Vorgezogen der zucht vnd ehr, 


142 aberady = Aberacht. — 144 deuten = erklären. — 148 ſich ve: 
muten = erwarten. — 152 verblendt = macht blind, unfichtbar; ve: 
löfcht. — 156 greint = murrt. 











Vnd vbers recht geht hoch die gmalt, 
Wirdt offt mißbraudt in Rechts geftalt. 
Als wo geneigt die Oberfeit 
10 Die ondertban auß haß ond neit, 
Ob fie gleich baben feine ſchuldt, 
Dennoch fie gerne ftraffen wolt, - 
So bridts vom Zaun ein heyloß jachen, 
Vnd dendt, wie fie die groß müg machen, 
15 Mit glerten worten fein ftaffiert, 
Vnd nad jrm willn Appficiert. 
So muß mans underm bilden ſchein 
Offt laſſen recht vnd billich fein. 
Dermaſſen war dermal ein Koͤnig, 
20 Dem war ein frommer onderthenig, 
69b Drumb er jm ſtets gehorchen muſt. 
Zu dem ſprach er: „hör, was du thuft! 
Da hab ich einen Efel jung, 
Der ift vorwar nach meim bedund 
25 Alln Ejeln und alln andern Thieren 
Mit fingen, kurtzweil vnd hofteren 
Biel zuuerftendig vnd zu gſchickt; 
Drumb laßt verſuchen, obs einſt gluͤckt. 
Weil du biſt weiß vnd hoch gelert, 
30 Vnd haſt viel Leut zum beften kert, 
Ob dus am Eſel auch verſuchſt, 
Vnd jn die Schrifft auch leren muchſt, 
Das er ſtill ſaͤß, wurd zuͤchtig, bendig, 
Erfaren vnd der Schrifft verſtendig: 
35 So hetſt begahn ein groſſe that, 
Deßgleich kein Menſch geſehen hat. 
Drumb wir dir jetzt ernſtlich gebieten, 
Woltſt dich derſelben arbeit nieten, 
Vnd ſolcher muͤh dich vnderwinden. 
40 Bnd leßtu dich nit willig finden, 
Vnd bift nit zu der fach geflifien, 
Soltu Daneben das aud willen, 
Das dirs gelangen wird zum ſchaden, 
Zu ſchwerer ftraff in vngenaden.“ 


XCVII. 24 bedunck = Bedünken, Meinung. 


— — — — — — — 


Waldis, Esopns. 





45 Er antwort: „gnediger König hoch, 
Ewrem Fuͤrſtlichen bfehlen noch 
Wil ich gantz gern diß grobe Thier 
In Disciplin nemen zu mir, 
Mit aller arbeit halten drob. 
50 Weils aber iſt fo wunder grob, 
Thumfinnig, aud noch jung von Jarn, 
3708 Muß ich bedingen diß zuuorn 
Vnd eritlich machen diſen bſcheid: 
Ich darff dazu ein lange zeit. 
55 Wenn ichs recht vnderweiſen fol, 
Zehn ganter Jar bedoͤrfft ich wol.” 
Der König ſprach: „Die zeit ift lang; 
Doch wenn du mir die ſach zu dand 
Außrichtſt, wie ich dir jet ſag nu, 
60 Sonim dir Zehen Jar dazu.“ 
Damit nam er den Eſei an. 
Da mardt er bladht von jederman, 
Vnd famen all fein Freund daher, 
Fragten, wie er jo Nerrifch wer, 
65 Sich folcher arbeit vnderſtuͤndt, 
Weil das man Doch fein Ejel fünd, 
Auch feinr nie wer auff Erden gweſen, 
Der fchreiben fund het oder leſen: 
Er wurd beftehn mit allen ſchanden, 
70 Das er fich des het onderftanden. 
Er ſprach: „jr Freunde, ſchweigt nur ftill! 
Mein meinung ich euch jagen will. 
Weil ſolchs zuthun vnmuͤglich ift, 
Hab ich daſſelb gethan auß liſt. 
75 Weil ich jm ſonſt nicht mocht entkommen, 
Hab mir deſt lenger auffſchub gnommen. 
Die zeit wirdt ſich viel dings begeben. 
Wer weyß, wer Zehen Jar mag leben? 
In dem viel Waſſers abhin rindt: 
80 Wer weiß, wen man denn lebend findt? 


51 thumfinnig = dumm. — 53 erftlih = zuerft, vor Allen. - 
bicheid = Beltimmung, Bedingung. 

















[+] 
Biertes Bad. 213 | 


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Leicht ftirbt mein Herr oder Das Thier, 
Ober wird die zeit fein leicht an mir. 
)b Wenn von den dreien eins geihicht ; 
So bin ich loß, die fach entricht.“ 
8 9 Dean foll in groffen, fchweren fellen, 
In fachen, die fich ſeltzam ftellen, 
Vnd ſchedlich außgeng möchten gwinnen, 
Sich bdencken vnd recht wol beſinnen, 
Damit kein fortgang werd geſucht, 
90 Der am end ſchaden brengen mucht. 
Denn dieß beſchlieſſen alle Weiſen, 
Sagen, das der ſey hoch zu preiſen, 
Der groſſe ſach ein weil auffhenckt, 
Fein langſam mit der zeit bedenckt, 
95 Vnd dennocht allen fleiß anwendt. 
Die han gwonlich ein beſſer endt 
Denn die, welch ſchnell vnd vnbewagen 
Doch liſtig werden angeſchlagen: 
Die werden gmeinlich obereilt, 
100 Denn allzu bhend hat offt gefeihlt. 


Die XCVIII. Fabel. 
wie ein Dorfpfaff die Bawrn ſtrafft. 


Mm bat mir gfagt von eim Dorfpfaffen, 
Der pflag die bawren ernftlich zftraffen 
Vmb trundenheit ond fuͤllerey, 
Vmb Ehebrnuch vnd vmb Hurerey, 
5 Vnd ſonſt vmb andre grobe boſſen, 
Vnd ſprach: „wo jr nit wolt ablaſſen 
Vom ſchendlichen vnd boͤſen leben 
Vnd zu dem guten euch begeben, 
Vnd mein warnuıng zu bergen führen, 
10 So wurd ich eu, vorwar! baß rüren, 


82 oder ich fterbe. — 84 die Sache ift geihliihtet, entichieten. — 89 
rtgang = Vorangehen, d.h. Artund Weife zu handeln. — 93 auffhencdt 
verfchiebt, unerledigt läßt. — 97 unbewagen = unüberlegt. — 98 werben 
al gen == in ihren Anfchlägen find, Ya anftellen. — 99 vbereilt = 
ıgeholt. 


utfche Bibliothek 11. 18 














Ten 
\ 274 Waldis, Esopns. 


371a Wenn ich der mal einft einen nenn; 
Denn ich ewr mehr denn einen kenn.“ 
Cold) red zu wider vnd werdrieß 
Die Bawrn er offtmals hören ließ; 
15 Wenn er fie jonft Gottswort folt leren, 
So muften fie ſolch ſcheltwort hören 
Bon jrem Pfarrherrn ongefchladht ; 
Damit er fie offt fchellig macht, 
Das fie gleid) ober in ergrimbten 
20 Vnd eintrechtig zufamen ftimbten. 
Je einer zu dent andern ſprach: 
„Ben Pfaffen geben wir viel nad). 
Woͤlln wir ftets freffen folche grumpen, 
Das er ons auff dem Maul mag trumpen, 
25 Sein groll vnd mutwilln an ons oben, 
Auffilgen wie die Lotterbuben? 
Kurgumb, wir wöllens nimmer leiden: 
Machts ja zu grob vnd vnbeſcheiden.“ 
Drumb fie allfammet zu jm famen, 
30 Zu onterrichten jn fürnamen, 
Vnd ſprachen: „Herr, e8 ift nit gut, 
Das jr ons aljo fchmehen thut, 
Mit ſolchen worten ongelajchen 
Vns von der Cantzel auß zumafchen. 
35 Drunib jey eud) jett gefagt das, 
Das jr des machen wolt ein maß, 
Auff das nicht euch vnd vns einft greubt. 
Wir find fürwar nit folche Leut, 
Wie jr ons offentlid, außtragt, 
40 Solch grobe grumpenwon ons jagt.“ 
Er ſprach: „ich wolt, jr maͤchts gelinder, 
371b Lebten wie die fromen Pfarrfinder, 
So wert jr für der ftraff wol frey | 
Vnd doͤrfft feine folchen Meuterey, 
45 Die jr jetzt wider mich erregen 
Vnd euch zu vnluſt ſelb bewegen. 


— 26 außfilgen = heruntermachen. — 33 vngelaſchen = ungeſchlacht. — 
34 auß zumafchen = ausſchelten. — 39 außtragt = verklatfcht. — 26 be- 
wegen = in Bewegung fegt, hervorruft. 


XCVIII. 23 grumpen — Krumen, Biffen, Stüde.— 24 trumpen = ſchlagen. 
—— — ——— — — — ——— 9 


Birrtes nd. 275 








Weil jr euch aber jett jo hoch 
Entſchuͤldigt, wil ich auch hernad) 
Mit worten mich wiſſen zu halten. 
50 Drumb laßt ewrn zorn jegund erfalten, 
Vnd nempt die lehr von mir jet an, 
Das allzeit ein vnſchuldig Mann, 
Der ſich im gwiffen felb weiß frumb, 
Verachts allzeit vnd gibt nichts drumb, 
55 Ob man bie ſchuͤldigen beklagt, 
Vnd dendt, e8 ſey jm nit gejagt. 
Alſo laßt euch auch nit verdrieffen 
Mein ftraff, weil jr habt gut gewiſſen, 
Denn jr werdt nit Damit gemeint, 
60 Huch an ewr ehre nit verkleint. ” 
Damit fie lieffen fich bereden 
Vnd gaben ſich darinn zu freden. 
Der Pfarrherr in jm jelber lacht ; 
Dieweil ein guten rath bedacht, 
65 Vnd ſprach: „id wil euch Das wol kochen! 
Ir meint, habt euch an mir gerochen?“ 
Darnach den nehften Sontag bald 
Hin zu der Kirchen jung vnd alt, 
Die gantze Dorffichaft, Bawrn und Bewrin, 
70 Predigt zu hören famen bin. 
Der Pfarrberr auch zur Kirchen fam, 
Ein groffen Knüttel mit jm nam, 
372a Gar heimlich ondern Rod verbal, 
Biß fie da waren allzumal. 
75 Darnadı er auff Die Cantzel gieng, 
Nach gwonheit den Sermon anfieng, 
Hub wider an, die Bawren zjchelten 
Vnd ſprach: „fürwar! man findt gar jelten 
Bon folden groben Rülten einen, 
80 Ders bertlich vnd mit trew folt meinen, 
Das er fich einft recht beflern wolt. 
Ob er ſchon weyß, das er hat jchuldt, 


— — — —— 


60 verkleint = verkleinert, herabgeſetzt. — 73 verhal = verbarg. 





48" 








276 Waldis, Esopns. 








Jedoch jet er jm fein gefehr 
Im Swilfen, ſtreicht nur ober ber 
85 Mit eim Fuchsſchwantz fein, weich und glind, 
Als ob er bett gar feine Suͤnd; 
Vnd find jr viel jo grobe boſſen, 
Das fich nit wöllen ftraffen laſſen. 
Wo man jn wil die Warheit jagen, 
90 So hebens jelber an zu Hagen 
Bbern Pfarrherrn abents vnd morgen, 
Welcher jr Seelen muß verjorgen, 
Vnd für fie all rehenfchafft geben. 
Drumb wil ich auch ein mal anheben, 
95 Mit diefem Knüttel werffen drein. 
Fuͤrwar! ich weiß wol, wer fie fein, 
Die Hoffertigen ond die ftolßen, 
Die Ehebrecher und Trunckenboltzen.“ 
Damit den Knüttel auffgewunden, 
100 Bnd dramwt den Bauren zu den ftunden, 
Sein zornig gficht inn fie zu fcherffen, 
Stellt fi, als ob er jetst wolt werfen. 
Bon ſtund ſich da ein jeder tuckt, 
372b Vnd einer hindern andern buckt. 
105 Damit legt er den Knüttel niber, 
Hub au freundlich zu reden wiber, 
Vnd ſprach: „Habs offt zuuorn gefagt, 
Gar vnbillch man ober mid) Hagt. 
Welcher nit boͤſes hat gethan, 
110 Darff fi keins trawens nemen an. 
Seit jr all from in dieſem Dorff, 
Warumb fürdt jr euch für dem worff? 
Zur ftraff ift niemand vngeduͤltig, 
Nur der, der ſich weiß felber ſchuͤldig. 
115 Wenn jr nit wüft von böfen ftüden, 
Hett fich jetst feiner dorffen buͤcken, 
Der fi mit worten wil entjchulden. ” 
Da bett ein jeder Bawr ein gulden 


83 macht er fich feinen Borwurf. — 99 auffgemunden = aufgehr 
ben, erhoben. — 101 fie zurnig fhärfer anzufehen. — 110 trawen = dro 
hen. — 112 worff = Wurf. — 113 vngebiltig = ungeduldig, d.h. e 
bleibt Niemanden bie Strafe zu lange aus. 


— r c — — — — ——— 








Biertes Bad. 277 


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Gern geben für denfelben bon, 
120 Den jn der Pfarher hett gethan. 
d AU Gelerten eintrechtig befchlieffen, 
Vnd wirs auch aus erfarnheit wilfen: 
Sein hertz eim jeden felber zeugt, 
Die Eonfcient feinem vworleugt, 
125 Eim jeden jelb fein ortheil gfellt, 
Vnd ſolchs ftetS vor die augen ftellt. 
Hat er wol gthan, weis fich vnſchuͤldig, 
So ift fein her auch nicht vnhuͤldig; 
Er fremt ſich ſtets vnd hofft das beft, 
130 Mit feim drawen ſich ſchrecken left. 
Ob man ſchon boͤſes auff in ticht, 
So lacht ers ſelb, vnd acht ſein nicht. 
Wer aber iſt im Gwiſſen wundt, 
Der ſchewt ond foͤrcht ſich alle ſtundt, 
73a 135 Vnd wo man heimlich etwas jagt, 
So dendt er, das man jn verklagt, 
Vnd gebt, Brei wie das Sprichwort laut: 
Dem jhüldigen fehhttert ftets Die haut. 


Die XOIX. Fabel. 
Dom Sawrn, Lindwurm, Pferd, Hund und Sud. 


Esn Bawr wolt ziehen inn ein Stadt; 
Sein Weib a ſehr vnd fleiffig bath, 
Gab jm ein guͤlden an der Thür, 
Vnd ſprach: „kauff mir ein Belt dafür!“ 
5 Der Bator naus in die Wildnus kuͤmpt; 
Ein elend gſchrey er da vernimpt, 
Groß jeufften, Flagen, weinen, wimmern. 
Der Bawr begund ſich zu befümmern. 
Jedoch, je neher er fürbaf kam, 
10  Ie mehr ond mehr die ſtimm vernam. 


124 Eonfcient = Gewiflen. — 128 vnhuͤldig = unhold, d. h. fein 
Herz madıt ihm Fine DBormürfe. ’ 


© 





278 Waldis, Esopus. 























Bon fern ſah ein groß loch im Berg; 
Ein groffer Stein lag vberzwerg. 
Gieng nahe hinzu; bald baß vernam, 
Das aus dem Tod) das Flagen fam; 
15 Jamert jn jehr ond gund zu fragen: 
„es ift Das gichrey vnd elend Hagen?“ 
Da antwort das im Berg ond ſprach: 
„Ich bin ein Thier, ein armer Trach, 
Bin rein geflohn vorm Vngewitter, 
20 Vnd lig hie wie der Lew im ©itter. 
Vnd thut man folch vntrew an mir: 
Bielleicht ein Menſch oder jonft ein Thier 
Hat mich on gfehr hierein gefchloffen, 
Wil mid) nit wider außbin laffen, 
373b 25 Vnd wo bie Götter mein nit achten, 
Muß ich in dieſem loch verfchmachten. 
Drumb bit ich Dich, feift, wer du feift, 
Das du mir deine bälff bemeißt. 
Dur alle, was Gott mag werden gnennt, 
30 Die fein guts laſſen onerfennt, 
Sondern durd fie wirds als erquidt, 
Was man mit unrecht onterdrüädt, 
So bitt ich Dich Durch jren willen, 
Wöllft ein gut werd an mir erfüllen, 
35 Mein leidt wegnemft, mein frewd vermehrft, 
Wenn du vom Loc den Stein abferft, 
Das ich hinaus fom onuerleßt. 
Du ſolt fein werden wol ergekt! 
Glaub mirs, vnd gwißlicht dafür halt, 
40 Es fol dir werden wol bezalt!“ 
Wie der nu hört, es wer ein Schlang, 
Erſchrack gar jehr und ward jm bang, 
Vnd nad der ftimm das Thier betracht 
Bngehewr, grawſam, vngeſchlacht; 
45 Vnd ſprach: „wenn ich dich jetzt ließ loß, 
Du biſt ſo vngefuͤglich groß, 





XCIX. 30 vnerkennt = nicht anerkennt, unbelohnt. — 33 durch⸗ 
bei (par), um. — 36 abkerſt = entfernſt, wegnimmſt. — 38 ergeht = b 
lohnt. — 43 betrat = hält für. — 46 vngefligli = übermäffig. 


0 





Birrtes Buch. 





Vnd durch den hunger fo verletst, 
Hetft bald dein Zin an mir gewetzt, 
Möchtft mir, wenn ich Dir huͤlff zum leben, 
50 Den Zobt wider an bzalung geben.“ 
Da antwort aus dem Koch der Trac: 
„Ich ſchwer Dir des ein Eidt!“ vnd ſprach: 
„Wo du mir hilffft, glob ich Dir das, 
Das Dir dein lebtag nie werbt baß. 
55 Wil Dir geben die hoͤchſten gaben, 
374a Welch gmeinlich Dgröften Herren haben, 
Damit allzeit allhie auff Erden 
Die groß wolthat vergolten werben. 
Dazu wil ich dir fein verhafft, 
60 Vnd ſchwer dirs bey der Götter Frafft. 
Sie ftraffen mich, wo ichs nit halt!“ 
Das gleubt die Schlecht Bewriſch einfalt, 
Dacht, etwas trefflichs zu erlangen, 
Vnd ließ bald loß denjelben gfangen. 
65 Wie er den Stein weltt von dem Loch, 
Ein ongehewres Thier rauß froh: 
Das war langleibig und vierfüffig, 
Ir gefprengt Farb gelb, graw, braun, rüffig, 
Ein langen Ruͤſſel, ftund weit offen, 
70 Rot blutfarb augen, die ftets troffen, 
Kurk Obren an eim groſſen Kopff, 
Knorredt, knopffecht vom ſchwantz zum ſchopff. 
Biß an die Erd bieng jm der Bauch, 
Auch wars groß, ſchuͤppicht, nit faft rauch, 
75 Vnd bett ein langen Frummen ſchwantz: 
In Summ, fein leng war gar vnd gant 
Haft ſechtzig Schuh, und nad) der dickt 
Wars allzu grob vnd vngeſchickt. 
Darab erichrad derfelbig Bawr, 
80 Er forcht fich fehr vnd ſahe gar jawr, 
Vnd dadt: „werft von dem Thier erlößt!“ 
Jedoch er ſich des Eides troͤſt, 


47 verletzt = beſchaͤdigt. — 39 fein verhafft = haften. — 68 ge- 
fprengt = geſprenkelt, gefledt. — riffig = ruffig. — 72 knorrecht = 
börnern. — knopffecht = inotig. — 77 was die Dicke betrifft. 


— — — — — — 








Den jm das Thier im Loch bett than. 
Drauff fordert tröftlich feinen lohn. 
85 Da antwort jm das graufam Thier, 
Sprach: „weil bu baft geholffen mir 
374b Vnd mich erhalten bey dem leben, 
Wil ich dir jet den lohn auch geben 
Nach vnſerm bicheid und vorbebingen, 
90  Auffreffen vnd alsbald verfchlingen. “ 
Der Bawr ſprach: „weil du gfangen lagſt, 
- Den todt vor deinen Augen ſahſt, 
Da thetſtu mir viel andre goben 
Vnd koͤſtlich güldne Berg geloben.“ 
95 Da ſprach das Thier: „ey nein! du jrrft, 
In deinem dundel did) verwirft, 
Ich hab dir zwar nichts anderſt globt 
Denn das, damit man ſtets begobt, 
Die hoͤhſt wolthat Damit erfent, 
100 Welch in der Welt mag werden gnent.“ 
„Ja!“ ſprach der Bawr, „jo wards beichloffen ; 
Was reißtu mir denn jetst für boffen? 
Weil du auch ſolchs on vnterſcheid 
Bewebmet mit fo jchwerem eidt, 
- 105 Bnd anff Dich ludſt der Götter fluch, 
Jetzt biehwerftu dich mit Dem Eidsbruch. 
Hilff Gott! zu wen fol man fich giellen, 
Ober wen jol man mehr glauben ftellen? 
Iſt das der danck (wie ſichs gebirt), 
110 Der für die höhft wolthat gehört, 
Ein frommen Menſchen dafür ztödten, 
Der einem bilfft auß all fein nöten?“ 
„Ja!“ ſprach das Thier, „das ift der danck! 
Gott geb, du machſts furk oder lang, 
115 Bnd wirft bey allen Menſchen Kinden 
Sept in der Welt fein andern finden. 
Wenn haftu gjehn, das eins wurd gichont, 
3754 Den woltbat baß wer worden blohnt?“ 


89 vorbedinger. —= Uebereintunft. 








Da ſprach der Bawr: „es tft nit war! 
120 Findſt manden frommen Menſchen zwar, 
Dems leid wer, das er folt mit fchelten, 
Ich ſchweig mit mißthat, guts wergelten. 
Hab nie kein gfehn, der guts in trewen 
Seim nechſten thet, das jn bet gremwen. 
125 Nur ich allein bins, wie mich duͤnckt, 
Dem feine wolthat mißgelingt. 
Ich wil dir ſchlechts der red nit gftebn: 
Kom, laß ons vor den Richter gehn! 
Wenn er der ſachen recht wurd innen, 
130 Gar bald wurd ich das vrtheil gwinnen.“ 
Der Lindwurm ſprach: „ich wegers nit. 
Du wirfts erfabın; nu kom, gebe mit!“ 
Sie zogen bin ein ebne weile; 
Ein Dorff lag auff ein halbe Meile. 
135 Da gieng ein Pferd vnd fucht fein Weid: 
Daſſelbig grüftens alle beid. 
Das Thier ſprach: „kanſtus jetund leiden, 
Das ons diß Pferd mit Recht mög ſcheiden?“ 
Da ſprach der Bawr: „ich habs recht gern; | 
140 Es fcheint gank frumb, dunckt mich von fern.“ 
Das Bferd auff faler Wiejen funden, 
Sein forder Fuͤß waren zjamen bunden, 
Vnd war mit hunger fo durchquelt, 
Du hetſt jm all fein Rippen zelt. 
145 Da jprad) der Wurm: „mein lieber Frundt, 
Ein bader hau wir beid jeßundt, 
Drumb wir did) bitten in gemein, 
375 b Du woͤlſt drinn vnſer Schiedman fein. 
Vns dundt, du feift nun alt von Jarn, 
150 Geuͤbt vnd vngluͤcks wol erfahrn, 
Biel ghört und gſehen nach der leng, 
Was in der Welt ift geb vnd geng. 
Drumb wir die fach beid am Did) ftellen, 
Woͤlſt uns drauff ein recht vrtheil fellen. “ 


123 gefchweige mit. — 127 ſchlechts —= ſchlechterdings. — gftehn = 
sugefehen. ugeben. — 138 mit Recht = gerichtlich. — ons ſcheiden = 
zwischen und entfcheiten. — 151 nad der leng = ausführlich. 





282 Waldis, Esopus. 





— — —— — mm 











155 Das Pferdt fragt, was die ſachen wern? 
Das Thier ſprach: „woͤlln dich nit beſchwern. 
Das wir die red nit machen zlang, 
Sag mit der kuͤrtz, welchs iſt der danck, 
Den die Welt je gegeben hat 
160 Bon anfang vor die hoͤchſt wolthat?“ 
„D lieben Freunde!” ſprach das Pferd, 
„Nach dem jr ſolchs von mir begert, 
Vnd ich die Warbeit jagen joll, ‘ 
Ich weiß es leyder all zu wol! 
165 Bor zeiten war ic) ſchon vnd jung, 
Bnd gieng daher in vollem |prung, 
War fred) ond freudig, als zu wagen, 
Bnd fund mein Herrn im Harniſch tragen ; 
Drumb er mich auch Io jehr geliebet, 
170 Biel Iuft ond kurtzweil mit mir jebet. 
Keim arbeit wolt ich nimmer fliehen, 
Den ſchweren Wagen fund ich zieben, 
Dazu mit Egen ond mit pflügen. 
Noch ließ jm dran mein Herr nit gnügen: 
175 Im Sommter muft ich Korn ond Hew 
Ein führn zum Futer ond zur ftrew, 
Fuhrt Holk, Stein, Wafjer fpet vnd frub, 
Het. weder nacht nod) tag fein rub, 
Bnd war allzeit das willig Pferdt. 
3762 180 Das hat nun Zwentig Jar gemehrt. 
Wie offt bat mir mein haut geraucht! 
Setzt, weil er mich hat abgebraudht, 
Vnd mein jo lange zeit genofjen, 
Werd ich von jederman verlaffen, 
185 Außgejagt, giehlagen in das Graf. 
Seht, welch vndanckbarkeit ift das! 
Vnd gehe an dieſer falen Heyd 
In froft, in bis, in allem leyd. 
In allen ftällen find fein raum; 
190 Ein Waffertrund, der wird mir kaum, 
Werd auch non Fliegen hart geftochen, 
Weil fie mir han den Ruden brocden. 


192 weil fie mir den Schwanz abgejchnitten haben. 





— — — — — — 


Biertes Bad. 283 





TI Tr 


Auch fagt mir necht meins Herren Humdt, 
Man bet wider mich gmacht ein Bundt, 
195 Mich zu erwürgen vnd zu ftreuffen, 
Dem Gerber meine haut verfeuffen, 
Vnd feiner wolthat gnieſſen Loffen, 
Des fie doch offtmals han genoſſen. 
Das ift der danck, der lohn vnd gwinft, 
200 Der mir vor meinen langen bienft 
Vnd groffe trew jetzund gejchicht: 
Wies andern geht, das weiß ich nicht. “ 
Da ſprach das Thier: „hoͤrſtu das vrtheil? 
Sag, was jolt jetund fein der feihl, 
205 Das ich dir nit dem gleich folt lohnen 
Vnd deiner lenger nit verſchonen?“ 
Da ſprach der Bawr: „ey, thu gemadh ! 
Diefer redt eben von der fach, 
Wie jm zu mut ond fich jest fält. 
210 Er ift leicht vbel auß gejpült. 
376b Das er fein trew nit bat genofjen, 
Drauß mag darımb nit werden gichloffen, 
Das als gut bößlich wirdt vergolten: 
Das hieß die Leut zu hoch gefcholten. 
215 Drumb laß ons zu eim andern gehn: 
Ir fein wol mehr, dies Recht verftehn. ” 
Da ſprach das Thier: „mil dichs geweren, 
Wiewol du vnbilchs thuft begeren. 
Jedoch fomm ber, wolln weiter wandern. “ 
220 Sie zohen bin, fuchten ein andern. 
Da fundens bey eim Zaun ein Hundt: 
Den grüftens alle beid zu ftund. 
Das Thier ſprach abermals zum Bawrn: 
„Sch bit, Du woͤlſt mich nit mehr lawrn, 
225 Vnd laffens bey Dem vrtheil bleiben, 
Welchs uns wird diſer Hundt verichreiben 
Da ſprach der Bawr: „ich bins zu friebt, 
Will weiter Appellieren nit.” 


310 Es ift ihm vielleicht [chlecht mitgefpielt worden. — 216 dies — 
die das. — 224 lawrn = zum Beſten haben. — 226 verfchreiben = nieber- 
fhreiben, auffeßen, fällen. 


5 








230 Vnd ſprach: „jag ons dem Rechten nad), 
Welchs ift der hoͤchſte lohn auff Erden, 
Dmit all wolthat vergolten werden?” 
Der Hundt antwort mit furgem bſcheidt 
Vnd ſprach: „es ift Vndanckbarkeit! 
235 Vnd ob jr mirs nit glauben wolt, 
Begert, das ichs beweiſen ſolt, 
Will ichs mit kuͤrtz alſo verklern; 
Ir ſolt kein zeugnuß weiter bgern. 
Da ich noch war ein junger Hundt, 
240 Mein ſach bey meinem Herrn wol ſtundt: 
Bey jm ich ſtets am Tiſche ſaß, 
377 a Auß ſeiner handt vnd Schuͤſſeln aß; 
Mit guten worten, klopffen, ſtreichen 
Erzeigt mir gar viel freundlich zeichen. 
245 Da lieff ich, wenns meim Herrn behagt, 
Mit jm nach luſt hinauß vnd jagt: 
Wir fiengen Hinden, Haſen, Hirſchen 
Mit hetzen, beytzen vnd mit birſchen. 
Da ich ward ſtarck vnd wol erwuchs, 
250 Bracht ich meim Herrn gar manchen Fuchß, 
Fieng manchen Wolff in dem Gehölß, 
Dauon mein Herr tregt gute Belt. 
Des nachts wacht ich ihm vmb das Hauß, 
Auff das fein Dieb truͤg ichtes rauf. 
255 Auch bey der Herd war ich gar fleifig, 
Auff wilde Thier gar frech und beilfig, 
Schaut, das fein Biech nit wurd gefchlagen, 
Zerrifien, gftoln, hinweg getragen, 
Bud hab allzeit das beit gethon. 
260 Bndandbarkeit wird mir zu lohn: 
Bon jederman wird gar veradht 
Vnd wird feine wolthat mehr gedacht. 
Hie trewt mir einer zu ertrenden, 
Der ander fpricht, er woͤll mich henden, 
265 Ein biffen Brods wird mir gewengert, 
Vnd all mein ongemad) fich ſteygert. 


232 dmit = damit, womit. — 243 ftreichen = ftreicheln. 





Biertes Bach. 





Mir wird in meinem letten alter 
Eingemefjen ein böfes Malter. 
Doch tröft mich des; bins nit allein; 
270 Denn foldhs ift in der Welt gemein, 
Das man den Segen bzalt mit fchelten, 
AU trew mit vntrew thut vergelten.“ 
377b Da ſprach das Thier: „da haftus ghort: 
Sie führen alle beyd ein wort. 
275 Du folt nit weiter Appellieren, 
Mich lenger bey der Nafen führen!“ 
Begundt, fi in eim grimm zurmannen, 
Vnd jn gar feindtlich an zu zannen, 
Gedacht, den Bawrn nu baldt zu freſſen 
280 Vnd ſich feins ortheils an zumefjen. 
Der Bawr viel ſeltzam anfchleg jucht, 
Das er dem Todt entfommen modt; 
Doch fundt er nit dem Thier entfliehen, 
Bat, noch ein wenig zuuerziehen; 
285 Vnd wuchſſen jm viel jelgam danden. 
Wie fie nu mit einander zanden, 
Vnd ziehen beyd im weg daher, 
Da kam ein Fuchß on als gefehr. 
Er fragt vnd ſprach: „mas ift der hader, 
290 Dauon jr macht fo groß geſchwader?“ 
Sie erzeltens jm alle beid. 
Da ſprach der Fuchß: „wenn ich euch jcheid 
Mit gleihem Brtheil auß dem Recht, 
In Freundtichafft von einander bredit, 
295 Vnd fein verfürkung gſchehe eim jeden?“ 
Sie ſprachen beyd: „wir feins zu frieden !“ 
Der Fuchß rufft auff ein jeit den Bawrn, 
Sprad: „wenn id) dir ergetzt dein trawrn, 
Eriößt von dem grewlichen Thier, 
300 Was moltft zu lohne geben mir?“ 
Der Bawr wardt fro, ſprach: „kanſtus thun, 
Ich glob dir das: hab ich ein Hun 


290 geſchwader = Geſchwatz. — 293 gleichem — billigem. — 298 
ergebt = in Freude verwandelt. 








Vnd jr fein Han auff meinem Mitt: 
3788 So glob ich dir on arge liſt, 
305 Wo du mir jetzt retteft mein leben, 
Ich will Dir all mein Huͤner geben.“ 
Der Fuchß ſprach: „het mid) zubejorgen, 
Wo ich dir hulff heut oder morgen 
Auf dieſer fach, wern du loß femit, 
310 Auch wider mich ein vrſach nemtft, 
Vnd mir dergleich ein Tappen feufftft, 
Vnd mit meine eignen brüh betreufftft ; 
Lohnteft mir auch mit ſolchen tüden, 
Wie jetst diß Thier mit ſchelmen ftäden, 
315 Wenn ich dich von dem Thier wurd freien.“ 
Der Bawr gund ſich vermaledeien 
Vnd ſprach: „ich wuͤntſch mir ſelb den fluch, 
Wo ich ein boͤſe außflucht ſuch!“ 
Da ſprach der Fuchß: „hoͤr, was du thuſt! 
320 In dem du mir gehorchen muſt. 
Wir beyd woͤlln wider gehn zum Loch, 
So folg du auff dem Fuß vns noch, 
Vnd wenn wir alle beyd ſind drinne, 
Schaw, das du brauchſt vernunfft vnd ſinne. 
325 Das Thier iſt groß vnd ongelend: - 
Wenn ich dir mit dem ſchwantz einft wend, 
Vnd in eim buy fpring auf der Thuͤr, 
So welt den Stein bald wider für. 
So bleibt das Thier im Berg verjchloffen 
330 Bnd muß dich ongefreffen loſſen.“ 
Darnach beredt der Fuchß den Trachen, 
Das er jm auch ftellt heim die fachen, 
Wider zum Berge mit jm gieng, 
Das er befehn möcht alle Ding, 
378b 335 Vnd ſprach: „jo wird all fach rechtfertig, 
Wenn wir dort all fein gegenwertig.“ 
Sie famen all hin vor das Loch; 
Wie fies gelan, fo ftund es noch. 


* arge lift = Argliſt. — 312 betreufftſt = beträufſt. — 326 wenc 
= winfe, 





340 Auff das ich alle vmbſtend merd, 
Mög wol beihawen alle ftell, 
Auff das ich ein recht ortheit fell.“ 
Das Thier ließ fich dazu bewegen, 
Gieng nein, ſprach? „hie bin ich gelegen. ” 
315 Da ſprach der Fuchß: „zwar! auff mein Eyd, 
Die Herberg folt mir nit fein leyd. 
Wenn ich bie gnug het zuuerzeren, 
Ich wolt mich binnen wol ernehren: 
Iſt nit fo ein onfreundlich ding.” 
350 In dem gab er dem Batorn ein wind, 
Wiſcht in eim Sprung fluds auf der Thuͤr. 
Der Bawr den Stein job wider für, 
Den Trachen vngehewr und groß 
Im Berg verfpert, vermacht, verichloß: 
355 Dem Man benomnen war fein trawın. 
Da ſprach der Fuchß von fiundt zum Bawın: 
„Ich hab dich mit dem leben bgobt, 
So weißt, was du mir haft gelobt, 
Als du dir felb das vrtheil feltit. 
360 Scham, das du mir nur glauben beltft.“ 
Der Bawr ſprach: „wenn ich Das nit thet, 
Wolt lieber, das der todt mich het, 
Bnd an dem Galgen muft erfalten, 
Eh ich dir nit ſolt glauben halten!“ 
365 Da famens an ein wegejcheidt ; 
379 Er ſprach: „gebe, das dich Gott geleibt! 
Vnd merd mich eben, was du thuft, 
Den tag du dich enthalten muft. 
All mein Caponen ond mein Huͤner 
370 Son fid nit an der zal vermindern ; 
Ich wills gar an ein hauffen treiben, 
Das fie all bey einander bleiben ; 
Vnd kom du bin vmb Mitternacht, 
Wenn alles jchlefft vnd nimand wacht. 
375 Sol dir fein intrag werden than; 
Das Hünerlod) fol offen ftahn. 


875 intrag = Eintrag. 


© 





288 Waldis, Esopus. 


DT —. TITEL ION IT TI TI 8 


Da magftus holen alzumal, 
Sind acht ond viergig an der zal.“ 
Nun dacht der Bawr, e8 wer zu fpat, 
380 Das er Jolt ziehen nach der Stadt, 
Vnd noch lenger ausbleiben folt. 
Sein Weib ein Belt da Kauffen wolt, 
Vnd meint, er hets wol ausgericht. 
Das Weib fahe Icheel, entpfieng jn nicht, 
385 Vnd ſprach: „wo biftu, grober Filtz, 
So lang geweſt ond bringft fein Belt?“ 
Da fprad) der Bawr: „mein liebes Weib, 
Dand Gott, Das ich mit gfundem Leib 
Vnd lebend wider heim bin fomen: 
390 Groß onfall het mich ondernomen.“ 
Hub an, erzelt jv alle fachen, 
Vnd wie er mit dem grofjen Trachen 
Wer fomen in den ongefug, 
Vnd das er Durch den Fuchs jo flug 
395 Erhalten worden bey dem leben, 
Dafuͤr erm bett gelobt, zu geben 
379b AU fein Caponen, Han ond Hennen. 
Als das Weib hört Die Hühner nennen, 
Aus zorn gund wider in zu balgen 
400 Vnd ſprach: „ich wolt, du werft am Galgen 
Erbendt, erſticket vnd erftarrt ! 
Wie hat ſichs jo weiblich genarrt 
Mit deinem Pferdt, Hundt, Fuchs ond Trachen? 
Ich wolt, du ftedit jm ſchon im rachen, 
Vnd das er dich hett lengſt gefreffen ! 
Dein ſolt wol leichtlich fein vergeſſen.“ 
Er ſprach: „liche Weib, nu fahr Doch fchon ! 
Ih hab dem Fuchs ein Eid gethon, 
Ich wolt jm geben all mein Hüner, 
410 Bnd wil mein lebenlang fein Günner 
Sein, und wils auch ans end wol bleiben 
Vnd in mein bert ſolch wolthat ſchreiben. 


40 


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402 genarrt = yefoppt. — 410 Sinner = Gönner. 


— e —ñ —ñ —ñ — ⸗0 








Biertes Bad. 289 





Hab auch mit jm ein abjheid gmadht, 
Das er ſolt fomen heint zu nacht. 
415 Da wil ich in nad) ſeim begeren 
AU meins geluͤbdts tremlich geweren: 
Er hats verdient wol taufentfalt.“ 
Sie ſprach: „ſchweig fill! du haft fein gwalt 
Vber Hüner, Genf oder ober Keucheln! 
420 Kumpt der Fuchs, wil ich jm fein heucheln 
Vnd fein Fuchsſchwentzen wol verbütteln 
Mit diden, friſchen Eichen Knütteln. 
Gebe du nur hin ond leg Dich ſchloffen: 
Mich dundt, du habft zuniel geſoffen, 
425 Beid, mich ond dich, vmbs Gelt gebracht 
Vnd darnach dieſe luͤgn erdadht. 
Drumb rath ich dir, das du bald gehſt 
380a Zu beth vnd mir im weg nit ſtehſt! 
Daſſelb mich jest gerathen deucht, 
430 Dir wirdt fonft vbel ausgeleucht!“ 
Der gute Mann wol halb aus forcht 
Gieng bin zu Bett, dem Weib gehordt. 
Das Weib bedacht auch jren nuß, 
Dazu auch jrer Hüner ſchutz. 
435 Sie rieff bald jrem Knecht, hieß Hentz, 
Beſchloß mit jm ein ſolch Sentent: 
Die Huͤner brachtens in ein Kammer, 
Verſchlugens feſt mit einem Hammer, 
Dachten, den Fuchs feindlich zu ftrigeln 
440 Dit zweien diden, grofien Prügeln, 
Vnd eiſſ nach dem Fuchs zu hoffen; 
Das Huͤner loch lieſſen ſie offen. 
Vmb Mitternacht da kam der Fuchs, 
Beſorget ſich nun keins betrugs, 
445 Er meint, wer alles ſchlecht und. recht, 
Vnd niemandt args auff jn gedecht. 
Stillſchweigens kroch ins Huͤnerloch: 
Da folgt jm baldt das vngluͤck noch. 


413 abſcheid = Uebereinkunft. — 416 geweren = erfüllen. — 421 
verdütteln = zerfihlagen. — 429 deucht = rünft. — 430 ausgeleucht = 
heimgeleudhtet. — 441 hoffen = warten, fchauen. 


Deutſche Bibliothek Il. 19 





Sein rechnung bett aljo gelett, 
450 Er wuͤrd da all ſeinr trew ergeßt. 
Im buy ward vmgewendt das blat 
Vnd enbert fich des glüdes rad; 
Vnd das ichs jag kurt in einr ſumm, 
Es fert ſich alles vınb und vmb: 
Elendiglich ward er ermordt. 
Wie er ftarb, ſprach er diefe wort: 
„O webe mir armen ond elenben ! 
Wie baldt ſich alle Ding verwenden, 
380 b Verkert fih in eim augenblid ! 
460 Mir ift gelegt der ontrem ftrid. 
Den ich heut in dem todt hab funden, 
Hett fich zu fterben onderwunben, , 
Den hab ich dem grewlichen Trachen 
Mit macht geriffen auß feim rachen, 
465 Hab jn erfrewet wunder fehr, 
Als ob er new geboren wer. 
Darumb er mir auch willig ſchwur, 
Er wolt mir dandbar fein dafur, 
Solt von jm, wie vom frommen Heldt, 
470 Inn kein vergefjen werben gſtellt; 
Jetzt opffert mich auff die Fleiſch band. 
Das ift der lohn, das ift der dand, 
Damit all wolthat wird bezalt: 
Das mag wol flagen jung ond alt. 
475 Es hats der Lindwurm heilt gejagt, 
Das Pferd, der Hundt hans auch geklagt; 
Ich habs auch jelber lang gewißt, 
Das gwiß und war ond Amen ift, 
Das vom end ond anfang der Welt 
480 Jederman die gmein Regel belt, 
Das man die höchfte güt und gnad, 
Vnd wie man fagt, die hoͤchſt wolthat 
Bezalt mit vndanck, haß und neibt, 
Mit ontrew vnd ondandbarfeit.“ 
485 9 Drumb hat fidh fürbaß fein feins guten 
Zu feinem Menſchen zu vermuten. 
Wenn einr auch taujent Eide ſchwuͤr, 
Vnd ſetzt fein Seel zu pfand dafür, 


45 


a 


B[——— 











Biertes Bu u | 


Schriebs vnd verfigelts mit jeim Blut, 
812490 So glaub jm nit, er meint nit gut. 
Des Menſchen hertz (zeugt auch die Schrifft) 
Iſt fo verdorben vnd vergifft, 
Das, wenns am allerbeſten iſt, 
Steckts voll vntrew ond arge liſt. 
495 Drumb, wenn du thuſt eim andern guts, 
Hab acht, vnd thus keins andern muths, 
Denn das er dein wolthat zumal 
Nur mit vndanckbarkeit bezal, 
Vnd keins andern zu warten haſt: 
500 Deſt leichter wird dir deine laſt. 
Das find fich jetzt an allen enden, 
In hoben ond in nidern ftenden, 
Bey reichen, armen, Heinen, groffen, 
Zwiſchen Freunden und Bundtsgenofjen, 
505 In allen Hendeln vnd gewerben: 
ft war, vnd wil auch jett drauff fterben. 
So ward der Fuchs elend erichlagen, 
Iſt warlich hoͤchlich zu beklagen ; 
Sein haut ward jm aud) abgeftreifft, 
510 Sein Fleiſch naus vor die Hundt gefchleifft, 
Gar elendiglich hingericht, 
Das all frommen erbarmen müdıt. 
Drumb ih auch hie ein jeden bitt, 
Mein warnung woll verachten nit, 
515 Dend nur, e8 fey der Welt nit new, 
Das fies gut jag on alle trew. 
Vnd ift dis jr gemeiner finn: 
Sie lacht dich an und gibt Dich hin. 
Richtſtu fie auff, fie ftößt Dich nider ; 
520 Wenn bu fie ehrft, fie fchendt Dich wider, 
381b Bnd ift zu allm boͤſen verfert: 
Mit Ihaden werden wir all glert. 
Drumb ſich ein jeder alſo ſchick, 
Beid, im unfall ond in dem glüd, 


505 in allen Hendeln = in jedem Kandel. — 517 gemeiner = ge 
wöhnlicher. — 521 verkert = geneigt. 


1717117 





525 Wenn: er jeim nehften guts hat than, 
Das er dafuͤr hoff feinen lohn, 
Nit vmb dancks oder undands willen, 
Sondern das Göttlich gbot zurfüllen, 
Vnd dend nur an denjelben Bzaler, 
530 Bey weldem gilt fein Joachims Thaler, 
Sondern gibt viel ein andern Schat, 
Den kein roft, hab, noh Mauf, noch Rat 
Berzeren mag, auch nit veralten. 
Wer fich nur feine zufag fan halten, 
535 Das er ſich nit dauon left treiben, 
Kan bit ans endt beftendig bleiben, 
Der wird erlangen ewig Gaben: 
Wers gleubt, der wirds gewislich haben! 


. Die C. Fabel. 
Don einem Tprannen und feinem Vndterſaſſen. 


Vor eim Tyrannen hab ich gleſen, 
Der ſetzt ſein Datum, all ſein weſen, 
Das er nur Gelt vnd gut moͤcht haben, 
Drumb muſt er ſchetzen, ſchinden, ſchaben. 
5 Mit ſcharren, ſcheumen, reumen, ropffen 
Dacht, alls in ſeinen Sack zu ſtopffen. 
Wo ers nur moͤcht zuſamen raſpeln, 
Vnd alles auff ein hauffen haſpeln. 
382 a Per fas et nefas alla verſucht, 
10 Bnd was nur Pfenning tragen mudt. 
Drumb er auch alle vertheurt und fteigert. 
Ja, wers jm denn zu geben weigert, 
Der bett fein vnhuld ond vngnaden, 
Muft offt erleiden gröffern ſchaden, 
15 Alfo gar gſchmitzt, finnig vnd fpitig 
Mars auffs Gelt ond fo eigennäßig, 


529. 530 d. h. an Gott. — C. reumen = Nehmen, — ropffen = 
Rupfen. — 9 auf rechtem und unrechtem Wege. — 10 tragen — eintra 
gen. — 15 gſchmitzt = verſchmitzt. — finnig = überlegt. : 


© 








Biertes Bach. 293 


Das er vmb Gelts willn alles wagt, 
Die Vnderſaſſen grewlich plagt, 
Das jeder, was er gbot, auf forcht 
20 Im on all einred ſtets gehorcht. 
Bnder jm ſaß ein Reicher Dann, 
Ein trewer, frommer Bnterthan ; 
Dem warn viel Güter angeftorben, 
Hett felber auch dazu erworben 
25 An Silber, Bolt ein groffe Summ. 
Weil er nu war wolthetig, frumb, 
Kundt der Tyrann fein orſach finden, 
Das ern ſeins gfallens auch möcht finden. 
Ein kluge lift gund zu erdenden. 
30 AS wenn einr gern den Hund wolt benden, 
So fagt man, das er Schmer hab gfreſſen; 
Alfo wards jm auch zugemeffen: 
Er bett die Feind ſeins Vatterlands 
Zu groffen ſchaden gmeines Stande 
35 Heimlich in feinem Hauß verftedt. 
Derhalben er jm Botten ſchickt, 
Vnd ſprach: „hab dich drumb ber vertagt; 
Gar boͤſe ftäd man von dir jagt, 
Vnd die du gwiß folt han gethon, 
382b 40 Als heimlich Confpiration, 
Die du mit vnſern Feinden heltſt, 
Bnd nach des Lands verderben ftelltit, 
Vnd das dus offt gar heimlich haft 
In deinen eignen hauß zu Gaſt, 
45 Heltſts ons zu wider da verborgen, 
Darauf man fich bett zu beforgen, 
Das dieſe Stadt und gankes Landt 
Möcht komen in ein frembde handt. 
Solchs wer ein groß verraͤtherey: 
50 Da würd jr eign, jetzt feit jr frey, 
Vnd ander onrath, der hierauf 
Erfolgt, und fem dir ſelb zu hauß. 


— — nn 


23 angeſtorben = durch Erbſchaft zugefallen. — 52 dich ſelbſt be⸗ 
treffen würbe. 





© 





] 294 Baldis, Esopns. 


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Drumb find wir auch dermaß gefliffen, 
Solchs zu erfragen, wöllns auch willen. 
Laß hören, was fagftu dazu?“ 
Sprach: „Önedigr Herr! geb, was man thu 
An mir, desgleichen an den meinen, 
So wirds weder mit groß noch Heinen 
Auff mich, noch auff die meinen bracht, 
60 Sondern man hats auff mich erdadıt, 
Vnd mit lügen auff mich erdicht. 
Ein folder Mann bin ich zwar nicht, 
Der feine ehr wolt fo verwandeln, 
Wider das Batterland zu handeln.“ 
65 Da ftund einer von den Suppenfreffern, 
Dems maul nach gelt auch gund zu Wäffern, 
Berftund feins Herrn meinung wol, 
Vnd ſprach: „ja, wenn ichs fagen fol, 
Laßt in fein Hauß fornen ond binden 
70 Suden, ich weiß, Das man wird finden 
383a Meins Herren feind, dazu die feinen, 
Die jn auch felb mit vntrew meinen.“ 
Da merdt der Mann dafjelbig ftüd, 
Berftund jr Practick ond jr tüd, 
75 Er ſprach von ftund: „Gnediger Herr, 
Schickt mit mir einen oder mehr. . 
Wo ein Feindt in meim Hauß wird funden, 
Soll er gefangen ond gebunden, 
On all barmberkgfeit werden gführt: 
80 Kein ontrew werd an mir gejpärt.“ 
Nam etlich von den Hofe ſchrantzen, 
Die Seltfreffer ond geiren Banten, 
Gab jn ein groffe ſummen ©elts, 
Vnd ſprach: „ſchweigts nit, meim Herrn vermelts! 
85 Vnd ſagt: diß iſt der groſſe Feindt 
(Wiewol er ſonſt gar freundlich ſcheint), 
Der jm nach leib ond leben ſtrebt, 
Vnd ſtets verfolgt, dieweil er lebt. 


5 


or 


— — — — 


82 geiren = habſüchtigen. — Bangen = Baͤuche, Schmeerbäude 
— 84 ſchweigts — verſchweigts. 








Biertes Buch. 295 


Den wil ich jm jett ſelb verpflichten : 
90 Er mag jn feins gefallens richten, 
Sehe zu, das ern nit oberwindt; 
Ein jeglich that jrn lohn einft findt.“ 
T Es ift zwar ein gemeine plag, 
Auch aller frommen bergen klag, 
95 Das in der Welt der eigen nuß 
Regiert nur jederman zu truß, 
In alln Landen, an allen enden, 
In hohen ond in nidern ftenben, 
Bey alln Weltlichen Botentaten, 
100 Bey allen Geiftlichen Prelaten, 
Bey Oberfeit und Bnderthan, 
383 b Bey Bürgern, Bawın, dem gmeinen Mann, 
Zwifchen Freunden ond befanten, 
Zwiſchen Brüdern vnd verwandten, 
105 Ya zwifchen Eltern vnd den Kinden 
Leßt ſich der Eigennuß auch finden. 
Jederman lert die not diß fagen. 
Vnd vbern Eigennuß zu Hagen. 
Ich halts auch ſelb dafür gewiß, 
110 Wenn Eigennuß vnd jelb genieß 
Bertrieben weren auß der Welt, 
So wer nit nötig, Das man Gelt 
Oper Münt binfort Dorffte machen; 
Schlecht wurden alle haderjachen, 
115 Keinr wurd dem andern guts verhelen, 
Da wer fein Dieb, wurd niemand ftelen. 
Der groß mühfelig Kauffmans handel 
Vnd in der Welt all fehrlich wandel, 
AU Wucher, ſchinderey, auffieß, 
120 Practid, lift, wechjiel, all Geltnetz 
Wurden auff ein mal bingereumt, 
Vnd als vngluͤck hinweg geſcheumt. 
So wurd die Welt fein lauter, new; 
Frumbkeit, einfalt, glaub, lieb und trew, 








89 verpflichten = übergeben. — 110 ſelb genieß — Selbſtgenuß, 
Selbſtſucht. — 114 ſchlecht — duichtet. — haderſachen = Steeitig- 


keiten. — 123 lauter = rein, geläutert. 








125 Die femen alle wiber gleich, 
Vnd wurd allhie ein Himmelreich. 
Das wurd on auffhörn ewig weren, 
Darin man gar nichts dorfft begeren. 
Das aber nit alfo wil fein, 
130 Verhindert eine fach allein. 
' Wo man derjelben rathen fündt, 
Bielleichts ein wenig beffer ftündt. 
384 a Vnd wer des hoffertigen prachtens, 
Des böhnen, ſchmehen und veradhteng, 
135 Des hoͤhnſchen blachens vnd beichimpffens, 
Des ſchilens vnd des Naſen rimpffens, 
Des haſſens, neidens vnd mißguͤnnens, 
Des liegens vnd des fried zertruͤnnens, 
Des heuchelns, ſchmeichelns vnd des gleiſſens, 
140 Der triegerey ond Leut beſcheiſſens, 
Des hinderredens, Ohrenblaſens, 
Des wuͤten, toben vnd des raſens, 
In ſumm, der vnfell vnd geferden, 
Dardurch all ding verdorben werden, 
145 Solten die Welt nit ſo verheren, 
Wo wir eim Feindt nur koͤnten wehren, 
Vnd jn mit Peſtilentz vnd plagen 
Auß der Welt wißten zu verjagen: 
Das iſt der ſchendtlich Eigennutz. 
150 Der hat bey allen Menſchen ſchutz, 
Vnd wird von jedem wol gemeint, 
Vnd iſt doch vnſer hoͤchſter Feindt, 
Den wir zu vnſerm ſchaden groß 
Hegen, gleich wie ein Fewr im jchoß; 
155 Der alle Leut auf Erd betreugt, 
Die gante Welt jo gar außfeugt. 
Sie ift Durch Eigennut verdorben, 
ft lebend tobt ond halb gefterben, 
So hats der Eigennutz durchecht, 
160 Anal jr macht jo gar geichwedht, 


129 das = da ed. — 131 ratben = abhelfen. — 136 ſchilens = 
Schielens. — 138 zertriinneng — Zertrennens. — 141 hinderredens — 
Verläumdens. — 151 gemeint = gelieht. 





Das fie Gott und fein wort auch laftert, 
In fünd ond ſchand jo gar vergaftert, 
Vnd wird in eitelm onglüd alt; 
84 b Iſt von jr erft geſchaffnen aftalt 
165 So weit ablommen ond entwichen: 
Ir ſchoͤne Farb ift gar verblichen, 
Iſt roftrig, ſchimlig, ſeyger, famig, 
Vnfletig, ſchwartz, ruͤſſig vnd ramig, 
Elend, verſchrumpffen, kretzig, reudig, 
170 Faltig, ſchrammig vnd runtzelheudig, 
Krumb, lam, beinbruͤchig, hackrig, hinckendt, 
Gar ſchwach, verwund, faul, madig, ſtinckend, 
Alt, mager, duͤrr, greiß, gro, ſchwach Fopifig, 
Huftend, |peiend, rotzig vnd Ichnopffig, 
175 Schlotternd, zitternd, bleich, fahl, todt, gel, 
Bnwiffend, toll, tumb, ſtumb, blind, fchel, 
Bnredtlich, heßlich, ſcheußlich, nichtig, 
Wurmſtichig, löchricht vnd Durchfichtig, 
Berbraudt, verichliffen, abgenuͤtzt, 
180 Gelapt, geflickt vnd onderftügt, 
In fumm, verdorben gank und gar, 
Vnd ift nichts guts an haut vnd har, 
Steht binden, forn, alln enden offen, 
Iſt auch fein beſſrung mehr zu hoffen, 
185 Das, wenn ich Dwarbeit reden jolt 
Vnd jemand wer, ders glauben wolt, 
Das ich wol vmb ein Batzen wett, 
Wenn Adam, Abel, Enos, Seth 
Jetzt leibhafftig da vor ons ftünden, 
190 Das fie vorwar nit jagen fünden, 
Das diß nod) wer diejelbig Welt, 
Welch das mal ward von GOtt geftellt, 


umm. — runpelheudig — mit runklicher Haut. — 171 hadrig 
== budlig, bödrig. — 172 matig 

roßig. — 175 gel = gelb. — 176 ſchel = ſcheel. — 180 gelapt = zerrif- 
fen? geflidt? 





Baldis, Esopus. 


Darinn ſie han ſo lang gewandert: 
So wunderlich hat ſichs verandert. 


385a 195 Drumb rath ich, das wir baldt anheben 


Zu beffern onfer fündlich leben, 
Den Eygennuß mit ernft außtreiben, 
Berdammen, auf der Welt verfchreiben 
Mit recht thun vnd mit guten fitten, 
200 Bnd Gott mit rechten glauben bitten, 
Das er doch wall fein lieben Eon 
Apfenden auf feim böchften thron, 
Das er der Welt einft mach ein endt, 
Das diefer jamer und elendt 
205 Ein mal auffhär, die tag verfürkt, 
Vnd als werd in einander gftürkt, 
Bnd ons durch feine zufunfft lab, 
Das wir der jünden fommen ab, 
Vnd werden in das Reich gejekt, 
210 Darinn wir Ewig onuerleßt 
Bon allem onflat gwafchen rein, 
Frumb, felig, heilig mit jm fein, 
Vns frewen mit der Engeljchar. 
Das ſolchs gichehe vnd werde war, 
215 Das wüntiht Burcardus Waldis allen, 
Die jren luft vnd wolgefallen. 
Haben an Gott und feinem wort, 
Der diß Gedicht von endt zu ort, 
Beid, alt ond new gemachte Fabeln 
220 Mit deutung, gleihnuß ond Parabeln, 
Wie ers in dem Latein hat funden, 
Zu Reim in Heine Büntel gbunden, 
Zu gut der Jugent außgehn laffen, 
Auff das deft beifer wer zu faffen. 
225 Gott woll fein gnab dazu verleihen, 
385 b Das zu allm guten mög gebeien 
Bnd der meinung werd angenommen, 
Wie e8 der Jugent ift zu frommen 


198 verfchreiben = verjagen, vertreiben. 


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Register. 


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Allein gemacht und dargethan, 
230 Das aljo auch werd gnommen an, 
Gelernet und gebraucht recht wol. 
Dazu wüntfcht er jeßt noch ein mal, 
Ders gante Buch hat zjamen bradht, 
Gluͤck, heil, viel taufent guter nacht. 


Ende aller Sabeln. 


Bas Register. 


Eſopus, das Erft Bud. 


7 om Hanen ond Perlen. Die Erft Fabel. 
Bom Wolff und Lamb . . . . 
Vom Froſch ond der Mauß 

Vom Hundt vnd ſtuͤck fleiſch 

Vom Löoͤwen vnd andern Thieren 

Vom Wolff ont Kranden . 

Bom Bawrn ond der Schlangen 

Vom Löwen vnd Efel . . 

Stattmauß mit der Feldmauß 

Dom Abler und der Kräen . 
Bom Raben vnd Füdfien . . . 
Bom alten Löwen, Eber, Efel vnd Stier 
Vom Hundt und Afel . . . . 
Vom Löwen und der Mauß 

Bom tranden Weihen 

Bon ter Schwalben . 

Bon Froͤſchen vnd jrem König 

Bon den Tauben und Weihen 








Bom Dieb vnd Hundt 

Dom Wolf und der Sam 

on ben fAwangern Bergen . 
Bom alten Jagbunde 

Von Hafen ond Fröfhen 

om Zietel ond dem Bol 

Dom Sirfche vd Belt, 

Vom Bawrn und ver Schlangen 
Dom Auch ond Storden . 
Bom Wolf and einem Bitte ! 

Dom Hcher . 

Won ver Altegen vn Ameiifen” 
Bom Aroich vd dem Ochfien . 

Dom Biere und Löwen . 

Wo Pferd vnd Gel 

Don vögeln ond vierfüffigen Ahern 
Dom Wolf pnd Buchs . . 
Bon einem Hirih . 

‚Bon ber Schlangen ynd einer Reiten 
Bon Wolfen vnd Schanfen . - 
Vom Walde und einem Ban. 


Won qliebern de@ menfchen vnd vem sau 


Vom Affen ond Rudh . 
Bom Hirfch und Ohflen  . - 
Dom Lorwen vd Buch . . 
Bom Fuchf ynd dem Wöfel 

Mom Sirfdh un dem Bferdt . 
Bon zweien funglingen . 

Dom Hundt und Vichger 

Bom Kuntt vnd Schaf 

Dom Camb vnd wolf . 

Vom Jüngling vnd einer gaben 
Vom Hatter vnd feinen Sönen 

Vom Wferet ond el 

om Köler ond Bleyher 
Vom vögler ond der Tauben 
Don einem Trummeter 

Dom Wolff vnd & 

Bom Barorn yut 

Vom uch und Lümen . 

Dom Fucß und Adler... 
Dom Yefermann ond Storden \ 
Bom Hanen vnd ver Raben. 
Vom (hafhirten vnd den Ucerfeuten 
Bom Apler und Nabyen  . - 
Bom neiigen Suntt . : 
Bon ver Krden vnd dem Schaf 
Bom Binnen vnd der Nadıtigal 
Bom alten Wofel ond den Meufen 
om alten Apffelbaum ,  . 
Bom Cüten vnd bem Broich 

Don der Amenflen. . . 
Benvögln . 0. 


NIIRARKLABSSBEAKELUGESSSAEGEGGEESHURHLUBSSERNSNERBEUNS 











Argister, 301 

















Vom Kranden vnb dem Arkt . 

Bom Linen, Gjel und Fu 

Dom Mirer ond dem wolff 

— ——— 
om alten Weite und jren Dägden 
Bom Gfel und Bed > 0 - 
Wo Swen und der Geiß 

Wom Geir und andern Vögeln 

Bon Antuögeln ond Krandıen 

Vom Jupiter vnd dem Affen . 

Mon der GFichen ond dem Nbor 

Sm Sifger znp Heinen Ain, 

Bon ter Ameifjen vnd Sewfehreden 
Dom Löven amd Difen 
Bom weib vnd dem Wolfe 

Bom Schneden und Anler 

Non zweien Krebfen TER; 
Bon der Sonnen vnd dem Norvenwint } 
Bom fe. . 

om Froich vnd fuhß 

Dom beiffigen Sundt 

Bom Kamelthier . . “ 5 
Won zweien Oefellen vnd dem Beeren 
Bom falen Reuter . os 
Mon zweien Töpflen 
Bom Bawrn vnd dem glüd 
Wem Ofen vun tem Bode 
Bom Pfawen sup Krandıen - 
Bon der Eichen vnd dem Rhor 








SEEIFSLERTESRISESERTEIHISTRND 


Eſopus, Das ander Bud. 


Von ven Den ond zem tönen 

Von dem Weidman vnd dem Tyger 

Bon der Dannen vnd dem Dornbujh 

Von ber Aachtel und jren jungen 

Dom Seifigen und Reinigen. — 

Vom Verven un der Öeih 

Bon ver ätin .. 

Bom Jäger vnd dem ewen . * . . “ . — 
Knaben vnd dem Diebe . . . . . n = . 9 
Samen mdbem@tit . 2 0.020202 m 

Vom Maldgett np dem Wenden 2 2 2 20. 1 

Bom Bawrn uno wilten Swen. > > 22.05 1 

Bon ver Mauß vnd dem Schfen. i6 








© 


Dom Bawrn ond dem Gott Hercule 
Vom Antuogel  . . . 


Bon der Affen vnd jren Kindern 

Vom Ochſſen ond dem Kalb 

Vom Hund ond Lewen . . . 
Bon der Schleien und dem Meerkalb 
Vom Luchs und Fuchs . 
Bom Fuchs ond der Katzen 

Bom König ond dem Affen .  . 
Bon zweien Fifchern vnd Mercuriv 

Bon zmeien Gefellen vnd dem Eſel 

Bon ven Affen ond Parden 

Dom Kefer ond Adler . . 

Bon der Eulen vnd andern vögeln . . 
Bon der Tannen ond vem Kolben (Körbs) 
Don Wolffen vnd dem Rappen . 
Bon Arione ond dem Delphin 

Bon ter Spinnen und Podagra 

Don der WVaub . . . : 
Vom Bawrn vnd feinem wundſch 

Vom Habich ond der Tauben . . 
Bon der Spinnen ond Schwalben . 
Bon einem Bauren . 

Bon der Tauben vnd Akeln 

Vom Habid und Guckgauch 

Vom Gfel und vom Rinde 

Vom Fuchs ond der Frawen 

Bon feißten vnd magern Caponen. 
Vom Balcken vnd den Ochſſen 
Bon ſchönen vnd vngeſtalten Beumen 
Vom Schwan vnd dem Storden . 


Wie ein Kram jren ſterbenden mann beweint . 


Wie ein weib jres Bulen abzug beweint . 
Bon der Bliegen . 0. . . 
Vom Ael vnd der Schlangen . .  . 
Vom Eſel, Affen und Maulwerff . . 
Wie vie Schiffleut die Heiligen anruͤffent 
Bon fischen, Die aus der pfannen fprungen 
Bon Thieren, vögeln vnd fifchen . 

Vom Legaten vnd den Spielleuten . 

Bon einem Gardinal ond feinem Freund 
Wie ein Juͤngling ein alten Mann Beladıt 
Bon einem onflisfichtigen Alten 

Vom Adler ond der Ußeln . 

Vom Baurn vnd einer Mauß 

Vom Krametuogel vnd der Schwalben 
Von einem Kleulener . . . . 
Bom Reichen Mann vnd feinem Knedt . 
Bon einer wittiwen, eins Manns begirig 
Bon den Stadt vnd Dorffhunden . 
Bon alten Weibe vnd dem Teuffel 

Bon der Schneden ond den Fröſchen 

Bon der Katzen und einer Gichen 





882222888428 


EI III I TE m u m a Zu nl n 2 22 IT III — ⸗ 


Register. 


Vom Hundt ond feinem Herren 

Bon vogeln ond Kefern . 

Bom Beren ond den Bynen . 

Bon einem Reuter vnd feinem Pferdt 

Bon der Sam vnd einem Stauber . 

Vom Knaben ond einem Stigliß . 

Bom Weidman ond einem Sperling 

Bom Balcken vnd den Ochſſen 

Vom Biſchoff vnd einem oterbuben 

Vom Wirhopffen . . 

Vom Bfaffen und den Biern . 

Bon der Sam vnd einem Pferdt 

Bom Cartheuſer ond Landsknecht 

Bom Zitper vnd witwen 

Vom Wachße. 

Vom Eſel und Lotterbuben 

Vom Brunnen vnd ſeinem ausfluß 

Vom boͤſen Buben vnd dem Teuffel 

Bon voͤgeln vnd jrem Könige . 

Wie ein fraw für jren Mann fierben wolt 

Bon einem Juͤngling . 

Bie ein mann fein weib zu huͤten gab 

Vom Kranden vnd den rbten 

Vom kraucken Eſel.. 

Vom Nußbaum 

Bon ter Vrauß ond einer Katen 

Vom muͤden Eſel 

Vom Eſel vnd ſeinem Herren . 

Bom wolff ond vem Tharant . 

Don der Mauß vnd dem Meihen 

gem Jupiter vnd der Schneden 
Vom Igel ond der Schlangen 

Bom kalen vnd der Fliegen . 

Bon einem alten onfeufihen Dann 


Eſopus, dad Dritte Bud. 


9% on einem Poeten vnd Bawren 

Vom Wolff in der Schafs haut 
Vom Stier vnd Wirter . . 

Bom Vatter und feinem Son 

Bom vntrewen Hunde . 

Bon einer witwen vnd einem grünen Eſe 
Vom Adler vnd Küniglin . 

Bon einem Hecht 


SEILEEFSTZESEILEREEREIZIFIF III ITEL 





100 


o O 2% 2 20 >20 





ö 


Waldis, Esopus. 




















om Schaf vnd feinem Hirten 

Bom Suhrman vnd ı 

Aom Seien Dan nad einen Breunoen 
Dom Zuhp vnd Hafen . . 

Vom Jupiter, Hafen vnd Buche 

Won einem pngefjlachten Nferrt 

DBom Bawrn ond feinem Ochffen 

Bom Züngling und einem wolf . - 

Wom alten Dann vnd einem Sngling . 

Don der Ractigall und dem Sperber 

Vom Fimen ond der Sam. . 

Don der Diüden vnd einer Bbnen 

Bom Gielond Hafen . 

Won ven Sperbern und Tauben 

Won einer jungen $raiwen 

Won einem Santpfleger . 

Wom alten Mann vud dem Todt 

Bom Geipigen on feinem Geltfad 

Dom Fuchp ond Steindod . 

Won etlichen Hanen vnd einer Spree 

Bon einem rhumretigen Menfcjen . 

Bom Apollo ond einem Buben 

om ferd vnd Gjel 

Won einer Grawen pnd einer $ennen 

om Dam, den ein Sunkt gehffen 

Don vem Binder . 

om Vieerfähvein vnd dem Selen . 

Bon einem Warfager R 

Dom Vögler und einer Drofdieln 

Bom Boten ond einer Tafgen 

Dom yngejugnen Kind und feiner wiutter 

Bom Jangling vnd einem Swen 

Bom udjs on fchman . 

Dom Fuchs vd vem Dornbufe) 

Vom Fuchs und dem Luce 

Bm Audıs un tem Jäger 

Bom hilkenen Abgett .  . 

Bie ein Yunct ward zu gaft geladen 

Won einem Dann und dem Adler . 

Wom alten Weingärtner . 

em Bieifer, ber Rücen gend 

Bon zweien Sifhen - 

Bom armen franden Dann 

Won dreien Fildern. 

Dom alten Mann, ber den Todt fordert | 

Don einer Branwen vnd dem Arfte . 

Don zweien Beinden , . . 

om Knaben und dem glüd 

Von Deufen one der Kapen 

Bom Affen ond fude . ! 

Wem Echmibe vnd feinem Hundt 

Bon einem Daulefel Bi 

;Bom diebe nd der Sonnen 





























BISSAITBEEBESSEATEFERESURUKELEBTSIEUNRERENN 





— 000000209 
Atgister. 305 N 


gon einem Arkte . 62 
Bom Hund vnd Molfe . . 63 
Bom Lewen und Ochſſen 64 
Bom Lewen vnd dem Bawrın . 65 
Bon einer Lewin vnd Dem Fuchs 66 
Bon zweien Hanen . 67 
Bom Rehtalb vnd feinem Vatter 68 
Vom Jupiter vnd einer-bienen 69 
Bon einer Fliegen. 70 
Vom jungen gefellen vnd einer Sqhwalben 71 
Bon einem Solkhamer . . 72 
om Buchs ond einem Bierbaum 73 
Bon einem Knaben und dem Scorpion . 74 
Bom Weidman vnd eine Wachteln 75 
Bom Hafen vnd ter Schneden . . . . . . 76 
Bon der Weiten ond einer Ar . . rn 0.77 
Bon zweien Beumen en. TR 
Bon der Weinen vnd Wachteln 79 
Bon zweien Maulworffen . 80 
Bom Jupiter ont der Schlangen 81 
Bon einem Floch 82 
Bom Mann vnd zweien Framwen 83 
Bom pferdt vnd einer Fliegen 84 
Bon dem Hornuͤſch ond einer bienen 85 
Bom Ochffen vnd einem Wider 86 
Bon einem Hauptman ond feinem c aplan 87 
Vom lugenhafften Süngling 88 
Bon einem Hunde . 89 
Bon dreien Moͤnchen 90 
Bom Wolff un Fuchs 91 
Wie ein Sewhirt zum Apt wird .. 282 
om Wolff vnd hungerigen Hudd.. 93 
Von on zweien Brüdern . rn 
Ben einem alten vnd newen wagen 
Bie einer feim freund Gelt zu bhalten gab 
Bon einer Bonen . 
Vom Schneider ond ſeinem Weibe 
Bon zweien vngleichen Brüdern . 
Bie ein Barfürfer Münch predigt . 


SERIKER 


—75 Bibliothek I1. ö 20 





j 306 Waldis, Esopus. 


eo — —— — ER DIDI m m mn mm m — er: 


Eſopus, Das Vierdte Bud, hat 
Hundert newer Fabeln. 


Voem wolff, Fuchß vnd Eſel rn N 
Vom Fuchß ond dem Hanen . . . . . . . 2 
Vom hungerigen wolff . ee 8 
Vom Gardian vnd Loͤtterbuben 4 
Bon einem Waltbruter . B 
Bon einem vermwundten zandoinecht 6 
Vom Fuchß vnd dem Affen 7 
Vom wolffvnd Fuchſſen. 8 
Wie ein Bawr zur Beicht gieng . 
Von einem Edelman 10 
Wie eine junge Fraw beihtt . 1 
Vom Landöfnecht nnd einer Kuhe . . >. . . . 123 
Vom Schiffman vnd einem Dieb . . . . . . 13 
Dom Schuitheiß ond feinem Pfarrherrn 14 
Von einem Kuͤrßner . 13 
Vom alten Landtsknecht vnd ſeiner Braut . . . . . 16 
Vom Cardinal ond einem Dorfpfaffen . . . . . . 47 
Vom Moͤnch vnd einem Wiert W . 2198 
Vom Schultheiß vnd feinem Weibe 10 
Vom Juden vnd einem Zrudfeffen . . . . . . 90 
Von zweien SanbeEnechten vnd orfofaffen . . . . . 21 
Wie ein moͤnch Küß betitelt . 0. . . 


Vom Gärtner und einem Artzte 
Bon einer Römischen rhenie 
Bom Bauren und einer Geyß 
Vom Bawren ond dem Affen . 
Vom Studenten und einem Mörfer 
Bon einem gelben Schleyer . 
Bon einem Fuhrmann ond feinem Weibe 
Bon einer Nonnen. . 
Bon einem trundenen Pfaffen 
Von einem Schmidt vnd ſeinem Son 
Von einer armen Nonnen 
Vom Wolff und Fuchß. 
Vom jungen Gſellen und einem Wirt 
Wie ein Geſelle beichtet . 
gen einem faulen Weibe . 

Vom Bürfpredhen vnd einem Bawın 
Vom Pfaffen ond einer Mepen 
Bon einer franden Nonnen 
Bon zweien Brüdern 
Don einem Schuchfter 


BEBSENSEBSRZSSHNTEENN 


mm e e — e e e — — ——  —_ 





Bon einem Scneiter. ._ - 

BomiFuch und tem Sabih 

Bon einer Brillenfehmeider - 

Bon einem franden Yawın . 

Dom Bettler vnp einem Müller 

Bon Aepffeln vnd dem Moftred‘ 

Bom Wolf ynd Buchfle- - 

Don einem Toriadifremer, 

Bon einem verborbenen Kremer 

Bom Fuchh ond dem Igel - 

Bon einer Frawen ont tem Weihen 

Bom Neiger und der Ganf 

Vom Rod) und einem Hunde. 

Dom Fuck, Hafen und Luhh . 

Bon zweien Gfeln . 

Bom Bawrn vnd feiner Kuh, : 

Bon einem Sellen vnd einer Frawen 

Bom Goltihmid und einem Koler . 

Bom lamen vnd dem Blinden 

Bom Schmidt und feiner Raken . 

Bom Mucherer vnd feinem Gejellen 

Mom Bilgrim vnd einer hölßen Hanbt 

Bon einem Kauffman . 

om Stutenten vnd einem Müller 

Bon einem verurtheiften Knecht 

Bon einem Leinenweber . 

Bon Sant Beter vnp einem Mind) 

Won einer Stieffmutter - H 

Bon einem Kauffman nd feinem weiß : 

Mon cin Sehen m 
Hemanı, Buch ond Wolf 

Bon einem faulen Auehte .  . 

Bom Königreich der Affen 

Don einem jungen Redner - 

om &onen, Wal znd Budh 

Bom Hunde vud Fuck - 

— Hecht und Krebe . 

Des Bettlers Raufmannfhaft 

Bom alten Mann vnd feinem Weibe 

Bom Reichen vnd armen Mann 

Bon einem Surtifan e 

Vom Schweißer ond feinem Son . 

Won einem vngejogenen Son. 

Bon einem Herren vnd einem Müller 

— Wolf und einer San . 

Bom Fuchs vud dem Godhborn 

Bm Dänd; vnd feinem Sattel 

Wie ein Beder Biſchoff ward 

Bom alten Kranden Dann . \ 

om Blinden vnd feinem Knaben | 

Won der Göttin Juno ond Venus. . 

Dom Wolft, Fudıfe, Hirfch und Storden 

Mic Sant Peter wolt @Dtt fein . 














307 


FIBISSLASELEISSTELITHERTEESEIERE 


BESSESZEATEE 


— — — — — 








308 Baldie, Esopus. Kegister. 





Bon ben Löwen und Hafen . rn . 98 
Wie einer einen Eſel ſolt ſchreiben lernen . . . . . 97 
Wie ein Dorfpfaff die Bawrn ftrafft . .88 
Vom Bawrn, Lindtwurm, Pferdt, Hundt vnd Buch . 99 
Bon einem Thrannen vnd feinen Vnderſaſſen . 10900 


Ende des Regiſters. 


Gedruckt zu Franckfurd am Mayn, 
durch Wygandt Han in der Schnur⸗ 
gaſſen zum Krug. 


Ein warhafftige 


Hiitorien von Zweyen Mew— 
jien, So die pfaffen jm Hüttenberge 
bey Webfalar haben verbrennen la⸗ 
ffen, Darumb das fie ein Mon- 
ftrangen Sacrament gefre= 
| fien hetten. 


Item. 
Drey ſchoner newer Fabeln. 
Die Erfte. 

Wie die Welt alle wolthat mit ondand- 
barfeit pflegt zu bezalen. Bon einem 
Pawren, ond von einem Lindt- 
worm. 

Die Ander. 

Das ein jder in feinem ambt bleiben, 
Vnd andere Stende nicht begeren 
noch vrteylen ſolle. Bon Sanct 
Petro wie er Gott ſein wolte. 

Die Dritte. 

Wider die Schmeichler. Von dem 
Fuchs, vnd dem Wolffe. 


B. W. 


ARGVMENTVM SEQEN- 


tis historiae. 


Magna sacerdotum fuerat dementia quondam. 
Stulta fides specie relligionis erat. 

Nam struxere pyras captiuis Muribus, ipsos 
Credentes, Christi corpore posse frui. 


A2a Ein warhafftige Hiftoria 
non zwenen Mewſſen, So die Pfaffen 
jm Hüttenberge bey Wetfalar haben 
verbrennen laflen, Darunıb das fie 
ein Monftrangen Sacrament 


gefreflen hetten. 


Aigen man wil gehn ins heisen land 
Bon Butſchbach zu der linden band, 
Da man fih gegen Wetsflar wendt, 
Da leit ein pflicht, die wird genendt 
5 Der hüttenberg. Ich bin bericht, 
Es jey ein gar jelgame gichicht 
Daſelbſt geſcheen für furker zeit 
In einem dorff, das ligt nicht weit 
Bon Webfalar, beift Rechtenbach. 
10 Darin hat fich ein jelgam fach 
Begeben ond ein ſolche that, 
o lang die welt geftanden bat, 





u 


Behfalar = Wehlar. — A pfliht = Amt, Verwaltung. 





312 Baldis, Yistoria 


Desgleichen ift geſchehen nicht. 
Alfo bin ich fürwar bericht 
15 Bon den, jo ich alweg befindt, 
Das fie gewijs glaubwirdig find. 
Es ift am tag, wie man biſs her 
Mit mander falicdyen, tollen ler 
Die Chriftenheit werfuret hat. 
20 Der Babit hat allen Gottes radt 
Verworffen vnd Durch liſt vnd tuͤck 
Dafur vffbracht manch ſchelmen ſtuͤck, 
A2b Da fur das Babſtthum feinen Ion 
Empfahen wirt, und bat yn ſchoͤn. 
25 Den jeyne ler fchier jderman 
Als eynen grewel jpeyet an, 
Wie er den ift der recht Endahrift, 
Der zufünfftig werfündet ift. 
Ja, die dem Babfttbum noch hoffieren, 
30 Die thuns drümb, das fie wicht verliren 
Den nutzen, den fie von ym han: 
Sie jehen ſunſt den Babft nit an. 
Wer hets fih ymer mehr vorfehen, 
Das ſolchs dem Babſtthum folt geichehen? 
35 Diſs war der faljchen ler auch ein, 
Dauon ich jchreiben wil allein. 
Das brot, Darüber hat gehaucht 
Ein pfaff ond Gottes wort misbraudt, 
Das wart von yderman genent 
40 Ein hochwirdiges Sacrament. 
Das Sacrament tbut mir nit gnung, 
Wo man nit belt Gots ordenung. 
Chriftus ein Ordnung hat gemacht, 
Dabey jeins leidens werd gedacht. 
+5 Wo bie ſelb ordnung ghalten wurt, 
Da wirt bie Conſecratz volnfürt, 
Da wirt vorkuͤndet Chriftus todt. 
Darumb tft Ehriftus leib im brot, 


15 von_denfelben, fo daß ih. — 24 ſchoͤn = fhon. — 27 Enpdrift 
heit. — 46 Confecrag = Conferration, Weihung. — volnfürt = 
vellführt. 


(=) 








von Zwegen Memssen. 


Bnd mit dem weyn nympt man fein blut: 
50 Allein ſolchs Chriftus ordnung thut. 
Das hauen thut zur fachen nicht, 
Sondern e8 ift ein loſs gedicht. 
A 3a Mit dem vormeinten Sacrament 
Wirt Chriftus ordenung gefchendt. 
55 Solch brodt wird von yn bin geftelt, 
Vnd vmbgetragen in dem feldt 
Vnd (wie fies nennen) vmb die Flor; 
Die Monftrant tregt ein Kirchen thor. 
Das fan fein Sacrament nit fein, 
60 Sondern es ift ein faljcher jchein ; 
Den, wen e8 aljo gelten jolt, 
So fund ein yder, wen er wolt, 
Seins mutwilns machen Sacrament: 
Drumb find die Pfaffen gar vorbient. 
65 So on vnd wider Gottes ftifft 
Handeln, das ift Doch eytel gifft. 
Man jprieht, wo Gott ein Tempel madt, 
Da bat ih Sathan bald bedacht, 
Bon ftund fert zu aufs buberey 
70 Vnd bawt ein Kappel auch dabey. 
Da zu kumbt dan ein falich Prophet, 
Der nichts von Gottes wort verfteht, 
Vnd treibt ins volck des Teuffels tück: 
So hat der Teuffel ftets das glüd, 
75 Das man gleich, wie ein tolle kw, 
Eyr ſolchen falfchen ler felt zw. 
So wirt des Sacraments vormißt, 
An Gotsſtad geehrt des Teuffels Tift. 
Die welt ymer durch falfchen fchein 
80 2 Wil mit gewalt betrogen fein. 
Nu wil ich weyter zeigen an, 
Drumb id) die vorred hab gethan. 
As3b Beim dorff, das ich droben gebadht, 
Hat man zwo Meuſs vmbs leben bracht 


82 loſe = leidhtfertig. — 57 Flor = Flur. — 65 ftifft = Stiftung, 
Einfeßung. — 82 drumb = (das) um deswillen. 





314 Waldis, Fietaria 





85 Vnd on barmhertzickeit verbrent, 
Weil ſie ſolch pfaffen Sacrament 
Vffreſſen hatten alſo gar, 
Das nit ein broſſem vbrig war, 
Wiewol man mit gewiſſem grund 
90 Solchs auff die Mews nicht brengen Fund. 
Man mag in onredht han gethan, 
Wie ich hernach wil zeigen an. 
Zum erften, ald man wirt gewar 
Des Schadens ond der grofien fahr, 
95 Der Pfarher und der Gloͤckener, 
Albeid erichraden mechtig ehr. 
Der Pfarher aber jonderlich 
Für Gottes ſtraff bejorget fich, 
Vnd fürcht ſich fur der hellen pein: 
100 Vnd warumb nit? Die fhuld war fein. 
Er folt die ſach han bas verjehen, 
So wer ſolch grofser ſchad nicht gichehen. 
Des morgens er den Eufter rieff, 
Vnd mit demjelben eylenb lieff 
105 Zu etlichen Pfarnbern vmb ber, 
Vnd jagt in, was geſchehen wer. 
D Gott, wie ſehr erfchraden fie, 
Kein groffer leid erfur man nye. 
Sie dachten hin, fie dachten ber, 
110 Durch wen der ſchad geſchehen wer. 
Es fam dahin, dafs man ſchir wolt 
Denn jhnöden Süden geben jcholt, 
Asa Mie man der maß vor etlich jarn 
Ein ſolch Tragedi het erfarn. 
115 Zu leßft ein Prifter gab den radt, 
Dem man jo bald gefolget hat. 
Dan ftellet ins Monftrangen haufs 
Ein Mewsfal, da fing man ein Maujs. 
Man nham die jelß gefenflich an, 
120 Als die den ſchaden het gethan. 





87 7 vffrefien = — wufgefreffen. — 88 brofiem = Brofamen. — 112 
ſcholt chuld. — 117 Monftrangen hauß = Behaltniß, in meiden 
die geweihte Hoftie aufbewahrt wird. 








Sie lag aber nicht lang allein: 
Des andern tags fieng man nach ein. 
Wie man die Mewſs gefangen fekt, 
Wuͤrdens zum teil yrs leids ergekt, 
125 Bnd dachten Die Beiftlichen Better, 
Sie hetten nu die obeltbeter. 
Man bielt zu Heinen Dentalum 
Derbalben ein Concilium. 
Der Prifter ich nur etlich nenn, 
130 Dieweil. ich fie nit alle kenn, 
Die fih han funden alle do 
Bey dem Mewſſe Eoncilio. 
Ein Ertzprieſter, der hieſs Schlaudrant, 
Ein ober aus gelert Bacchant: 
135 Zur jelben zeit man niemand fand 
Gelerter in dem jelben land. 
Das buh Marcolfi fund er leisen 
Fein auswendig vnd het jein wejen 
Zu Lempe nae bey Wetzfalar: 
140 Da bet er jehr ein reiche Pfar. 
Es hieſs eyr Miftladerius 
Vnd Nabal dollenkopfius, 
4b Item Swinhardus Todenhofen, 
Der kund ein buch ſehn hinderm offen; 
145 Wen er die bryln ſetzt auff die naſen, 
Sahe er ein Eſsel an furn haſen, 
Ein weiſſen hund furn Muller knecht, 
Ein ſwartzen raben fur ein ſpecht, 
Vnd het von wegen feiner lunft 
150 Bey aln fein gnofjen groffe gunft. 
Es hies auch eyr Emſerius, 
Des bruder hies Nebelfius. 
Vnd hies auch eyr Er Eaiphas; 
Der ſelb nicht fer von Cleburg ſaſs. 
155 Sein bruder bies er Judas wad; 
Vnd hies eyr Peter pfeiffenfad. 


127 Dentalum — 139 Lempe = mir unbefannt ; wohl felbft gehilbere 
Börter. — 134 Backhant = fahrender Schüler, herumzichender Student. 
— Webfaler = Weplar. — 153 Er — Herr. — 154 Cleburg, eigentl. 
Zleberg, in der Wetterau zwiichen Butzbach und Weßtzlar. 





© 
316 Waldis, Bistoria | 


] 
+) - 
Er Annas de Garlandria, 
Müfteletbron, Myoſchyda, 
Vnd Witelinus blintzelmaus: 
160 Zu Belmoth hielt der ſelbig haus. 
Er bet ein dirn zu ehr genommen, 
Die muft da wider von jm kummen, 


Verlieſs fie mit eim folchen fchein, 
Vnd ſprach: „es konth kein ehe nicht fein!” 
165 Nimbt fidh der Romifchen Kirchen an 
Vnd wil wider beim Babfttbumb ftan. 
Die Kirch heift Malignantium | 
Vnd haſst das Enangelium. 
Der arm Ejel und groffe thor 
170 Helt it fein eheweib fur ein hur, 
Vnd rechnets jm zu groffer ehr, 
Dan wen er funft ein eheman wehr. 
Bla Das bat yn jeine Kirch gelert: 
Sihe, alſo fein ift er befert, 
175 Gleich wie ein faw, ber nach der ſchwem 
Der fot wird wider angenehm, 
Vnd wie ein hund wird wider fat 
Bon dem, das er gefpeyet hat. 
Ein kluger Juͤd war fein gefel, 
180 Sambt welchem er furt in die hel 
Den baud Abt ADLDF bey der nacht: 
Die zwen han das zumegen bradt. 
Sie werden nit lang bleiben aufs 
Vnd farn auch in das finfter haufs. 
185 Es hies auch eyr Hypoftates, 
Der thet all wochen gehen Meſs, 
Vnd gab drey Meis all wochen drein: 
Das kunth ein frommer Meſspfaff fein. 
Da ftund vmb yn die gant gemeyn, 
190 Vnd er frafs und foff Doch allein.’ 
Mitler zeit ging der Reuter Knecht 
Zu feiner Hurn: das war nicht recht. 
Wen den der Pfaff Fam heim getrolt, 
Vnd mit der Hurn vil pochen wolt, 


161 ehr — Ehre, Ehe. 








Zerraufft ym feinen fopff fo gar, 
195 So nam fie yn flur bey dent bar, 
Vnd macht ym offt ein newe plat, 
Das er offt ſyben platten bat. 
Wen jchon der Pfaff beym Bifchoff nye 
200 Geweſsen war, jo fonth doch fie 
Im ſolche grojse platten machen, 
Das jm der bals dauon möcht krachen. 
Bıb Das war ein jonberlicher luft: 
Wen er das bet vorhin gewuft, 
205 So het er nit doͤrffen fo ferr 
Gereyſet han zum plattener. 
Die andern Briefter, die da Tamen, 
Wie wol ich nit weis aller namen, 
Doch, welche mir bemuft, wil ich 
210 Zu melden nit befchweren mid). 
Lycus von Gaftrimargia, 
Mocus von Anarmoftia, 
Cormus von Cacorraphia, 
Vnd Phlor von Amechania, 
215 Vnd Mormolipotaxius; 
Eyr hies Belantiotomus, 
Derſelbig war von Cleptria, 
Vnd Phloxus de Bascania, 
Manotes, Magos, Madarus, 
220 Margus, Machlos und Maſtropus, 
Bardiſtus vnd Boagrius, 
Thymophtherus, Anoſius, 
Lyſtes, potes vnd Propetes, 
Lachmus, Larus, Lapadites, 
225 Polyphagus, Koraſphorus, 
Phrenomorus vnd Chimerus, 
Leugaleus vnd Laſanus, 
Vnd Paroplex vnd Meleus, 
Propolus, Lichnus, Pirphorus, 
230 Balbus, Antichriſtophorus, 


206 plattener = PBlattenjcheerer. 


© 


#eldis, Historia 





Vnd fein bruder Vrſatius, 
Hpftaleus, Catadicus, 
B2a Vnd Difomus ond Batalus, 
Phlegmaeus, Philobarbarus, 
235 Plutos, Paracatecticus, 
Sein vetter Bolytalantus, 
Vnd Rhatimus ond Zacotus, 
Ein hoch gelert Philofophus. 
Es hies auch eyr Rot Rubian, 
240 Vnd ſein bruder Rot leffelman, 
Rhigeſtus, Loxias vnd Schlarr: 
Ein yder hat ein eygen pfarr. 
Die andern ich nit nennen kan; 
Acht auch, es ligt nit vil daran. 
245 Sie kamen all gen Dentalum; 
Da hielt mans Meufs Concilium: 
Ir fam zu hauff ein grojse ſchar. 
Schlaudrant der ſcharpffe richter war. 
Er thet ein lang Oration; 
250 Die Meujs hatten gar fein patron, 
Der yn Doch bet patrocinirt, 
Aufs mitleiden das wort gefnert, 
Vnd yn het mügen gnab erwerben: 
Drumb muften fie im fewre fterben. 
255 Man bat mich auch berichtet des, 
Wie gar onformlich der proceſs 
Mit den Memisen ſey fürgenummen: 
Man hats nit Ian zur antwort kummen. 
Es ift auch nit vorher gegan 
260 Die Kitis Conteftation, 
Sein auch gerichtlich nie gefragt, 
Obs Sa heiten da zu gelagt. 
B2b Es wart auch nie fein zeugnifs gfurt, 
Drauſs man doc het zum teil gefpärt, 
265 Das man yn nit het unrecht than: 
Daffelb verdrof8 auch yderman. 


251 patrocinirt = zum Rechtsbeiſtand gedient. 


— —— — ⸗⸗ 








son Ameygen Messen. 


Sie han nur vnder ſich beſchloſſen, 
Wolten die Meufs nit eben Lofjen, 
Got geb, fie jagten Ja oder neyn: 
270 Das muft ein gridhtlich vorteil fein 
Bon fo vil glerten, Hugen, weyſſen, 
Vnd alle welt muft fie drumb preyfsen, 
Das fie die Meufs fo vnuerſchambt 
On grichtlich ordnung han vordambt 
275 Bon wegen vormeynter Ketzerey. 
Bil Leyen ftunden auch dabey: 
Die muften mit den Pfaffen rajen. 
Schlaudrant hieß fie das fewr vffblafen. 
Die huttenberger alle famen, 
280 Dnd trugen hol ond ftro zufamen. 
Schlaudrant, der ſprach: „fie muffen dran!“ 
Da zunten fie den holtzhauff an, 
Vnd find die Meuſs aljo vorbrunnen. 
Die Pfaffen warn fo onbefunnen, 
285 Das ober folhen bgangnen mort 
Den Meufsen nie fein troftlich wort, 
Auch nie kein Erucifir han greicht, 
Da zu fein gitorben ongebeicht. 
Vnd diefer that wegen Schlaudrant 
290 Sn vielen landen wart belant. 
Dis ift geihehn bey Wetzfalar, 
Vnd tft on allen zwenfel war. 
B3a Noch ift die frag, Ob auch Schlaudrant 
Die arme Meufs hab bilch vorbrad? 
295 Wie fan ers eben zeigen an, 
Welch Maufs den ſchaden hab getban? 
Es möchten leicht wol böfse knaben 
Das Sacrament geftolen haben, 
Aber funft eyn ſchad dabey gejchehen: 
300 Wer jagts gwiſs, ders nit hat gſehen? 
Wie wen etwan ein ander Maufs 
Het in dem Sacranıentel hauſs 
Aufs andacht ſich Communiciert? 
Den Eoniectura nichts probert. 





394 vorbrand? = verbrannt. 








]  Baltis, Bisterio. son Autuen Aemasrn. 





305 Drumb iſt Schlaudrant gar nichts zu preyſſen, 
Dieweil er ſolchs nit kan beweyſsen. 
Wolt, das man ſolt zu ſammen raffen 
Schlaudranten vnd die Baals Pfaffen, 
Die vil mehr ketzerey han triben, 
310 Den bie von Meuſſen iſt gſchriben, 
Vnd ſolten gleiche maſs entfangen, 
Was an den Meuſſen han begangen, 
Vnd thet yn, wie ſie han gethan: 
Da zu ſprech Amen yberman. 


— — 00000005 


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Fesurten, 


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I. Lesarten. 


A Ausg. von 1548; B 1555; C 1557; D 0. 3.; E 1565; F 1584; 
. G Zween Meuſſe. 


Widmung. — 3. 9 Satin AB — 3. 10 vnſern AB — 
3. 25 jeß A — ftaub A — 3. 26 gitellet AB — 3. 32 
zubejehen A— 3. 34 fruchte C— 3. 35 fürhin A — 3. 36 
ond wird ein jegliher AB — 3. 37 empfinden A — 3.45 
dafelbft AB — 3. 46 Herrn AB. 


Leben Efopi. — B. 12 underm A — 22 Amaria C — 
23 „ond“ fehlt AB — 33 bie ftetes von A die ftet8 von B— 
4 Welh AB — 54 feins ABC — 56 Herrn ABC — 
64 wöllen BC — 78 fur feinen A— 82 worfiens A wurffens B 
— 96 vermögen C — 97 andeın AB — 111 frw BC — 
gluͤcks vnd gedacht C— 116 ward C— 120 für A — 132 Sein A 
Sind B— 137 vergebes A — nemm C— 141 thon A— 142 
dauon AB— 144 gehe BC— 145 faufft A— 170 hübjcht A 
B— 174 das C — 185 aud) ſo AB — 190 dan A dann B 
— 209 fanft wol C — 220 thar, er fi A — 223 wurd A B 
— 228 „gar“ fehlt AB — 230 famen naus ins Veld A — 
242 furk A — 273 König A — 277 Greden land A — 278 
fam zu Delphis AB — 279 dafelb AB — 284 greift C. 


Sabeln Efopi. 
Erftes Bud. 


1, 18 „nicht“ fehlt C— 31 merckn B merden C— 34 vmb 
funft A — 40 ſchmeck C — 43 ber AB — 2, 11 jeben A, — 
zuwidern AB — 26 glad A — 34 willn AB — 36 Knuttel 
C — 3, 19 einer BC — 5, 10 in gemein BC — 16 Wie er 


+ 
a 


| 

| BC — 19 bilid BC — 29 mifgundt A — 30 fründt A — 
| 2 Stillſchweigens A — 46 boͤß BC — 6,9 jetzt AB — 
14 Durh mid wol C — 30 mir den kopff BC — 7, 18 
fontft A kunft C — 29 habends BC — 34 dijputiert BC — 
| 








36 vorgelten A — 37 feinen C— 40 vorgeben A — 45 möget 
A mögenn B — 46 SHimelifhen AB — 48 frummen A — 
8, 32 zun A — 9, 21 getrenden F — 29 füller A — 33 Ge⸗ 
traͤnkk A — 34.58 nicht ABF — 51 fum A — 52 wo ich 
bin bey dir BC — 61 folliher A — 65 Bift C — 75 Drauffen 
F — Bawr CF — 78 fehrlichkeit A B fehrlichheit F — 81 ge- 
beret F — 83 ſchoͤn F— 91 mander BCF — 92 „find“ fehlt 
C — 100 Wildtprät AB — 103 guͤldin F— 110 mühe AB 
C — 10, adeler A — 10 nicht ftäden A nicht zſtuͤcken B — 
13 köndt A — 11, 19 werd BC — 25 ſeidt A — 28 brengt 
A — 30 ſeit A — 44 narren macht BC — 46 ſahe AB — 
53 in ABC — 67 wie den C — 68 die Narrenfappen C — 
zuuiel B— bat jeinC — 12, 5 habens A — 19 mein C — 
34 mein AB — 38 zu ibn A — 66 ftöden A — 13, 29 
Schmeyhlen AB — 14, 25 lieff C — 34 Er C — dift C — 
59 Es lert A — 15, 3 rufft A — 16, 28 außfauffen C — 
33 gebültig AB — 37 fliehen A — 47 jameln A — 62 ben 
ABC — 68 mehr A — 76 geſchicht BC — eir A — 80 vor: 
ftendig A — 17, 23 mußt C — 51 willfommen A — 83 fin: 
bends B— 104 Störde AB — 18, 11 folt die ABC — ver: 
ſtahn A — 17 einfaltig A — 24 vnſern Feinden C — 27 left 
BC — 42 amrewelAB — 48 die Tauben BC — 19, 8 
willn A— 20, 9 vermügen A— 28 alten A— 21, 30 ſcheiſſens 
BC — 23, 30 Solft BC — 34 folft C — 37 land AB — 
39 trem C — 52 man A — 56 dennoch A dannocht B — 
23, 37 finde A — 45 dem BC — 24, 10 fomb C— 24 nichts 
A — 25, 3 es AB— 6 fündt von jme AB— 236, 1 Schlange 
AB — 2 fange AB — 34: 36 nit AB — 39 anig A — 
37, 24 welh AB — 38 vbers A — 28, 5 heubt A— 9 Kopff 
BC — 10 fnopff BC — 21 fonderheit C — 239, 3 {hin C — 
10 Pfawen C — 30 vorfleiden A— 30, 14 gahn A— 15 Ameift 
C — 56 Am C — 59 gedacht C — 31, 9 wundern BC — 
16 ablangen A — 29 ein BC — 39 erft ſelbs BC — 32, 14 
jr fein A — 37 freundtlich ABC — 33, 17 ſchnorren A — 
19 mut A— 21 der C— 32 nah — nad) A — 33 höhften AB — 
34, 9 Beforgten A — 12 Zum C — 31 auff den heutigen BC 


— — — — — — 


— — — — — ——— 








Tesarten I, 35-— 90. 5 











— 42 deffelbigen C — 35, 11 ich fo frand C — 13 bitten A 
— 25 fumpft A — 37 ft BC — 36, I Brunnen AB — 
4 zum C — 32 vntrew thun beweilen C — 36 Ehe A — id 
verftehn BC — jm C — 4l rühe A — 46 Winde A — 47 ge: 
bawen AB — 49 Donder AB — 37, 9 fehe A fabe B— 
38 Ueberſchrift: Vom BC — 1 Wolff A— 2 find A— 5 lang: 
wiriger A— 19 Schöflin gaben A— 31 Wiewol BC — 42 die 
Feindt C — 39, 10 Wer BC — 40, 15 ftet8 C — 20 mügen 
C — 41, 7 angenam A — 18 „jo“ fehlt C — 42, 25 Wenn 
er BC — 32 die ippen C — 41 Ihn C — 48, 13 keir A — 
AA, 21 „ich“ fehlt A — 27 muft C — 45, 2 Pferde BC — 
4 vertheidingen A— 9 gern C— 12 zulegBC — 46, 35 
Wurden AB — 48, 16 irgend Lügen A — 50, ı hat C — 
51, 13 fein Faden C — 55, 1 ſichs F — 9 geichlaffen F— 
14 je fein F— 15 Wenn euch auch ABC Wenn ih auch F — 
19 dein F— 43 in C — 56, 7 gemaftet GC — 12’jr feim A B 
— 25 auff BC — 51 thbunde A — 53 ſchleicht C — 67 Herre 
A — 68 were A — 57, 13 der A — 46 in A — 59, 12 la C — 
39 gmeine A— 45 Das ABC— 61, 1 eim BC — 18 Dennod? 
— 19 vorthedingen BC — 20 befchedingen C— 62, 33 erbaͤrmd⸗ 
lich B erbärmblid C — 63, 21 nah A — 65, 1 A — 
66, 39 mühefam AB — 44 jeden C — 67, 14 dem AB — 
29 Der Löwen haut BC — 70, 6 Ir Brunnen C — 8 niftet 
F — 15 den Tauben C — 20. 21 Schüch A — 71, 8 flöhen 
A — 9 berfür A — 27 nidt AB — 72, 2 omadt A — 
11 fiften C— 20 vom AB — 73, 20 fo ſchlecht BC— 21 den 
BC — 74,9 Werſtu AB — folts BC — 20dorftAB — 
75, 8s het A — 17 befumm A — 19 ruden AB — 36 nit 
mehr hoffen A — 76, UÜberſchrift: Maͤgden BC — 8 auff mede 
A auffwedte F— 9 Warff F— 12 thu C — 25 hie C — 
77,5 mans C— 45 fumpt A — 45. 47 Scüfter A— 79, 20 
begegnen C — 32 die leut C — 80, 5. 13 flohen A — 16 bre: 
ten C — 24 Fleugt BC — 26 wehe AB — 33 trawen A B 
— 43 tbun C — 82, 28 bleibt C — 84, 24 worn A — 43 fanft 
C — 85, 10 fordt AB — 16 folteft8s A — 54 vorBC — 
86, 17 ſcherffe A — 19 fchlaffen A — 54 jm ABC — 87, 10 
glaubeft BO — 15 beis A — 18 Ablar A — 19 zerfnüßt A 
— 42 ft C — 88, 10 Vnd ABC — 89, 18 wunne AB — 
90, 6 „und“ fehlt BC — 16 „wir“ fehlt C — 50 habend A 
— 58 fihbt A — 60 verjtummt C — 64 die windelC — 77 fum 


— — — — — — om LU DU — — — — —— — — — — 


—— —ñ — — ⸗—— 


— — — — — — — —— — — — — — — — — — — — — — — ——— — — — 


— — — —— — — — — — — — · — — —— — m — — 


6 Tesarten J. 1 — 100. II, 1— 27. 


—. .—. — — — — — — — — — — — — — — —— 


A — 78 geſellen C — 94 Glocken leuten, Buͤchſſen ſchieſſen C 
— 98 pfenning C — 91, 10 zu erlangen C — 12 biennens A 
befenn es C — 93, 3 dennoch C — 5 trug ABC — 34 ge 
jehen AB C — 38 nah — nad A — 94, 13 kaſt C — entflie- 
gen C — 33 weiffer BC — ſchwartzer C — 38 e 8 BC — 
40 waſchen C — 43 die welt C — 95, 12 par BC — 37 die 
rechte C — 96, 2 äheren BC — 10 Ähren BC — 12 von ein: 
ander C— 18 „denn“ fehlt BC— 25 fumftu A — 98, 8 ent: 
ließ C — 99, 1.15 Krand C — 18 erbeb C — 20 flegen C— 
35 bgabt A — 100, 41 zwen harter BC. 


Zweites Bud. 


1, 2 An einer C — 37 zur haben BC — 3, 33 von C — 
4, 12 bar A — 14 bab C — 40 hab C — 56 „fo“ fehlt BC 
— 63 Freundt von R. C — 96 fonft C — 5, 5 wuntid A — 
28 war C — 36 zuletft C — 42 ſein C — 45 luft A — 
7, Nach 16: Wie die fieben und jechtzigft Fabel hat. A — 8, 13 
ewren F — fempt F— 25 Tymnath F — 47 verirrt F— 


48 „felb“ fehlt CF — 9, 12 grundt BC — 15 Könftu C — 


23 auß BC — 10, 27 jin BC — 11, 12 vnderſcheidlich BC 
— 13 fürdern C — 25 Gfell B— Geſell C — 28 folches A 
— 46 barein C — 79 befte ABC — 104 lieber ABC — 
114 Daran C — 12, 14 Wildtpret A — 27 erwiſcht A — 
28 ſchneid C— 38 „ift“ fehlt A — 48 zweien A— 69 Brüg: 
len A — 78 die ler C — 92 einBC — 13, 10 moͤcht BC — 
25 fturkt AB — 14, 8 bülff C — 12 Kim A — 15 den C — 
28 fleiſh C — 16, 19 Son A — 35 verlaffen A — 17, 18 
liften C — 18, 4 ſag C — 19 zurfchlagen A — 24 Rifflendich 
A — 78 burd A— 19 lieberjchr. : Mörfalb AB — 20, 7 brechtig 
A — 18 vms C — 95 Ehriften BC — 22,3 Da ließ BC— 7 alle 
AB— s Als AB — 23 auff den ©. C — 38 betrieben A B 
— 33, 1 zamen A zufamen C — 24, 25 betrügen AB — 26 
Geitzs fo voll AB — 235 Ueberſchr.: den Barden C — 14 IB A — 
28 Wenn C— 49 das fie die ABC — 36, 38 „nit“ fehlt C— 
42 ander A — 49 Als C (doch ift hier das benußte Eremplar 
beſchädigt und „Als“ ift mit der Feder erſetzt) — 53 demnach 
ABC — 69 anfpreden C — 27,15 war AB — 20 Schüffel 
AB — 23 Kuͤrſchner A — 34 Trufel BC — 38 Trudjeß A 
— 41 thet dNachtigall B thet Die N. C — 43 wardtt BC — 


— — — — — — 2 —— — — — —— m nn — nn nn 


Tesarten Il, 28—67. 1 


— — — — — — — — — — — — — — —— —— —— — — — 


53 DerBC — 83 er auch C— 104 vornimpt A — 28, 18 einem C 

— 26 Könft F— 44 boden F — 47 unuermdgen A — 48 Wenn 

die A— 53. 54 fehlen F— 29, 19 geflohen A — 20 gezohen A 

— 23 wurd AB — 28 „mal“ fehlt C — 30, 6 Gelert BC — 

7 Denjelben BC — 9. 35. 87 Chorintbo C — 20 jn BC — 

74 das A — 81 rüden A— 85 nı AB — 106 fünig A — 
133 daſſelb ABC — 145 weldem ABC — 156 broffen C 

— 160 Ereatur C — 162 anmaflen C — 31, 15 Wiewol fie 
BC — 20 einander A — 38 Bifem A — 68 ſchwache AB — 

74 Das fie BC — 94 Er möht A — 143 man die A — 
145 Rephuͤnlin A— 149 mög C— 158 fpielen C— 163 vier: 
edet C — 164 fchieb A — 180 Nemb BC — 186 moͤcht C — 
208 anden am AB — 32, 4 jhmeden C — 38 „das“ fehlt 
A — behut A — 33, 13 zeitag C— 29 Des mir A— 29 frum: 
men AB — 30 fummen AB — 34, 15 vnſchuldig AB — 

21 getban C — 35, 38 rechen A — 36, 10 fromb F — 20 zu 
grundt A — 25 Küm F — 26 defte C — 29 ftillbiffig A — 
38, 28 zu friede BC — 38 willen A — 39, 17 wirft C — 
40, 21 den C — 22 Habens BC — 28 Soͤlln AB — Al, 9 
gar veracht A— 16 dinnen A— 37 gefördert A B— 39 einer 
C— 42 Ueberſchr.: den A— 1 Elren A — 2zohen A— 9 gante 
AB— I ſchlecht AB— 43 Ueberfchr. : Bäumen A — 44, 7 oben 
A — 8 jolt8 BC — 16 onluft C— 45, 9 deß C — 42 Köntens BC 

— 51 ſunſt AB— 46, 1 Weib A — 30 fündt A — 45 füräber | 
AB— 47, 14 der lügen A — 17 zum Apffel AB zum Apffeln | 
C — 48, 9 freuel A — 17 freuentli A — 49, 2 „er“ fehlt C 

— 12 vorgejlen C — 25 eygen A — 50, 6 graujamlid BC 
— 22 feine BC — 32 rüffen C — 41 Dis A — 42 em A— | 
5l, 7 auf der Pf. BC — 21 wird BC — 25 entpfliehen AB 

— 53, 31 ber AB — 33 Bett AB — 53, 3 Daffelb aud 
etlih BC — 15 Welchs BC — 54 Freund C — 18 verwor 

A — 22 feiner C — 27 ein ſolch BC — 53 da fie C— 72 be: 
fteubet A — 85 armeBC — gut A — 55, 5darfr AB— | 
7 Des gleich A — 18 Wirdſtu A — 56, 2 bet fie lang C — 

19 der zeit BC— 57, 2 ewer C— 58, 11 „all“ fehlt BC — 

14 erwiiht BC — 59, 4 ſchwetzet BCF — SbyimCF— 

11 felber F — 12 erzogen F— 13 Wechholder F— 60, 3 fie 

fih bey BC — 61, 5 ongefchlönig A— 19 fumpts AB— 28 die | 
Ohren CF — 64, 15 verkummen AB — 36 Zu entfhüldigen C | 
— 66, 8 fudrung A futrung B— 67, 8 [lagen A— 21 Wenns | 


ED, 


— — — — — — 


— — — — —— — — — — — — — — — — nn — —— — — — — —. ne —E — — 


— — — — — —— — — — — — — — 





— 


— — — — — — · — — — — — — — — — — — —— 


8 Tesarten IL, 60 — 100. III, 1— 26. 





BC aa ſchertzt C — 69, 17 ein C — 71, 22 zu gutemC — 
72, 17 gfangen A gefangnen C — 73, 1 fruͤh B6 — 8 ger 
flohen A — 17 ale C — 20 wening A — 21 das BC — 
23 gflohen A geflogen C — 24 vberzoben A — 32 folln haben 
C— 74, 16 tregt BC — 19 nebfter A — 20 die lürble C — 
75, 6 Freihart F— 8 gulden AB— 22 empfahn F— 25 Pfen⸗ 
ningg AF — 76, 7 „oben“ feblt BC — 77, 9 füllen C — 
78, 2 weilig BC — 4 Batlen C — 15 erftridts C — 79, 9 
Münd A— 11 Hinfürder A— 80, 8 Der Thür BC — 27 das 
theil AB — 81, 8 Beyn F— 24 ſeh F — 82, 4 Pfennig AB 
— 5 hübfch Kleider AB — 10 Geudier A — 84, 6 Darumb 
C — 8 Auff letfts BC — 14 folden BC — 24 Hoffart C — 
27 0 fehlt BC — 28 Dendt C — 86, 30 moͤg C — 33 Da- 
rumb klag nicht C — 87, 4 ftünden A— 11jmC — 14 an: 
dere BC— 88, 10 Die Ehre BC — 29 alle C — 33 groffem 
C — 91, 8 frudt BC — 9 Sommers ber Rufen C — 23 folt 
C — 9, 26 Wolffe A — 98, 5 der AB — 12 Wardt viel 
gipeift BC — 35 gedendt C— 95, 7 „der“ fehlt BC— 23 den 
C— %, 2 müßt bleiben C — 5 font AB — 10 belohnen AB 
— 13 Sands BC — 98, 8 hauffen C — 12 einem BC — 
19 börften A — 25 nie hie C — 100, 12 Berwerff BC 
— 18 firedt BC — 25 Henger A — 48 Wucherſt BC — 
51 haubt A. 


Drittes Buch. 


2Ueberſchr.: Wolffe — 9 Schoͤffer AB— 22 auff gehon AB 
— A, 4 abließ AB— 5, I bat C — l1o hab ich dich BC — 
15 woltſt A B — 6, 5 Nachbewrin C — 7, 30 fellt C — 
8, 7 fich wider fein BC — 9, 7 erzuͤrnt A— 8 Lamb AB — 
10, 5 hands BC — 6 Hagten C — 11, 20 erzörnet AB — 
39 wir Die BC — 44 feit AB — 49 geridt C — 12, 15 hört 
AF— 17 ſah F— 25 gmüt F— 26 güt F — 13, 12 be: 
jondern C — 14, 10 allen andern C— 15 ee AB — 15, 3 
zuletft C— 16 Ueberſchr.: Wolffe A — 12 feuffts C— 22 nim 
AB— 17, 2 üpffel A B— 7 lerne C— 15 Des A — 16 thut BC 
— 28 zudem W. BC — 18, 4 Das fie C — 15 das fies C 
— 19, 12 fin BC — 21, 18 fünnen A — 232, 22 können A 
— 25, 18 Vnd fo einteln A — 21 werlid A — 27 Die Bein 
B C — 33 angezeyg C — 26, 5 gewunden C — 8 den guͤlden 


— — — — 


| 


— no — 


Traarten II, 27 — 87. 9 





BC — 9 lang BC — Il mom A — 12 ungezohen A — 
237, 2 Zjamen BC — „in“ fehlt A — 12 Des gleihen A — 
20 fein C — 30 Was er für bat A — 28, 3 in C — 29, 30 
Ihüßt AB — 30. 2 Dener F — fagten C — 15 fein F— 
33, 4 er in feiner BC — 34, 4 und alten Benin C — 36, 10 
zu BC — 14 engen A — 37, 8 doch baß BC — 9 bleibs BC 
— 10 Das fie C — 12 Wirdft A — 14 frumb AB — 38, 17 
an einen A — 26 heiligen BC — 39 Ueberjchr. : ungezohenen A — 
2 fchule gehn AB — 9 Da ließ BC — 12 Nam an der A — 
16 zu bangen C — 40 „man jm“ fehlt A — jn C — 46 nicht 
ſolchs AB — 54 jm ABC — 43, 22 abgezohen AB — 
26 bey einander BC — 31 und bedacht C — AA, 30 „da“ 
fehlt BC — 46, 2 den C — 11 in Die Rüden C— 27 bot A — 
42,5 jmthbett AB — 48, 8 muft A — 20 werff A — 49, 11 
Viſche garn A — 15 Zohs A — 17 fürwar AB — 21 jede 
zeit ABC — 51, 16 habt C — 60 wir jm felber C — 52, 2 
aneinander BC — 53, 3 dorrem AB — 16 br AB — 
54, 3 loben A geloben C — 55, 18 weyßt BC — 19 „delt“ 
fehlt C — 57, 16 ſahe BC — fprade BC — 21 nit fo für: 
wit fein A — 58, 14 ftride A — 23 fliehen A flegen C — 
59, 13 führt C — 60, 4 ward F — 61, 9 Denfelben C — 
22 zeigt C — 30 thut mihs BC — 34 nu BC — 41 zuuer: 
treigen C — 47 die Schaf A— 62, 8 So lebet BC — 10 jtun: 
ben AB — 17 thuts BC — 63, 11 ich denn worden A — 
65 Ueberſchr.; Bawrn A — 22 das er jein AB das jn fein C — 66 
Ueberſchr.: Loͤuwin F— 8 denns hoch behagen CF— 69, 1 zu lob 
C — 7 Denn dus der BC — 70,6 mit wol AB — 7L 2 
alle A — 10 war C — 72, 2 jn C— 3. 8 Biel AB— 16 be: 
feben het A — 21 nodd A — 23 dafelb A — 30 freuelih A — 
36 in die Eyſen AB — 73, 8 in jenem C — 37 ftehn A — 
74, 9 wirdft A — 75, 9 Bogler AB — 12 gehroten A — 
76, 28 muffen A — 78, 17 fhonen A — 20 zamen A zuſa⸗ 
men C — 79, 3 zamen A F zufamen C — 23 Fährt A Feh: 
ret CF — nirgen F — 80, 2 Auß floben A — 3 dorren A B 
— 11 fliehen A — 81, 1 han A habn B— 82, 7 fe BC — 
12 zetbon A — 83, 26 jeins BC — 85, 16 niergen A — 
40 muft A — 86, 26 vier von jme BC — 36 Vermiſcht ABC 
— 45 ben ABC — 87, 16 zu haubt A — 17 luͤſtig AB — 
30 berihd A — 31 fturmen A — 52 wellen A — 60 Für Gott 
A — 62 GEſchlagen, geworgt AB— 63 Auch die jegundt A — 


——. — — — — — —— — 


10 Tesarten III, 88-94. 


+ made C — 88, 4 on gfehr A — 18 allen gſchaffen F — 
22 davor F — 24 kumpt A — 49 ſcheckicht F— 53 mol A — 
57 auff CF— 65 zeugt BCF— fein F— 89, 23 ernehrn A — 
30 ander A — 90, 18 beftrawt AB — 20 meynt A— 27 ſolchen 
C — 33 Leffel A — 91 Ueberſchr.: Fuchſſe AB -- 31 jchepffen 
A — 34 die helfft C — 37 zubandt C — 46 dem Wolff ABC 
— 48 gefror C — 54 biß an das AB — 69 gfalled C — 
93, 17 noch mehr C EF — 29 einer E — 30 befommen CEF 
— 33 ruͤhlich EF — 34 taufent CEF — 35 Minh C — 
43 beftimpten EF— 53 bemwüft EF— 57 jet AB— 59 würd 
EF — 60 Darumb C — 63 beftimpten E — 67 judhen A B 
ſuchten CE F— 72 gewar E F — 76 woran F— 84 Poſſen 
CEF— 90 fümalen BCF, EwieA — 104 Wie es F bei 
Gödeke, Wies F bei Ejchenb. — 106 zu antworten CE.F — 
110 fieß E — 114 fegen A — 118 fomE, fomm F bei Gb: 
befe; fom bei Eſchenburg — 123 Richſtus EF — 134 gne: 
diger BCEF— 135 ewer E F— 145 Gſchahe A Geſchachs 
EF — heiligen F bei Gödeke; beilgen F bei Eſchenburg — 
166 geantwort CEF — 175 ee BCE — 184 gebur A — 
187 fiht EF— 188 beftehen E— 190 zwegen EF— 192 Ge: 
ferten CEF — 195 werder8 C — 204 fidt EF — 206 gewiß 
CEF— 212 deiner EF— 213 fein GunftBCEF— 216 Narrn 
bejeßet AB — 217 den A — 98 Ueberſchr.: hungerigen A — 
10 war C — 14 Biehe A — 35 folgt C — 46 Schoͤffer A B 
— 53 daffelb BC — 61 biflin A — 72 jpet A — 88 befum:- 
men C — 100 welger A — 111 molA — 126 zumol A — 
151 müg A — 159 zu halten A— 160 zufpalten A— 177 hat 
C — 190 groffem C — 193 funde C — 224 Jacobs BC — 
233 ſchmitz A — 234 fit A — 240 Drüber AB — 9, 7 mu 
A — alleBC — reihe A — 8 gleihe A — 17 ein Hof C — 
23 geſchefft F — achtung hab C — 25 ſehr an reichththumb F 
— 34 daheime F — 44 Schendel BC — 51 von ſtuck F— 
56 fegen A — 62 nichts AB C — 65 Fuͤnffzhn ABC Fünff: 
zehen F — 84 nutzen F — 90 dem C — 91 fompt F — 100 
meiner F — 106 Geretb F — 125 berfür F — 138 Heylig- 
tbumb C — 139 „baldt“ fehlt F — beſcheid CF — 144 lahr 
F — 147 Raten F — 148 zerriffen BC — Katen F— 149 
vertretten F — 177 Stigel BC — 184 dafelbft AB — 187 
Bon F— geftoln F — 190 Warn F — 195 fie BC — 198 
Biehe AB — 208 on allem BC — 210 par (Drudf.) A — 


— 


Tesarten III, 95 — 100. IV, 1—7. a | 


266 Muß F— 267 ſelbs F— 270 Muftu BC — Muft in F 
— 273 „jag“ fehlt F— 276 Das dieBCF— freybig F— 
283 dein F — 292 Verlaßt F— 95, 47 bat ABC — 96, 
23 ift F — 49 entlummen A — 63 nemmen F — 64 gejchehen 
F— 75 böfem C F— 97, 3 kocht F — 21 weib F — 22 leib 
F — 23 brocht F — 28 ombbrah BC — 44 Zwerg F— 45 
Rucken AB — 46 Bruden AB — 65 frommer F — 72 einer 
Kalbshaut F — 98, 20 rum A — 22 Rüftig A — 41 lieber 
ABC — 66bir A — 99, 10 trinde C — 14 Ienem C — 
20 onlüftig AB — 37 ind mildtnuß A in die wildtnuß C — 
50 den C — 58 bot A — 63 in BC — 10, 6 Damit C — 
12 rhümten A — 20 einft ABC — 32 „nit“ ft ABC — 
90 allmaß F— 98 „das“ fehlt ABC F, mit eim ftäblen F— 
100 einm F — 115 ding C — 135 in AB C— 150 Triuͤmph 
A — 163 war C. 


Viertes Bud. 


| 
| 
1, 2 „ward“ fehlt BC — 44 wur A wird B— 53 Sad | 
C — 74 bet leicht gnad A — 90 muͤchten AB — 125 ehern | 
F — 231 Bapft Benitencitarius BC — 242 für meine S. BC 
— 259 hie bey dem Eſel BC — 262 ftet A — 276 gar gut 
Viſch A — 2, 20 Ih iR A — 28 „on“ fehlt F— 37 erkeln F 
— 44 zehn F— 50 finBC — 60 hoͤret BC — 65 Concili | 
AF — 69 andre F— 85 er bet A — 87 Doctrat C — 91 
Decerniert BC — 106 fein F— 110 werden F — 115 Eugen 
CF — 127 würden F— 129 „ift“ fehlt BCF— 131 Ma: 
niert BC — 115 verzehren C — 195 ein CF— 3, 24 er auch 
tban C — 41 ftreider C — 67 nun AB — A, 5l wolft C — ' 
57 ligents C — 117 „da“ fehlt C — 5, 26 jn C — 35 einen 
C — 48 vor Die AB — 58 ankum A— 69 habt C — 75 fünd Ä 
A — 86 begabt A — 6, 10 Batter und Mutter BC — 12 nam 
A namen C — 36 fturmen A — 7 Ueberjchr. in G f. Einleit. | 
S. XI — 1—4 Der Fuchs ging einft hinaufs fpacieren — 
Sich zu befragen bey den thieren, — Dafelb zu hören newe | 
mehr. — Da jagt man, mie die Affe mehr — Öelegen, und 
zwey Kinder het. — Zum nydern Hayn leg im findnyt G— 
5 Morgen wolts halten feder wochen G — 7 Lamb, daſſelb 
gejotten G— 8 Höner — gbrotten G — 9 Het auch von eynem 
groffen baden — Bil frifcher, feifter würft Ian machen, — Auch | 
) 


— —— m... 7 
. — — — — — — — — — — — — — — — — ln — —— 


⸗ 


— — — — — —— — — — — —— 


12 Vesarten IV, 7. 


fladen, pleß, und eyer kuchen. G — 10 Der Fuchs gedacht, ich 
muß verfuhen G — 11 Des wegs wil mid nit lan verbrifien 
G — mid nicht laffen F — 12 Ob mir vielleicht ein guten 
biffen G — 13 Befchert wurd, wen ich fehm G — Würd F— 
15 fur G — 16 nidt G — Nach 16: Wer nicht wagt, Der ge⸗ 
wint auch nit, — Obs wol geradt, fo eſs ih mit. — 17. 18 
Ging bin ond gruͤſst Die jelben Affen — Sie gunden yn all an 
zugaffen G — 19 Trat bin furs.G — 20 Freuntlid wuͤnſcht 
yr G — inA — 23 Necht ward mir vil von G — 24 Da ich 
G — 25 Wie yr zwey Kind het auff ein mol G — 26 wer fro, 
vnd bhagt G — 27 wolt michs Doch lafjen G — 28 Das euch 
muſs nummer leid gefehehen. G — 30 Zeigtd ym G — 31 
warm G — 32 vff G — 33 fein G — 34 furwar, Das mans 
nit find G — mans C F— 36 jmABCF— vorgleihen G 
— 37 Zwar ſag ichs G — 38 vorftendig G — Nadj 38: Sein 
allentbalben wol gethon — Bon glidern, vnd Complerion G 
— 39. 40 In eim gutten Ajpect geborn, — Wie ih bes hi- 
mels laufft erfarn G — 39 laufft A — #1 Er kuſsts darnach, 
ond legt fye nider G — nider ABC — 42 wider G — 43 
Die Aff des lobs erfrewet wart G — 44 Gedacht ABC — 
„wol” fehlt G — 45 Iſt Hug verftendig, mol gelert G — 49 
Gleich wie der G —- 50 Die Doch nit ein mol fummen her G— 
51 wirs yn einft gedenden G — 52 Dem Alen Affen gund fie 
wenden G — 53 und 54 fehlen G — 54 moͤcht BC — 55 Der 
trüg bald einher fehone Galert G — 56 gbratten G baten 
(Drudf.) C — 57 Opffel, pirn G — Nuͤß C F— 58 ſprach, 
das Got vergelten G — 59 jr an mir F— 61 Als er den balg 
bet wol gefult G— 61 gnug gftilt G — 63 Nam vrlaub, Dandt 
ond ſprach G — 64 gſchen muß nummer leid — gſchehe ABC 
— „fein“ fehlt AB — 65 Zog — eynen G — 67 Bald kam G 
— 68 Bnd ſprach — vornym G — 70 fopff F— 74 Ih hab 
mich da recht wol gelabt G — 75 Mit femeln, weyn, vielerley 
G — „ond“ fehlt CF — 76 Vol id G — 77 Der wolff 
ſprach, lieber lafits mih G — 78 nah G — 79 Wan ich hin 
kehm — mocht G — 80 Bnd damit einft — mocht G — 82 Da 
leit G — 83 frolich G — 84 Wan yr da konthen G — weyb: 
lich fünteft C — 85 Nur als was fie gern horen, ſprechen G— 
Erlangt villeiht ein G — zehe BC F — 92 fumbt G fumpt 
AB — 94 fur G — 96 zu ym jelber ſprach G — 97. 98 Ich 
fan mich nit vorwwundern gnug — Das Got zu ſolchem ongefug 





nn — — 0, 


Tesorten IV, 8— 18. 13 


— Hat luft und ſchafft fol Ding ind melt (in der welt F) — 
Vnd den vnflat darin erhelt G — 100 ſchewſal G fcheitel C — 
101 Fur G — Thieren gar vngef. G — 103. 104 Den 
Wolff anfchnorten und anzanten — Ein muttig ober yn erman- 
ten G — 105 Naefen G — zubiffen A — 106 fraget ABC — 
107 dannen liff G — 108 vnd ſahe gar bluttig G — 109 Der 
fragt G — 110 Ich bet mich des vorſehen G — 111 mantl G 
— 112 Leicht het man dir baß eingejhendt G — 113 nit G — 
116 auch hewt nit zeffen G — 118 frommen F — vffrichtigen 
G — 119 Die nit fein nah G — 120 Vmbs gnieſs G — wil: 
len FG — wollen F — 121 Die werden ghoͤnet vnd voracht 
G — 122 Fur fummer auch mander vorſchmacht G — 123 
wirbt dir finABCF — 124 DnABCF— trig F— | 
125—128 Iſt gleichfertig mit beiden henden, — Kan felber 
Scleiffen, jelber wenden, — Für allen beyden augen zielen, — 
Der ontrew vnderm hütlin fpielen. — Den mantel nad dem 
wind fan benden, — Ein anders reden, anders denden. — 
Sol Iewt fein nit werd Das mans hegt, — Vnd das fie der | 
erbpoben tregt, — Auch ober fie hderman Hagt, — Wieder | 
Grechiſch poet auch jagt — Die fein gleich wie Die Hell zu mey: 
| 
| 
| 
| 
| 
| 





— — — — — — — —— — — — 


den — Vnd von der gſellſchafft abzuſchneyden — Wolche mit 
worten Schmeichlen ſchon — Vnd iſt yr hertz Doch weit dauon. 
I G@ — 130 Vnd ift das ſcherpfeſt nach dahinden G — 131 fur 
 G— 133 ®ie er hat — 134 fur G — 8, 58 herein C — 

82 Für dem C — 9, 14 gar recht antroffen AB — 21 fehr 
| (Drudf. für ſahe) A— 10, 21 wars C — 23 vernummen AB 
| — fummen AB — 34 hörten BOF — 35 Meim ABC 

fein F— 46 bot A — 11, 37 ehrlid AB — 12, 1 gſchahe F 
| Ss 15 Zucht (Drudf.) C — 24 bitte F— 37 jn F— 49 one 
:  BCF— 50 vertheidigt A— 13, 2 Gedacht F— 12 in Städt F 

— 16 zehend A zehenden F — 23 Freund F— 46 wird F — 
| 14, 25 Heilfperg A Heidlburg B— 30 wirdt BC — 33 Heilfperg 
ı AB Heidliperg C — 66 wol das BC — 69 Das fie in C — 
' 88 bab BC — 15 Ueberfhr.: Kürfchener A Kürßener B 
I — «à Elter AB— 15 tags BC — nachts BC — 33 baß A 
— 35 wrer A — 52jnBC — 16, 11 Heinen C — 17, 6 
thon E — 14 ergernus A — 17 gewöhnlich findt F — 18 all: 
famen alſo BC allfamen fo F — 44 vnluſtig AB — 60 er 
gnad (Drudf.) C — 74 Suͤnd BC — 76 nern A — 79 meim 
A — 96 einig BC — 18, 14 Kuͤndt jr euh A — 33 anderft 


—— — — — — — — — — —— — — s 


44 Tesarten IV, 19 — 34. 


— [1 — — — — — — —— — 


AB — 19 Vom Sch. A — 50 hinder Thuͤr A — 55 Scheffel 


"A — 56 Leffel A — 59 Zwyblen AB — 81 bholgen A hoͤltzen 


B — 86 dir doch BC — 97 num AB — 98 fum AB — 99 
ift jest C — 130 Kündts A — 131 Ein trunden Weib, die A 
B — 133 leit auff AB — 159 Weib nimpt AB — %, 2 
juh AB — 9 gunt A — 23 nit gutes AB — 25 zohen A — 
30 ſiht AB — 32 bleib BC — 35 an jener AB — 44 Da: 
felb man A — 48 Krametuogel BC — 64 todten A — 81 
Fruͤndt A — 89 bracht A — 92 Herr C — 98 „fie“ fehlt BC 
— 129 entpfieng A — 131 bete C — 132 famen B C — 134 
füß ond hend BC— 153 fliehen A— 157 fort A— 21 Ueberfchr. : 
Landßknechten C — 46 Glaubt A — 51 kumm A fom B— 52 bitte 
A — 57ih A — 61 beferen C — 68 So ſchlahen C — 71 
gehalten C — 90 holten AB — 97 nun AB — 109 Auß 
einem 9. BC — 116 etlid AB — 138 Eimbedih A — 159 
vor A — 182 Pfennig A — 183 onbillid AB — 189 Der 
Moͤnch C — 199 „hohe“ fehlt BC — 210 Kundt A — 22, 9 
an gefehr A — 42 Termineren A — 23, 16 „im“ fehlt C — 
41 Dorffen A — 51 fihe A — 58 ich hab vorwar BC — 70 
wirde A — 83 mad BC — 85 Muscatnuß BC — 90 fol B 
C — 99 Fruͤndt A — 101 Latinſchen A — 104 Latin A — 
108 zu fragen BC — 24. 4 Knoblauch F — 6 ſelbſt F— 12 
fordert A — 17 Beriht F— 19 zu erfennen F — 20 einer F 
— Hanftein A Houftein B — 24 wollen F — 27 fruͤh F— 
33 ſchmeck C — 36 Möchten F — Julia F— 37 ewer C eurF 
— 39 folgten auf den F — 40 hättn F— 42 ehlichen F — 
45 zu bewegen BC zu bwegn F — 52 ja F — 58 ein Edelman 
BCF-— 62 Muft A Muͤß BC — 67 einm F— 70 Welche 
F — 77 Ir hort C — 85 Teichten A — 90 quartin C — 
25 Ueberjehr. : Bawren A — 9 bleib A— 13 Jedoch AB — 36 
Ueberſchr.; Bawren A — 8 die es BC — 17.22 red A — 97 
Ueberfchrift: Moͤſer A — 2 SchuleF — 4 einer BCF—5 
Foͤlir A — 15 Dern BCF — 23 Ruplerin A — 25 gulden A 
— 58 boß F— 63 lehrn F — 28, 29 „auch“ fehlt C; dafür 
„wol“ F— 31 red C — 35 nit F — 40 an ein magers AB 
— 29, 20 bins BC — 21 „dazu“ fehlt C — 30, 4 Derjelb C 
— 34 vngezohen A — 49 nu A — 31, 21 allfammet A — 23 
muft A — 57 alte BC — 32, 1 Fryburg A — 21 ons med? 
tig ru A — 37 mid BC — 45 dundel left gar BC — 54 
eim C— 33, 12 je ftraff A — 13 fehr BC— 34,9 jn AB— 


— ——— — — — — — — — — — — nun — — — — — — — — 


— — — LI —— — — — — — — — — — 


Tesarten IV, 36— 60. 185 


12 an ons beide BC — 19 angerſt C — 33 jm offtmals ent- 
gehn A — 35 gihied A geſcheid BC — 38 zu A— 36, 21 
breg (Drudf.) A — 39 verfummen A — 38, 4 jenen A — 
49 nen W. BC — ſchießt A — 52 luͤttich A — 39, 1 zwan: 
zig F — 9 des mehrertheil F— 12 Mender F— 49 nu AB 
nicht BC — 52 fürnam F— 66 imb A — 75 het euch A B 
— 83 verwegen F — 84 in die Laſter CF — Al, 19 jein F— 
21 außzüg F — 22 entfehhlden müg F — 26 begegen A — 
42, 2 aneinem AB — 22 einen BC — 24 wilt A — 32 
dauor A — 35 das did C — 53 Mardt A — 56 fawern A 
— 58 haſtu did BC — 79 Bynin A— 43,2 zur F— 4 
Darauf F— 9 foder A — 10 „nur“ fehlt BC — 21 habt A 
— 30 dorren A — 44, 17 zu hoch C — 21 gern BC — 22 
ich ſchone jr C — 45, 2 Schilt bet bangen A — 9 fi BC — 
29 ding fo BC — 46, 8 Heß BC — 27 geridt BC — 54 
beceruirtt ABC — 47, 5 fein Ablaß F— 7 eh A — 11 wölln 
BCF-— 22 Weitzeſeck F— 27 geftorben CF — 48 Ueber: 
ſchrift: Apffeln (und fo öfter) A— 1 in ein A— 9 rößlih C — 
40 in die C — 49 Ueberſchrift: Fuchſſe AB — 4 ein Wolff A 
BC— 9 fid A— 13 Rundt ih A — 14 Muft A — 76 Wolffs 
BC — 78 gejondert BC — 91 von der A B — 97 Bnehmen 
A — befümmernuß A — befümmernis B — 99 ſpoͤttiſch A — 
111 Vmbſunſt A — 135 beftellen AB C — 139 eudy ſo C — 
148 Wolffsbalck BC — 157 verfert C — 159 dem Wolff C — 
162 fi) vor A — 50, 34 net C — 35 jahe A — 53 „jetzt“ 
fehlt BC — 57 ein zan A — 87 groffer A — 89 Matthier A 
— 92 beniden A berüden C — 51, 10 nit F — 14 einen B 
C — 17 mad ABC — 32, 10 Muden A — 18 Müden, 

liegen A — 25 mögen A — 88 die ander Kuhe B die andern 

.C — 53, 4 Drumb BC — 54, 25 flithen A — 55, 29 
börft A — 31 Fafna A — 56, 2 fin A — 5 den -— 6 
fondt AB — 13 fohreib A — 19 einander A — 20 wanber A 
— 28 zeubt A — 52 fru A fruͤ B— 69 haut A — 78 Ent: 
flohe A— auß C — 81 hernider A — 9101 BC — 105 
voor A — 57, 3 Summer A — 4 fummer A — 7jmC — 
24 ſich BC — 40 Mufin A — 48 gebürlich BC — 58 Ueber: 
ſchrift: Kuhe AB — 1. 11 Kuhe A — s ſo reich BC — 10 
den C — 38 Ofternmal A — 48 niemandts AB — 54 die 
bindart C — 59, 31 reiten C — 60 Ueberfohrift: Kremer A B 
C im Regifter ſteht „Roler” — 17 nit C — 32 alle A — 33 


| 


— — — —— — — — un — —— — — — —— — — — — — 


16 Lesarten IV, 61— 73. 


m ——— —ñ —ñ —ñ — — — — — — — —— — —e — — — — 


han 4a — 68 auch ABC — ſehr wol BC — 96 kutzel A — 
112 wilkum A— 133 jr ABC — 61, 17 ward F— 18 „auch“ 
fehlt BCF — 25 findt ſtets CF — 26 nechſten F — 33 ruffen 
A — 62, 9 guten C — wardt C — 33 werdt BC — 70 vor 
A — 63, 18 gib A — 20 bringen C — 22 woͤlln AB — 38 
mit mir A — drumb BC — 43 zuftund A — 44 fund A — 
45 wißt A — 64, 14 ein C — 19 bofen A — ond aud) Die B 
C — 29 gſchiht AB — 58 die leer C — 62 „oben“ fehlt BC 
— 65, 6 fleucht F— 9 auff F— 10 mödt F— 19 im beften 
A — 28 „gar“ fehlt BCF— 35 „jo“ fehlt A — 35 Som: 
men B — 36 fommen AB F — 39 Mannicher F — „Gelt“ 
feblt BC F— 43 würd F— 56 ſchlecht A — 66, 33 ſahe ich 
ABC — 57 niergend B nierdend C — 74 ungeendert C — 
79 nah — nad) A — 93 wenn A — 124 hienebft A — 140 
GCaraltern A — 163 bindel C — 197 alle A — 198 „ein“ 
febt BC — figuliert A — 203 jr jninBC — 204 er vns 
muß BC — 222 ©. Peter A — 230 vor A — 238 ziemet 
BC — 240 wift A — 248 diefelb A — 252 entfloben A — 
253 dorfft A — Burger A — 256 dem BC — 67, 1 Denns 
mard A — 6 Zun A — 17 für A — 18 vor A — 40 vorwar 
A — 42 ftill BC — 51 vorwar A — 57 brengen A— 68, 17 
fih BC — 18 Burgern A — 30 fint A — 42 ſchuldt A — 
vor A — 46 verthedingen C — 47 gmwonli A gewoͤnlich BC 
— pflege C — 58 vntichtig C — 69, 4 vor A— 5 von C — 
9 Burger A — 13 vberflut A — 34 wißten A — 35 Drab B 
Darob F — 39 hauffen (Drudf.) A — 59 brengt AB — 61 
„ein“ fehlt F— beridt CF — 67 zänffappern F — 74 die 
die A — 85 fürwar F— 95 hoͤltſchen F — 100 Sedel darum 
BCF— 102 man nur nit F— 104 Ben AB — 111 Da: 
durch F — 127 war nur in F— 143 gfündert F— 159 hört 
F — 187 $rundt F — 206 geführt hin in BCF — in der 
verderbens F — 207 Vns AB — 216 gthan C — 218 Netzen 
C — 70,2bar AB — 24 vol zuß NR. AB — 50 eygen A 
— 71, Unoch A — 16imBCF — 18 und ward F— 20 
ein argwohn A B — 29 jarn F— 39 Ein F — 47 zerſchmaltz 
A — 72, 6 groffes A — 32 auff nie (Drudf.) A — 38 hälffer 
AB — 39 nahet A naht B — 41 Kunfte A — 47 Man BC 
— 73, 15 brengft A — 22 hnab C — 35 wirfft AB — did 
doch auff BC — 42 mwirdft AB — 50 mit jr AB — 51 wilt 
A — mlA — 56 erfur BC — 62 Erfprad BC — 75 





— — — — 220. — — — — —— — — — — — —— — — — 


m— — — — — — — — — — — — — — un — — — — 2 mn. 


Tesarten IV, 74 — 85. 17 











— — — — — — — — — — 


mags AB — 99 bkummen A— 100 benummen A benomen B 
— 74, 17 leigen A — 49 frube AB — 60 alter C — 61 laft 
doch leben AB — 71 Rhür A — 79 fchleffrig A — 75, 4 Al 
AB — 7 Ampt ein jder wacht AB — 16 jM ABC — 92 
azwungen C — 107 geſchlagt AB — 128 verjehmeichelt C — 
132 gleihe AB — 139 fich fo heit AB — 76, 23 jeder A B 
C — 31 jebtt A — 34 ingelaffen A — 35 daſelb AB — 44 
fihs A — 48 Sihe A — 58 ſchmeßt (Drudf.) A — 77, 11 
zekratzt A — 13 „auch“ fehlt AB — 22 gro A gra B— 36 
viel A — 38 vorwar A — 48 koͤnt A — 51 koͤndt A — 64 
Welch A — Wolffeshenten A — 69 gſchiht A geichiht B— 85 
abgzogen C — 87 nadet A nadt B— 91 komſtu A — 96 
Lauffit A — truden A — 78, 14 bichulden A beſchuͤlden B— 
37 beding A — 40 ftall und vnders AB — 42 den BC — 
47 oberflut AB — 52 dem Hundt nauß auff AB — 59 fahe 
A — liegen C — 64 gibt BC — 111 zur böfen zeit AB— 
115 denden A dendt B— all AB— 79, 9 Das C — 13 muftu 
BC — 14 kompſtu BC — 29 Ich meins C — 80, 2 Hieng 
F — 11 Bettelns A — 12 Bey den der 8. F — gbieten F — 
21 Bilgrims A — 57 Wildes F— 59 fid) jett recht A — 61 
wilt jetzt bie B wil ich jett bie CF — 65 daſſelb (Drudf.) A 
— 77 gſaß F— 89 die grüne A — 94 euh AB — 96 ſchuch⸗ 
teen A — 102 mane AB — 106 dendt immer AB — 112 
onnutter F — 115 fhag A — 121 ein F — 122 niergen A 
nirgend BF — 128 Küh C — 81, 2 kopffe C — 4 geſchahe A 
— 13 ſchadt AB — 33 vorba8 A — 35 fondern BC — 39 
gihahe A — 41 emdſiglich A empfiglih B — 56 wift A — 
61 den A— 89 demjelben A— 113 vorbas A— 133 unjhul: 
digen A — 144 „die“ fehlt BC — 150 verrirt A — 162 tbut 
ABC — 174 fördten A — 191 Schöfer AB — 82, 6 bort 
A — 9 ruhe A — 21 dSchuhe A — 33 In C — 51 Vnd A 
B — 57 trinden AB — 81 morgen fompt auch AB — 100 
Der (Drudf.) C — 111 onderfumen A — 112 eingnumen A 
— 121 Kopff und Silber C — 83, 18 grober A — 27 fie gan 
enverfhampt A — 28 habns BC — 35 heyligen A — 46. 49 
ombfunft A — 56 Klofter A — 135 mußt A — 138 frummen 
A — 139 bat ein ſolche A— 158 belaffen A — 84, 3 Birg A 
— 9 wift A — 21 beihaffen A — 24 zu nennen BC — 31 
glauben A — 40 fumpft BC — 59 glaub A — 61 vungeglaubt 
A — 62 haubt A — 65 noch A — 106 mocht A— 85 lieber: 


⸗ 
— —— —— —— — — — — — —— — — — — — — — — — — — — - 


Deutſche Bibliothek I1. b 





— — nn —— 


— — ⸗ — —— — — — —— —— — — — — — = 


18 Lesorten IV, 86— 95. 


ſchrift: vngezohenen A — 26 ziemen A — 86, 31 tüdt A — 
32 müdht A — 55 denn A — 87, 27 pfü A— 33 nad) gethan 
BC — 41 welh A — 88, 3 hat A — 27 andechtigs A — 
28er A— 38 war A — 40 der mih ABC — 45 Mard A 
— 52 hats A — 89, 30 Der Apt ſprach, fo ziehet BC — 39 
Gebt ABC — 42 Wie Flaccus ons anzeyget dag A — 
90, 1 einfaltigen A — 3 Jarn A — 28 flüffen A —- 73 zoben 
A — 74 flohen A — 85 verfunden A— 86 damaln A — ver- 
ftunden A — 96 frumbfeyt A — 99 an die BC — 102 fliehen 
A — 117 Hin fliehen A — 122. 129. 187 Mertin A — 131 
torechten A-— 136 thut A — 156 fabe A — 164 wurd A — 
179 veranderung BC — 182 eh A — 186 felber wol zu BC 
— 190 ®Weift BC — 219 Fründt A — 225 predtiih A — 
226 Mich fo wol fündt A — 230 Befehl BC — 91, 5 Doch⸗ 
ter A — 6 erzohen A — 12 fürtmweil A — 57 runtledt A — 
92, 16 dendt A — 18 Wurften A — 23 zunedjft für Die F— 
26 fürüber F— 29 Schnltzen A — 43. 46 broten A — 50 
fürwar F — 55 verliegen (Drudf.) A — 68 andeen BER — 
92 fliehen A — 78 fürwar F— 84 tollen F — 85 unfrommen 
F — 86 vortommen F — 93, 2 giebt A— 34 im ABC — 
58 „Ein“ fehlt AB — 87 groffen BC — 123 Wuder BC — 
129 dürre A — 130 trewe A Treuwe B — 132 Koder A — 
139 on AB — 154 „ond“ fehlt BC — 175 vngegoſſen C — 
94, 2 betrieben AB — 14 vernemen A fürnemen F— 19 ward 
F— 26 Der C F— 37 jhoner A — 39 brauch A — 40 ver: 
zelen A — 57 all die Hunde A — 58 Schöfer AB — zum F 
— 68 denn C — 74 Wolffen A — wider A B zu wider F— 
86 Fuchß gnug A — 95 Lem A B Loͤuw F — 99 ins befonder 
F — 105 ſoſchs C F — 110 „bis“ fehlt F— 136 Für F— 
138 Schults CF — 149 Thür (Drudf.) C — 151 wird F— 
172 von CF — 182 ift AB — 183 ftellen F— 184 zu AB 
— 191 erwehrn C — 205 für F — 206 ftehen F — 210 vom 
Bovon CF — 213 müften F— 218 bleibt BCF — 221 fie 
CF — 223 zu freden AB — 237 Bein fein rotb A — 238 
bat A het F-— 241 Froſch CF — 265 für F— 274 dem 
Richter AB— 291 zum CF— 296 felb A— 304 gehört F — 
95 Ueberichrift in G: ©. Einl. S. XI — 4 Judiſch G — 12 
fonthben G — 13 Dem — tommen G — 18 woltefit GAB 
wölleft E— vorfagen G — 21 Welt BC — ftende E — 22 
ende E— Nach 22: Vnd wberlegs von ftud zu ſtuck — Bedenck 


. — — — — 


Lesarten IV, 95. 19 


vr glud ond yr onglud G — 23 berkleid G — 25 zand A — 
27 fund G — 28 fund G — 29 thun C E — 32 btrug CE — 
33 negften G Nechften E— 34 fein arbeit E — 35 bofjen tuden 
G — 36 ftuden @ — 38 ſey C E — 39 Fur den G Bor der C 
— fein C— 40 Dar zu G — 41 bofien na G— 42 tromung 
gotti8 G — rutten G — 45 wan G — 48 Vordreuft G — 50 
Wang — mol G — 5lader G — 52 vorpflichten G — 53 
Wans gehen folt nad meynem ſyn G — 54 ſchlug G — 55 
fturgen G — 56 furgen G — 60 vormag G — 62 Kontefts 
als in eynem hwy wenden G — einen E — 63 ſihſt AB — 
64 ydem G jedem AB — gluft G— 65 Da neben G — follen 
GAB — 66 vortrawen G — 67 da fur G— 69 gſchiht A — 
70 an ale G — 72 volbracht — nanß geftert G — 73 dan G 
— 75 da fur G darfür A — 79 war G — 80 Vnd michs nie: 
mand vordenden mol G — 82 wuchs G — 83 vorgeffen G — 
84 Guld G — 86 funft nit weren G — 87 Das Got adıt bet 
der G— 88 uff G— 89 etwen G— 92 Ader G — Muftoro ABC 
E— 92 gezohen A gzogen C E— 93 wuft G— 94 ym geluftG 
— 95 warn G— 97 wurbeft G AB— 100 dan G— 102 bren: 
gen AB— 103 all yr zir G— 105 furber (fürber E) fummen 
moft G — 106 ym G — 107 zwar das Regieren G — 108 
fueren G — 109 mube G — 110 nit G — 111 fhönen G — 
114 vorwundert G — 116 wans G — 118 furts wohin er nur 
G — 120 Weil fie da ftehbt und G — 122 Bnd als durd Did) 
fo weit haft bradit G — 124 fein C — 125 Dan G — EonE 
— 126 voor GA — 127 fummen GA — 128 frummen G A 
— 130 frummen — ſchafftſt G — 132 Weil dudod Bft G— | 
ding C — 133 alles G — 136 Petre furwar G vorwar A — ' 

138 kuhn G — 141 lon — moffen G — 142 ungetadelt G B 
CE — loſſen G — 143 fein Wunder G — 144 befonder CE 
— 145 Sein GA — erfunden G — 146 aus zugrunden G — 
147 noch G — 148 Sein G— 149 ehe G — 152 die menſchen 
G — 153 abergunftig G — 154 inbrunftig G — 156 lang: 
muttig G — 160 Den G — 162 wild G — fein E — 163 
off G — 165 vffgehn G — 166 unfraut, das auch bleibe G — 

167 entfohn G — 173 vnnotig G— 174 pflugt G — miß G — 
den Bach E— 175 wiel (Drudf.) C— 176 Bnfleiffig (Drudf.) 
E — rötbe abreiben G — 177 Bub funft G A — 178 fromde 
G— 179 locher G— 180 furchten — ern einſt G— 182 Gots 
gericht G — 183 onerfaren G — 184 Iaren G — 185 Wan 


— ·⸗ ·— — — —— 
— — — — — — — — — —— — — — — — — — — nn — 


b’ 


20 Fesarten IV, 96. 





— — — — — — — — — 


G — der A — 186 Thurſt G — 187 Wan — gantzen G — 
188 Nach dem C — 192 vff als folteft G — 193 ſuchſt E — 
194 thugſt E — Nah 194: Vnd das dus nit beftellen muchtft. 
G — 197 Wollſtu E — 199 vorgünnen G — 200 Dan G — 
jolftu E — wurds GA — fınen G— 202 dan G — vormwißig 
G A — 203 99 — abreden G — 204 zu freden AB — 206 
vorforgen G — 207 fur G vor A — 209 gib GA — 211 
Sunn G — 213 DasB C Dep E— 216 ih CE — 218 ein 
heid G — 219 dorfflein G — 220 einem G — 221 dan G — 
223 gröne G — 224 Dad (Drudf.) A — modt G A — 225 
vih G — 226 gehe G — behut GE — 229 gebieten BCE 
— 230 butten G — 231 Schaw G — furweudft G vorwendſt 
A — 236 vortretten G — 240 vff G — 241 jcharpffen A- — 
245 pufh G— 246 dornpuſchen G — 247 hornern G — 248 
eutruft G A — 249 verloren E— 251 Bleib E — 252 fur G 
vor A — 254 Mit feuffgen nah G — 255 Sunn G — 257 
zugen G — 258 Wot E — nit G — 263 nehr G — 264 be: 
ſchwehr G — 265 fihe GA — eyr — kuhe G — 266 mühe G 
— 267 muſſen G — 268 buffen G— 269 AE — 270 fur 
G vor A — vorwiß A — 271 Den G— 272 € fehlt GABC 
— 273 Bnd ift gank war G — 274 Kunig G — 276 daruber 
G — 277. folg. von Piſchon nicht mitgetheilt — 279 vor: 
ftund G — 280 Ader — ſunſt fund G — 281 Sunſt G — 
282 gehalten BC — 283 lan etzwes G — 284 wuſt — regeren 
G — 285 wırd GA — 291 Wurde G A Wirds C- — 292 ' 
Wuͤſt G Wißt A — 293 Doch ift G — 294 furwigig G vor: 
witig A fuͤrwitzeg C — 295 funnen G — 296 gunnen G — 
299 vordriffen G — 300 daruber G — 303 furwigen G vor: 
wißen A — 304 Wans G — 305 offs G — 306 ſpracht C — 
308 manger G — 310 Romſchen G — 311 drudt G — 312 
eyr G — 314 vnuormugen G — 315 feind A — nädtig C — 
316 thuchtig G — 317 Der wolt aln G — 318 Vnd kundt nit 
— butten @ — 320 dan G — 321 vorjorg G — 323 feyr G 
— eygen G A — fuß G — 324 fuß G — 326 gnugen G — 
327 warn G — funnen G künnen A — 328 negften G — mif- 
gunnen G mißgünnen A — 96, 9 war C — 13 Obemen B C 
— 33 Muffen A — buden, ducken AB — 37 font A — 41 
möcht A — 46 Bnfr A — 56 Zoben A — 64 man zu Herren 
A — 77 treten AB — 87 Auß BC — 95 erzuͤrnt A — 97 
Aumorn A — 98 hören C — 116 jr fein tabel AB — 153 


— — — — — — — — — — —— — — — mn 


— — — — — —— — — — — — — — — — 


Te ee — — — — — — — — — — 





Fesarten IV, 97 —99. 21 


Den A — 97, Ueberſchrift: eine A — 6 Vorgezohen A — 21 
muß C — 24 mein C — 25 ond al BC — 31 verſuchtſt A — 
32 muchtſt A —- 39 mühe AB — 56 bebürfft A — 71 Freund 
C — 98 lüftig BC — 8, 1einA — 2 ftraffen A — 6 ab: 
(offen A— 14 Den® AB — 16 müften AB — 37 eing C 
— grehut (Drudf.) A— 38 Wir fein vorwar A — 41 machts 
AB — 43 werd C — 38 Entſchuldigt A— euch ABC — 
52 vnſchuͤldig AB — 53 in C-— 57 „auch“ fehlt C — 76 die 
Sermon C —- 82 Ob er fi einft recht beffern wolt C — 108 
vnbillid B— 111 frumb A— 112 fordt A — 114 ſchuldig 
A — 115 wift A — 134 fürchtet ſich all A — 138 ſchuldign 
Aſſchuͤldigen BC — 99 Uebexſchrift inG: S. Einleitung ©. XI 
— 1 Pawr G (und fo immer) — 2 un G (und fo öfters) — 4 
Das er yr faufft ein G — 5 Wie er weit in ein Wiltniſs G —. 
nen W. A — 6 vormimbt G — 8 zubefummern G — 9 
Ydoch, ye nehr er zuhin fam G — vorbaß fam A — 11 fahe 
G A — 12 Ein ſchwerer ftein — vberzuerg G — 13 bald das 
vornehm G — 15 Es jamert yn, und G — 18 thir G (und fo 
immer) — 19 furm G — 21 3% vbt man G — 22 Mentſch — 
funft G — 23 mi boͤßlich G — birin verfchloffen G — 24 
loffen G — 25 ®nd wo funft niemant meyn wird achten G — 
26 Muß ich vorhüngern vnd verſchm. G — 27 Drum G (und 
jo öfters) — 29 Bit ich Dich Durch der Götter huld G — 30 
Die fein guts laffen vnuorſchuldt G — 31 als erfwidt G — 
32 Was hie mit vureche (sie) onderdrüädt & — 33 So bit ich 
G — 34 Woltſt — erfullen G — 35 freud vormehrft G — 37 
Vnd ih — fum vnuorletzt G — 39 gewißlich G — 40 bie 
(Drudf.) A — 44 War graufsam, vngehewr, ongeichladht G 
— 45 Vnd ſprach, Ja war ich Dich liſs loſs G — 47 vorlett 
G — 48 zehn G — 49 wen — hulff G — 50 widr G — be: 
zalung GBC — 53 hilffs G — 55 hochften G böhften A — 
56 groffe G— 58 groft G— 60 Gotter G— 61 Die G — 62 
Des glaubt G — 63 etzwes G — 64 „bald“ fehlt G — gefan⸗ 
gen G — 65 waltzt G — 67 vier fujfig G — 68 Ingfprengte 
G In gefprengt AB — ruffig G — 69 ruffell G — 72 Groß 
fnorredt, vom ſchwantz bis zum ſchopff G — Topffeht C — 
73 Nab an G — 74 War vberal ſchuͤppicht G — 75 Es het 
ein G — 76 Das al fein eng G — 77 Bey ſechtzig ſchuͤch G— 
did C — 81 erloft G — 82 Idoch G — 83 thon G — 84 for: 
derſt (Drudf.) A — dreiftlih G — 88 ik G (und fo immer) 


— — — —— — — —— — — — — — — — — — — — 


H 
i 


ö— — — — — — —— — — — — 


— — — — — — — — — — —— — —— 


22 Tesarten IV, 99. 


— 89 beicheid G — 90 Vnd wil di alfo bald G — 92 fr — 
fagft G — 93 gaben G — 96 duͤnckel — vorwyrft G — 97 ge: 
lobt G — 99 hochſt G — 100 Woͤlch G — 182 fur G vor A 
— poffen G — 103 weil das du ſolchs G — 104 Bewednet G 
Bewidmet C — 106 Dasd vff did G — bichwerft bu A Be: 
Ichmwerft du C — wir (Drudf.) eym G — 107 wehm G — 108 
glamben G — 110 vor A — hochſte — ahort G — J11 da fur 
zu thotten G — 112 aln — nötten G — 113 Da ſprach G — 
114 ader G — 115 Wirftu bey G — 116 fein beilern G — 
117 Wo haft gejehn — wart G — 119 Do — Bawer G — 
120 frummen G — 122 vorgelten G — 124 nebften G A — 
125 dundt A — 126 feine C — 127 slechts G — 128 Kum 
GA — fürein #. G — 129 Wan der — wird G — 130 So 
wil id bald das G — 131 Lindwuͤrm — weygers G — 132 
kum G A — 133 zugen G zoben A — 134 off G —- 135 Pferb 
das ſucht G — 136 grufstens G — 137 itund G jeßt AB C 
— 138 mug G — 139 hab e8 gern G — 140 bündt G — 
141 vff G — 142 Sein fordern fuß zufamen punden G — 
143 duͤrchkwelt G — 145 Wuͤrm — fruͤndt G— 148 woltft — 
Sceidman G — 151 ghort G — 154 Bit, molft uns drauff 
ein vorteil G— 156 woln — befwhrn (sie) G— 157 zu langt C — 
158 wold) — dandt G — 160 Bon anbegin für G — hoͤchſte 
G — höhft A — 165 Juͤng G — 167 fremdig G — 168 Ich 
fund G — 169 Darumb er mid) fo ſehr geliebt G— 170 kuͤrtz⸗ 
weil — vbt G — 171 fund ih BC — nummer G — 172 muft 
id G — 173 eyhen — pflugen G — 175 Des fommers G 
— 176 Einfurn — vnd zn G — 176 fim G — 178 wider G 
— rw G ruhe AB — 180 hat ik — gewerd G — 182 weil 
man mid G — 183 lang und wolgenoſſen G — 184 Würd — 
yderman vworloffen G— 185 Aufgyagt und gichlagen G— 186 
wolch G — 191 Bon fliegen ward idy hart G — 194 über 
mid) gemadt BC-— 196 vorfeuffen G — 197 laſſen G — 
198 offmols G — 199 gewinft G— 200 für G— vor meinem 
B von meinem C — 201 groffen C — 203 borftu G — 211 er 
ſeyr G — 212 drum — beſchloſſen G — 213 gut word bößlich 
vorgolten G — 216 dis C — 219 Idoch fum G — 220 zugen 
G — 222 grustensg G — 223 abermal GC — 224 woltft G 
— 225 laß es C — 226 Wolchs — vorfchreiben G C — 229 
kurtzlich G — 231 hochſte G höhfte A-— 233 fürkem G — 
237 fur G — erflern G C — 238 zeugniſs G — 239 Jünger 





Yesarten IV, 99. 23 


— — — — —— 





G — 240 Ben meynem hern meyn ſach wol ſtuͤnd G — 241 


Nebn ym ftets an dem tiſche G — 245 wars G — 247 Hafen, 


Hinden G — 249 Do G — 250 mangen G (und jo öfters) — 
253 wacht ich runds vmb G wachet ich vmb AB — 254 trug 
nichts drauſs G — 255 Bund bey G — 256 Vff — gan fred) 
G — 257 würd G — 259 gethan G — 261 voracht G — 262 
keyr G — 263 dramt G trawt A B trewet C — 264 wil G — 
265 brot G — 268 Widder eingmeſſen G — 269 troft G — 
270 Dan G — 273 gohrt G — 274 furen G— 275 Apelleren 
G — 276 zfuren G — 278 Den Pawrn gar G — zuzaunen 
(Drudf.) C — 279 Gedacht yn alfo bald zefreffen G — 281 
aufsred jucht G— 282 entkummen muͤcht G — 284 zuuorziehen 
G — 285 Dweil wuͤchſſen G — 286 Weil fie G — 293 Mit 

bildem G — 295 vorkürkung gſche G — 296 fin ABC — 
"297 riff G — vff GC — 298 wan G — 304 So red ich das 
on G — 305 Wo du mich bhelteft bey dem leben G — 306 
Huner G (und fo immer) — 307 Füchse G— 308 hulff — ader 
G — 309 wan G — 311 feuffeft G feuffit BC — 312 meyr 
G — bw G — betreuffft BC — 315 Wan — wird G — 
316 vormaledeien G — 318 bojse G — 319, hor G — 321 
Wir woln albeid hin gehn G— 322 vff G — 323 wan — Dynne 
G — 324 vernufft G — 327 thur G — 328 wald — fur G— 
329 Den bleibt — vorichlofjien G — 331 Darnoch G — 334 
modt G — 336 doch fein ABC — 337 für G — 338 fie e8 
glan — nad G — 340 Bf G — 341 Mug G — 342 Vf G 
— 344 ſprach ſchaw, bie bin ich glegen G — 345 vff G— 347 
ich nur gnug bet zuuorzeren G — 351 flur G — 352 fur G— 


353 ongehewer G — 354 vormacht — vorſchloß G — 355 bes 


nummen G — 363 ſolt erfalten G — 364 Ehe — wolt G — 
365 Sie famen G — 369 Al meyne Hanen vnd G — 370 vor: 
minder G — 373 So G — fum G A — hbinzuBC — 374 
Wans G — 378 SeinGA — 379 Vnd GAB — e ift zu 
G — 380 Das id ſolt GAB — 381 nad G — wolt G — 
382 Mein G AB — feuffen folt G — Nach 382: Damit fam 
er fpet heim getrolt G — 386 brengft G brenft A— 387 Pawer 
G — 389 leben BC — fummen G — 390 ondernummen G 
— 393 fummen zu dem G — 395 würden G B wurden A — 
396 Dafur ym het G Dafür ern bet AB — 398 hart GA — 
399 zübalgen G — 402 fo gar weiblich gnart G — 405 langit 
G — 406 vorgeffen G — 408 Füds G — 414 ſol GA — 





TEN 


— — — — — — — — — — — — —— — 
— — — ————— — — —— — — — — — — — — — — — = 


Te nn - . 


24 ' Lesorten IV, 100. 


fummen G— 415 begern G— 416 gewern G — 417 vorbdient 
G — 419 ader G — 422 Mit frifchen, zehen, eihen G — 424 
baft G— 426 fug G lüg A — 429 Daſſelb mich it geratten G 
Daffelb ich Dir gerathen ABC — 430 Aber dir wirt vbel G 
— 433 Bedacht yrn eygen nu G — 435 riff zu fund yın G 
— 438 Borichlugens G — 439 dem G — 440 groffen, Diden 
G — 444 nu G — 445 Vnd meint, es wer al8 G — 446 vff 
G — 447 Stiljweigense G — 450 jeyr G — 453 eur jumme 
G — 445 Der Fuchs wart jemerlich ermort G — 447 we G 
— 460 ftrihd A — 461 Welchen ich hewt im Tod G — 467 
Dazu er G— 469 wie eim G— frummen GA— 471 vff G— 
473 ſolch wolthat G — 481 die groffe gut G — höhfte A — 
482 hogſt G hoͤhſt A — 485 furbaß G vorbaß A — keir G — 
486 zunormutten G — 487 Wen G— eur G einer C— ſchwur 
G — 488 dafur G — 489 vorfigelt8 G — 492 vortorben und 
vorgifft G — 497 er dir ſolchs alzumal G — 502 nidren G— 
504 bundgenofjen G — 505 Hendlen BC — 508 hochlich G 
— 509 abgeftreufit BC — 510 fur G — 512 frunmen G — 
513 id) alhie G — 514 wol voradyten G — 516 fi BC — 
519 Hilffſtu yr auff, fie ftoft G — 520 Bnd ehrftu fie, fie G 
— 521 vorkert G — 522 gelert G — 524 Beit (Drudf.) E — 
vnd im glüd B ond aud im glüäd C — 525 thon G — 526 
dafur G — 527 dand C — ader G — 528 zurfullen G — 
530 woldem — Jochims G — 531 Sondern er gibt ein G — 
532 nad) — nad) G — 533 Vorzern mag, fan auch nit (nicht 
A) voralten G — 534 jeir G — 535 laj8 G — 537 dieſe gaben 
G — 100 lieberfchr. : feinen C — 2 jeß C — 3. 7. 28 mocht 
A — 13 Dir (Drudf.) C — 14 Müft BC — 45 widern AB 
— 58 So wirdts Doch noch mit groß A B — 79 barmherkig- 
feit BC — 84 jchweigts, nit meim B fchweigts nit meim C — 
113 Ober jr fein Münt binfort dorfft maden AB — 135 
blachen C — 137 neides C — 138 lügens C — 139 ſchmeych⸗ 
lens AB— 156 gangen A— 165 abkummen A— 169 gregig 
AB — 172 magig (Drudf.) C — 197 erft (Drudf.) C — 
214 werd C — 221 Latin A — 225 verliehen C. 


Il Anmerkungen. 
Seben Flop. - 


Waldis hat das dem Marimns Planudes zugeſchrie— 
bene Leben des Aeſop, das fih in den meiften der alten Aus: 
gaben des griechiichen Yabeldichters worfindet, benutt, aber 
mir wenige Züge und zwar gerade nicht bie bedeutendften in 
feine Bearbeitung aufgenommen. Namentlich bat er alle die: 
jenigen übergangen,, welche von dem Verhältniß Aefops zu ſei⸗ 
nem Herrn, dem Philoſophen Kanthus, berichten und in denen 
der Sieg des gefunden Dienfchenverftandes über ben gelehrten 
Formalismus auf ergötzliche Weife Dargeftellt wird. 

Bers 196 f.: 

(Kanthus) Sprach zu Eſopo: „von wann bift du?“ 
„Schwart bin ih!“ Eſopus antwert. 

Diefe höchſt unpaffende Antwort Aeſops auf Des Philofophen 
Frage beruht auf einem Mißverſtändniß des griechiichen Tertes, 
weldyes jedoch nicht Waldis, fondern dem lateinifchen Ueber: 
ſetzer zuzujchreiben ift. Bei Planudes jagt nämlich Xanthus zu 
Aeſop: nosranos si; -diefes Wort (oder vielmehr nodenos) heißt 
allerdings: „woher?“ „aus welchem Lande?” aber e8 bedeutet 
auch „wie befchafien?“ (S. Stephanus, Thesaurus linguae 
graecae, ed. Hase etDindorf T. VI p. 1274.) Nun nahm XZan- 
thus allerdings das Wort in der erften Bedeutung, Aefop aber 
in der zweiten, und antwortete daher ganz richtig „Schwartz 
bin ih!“ Da das Wortipiel weder im Lateinifchen, noch im 
Deutihen nachgeahmt werben kann, fo dürfte zosenos nur in 
ber Bedeutung von „wie beſchaffen“ genommen werben, wenn 
die Antwort Aejops einen Sinn haben follte. Der lateinifche 
Ueberfeßer gab es aber durch „cujas?“, welches Waldis mit 


— _ — — 0. 











— 


Anmerkungen. Zrben Esopi. 


— — —— — — — — — 


26 








| „von wannen” wiedergab, ohne fid) an dem Unfinn zu ftoffen, 
ı der Dadurch entftand. Der Italieniſche Heberjeger, Graf Giulio 
VLandi (Vita diEsopo Frigio. Ven. 1621. 12°), hat die Stelle 
| richtig mit „Qual sei tu?“ mwiebergegeben. 
Vers 278 ff. Der Tod Aejops wird von Walbis fehr 
| ungenügend erzählt, indem er feinen Grund anführt, warum 
| die Delphier ihn ermordeten. Planudes berichtet Darüber Fol- 
gendes, das wir nad Steinhoͤwels Ueberjegung mitteilen : 
„Zuletft fam er (Eſopus) gen Delphos in. die loͤbliche Stat, 
vnd ein haupt der geiftlichheit. Aldo volgt jm viel vold nad, 
das es in hören moͤchte, aber jm warb fein eer von den Del: 
phiern erbotten. Do ſprach Efopus: „Sr man von Delphis, 
jr jeind gleich dem holt, das von dem meer an das geftab wird 
geworffen. Diemweil das ferr ift, fo bedundt e8 groß fein; 
wann e8 aber nahet, fo ſicht man fein kleine. Alſo do ich ferr 
von ewer ftat was, wermeint ich, jr weren die fürnemften ob 
allem vold; aber nu erfenn ich euch vil nahent die ongefchid: 
teften fein.“ Do das ond des gleichen die Delphici erhörten, 
ſprachen fie onder jn felber: „Difer bat in anderen Stetten 
groß vold vnd anhang des volds; er mag durch fein nachreben 
onfer lob mindern oder villeiht gar nemen, es jey dan, das 
wir bieten.“ Alſo giengen fie zu rhat, in welchen weg fie jun 
tödten möchten als ein vnguͤtigen klirchenbrecher; dan fie ge: 
törften jn von des volds wegen nit offentlih tödten. Alſo 
tieffen fie off den Inecht Ejopi warten, war er des herren güt 
in ließ binden zu der binfart. Do namen fie ein guͤlden fehalen 
oß dem tempel Apollinis vnd verborgen die heimlichen im die 
bellin Eſopi. Eſopus was onwiſſend aller der ontrewen an: 
ichleg, die wider jn beihaben. Vnd als er gen Phocida zoch, 
eileten jm bie Delpbici nach vnd fiengen jn mit groffem ge: 
Ihrey; vnd als fie Ejopus fragt, warumb fie jn gefangen bet: 
ten, fchrien fie: „Du jeellofer, du vbelteter, warumb haftu den 
tempel Apollinis fchmahent beraubet?” Do aber Ejopus bes 
offentlich Teugnet, vnd den zig mit ſchwerem gemüt trug, bun- 
den Die Delpbici feine bellin auff vnd funden die guͤlden Scha⸗ 
len. Die zeigten fie jederman je einem nad) dem andern, vnd 
fürten Ejopum als ein firchen reuber vngeſtuͤmigklich mit groſſem 
geichell in den ferder. Efopus was dannoch aller vntrewen 
anfchleg vber jn gemacht onwiflent, und bad, das man jn 
ledig ließ; aber fie legten ihn herter gefangen. Do aber Eſo⸗ 








mn — — mn m — ——— — — — — — —— — — — 


! 


— — —— — — — — — — — — — — — — — — 
x 


. Anmerkungen I, 1. 2 


— — m m — — — — 





pus erſach, das er keinen weg finden kund, ſich zu erledigen, 
vnd erkennet, das alle rhaͤt wider jn gemacht wurden, klaget er 
ſein ongenel vnd boͤſes gluͤck. Alſo kam einer feiner erkanten, 
Demas geheiſſen, in den kercker zu jm. Vnnd als er jn trauren 

ſach, ſprach er zu jhm: „Warumb traureſt du fo ſehr? Biß 
guts muts; ich habe güte hoffnung vnd troͤſte dich ſelber.“ 
Delphici verdampten Eſopum mit offner vrtheil als einen 
kirchen rauber vnd fuͤrten jn auß dem kercker, das ſie jn vber 
ein felſen abwuͤrffent.“ (Nun folgen Reden und Fabeln Aeſops, 
die wir übergehen, worauf es weiter heißt:) „Aber ſie kerten 
ſich nit daran, ſondern wurffen fie jn ober ein felfen ab. Alſo 
endet Eſopus ſein leben elentiglichen.“ 


Fabeln Sſopi. 
Erſtes Buch. 


1. Fabel. Vom Hanen vnnd Perlen. 


Abgedruckt: Wolgemuth Nr. 1. 

Quelle: Fabularum quae h. lihro continentur interpre- 
tes atq. autores sunt hi: Goudanus etc. Argent., Schurer, 
1516. 4%. A. 1. a De Gallo gallinaceo. 

Bearbeitungen: Aes. s. I. e. a. C. 8. a De gallo et ias- 

"pide. — Fabulae Aesopicae stud. et dilig. Joach. Camerarü. 
Lps. 1564. p. 172 Gallus repertor unionis. — Phaedrus 3, 
1% Gallus ad margaritam. — Romulus 1, 1 Pullus ad marga- 
ritam. — Anonymus ap. Nevelet p. 486 De Gallo et iaspide. 
— Pantaleon Candidus (Delitiae poet. germ. 2, 163). — Boner, 
Edelstein 1, Von einem hanen und eincm edelen steine. — 
Stricker, Von einem hanen (Grimm, Altdeutiche Wälder 2, 
3; Haupt, Zeitschrift 7, 381). — Steinhöwel, Ejopus 
(o. O. u. 3.49%), Bl. 27. b Bon dem Han ond dem Berlin. 
— Luther (Werke, Altenb.) 5, 404. b Bon dem Hahn vnd 
Berlen. — Alb. Erasmus, Neun ond viergig Fabeln (Ff. 
1590) Nr. 1 Bon einen Hanen. — Eyring, Copia Prover- 
bior. 3, 354 Biel lefen on allen verstand Verſeumlich ift, Dazu 
ein Ihand. — Leſſing, Fabeln 2, 9 Die blinde Henne. — 





a — — — — — — — — — — — — — — — —— ·— 


28 Anmerkungen I, 2. 3. 


Hagedorn (herausg. v. Eihenburg) 2, 67 Das Hühnchen 
und der Diamant; 2, 57 Tie Henne und der Smaragd. — 
Lafmtaine. Fables 1, 20; vgl. Robert, Fables inedites (Par. 
1825) 1, 81. — Le Noble, Contes et Fables (2T. Lyon 1697) 
2, 292 Du Coq et du Diamant. — Guicciardmi, L’Hore di 
Recreatione (Par. 1636) p. 78. b Vani gli acquisti onde 
niuna utilita ne proviene. — Sadi Überf. v. Graf, ©. 101. 


2. Fabel. Von vem Wolff vnd dem Pamb. 


Adgedr.: Wolgemuth 2. — FZrommann, Lefebud 
1, 48. . 

Duelle: Fabulae A. 1. a De lupo et agno. - 

Bearb.: Aes. s. 1. .C. 8. b De lupo et agno. — Aes. 


Cam. p. 163 Lupus et Agnus. — es. Corai 229 Avxos zal 
Adc (2 Fabb.). — Aes. Furia 101 Avxos zei Apvos. — Ba- 
brius 89 Avzxos zai Apviov. — Anon. Ner. p. 487 De Lupo 


et Agno. — P’haedrus 1, 1 Lupus et Agnus. — Romulus 1, 2 
Lupus et Agnus. — Vincentius Bellovacensis, Sp. doctr.3, 114; 
Sp. hist. 2, 2 Contra calomniosos. — Punt. Candidus, Lupus 
et agnus bibens (Del. poet. germ. 2, 145). — Boner 5 Von 
einem wolfe und einem schäfe. — Keller, Altd. Erz. 495 Von 
dem wolff und dem schaff (1. Theil). — Strider, Wolf 
und Fämmlein (bei Grimm A. W. 3, 169). — Steinhöwel 
28. a Bon dem Wolff ond Lamb. — Geiler, Narreunſchiff 
78tes Geſchwarm (Kloft. v. Scheible ©. 660). — Luther 
(Jena) 5, 405. a Bom Wolff und Limmlin. — Er. Alberus 
6 Bon einem Molff und Lamb. — Hans Sachs (Kempten) 
I, 4, 978 Der Wolff mit dem Lamb. — Eyring 1, 487 Der 
Hund hat Leder frefien — 3, 458 Wer den andern vermagk. 
der ftöft jhn in Sad. — Kirchhoff, Wendunmuth (Ff. 1581) 
52. a Bom Wolff ond Lamb, vgl. Lihtwer 4, 13 Der Löwe 
und der Ziegenbod. — Lafontaine 1, 10 LeLoup et l’Agneau; 
vgl. Robert 1, 57.— Le Noble 2, 210 Du Loup et de l’Agmean. 
— Guicciardini p. 206 La crudelta ne con ragione ne con 
humilta placarsi mai. — Tuti-Nameh (über. v. Rofen) 
1, 229 Fabel vom Löwen und vom Schafe. 


3. Tabel. Dom Froſch vnd der Mauf. 


Adgedr.: Wolgemutb 3. . 
Quelle: Fabulae A. 1. aDe Muribus et Ranis. 


— — — — — — — — — * — —— — — .... — — — — — — — — 


Anmerkungen I, 4. 29 


— — — — — — — — — — — — — — — — — — — nn nn 


Bearbeit.: Aes. s. I. D. 1: a De rana et mure. — Aes. 
Corai 245 Mvs zai Baroayos (2 Fabb.). — Aes. Fur. 307 
Mũc xad Bargayos. — Aeſops Reben von Blanudes, bei 
Steinhömel 25. b. — Phaedrus App. 6 Mus et Rana. — Ro- 
mulus 1, 3 Mus et Rana. — Anon. Nerv. p. 488 De Mure et 
Rana. — Vinc. Bell. Sp. doctr. 3, 114; Sp. hist. 2, 2 Con- 
tra insidiosos. — Cognatus, Narrationum Sylva (Bas. 1567) 
Pp. 77 De Ranar. et Murium certamine. — Pant. Candidus, 
Mus et rana (Del. poet. gern. 2, 156). — Boner 6 Von einem 
vrösche und einer miuse. — Strid er, Froſch und Maus 
(Grimm A. W. 3, 177). — Steinböwel 28. a Von der 
Mauß, Froſch ond Weien. — Luther 3, 405. a Bom Froid) 
vnd der Mauß. — Er. Alberus 2 Bon einer Mauß vnd 
einem Froſch. — Hans Sachs I, A, 980 Fabel mit dem 
Froſch vnd der Mauß. — Rollenhäagen, Froſchmeuſeler 
(Magdeb. 1608) Ss. 2. a Quackebauchs Hiſtorie. — Lafontaine 
4, 11 La Grenouille et le Rät; vgl. Robert1, 257. — Le Noble 
2, 232 Du Vautour, du Rat et de la Grenouille. — Bol. 
Bantihatantra, überf. v. Benfey 1, 223. — Cabinet des 
fees 18, 60 Le Rat et la Grenouille. 


4. Fabel. Bom Hundt ond ftüd Fleiſch. 


Abgedr.: Wolgemutb 1, 4. 

‚Duelle: Fabulae A. 1. b De Cane et Umbra. 

Bearbeit.: Aes. s. 1. D. 2. a De cane et carne. — Aes. 
Fur. 219 Kiwr xal eidwiAov avrov u. 339 Kiwv zei Bowue. 
— 4Aes. Cor. 209 Kuwrv xipgas pEpovon (6 Fabb. 1 aus Syn- 
tipas). — Dgl. Aes. Cor. 224 Adv ai Aaywos. — Aes. Fur. 97 
Atwy zai Akywös. — Babrius 79 Kıwv zei axia. — Aes. Cam. 
p. 162 DeCane et Frusto Carnis.” — Aphthonius 35 Mudos zov 
xvvos napuıvov anınorlav pevyeıv. — Phaedr. 1, 4 Canis per 
fiuvium carnem. ferens. — Romulus 1, 5 Canis per fluvium 
carnem ferens. — Anon. Nev. p.,489 De Cane et Carne. — 
Vinc. Bell. Sp. doctr. 3, 115; Sp. hist. 2, 2 Contra cupidos. 
— (ognatus p. 19 De Cane carnes ferente; vgl. Desbillons 
(Fabb. Aesopicae. 2 Voll. Mannh. 1768) 4, 28 Leo, Agnus 
et Cerva u. 1, 26 Canis et Lepores duo. — Boner 9 Von 
einem hunde der truog ein stücke. — Keller. Altd. Erz. 557 
Der hunt mit dem bein. — Strider, Der Hund auf der 
Bruͤcke (Grimm A. W. 3, 170). — Steinhömwel 29. a Bon 


— —— a — 


. —— — m — —— — — — — — — —— — — —3 





—— [m — nn en nn 


32 Anmerkungen I, 7. 8. 





— — 


Loup et la Cicogne; vgl. Robert 1, 194. — Le Noble 1, 33 
Du Loup et de la Grue. — Guscciardini 65. b Alcuni esser 
di tanta tirannica natura, che par loro far beneficio & cui essi 
non fanno male. — Bgl. Herodot 2, 68. — Aristot. histor. 
anım. 9, 6. — Aelian. nat. anim. 3, 7; 8, 25. 


7. Fabel. Vom Bawrenn ond der Schlangen. 


| 
| 
Quelle: Fabulae A. 2. a De Rustico et Colubro. 
Bearb.: Aes. s. I. D. 5. a De homine et serpente. — 
Aes. Cor. 170 Tewoyos zai 'Ogpıs (2 Fabb.); 2, 170 'Odoi- 
| æoooc xui Exıs (2 Fabb.). — Aes. Fur. 130 Odoinooos zei 
Ezıs. — Aes. Camer. p. 165 Agricola et Anguis. — Phaedr. 
A, 18 Homo et Colubra. — Romulus 1, 10 Homo et Colubra. 
|  — Anon. Nev. p. 492 De Rustico et Colubro. — Cognatas 
P. 42 De Rustico et Colubro. — Pant. Candidus, Agricola 
Anguem in sinu (Del. poet. germ. 2, 115). — Desbillons 2, 
42 Puer et Coluber. — Boner 13 Von einem slangen in dem 
hüse gespiset. — Steinhoͤwel 30. b Bon einem man vnd 
einer ſchlangen. — Franck, Sprichwoͤrter 2, 28. b Der welt 
Iohn geben. — Er. Alberus 14 Bon einem Bawren vnd 
einer Schlangen. — Agricola (1548) 1. a. — Eyring2, 
440 Er zeucht ein Schlang im Bufen auff. — Hagedorn 2, 
38 Der Bauer und die Schlange. — Marie de France, L’Homme, 
le Renard et le Serpent ; bei Ze Grand A, 351. — Lafontaine 
6, 13 Le Villageois et le Serpent; vgl. Robert 2, 32. — Le 
Noble 1, 57 Du Paisan et du Serpent. — Bgl. Liebrecht in 
Rom. Jahrb. 3, 147. — Vgl. Waldis IV, 99 Bom Bawrn, 
Lindwurm, Pferdt, Hundt ond Fuchß. 
Anmerk.: Bers 33. S. Matth. 5, 43—47. 


8. Fabel. Dom Löwen vnd Efel. 


| Abgedr.: Wolgemutbh 73. 
| Duelle: Fabulae A. 2. a De Apro et Asino. 
Bearb.: Aes. s. I. D. 7. b De asino et apro (im Holz 
ſchnitt ift nicht ein Eber, jondern ein Löwe abgebildet). — Aes. 
Camer. p. 174 Aper et Asinus. — Anon. Nev. p. 494 De 
Asino et Apro. — Boner 14 Von einem esel und einem löwen. 
— Steinhoͤwel 30.b Bon dem Ejel ond Löwen. — Luther 
| 8, 406. b Bom Ejel ond Lowen — Er. Alberns 22 Bon 
Ä eim wilden Schwein vnd Eſel. — Eyringi, 411 Den Rar: 


— — nn — — — —— — 


— — — — — — — — — — — — —— — 
nm — — — — nn 


Anmerkungen J. 9. 10. 33 


— — — — — —— — — — — — — — — — — — — ·— 





ren vnd vnuerſtendigen etwas zu gut halten. — Hagedorn 
2, 32 Der Löwe und der Eſel. — Vgl. Waldis J, 69 Der 
Löwe und Froſch. 


9. Fabel. Von der Stadtmauß ond der Feldtmauß. 


Abgedr.: Wolgemuth 5. — Gödeke, Deutiche Dich: 
ter 104. 

Quelle: Fabulae A. 2. b De Mure urbano et mure ru- 
stico. 

Bearb.: Aes. s. I. D. 7. a De duobus muribus. — Aes. 
Cor. 301 Müs avovpeio; xal aarızos (2%abb.). — Aes. Fur. 
121 Mis dgovgaios zul aorızös. — Babrius 108 Müs agov- 
o«ilos zei uus @orızös. — Aes. Camer. Duo Mures. — Aph- 
thonius 26 Mv9os 6 rwv uvwr, napeuvwv gregyeıy Ta ueroee. 
— Phaedr. App. 9 Mus urbanus et rusticus. — Hor. Satyr. 2, 6, 
79sqq. — Romulus 1, 12 Mus Urbanus et Rusticus. — Anon. 
Nev. p. 494 Demure Urbano et Rustico. — Boner 15 Von einer 


veltmüs und einer statmüs. — Strider, Burgmaus und 
Feldmaus bei Grimm. W. 3, 184. — Renner 3485 Von 
der veltmeuse und purkmeuse. — Steinhöwel3l. a Bon 


aweyen meujen. — Futher 5, 406. b Bon der Stadt: und 
Feld Mauß. — Er. Alberus 8 Bon einer Stattmauß vnd 
Feltmauß. — Frand 1, 108 b Halt bei zeit rat, denn nad 
der that kommt er zu ſpat; 2, 70.b Es ift jm heymlich wol. 
— Dans Sads 11, 4, 72 Fabel der zweyer Meuf. — 
Fiſchart, Flöbhat 1920 ff., 4668 fi. — Rollenhagen 
F. 6. a Bröfeldieb jagt, wie Die Stadtmauß zur Feldtmauß fey 
zu gaft gelommen, u. G.3.b Die Feldtmaus geht in die Stadt 
zu Gafte. — Eyring 1, 119 Armut ift zu vielen Dingen gut; 
2, 329 Er ift ein rechter Schmaroger — Kirchhoff 60. a 
Bon der Stadt und Feldtmauß. — Drollinger ©.445. — 
Michaelis (Wien 1791) 2, 68. — Lafontaine 1, 9 Le Rat 
de Ville et le Rat des Champs; vgl. Robert 1, 47. — Le Noble 
4, 198 Du Rat de Ville et du Rat de Village. 

Anmerk.: Bers 89. 1. Timoth. 6, 9. 


10. Fabel. Vom Adler ond der Serien. 


Abgedr.: Wolgemutb 55. 
Duelle: Fabulae A. 3. a De Aquila et Cornicula. 
Bearb.: Aes. s. I. E. 1. b De testudine, aquila et corvo. 


nn — 
. - - — — — — — —— — — — — — — — — — — — — — — — —— — — — — 


— — — — —— — — —— — — — — — 


Deutſche Bibliothek II. c 





u m — — — — —— — — os 


— 


34 Anmerkangen I, 11. 





— des. Cor. 61 — zul Altos (2 Fabb.). — Aes. Fur. 
193 XsAwvn xai Asros. — Aes. Camer. p. 178 Aquila et Cor- 
nix. — Phaedr. 2, 6 Aquila, Cornix et Testudo. — Romulus 
1,13 Aquila, Cornix et Testudo. — Anon. Nev. 14 De Aquila 
et Testudine. — Abstemius ap. Nev. 580 De Testudine ab 
Aquila in altum sablata. — Cognatus 36 De Testudine et 
Aquila. — Desbillens 10, 25 Vulturius, Ostrea et Vulpis cf. 2, 
5 Testudo et Aquila. — Boner 17 Von einem arn und einem 
sneggen. — Steinhömwel 32. a Bom Adler, ſchnecken vnd 
kraͤen. — Alberus 28 Von einem Adler ond einer Kräen, 
vgl. Striderbei Grimm A. W. 3, 215. — Robert 2, 453. 
— Bgl. BPantfhatantra 1,239 ff. u. 2, 90 Die unfolgfame 
Schildkröte. — Hitopadefa (über. v.M. Müller) 152 Bon 
der Schildfröte und den beiden Sänfen; vgl. Lancereau 236. 
— Bidpai 1, 85 Die Schildkröte und die zwei Enten. — 
Joh. de Capua d. 5. a. — Beijpiele der Weifen 51, 29. 
— Cab. des fees 17, 309 Les deux Canards et la Tortue. 


11. Fabel. Dom Raben ond Fuchſen. 


Adgedr.: Wolgemuth 7. 

Quelle: Fadulae A. 3. a De Corvo et Vulpecula. 

Bearb.: Aes. s. I. E. 2. a De Corvo et Vulpe. — Aes. 
Cor. 204 KooaE zai Alan (5 Fabb. ), vgl. 339 Atwr zai 
Teupos. — Aes. Fur. 216 KogaE zai Aknn&. — Babrius 
77 Koga£ x«i alwnnE. — Aes. Camer. p- 157 De Corvo et 
Vulpe. — Aphthonius 29 Mohbhoç 6 Tov xopuxos xai uns 
aAwnexos. — Phaedrus 1, 13 Vulpis et Corvus. — Apu- 
lejus De Deo Socratis Prologus (ed. Hildebrand 2, 107 sqq.). 
— Romulus 1, 14 Vulpis et Corvus. — Anon. Nev. p. 497 
De Vulpe et Corvo. — Hor. Satyr. 2, 5, 56; Epist. 1, 37, 
50. — Vinc. Bell. Sp. doctr. 3, 117; Sp. hist. 2, 3 Contra 
vane gloriosos. — Coynatus p. 36 De Corvo et Vulpe. — 
Boner 18 Von einem vuchse und einem rappen. — Kanzler 
bei Hagen MS. 2, 398 (vgl. 4, 701—705) u. Kurz, Lit.⸗Geſch. 
1, 137. — Renner 2, 456 Von einem hungerigen fuchs. — 
Der fuchs und der rabe bei Grimm R. F. 358. — Keller, 
Altd. Erz. 523 Der kesediep. — Laßberg, Liederſaal 2, 
169 Der Fuchs und der Rabe. — Steinhömwel 32. a Bom 
Rappen mit den fefen vnd fuchs. — Luther 5, 406. b Bom 
Haben vnd Fuchſe. — Alberus 9 Bon einem Raben vnd 


— — — —— — — — 





Anmerkungen I, 12. 35 


Fuchß. — RollenhagenK. 2. a Reinide betreugt Hippo: 
cras den Raben vmb den Heß. — Leſſing 2, 15 Der Rabe 
und der Fuchs. — Hagedorn 2, 167 Der Rabe und der 
Fuchs. — Sleim, Der Fuchs. Der Rabe. — Renart publie 
p. Méon v. 7187 De Renart et come il conchia le Corbel 
du froumage; vgl. Ecbasis, wo der Fuchs den Wolf durch 
Schmeidheleien bethört, jo daß er feine feite Burg verläßt und 
vom Stier niedergeftoffen wird, und Grimm, Lat. Ged. des 
MA. 345 Gallus et Vulpes. — Grimm R. F. 420 Versus de 
Gallo; 421 Vulpes et Gallus; vgl. Pathelin, Act. I, Sc. U 
(Ed. de Geoffroy-Chateau, Par. 1853 p. 9 svv.). — Lafon- 
taine 1, 2 Le Corbeau et le Renard; vgl. Robert 1, 5 u. 2, 
557.— Le Noble 2, 85 Du Renard et du Corbeau. — Luca: 
nor (über). v. Eichendorff) 26 Wie e8 dem Raben mit dem 
Fuchs ergangen. — Vgl. Pant. Candidus, Vulpes et gallus 
canens (Del. poet. germ. 2, 150). — Marie de France, Du 
Renard et du Coq, bei Ze Grand A, 381. — Pantſcha— 
tantrai1, 349. 


12. Fabel. Vom alten Löwen, Eber, Ejel und Stier. 


Abgedr.: Wolgemuth 74. . 

Quelle: Fabulae A. 3. b De Leone senectute confecto. 

Bearb.: Aes. s. I. E. 2. b De leone, apro, thauro et 
asino. — Aes. Cam. p. 179 Leo senex. — Phaedr. 1, 21 Leo 
senex, aper, taurus et asinus. — Anon. Nev.p. 479 De Leone 
inveterato. — Romulus 1, 15 Leo Senex, Aper, Taurus et 
Asinus. — Vinc. Bell. Sp. doctr. 3, 117; Spec. hist. 2, 3 
Contra vane gloriosos. — Pant. Candidus, Leo senex (Del. 
poet. gern. 2, 137). — Boner 19 Von einem alten löwen. 
— Keller, Altd. Erz. 516 Von dem lewen, dem ochsen, dem 
esel und dem swein. — Steinhömel 32. b Bon dem lewen, 
eber, Stier und ejel. — Er. Alberus 27 Bon einem alten 
Löwen. — Sleim 2, 10 Der alte Löwe. — Lafontaine 3, 14 
Le Lion devenu vieux; vgl. Robert 1, 207. — Le Noble 2, 35 
Du Lion decrepit. 

Anmerk.: Bers 58. Ovidius, Epistt. ex Ponto 3, 25 sqq.: 

“En ego non paucis quondam munitus amicis, 

Dum flavit velis aura secunda meis; 
Ut fera nimboso tumuerunt aequora vento. 
In mediis lacera puppe relinquor aquis. 





[ % Anmerkungen I, 13. 14. 





Cumaque alii nolint etiam me nosse videri, 
Vix duo projecto tresve tulistis opem. 


13. Fabel. Vom Hundt ond Eifel. 


Abgedr.: Wolgemutb 57. 

Quelle: Fabulae A. 3. b De Cane et Asino. 

Bearb.: Aes. s. I. E. 3 a De asino et catello. — Aes. 
Cor. 212 Kiwv xai Asonorns (2 Fabb.), vgl. 412’Ovos zal- 
Cov. — Aes. Cor. 367 ’Ovos zei Kuvidıov. — Aes. Camer. 
p. 180 Asinus et Catulus. — Phaedr. App. 10 Asinus domino 
blandiens. — Romulus 1, 16 Asinus Domino blandiens. — 
Anon. Nev. p. 498 De Asino et Catulo. — Vinc. Bell. Sp. 
doctr. 3, 117; Sp. hist. 2, 3 Contra vane gloriosos. — Des- 
billons 3, 14 Asinus et canis. — Boner 20 Von einem hunde 
und einem esel. — Konrad v. Würzburg bei Hagen, MS. 2, 
232 No. 12 u. Kurz, Lit.-Geſch. 1, 128. — Keller, Altd. 
Erz. 528 Das eselspiel. — Heinrich v. Müglin bei Müller S.11. 
— GeftaRoman. (von Gräffe) 79 Was einer nicht verſteht, 
mag er nicht unternehmen. — Steinhömel33. a Bon dem 
Eſel ond dem Huͤndlin. — Er. Alberus 30 Von einem 
Müller ond Ejel. — Eyring 1, 283 Das Camel wil Tangen. 
— Reineke 3, 9 Von deme esel unde hunde; Göthe A0, 173. 
— Lafontaine 4, 5 L’Ane et le petit Chien; vgl. Robert 1, 
233. — Le Noble 2, 194 Du Baudet et du petit Chien. — 
Avadänas 2, 73 Le maitre de maison et le flatteur maladroit. 


14. Tabel. Dom Löwen vnd der Mauß. 


Abgedr.: Wolgemutb 63. 

Duelle: Fabulae A. 4. a De Leone et Mure. 

Bearb.: Aes. s. I. E. 4. a De leone et mure. — Aes. 
Cor. 217 Jlav zul Mus. — Aes. Fur. Atwv zei Mus. — 
Babrius 107 A&wv zei uvs. — Aes. Camer. p. 181 Leo et 
Musculus. — Phaedr. App. 4 Leo et Mus. — Romulus 1, 17 
Leo et Mus, vgl. Adstemius 52 ap. Nev. p. 556 De Leone et 
Mure. — Anon. Nev. 499 De Leone et Mure. — Vinc. Bell. 
Sp. doctr. 3, 120; Sp. hist. 2, 3 Contra contemtores humi- 


lium. — Desbillons 5, 30 Leo et Musculus. — Boner 21 
Von einem löwen und einer miuse. — Keller, Altd. Erz. 518 
Von dem lewen und der meüs. — Strider, Löwe und 


Maus bei Grimm A. W. 3, 175. — Steinhoͤwel 33, 6 








Anmerkungen I, 15. 16. 37 


Bon dem Löwen ond der Mau. — Franck1, 109. b Groß 
leut verachten kleyn iniuri vnd groffen neid. — Fiſchart, 
Gargantua 41. Kapitel. — Eyring 1, 215 Beſſer genad dan 
reht; 1, 511 Der Tugend fehab fein unglüd; 1, 668 Kein 
fein onrecht aus ftolgem finn. — Lafontaine 2, 11 Le Lion 
et le Rat; vgl. Robert 1, 130. — Le Noble 1, 184 Du Lion 
et du Rat. — Bantfhatantra 1, 208 u. 324 Die Elefan- 
ten und die Mäufe; 2, 226 Der jchlaue Hafe. 

Anmerk.: Vers 59. ©. Lucas 16, 9. 


15. Fabel. Vom krancken Reihen. 


Abgedr.: Wolgemuth 6a. 

Quelle: Fabulae A. 4. b De Milvo aegroto. 

Bearb.: Aes.s. I. E. 4. b De duobus milvis. — Aes. Cor. 
132 Koga&. — Aes. Fur. 87 Köoa&. — Babrius 78 Kopa£ 
voowv. — Aes. Camer. p. 143 Corvus. — Phaedr. App. 1 
Milvus aegrotans. — Romulus 1, 18 Milvus aegrotans. — 
Anon. Nerv. p. 500 De Milvo aegrotante. — Desbillons A, 22 
Milvus aegrotans. — Boner 22 Von einem wigen der was 
siech. — Keller, Altd. Erz. 562 Von dem weyhen und seiner 
mueter. — Steinhoͤwel 34. a Bon Zmweien Weihen. — 
Pauli 254 Wie ein weyhe Frand wird. — Vgl. Marie de 
France, Le Milan et le Geai, bei Le Grand 4, 375. — Robert 
2, 459. 


16. Fabel. Bon der Schmwalben. 


Abgedr.: Wolgemutb 65. 

Quelle: Fabulae A. 4. b De Hirundinibus. 

Bearb.: Aes. s. !. 1, 20 De hirundine et ceteris avibus, 
— Aes. Cor. 285 XeAudwv zai 'Dpvides. — Aes. Fur. 327 
XsAlıdav xai Opvıdes. — Babrius 88 Kopvdakos zei veooaot. 
— Aes. Camer. p. 181 Hirundo et Aviculae. — Dio Chrysost. 
bei Corai 331 Tiav& zei "Ogven. — Phaedr. App. 12 Aves 
et Hirundo. — Romulus 1, 19 Aver etHirundo. — Anon. Nev. 
p- 500 De Hirundine et Avibus. — Pant. Candidus, Hirundo 
et Aviculae (Del. poet. germ. 2, 166). — Desbillons 14, 1 
Hirundo et Aves aliae.. — Boner 23 Von einer swalven und 
von hanfe. — Keller, Altd. Erz. 566 Von der swalben. — 
Steinhöwel 34. a Bon einer Schwalben und den andern 
Bögeln. — Rollenhagen, Bb. 2. a Der Schwalben Rath. 


— nn nn nn — nn -—. 


e 


- m —— — — —ñ— — —— — 


FE Anmerkungen I, 17. 





— Lafontaine 1, 8 L’Hirondelle et les petits Oiseaux; vgl. 
Robert 1, 41. — ®gl. Le Noble 2, 39 Du Lin, des Oiseaux 
et de la Pie. — Gwuicciardini 121.b La providentia evitare 
perigli grandissimi e l’inconsideratione operare il contrario. 
— Lucanor (überſ. v. Eichendorff) 27 Bon den Schwalben 
und den andern Vögeln. — Vgl. Pantſchatantra 2, 136 Ein 
alter Schwan rettet eine ſchon gefangene Schar von Schwaͤnen. 

Anmerk.: Vers 94 Anfpielung auf Phaedr. 5, 8 Occa- 
sio depieta. Fiſchart, Gargantua 40. Kap.: „Derhalben 
wer mein raht, daß man bem glüd nachftellt, allweil es ge: 
trewlich mit ung hält. Denn deß Truders zu Frandfort Fram 
gelegenheit, bat nur Saarloden an der ftirn breit; vberſicht 
mans, das man fie nicht fornen darbey erwiſcht, fo ift fie ent: 
wilcht, denn hinden zu ift fie kahl, vnd nimmer zu erhafchen 
vberal.“ 


7. Fabel. Von Froͤſchen vnd jhrem Koͤnig. 


Aogedn.. Wolgemutb 34. 

Quelle: Fabulae B. 1. a De Ranis et earum Rege. 

Bearb.: Aes. s. J. E. 7. a De ranis et Jove. — Aes. Cor. 
167 Baron zoı (3 Sabb.). — Aes. Fur. 37 Barpayoı alıovv- 


tes Baoılka. — Aes. Camer. p. 182 De Ranis et Jove. — 
Phaedr. 1, 2 Ranae regem petentes. — Romulus 2, 1 Ranae 
regem petentes. — Anon. Ner. p. 501 De Ranis. — Sercius 
ad Virg. Georg. 1, 378. — Cognatus p. 41 De Ranis et ear. 
rege ciconia. — @. Becsman, Apologus de Rana ct Jove 
(Del. poet. germ. 6, 637). — Pant. Candidus, Ranae regem 


petentes (ibid. 2, 159). — Boner 25 Von vröschen die bäten 
umb einen könig, vgl. 24 Von liuten die bäten umb einen 
könig und Anon. Nev. p. 501 Similitudo ad sequentem fabu- 
lam (21). — Keller, Altd. Erz. 582 Von dem storg, der 
frosch got. — Marner bei Hagen MS. 2, 244 u. Kurz, it.: 
Geſch. 1, 92. — Heinrich v. Müglin 9. — Luther (Altenb.) 
3, 669. c Fabel von den Froͤſchen, fo den Kloß zum Herrn 
nicht wolten leiden. — Steinh Swel 35.a Von ben Fröfchen. 
— Er. Alberus 5 Bon den Froͤſchen vnd jhrem Könige. — 
Hans Sachs, Die Friic mit ploch (bei Naumann ©. 29) 
II, 4, 104 Fabel mit den Froͤſchen vnd vom Storch. — Frand 
1, 143. a Wann dem ejel zu wol ift, Io geht er auff ein eiß 
und bricht ein beyn ab.— Bal. Fiſchart, Floͤhhatz 3728. 4689. 


— — — — — LI — 





Anmerkungen I, 18. 19. 39 


— Rollenhagen Hh. 2. bu. Hh. 5. b Die Froͤſche bitten 
Gott vmb einen König. — Leſſing 2, 13 Die Waſſerſchlange. 
— Reinaert bei Grimm R. F. 2305—2329. — Lafontaine 3, 4 
Les Grenouilles qui demandent un Roi; vgl. Robert 1, 181. 
— Le‘Noble. 1, 189 De Jupiter et des Grenouilles. — Pant: 
Ihatantra 2, 273 u. 1,384 Die Schlange, die fib von den 
Fröſchen reiten läßt. — Joh. de Capuai.6.a.— Beifpiele der 
MWeifen 120, 8. — Bitpaii, 226 Die Echlange und der 
Srofhlönig. — Hitopadeſa 172 Non der alten Schlange 
und den Fröſchen, vgl. Hitopa Tesa von Lancereau 196 u. 254; 
vol. Bantihatantra 2, 289 u. 1, 429 Der Frofchlönig 
ruft eine Schlange zu Hülfe. — Cab. des fees 17, 469 Le Ser- 


pent et les Grenouilles. — Vgl. Waldis IV, 52,58 ff. (Das 


Gebet der Wittwe). 


18. Fabel. Don den Tauben vnd Weihen. 


Quelle: Fabulae B. 1. a De Columba et Milvis. 

Bearb.: Aes. s. J. E. 7 b De columbis, milvo et acci- 
yitre. — Aes. Camer. 182 Milvius et Columbae. — Phaedr. 
$, 31 Milvus et Columba. — Romulus 2, 2 Columbae et Mil- 
vus. — Anon. Nev. p. 502 De Accipitre et Columbis. — 
Pant. Candidus, Milvius et Columbae (Del. poet. germ. 2, 
167). — Desbillons 3, 18 Columba et Accipiter. — Boner 26 
Von einem wigen und von den tüben. — Steinhöwel 
35. b Bon den Tauben, Weyen und Habich. — Alberus 17 
Bon den Tauben vnd dem Habich. — Rollenhagen Pp. 
1. a. Die Tauben ‚haben den Habih zum Schußherrn. — 
Eyring 1, 158 Aus trüben Miftlachen ſchoͤpfft man nicht Tau: 
ter (bloß angeführt). — Robert 2. 540. — Bgl. Waldis I, 
22 Sperber und Taube. 


19. Fabel. Dom Dieb und Hundt. 


Abgedr.: Wolgemuth 66. 

Duelle: Fabulae B. 1. b De Fure et Cane. 

Bearb.: Aes. s. I. E. 8. a De fure et cane. — Aes. Cor. 
129 Avsownos zei Krwv. — Aes. (amer. p. 183 Fur et 
Canis. — Phaedr. 1, 23 Canis fidelis. — Romulus 2, 3 Canis 
fidelis. — Anm. Ner. 503 De Fure et Cane. — Vinc. Bell. 
Sp. doctr. 3, 115; Sp. hist. 2, 4 Contra gulosos. — Boner 
27 Von einem hunde und einem diebe. — Steinboͤwel 


‘ 








—- — 


30 Anmerkungen I, 20. 21. 


— — 








— — — — — — — — 


36. a Bon dem Dieb vnd dem Hund. — Hans Sachs IV, | 

3, 235 Der Hund mit dem Dieb. — Er. Alberns 44 Bon | 
einem Dieb ond Hundt. — Le Noble 1, 213 Du Chien et du 
Voleur. — Bgl. Bantihatantra 1, 608 Maushund und 
Mäufe. — Joh. de Capua n. 9. a. — Beifpielederalten 

Weifen 187, 22. | | 

Anmer?.: Vers 18. Brant, Narrenſchiff (v. Zarnde), | 

„Don oren blojen“; 101, 33 „Nit jedem geift man glouben - 

fol“. — Agricola 22 „Du folt allen geiftern nit glauben“. | 

| 

| 

| 


20. Fabel. Vom Wolff und der Saw. 
| 


Abgedr.: Wolgemuth 253. 

Quelle: Fabulae B. 1. b De Lupo et Succula. 

Bearb.: Aes. s. !. E. 8. b De scrofa et Lupo. — Aes. 
Camer. p. 183 Scrofa et Lupus. — Phuedr. 6, 18 Scrofa par- 
turiens et Lupus. — Romulus 2.4 Lupus et Scrofa parturiens. 
— Anon. Nerv. 504 De Lupo et Sue parturiente. — Boner 28 
Von einem wolfe und einer liwen. — Steinhöwel 36. a 
Bon einer Schweins mutter ond dem wolff. — Er. Alberus 
41 Bon einer wilden Saum vond einer Wölffin. — Nobert 2, 
455. — Le Noble 1, 123 De la Truye en Traväil et de la 
Louve Sage Femme. — Guicciardini 6. b Noiosa la presenza 
del nimico e gratta l’assonza. — Val. Waldis II, 90 Bom | 
kranken Eſel. 


21. Fabel. Von den Schwangeren Bergen. 


Abgedr.: Wolgemuthso. | 

Quelle: Fabulae B. 1. b De partu montium; idid. De | 
partu terrae ex J. Ant. Campano. 

Bearb.: Aes. s.!. F. 1. a De monte parturiente. — Aes. 
Camer. p. 183 Mons parturiens. — P’haedr. 4, 22 Mons par- | 
turiens. — Komulus 2, 5 Mons parturiens. — Anon. Ner. | 
p- 504 De terra tumente. — Fine. Bell. Sp. doctr. 3, 118; 
Sp. hist. 2, 4 Contra Pusillanimos. — Pant. Candidus, Mons 
parturiens (Del. poet. germ. 2, 176). — Boner 29 Von einem 
scherhüfen. — Steinhöwel 36. b Bon dem Geberenden 
Berg. — Er. Alberus 16 Bon der Berge Geburt. — Rol: 
lenhagen Dd. 1. a Bom Berge, der Riefen aushedfen wolte. 
— Schildbürger in v. d. Hagens Narrenbuch ©. 48. — 
Eyring 3,357 Biel rühmens ond nichts dahinder. — Hage: 


I —— — 


m— — — — — — ——— — — — — — — — — —— — — — — — 


ö— 0101 


Anmerkungen I, 22. 28. 2] 





— — — — — — — — — — — — — — — — —— — — nn ne 


dorn 2,73 Der Berg und der Poet. — Gleim 2,6 Der gebäh— 
rende Berg. — ‚Rabelais (publ. p. Jacob) 3, 24 La mocquerie 

est telle que de la montaigne d’Horace, laquelle crioyoit et | 

. lamentoyt enormement, comme femme en trauail d’enfant. A | 

son cry et lamentation accourut tout le voisinaige, en expec- | 

tation de veoir quelque admirable et monstrueux enfante- | 

ment, mais enfin ne nasquit d’elle qu’une petiste souriz. — | 

Lafontaine 5, 10 La Montagne qui accouche; vgl. Robert 1, | 
326. — Boileau, Art. poet. Chant III: La montagne en tra- 
vail enfante une souris. — Le Noble 2, 145 De la Montagne 
qui accouche. — B l. d. Griech. Sprichw. Adıvev 6008, 

era uuy anErexev ; Ndıvsv Ovos, Zeus d’ dpoßelro, 10 di 

| 

| 

| 

| 

! 





Ersxvev uöv. (Vid. Leutsch 1, 320, 75; 2, 92, 43; 2, 733, 
57.) ©. Athenaeus 14, 1. 

Anmerk.: Vers 31. Horat. ars poet. 139 Parturiunt 
montes, nascetur ridiculus mus. 


22. Fabel. Bom alten Jaghunde. 


Abgedr.: Wolgemuth263.— Eyring 2, 702 Groſſer 
Herrn ift gut müffig gan, dann fie werffen eim die Stiel unter 
die Augen (mit jehr geringen Veränderungen). 

Duelle: Fabulae B. 2. aDe cane venatico. 

Bearb.: Aes. s. 1. F. 2. a De cane antiquo et eius do- 
mino. — 4Aes. Camer. 225 Canis senex. — Phaedr. 5, 11 
Venator et Canis. — Romulus 2, 7 Venator et Canis. — 
Anon. Ner. 505 De Cane et Domino suo. — Boner 31 Von 
einem alten hunde. — Steinhöwel 37. a Bon ben: Alten 
Hund ond feinem Herren. — Hans Sachs II, 4, 106 Bon 
dem alten Hund. — Le Noble 1, 96 Du Chasscur et du vieux 
Chien. — Robert 2, 463. — Bol. Waldis II, 94 Bom Ejel 
ond feinem Herrn. 

Anmerk.: Vers 54. Ovidius von Gulmon, fälſchlich 
ftatt Sulmo. — Vers 56 Epistt. ex Ponto II, 3, 23 sq.: 

Diligitur nemo; nisi cui fortuna secunda est, 
Quae simul intonuit, proxima quacque fugat. 


23. Tabel. Bon Hafen ond Froͤſchen. 


| 
! 
| 
Abgedr.: Wolgemuth 83. Ä 
Duelle: Fabulae B. 2. a De Leporibus et Ranis. 
Bearb.: Aes. ». I. F. 3. a De leporibus et ranis. — % 


ee m — — — nn — 


— — —— — — — — 
u >; Anmerkungen I, 24. 25. 


— nn... — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — 


| 
| Aes. Cor. 57 Auywoi zui Barpuyoı (4 Fabb.). — Aes. Fur. 
‚ Aaywoi zei Baroeyoı. — Babrius 25 Aaywoi zai Baroayoı. 
Aes. Camer. 104 Lepores et Ranae. — Aphthonius 23 MovIos 
raw Anywwv yuyaywyur. — Phuedr. App. 2 Lepores vitae 
pertaesi. — Romulus 2 Lepores et Ranae. — Anon. Nev. 506 
De leporibus fugientibus. — Vinc. Bell. Sp. doct. 3, 118; 
Ä Sp. hist. 2, 4 Contra Pusillanimos. — /’ant. Candidus, Lepo- 
res et ranae (Del. poct. germ. 2, 155). — Desbillons 2, 3 
! Lepores et Ranae. — Boner 32 Von einem jeger und einem 
hasen. — Steinhoͤwel 37. b Bon den Hafen ond Froͤſchen. 
— Er. Alberus 20 Bon den Hafen. — Hans Sadsl, 
4, 987 Ein jeder trage fein Joch diefe zeit n.f.w. — Eyring 
1, 318 Das Herk ift jm gar entfallen; 1, 452 Der fürdht fi) 
por jm ſelbſt (bloffe Anführung) ; 3, 529 Wer fi) fürcht, mag 
| in die Kirchen lauffen. — Exilium melancholiae (Straßb. 1643) 
| E. 71 Elend. — Warie de France, L’Asseniblde des J ievres 
| bei Ze Grand A, 358. — Lafontaine 2, 14 Le Lidvre et les 
|  Grenouilles; vgl. Robert 1, 139. — Le Noble 2, 49 Des 
| Lievres et des Gronouilles. 


24. Fabel. Vom Zidel vnd dem Wolff. 


Abgedr.: Wolgemuth 75. 

Quelle: Fabulae B. 2. b De Hoedo et Lupo. 

DBearb.: Aes. s. !. De lupo et edo. — Aes. Camer. 184 
Lupus et Hocdus. — Phaedr. App. 32 Hoedus et Lupns. — 
| Romulus 2, 10 Hoedus et Lupus. — Anon. Nerv. 507 De Capra 
i et Hoedulo. — Desbillons 3, 8 Lupus et Hoedus. — Boner 33 

Von einer geize und einem wolfe. — Der wolf und das kitze 
| bei Grimm R. F. 346. — Steinhoͤwel 38. a Bon dem Wolff 
ond dem fitty. — Er. Alberus 12 Bon einer Geyß vnd 
| einem Wolf. — Eyring 1, 470 Der Han ift fün off feinem 
miſt. — Lafontaine 4, 15 Le Loup, laChevro et le Chevreau ; 
vgl. Robert 1, 277. — Le Noble 1, 66 Du Loup et du Che- 
vrcau. — Dgl. Grimm. M. Nr. 5 u. 3, 15. 


25. Fabel. Vom Hirſchen vnd Wolff. 


| 

| 

| Abgedr.: Wolgemuth 76. 

| Duelle: Fabulae B. 2. b De Cervo et Lupo. 

| Bearb.: Aes. s. I. F. 4. b De cervo et lupo. — Phaedr. 
| 1, 16 Cerva et Ovis. — Romulus 2, 12 Cervus et Ovis. — 


NG — — — — 


— — — — — — — — 


Anmerkungen I, 26. 43 


Anon. Nev. 508 De Cervo, Ove et Lupo. — Boner 35 Von 
einem wolfe, einem schäfe und einem hirze. — Stein: 
hoͤwel 28. b Bon dem Hund ond fchaff; 38. b Von dem 
Hirß, Wolff und Schaff.e — Robert 2, 465 u. 525. — Le Noble 
4, 164 Du Cerf et de la Brebis. — Guicciardini 282. b Pre- 
sentissimo expediente in caso urgentissimo. 


26. Fabel. Bon Bawren und der Schlangen. 


Abgedr.: Wolgemuth 77. 
Duelle: Fabulae B. 2. b De Rustico et Angui. 


Bearb.: Aes. s. J. F. 4. a De homine paupere et ser- 
pente. — Aes. Cor. 141 "Oyıs zul Tewoyös (2 Fabb.). — 
Aes. Fur. 42 Tewpyov nais zul Oops; 155 'Ogpıs zei Tewo- 
yos. — Aes. Camer. 147 Anguis et Agricola. — Phaedr. 
App. 33 Pauper et Serpens. — Romulus 2, 11 Pauper et 
Serpens. — Anon. Nev. p. 507 De Rustico et Angue. — 
Pant. Candidus, Agricola et Anguis (Del. poet. germ. 2, 114); 
vgl. Morlini Novellae 58 De corvo, qui altori domino ocu- 
lum eruit. — Boner 34 Von einem slangen, der wart wunt. 
— Gefta Noman. 141 Wie man klugen Rath immer an: 
hören, andern aber verwerfen muß. — Steinhoͤwel 38. 4 
Bon dem Armen Dan ond der Natern. — Hans Sachs II, 
4, 110 Fabel des Bawers mit der Haußichlangen. —, Grimm, 
Kinder: Märchen Nr. 105 u. 3, 184 ff. — Grimm, Deutſche 
Sagen 1, 220. — Bgl. Lafontaine 12, 12 Le Roi, le Milan 
et le Chasseur und dazu Robert 1, 350, der nad) dem Folgen: 
den zu verbeſſern if. — Marie de France, Le Villain et le 
Dragon bei Le Grand 4, 389; Le Villain et le Serpent bei 
Le Grand A, 398. — Le Noble 2, 76 Du Paisan et d’Escu- 
lape. — Bantjihatantra 2, 245 Die goldipendende 
Schlange 1, 359 ff. 561 ff. — Bidpai 2, 21 Der König 
und der Vogel. — Joh. de Capua g. 4. a. — Beijpiele 
der Weifen 86, 6. — Tanfend und Eine Nacht (v. 
von der Hagen) 15, 241. — Tuti-Nameh 1, 130 Ge— 
Ichichte des Affen Zairif und des Schloßvoigtfohne. — Cabinet 
des fees 18, 64 Le Roi de I’Yemen et son Perroquet; 174 


Le Roi de P’Yemen. — Bgl. Rheinifhes Mufeum 
1847. 5, 442. 669. — Bol. Waldis I, 38 Wölfe vnd 
Schafe. 


EEE 


— ———— — — — — — — — — — — —— — — — — 


— 
M Anmerkungen I, 27. 28. 








27. Fabel. Dom Fuchß ond Storden. 


Adgedr.: Wolgemuth 36. 

Quelle: Fabulae B. 3. a De Vulpecula et Ciconia. 

Bearb.: Aes. s. I. F. 5. b De vulpe et ciconia. - Aes. 
Cor. 326 Aluiang zei Tegavos. — Aes. Fur. 397 Alan 
xz«i T&ocvos. — Plutarch, Convivalium Disputationum lib. I 
Quaestio I (ed. Wyttenb. III, 1, 416). — Aes. Camer. 185 
Vulpes et Ciconia. — Phaedr, 1, 26 Vulpis et Ciconia. — 
Romulus 2, 14 Vulpis et Ciconia. — Anon. Nev. 510 De Vulpe 
et Ciconia. — Cognatus p. 22 De Grue et Vulpe. — Pant. 
Candidus, Vulpes et Ciconia (Del. poet. germ. 2, 148). — 
Boner 37 Von einem vuchse und einem storken. — Renzer 
5441 Von dem fuchse und von dem storchen. — Stein— 
bömel 39. a Bon dem Fuchs vnd dem Storden. — Eyring 
2, 671 Gleich mit gleich vergelten. — Lafontaine 1, 18 Le 
Renard et la Cicogne. — Le Noble 1, 161 De la Grue et du 
Renard. — Bgl. Robert 1, 75 und Bidpai, Der König ber 
Bögel, 2, 21. 


28. Fabel. Bom Wolff vnd dem Bilde. 
| 


Adgedr.: Wolgemuth 37. — Frommann2, 48. 
Duelle: Fabulae B. 3. a De Lupo et capite picto. 
Bearb.: Aes. s. !. F. 6. a De lupo et capite hominis. — 
tes. Cor. 11 AAwrn&. — Aes. Camer. 79 Vulpes. — Phaedr. 
1, 7 Vulpis ad personam tragicam.- — Romulus 2, 15 Vulpis 
ad personam tragicam. — Anon. Nev. 511 De Lupo et capite 
invento. — Erasm. Rot. Adag. Cent. VIII, 95. — Cognatus 
42 De Vulpe et Statua. — Boner 38 Von einem wolfe der 
vant ein bilde, vgl. Strider, Der Kornfäfer bei Grimm, 
A. W. 3, 224. — Brant bei Steinhdwel 153. b Bon 
einem Fuchs ond Marmelfteinen bilde. — Steinhoͤwel 89. 
b Bon dem Bild ond dem Wolff. — Er. Alberus 13 Bon 
einem Wolff vnd einen gemalten Häupt. — Eyring 1, 395 
Den efel fent man bey den ohrn; 2, 283 Er hat fein Hirn im 
topff. — Hagedorn 2, 68 Der fhöne Kopf. — Leifing 2, 
14 Der Fud)s und Die Yarve. — Lafontaine A, 14 Le Renard 
| et le Buste; vgl. Robert 1, 274. — Le Noble 2, 237 Du 
;  Loup et de la töte de Bois. — Bgl. Bidpai 1, 22 Der 
| Fuchs und die Paufe, 


——— — —— oc... 


— — —— — — — — — 


— — ln — — — — — — — — — — — — — — — * 


Anmerkungen I, 29. 45 


— — — —— — — — — — — — — — — nn — — - 


29. Fabel. Vom Heher. 


Abgedr.: Wolgemuth 67. 

Quelle: Fabulae B. 3. a De Graeculo. 

Bearb.: Aes. s. I. F. 6. b De graculo et pavone u. N. 
7. b Avianus De grue et pavone. — Aes. Cor. 101. I Kodosos 
xai nepıaregei, U Kodoros zei xogaxes (eine dritte aus Pho- 
tius und Suidas) ; 188 Koloos zei Opveıs. — Aes. Fur. 217 
Kokosös zei TAav&; 253 KoAosös zwi Tlegıoregui. — Babrius 
72 Opveıs xal Kokos. — Aes. Camer. 160 Cornix super- 
biens alienis pennis, vgl. p. 128 Monedula et Columbae. 
— Aphthon. 31 MuSos 6 Tov z0Aoıov napaıwwv ınv nAo- 
vetiav ıceiv. — Phaedr.1,3 Graculus superbus et Pavo. — 
Horat. Epistt. I, 3, 18 sq. — Avianus 15 Grus et Pavo. — 
Anon. Nev. 51l De Graculo et Pavone. — Romulus 2. 16 
Graculus superbus et Pavo. — Vinc. Bell. Sp. doctr. 3, 119; 
Sp. hist. 2, 4 Contra arrogantes ; vgl. Coynatus 16 De Mone- 
dula et cornicula. — Pant. Candidus, Cornicula alienis plu- 
mis ornata (Del. poet. germ. 2, 170); vgl. /dem, Monedula 
et Columbae (ibid. 2, 164). — Boner 39 Von einem ruoste 
und einem pfäwen. — Renner 1768 Ein mere von einem 
Ruchen. — Kanzler bei Hagen MS. 2, 388 (bloß angeführt). 
— Steinhömwel39. b Bon dem Rappen und Pfawen. — 
Eyring 1, 75 An armer leut hoffart wifcht der Teuffelel 
(sie) den ars. — Leſſing 2, 6 Die Pfauen und die Kräbe. 
— Gleim2, 18 Der Rabe. Die Pfauen. — Lafontaine 4, 
9 Le Geai par& des plumes du Paon; vgl. Robert 1, 247. — 
Le Noble 2, 184 Du Corbeau deplume. — Tuti:Nameh 2, 
146 Geſchichte des Schafals, der ſich für einen Pfauen ausgab. 


Anmerk.: Bers 21. Plautus, Aulularia II, 2 v. 49 sqg. 
(ed. Ritsch!l) : 

Venit hoc mi, Megadore, in mentem, ted esse hominem 
divitem, 

Factiosum ; me item esse hominem pauperum pauper- 
rumum, 

Nunc si filiam locassim meam tibi, in mentem venit, 

Te bovem esse, et me asellum; ubi tecum conjunctus 
siem, 

Ubi onus nequeam ferre pariter, jaceam ego asinus in 
luto: 








ö — — — — — — — — — — — — — — — — — — 


46 Anmerkungen I, 30. 81. 








x 
Tu me bos magis haud respicias, gnatus quasi nun- 
quam siem. 
Et te utar iniquiore, et meus me ordo inrideat. 
Neutrubi habeam stabile stabulum, si quid divorti fuat. 
Asini ıne mordicibus scindant, boves incursent cornibus. 
Hoc magnum 'st periculum, me ab asinis ad boves trans- 
cendere. 


30. Tabel. Don der Fliegen ond Ameyffen. 


Abgedr.: Wolgemutb 68. 

Quelle: Fabulae B. 3. b De Musca et Formica. 

Bearb.: Aes. s. 1. G.1. b De musca et formica. — Aes. 
Camer. p. 186 Musca et Formica. — :Phaedr. 4, 23 Formica 
et Musca. — Romulus 2, 18 Formica et Musca. — Anon. Nerv. 
511 De Musca et Formica. — Vinc. Bell. Sp. doctr. 3, 119; 
Sp. hist. 2, 4 Contra arrogantes. — Morlini 17 De Musca 
et Formica. — Boner 41 Von einer vliegen und einer am- 
beizen. — Steinhömel 40. b Bon der Fliegen und Ameiß. 
— Hans Sachs N, A, 74 Die Ameiß mit der Fliegen; IV, 
3, 231 Die Ameis mit der Fliegen oder Müden. — Eyring 
2, 6 Eigen lob ftindt. — Gleim 2, 19 Die Ameife. Die 
fliege. — Marie de France, L’Abeille et la Mouche bei Le 
Grand 4, 335. — Lafontaine 4, 3 La Mouche et la Fourmi; 
vgl. Robert 1, 224. — Le Noble 2, 57 De la Mouche et de la 
Fourmi. 

Anmerk.: Bers 32. Sprüche Salom. 6, 6 ff. ; 10, 5; 
30, 25. 


31. Babel. Vom Froſch ond dem Ochſſen. 


Abgedr.: Wolgemuth 38. — Kurz, Lit.-Gefch. 2, 82. 

Quelle: Fabulae B. 4. a De Rana et love. 

Bearb.: Aes. s.1.G.3.b De rana et bove. — Aes. Cor. 420 
Bovs zei povvos. — Aes. Fur. 378 Bovs zul Douvos. — Ba- 
brius 28 Bovs xz«i pouvos; vgl. id. 41 Favpa. — Aes. Camer. 
188 Rana crepans. — Phaedr. 1, 24 Ranı rupta et Bos. — Hor. 
Satyr.11, 3, 310. — Martialis10, 79 De Torquato et Otacilio. — 
Romulus 2, 21 Rana rupta et Bos. — Anon. Nev. 515 DeBove 
etRana. — Vinc. Bell. Sp. doctr. 3, 119; Sp. hist. 2,5 Contra 
arrogantes. — Cognatus 112 DeRana. — Nath. Chytraeus, Rana 
erepans (Del. poet. germ. 2, 407). — Pant. Candidus, Rana cre- 


“777 — ——— — — — —— —— — —— —— — — — — 
* 
. 


Anmerkongen I, 32. %7 


— — — — — — — — 








pans (ib. 2, 158). — Boner 46 Von einem vrösch und einem 
ochsen. — Murner bei Hagen MS. 2, 244 u. Kurz, Rit.: 
Geſch. 1, 93. — Keller, Altd. Erz. 495 Von dem wolff 
und dem schaff (2. Theil). — Steinhbömwel 41. b Bon 
dem Frofh und dem Ochſen. — Luther 6, 208 Bon einem 
alten Froſch — Er. Alberus 46 Bon einem alten vnd 
jungen Froſch. — RollenhbagenRr. 5. b Der Froſch wil 
fo gros ſein als ein Ochs. — Lafontaine 1, 3 La Grenouille 
qui veut se faire aussi grand que le boeuf; vgl. Robert 
1, 13 u. 1, CCXXIV. — Le Noble 2, 215 Du Boeuf et de 
la Grenouille. 


32. Fabel. Vom Pferdt vnnd Löwen. 


Abgedr.: Wolgemuth 39. 

Duelle: Fabulae B. 4. a De Equo et Leone. 

Bearb.: Aes. s. 1. G. 5. b De leone et equo. — Aes. 
Cor. 250 “Ovos xai Avxos (3 Yabb.). — Aes. Fur. 134 u, 140 
"Ovos xab Avxos, cf. Aes. Camer. 199 Mulus et ‚Lupus und 
Grimm R. F. CCLXII. — Babrius 122 "Ovos xai Avxos. — 
Aphthonius 9 Movdos 0 roũẽ övov nupaivwv un xaxols & 
zzoiv. — Romulus 3, 2 Leo et Equus. — Anon. Nev. 516 De 
Leone et Equo; vgl. Mulus, Vulpes et Lupus bei Grimm 
R. F. 423 und De Lupo pedente ebd. 429. — Aes. s. I. L. 
2. b De Lupo pedente. — Robert 1, XCVIU. — Stein: 
bömel 64. b Bon dem Fartenden wolff. — Hans Sachs 
IV, 3, 224 Bon dent ſtoltzen Wolff. — Eyring 1, 234 Bit 
Gott, das nicht erger werd. — Desbillons 5, 21 Lupus et Mu- 
lus. — DBoner 50 Von einem löwen und einem rosse.. — 
Steinhöwel 43. a Von dem Idwen und dem Pferdt. — 
Hans Sachs I, 4, 70 Bon dem Mawl, Fuds und Wolf. 
— Mone, Anzeiger 5, 452 (Vulpecula et Mula). — Sage: 
Dorn 2, 26 Der Wolf und das Pferd. — Kuhn, Der Dumme 
Wolf. — Hauptu Schmaler, Wendifche Volkslieder 2, 
161 Wolf und Stute. — Reinardus Vulpes lib. III, 2301 sqgq. 
— Renart 7, 521 C’est de la Jument et de Ysangrin. — 
Reineke Bers 3737 ff. — Göthe 40, 128. — Lafontaine 5, 
8 Le Cheval et le Loup; 12, 17 Le Renard, le Loup et le 
Cheval; vgl. Robert 1, 318 u. 2, 364. — Le Noble 1, 71 Du 
Cheval et du Loup. — Cento Nov. ant. 91 Qui conta della 
Volpe e del Mulo. — Cintio dei Fabrizi, Proverbii Lettere non 


— — — — — — — — — — — — — — — —2———— —— — 


ı 
— — — — — —— — — — — — — — —— — — — — — — 


m ——. — — — — — — — —— — — —— — — — — — — — — — 


48 Anmerkungen I, 33. 34. 


danno senno, vgl. Dunlop 214. au. 539. — Schmidt, 
Beitrr. 181 ff. 


33. Fabel. Vom Pfertt vnnd Ejel. 


Abgedr.: Wolgemutb 40. 

Quelle: Fabulae B. 4. b De Equo et Asino. 

Bearb.: Aes. s. I. G. 6. b De equo, asino, temporibus 
et fortunis. —- Phaedr. App. 17 Equus et Asinus. — Romu- 
lus 3, 3 Equus et Asinus. — Anon. Ner. 517 De Equo et 
Asino. — Finc. Bell. Sp. doctr. 3, 120; Sp. hist. 2, 5 Con- 
tra contemptores humilium. — Boner 51 Von einem rosse 
und einem esel. — Steinhoͤwel 43. a Bon dem Hengft 
vnd dem Ejel. — Er. Alberus 26 Bon einem reyſigen Pferdt 
vnd Ejel. — Hans Sachs IV, 3, 230 Der ftolge Hengft mit 
dem Ejel. — Eyringi, 311 Das gihd hat fluͤgel. — Le 
Noble 1, 28 Du Cheval et de l’Asne. 

Anmerk.: Vers 48 u. I, 55, 10. Noch — noch flatt: 
weder — noch, bi A. W. Schlegel: „Noch Krankheit 
fannten fie, noch Furcht, noch Klage.“ Aehnlich bei Göthe: 
weder — weder: „Bin weder Fräulein, weder ſchön.“ 
(Fauft.) — „Sie rettet weder Hoffnung, weder Furcht.“ 
(Sphigenie.) 


34. Fabel. Bon Vögelen vnd vierfüfjigen Thieren. 


Abgedr.: Wolgemutb al. 

Quelle: Fabulae B. 4. b De Avibus et quadrupedibus. 

Bearb.: Aes. s. I. G. 7. b De quadrupedibus et avibus. 
— Phaedr. App. 18 Volucres, Quadrupedes et Vespertilio. 
— Romulus 3, 4 Volucres, Quadrupedes et Vespertilio. — 
Anon. Nerv. 518 De Quadrupedibus et Avibus. — Vinc. Bell. 
Sp. doctr. 3, 121; Sp. hist. 2, 5 Contra adulteros, vgl. 
Cognatus 115 De Struthione et pugna inter bestias, et volu- 
eres. — Boner 44 Von den tieren und dem gevügel. — 
Steinhdmwel 44. a Bon den Thiern vnd voͤgeln. — Er. 
Alberus 34 Vom Streit der Vögel und vierfüffigen Thier. 
— Rollenhbagen Pp. 5. a Fledermauß wird zum Schelm 
gemadt. — Eyring 1, 429 Der arges thut, der haft das 
tiecht, vgl. Aradänas 1, 154 Le Phenix et la Chauve-Souris. 
— Bgl. Frand 1, 128. a Die Ameije mit den Flügeln. — | 
Eyring 2, 709 Groß würd, groß Buͤrd. 


— — —— —— — — — —— — — — — nn — — — — 





Anmerkungen I, 35. 36. 9 








, 35. Babel. Bom Wolff und Fuchß. 

Adgebr.: Wolgemuth 78. 

Duelle: Fabulae B. 5. a De Lupo et Vulpe. 

Bearb.: Aes. s. 1. G. 8. b De vulpe et lupo. — des. 
Camer. 190 Lupus et Vulpes. — Phaedr. App. 20 Lupus, 
Vulpis et Pastor. Romulus 3, 6 Lupus, Vulpis et Pastor. 
— Anon. Nev. 519 De Vulpe et Lupo. — Boner 55 Von 
einem wolfe und einem vuchse. — Der wolf und der fuchs 
bei Grimm R. F. 354. — Steinhöwel 44. b Bon dem 
Fuchs ond dem Wolff. — Eyring 2, 42 Einem andern ein 
gruben graben vnd ſelbſt barein falen. — Tuti-Rameh 2, 
125 Der Wolf und der Schatal. 


36. Fabel. Von einem Hirſch. 

Abgedr: Wolgemuth 79. 

Quelle: Fabulae B. 5. a De Cervo. 

Bearb.: Aes. s. 1. H. 1. b De corvo et venatore. — Aes. 
Cor. 181 "EAugos zai Aswv (5 Fabb.). — Aes. Fur. 66 "Ein- 
Pos xai Awv ; 209 ’EAapos Eni vaneros. — Babrius 43 
"Elapos xai zurnydrar. — es. Camer. p. 156 Caprea. — 
Aphthonius 18 Méhoc zns ’EAdypov nupawar ın» neiper 
dvautvev eis xolow. — Phaedr. 1, 12 Corvus ad fontem. 
— Romulus 3, 7 Cervus ad fontem. — Anm. Nev. 520 De 
Corvo et vonatore. Fine. Bell. Sp. doctr. 3, 116; Sp. 
hist. 2, 4 Contra incautos. — Boner 56 Von einem hirze 
und einem jeger. — Steinhoͤwel 45. a Bon dem Hirß 
onb dem Jäger. — Rollenhagen Pp. 3. b Der Hirſch ver: 
Äpricht feine Füffe (in die Fabel vom Hirjchen, Pferd und Men- 
schen eingefhachtelt Waldis I, 45). — Geiler, Narren: 
ihiff, Das vierdt Geſchwarm (mo zwei verfdjiebene Fabein 
verihmolzen find). — Gleim 2, 9 Der Hirſch, der fid im 
Waffer fiebt. — Lafontaine 6, 9 Le Cerf se voyant dans 
Veau; gl. Robert 2, 18. — Le Noble 2, 104 Du Cerf qui 
loue ses Cornes. — Loymän 2 La Gazelle. 

Anmerk.: Vers 43. Horat. Od. U, 10, 9—12: 

Saevius vonris agitatur ingens 
Pinus; excelsae graviore casu 
Deeidunt turres feriuntque summos 
Fulmina montes. 
Bol. Waldis II, 3, 53 fi. 

















Teutfee Bibionget I. 7 





⸗ — ⸗ —— 


Anmerkungen I, 37. 38. 


a — — 





37. Fabel. Von der Schlangen vnd einer Feilen. 


Abgedr.: Wolgemuth,80. 

Quelle: Fabulae B. 5. b De Vipera et Lima. 

Bearb.: Aes. s. !. H. 4. b De vippera et lima. — Aes. 
Cor. 184 Exn zei Pivn (cf. 81 Tain). — Aes. Fur.271 Exn 
xceè Pivn. — Aes. Camer. 117 Felis limam lingens. — Phaedr, 
A, 8 Vipera et lima. — Romulus 3, 12 Vipera et Lima. — 
Anon. Ner. 523 De Vipera et lima. — Pant. Candidus, Feles 
;  limam lingens (Del. poet. germ. 2, 155). — Strider, 
Natter und Feile bi Grimm A. W. 3, 83. — Stein— 
bömwel 47. a Bon einem Boͤſen und noch Boͤſern. — Lafon- 
taine 5, 16 Le Serpent et la Lime; vgl. Zobert 1, 337. — Le 
Noble 2, 99 Du Serrurier et de la Couleuvre. 


38. Habe. Bon Wolffen und Schafen. 


| Adgedr.: Wolgemuth 69. 

| Quelle: Fabulae B. 5. b De Lupis et Agnis. 

| Bearb.: es. s. I. H. 5. a De lupis. — Aes. Cor. 237 
' Avx0ı zei Igoßara (4 Fabb.). — -ies. Fur. 211 Avxos xai 
Hooßer«, vgl. Aes. Cor. 238 Avxoı, Ilooßare zul Kosos u. 
4es. Fur. 304 .lvxos, Ilooßara xai Kos. — Babrius 93 
Avxoı xai neoßera. — des. Camer. 190 Luporum et Ovium 
Pax. — Aphthonius 21 MvIos 6 zwv nooßarwv rapaırwr 
anarwoı un neideoHeı. — Aeſops Leben von Planudes bei 
Steinhdwel ©. 19. b ff. — Phaedr. App. 21 Oves et 
Lupi. — Romulus 3, 13 Oves et Lupi. — Anon. Nerv. 523 De 
Lupis et Ovibus. — Cognatus 15 De Canibus, Lupis et Ovi- 
bus. — Pant. Candidus, Luporum et ovium pax (Del. poet. 
germ. 2, 144) u. Lupi ab ovibus canes petunt (idid. 2, 145). 
— Desbillons 3, 9 Oves et Lupi. — Keller, Altd. Erz. 495 
Von dem wolff vnd dem schaff (2ter Theil). — Boner 93 
Von wolfen, hirten und hunden. — Steinhdwel 47. 
b Bon den Wälffen, Schaffen ond Hunden. — Eyb, Spie: 
gel der Sitten 128. a Bon fupplern vnd fupplerin. — 
Lafontaine 3, 13 Les Loups et les Brebis; vgl. Robert 1, 
201. — Guicciardini 113. b I malitiosi sotto specie d’ac- 
cordo privar di forze e di presidio i piü semplici ed op- 
primorgli. — VBgl. Waldis I, 26 und die Nachweifungen 
azu. 





1 


Anmerkungen I, 39. 40. 


39. Fabel. Vom Walde ond einem Bamren. 


Abgedr.: Wolgemuth 70. — Zadariäl. 

Duelle: Fabulae B. 5. b De Sylva et Rustico. 

Bearb.: Aes. s. I. H. 5. b De homine et lignis. — Aes. 
Camer. 191 Securis et Lignator. — P’haedr. App. Homo et 
Arbores — Romulus 3, 14 Homo et Arbores. — Azon. Nerv. 
524 De Homine et Securi. — Vinc. Bell. Sp. doctr. 3, 116; 
Sp. hist. 2, 6 Contra incautos. — Pant. Candidus, Securis 
et Lignator (Del. poet. germ. 2, 174). — Desbillons 1, 25 
Rusticus et Silva. — Strider, Artftiel, bi Grimm A. W. 
3, 224. — Steinhoͤwel 47. b Bon dem Dean ond der Arft. 


— Kirchhoff 27. a Bon einem Holtzhawer und Waldt. — - 


Er. Alberus 43 Bon dem Waldt und einem Bawren. — 
Lafontaine 12, 16 La Fort et le Bücheron, vgl. Robert 2, 
361. — Le Noble 2, 21 Du Bucheron et de la Forêt. — Bgl. 
Waldis I, 77 Weide und Art. 


40. Babel. Bon gliedern des Menfchen vnd dem Baud). 


Quelle: Fabulae B. 6. a De Membris et Ventre und F. 

3. a Apologus de membris et Ventre ex Plinio desumptus. 
Bearb.: Aes. s. I. J. 1.a De manibus et pedibus. — 
Aes. Cor. 203 Kosie za Ilodes (4 Fabb., 1 aus Plutarchs 
Coriolan, 1 aus Dionyf. Halic., 1 aus Syntipas. Vgl. die 
Note ans Mar. Tyrius.). — Aes. Fur. 286 Kosdie zei Ilodes. 
— Aes. Camer. 448 Dissidium ventris et membrorum corpo- 
ris humani, ex Livio. Vid. Livius II, 20, 3. Vgl. Quintilia- 
nus: Instit. orat. 5, 11 (ed. Spalding t. II p. 319). — Ro- 
mulus 3, 16 Membra et Venter. — Anon. Ner. 525 De ven- 
tre et ceteris membris. — Abstemius, Provemium ap. Nev. 
p- 534. — Vinc. Bell. Sp. doctr. 3, 122; Sp. hist. 2, 7 
Contra pigros. — Cognatus 73 De corporis humani mem- 
bris adversus ventrem conspirantibus. — Pant. Candidus, 
Ventris et membrorum contentio (Del. poct. germ. 2, 175). 
— Desbillons 3, 4 Membra et Venter. — Boner 60 Von dem 
n, den henden und vüezen. — Keller, Altd. Erz. 586 
Von der buchfull. — Steinhoͤwel 48. b Bon den Henden, 
Füflen ond dem Bauch. — Er. Alberus 10 Bon dem Bauch 
vnd ben Sliedern. — Rollenhagen Ce. 6. a Der Glieder 
Bneinigfeit mit dem Magen. — Eyring 1, 516 Der Mund 


FE 





nn — — — —— — — — m nn — — 


— —— · — — — ⸗ — — — — — — — — 


- 


- — — — —— — — — — — — — — — 


52 ‚Anmerkungen I, 41. 


ift des Bauches Hender ond art. — Viollet 3, 300 Farce nou- 
velle des cing sens de l’homme. — Recueil des Farces: LaMo- 
ralit€ Joyeuse du Ventre, des Jambes, du Coeur et du Chef. 
— Rabelais 3, 3 (ed. Jacob p. 207): „La teste ne vouldra 
prester la veue de ses yeulx pour guider les piedz et les 
mains. Les piedz ne la daigneront porter ; les mains cesse- 
ront travailler pour elle. Le cueur se faschera de tant se 
moulvoir pour les poulz des membres, et ne leur prestera 
plus. Le poulmon ne lui fera prest de ses souffletz. Le 
foye ne lui envoyera sang pour son entretien. La vessie ne 
vouldra estre debitrice aux roignons. L’urine sera suppri- 
mec. Le cerveau considerant ce train desnature, se mettra 
en resverie, et ne baillera sentiment es nerfs mouuement 
es muscles. Somme, en ce monde desray&, rien ne debvant, 
rien ne prestant, rien n’empruntant, vous voyrez une con- 
spiration plus pernicieuse que n’a figure Esope en son apo- 
loguc.“ — Lafontaine 3, 2 Les Membres et l’Estomac ; vgl. 
Robert 1, 169. — Le Noble 1, 24 Des membres revoltez. 
— Logmän 32 L’Estomac et les deux Pieds; vgl. Lafon- 
taine 7, 17 La Téête ot la Queue du Serpent (Robert 2, 109). 
— Cognatus 57 De Serpente. — Rollenhagen Z. 4. a 
Der Schlangen böfe Regiment. — PBantihatantra 2, 
360 u. 1, 573 Der Vogel mit zwei unverträgliden Köpfen. 
— Arvadänas 2, 100 L’oiseau & deux tetes; 1, 152 La töte 
et la queue du serpent. — Bgl. auch Lewis, Unterfucdhungen 
üb. d. altröm. Geſchichte über]. v. Liebrecht (Hann. 1858) 2, 
70 Anm. 21. 


Anmerk.: Vers 38 Midi für Midas. — Bers 70 
Römer13, 1 ff. 


41. Fabel. Vom Affen und Fuchß. 
Abgedr.: Wolgemuth 81. 
Duelle: Aes. s. I. et a. De simea (sic) et vulpe. 
Bearb.: Aes. Camer. 192 Simius ot Vulpes. — Phaedr. 
6, 1 Simius et Vulpos. — Phaedr. App. 22 Simius et Vulpis. 
— Romulus 3, 17 Simius et Vulpis. — Anon. Nev. 526 De 
Simia et Vulpe. — Vinc. Bell. Sp. doctr. 3, 115; Sp. hist. 
2, 7 Contra avaros. — Desbillons 3, 19 Simia et Vulpis. — 
Haupt, Zeitschr. 7, 352 Die vohe und die affen. — Stein: 


FPÖ — — — — — — - — — — — ·—— — — — — —— — — — — 


Anmerkungen I, 42. 43. 53 


bömel49.a Bon dem Affen und dem Fuchs. — Kobert 2, 476. 
— Le Noble 2, 67 Du Singe et du Renard. 


42, Fabel. Bon Hirſch vnd dem Ochſſen. 


Abgedr.: Wolgemuth 82. 

Quelle: Fabulae B. 6. a De Cervo et Bobus. 

Bearb.: Aes. s. 1. H. 2. b De cervo et bove. — es. 
Camer. 192 Cervus et Boves. — Phaedr. 2, 8 Cervus et Bo- 
ves. — Romulus 3, 19 Cervus et Boves. — Anon. Nerv. 526 
De Cervo. — Pant. Candidus, Cervus ad boves cohfugit (Del. 
poet. germ. 2, 140). — Steinhoͤwel 49. b Bon dem Hirf 
vnd dem Ochfen. — Lafontaine 4, 21 L’Oeil du Maitre, vgl. 


Robert 1, 296. — Guscciardini 319. b Acuta esser la vista 


del padrone e grossa quella del servidore. 


43. Fabel. Vom Loͤwen und Fuchß. 


Abgedr.: Wolgemuth 71. 

Quelle: Fabulae B. 6. b De Leone et Vulpecula. 

Bearb.: Aes. s. I. J. 8. b De leone et vulpibus. — -iex. 
Cor. 137 Atuv za Alwny& (3 Fabb., 1 aus Syntipas). — 
4es. Fur. 91 Adwv xai AAwnn&. — Babrius 103 -IEuv voowr 
zai Onoia. — Aes. Cam. 145 Leo et Vulpes. — Aphthonius 8 
Mosos 6 tov Akovros napuıvwv Xaxias apernv nEoTIWwEr. — 
Phaedr. App. 30 Leo Senex et Vulpes. — Romulus 4, 12 De 
Leone et Vulpe. — Horat. Epistt. I, 1, 73 sy. — Vinc. Bell. 
Sp. doctr. 3, 123; Sp. hist. 2, 8 Contra jactantiam. — Co- 
gqnatus 21 De Vulpe et Leone aegrotante. — Desbillons 2, 20 
Leo Senex et Vulpis. — Welscher Gast (Cod. palat. bl. 168). 
— Steinhdwel 55. b Bon dem alten Löwen und ben 
Füchßen. — Brant bei Steinhoͤwel 158.a Von eim Fuchs, 
der nit wolt ein Löwen heimfuchen. — Geiler, Narrenidiff, 
40tes Geſchwarm (Klofterv. ScheibleS. 441). — Er. Albe: 
rus 37 Bon einem Löwen und Fuchs, vnd andern Thieren. — 
Fiſchart, Sargantua 36. Cap. ©. die Stelle bei l, 4. — 
Eyring 1, 136 Aus eines andern ſchaden klugk werden. — 
Lafontaine 6, 14 Le Lion malade et le Renard; vgl. Robert 
2, 35. — Le Noble 2, 16 Du Renard et du I.eopard.. — 
Bol. Guicciardini 144. b Assai piü alla riuscita, che all’ 
entrata delle grandi e periculose imprese doversi riguar- 
dare. — Pantſchatantra 2, 268 u. 1, 381 ff. Der vor: 


— — — —— — — nn — — ⸗* =. — 


—D—b 


— — — — ·— 


— 


ö— 
54 Anmerkungen I, 44. 45. | 


fihtige Schafal. — Tuti-Nameh 2, 125 Der Wolf und der 
Schakal. — Logmän 6 Le Lion et le Renard, vgl. Sadi 16 
: Der meife Lokman wurde gefragt, von wen er die Weisheit ge: 
lernt babe. Er antwortete: „Bon den Blinden, deren Fuß 
. nirgends raftet, bevor er die Stelle betaftet. Denke an das 
Hinausgehn vor dem Hineingehn.“ — „Des Ausgangs, ehe du 
eingehſt, Sichere Dich ; denn nicht ift ficher, Wo Widerfacher im 
Haufe weilen.“ Edda. 


44. Fabel. Vom Fuchß ond dem Wyſel. 


| Abgedr.: Wolgemuth 72. 
| Quelle: Fabulae B. 7 a De Vulpecula et Mustela. 
Bearb.: Aes. Cor. 158 4Awrn& Aruarzovon (2 Fabb. ). 
| — Babrius 86 Alunnf oyxw&eioe. — Aes. Camer. 223 Vul- 
pes et Mustela; vgl. Grimm R. F. CCLXV u. CCIX. — 
Horat. Epistt. 1, 7, 29 sqqg. — Rebullius ex Gregorii Turon. 
Hist. lib. IV bei Robert 1, CXVI. — Desbillons 6, 9 Nite- 
dula et Mustela. — Er. Alberus 38 Bon einem Fuchs 
ond Wilfel. — Abrabam a St. Clara 2, 67. — Renart 
4, 318—4555. — Lafontaine 3,'17 La Belette entree dans 
I un grenier; vgl. Robert 1, 214. — Le Noble 2, 164 Du Loup 
; et de la Belette. — Guicciardini 52. b Nel fare qual si vo- 
glia cosa, doversi pensare al fine. — Bgl. Gualterus Mapes, 
ı De quodamEremita. ©. Liebrecht in Germania von Pfeifer 
: 8,49 U. Reineke Ber8 1452; Göthe 40, 50. 
\ Anmerk.: Bers22ff. „Du muft did fo viel müh er: 
wegen, Bnd bie in diefem Brotfaften Ein tag oder vier Sanct 
Niclaus faften” heißt doch wohl joviel als: „Du mußt dem 
St. Nikolaus zu Ehren falten”. Wie diefes „Faſten“ aber mit 
dem Kinderfreund und Gabenjpender zujammenhängt, ift mir 
unbefannt. 


45. Gabel. Vom Hirſch und dem Pferdt. 


Abgedr.: Wolgemuth 43. 
Duelle: Fabulae B. 7. a De Equo et Cervo. 
| Bearb.: Aes. s. I. J. 7. b De eyuo, cervo et venatore. 
i  — Aes. Cor. 3, 136 "Innos zus "Eiugos (4 Fabb.). — Aes. 
| Fur. 383 "Innos zai’Eiagpos. — Aes. Camer. 158 De Equo 
| 
| 


et Cervo. — Aristoteles, Rhetor. I, 20, von Plutarch ange: 
führt in Vita Arati C. 38 (ed. Korai VI, 266). — Phaedr. 


— m — — — — — —— — — — — —— — — — — en nn " 


—— — — — — — — — — — — — — — —— — — 


Anmerkangen I, 46—48. 55 


4, 4 Equus et Aper. — Horat. Epistt. I, 10, 34.—38. — Ro- 
mulus 4, 9 Equus, Cervus et Venator. — Abstemius, Prooem. 
ap. Nev. p. 534. — (ognatus 28 Apologus de Equo admisso 
freno cervum profligante, quo Stesichorus poeta Hymerenses 
Phalaridem tyrannum ducem eligere volentes, deterruit. — 
keineke III, 8 Historie van eneme manne unde perde unde 
herte. — Göthe 40, 172 ff. — Steinhömel54. a Bon 
einem Pferd, Hirken vnd Jaͤger. — Rollenhbagen Pp. 2. a 
Pfennger das Pferdt ftreitet mit Hornunge dem Hirſch. — 
Lafontaine 1, 13 Le Cheval s’etant voulu venger du Cerf; 
vgl. Robert 1, 266. — Le Noble 2, 62 De l’Ecuyer et du 
Cheral. 
Anmerk.: Bers 29. Horat. Epistt. I, 10, 39 sqq.: 
Sic, qui pauperiem veritus, potiore metallis | 
Libertate caret; dominum vehet improbus, atque 
Serviet aeternum, quia parvo nesciet uti. 


46. Fabel. Bon zweien Juͤnglingen. 


Quelle: Fabulae B. 7. b De duobus adolescentibus. 

Bearb.: Aes. Cor. 26 Newvioxo zei Maysıpos. — Aes. 
Fur. 60 Nsarioxos zei Maysıpos. — Aes. Camer. 87 Ado- 
lescentes et Cocus. — Cognatus 48 De duobus adolescentibus 
obsonium furantibus. — Pant. Candidus, Adolescentes et 
Coquus (Del. poet. germ. 2, 132). 


47. Fabel. Vom Hundt und Metzler. 


Abgedr.: Wolgemuth 83. 

Quelle: Fabulae B. 7. b De Cane et Lanio. 

Bearb.: Aes. Cor. 34 Kvwr zei Mayeıpos ; eine zweite 
aus Syntipas Kour xui MaxıAdeus. — Aes. Fur. 227 Kuwr 
xai Mayesıpos. — Babrius 42 Kıwv zei uayeıgos. — Aes. 
Camer. 91 Canis et Cocus. — Pant. Candidus, Coquus et Ca- 
nis (Del. poet. germ. 2, 133). 


48. Fabel. Vom Hundt und Schaaf. 


Abgedr.: Wolgemuth 84. 

Quelle: Fabulae B. 8. a De Cane et Ove. 

Bearb.: Aes. s. !. D. 1. b De cane et ove. — Aes. Cam. 
172 Canis et Ovis. — Phaedr. 1, 17 Ovis, Canis et Lupus. 
— KRomulus 1, 4 Ovis, Canis, Lupus, Milvus et Accipiter. — 


—— — — — — — — — — — — — — — — — — ú — — — 
— 











56 Anmerkungen I, 49. 





Anon. Nen. 489 De Cane et Ove. — Boner 7 Von einem hunde 
und einem schäfe. — Der wolf ein geziuc Bei Grimm R. F. 
345. — Luther 5, 405. b Hund und Schaaf. — Bgl. Robert 
2, 449. 

49. Fabel. Vom Lamb und Wolfe. 

Adgedr.: Wolgemuth 85. 

Quelle: Fabulae B. 8 a De Agno et Lupo. 

Bearb.: Aes. s. I. De agno et canc. — Phaedr. 3, 15 
Canis ad agnum. — Romulus 2, 6 Canis ad agnum. — Anom. 
Ner. 505 De Capra, Ove et Lupo. — Boner 30 Von einem 
lambe und einem wolfe — Steinböwel 37. a Bon dem 
Wolff oder Hund und Lamb. — Robert 2,461. — Vgl. Arianus 
42 Lupus et Hoedus; Steinhbwel 90. b Die 27 Fab. 
Aniani von dem Wolff und dem Kity. 

Anmerk.: Vers 21. „Bad jhenden mir Sanct Johans 
fegen.“ St. Johannes Segen jdhenen, trinfen heift fo wiel 
als den Abfchiebs-, wohl auch Nacıttrunt barreichen, trinten. 
Bei Eyring 3, 536 heißt es zum Sprichwort „Wer fich zum 
Thor heraus gemacht, Der hat den Iengften Weg verbracht“ : 

Diß Sprichwort zeiget an fo frey, 

Kein Weg dem Wanprer lenger ſeh, 
Weder bie Bort, dadurch er geht, 

Darum er offt ftill beit vnd fteht, 

Born Freunden nicht fort kommen fan, 
Jeder wil vor Red mit jhm han, 

Mit Sanct Johans Mantel verehrn. 
Singen: Jebzt ſcheiden bringt beſchwern. 
Sanct Hans jhn offt fo lang auffhelt, 
Das jhn die Nacht bald wberfelt. 

Che mancher denn zum Thor koͤmpt nauß, 
Duf er wider feren zu Hauß, 

Die Nacht bey guter Gſellſchafft bleiben, 
Thun ſolches Sanct Johan zufchreiben. 
Bon jpn der Gröftfiller gnent, 

Wenn eine trindt an manden End, 
Daß er nehrlicy kan fpreden Amen, 

Der trindt noch in Johannis Namen, 
Ders jom doch ja nicht hat gebeiffen, 
Thut jhm auch fein Dienft dran bemeifen.“ 














— ö——— — TEE 
Anmerkungen I, 50. 51. 57 


— — — — — — — — — — — — — — — — — — — —— — — —— — — — — — — 


| 
Bol. „Bon ©. Johanns trund Ain hupfcher Newer ſpruch“ 
| im Weimar. Jadrb. Bd. 6 ©. 28 mitgetheilt und mit Notizen 
ı begleitet von Gödeke. — Nach der Ueberlieferung ſoll einft dem | 
heil. Johannes vergifteter Wein dargereicht worden fein; der 
Heilige ſoll denjelben gejeguet und zur Beftätigung des chrift: Ä 
lichen Glaubens getrunfen haben, ohne daß es ihm fehadete. 
(®gl. Gultser, De Benedictione II, 38.) Daher gibt die 
katholiſche Kirche an feinem Feſte gelegneten Wein, wobei der | 
Priefter mit Beziehung auf die befannten Worte des Apoftels | 
den Gläubigen zuruft: „Zrinfe die Liebe des heiligen Johan: 
nes!” Davon foll der bei diefer Gelegenheit gefpendete Wein 
den Namen „Sohannesjegen“ oder „Sohanneswinne” erhalten 
haben. An einigen Orten wird auch bei der Verehelichung den 
Brautleuten gejegneter Wein gereicht, der ebenfalls Johannes 
jegen beißt. — Vgl. übrigens hiezu Grimm, DM. S. 53 ff. 


50. Fabel. Bon Juͤngling ond der Kagen. 


| 
| Adgedr.: Wolgemuth 86. 

| Quelle: Fabulae B. 8. a De Adolescente et Cato. 
| 

| 





Bearb.: Aes. Cor. 160 TeAn zei Agpgodirn (4 Fabb.) 

u. 186 Zeus xei Akut. — 4es. Fur. 48 Tan xei Agpoo- 

rn (vgl. 273 Zeus zei Akwrne). — Babrius 32 Tain zu 

"Agpoodirn. — Aes. Camer. 156 De Homine et Fele. — Anthol. 

I gr. 1, 30, 2, vgl. Phaedr. App. 3 Vulpis et Jupiter. — Co- 

gnatus p. 18 "De Fele. — Brant bei Steinhöwel 121. b 

Schwer ift die Natur zumerferen. — Lafontaine 2, 18 La Chatte 

metamorphosee en femme; vgl. Robert 1, 153. — Le Noble 

2, 159 De la Chate Femme. — Guicciardini 293. b Piü fucil- 

mente mutarsi forma che natura. — PBantihatantra 2, 

375; 1, 262 Die verwandelte Maus fol fih einen Bräutigam 

| wählen. — Bidpai 1, 219 Der Mind und die Maus. — 

Joh. de Capua i. 4. b. — Beiſpiele der Weifen 116, 15. 

| — Tuti-Nameh 1, 151 Geſchichte der hölzernen Jungfrau | 
nnd ihrer Liebhaber. — Cabinet des fees 17, 466 La Souris 

| 


— — — — — 


changee en fille. — Bgl. Horat. Epistt. 24, 1. — Waldis 
II, 22, 37 fi. Marcolff, Salomon und bie Katen, und die 
Nachweiſungen dazu. 
51. Fabel. Vom Vatter vnd feinen Sönen. 
Abgedr.: Wolgemuth 61. 


' 
N f 
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a) 
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— — mn nn —— — — — — —— — — — —- 


— — — — — — — — — — — — — — — — — — — — —. 


58 Anmerkungen I, 52. 53. 





— — — — —— — — — 


Quelle: Fabulae B. 8. b De Patre et Filjis. 

Bearb.: Aes. Cor. 171 Tewpyor nei. — Aes. Fur. 
52 Tewoyoo neides. — Bubrius 47 Tempyos xui viel. — 
ı  Plutarch, De garrulitale c. 17 (ed. Wyttenbach III, 1, 48) 
u. Regnum et Imperatorum Apophthegmata (ib. I, 2, 190). 
— Gualtherus Mapes in De fantastica deceptione Gerberii. 
S. Liebrecht in Pfeiffer, Germ. 5. — Desbillons 2, 12 Agri- 
cola et eius Filii. — Brant bei Steinhoͤwel 116. b Das 
zwitracht fey ein vrſach der omferung aller fand. — Agricola 
Nr. 314 Wo ein Städt zergehen joll, fo beißt eyn Pferdt dem 

andern den jchwant ab. — Er. Alberus 46 Von einem 
Batter vnd feinen Kindern. — Rollenhagen Tt. 8.b Wie 
ı eim Pferdt der ſchwantz auszurkden (2 Fabb.). — Eyring 
2, 112 Einhelligfeit, Freundichafft deßgleich, Die machen offt 
; Die armen rei; 3, 400 Wenn ein Reich mit jm felber vneins 
: wird, fo fan es nicht beftehben. — Lafontaine 4, 18 Le Vieillard 
et ses Enfants; vgl. Robert 1, 288. — Le Noble 1, 20 Un 
Fagot. — Vgl. Waldis U, ı Ochfen und Löwe, und Rad: 
weifungen. 


! 
| 
| 
| 52. Fabel. Vom Pferdt ond Eifel. 


Abgedr.: Wolgemuth 87. 

Quelle: Fabulae B. 8. b De Rustico et Equo. 

Bearb.: Aea. Cor. 125 ’Ovos zai Innos. — Aes. Fur. 24 
“Innos xui ’Ovos. — Babrius 7 "Innos zıi oros. — Pilutarch, 
De tuenda sanitate praecepta c. 25 (ed. Wyttenb. I, 2, 55) 
— Aes. Camer. 138 Equus et Asinus. — PVinc. Bell. Spec. 
doctr. 3, 120; Sp. hist. 2, 5 Contra contemptores humilium. 
— Cognutus 11 De Bove et Camelo. — Desbillons 2, 18 Asel- 
lus et Equus. — Brant bei Steinhömel 138. a Bon 
; einem Pferdt das nit wollt behilfflich fein einem Ejel im tragen 
der Buͤrde. — Gleim 2, 13 Das Pferd. Der Eſel. — Lafon- 
taine 6, 16 Le Cheval et l’Ane; vgl. Robert 2, 48. — Bgl. 
Abstemius ap. Nev. 601 De servo qui asinum heri c rupe 
deiecit und Waldis III, 31 Pferd ond Eifel. 

Anmerf.: Vers 29. Lucas 16, 19 ff. 


53. Sabel. Dom Köler und DBleicher. 


Abgedr.: Wolgemuth ss. 
Quelle: Fabulae C. 1. a De Carbonario et Fullonc. 


— — — . — — — — — — — — — — —— — — — 


Anmerkungen I, 54. 55. 59 


— m nn — — — ne 


Bearb.: : Aes. Cor. 12 Arsgaxsüs xzai Kyamevs. — Aes. 
Fur. 'Av$gaxeus zai Kvapeus. — Aes. Cam. 79 Carbonarius 
et Fullo. — Desbillous 5, 4 Carbonarius et Fullo. — Brant 
bei Steinhoͤwel 123. a Bon vngleicher Gefellfchofft Gic). 


54. Fabel. Vom Voͤgler ond der Tauben. 


Abgedr.: Wolgemuth 89. 

Quelle: Fabulae C. 1. a De Aucupe et palumbo. 

Bearb.: Aecs. Cor. 32 TEsvıns zai "Eyıs. — Aes. Camer. 
90 Auceps et Anguis. — Adstemius ap. Nev. 597 De Vulpe 
capta a Canc, dum se mortuam simulat. — Alforsus, Disci- 
plina clericalis (ed. Schmidt) cap. 10. a. — Cognatus p. 46 
De Piscatore (fifcht einen Storpion). — Pant. Candidus, Au- 
ceps et Anguis (Del. poet. germ. 128). — Desbillons 3, 20 
Auceps, Palumbus et Serpens. 


55. Fabel. Bon einem Trummeter. 


Abgedr.: Wolgemuth 90. — Zadhariä 3. 
Quelle: Fabulae C. 1. b De Buccinatore. 
Dearb.: Aes. Cor. 142 Fainıyzrys (2 Fabb.). — es. 


Fur. Zainıorns. — Aes. Cam. 148 Tubicen. — Avianus 39 
Miles et lituus. — Pant. Candidus, Tubicen (Del. poet. germ. 
2, 113). — Desbillons 3, 39 Tubicen et Hostes. — Brant 


bei Steinhömel 143. b Von eim Feldttrummeter her (ic) 
gefangen ward jm krieg. — Eyring 1, 478 Der häler ift wie 
der fteler (bloſſe Anführung; bei ihm iſt es ein „Trumſchlaͤ— 
ger — Zachariä ©. 83 Der gefangene Trompeter. 


Anmerk.: Vers 31. „Ihnen ein fhß Placebo fingen.“ - 


In der fogenannten Seelenveſper, am Borabende des Feltes 
Aller Heiligen (2. November), und eben fo in der Veſper nad 
jedem Todtenamte wird der 114. Plalm*) gefungen , deſſen 
9. Bers lautet: „Placebo Domino in regione vivorum“, d. 
"36 will gefallen dem Herrn im Lande der Rebendigen“ .) 
Der ganze Pfalm wird nad dem Anfangsworte Placebo ge: 
nannt. „Ein Placebo fingen“ heißt Daher: nach dem Willen 
eines Andern reden, ihm fchmeicheln. — Bers 55. Wahrfchein: 


) Nach der Bulaata ; nach Luthers Ueberfeßung ift es der 116.8.1—9. 
) Nach Ruthers Ueberfehung „Ich will wandeln vor Dem Herrn im 
&ande der Lebendigen.“ 


— —— —— — — 


— — nn — — — 


60 Anmerkungen I, 56. 57. 


lich Friedrich III. oder der Weife, Kurfürft von Sachen (1486 
bis 1525). 


56. Fabel. Vom Wolff vnd Hunde. 


Abgedr.: Wolgemuth 91. 

Quelle: Fadulae C. 1. b De Lupo et Cane. 

Bearb.: Aes. s. I. H. 6. 1 De Lupo et Cane. — Aes. 
Cor. 111 ’Ovos @ypıos; 411 Avxos zei Köwv. — Aes. Fur. 
136 Ovos @ypıos ; 361 Avxos zai Kimv. — Babrius 99 Av- 
205 zei Kuwv. — Aes. Cam. 191 Canis et Lupus; 132 Asi- 
nus silvestris. — Phaedr. 3, 7 Canis et Lupus. — Romulus 
3, 15 Canis et Lupus. — Anon. Ner. 524 De Lupo et Cane. 
— Vinc. Bell. Sp. doctr. 3, 113; Sp. hist. 2, 6 Ad libertatis 

ommendationem. — Morlini Fab. 13 De sene Equo et ju- 

vene. — Desbillons 2, 25 Asinus silvestris et Asinus dome- 
sticus. — Boner 59 Von einem hunde und einem wolfe. — 
Renner 7400 Ein mere von einem veizten hunde. — Keller, 
Altd. Erz. 512 Von dem wolff und dem hunde. — Stein: 
hoͤwel 48. a Bon dem Wolff und dem Hund. — Hans 
Sachs II, 4, 121 Fabel der arbeitiamen Ochffen mit bem 
müffigen Wolffe. — Rollenhbagen ®. 7. b Des Kettenhun⸗ 
des glüd. — Eyring 2, 621 Freyheit das beft man adıten 
thut Vnd ift Doc) nit allzeit gut (2 Fabb.). — Hagedorn 2, 
33 Der Wolf und Hund. — Gleim 2,5 Der Hund. Der 
Wolf. — Lafontaine 1, 5 Le Loup et le Chien; vgl. Robert 1, 
25. — Le Noble 1, 48 Du Chien gras et du Chien maigre. 
— Gwuicciardini 11. b Piü da stimarsi la liberta con molti 
stenti che la servitu con molti agi. — Vgl. Waldis M, 18 
Hund und Löwe. 

Anmerf.: Vers 58. Der Name Marcolff, der bier 
bem Hunde gegeben wird, fommt in ber Thierſage nicht vor, 
eben fo wenig als die Namen Reynolt (I, 59, 27) für ben 
Fuchs, Bartmann oder Barthold (IN, 27, 1 u. 19) 
für den Bod und Hein (IV, 1, 85) für den Eſel. Nur im 
Srofchmeufeler fonımt ein ähnlicher Name für den Bod vor, 
nämlich Yangbart. 


57. Babel. Vom Bawın ond feinen Hunden. 


Abgedr.: Wolgemuth 92. 
Quelle: Fabulae C. 2. a De Agricola et Canibus. 


— nn — — — — — — — — — — — — — — on 


.—_- — — nn — — — — 


— — — —— — — — — — — — — — —— — nn ——— 


Anmerkungen I, 58—60. 61 


— —— —— — — — — — 


N 





Bearb.: Aes. Cor. 23 deonorss zai Kuves. — des. Fur. 
43 Tewoyös zei Küves. — Aes. Camer. 86 Herus et Canis. 
— Desbillons 14, 5 Villicus et Canes. — Brant bei Stein: 
bömel 150 Bon einem Fuchs und Leopart, vnd einem arder: 
man (sic), der fein eigen ochfen tödtete. — Hans Sachs IV, 
3, 236 Der faul Bawer mit fein Hunden. 


58. Sabel. Vom Fuchß ond Löwen. 


Quelle: Fabulae C. 26 De Vulpe et Leone. 

Bearb.: Aes. Cor. 5 Adwnnt xei Akwr, vgl. 118 Kaun- 
Aos.— Aes. Fur. 7 AAwnng zei Alar, vgl. 148 Kaundos. — 
Aes. Camer. 75 Vulpes et Leo. — Guicciardini 354. b Non 
essere causa si horribile che la consuetudine non faccia 
parer lieve. 


59. Fabel. Vom Fuchß ond dem Aoler. 


Abgedr.: Wolgemuth 94. 

Quelle: Fabulue C. 2 b De Vulpe et Aquila. 

Bearb.: Aes. s. 1. E. 1. a De aquila et vulpe. — Aes. 
Cor. 1 4erös xei AAusane (2 Fabb., 1 aus Syntipas). — 
Aes. Fur. 1 4sros zul Alunne. — Vgl. Aristoph., Aves 652. 
— 4es. Camer. 71 Aquila et Vulpes. — Phaedr. 1, 28 Vul- 
pis et Aquila. — Romulus 2, 8 Vulpis et Ayuila. — Abste- 
mius 81 De Aquila filios Cuniculi rapiente. — Anon. Nev. 
495 DeVulpe et Aquila.— Boner 16 Von einem vuchse und 
einem arn. — Steinhoͤwel 31. b Bon dem Adler ond dem 
Fuchs. — Sans Sachs II. A, 95 Der Fuchs mit dem Adler, 
vgl. Sellert 74 Das Pferd und die Bremfe. — Bgl. Pant: 
fhatantra 2, 95 u. 1, 244 ff. Der Bund der Schwachen 
gegen den Elefanten. — Cabinet des fees 17, 208 Les deux 
Moineaux et l’Epervier. — Robert 2, 451 u. 538. — Findet 
fih aud in Weſtafrika. S. Liebrecht in Rom. Jahrb. 3, 
155. — Ueber das Herbeiholen des Feuers durch Vögel j. 
Liebrecht in Pfeiffer’8 Germania 5, 122. — Bal. Waldis 
III, 7 Adler und Küniglin. 


60. Fabel. Vom Aderman ond Storchen. 


Abgedr.: Wolgemuth 46. 
Duelle: Fabulae C. 3. a De Agricola et Gruibus. 
Bearb.: Aes. s. I. M. 5. b Remicius Fab. 9 De agri- 


— — — ——  L 


— — · — 


u. 


62 Anmerkangen I, 61. 62. 


cola, perlagio et gruibus. — Jes. Cor. 172 Tewpyös xai 
Neiaopyos (3 Fabb.). — es. Fur. 76 Tewpyos xai Hleiag- 
yös. — Babrius 13 Tewoyös zei neAagyos. — Aes. Camer. 
161 De Agricola et Ciconia. — Aphthon. 14 Moos 6 rov 
AEARQYOV, napaıvav un ovväivaı xurols. — Cognatus 33 De 
Agricola et Ciconia. — Pant. Candidus, Agricola et Ciconia 
(Del. poet. germ. 2, 119). — Desbillons 3, 2 Agricola et 
Ciconia. — Steinhöwel 77. b Bon dem Bawren vnd dem 
Trappen. — Le Noble 1, 100 Du Ciconeau et de l’Oyseleur. 


— Bgl. Waldis I, 80 Antudgel und Kraniche nebft Nachwei⸗ 


jungen ; II, 18 Nadtigall und Sperber. — Sperber und Sing- 
vogel in Haupt, Zeitschr. 7, 331. 


61. Fabel. Vom Hanen ond der Katzen. 


Abgedr.: Wolgemuth 45. 

Quelle: Fubulae C. 3. a De Gallo et Cato. 

Bearb.: Aes. s. I. M. 3. b Remicius Fab. 4 De catto et 
gallo. — Aes. Cor. 6 "Aıdovpos zei Aktxzıoüwv. — Aes. Fur. 
15 Ardovpos xei Aktxrovwv. — Aes. Camer. 76 Feles et 
Gallus gallinaceus. — Steinhöwel 76. a 4te Fabel Rimi: 
tii Bon der Katen ond dem Han. — Eyring 1, 488 Der 
Hund hat Leder frefien; 2, 370 Er ift onfchüldig darzu kommen 
(bloffe Anführung). — Le Noble 2, 179 Du Chat et duCoq. — 
Guicciardini 151. b La forza opprimere e soffocar la ragione. 


62. Fabel. Vom Schafhirten und ven Aderleuten. 


Abgedr.: Wolgemuth 95. 
Duelle: Fabulae C. 3. b De Opilione et Agricolis. 
Bearb.: Aes. s. I. M. 5. b Remicius Fab. 10 De puero 
oves pascente. — Aes. Cor. 266 Mais weuorns. — Aes. Camer. 
204 De mendace Puero. — Nesbillons 2, 6 Puer et Agricolae. 
— Steinhömel 77. b Fabel Rimitii 10 Bon dem Knaben, 
der Die Schaff mweidet. — Le Noble 1, 193 Du Berger qui cria 
a faux. 
Anmerf.: Bers 25. Horat. Epistt. I, 17, 58 sqgq.: 
Nec semel irrisus, triviis attollere curat 
Fracto cruce planum ; licet ille plurima manet 
Lacryma. „Per sanctum, “ iuratus dicat, „Osirim! 
Credite, non ludo, cerudeles tollite claudum !* — 
„Quaere peregrinum!“ vicinia rauca reclamat. 


-—— m ·· — —— — — — — — — — — — — — — — — —⸗ 


Anmerkungen I I, 63 —65. 63 


63. Fabel. Vom Adler ond Rappen. 


Abgedr.: Wolgemuth 96 und 254. 

Duelle: Fabulae C. 3. b De Aquila et Corvo. 

Bearb.: Aes. s. I. M. 2. b Remicius Fab. 1 De aqua 
et corvo. — Aes. Cor. 204 Kodovös zei Houmv (4 Fabb., 
aus Syntipas). — Aes. Fur. 3 ’Atrös xai Kodowös. — ie 
Camer. 159 De Aquila et Monedula. — Aphthon. 19 Mvsos 
6 rot: xolorov, nepeıwo» un utılöovwr £ogv. — Desbillons 1, 
3 Aquila, Corvus et Pastor. — Steinhöwel 74. b Fabel 
Rimitii 1 Don dem Adler, Lamb und Rappen. — Lafontaine 
2, 16 Le Corbeau voulant imiter l’Aigle, vgl. Robert 1, 147. 
— Le Noble 1, 218 De l’Aigle et du Corbeau. — Pant— 
Ihatantra 1, 602. 


64. Fabel. Vom neivigen Hundt. 


Abgedr.: Wolgemuth 97. 

Quelle: Fabulae C. 3. b De Cane invido et Bove. 

Bearb.: Aes. s. I. L. 4. a Extravag. 11 De cane invido. 
— 4es. Cor. 334 Kiwv xzai“Innos (aus Lucian). — Aes. Fur. 
404 Kuwv Ev parvn. —- Aes. Camer. 204 Canis in praesepi, 
vgl. Abstem. ap. Nev. 604 De Capra prohibita a cane hor- 
tum intrare. — Cognatus 104 De Cane et Equo. — Pant. Can- 
didus, Canis in praesepi (Del. poet. germ. 2, 152). — Des- 
billons 3, 5 Canis et Bos. — Steinhöwel 66. b Bon dem 
Neidigen Hund. — Eyring 1, 528 Der Neybhardt Al ein 
Matter (blofje Anführung) ; 2, 40 Einem andern nit gönnen; 
3, 231 Mit andern Hfnnern ins neft legen (bloſſe Anführung). 


65. Fabel. Bon der Kraͤen ond dem Schaf. 


Abgedr.: Wolgemuth 98. 

Duelle: Fabulae C. 4. a De Cornice et Ove. 

Bearb.: Aes. s. 1. K. 2. a De injuriis innocentum Eso- 
pus talem narrat fabulaın. — Phaedr. App. 27 Ovis et Cor- 
nix. — Desbillons 2, 17 Ovis et Cornicula. — Aarie de France, 
Le Corbeau et le Loup bei Le Grand 4, 350. 

Anmerk.: Berss fl. Waldis bat den Tert mißverftan- 
den, indem er fi durch die fehlerhafte Interpunftion leiten 
ließ. Der Tert in den Fabulae heißt nämlich: „Strepitat in 
oviculae dorso cornicula, ovis, cani inquit, si sic obstrepe- 


— — — — > — m 1 — — — —· —⸗ —ñ — — 


ng 


64 . Anmerkungen I, 66. 


— — ——— U. mn — ·— —— — — — — — — — — — — — 


res, ferres infortunium“, was geleſen werden muß: „Strepitat 
in oviculae dorso cornicula. Ovis, cani, inquit, si sic“ etc. 
D. h. „Es hauſt auf eines Echäfleins Rüden eine Kräbe. Das 
Schaf fagte, wenn du jo auf dem Hunde hauſteſt, würbe e8 Dir 
übel gehen. Aber die Krähe (antwortete), ich weiß, wen id) 
mißhandle; den Guten bin ich befchwerlich, den Böſen freund: 
lich.“ Wie Waldis die Sache darftellt, gibt es keinen vernlinf- 
tigen Sinn. — Vers 13. Der Schweiger, ein Dichter, 
wahrſcheinlich aus dem 15. Jahrh., deffen Name unbefannt ift, 
der aber von vielen Schriftftellern des 16. Jahrh. ſehr häufig 
angeführt wird, fo von Alberus Erasmus, Agricola, Epr. 
Spangenberg im Abelsjpiegel und in der Gloſſe zu Reinede 
Fuchs u. A. m. Bol. Kurz, Lit.-Geſch. I, 642. Waldis hat 
die angeführten Verje nach feinen metrifchen Bebürfniffen um— 
gearbeitet. Sie lauten nach Agricola (Mr. 66): 
„So mus der ſchlecht, der frum vnd gerecht 
Allzeyt dahinden bleyben. 
Wer nicht hat hab ift yet fchab ab 
Bey mann ond auch bey weyben.“ 

Gödeke (Grundriß 278 u. 111) hält den „Schweytzer“ gewiß 
mit Unredht für den „CS chweger: Rofjenblüt”. Vgl. deſſen 
„Morßheim“ S. 42 und meine Lit.-Geſch. 1, 642 Anm. 


66. Fabel. Vom Pfawen ond der Nachtigall. 


Abgedt.: Wolgemuth 58. 

Quelle: Fabulae C. 4. a De Pavone et Luscinia. 

Bearb.: Aes. s. 1. J. 5. b De junone et luscinia. — 
Aes. Camer. 195 Pavo. — Phaedr. 3, 18 Pavo ad Junonem. 
Romulus 4, 4 Pavo ad Junonem. — Pant. Candidus, Pavo 
vocem optans (Del. poet. germ. 2, 169). — Steinhoͤwel 
51. b Bon dem Pfawen, ond der Göttin ond der nacdhtgallen. 
— Er. Alberus 31 Bon einer Nadhtigall und Pfawen. — 
Eyring 2, 128 Ein jeder halt fich nad) feinem ftand, Treib, 
was er glernt, ift jhm fein fchand. — Exilium melancholiae, 
D. i. Vnluſt-Vertreiber (Straßb. 1643) G. 1 Gaben. — 
Lafontaine 2, 17 Le Paon se plaignant a Junon; vgl. Robert 
1. 149. — Le Noble 1, 227 Du Pan et de Junon. — Bgl. 
Waldis 1, 93 Das Kamel, nebft Nachweifungen. 

Anmerk.: Bers ss. Calieut f. v. a. Caleutta. Ta: 
probanund Taprobana (IV, 69, 59), eine bei den Alten 


—— mn — — — — — — — — — — — — — — 





ö— — — — — — — — — — — —— ._ — — — — — — — — — — 


. —— ——— —— — 


TUT 
Aumerknugen J. I, 67. 68. 66 


— —ñe —— — Rñ — — — — — — — —— — — —— — — nn 


berühmte Inſel im indiſchen Meere. Einige halten ſie für das 
heutige Ceylon, Andere für Sumatra. Unter den „grimmen 
Wundern“, die man von dorther bringt, werden vermuthlich 
die Elephanten verſtanden (Eſchenburg). 


| 
| 
| 
| 
. 67. Fabel. Vom Aften Wofel ond den Meufen. | 
Abgedr.: Wolgemuth 9. ' 
Quelle: Fabulae C. 4. a De Mustela et Seniculo mure. 
Bearb.: Aes. s. I. J. 4. b De mustela et sene mure. — 
Aes. Camer. 225 Mustela. — FPrhaedr. 4, 2 De Mustela et 
Muribus. — Romulus 4, 2 De Mustela et Muribus. — Des- 
billons 4, 18 Mustela et Mures. — Lafontaine 3, 18 Le Chat 
et le Rat, vgl. Robert 1, 216. — Steinhoͤwel 51. a Bon 
Der Wifer vnd der Mauß, vgl. Bantihatantra 1, 225. — 
Bol. Waldis Il, 7 Bon der Kraͤen; DIL, 57 Kate umb Maͤuſe. 
Anmerk.: Vers 25. Tuv * —— — — un nolsussiv 
usa doAov Tovs dp“ HoazAtovs yeyovöras, zureyehgu 
ExeAever' „Onov ya n Atovın un &pızveitar, nooopanriov 
£xei ınv dAwnexnv.* Plutarchus, Vita Lysandri Cap. 8. Cf. 
Opera moralia Regum et Apaphth. (ed. Wyttenbach ], 2 
p- 250) u. Apophth. Lacon. (ib. p. 398). -- Ber$ 35. Ovid. 
Ich habe dieje Stelle nicht aufgefunden. 


68. Fabel. Vom alten Apffelbaum. 


Abgedr.: Wolgemutb 100. 
Quelle: Fabulae C. 4. b Apologus ex Mantuano tra- 
ductus. Die urfprüngliche Form bei Mantuanus lautet aljo: 
Rusticus ex malo dulcissima poma legebat, 
Unde dare urbano dona solebat hero. f 
Ast herus illectus frugum dulcedine, malum | 
Transtulit in laribus proxima rura suis. i 
At quia malus erat senior translata, repente | 
Aruit, et proles cum genitrice obiit. 
Heu male transfertur senio cum induruit arbor, 
Inquit herus, fuerat carpere poma satis. \ 
Morale eiusdem. | 
Qui nimium sapiunt, atque inconcessa sequuntur, | 
Desipiunt, cohibet qui sua vota, sapit. 
Bearb. : Cognatus 76 De annosa arbore transplantata. — | 
Aradänas 1, 168 L’Homme et l’Arbre fruitier. \ 





— — —u — —— — · — ⸗ mu nn rn mn — 


—* Bibliothet w & 


6° . Anmerkungen I, 69— 72. 





69. Fabel. Vom Loͤwen vnd dem Froſch. 
Abgedr.: Wolgemuth 101. 
Quelle: Fabulae C. 4. b De Leone et Rana. 
Bearb.: Aes. Cor. 37 Alu zei Barguyos. — Aes. Fur. 
90 Akwr zus Baroayos. — Aes. Camer. 93 Leo et Rana. — 


Pant. Candidus, Leo et rana (Del. poet. germ. 2, 136). — 


Le Noble 2, 30 Du Lion et de la Grenouille. — Bgl. Bant: 
fhatantra, 101. 107. 133. — Bidpail, 6 Der Löwe 
und der Stier. — Joh. de Capua b. 4. b. — Beifpieleder 
Meifen S. 22. 33. — Cabinet des fees 17, 183 Le Renard 
et le Tambour. — Bgl. Waldis J, 8 Eſel vnd Löwe. 


70. Fabel. Bon der Amenffen. 

Abgedr.: Wolgemuth 102. — Zadhäriä 6. 

Duelle: Fabulae D. 1. a De Formica. 

Bearb.: Aes. s. !. M. 5. b Remicius 11 De columba 
et formica. — Aes. Cor. 41 Miounf zei Hegpiorepa. — Aes. 
Fur. Mvgunf zui ITlegıoreod. — Aes. Camer. 96 Formica et 
Columba. — Coynatus 106 De Columba formicae beneficio 
vicissim servata. — Pant. Candidus, Formica et Columba 
(Del. poet. germ. 2, 173). — Desbillons 2, 24 Formica et 
Columba. — Eteinhömel 78. a Fabel Rimitij 11 Von der 
Ameis vnd der Tauben. — Lafontaine 2, 12 La Colombe et 
la Fourmi ; vgl. Robert 1, 136. — Le Noble 1, 208 De la Fourmi 


et du Ramier. 
71. Babel. Bon Voͤgeln. 


Abgedr.: Wolgemutb 103. 

Quelle: Fröbulae D. 1. a De Avibus. 

Bearb.: Aes. Cor. 53 Teams zwei Kodowws. — Aes. Fur. 
183 Taws zui Kolows. — Desbillons 1, 26 Aves de creando 
Rege deliberantes. — Rollenhagen T. 6. a Die Bügel 
wählen den Pfawen zum König. — Exil. melancholiae O. 2 
Obrigfeit. — Vgl. Marie de France, Les Oiseaux se choisis- 
sant un Roi bei Ze Grand 4, 375. — Bantfhatantra 2, 
322 u. 1, 347. 542 Die Königswahl der Vögel. — Aradanas 
1, 41 Le Perroquet devenu Roi. 


72. Babel. Vom Rranden vnd dem Art. 
Quelle: Fabulae D. 1. a De Aegroto et Medico. 


— — e — —— — — — — — — — — — — — 














Bearb.: Demosthenes, De Corona (ed. Reiske 1, 307). — 
Vgl. Waldis IN, 62 Bon einem Arzt. 

Anmerf.: Bers 19. Diele und die übrigen aus Birgil 
angeführten Stellen habe ich trog alles Nachforſchens nicht 
aufgefunden. 

73. Fabel. Bom Löwen, Ejel vnd Fuchſſen. 

Adgedt.: Wolgemuth 105. 

Quelle: Fabulae D. 1. a De Leone et AI 

Bearb.: Aes. Cor. 38 Aluv zei "Ovos zei Akurng 
(3 Fabb.). — Aes. Fur. 109 Ada, "Ovos xal 4Aunnf, vgl. 
Grimm R. F. CCLXII. — 4es. Cumer, 94 Leo, Asinus et 
Vulpes.  4ibstem. ap. Nov. 612 De Leone partem pracdae 
a Leone potente. — one, Anzeiger 4, 356 "Leo, lupus et 
vulpes. — Coynatus 71 De Asino, Leone ct Vulpe. —- Des 
billons 4, 4 Leo, Asinus et Vulpes. — Keller, Altd. Erz. 514 
Von dem lewen, dem wolffe und auch dem fuchs. — Der 
Lewe, Brune inde Reinart bei Grimm R. F. 388. — Eyring 
4, 138 Aus eines andern chaden Hugf werben. — Keinardus 
lib. IV. v. 183 sqq. — Keineke 5394 Wo de wulf unde vos 
tosamene vengen &n swyn unde &n kalf. — Göthe 40, 182 ff. 

Renart 485 C'est de Renart et d’Ysengrin et dou Lyon 
com il departirent lu proie. — Marie de France, Le Lion, le 
Loup ct le Renard bei Ze Grand 4, 360. — Vgl. Grimm 














R. F. LXXVI. CLII (No. 6). CCXI. CCXII. CCLXU. 
CCLXXXIU. CCXC. —, Guieciardini 337. b Far mistiere 





distribuere i beni, gli honori' e le altre cose socondo la 
degnitä e conditione de’ purtieipanti. 


74. Fabel. Vom Wider vnd dem Wolffe. 


Abgedr.: Wolgemutb 106. 

Quelle: Fabulae D. 1. b De Hacdo et Lupo. 

WBearb.: Aes. Cor. 139 "Egıpos zei Adros (4 Fabb.). — 
Aes. Fur. 74 "Eoıpos zei Auxos. — Babrius 96 düxos zei 
devenös. — Aus. Önmer. 146 Hocdus et Lupus. — Pant. Can- 
didus, Hoedus super tecto et lupus (Del. poet. germ. 2, 151). 
— Desbillons 3, 36 Hoedus et Lupus. — Eyring 1, 470 
Der Han ift Ein off feinem mift. — Gleim 2, 22 Ser Bier 
genbod. Der Wolf. — Le Noble 1, 134 Du Loup et du 
Boue. 

















Anmerkungen I, 73. 74. br 





. — u 1 > 


68 Anmerknngen I, 75. 76. 


En — — — — — — — — 


75. Fabel. Vom Eſel. 


Abgedr.: Wolgemuth 107. 

Quelle: Fabulae D. 1. b De Asino. 

Bearb.: Aes. Cor. 45 "Oros zal Knzwpos. — Aes. Fur. 
132 "Ovos zai Bvooodäıyns. — Aes. Cam. 99 Asinus et Oli- 
tor, vgl. Abstem. ap. Nev. 557 De Agricola militiam et mer- 
catoriam affeetante. — Desbillons 3, 30 Asinus Dominos mu- 
tans, vgl. Strider, Der Ejel in der Fremde bei Grimm 
A. W. 3, 187. — Rollenhbagen Hh. 8. b Dem Eſel ver: 
langet nad) einem Herrn. — Eyring 2, 165 Ein reicher far: 

er ift Salomons Ejel; 3, 563 Wer do dient, der dient. — 
ati :Nameh 2, 108 Geſchichte von dem habfüchtigen 
Stider. — Pant. Candidus, Pastor et Mare (Del. poet. germ. 
2, 123). — Eyring 1, 132 Aus eignem ſchaden klugk wer: 
den (Ein Schäfer wird Kaufmann, leidet Schiffbruch und wird 
wieder Schäfer); 3, 311 So man das Kind mit Meffern 
Fopfit, Die Hende e8 darnach zu fich zopfit (Diefelbe Fabel); 
1, 299 Das frey Schaf frift der Wolf (Schaf und Efel, mit 
ihrem Schickſal unzufrieden, entlaufen in den Wald, wo fie fich 
aller Plage entbunden glauben. Der Hirſch rätb ihnen, wieder 
heim zu gehen, denn im Walde gäbe es Löwen und Wölfe); 2, 
625 Freyheit Das beit man achten thut, Vnd iſt Doch nit allzeit 
gut (Diefelbe Zabel. — Frand 125. a Niemand hat an jm 
jelbs genung. — Cabinet des fees 18, 134 Le Derviche et 
son Höte; 137 La Grue et le Berger. — Le Noble 2, 109 
De l’Ane mecontent de son tat. -Vgl. Waldis U, 93 
Muͤder Efel. 


76. Babel. Dom alten Weib ond jren Megten. 


Abgedr.: Wolgemuth 108. — Zadhariä 7. 

Quelle: Fabulae D. 1. b De Anu et Ancillis. 

Bearb.: Aes. Cor. 79 Tuvn xui Bspanaıvar. — Aes. 
Fur. 44 Tuvn zei Bsoanaıvar. — Aes. Camer. 116 Mulier et 
ancillae. — Pant. Candidus, Mulier et Ancillae (Del. poet. 
germ. 2, 133). — Desbillons 4, 2 Anicula et eius Ancillae. 
— Er. Alberus 39 Bon einem alten Weib vnd jhren Maͤg⸗ 
den — Gellert 179 Die ſchlauen Mädchen. — Lafon- 
taine 5, 6 La Vieille et les deux Servantes; vgl. Robert 
1, 314. 





—— —— — 








77. Babel. Bom Efel ond Pferdt. 


Abgedr.: Wolgemuth 109. 

Quelle: Fabulae D. 2. a De Asino ct Equo,. 

Bearb. : Aes. Cor. 58 ’Ovos zus"Innos (2 Fabb., 1 aus 
Syntipas). — Aes. Fur. 151 "Osos zei “Innos. — Ars. Cam. 
105 Asinus et Equus. — Adstem. ap. Nev. 558 De Mulo et 
Equo. — Desbillons 3, 32 Asinus et Equus. — Er. Albe— 
rus 47 Bon den Ejeln ond reyfigen Pferden. 


78. Fabel. Bom Löwen vnd der Genf. 


Abgedr.: Wolgemuth 110. 

Duelle: Fabulae D. 2. a De Leone et Capra. 

Bcarb.: Aes. s. !. O. 4. a Aviani Fab. 19 De leone et 
capra. — Aes. Cor. 230 Avxos zei AlE (2 Fabb., 1 aus Syn- 
tipas). — Aes. Fur. 103 Avuxos xal Alf. — Aes. Camer. 210 
Capra et Lupus. — Avianus 26 Leo et Capella. — Desbillons 
2, 19 Leo et'Capra. — Boner 90 Von einem löwen und von 
einer geize. — Steinhoͤwel 87. b Anianıs 19. Fab. Bon 
dem Löwen vnd der Geif. — Gleim 2, 15 Der Rolf. Die 
Ziege; vgl. Avadänas 2, 150 Le Rat et le Chat. — Bgl. 
Waldis I, 6 Löwe vnd Geiß. 


79. Babel. Bom Geyer vnd andern Vögeln. 


Abgedr.: Wolgemuth 111. 

Quelle: Fabulae D. 2. b De Vulture aliisg. avibus. 

Bearb.: Aes. s. !. De vulture et aliis avibus. — Aes. 
Camer. 197 Vultur. — Romulus 4. 11 De Vulture et aliis 
avibus. — Pant. Candidus, Vultur aves invitat (Del. poet. 
germ. 2, 168). — Steinhömwel 55. a Bom Geiren ond 
anbern Bügeln. — Le Noble 2, 94 Du Vautour Procureur. 


80. Fabel. Von Antuögelen und Kranden. 


Abgedr.: Wolgemuth 112. 

Quelle: Fabulae D. 2. b De Anseribus. 

Bearb.: Aes. Cor. 60 Xnves zei Tegavoı und Koxvoı 
zas Xnves (aus Syntipas). — Aes. Fur. 191 Xnves zu TE 
oavoı. — Aes. Camer. 107 Anseres et Grues. — Pant.*Can- 
didus, Anseres et Grues (Del. poet. germ. 2, 165). — Des- 
billons 2, 8 Grues et Anseres. — Logmän 37 L’Oie et l’Hiron- 


— — — — — —— — — — nn 


Anmerkungen I, 77—80. 69 


— nn — — —— — — — —— — — —— 





— — — — —— — 
⸗ 


| 


| 
| 
| 
! 
| 


—— —— — 





— — — — — — — . 





70 Anmerknugen I, 81 —-83. 


— — nn ee — — — — — 


delle. — Pantſchatantra 2,133 u. 1,227f. Der Schwan 

und die Eule; 1, 387 Die fette und die magere Kub; 1, 88 

Die magere Katze (Cabinet des fees 17, 85 Le Vieille et le Chat 

maigre) 2, 399 u. 1, 495 Der Eſel als Sänger. — Hito— 

padefa 116 die Doppelfabel: Von Raben, Flamingo und 

Wanderer und Bom Raben, der Wachtel und dem Hirten. 
Anmerk.: Bers 31. Matth. 24, 19. 


81. Fabel. Vom Jupiter vnd dem Affen. 


Abgedr.: Wolgemuth 113. 

Duelle: Fabulae D. 2. b De Jove et Simia (cf. D. 6. a 
De Simia et eius prole ex Aniano). 

Bearb.: Aes. s. I. Aviani Fab. 11 De simeo et nuto. — 
Avianus 14 Simia et Jupiter. — Aes. Camer. 208 Simia. — 
Babrius 56 Zeus zei nitnxos; vgl. Abstem. ap. Nev. 583 De 
Bubone dicente aquilae, filios suos ceterarum avium filiis 
esse formosiores. — Pant. Candidus, Jupiter et Simia (Del. 
poet. germ. 2, 105). — Desbillons 9, 26 Simia et eius filius, 
cf. 8, 4 Accipiter et Noctua. — Boner 9 Von einem affen 
und von den tieren. — Steinhoͤwel 84. b ı1lte Fabel 
Aniani Bon dem Affen und feinem Kind. — Lafontaine 5, 18 
L’Aigle et le Hibou; vgl. Robert 1, 347. — Le Noble 1, 76 
Du Singe et de ses petits. — Bgl. Waldis IV, 7 Bom 
Fuchß vnd dem Affen. 


82. Fabel. Bon der Eychen vnd dem Rhor. 


Abgedr.: Wolgemuth 114. 
Quelle: Fabulae D. 3. a De Quercu et Arundine (ex 
Aviano). — Arianus 16 Quercus et Arundo. 


Bearb.: Vgl. Waldis I, 100 Eiche und Rhor. 


83. Fabel. Vom Fiſcher und Heinen Fiſchlin. 


Abgedr.: Wolgemutb 115. 

Quelle: Fubulae D. 3. a De Piscatore et Pisciculo (ex 
Aviano) u. D. 7. a De Piscatore et Pisciculo (ex Aviano). — 
Avianus 20 Piscator et Piscis. 

Bearb.: Aes. s. I. O. 2. b Aviani Fab. 16 De piscatore 
et pisciculo. — Aes. Cor. 124 AAıevs zei Zuagis. — Aes. 

ur. 20 Akısvs zei Zuapis. — Babrius 6 “Akısvs zai IxSᷣ- 
diov. — Aes. Camer. 138 Piscator et Smaris. — Pant. Can- 


— 


- Anmerkongen I, 84. 


didus, Piscator Smarim capiens (Del. poet. germ. 2, 126). — 
Desbillons 3, 3 Piscator et Pisculus. — Steinhoͤwel 86. b 
Fabel Aniani 16 Bon dem Fiſcher ond dem Fiſchlin. — Er. 
Alberus 24 Bon einem Fildyer und Fiſchlin. — Eyring 3, 
36 Hoffnung vmb Geldt fauffen. — Lafontaine 5, 3 Le petit 
Poisson et le Pöcheur; vgl. Robert 1, 309. — Le Noble 2, 
80 Du Pescheur et du petit Poisson. — Guicciardini 106. b 
I savi non lasciar il guadagno certo per l’incerto, quatungue 
sia molto maggiore; vgl. Bantihatantra 2, 289 u. 1, 
429 Der Froſchkönig ruft eine Schlange zu Hülfe. 


84. Babel. Bon der Ameyffen ond Hewfchreden. 


Abgedr.: Wolgemuth 116. — Scholl, Gef. der 
Deutichen Literatur 2, 39. 

Duelle: Fabulae D. 3. a De Formica et Cicada (ex 
“Aviano), cf. E. 1. a De Cicada et Formica (ex Aviano). — 
Avianus 34 Formica et Cicada. 

Bearb.: Aes. s. I. K. 1. b De-formica et cicada. — Aes. 
Cor.134 Terri& zai Mvounzes (5 Falb., 1 aus Syntipas). — 
Aes. Fur. 195 Mvoun£ x«s T£rti&. — Aes. Camer. 144 Cicada 
et Formica. — Aphth. 1 Mvsos 6 zwv rertiyow xei uvour- 
zu» npoTpenöusvos rovs vous eis novor. — Phaedr. App. 
28 Formica et Cicada. — Romulus 4, 19 Formica ct Cicada. 
— YVine. Bell. Sp. doctr. 3, 122 ; Sp. hist. 2, 8 Contra pigros. 
— Cognatus 9 De Cicadarum concentu et Formicarum politia. 
— Pant. Candidus, Formica et Cicada (Del. poet. germ. 2, 
173). — Desbillons 1, 2 Formica et Cicada. — Boner 42 Von 


einer anbeize und einem höustöffel. — Keller, Altd. Erz. 576 
Von dem grillen und der emeyss. — Renner 5619 Ein möre 
von der ameizzen. — Steinhoͤwel 56. b Bon der Ameiß 


vnd dem Srillen. — Sans Sachs 1, A, 977 Die Ameiß mit 
dem Grillen. — Eyring 1, 8 Eigen lob ftindt; 2, 616 Faul⸗ 
beit lont mit Armut. — Hagedorn 2, 165 Die Ameife und 
die Griffe: — Gleim 2, 12 Die Grille. Die Ameije. — La- 
Jontaine 1, 1 La Cigale et la Fourmi; vgl. Robert 1, 1 u. 1, 
CLIX. — Le Noble 1, 9 De la Cigale ct de la Fourmi. — 
Guicciardini 287. b L’infingardaggine ridurre altrui in pes- 
simo stato. — Vgl. Waldis III, 20 Von der Müden und 
einer Bynen. — Bol. Frand 1, 128 Geit vnd ehr treibt 
ober meer. (Iupiter gewährte der Ameije auf ihre Bitte Flügel. 


— — — — —— — — — — — — — — — — — — —76— — — — — 





12 — Anmerkangen I, 85. 86. 





Sogleich flog fie in den Wald. Als fie die Nachtigall fingen 
börte, wollte fie diejelbe nachahmen und fehrie fo laut, daß 
Alles fortlief. Da frug fie eine Biene, ob es gefährlich ſei, im 
Wald berumzufliegen? „Wind, Regen, Schnee und Kälte 
drohen Gefahr”, antwortete die Biene. Da fehrte Die Ameife 
zu den Ihrigen zurück, welche fie frugen, ob fie Speile mit— 
gebracht habe. „Nein“, erwiderte fie, „ich bin zu meiner Luſt 
berumgeflogen.” „Bift du ein Vogel,“ rief ihr der Ameijen- 
fönig zu, „io geHörft du nicht hieher.” Nun beflagte fie ihre 
Thorheit.) — Eyring 2, 709 Groß Wuͤrd, groß Bürd (Dies 
jelbe Fabel). — Vgl. auh Sprichw. Salom. 6, 6. 


85. Fabel. Vom Loͤwen ond Ochſſen. 


Abgedr.: Wolgemuth 117. 

Duelle: FabulueD.3.b DeLeone et Tauro (ex Aniano). 

— Avianus 13 Taurus et Hircus. 

Bearb.: Aes. s. !. N. 6. b Aviani Fab. 10 De leone, 
thauro ethirco. — Aes. Con. 277 Tevyos zei Tedyos (2 Fabb. ). 
— Baprius 91 Tevpos zul roayos. — Aes. Camer. 165 Tau- 
rus et Hircus. — Desbillons 3, 22 Taurus et Caper. — Boner 
78 Von einem löwen und einem ochsen. — Steinhöwel 
84. a Die 10te Fabel Aniani, vom Löwen, Stier und Bod. — 
Zachariä 71 Der Löwe, der Stier und der Ziegenbod. — 
Bol. Waldis J, 98 Bom Ochſſen ond dem Bode. 


86. Fabel. Vom Weibe vnd dem Wolffe. 


Abgedr.: Wolgemuth 118. 

Quelle: FabulaeD. 3.b DeNutrice etLupo (ex Aniano); 
Avianus 1 Rustica et Lupus. 

Bearb.: Aes. s. I. N. 3. a Aviani Fab. I De rustica et 
lupo. — Aes. Cor. 138 Avxos zai Toavs (3 Fabb.). — Aes. 
Fur. 104 Acëæoc zei Toaus. — Babrius 16 Avxos zul’ ygavs. 
— Aes. Camerar. 146 Lupus et Mulier. — Aphthon. 39 
Mvsos ToV TEopoV zai rov Ätzov napaivwv un Einidı 
utvsv n00 £xßdosws. — Alfonsus 24 (wo 3 oder 4 ver: 
Ihiedene Fabeln verſchmolzen find). — Boner 63 Von einer 
vrouwen und einem wolfe. — Stricker bei Scholl, Lit.-Gesch. 

Eins nahtes dö daz liut slief. — Der wolf und daz wip bei 
Grimm R. F. 330. — Steinhoͤwel 80. b Die erit Fabel 
Aniani von der Bürin und dem Wolff. — Hans Sads IV, 


Te Me a — — — —— — — — — ·— 





— — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — 





— — — — — —— — — nn 


Anmerkungen I, 87. 88. er 





— 


3, 229 Der Wolff mit der Bewrin, vgl. II, 4, 68 Die Fabel J 
mit dem Bawer, Fuchs vnd Wolff. — Agricola 593 Be: 
Ichiffene Finder fol man nicht weg werffen. — Eyringi, 154 | 
Kein beichifiens find zu werffen hin Dan es werden auch leut 
aus in. — Lafontaine A. 16 Le Loup, la Mere et l'Enfant | 
vgl. Robert 1, 282. — Le Noble 1,269 De laNourice, duLoup. 

et du Bambin. — Guicciardini '378. b Molti ingordi essere | 
tratti da speranze vane d’utilitä e di preda. — Bgl. „Der 
rihtaere und der tiuvel“ von Stricker bei «Hagen G. A. 3, 382; | 
Laßberg, Der Richter und der Teufel 2, 347 ; Zerolt, Prom- 
ptuar. Exemplar. Lit. M. Ex. 2. — Dach, Beitvertr. 124. 
— Schmeller, Die Mundarten BayernPS. 447. 


87. Fabel. Pon Schneden vnd Abler. 


Abgedr.: Wolgemutb 119. 

Quelle: Fabulae D. 4. a De Testudine et Aquila (ex 
Aniano). — Avianus 2 Aquila et Testudo. 

Bearb.: Aes. s. I. N. 3. b Aviani Fab. 2 De testudine 
et avibus. — Babrius 115 XsAuwn xai aeros. — Pant. Can- 
didus, Aquila testudinem docet volare (Del. poet. germ. 2, 
160). — Boner 64 Von einem sneggen und einem arn. — 
Steinhoöwel 81. a Die 2te Fabel Aniani von der Schilt: 
frotten ond den Bügeln. — Fiſchart, Ehezuchtbuͤchlein (bei 
Scheible, Kloft. 10, 450). — Le Noble 1, 222 De l’Escar- 
bot et de l’Aigle. 

Annerk.: Vers 38. Magnificat heißt ber Lobgeſang 
der heiligen Jungfrau (Lucas 1, 46—55) nach den Anfangs: 
worten der Vulgata: Magnificat. 


88. Fabel. Von zweien Krebfen. 


Abgedr.: Wolgemuth 120. | 

Quelle: Fabulae D. 4. a De Cancris, matre et filio. 
— Arianus 3 Cancer et Mater. 

Bearb.: Aes. s. !. Aviani Fab. 3 De duobus cancris. — 
Aes. Cor. 295 Kugxivos zei Mntno (2 Fabb.). — Aes. Fur. 
205 Kaoxivos xaui Mnıno. — Babrius 109 Kaoxivos xei 
untno. — Aes. Camer. 205 Cancri. — Aphthon. 11 Mü9os 6 
tov Kapxivov napeıvar un ouußovisisır aduvere.— Pant. 
Candidus, Cancri (Del. poet. germ. 2, 159). — Boner 65 Von 
einem krebze und sinem sune. — Keller, Altd. Erz. 574 Von 





— — — — —— —— een ———— en · · —— — — — —— 


ı 74 Anmerknngen I, 89. 90. 


der kriebssein. — Haupt 7, 332 Der Krebs uud seine Kin- 
der. — Geiler, Narrenicdiff, 21tes Geſchwarm (Kloft. von 
Scheible ©. 339). — Steinhoͤwel 81. b Die Ste Fabel 
Anianı von den Krepjen. — Er. Alberus 19 Bon einem 
alten vnb jungen Krebs. — Lafontuine 12, 10 L’Ecrevisse et 
sa fille; vgl. Kobert 2, 341. — Le Noble 2, 135 Des deux 
Ecrevisses. — Guicciardini 19. b Spesso riprendersi altrui, 
di ciò che anco in noi stessi si ritrove. 


89. Fabel. Von der Sonnen und Nordemwind. 


Abgedr.: Wolgemuth 264. 

Duelle: FubulkeD.4. a De Sole et Aquilone (ex Aniano) 
— Ariınus 4 Boreas et Sol. 

Bearb.: tes. Cor. 306 "Hirvos zul Bogoas (4 Fabb., 
1 aus Syntipas). — Aes. Fur. 391 HAoc xzai Boplus. — 
Babrius 18 Bop&as xui "Häros. — es. Camer. 268 Sol et 
Aquilo. — Plut. Conjugalia Praecepta c. 12 (ed. Wyttenbach 
1, 2 p. 60). — Pant. Candidus, Sol et aquilo (Del. poet. 
germ. 2, 106). — Desbillons 3, 1 Sol et Aquilo. — Cognatus 
117 DeSole et Aquilone (Carmen elegiacum). — Fiſchart, 
Ehezuchtbüchlein (bei Scheible, Kloft. 10, 421). — Lafon- 
taine 6, 3 Phebus ct Boree; vgl. Robert 2, 4. — Logmän 34 
Le Soleil et le Vent. 


90. Fabel. Bon Efel. 


Abgedr.: Wolgemutb 121. 

Duelle: Fabulae D. 4. b De Asino (ex Aniano); Aria- 
nus 5 Asinus pelle Leonis indutus, vgl. Aes. s. J. Aviani 
Fab. 4 De asino et pelle leonis. 

Bearb.: Aes. Cor. 258 Ovos zei Asovrn (6%alb.), vgl. 113 
Ovos zei Alm. — Aes. Fur! 141 "Ovos Asovrnv Pepwr. 
— Aes. Cumer. 155 De Asino inditto leonina pelle. — Aph- 
thonius 10 MüFos 6 To® Ovov nugeurwv un nAsıovwv £ogv. 
— Pant. Candidus, Asinus pelle Leonis indutus (Del. poet. 
germ. 2, 141). — Erasm. Rot. De Asino bei Fabulae E. 3. b 
u. bei Aes. Camer. 463. — Rebullius, Asinus personatus bei 
Robert 1, CXVIL. — Desbillons 3, 21 Asinus eiusque Herus; 


| 
. 10, 33 Asinus pelle Leonis indutus. — Boner 67 Von einem 


esel in eins lüwen hüt. — Keller, Altd. Erz. 531 Die hof- 
zucht. — Renner, Ein mere von einem esel, der sich in eins 


— — — — ————— — — —— mn — — — — — — — — 
* _ — — - 


Ta — 


Anmerkungen I, 91. —J— 





Müglin 1 Ein esel vant eins louwen hüt. — Steinhoͤwel 


82. a Die dte Fabel Aniani von dem Ejel ond der Loͤwenhaut. 
— Hans Sads I, 4, 982 Fabel mit dem Ejel ond der 
Loͤwenhaut. — Er. Alberus 33 Bon Bapft Ejel. — Gleim 
2, 16 Der Ejel in ber Löwenhaut. — Lafontaine 5, 21 L’Ane 
vetu de la peau de Lion; vgl. Robert 1, 360. — Le Noble 2, 
221 De l’Ane et de la peau de Lion. — Pantjhatantra | 
2, 73 u. 1, 223 ff. Der blaue Schakal (val. Liebredtim 
Roman. Yahrb. 3, 87) 1, 346. — Hitopadeja ©. 110 
Vom Ejel in der Tigerhaut. — Tuti:Nameh 2, 149 Der 
Efel in der Löwenhaut; 2, 218 Der Efel, der zur Unzeit ſchrie. 
— Aradänas 2, 59 L’Ane couvert de la peau d’un Lion. 

Anmerk.: Vers 81. Matth. 7, 15--94. „vBuͤchſſen 
leuten, Glocken fchieffen“ haben A und B; dagegen hat C 
„Glocken leuten, Buͤchſſen fchieffen“. Wir haben die frühere 
Lesart beibehalten, weil Waldis mit diefer Umftellung und dem 
dadurch verurjachten linfinn offenbar fcherzen wollte. Ueber 
die Redensart vgl. Fiſchart, Gargantua 31. Kapitel: „Ich 
dend, was mein Großvatter Hacquelbock jagt: Buͤchſen fchiefien, - 
Glocken gieffen, Teufel bannen, Armbroft Ipannen, wer das nit 
wol fan, folts onderwegen lan. Ich aber fage, wers auch wol 
fan, folts auch laſſen anftahn. “ 


91. Fabel. Vom Froſch vnd Fuchß. 


Abgedr.: Wolgemuth 122. 

Quelle: Fabulae D. 4. b De Rana et Vulpe (ex Aniano); 
— Avianus 6 Rana et Vulpes, vgl. Aes. s. I. N. 5. a Aviani 
Fab. 5 De rana medica et vulpe. 

Bearb.: Aes. Cor. 300 Barpayos leroos, vgl. 135 Zxw- 
An& zei AAunn&. %— Aes. Fur. 213 Bdroeyos zei Akwnmk; 
154 Beronyos zei ’AAuonne. — Babrius 120 Baroayos ie- 
toös. — Aes. Camer. 144 Vermiculus et Vulpes. — Aphthon. 
24 MV9os ô TWv Buronywv nagaıwav xoirer 00 100 280. 
dovs rör Unioyovıevov. — Boner 68 Von einem vrösche und 
einem vuchse. — Steinhoͤwel 82. a Die 5te Fabel Aniani 
von dem Frofeharket und dem Fuchs. — Hans Sachs J, 
4, 981 Fabel mit dem Froſch und den Thierlein bei Nau- 
mann 28 Der rumreih Froſch: Cod. Lips. Rep. II. 62 b 
Bd. ı Bl. 193—194b Die Fabel mit dem Froſch, der fich grofer | 


leben heute uneselt. — Kanzler bei Hagen MS. 2, 388. — | 
| 
| 
| 


——— en —— — tm mm —— —— — — — — ——— — — — — —— — — .— 





— — — — — — — — — —— — — — —— — — 


— — — — — — — — — — — — — — — 2.0 


— —— — 


16 Anmerkungen I, 92— 94. 





kunft ruͤmet. — Er. Alberus 40 Bon einem Froſch vnd 
Fuchs. — Fiſchart, Gargantua (1575) T. 8. a am Ende. 


92, Fabel. Dom beiffigen Bunde. 


Abgedr.: Wolgemutb 123. . 

Duelle: Fabulae D. 4. b De Cane mordaci (ex Aniano). 
— Arvianus 7 Canis. — Aes. s. I. N. 5. b Aviani Fab. 6 De 
duobus canibus. 

Bearb.: Aes. Cor. 210 Atww. — Aes. Fur. 291 Avwr. — 
Babrius 104 Kiwv zwduropopwr. — Aes. Cumer. 206 Canis 
mordax. — Desbillons 7, 8 Canis mordax. — Boner 69 Von 
einem hunde der truog ein schellen. — Steinhbömwel 82. b 
Die 6te Fabel Aniani von zweien Hunden. 


93. Babel. Vom Camelthier. 


Abgedr.: Wolgemuth 124. 

Quelle: Fabulae D. 5 a De Camelo (ex Aniano). — 
Avianus 8 Camelus et Jupiter. — Aes. s. I. N. 6a Aviani 
Fab. 7 De camelo et iove. 

Bearb.: Aes. Cor. 197 Kaundos zai Zeus (4 Fabb., 
1 aus Syntipas). — Aes. Fur. 152 Zeus zul Kaundos: 281 
Kaunkos xai Zeus. — Aes. Camer. 163 Camelus. — Aphthon. 
15 MuNos 0 ro Kaundov nv Euhvular zaxilwv tov nAsıo- 
vos. — (oynatus 36 De Camelis. — Desbillons 3, 7 Camelus 
et Jupiter. -— Steinhoͤwel 83. a Die 7te Fabel Aniani vom 
Kamelthier vnd dem Gott Jupiter. — Rollenhagen Rr. 3.b 
Sameel verleurt feine Ohren. — Basile 2, 166 (blofie Anfüb- 
rung). — Bantihatantra 1, 302 Ejel und Gärtner 
(der Eſel ſucht einen Schwanz und verliert Die Ohren). — 
Cabinet des fees 17, 363 L’Ane et le Jardinier. — Bgl. Wal: 
dis I, + Bom Hund vnd ftüd Fleiſch. ® 


94. Babel. Bon zweien Gefellen vnd dem Beren. 


Abgedr.: Wolgemuth 125. 

Quelle: Fabulae D. 5. a De duobus amicis et Ursa (ex 
Aniano). — Avianus 9 Viatores et Urse. — Aes. s. I. N. 5. b 
Aniani Fab. 8 De duobus sociis. 

Bearb.: Aes. Cor. 249 Odonögos zei Aprros (2 Fabh.). 
— Aes. Fur. 57 'Odonogoı zei ‘dpxtos. — Aes. Cam. 206 
Ursi praeceptum ; cf. 243 Venator et Cardo. — Abstem. ap. 


\ 


— — — — — —— — — — — — — — — 





— — — — — —— — 


Anmerkungen I, 95. 96. 11 





Nev. 554 De Cororario emente pellem ursi a venatore non- 
dum capti. — Pant. Candidus, Duo Amici et Ursus (Del. poet. 
germ. 2, 130). — Melander, Jocoseria No. 176 De adolescen- 


tibus tribus et urso quodam. — Desbillons A, 25 Juvenes duo 
et Ursus. — Ens, Epidorpidum lib. II p. 186 Ne incerta pro 
incertis. — Boner 73 Von zwein gesellen und einem bern. — 


Steinhöwel83.b Die ste Fabel Aniani von zweien Geſellen. 
— — Öeiler, Narrenichiff, 10te8 Geſchwarm (ed. Scheible 

S. 279). — Pauli 368 Bon eim onbefandten gelaidtsmann. 
— 5 ans Sachs II., 4, 86 Fabel der zweyerley Gejellen mit 
bem Beren. — Fiſchart, Gargantug 36. Kap. „Die Bären: 
baut verfauffen, eh der Bir geftochen iſt. — Kirchhoff 91. a 
Bon vermeſfenheit. — Eyriug 1, 455 Den Freund erkent 
man in der noth; 1, 651 Die Beerenhaut verfauffen, ebe der 
Beer geftochen wird (blofje Anführung). — Hagedorn 2, 66 


Die Bärenhaut. — Lafontaine 5, 20 L’Ours et les deux Com- . 


pagnons; vgl. Robert 1, 356. 


95. Fabel. Vom falen Keuter. 
Abgedr.: Wolgenuth 255. 
Quelle: D. 5 a De Equite Calvo (ex Aniano). — Avia- 


nus 10 Eques. 
Dearb.: Aes. Cor. 283 Baiazoös i inneus. — Aes. Fur. 


326 Inneus puÄnxgös. — es. Camer. 169 Crines alieni. — 
Boner 75 Von einem kalwen ritter. — Stricker bei Haupt 7, 
374 Der kahle ritter. — Brant bei Steinhoͤwel 131. b 


Bon einem kalen Ritter, dem fein haar empfallen was. — Bgl. 
Robert 2, 505: 


96. Fabel. Bon zweien Töpffen. 


Abgedr.: Wolgemuth 126. 

Quelle: Fabulue D. 5. b De duobus ollis (ex Aniano). 
— Arvianus 19 Olla aerea et lutea. — Bgl. Aes. s. I.N. 6. a 
Aviani Fab. 9 De duobus ollis. 

Bearb.: Aes. Cor. 290 Xurows. — Aes. Für. 329 Xvroaı. 
— Aes. Camer. 207 Olla natans. — Desbillons 7, 16 Ollae 
duae. — Boner 77 Von zweien heven. — Steinböwel 
84. a. Die Ite Fabel Aniani von zweien Häfen. — Hans 
Sachs, A, 93 Bon dem Eren und Prden Hafen. — Rol: 
lenbagen Oo. 8. b Der ehren ond Irrden Topf fahren zu 


— — — — — — — 


— — — — — — — — — —— — — — 


und einem kranche. — Haupt 7, 353 Kranich und Pfau. - 


18  Ammerkangen I, 97—99. 


waſſer. — Lafontaine 5, 2 Le Pot de terre et le Pot de fer; 
vgl. Robert 1, 307. — Le Noble 1, 178 Le Pot de fer et 
le Pot de terre. — Pantjhbatantra 1, 346 u. 2, 215 
Strophe 83: „Wer aus Stolz ſich nicht vertragen, fiel oft Durch 
feines Gleichen ſchon: ftofjen zwei ungebrannte Töpfe zufam: 
men, jo brechen fie beid entzwei. — Cab. des fees 18, 75 LeRoi 
et son Visir. 


97. Fabel. Vom Bawrn ond dem glüd. 


Abgedr.: Wolgemuth 127. 

Quelle: Fabulae D. 5. b De Rustica et Fortuna (ex 
Aniano). — Arianus 12 Rusticus qui thosaurum invenerat. 

Bearb.: Aes. Cor. 87 Tewoyös. — Aes. Fur. 51 Tewp- 
yös zei Tuyn. — Aes. Camer. 117 Agricola. — Abstemsius ap. 
Nev. 617 De viro qui se felicitatis suae causam, infelicitatis 


. vero fortunam esse dicebat. — Desbillons 2, 37 Agricola et 


Fortuna. — Lafontaine 7, 14 L’ingratitude et l’injustice des 
Hommes; v . Robert 2, 99. 
Anmerk.: Bol. zu biefer Fabel Menander (ed. J. Cleri- 

cus. Amst. 1709 p. 270): 

Orav tıs nuwv aufgıuvov en zov. Biov, 

Ovx Enızakeireı ınv Tüv zu evdauovur. 

“Orav de Avnais Enınlan xai ngayuaow, . 

EvsVs noooanteı 19 Tuyn ınv alter. 


98. Fabel. Dom Ochſſen ond dem Bode. 


Abgedr.: Wolgemuth 128. 
Quelle: FabulaeD. 5.b De’Thanro et Capro (ex Aniano). 
Dieje Fabel behandelt ven nämlihen Stoff wie I, 85, welde 


nachzuſehen ift. 


99. Fabel. Vom Pfawen vnnd Kranchen. 


Abgedr.: Wolgemuth 129. 

"Quelle: Fabulae D. 6.a DePavone et Grue (ex Aniano). 
— Avıanus 15 Grus et Pavo. 

Bearb.: Aes. Cor. 357 Taws xai Tipavos. — Aes. Fur. 
Tawv zai Tigevos. — Babrius 65 Tiepuvos zei tuuss. — Aes. 
Camer. 208 Grus et Pavo. — Pant. Candidus, Pavo et Grus 
(Del. poet. germ. 2, 169). — Boner 81 Von einem pfäwen 


> %. GEN er a Rn 





Anmerkungen I, 100. II, 1. 19 


— — — — — — — — — — — — — 


Steinhömel85..a Die 12te Fabel Aniani von den Pfawen 
ond dem Kran. — Zachariä 12 Der Pfau, und der Kranich. 
— Robert 2, 508. | 


100. Fabel. Bon der Eychen ond dem Rhor. 


Abgedr.: Wolgemuth 131. 
Quelle: Fabulae D. 6. a De Quercu et Arundine (ex 


Aniano). — Aes. s. I. K. 2. b De abiete et harundine. 
Bearb.: Aes. Cor. 143 Küiauos zei ’Eicie (4 Fabb.). 
— Aes. Fur. 59 Kaiauos zei Eicie. — Bubrius 36 Pn;os 


xrei xakauos. — Aes. Camer. 149 Arundo et Olea. — Aphth. 
36 MüIos Tov dovös xui ToV xzaAduov Naupaımav un loyvı 
Hapoeiv. — Abstemius ap. Nev. 556 De Elmo et Silere. — 
Desbillons 6, 11 Quercus et Arundo. — Boner 83 Von einer 
eiche und von einem röre.. — Stricker, Diz ist von einer 
eichen bi Grimm, A. W. 2, 1. Steinhoͤwel 51. b 
Bon der Tannen vnd dem Rore. — Pauli 153 Wie der wind 
einen eihbaum vnibwarff. — Eyring 3, 31 Hochfart thet nie 
fein gut. — Nicolai, 55 Das Schilfrohr und die Eiche. — 
Lafontaine 1, 22 Le Chöne et le Roseau; vgl. Robert 1, 85. 
— Le Noble ?, 204 Du Chöne et du Roseau. — Bol. Wal: 
bis I, 82 Eyche und Rhor. 

Anmerk.: Vers 43. Virgil. Diefe Stelle fenne ich nicht. 


Zweites Bud. 


1. Fabel. Don den Ochſſen und dem Löwen. 


Duelle: Fabulae D. 6.b De Tauris et Leone (ex Aniano). 
— Avianus 18 Juvenci et Leo. — Aes. s. I. O. 1. b Aviani 
Fab. 12 De quattuor bobus. 

Bearb.: Aes. Cor. 296 Tavgoı roeis zei Akwov (5 Fabb., 
1 aus Syntipas). — Aes. Fur. 207 Tavooı x«i Atwv. — Aes. 
Camer. 161 Boves et Leo. — Aphthon. 16 MüSos 6 rwv Tuv- 
ger napaıyodv Eis 6u0or0ıev.— Morlini, Fab. 12 DeLeone et 
turma Equorum. — Desbillons 2, 13 Tauri quatuor et Leo. 
— Boner 84 Von vier ochsen und von einem wolfe.. — 
Steinhoͤwel 85. b Die 14te Fabel Aniani von vier Ochſen 
ond dem Löwen. — Hans Sachs IV, 3, 229 Der Löw mit 
ben vier Ochffen. — Le Noble 1, 237 Du Lion et des Tau- 
reaux; 2, 243 Du Leopard et des Taureaux. — Logmän 1 





\ 


—— — — 


— — — — — —— — — — — — — — — — — — — — — — — — — * 


— — — — —— — — 


ungen II, 2—4. 


80 Anmerk 
LeLion et les deux Taureaux. — Vgl. Waldis I, 51 Vater 


ond Söhne u. IV, 2 Bom Fuchß ond dem Hanen. 
Anmerk.: VBers4asfj. Prediger Salom. 4, 12.. 


2. Fabel. Vom Weydemann vnd dem Tyger. 


Abgedr.: Wolgemuth 132. 

Duelle: Aes. s. I. O. 1. a Aviani Fab. 13 De tigide (Sic) 
et venatore. — Arianus 17 Venator et Tigris. — Vgl. Fabulae 
D. 6. b De Tigride et Vulpe. 

Bearb. :. Aes. Camer. 226 Tigris. — Boner 3 Von einem 
jeger und einem tigertier. — Steinhdmwel 85. b Die 13te 
Fabel Aniani von dem Jeger vnd Zigerthier. 


3. Fabel. Bon ver Tannen vnd dem Dornbuſch. 


Abgedr.: Wolgemuth 133. 

Quelle: Aes. s. ĩ. O. 2. a Aviani Fab. 15 De dumo et 
abiete; vgl. Fabulae D. 6.b De Abiete et Dumö (ex Aniano). 
— Avianus 19 Abies et Dumus. 

Bearb.: Aes. Cor. 180 EAdrn xai Baros. — Aes. Fur. 
268 'Eidrn zwi Baros. — Aes. Camer. 208 Abies et Dumeta. 
— Babrius 64 Eidrn xai Baros. — Pant. Candidus, Abies et 
dumeta (Del. poet. germ. 2, 174). — Boner 86 Von einer 
tannen und von dornen. — Steinhoͤwel 86. a Die 15te 
Fabel Aniani von der Tannen ond von dem Dorn. — Florian 
1, 15 Le Lierre et le Thym. — 

Anmerk.: Vers 53. Od. II, 10, 9—12. ©. o. zul, 
36, 43. 


4, Fabel. Bon der Wachtel und jren Jungen. 


Abgedr.: Wolgemuth 134. — Wadernagel, Lee 
buch 2, 43. 

Duelle: FabulaeD. 7 a De Alite et pullis ejus (ex Aniano); 
cf. E. 4. b Apologus ex secundo noctium Atticar. Gellii (I. 
29). — Avianus 21 Rusticus et Avis. 

Bearb. : Aes. Cor. 421 Xapadpıos zei adrovu neides und 
Tewpyos zei Kogvdadös. — Aes. Fur. 319 Xapadpıos xai 
avıov Ilcides. — Babrius 88 hopudakös xui veoaadı. — 
Aes. Camer. 379 De Avicula et messe; 450 De Cassita (ex 
Gellio). — Coyratus 86 De Cassita. — Desbillons 3, 37 Avis 
ejusque Pulli et Villicus. — Brant hei Steinböwel 119. 


.r — — — er» ñ— 


Anmerkungen II, 5—7. 81 


a Bon der Freund vertrewen. — Sans Sachs IV, 3, 246 
Der BogelEaffita mit fein Jungen. — Er. Alberus 18 Vom 
Voͤglin Eaffita. — RollenbagenZ. 8. a Der Lerchen Rath. 
— Eyringi, 457 Den Freund erfent man in der noth. — 
Lafontaine 4, 22 L’Alouette et ses petits avec le Maitre d’un 
Champ, vgl. Robert 1, 301. ' 


Anmerk.: Vers 106. S. die Fabel I, 94 Bon zweien 
Geſellen und dem Beren. 


5. Fabel. Dom Geitzigen vnd Neidigen. 


Quelle: FabulaeD. 7.b De Avaro etInvido (ex Aniano); 
vgl. Aes. s. I. O. 3. b Aniani Fab. 18 De phebo, avaro et 
invido. — Avianus 22 Invidus et Cupidus. 


Bearb.: Aes. Camer. 209 Invidus. — Pant. Candidus, 
Invidus (Del. poet. germ. 2, 131). — Desbillons 3, 6 Invidus 
et Avarus. — Boner 88 Von einem nidigen und einem gitigen. 
— Renner 15530 Ein bote wilent wart gesant u. s. w. — 
Steinhoͤwel 87. a Die 17te Fabel Aniani von dem Gott 
Phebo und dem Geitigen und Neidigen. — Hans Sads J, 
’, 986 Bon dem Neydigen ond dem Geytigen. — Eyring 1, 
526 Der Neydhardt ift ein Natter. — Robert 2, 510. — Bar- 
bazan Meon 1,91 Du Convoitox et de l’Envieus. — Le Grand 
3, 85 Du Convoiteux et de l’Envieux. — Le Noble 1, 155 
De l'Envieux et d’Apollon. — Bantfhatantra 1, 498 
und 304. — (Cab. des fees 17, 379 Les trois Envieux qui 
trouverent de l’argent. — Tauſend und Ein Tag 9, 
84 ff. Geſchichte des Derwifches Abunadar, oder der Wunder: 
Leuchter. — Bgl. Liebrecht in Pfeiffer’s Germania 2, 240. — 
Chamiſſo, Abpallab. 


6. Fabel. Vom Löwen vnd der Genf. 


Abgedr.: Wolgemuth 256. 
Quelle: D. 7. b De Leone et Capella (ex Aniano). — 
Avianus 26 Leo et Capella. 
Vgl. Waldis I, 78 nebft Nachweiſungen. 
7. Babel. Bon der Kräen. 


Abgedr.: Wolgemuth 257. 
Duelle: FabulaeD. 7. b DeCornice etUrna (ex Aniano) ; 





Deutſche Bibliothek II. f 


. — — — — — — um — — — —— — · — 


/ 


E 


82 Anmerkungen II, 8. 9. 


vgl. Aes. s. I. O. 4. b Aviani Fab. 20 De corvice sitiente. — 
Avianus 27 Cornix et Urna. 

Bearb.: Aes. Camer. 210 Cornix. — Romulus A, 13 Cor- 
nix. — Cognatus 75 De Corvo sitibundo. — Pant. Candidus, 
Cornix sitiens (Del. poet. germ. 2, 169). — Desbillons 3, 23 
Corvus et Urna. — Strider, Kräbe beim Waffereimer, bei 
Grimm A. W. 3, 232. — Steinhöwel 88. a Die 20te 
Fab. Aniani von der därftigen Kräen. — Simpliciffimus 
Bud 2, Cap. 12. — Robert 2, 513. — Aelian. hist. nat. II, 
cap. 48 (ed. Jacobs II, 49). — Plutarch, Terrestriane an 
aquatilia animalia sint callidiora (ed. Wyttenb. IV, 2, 354). 
— Bol. Waldisl, 67 Vom alten Wyſel vnd den Meufen. 


8. Fabel. Dom Jäger vnd Loͤwen. 


Abgedr.: Wolgemuth 135. — Zahariä 9. 

Duelle: FabulaeD. 8. a De Leone et viatore (ex Aniano); 
vgl. Aes. s. I. K. 1. a De homine et lcone. — Avianus 24 
Venator et Leo. 

Bearb.: Aes. Cor. 219 Adwr xai  Avdgwnos (4 $abb.). 
— Aes. Fur. 169 "Av$gwnos zai A&ov Guvodevortes. — Aes. 
Camer. 154 De Homine et Leone lapideo. — Aphthonius 34 
Mũsoc Afovros xoi Av$0onov nepaıwov dızamworvnv aye- 
nav zei un utyakavyeiv. — Phaedr. App. 25 Homo et Leo. 
— Romulus 4, 17 Homo et Leo. — Pant. Candidus, Homo et 
leo (Del. poet. germ. 2, 108). — Desbillons 3, 24 Venator et 
Leo. — Steinhöwel 56. a Bon dem Man vnd Löwen. — 
Kirchhoff 80. a Von einem Menſchen und Loͤwen. — Lafon- 
taine 3, 10 Le Lion abattu par ’Homme; vgl. Robert 1, 198. 
— Le Noble 1, 38 De l’Homme et du Lion. — Logmän 7 
L’Homme et le Lion. — Bgl. Plutarch, Spartanor. et Laco- 
num apophthegmata omissis auctor. nominib. (ed. Wyttenb. 
I, 2, 414). Beim Anblid eines Gemäldes, auf welhem Spar: 
taner von Athenern niedergehauen, wurden, rief Einer aus: 
„Die Athener find doch tapfer,“ worauf ein Spartaner er: 
widerte: „Ia, auf dem Gemälde.” 

Anmerk.: Vers 24. ©. Richter 14,5 ff. — Vers 54. 
Reminiſcenz aus Brant's Narrenſchiff. 


9. Fabel. Vom Knaben ond dem Diebe. 
Quelle: Fabulae D. 8. a DePuero etFure (ex Aniano); 


Anmerkungen IL,.ı 0. 11. 83 | 


vgl. Aes. s. I. Aviani Fab. 18 De puero flente et fure. — 
Avianus 25 Puer et Fur. 

Bearb.: Aes. Camer. 209 Puer fallax. — Steinhdwel 
87. b Die 18te Fabel Aniani von dem weinenden Kind vnd 
dem Dieb. — Kobert 2, 511. 


10. Tabel. Vom Bawrn ond dem Stier. 


u 
| 
| 

Abgedr.: Wolgemuth 288. | 
Quelle: Fabulae D. 8. a De Rustico et Juvenco (ex 
Aniano); vgl. Aes. s. I. O. 4. b Aviani Fab. 21 De rustico 
et juvenco. — Avianus 28 Rusticus et Juvencus. 
Bearb.: Steinhömwel 88. b Die 21te Fabel Aniani 
von dem Bawren ond jungen Stier. 
11. Fabel. Vom Waldtgott vnd dem Menfchen. 
| 
| 


Abgedr.: Wolgemuth 136. 

Quelle: Fabulae D. 8. a De Satyro et Viatore (ex 
Aniano), E. 4. b De Satyro et Rustico (ex Erasm. Rot.) ; 
vgl. Aes. s. I. O5. a Aviani Fab. 22 De viatore et alumno. 
— Avianus 29 Satyrus et Viator. ' 

Bearb.: Aes. Cor. 126 "Avdownos zei Zdrvgus. — Aes. 
Fur. 26 Avy$ownos xai Zurugos. — Aes. Camer. 465 De 
Satyro et Rustico (ex Aniano) ; 139 De Fauno et Viatore. — 
Boner 91 Von einem der heiz und kalt hät in dem munde. — 
Strider, Waldſchrat bei Grimm A.W. 3, 225. — Stein: 
hoͤwel 88. b Die 22te Fabel Aniani von dem Bilgerlin ond 
Satiro. — Agricola Nr. 156 Ein böfe zunge richtet offt vil 
onglüds an. — Hans Sachs II, A, 88 Bon dem Waldbru— 
Der mit dem Satyrus. — Er. Alberus 23 Bom Wald Gott 
ond einem Bawren. — Eyring 1, 42 Aus einem Mund kalt 
vnd warm blajen; 2, 381 Er fan den Mantel nad) dem Wind 
bengen. — Lafontaine 5, 7 Le Satyre et le Passant; vgl. 
Robert 1, 316. — Le Noble 2, 139 Du Pitaud et du Bou- 
quin. 

Anmerk.: Vers 10. Die Stelle der Bibel, die von folchen 
Geſchöpfen jpricht, ift mir unbelannt. — Vers 70. Sprüde 
Sal. 18, 21. — Bers 77. Die aus Freidanf angeführte 
Stelle lautet bi W. Grimm ©. 164): 

„Daz wirste lit, daz ieman treit, 
deist diu zunge, sö man seit. 


84 Anmerkungen II, 11. 


Diu zunge reizet manegen strit 

und dicke lange wernden nit. 

Swaz wir übels häu vernomen, 

deist meisteile von der zungen komen. 

Diu zunge reizet manegen zorn, 

dä lip mit söle wirt verlorn. 

Ez hänt die übelen zungen 

die guoten üz gedrungen. 

Diu zunge reizet manege nöt, 

die nieman wendet, wan der töt. 

Diu zunge manegen schendet; 

si stümmelt unde blendet. 

Diu zunge hät nehein bein, 

und brichet bein unde stein. 

Diu zunge staeret manegiu lant, 

si reizet roup unde brant. 

Von der zunge meisteile vert, 

daz sö maneger meineide swert. 

Swer eine übele zungen hät, 

diu vüeget manege missetät. 

Diu zunge triuwe scheidet, 

daz liep liebe leidet. 

Diu zunge gnuoc ent£ret; 

diu zunge reht verköret. 

Von der zungen daz ergienc, 

daz Krist an dem criuce hienc. 

Von der zungen dicke kumt, 

daz beide schadet unde vrumt. 

Vür schande wart nie bezzer list, 

dan der der zungen meister ist. 

Diu zunge, diu hät meisteile pfliht 

an guote, an übele, swas geschiht. 

Swä diu zunge rehte tuot, 

so ist nehein lit sö guot. 

Diu übele zunge scheiden kan 

liebez wip von lieben man. 

Diu base zunge ist ein vergift: 

daz seit Dävit an seiner schrift. “ 
Wahrſcheinlich hat Waldis Brant’s Bearbeitung vom Freidan 
gehabt, die uns leider nicht zugänglich ift. Vgl. Über die Zumc 


— — — — — — — — — — — — —— 


Anmerkungen II, 12. 85 


Reinmarvon Zweter bei Hagen MS. 3, 194 und Kurz, 
Lit.-Geſch. 1, 115; den Meißner bei Aagen MS. 3, 86:und 
Kurz a. a. O. 1, 130. Beijpiele der Weifen 108, 16 
„Ein boum, in den mit einem ysen gehouwen wirt, der mag 
wider zusamenwachsen, und ein wund, die mit einem schwert 
durch fleisch und bein gehouwen wirt, daz wirt geheilet, aber 
die wund der zungen heilet nit und ir schad enndet sich 
nit.“ Joh. de Capua H. c. a. Plutarch: „Amafis ſchickte dem 
Bias ein Opferthier mit dem Auftrage, daß er das befte und 
ſchlechteſte Stüd. Fleifh davon nehmen und ihm zurüdichiden 
ſollte. Unſer Freund that dieß auf die vortrefflichite Art. Er 
Schnitt die Zunge aus, fandte fie ibm zu und erwarb fich dadurch 
Kuhm und Bewunderung.” (Septem Sapientum Convivium 
c. 2 ed. Wyttenb. I, 2,88 cf. eiusd. de recta ratione audiendi 
c. 2 ibid. I, 1, 134; De garrulitate c. 8 ibid. II, 1, 32.) 
Bgl. aud das Leben Aefops von Planudes bei Steinhöwel 11. 
bfil. — Bers so u. 96f, Brieffacobı3, 5. 6. 8. 


12. Babel (D. Vom Bawren vnd wilden Schweine. 
Abgedr.: Wolgemuth 137. 


Duelle: Fabulae D.8.b De Apro etRustico (ex Aniano). 


— Arianus 30 Rusticus et Sus. 
Bearb.: Aes. Cor. Akwr,” AlwunnE zul "EAagpos. — Aes. 
Fur. 356 Atwv, Alonnẽę xal "EAapos. — Aes. Camer. 287 


Asinus excors. — Leo, Cervus et Vulpes bei Grimm R. F. 
379 u. XLVIOD—L. — De cervo qui cor non habuit bei 
Mone, Anzeiger 4, 360. — Kaiserchronik von Massmann 


1, 525 V. 6873—6940. 3, 798—808. — Der hirz und diu 
vohe bei Grimm R. F. 380 u. XLVII. CCLX u. CCLXXVIL — 
Geſta Romanor. von Keller ©. 70, von Gräſſe Kap. 
83 Bon der Ängftlichen Bewachung der Seele (die Bemerkung 
Gräfſſe's Bd. 2 ©. 265: „felbfterfunden und cafuiftiichen In⸗ 
halts“ ift unrichtig, wie aus unfern Nachweilungen hervorgeht). 
— Geiler, Narrenfchiff 20tes Geſchwarm (Klofterv. Scheible 
©. 445). — Cintio dei Fabrizii in Rom. Jahrb. 1, 311 Lettere 
non danno senno. — Pantſchatantra 1, 295 Der Eſel, 
der weder Herz noch Ohren hat. — Bidpai 1, 242 Der 
Löwe, der Ejel und der Schalal. — Joh. de Capua K. 1. a. — 
Beifpiele der Weifen 125, 36. — Cab. des fees 18, 26 
LeLion, leRenard et ’Ane. — Taufend und eine Nacht 


en — nn nn — — — — mn — + —— — 


— 


— — — — — — — — — — — — 


86 Anmerkungen II, 12. 13. 


(Weil) 3, 917. — Bgl. Liebrecht in Pfeiffer’ 8 Germania 4, 
372 f. — Weim. Jahrb. 1, 411. — Grimm KM. Nr. sı 
u. 3, 129. " 


12. Babel (II, Bers 55 ff.). Pfaff duͤmmer als ein Eſel. 


Quelle: Bebelius 16. a Historia de Parocho et rustico. 

Bearb.: Aes. Cor. 149 Andwrv xai Xelıduv (2 Yabb.). 
— Aes. Fur. 260 Andwv xzai XeAudeöv. — Phaedr. 1, 18 
Mulier parturiens (welche Geſchichte Plutarch in Conjug. Prae- 
cept. als eine wirkliche Begebenheit erzählt). — Eyring 2, 
578 Es regnet, wenn ich wil, Ich wil lenger leben, wenn GOtt 
wil; 3, 310 So man das Kind mit Meffern klopfft, die Hende 
darnach e8 zu fi zopfit. — Dad, Zeitvertreiber 207. — 
Ber. de Verville, Moyen de parvenir (Lond. 1786) 2, 81: 
„Je me mis en colere et lui dis que mon äne etoit plus sage 
que lui, et je Jui prouvai mon dire: parceque mon änevenoit 
bien de la riviere tout seul ayant bu; et lui il le falloit rap- 
porter de la taverne, quand il avoit trinqué.“ — Bezüglid 
der Moral vgl. Lafontaine 3, 15 Philomele et Progne. — Ovid. 


‘ , Trist. I, 1, 85. 


— — — — — — — 


Anmerk.: Vers 72 ff. vgl. I, 57, 23 ff. — Bers 85. 
Ovid. Epistt. ex Ponto Il, 7, 9—16: 
„Qui semel est laetus fallaci piscis ab hamo, 
Omnibus unca cibis aera subesse putat. 
Saepe canem longe visum fugit agna, lupumque 
Credit, et ipsa suam nescia vitat opem. 
Membra reformidant mollem quoque saucia tactum, 
Vanaque sollieitis incutit umbra metum, 
Sic ego fortunae telis confixus iniquis, 
Pectore concipio nil nisi triste meo.“ 


13. Fabel. Bon der Mauß ond dem Ochfien. 


Abgedr.: Wolgemuth 59. 

Quelle: Fabulae D. 8. b De Tauro etMure (ex Aniano). 
— Arianus 31 Mus et Bos. 

Bearb.: Aes. s. !. O. 6. a Aviani Fab. 23 De bove et 
mure. — Babrius 112 Müs zei tavgos. — Aes. Camer. 226 
Bos et Mus. — Steinhömwel 89. a Die 23te Fab. Aniani 
von dem Stier ond ter Maus. — Er. Alberus 35 Bon 
einem Ochſſen ond einer Mauß. — RollenhagenD.6.a 


— —— —— nn 


Anmerkungen II, 14. 15. 87 








Die Mauß fempfft mit dem Ochſen. — Le Noble 1, 91 Du Rat 
et du Taureau. 


14. Fabel. Vom Bawrn ond dem Gott Hercule. 


Abgedr.: Wolgemutb 259. — Pifhon 2, 398; 
Meifter, Nationallit. 1, 275 (beide unvollftändig). — 
Kurz, Lit.-Geſch. 2, 83. 

Quelle: Fabulae E. 1. a De Rustico et Hercule (ex 
Aniano). — Arianus 32 Rusticus et Hercules. 

Bearb.: Aes. Cor. 335 Bonidıns xai Hoaxins (Euripi- 
des, Electra 78—81); 246 Navayos; 62 Bulla. — Aes. Fur. 
308 Neveyos; 194 DvAda zul 'A$Anıns. — Babrius 20 Bon- 
Adıns xai Howxins. — Aes. Camer. 267 Bubulcus. — Cogna- 
tus 37 De Agesone, cf. 51: De Morso a pulice. — Desbillons 
35, 28 Bubulcus et Hercules. — Eyring 3, 13 Helfft euch 
ſelbſt, fo bilfft euch Gott. — Zahariä 90 Der Fuhrmann 
und ber Gott Herkules. — Kabelais 4, 23 (ed. L. Jacob p. 
377): „Si en necessite et dangier est ’"homme negligent, 
euire et paresseux, sans propous il implore les dieux. Ils 
sont irritez et indignez.“ — ' Lafontaine 6, 18 Le Chartier 
embourbe; vgl. Robert 2, 52. — Guicciardini 154. b Iddio 
ajuta l’huomo quando egli stesso s’ajuta. — Cab. des fees 17, 
133 Le Derviche et la petite Corneille. 

Anmerk.: Vers 19. Matth. 6, 26. Vers 22.1. Mof. 
3, 19. — Die Bemerkung Pifhons (Dentmäler 2, 399), daß 
diefe Fabel oder vielmehr deren Duelle das franzöfifche Spridh- 
wort „Aide-toi, le ciel t’aidera“ hervorgerufen habe, ift gewiß 
unrichtig, da daſſelbe nicht bloß in Frankreich vorfommt und 
zudem ans allgemein menſchlichem Gefühl entftanden ift, jo daß 
es ficherlich fein Volk dem andern abgeborgt bat. 


15. Fabel. Vom Antuogel. 


Abgedr.: Wolgemuth 138. 

Duelle: Fabulae E. 1. a De Ansere (ex Aniano). — 
Avianus 33 Anser et Rusticus. — Aes. s. !. O. 6. a Aviani 
Fab. 24 De ansere et domino suo. 

Bearb.: Aes. Cor. 136 "Opvıs yovooroxos .(3 Yabb., 1 
aus Syntipas). — Aes. Fur. 153 "Opvıs Yovooroxos. — Babrius 
123 "Opvıs yovooröxos. — Aes. Camer. 145 Gallina auripara. 
— Pant. Candidus, Mulier et Gallina auripara (Del. poet. 


ı 
—W 


88 Anmerkungen II, 16. 17. 
gorm. 2, 133). — Desbillons 2, 15 Gallina ova pariens au- 
:  rea. — Boner 80 Von einer gans diu leite ein guldin ei. — 
| Brant bei Steinhöwel 140. a Bon einer gemeften Hen- 
| nen ond einer Gans, bie alle tag ein gülden Ey legten. — 
ı, Steinhdwel, Die 24te Fab. Aniant von ber Gans vnd 
guͤlden Ey. — Frand 1, 148. c Ein ſchloß in den Iufft bawen. 
—Er. Alberus4 Bon einem Bawren vnd einer Gans. — 
| Eyring1, 613 Der zu viel wil haben, dem wird zu wenig. 
'  — Lafontaine 5, 13 La Poule aux oeufs d’or; vgl. Robert 
1, 334. — Le Noble 1, 158 De l’Oye qui pond un Oeuf 
dor. — Pantſchatantra 2, 267 Der Gold entleerende 
Vogel und die Thoren, die ihn befaßen; vgl. 1, 378 ff. — 
Bol. Tuti:Nameh 1, 138 Geſch. des Königs und des arz- 
neitundigen Papageis. — Görres, Heldenb. v. Iran 2, 366: 
„Der Bogel ift geftorben, der bie goldenen Eier gelegt.“ — 
Kuhn, weftphäl. Sagen 1, 243 f. zu Nr. 278. — Bgl. 
Pfeifers Germania 2, 248. — Waldis IH, 32 Frau und 
Henne. 

Anmerk.: Vers 21. ©. die Fabeln I, 68 Vom alten 
Apffelbaum und I, 64 Bom neidigen Hundt. 


16. Fabel. Bon der Affen ond ihren Kindern. 


Abgedr.: Wolgemuth 139. 

Duelle: Fabulae E. 1. b De Simia et duobus natis eius 
(ex Aniano). — Avianus 35 Simia et gnati; vgl. Aes. s. 1. 
O. 6. b Aviani Fab. 25 De simea et gemino fetu. 

Bearb.: Aes. Cor. 267 IIiböbnxot. — Aes. Fur. 182 Tov 
Tii$nxos naides. — Babrius 35 Ili$nxr0ı. — Aes. Camer. 210, 
Simia. — Stricker von Hahn 39 Ein jäger fuor in einen walt. 
— Steinhöwel 90.a Die 25teFabel Aniani von dem Affen 
ond zweien feinen finden. — Eyring 1, 153 Aus Kind wers 
den auch alt leut. — Le Noble 2, 41 De la Guenon et de son 
Marmot. — Bgl. Robert 2, 514. 

Anmerk.: Bers 38. Pſalm 27, 10. 


17. Tabel. Dom Ochſſen ˖ vnd dem Kalb. 


Abgedr.: Wolgemuth 260. 

Duelle: Fabulae E.1.b DeBove et Juvenco (ex Aniano). 
— Avianus 36 Vitulus et Bos. 
| Dearb.: Aes. Cor. 174 Aauadıs zai Bous (2 Fabb.). — 


— — — — — — — — —— — — in — ——— ———— — — un u en 


| 


_ 


Anmerkungen II, 18— 20. 89 
Aes. Fur. 61 dauadıs zei Bovs. — Babrius 37 dauedıs zei 
tevpos. — Aes. Cumer. 227 Bos et Juvencus. — Abstemius 
ap. Nev. 586 De Asino qui Porco invidebat. — Keller, Altd. 
Erz. 547 Das opferkalp. — Er. Alberus 25 Bon eim alten 
Ziehochſen und eim jungen Meftochlen. — Robert 2, 517. — 
Bantihatantrai, 229. 

Anmerk.: Bers 53. Klagl. Ierem. 3, 27.— Vers 63. 
Birgil. Diefe Stelle habe ich nicht finden können. 


18. Fabel. Vom Hundt ond Loͤwen. 


Abgedr.: Wolgemuth 140. — Hoffmann, Polit. 
Gedichte S. 164. 

Duelle: Fabulae E. 2. a De Cane et Leone (ex Aniano). 
— Avianus 37 Canis et Leo. 

Bearb.: Val. Waldis I, 56 Wolf ond Hund. 

Anmerk.: Vers 18 ff. Die Moral diefer Fabel ift in 
mancher Beziehung merkwürdig, und'es ift namentlich intereffant 
zu jeben, wie der Dichter den Widerjpruch zwifchen feinen freifins 
nigen Anfihten und feiner hriftlichen Geſinnung einerfeits und 
ber beftehenden Ordnung andrerfeits zu löſen juchte. Die Leib: 
eigenfchaft ift ihm als. Menfch und als Chrift ein Gräuel; aber 
er jucht ihre Nothwendigleit dadurch zu begründen, daß er jagt, 
die Leibeigenen jeien wilde Volksftämme geweſen, Die nur auf 
dieſem Wege hätten gebändigt werden können. 


19. Fabel. Don der Schleyen und dem Meerkalb. 


Abgedr.: Wolgemurh 261. 
Quelle: Fabulae E. 2. a De Piscibus (ex Aniano). — 
Arianus 38 Piscis fluviatilis et marinus. 


Anmerl.: Bers 29. Rofen Nobel, eine frühere eng: 


liſche Goldmünze, 4 Thaler + Gr. 4 Pf. an Werth. Auf den - 


Avers war eine Roſe geprägt, auf dem Nevers ftanden Die 
Worte: Jesus autem transiens per medium eorum ibat. 


20. Fabel. Dom Luchs ond dem Fuchß. 


Abgedr.: Wolgemuth 141. 

Quelle: Fabulae E. 2. a De Pardo et Vulpecula (ex 
Aniano). — Avianus 40 Pardus et Vulpes. 

Bearb.: Aes. Cor. 142 'AAwnnE zei Idodain. — Aes. 
Fur. 13 'Alwnng zei Iaodaan. — Aes. Camer. 461 Vulpes 


- 


} 


— —— — — — m. — — m — — — — 


90 Anmerkungen 1 IT, 21. 22. 


et Pardalis. — Plutarch, Septem sapientum convivium c. 12 
(ed. Wyttenb. I, 2, 116); Animine an corporis affectiones 
sint peiores c. U (ibid. III, 1, 10). — Erasm. Rot. Adagia, 
De Vulpe et Pardale (in Fabulae E. 2. a). — Cognatus 8 De 
Vulpe et Pardali. — Pant. Candidus, Pardus et Vulpes (Del. 
poet. germ. 2, 147). — Desbillons 4, 23 Pardus et Vulpis. — 
Guicciardin! 220. b La hellezza del corpo non essere compa- 
rabile a quella dell’ animo. 


21. Fabel. Vom Fuchß vnd der Katzen. 


Abgedr.: Wolgemuth 142. 

Quelle: Fabulae E. 2. b De Vulpe et Fele (ex Erasmi 
Adagiis). 

Bearb.: Aes. s. I. Fabb. extravag. De vulpe et catto. 
— 4Aes. Camer. 202: Ictis et Vulpes; 297 Vulpes et Eri- 
naceus; 461 Vulpes et Felis (ex Erasmi Adagiis). — Vul- 
pes et Cattus bei Grimm R. F. 421. — Reynardus et 
Tebergus cattus bei Mone, Anzeiger 4, 357. — Cognatus 97 
De Vulpe et Fele. — Desbillons 5, 37 Vulpis et Ericius. — 
Keller, Altd. Erz. 526 Von dem fuchs und der katzen. — 
Grimm, R.F. 363 Der fuchs und die katze, vgl. CCLXXXIUI 
u. Grimm, KM. Nr. 75 u. 3, 125. — Stricker bei Scholl, 
Lit.-Gesch. 1, 264. — Steinhoͤwel 60. b Bon dem Fuchs 
ond der Katen. — Hanse Sachs II, 4, 77 Bon dem Fuchs 
vnd Kaben. — Rollenhbagen J.5.bu.Q. 7. b Murner 
wird Reinicken Gevatter vnd offenbaret ihm feine einige notb: 
wendige Kunſt. — Reinecke DI, 10 Van dem olden vosse unde 
van dem wilden kater. — Göthe 40, 175. — Marie de 
France, Le Renard et le Chat bei Le Grand 4, 380. — Lafon- 
taine 9, 14 Le Chat et le Renard; vgl. Robert 2, 226. — 
Le Noble 4, 109 Du Chat et du Renard. — Pantſchatan— 
tra 1, 312 Die Krähe und die Ylamingos, vgl. 2, 9ı u. 
1, 241 Die drei Fiſche, 2, 337 u. 1, 494 Die allzuffugen 
Fiſche. — Vgl. das griech. Sprichwort!: ToAA’ old” aAwnns, 
aha” Eyivos Ev ulya (Leutsch I, 147, 68). 

Anmerk.: Bere 56. Nucas 16, 20 ff. 


22. Sabel (DD. Dom König ond den Affen. 
Abgedr.: Wolgemutb 143. 


Duelle: Fabulae E. 3. a De Rege et Simiis (ex'Erasmi 
Adagiis). 

Bearb.: Aes. Cor. 355 MInxoı opynoavres (2 Fabb.). 
— Aes. Fur. 405 Ili9nxos opynonvres. — Aes. Camer. 227 
Simiae; 462 De,rege et simiis (ex Erasmo). — Exil. melan- 
choliae N. 28 Natur. 


22. Fabel (II, Bers 37 ff.). Salomon, Marcolff vnd 
die Katzen. | 

Duelle: Offenbar das „Leymdeckerbuch“. Vgl. Salo: 
mon und Marcolf bei Hagen und Büſching, Gedichte Des 
MA. I. Abth. 6, S.55, V. 881—909. 

Bearb.: Agricola Nr. 131 Art left von art nicht, die 
Kate left yhres maufens nicht. — Laßberg 2, 45 Die Macht 
der Natur. — Eyring 1, 118 Art left nicht von Art; 2, 12 
Ein Aff bleibt ein aff, ob er gleich vff einem guͤldnen ftul ſaͤß. 

Anmerk.: Bers 37 ff. Leymdeckerbuch. Diefes Buch 
ift mir unbekannt; auch bei Gödeke finde ich e8 nicht angeführt. 
Mittler fagt a. a. D. ©. 41 Note, daß es richtiger Leyn: 
beder = Schieferbeder heiffen follte; bringt aber Nichts zum 
Beweis diefer Behauptung bei, fo wie er auch Nichts von dem 
Buche felbit jagt. Die von Waldis berichtete Gefchichte fteht 
in dem Volksbuch: „Frag vnd antwort Salomons und mar: 
colfi.” Nuͤrnb. M. Ayrer, 1487 (u. öfter). Bol. Bon der 
Hagen, „Narrenbuch“ (Halle 1811), ©. 247 u. Genthe, 
Zeutche⸗ Dichtungen des Mittelalters (3 Bde., Eisleb. 1841 ff.), 

.2, ©. 81. 


23. Babel. Don zweyen Viſchern und Mercurio. 


Abgedr.: Wolgemutb 262. 

Quelle: Fabulae E. 3. b De Piscatoribus (ex Erasmi 
Adagiis). — 4Aes. Camer. 228 Piscatores et Testudines ; 423 
De Piscatoribus (ex Erasmo). 


24. Fabel. Bon zweien Gefellen und dem Eſel. 


Quelle: Fabulae E. 3. a De Asino et Viatoribus (ex 
Erasmo) ; vgl. Aes. Camer. 228 Asinus controversus; 462 
De Asino et Viatore (ex Erasmo). 

Bearb.: Gast, Serm. conviv. 1, 34 De Asini possessione 
duobus contendentibus, quid risu dignum acciderit. — Lafon- 


Bd — — — — — —¶ — — — — — — — —— — — —— — — 


92 Anmerkungen IL, 25— 27. 


_— — - 1... oo | 


taine 1, 13 Les Voleurs et l’Ane; vgl. Robert 1, 66. 

Hagedorn 2, 63 Die Räuber und der Ejel. — Bol. Aes. 
Cor. 83 Odorncgor. — Aes. Fur. 237 'Odosnopos. — Desbillons 
9, 2ı Viatores duo et Latro. 


25. Babel. Bon ven Affen ond ven Parven. 


Abgedr.: Wolgemuth 144. 
Duelle: Fabulae E. 4.a De Simiis et Pardale (ex Erasmi 


Adagiis). — 4Aes. Camer. 464 De Simiis et Pardale (ex 


Erasmo); p. 311 Vulpes et Aviculae. 


26. Fabel. Dom Kefer vnd Adler. 


Abgedr.: Wolgemuth 145. 

Quelle: Fabulae E. 4. a De Scarabeo et Aquila (ex 
Erasmi Adagiis). — Aes. Camer. 464 De Scarabaeo et Aquila 
(ex Erasmo). 

Bearb.: Aes. s. I. M. 3. a De aquila et scabrone. — 
Aes. Cor. 2 Atròę zei Kavdapos (2 Fabb.). — Aes. Fur. 
223 Actòs zei Kavdapos. — Aes. Camer. 73 Aquila et Scara- 
baeus. — Bgl. Aristoph. Pax 126. — Pant. Candidus, Aquila 
et scarabaeus (Del. poet. germ. 2, 161). — Steinhoͤwel 
75. a Bon dem Adler vnd Hurnüiffel. — Fiſchart, Gargan- 
tua 28. Cap.: „Hat nicht der Roßläfer dem Adler feine Eyer 
in Jupiters Schoß zerftört?” — Lafontaine 2, 8 L’Aigle et 
l’Escarbot ; vgl. KRobert1, 120. — Bantfhatantra 2, 170. 

Anmerk.: Vers 69. 1. Korinth. 18, 43. 


27. Fabel. Bonn der Ewlen und andern Vögeln. 


Abgedr.: Wolgemuth 146. 

Duelle: Fabulae F. 2. b De Avibus et Noctua (ex Ang. 
Politiani Lamia). 

Bearb.: Aes. Cor. 331 TAav£ xal "Opven (ex Dione 
Chrysostomo). — Aes. Fur. 385 "Ogvsa zei TAav&. — Aes. 
Camer. 457 De Avibus et Noctua (ex Lamia Politiani). — 
Finc. Bell. Sp. doctr. 3, 121; Sp. hist. 3, 5 Contra infidos 
et instabiles. — Cognatus 113 "De Noctua et caeteris avibus. 
— Rollenhagen Bb. 3.a Der Eulen Rath. — Kirchhoff 
89. a Warumb die Vögel ber Eulen nachfliegen. 

Anmer?.: Bers7 fi. Ueber die Stellung ber einzelnen 
Thiere im Thiemeich vgl. Ecbasis bei Gödeke MA. 589. a 


Anmerkungen II, 28. 93 
' und Er. Alberus (der es freilich ironifch darftellt) 34 Vom 
Streit der Vögel vnd vierfüffigen Thier, B. 131 ff.: 
„Nachs alten Königs Todt behendt 
Berfiel das gante Regiment: 
Da war das wildt Schwein Canteler, 
Der Fuchß des Königs Prediger, 
Die Sam Schulmeifter in der Statt, 
Vnd war der Igel fein Locat. 
Der Hundt war Koch, und foch nicht® gar, 
Der Ejel Sengermeifter war, 
Vnd därfft forthin fein Sid mehr tragen. 
Die Khu muft auff der Orgeln fehlagen, 
Das Kalb das Benedikte fagen, 
Die Affen mußten Schreiber feyn, 
Die Bdd gefett warn vbern Wein, 
Der Beer mußt Küchenmeifter feyn. 
Den Ratten war befohlen der Sped, 
. Die Mäuß verforgten Brot ond Wed, 
Vnd warn gefetst auch vbers Mehr. 
Die Raten hatten auch Befehl, 
Was man bracht von def Königs Tifch 
Es war gleich Fleiſch, Kaͤß oder Fiſch, 
Das namen fie zu ihrer Handt, 
Daß man def Morgens nichts mehr fand.“ 
Bers 26. 27. Horae heiſſen in der katholiſchen Kirche die 
Stunden, zu welchen gewiſſe Betgefänge gehalten werben. Es 
find deren fieben (septem horae): 1) die Mette oder das Mor: 
gengebet, die jedoch gewöhnlich am Abend vorher Statt findet, 
2) die Damit verbundenen Laudes oder Robgebete, 3) die Prime, 
4) die Terz, 5) die Serte, 6) die None und 7) die Vesper mit 
dent Completarium. 


28. Sabel. Bon ver Tannen ond dem Körbe. 

Abgedr.: Zachariä 12. 

Duelle: Fabulae F. 2. b Apologus ex II libro P. Criniti 
de honesta disciplina; vgl. Orinitus 120 Pinus et Cucurbita. 

Bearb.: Aes. Camer. 223 Cucurbita et Palma. — Des- 
beillons 5, 32 Cucurbita et Arbor. — Guicciardini 390. b La 
potentia dell’ huomo doversi fondar in su la virtü piü che in 
su V’altro. 


— 


— — — · — . — — — — — —.. 


94 Anmerkungen II, 29—31. 


29. Fabel. Vom Wolffen und dem Rappen. 

Quelle: Fabulae F. 2. b Fabella J. Ant. Campani de 
Corvo et Lupis. . 

Bearb.: Aes. Camer. 229 Corvus et Lupi. — Desbillons 
9, 33 Corvus et Lupi. — Er. Alberus 32 Bon eim Raben 
ond den Wölffen. — Zach ariä 35 Die Wölfe und der Rabe. 

Anmerk.: Bers 51. Momus war ber Gott des Spot: 
tes. Als Minerva ein Haus gebaut, Neptun einen Ochfen und 
Vulkan einen Menfchen erichaffen hatte, tadelte er Alles, den 
Menichen deshalb, weil er fein Fenfter babe, Durch das man 
jein Herz fehen könne. 


30. Fabel. Vom Arione ond dem Delphin. 

Abgedr.: Wolgemutb 147. 

Duelle: Fabulae F. 3. a De Arione et Delphino (ex Aulo 
Gellio) ; vgl. A. Gellius 16, 19 (ed. Lion II, 394). 

Bearb.: Aes. Camer. 455 De Arione et Delphino (ex 
Herodoto); vgl. Herod. 1, 4. — Plutarch, Septem sapientum 
convivium c. 18 (ed. Wyttenb. I, 2, 138). — Ovid. Fasti 2, 
93 sqq. — Gast, Serm. conviv. 1, 100 De Arione fidicine. — 
Desbillons 12, 29 Arion et Delphin. — Gefta Roman. 148 
Wie die Sünde bier und dort beftraft werden wird. — Brant 
bei Steinhoͤwel 160.a Bon dem jpilman Arione metbymno 
ond eim Delphyn. — Schlegel, Werke 1, 204 Arion. — 
Tied, Gedichte 4, 53 Arion. — Hardenberg, Heinrid) 


von Ofterdingen (Schriften, Berlin 1805) 1, 43. — Bgl. 


Götzinger 1, 444. 

Anmerk.: Vers 1. Aulus Gellius, ein römiſcher Schrift⸗ 
ſteller aus der Mitte des 2. Jahrhunderts nach Chriſtus, ver⸗ 
faßte ein Sammelwerk: Noctes Atticae, in denen er mancherlei 
auf Sprache, Alterthümer, Geſchichte und Literatur bezügliche 
Anmerkungen und Auszüge aus griechiſchen und lateiniſchen 
Schriftſtellern zuſammenſtellte. — Vers 166. Matth. 10, 40. 


31. Fabel. Von der Spinnen vnd Podagra. 


Abgedr.: Wolgemuth 148 (mit Auslaſſung des Ein- 
gang). 

Duelle: Fabulae F. 4. a De Aranea et Podagra (Nic. 
Gerbellii apologus lepidissimus). — Aes. Camer. 458 De 
Aranea et Podagra (Gerbellii apologus). 


— — — — — ... - — — -- - — — — —— — — — — 


— — — — —— — — — —“ 


Anmerkungen II, 32. 33. 95 


Bearb.: Petrarca, Epistt. 3, 13. — Gast, Serm. conv. | 





1, 224. Pant. Candidus, Aranea et Podagra 2, 170. — 
Desbillons 1%, 13 Aranea et Podagra. — Boner 48 Von dem 
ritter und der vlö. — Hans Sachs I, 4, 974 Das Zipper: 
fein ond Spinne. — Eyring 1, 195 Bey guten Tagen vnd 
Wein Wil das Zipperlein fein. — Zachariä 40 Die Spinne 
und das Podogra. — Eutrapel c. 5. — Lafontaine 3, 8 La 
Goutte et l’Araignee; vgl. Robert 1, 191. 

Anmerk.: Bers ı. Nicolaus Gerbellius, ein 
gelehrter Yurift aus Pforzheim, war Profefjor der Rechte in 
Wien, Später Profefjor der Gejchichte in Straßburg, wo er am 
20. Jan. 1560 in hohem Alter ftarb. Er war auch ein groffer 
Kenner der alten Sprachen. — Bers 147. „Wein Cors, Tre: 
bian, ſuͤß Malmafier.“ Wein von Corſika, Trebianer Wein, 
Malvafier, vgl. Waldis, BVBerlorner Son, Bers 618 ff.: Ei 
junker, ik hebbe on mangerläö: Win amabile van Cursica, 
En malmasi van Candia, En muscatel van monte Flascon, 
Unde van Florenz En trebian u. ſ. w. Fiſchart, Gargan: 
tua 1575 (F. 1.a): „Da war Ehrwein, Landwein, Brad: 
wein, Traͤberwein u. ſ. w.“ Ebend., „Item Ofterwein 
u. f. w. Eurftwein, Beltliner u. |. w.“ 


32. Fabel (D. Bon ver Mauf. 


Abgedr.: Wolgemuth 149. 

Quelle: Adstemius ap. Nev. 536 De mure in cista nato. 

Bearb.: Aes. Camer. 229 Mus. — Desbillons 2, 27 Mus 
in cista. 


32. Fabel (II, V. 29 ff.). Der Schwabe von feiner 
Heimat. 
Wahrſcheinlich aus mündlicher Ueberlieferung; andere Bear⸗ 
beitungen ſind mir nicht erinnerlich. Aehnliches finde ich nur 
bei Dach 179: „Ein Schwab ſoll von ſeinem eignen Vaterland 
geſagt haben: Schwabenland iſt ein gut Land, mag aber nicht 
haͤym, mein Vater frißt das Fleiſch, gibt mir die Bein.“ 


33. Fabel. Vom Bawren ond ſeinem wunſch. 


Abgedr.: Wolgemuth 1380. 
Duelle: Adstemius ap. Nev. 536 De Rustico impetrante, 
ut triticum absque aristis nasceretur. 


— — —— — — — — — — — == - — Pas — 


.—- - — — — — — — — 


96 Anmerkungen I II, 34. 35. 


Bearb.: Aes. Camer. 229 Agricola. — Dad 70 Rad: 
theiliges Wünſchen oder Begehren. — Guicciardini 215. b 
Molti fare i voti a danno di lor medesimi. — Hierzu ver: 
gleiche man die vielen Märcen-Erzählungen von drei Wün- 
Ihen: Hagen GA. 2, 249 Dri wunsche. — Stricker, Daz 
maehre von den drei wünschen bei Wackernagel, Altd. Leseb. 
1, 603.— Kirchhof 180 Bon einem geitigen weib ein Fabel. 
— Nicolai, Reifen 4, 915. — Grimm, KM. 87 Der 
Arme und der Reiche; Nr. 65 Die drei Wünſche. — Hebel, 
Drei Wünfche. — Meier, VBollsmärchen aus Schwaben, Der 
Arme und der Reihe ©. 139. — AMeon 4886 Des quatre 
souhaits Saint-Martin. — Marie de France, Du Villain et du 
Folet A, 385. — Rabelais, Nouveau prologue du 4e livre. — 
Pantihatantra1, 495 ff. — Vgl. Keller, Roman des 7 
Sages CLXXXII sw. — Liebrecht in Pfeifers Germania 
1, 262. 


34. Tabel. Vom Habid) und der Tauben. 


Abgedr.: Wolgemuth 151. — Hoffmann S. 166. 

Duelle: Abstemius 3 ap. Nev. 537 De Aceipitre columbam 
insequente. 

Bearb.: Phaedr. App. XIX Luscinia, Aceipiter et Au- 
ceps. — 4Aes. Camer. 230 Aceipiter et Columba. — Romulus 
3, 5 Luscinia, Accipiter et Auceps. — Vinc. Bell. Sp. doctr. 
3, 114; Sp. hist. 2, 6 Contra insidiosos. — Pant. Candidus, 
Agricola, Vultur et Columba (Del. poet. germ. 2, 119). — 
Desbillens 2, 28 Milvus et Agricola. — Lafontaine 6, 15 
L’Oiseleur, P’Autour et l’Alouette; vgl. Robert 2, 37. — 
Le Noble 1, 250 Du Faucon et de la Colombe; 2, 174 De 
l’Emerillon et de l’Oiseleur. — Guicciardini 303. b I predoni' 
ed assassini divenir sovente preda e rapina d’altrui. 


35. Fabel. Bon der Spinnen vnd Schwalben. 


Abgedr.: Wolgemutb 152. 

Duelle: Adstemius 4 ap. Nev. 537 De Aranea et Hirun- 
dine. 

Bearb.: Aes. Camer. 130 Aranea et Hirundo. — Des- 
billons 3, 40 Aranea et Hirundo. — Zadhariä 99 Die 
Spinne und die Schwalbe. — Lafontaine 10, 7 ‚U’Araigneo et 
/’Hirondelle; vgl. Robert 2, 260. 


— _— _ 1. m — — — — — — 





— — — 
Anmerkungen II, 36-——39. 1 


Anmerk.: Bers 35. Horatius. Selbft beffährten Ken- | 
nern des Horatius ift es nicht erinnerlich, in deflen Gedichten | 
einen auch nur Ähnlichen Gedanken gefunden zu haben. — 
Vers 42. Lucas 14, 28. 


36. Fabel. Von einem Bawren. 


Abgedr.: Wolgemuth 153. 

Quelle: Adstemius 5 ap. Nev. 537 De Rustico amnem 
transituro. 

Bearb.: Aes. Camer. 231 Amnium silentia. — Ens, Epi- 
dorpidum lib. IIMCol. 1612) p. 36 Imperitia ipvenum quanta. 
— Bgl. Plutarch, Apophthegmata Regum etc. Avyrovıov di 
za: doloßiliev Ipopwuirwv Lviwv, zai puviatrecdhes XE- 
Asuovıwv, Ov tovrovs, &pn, dedıEvo. ToVs Bavavoas xai Ar 
nwvras, Q@AAa Tovs loyrous zei wypovs Exelvous‘ deikas 
Boovrov zei Kaocaıor» (ed. Wyttenb. I, II, 310). — Ana: 
ftajius Grün, Die Diden und die Dünnen. 


37. Fabel. Bon der Tauben und Akeln. 


Abgedr.: Wolgemuth 265. — Zadhariä 15. 
Duelle: Abstemius 6 ap. Nev. 538 De Columba et Pica. 
Bearb.: Aes. Camer. 23 Columba et Pica. — Desbillons 
$, 23 Columba et Pica. — PBantjihatantraii, 71. — 
Joh. de Capua A. 3. b. — Beiſpiele der Weifen $, 34. 
Anmerk.: Bers 15. Matth. 27, 32. 


38. Fabel. Bom Habid vnd Gutzgauch. 


Abgedr.: Wolgemuth 266. 

Duelle: Adstemius 7 ap. Nev. 538 De Cuculo et Aceipitre. 

Bearb.: Aes. Camer. 232 Cuculus et Aceipiter. — Des- 
billons 3, 38 Accipiter et Cuculus. — Kirchhoff 85. b Bon 
einem Weihen vnd Gudgud. 


39. Fabel. Vom Efel vnd dem Rinde. 


Abgedr.: Wolgemuth 154. 

Duelle: Adstemius 8 ap. Nev. 538 De Asino et Vitulo. 

Bearb.: Phaedr. 1, 15 Asinus nd senem Pastorem. — 
Aes. Camer. 232 Asinus et Vitulus. — Zachariä 67 Der 
Eſel und der Stier. — Lafontaine 6, 8 Le Vieillard et l’Anc; 
ogl. Robert 2, 17. 


N — — — —— — —— — 
Deutſche Bibliothek I. 8 


[ 


t 


% Anmerkungen II, 40— 44. 


| 
| 


| 
j 


| 


40. Fabel. Pom Fuchß vnd den Frawen. 


Duelle: Adstemius 9 ap. Nev. 539 De Vulpe et Mulieri- 
bus gallinam edentibus. 

Bearb.: Aes. Cor. 318 Avxzos zai Ilosueves. — Aes. 
Fur. 389 Auxos zei Tlowueves. — Aes. Camer. 259 Pastores. 
— Bgl. Plutarch, Septem sapientum convivium c. 13 (ed. 
Wyttenb. I, 2, 120). — Lafontaine 10, 6 Le Loup et les Ber- 
gers; vgl. Robert 2, 258. 


41. Fabel. Bom fenften ond magern Caponen. 


Abgedr.: Wolgemuth 156. 

Quelle: Adstemius 10 ap. Nev. 539 De Caponibus pin- 
guibus et macro. 

Bearb.: Aes. Camer. 233 Capi. — Desbillons 3, 39 Ca- 
pones duo. — Bgl. Eyring 2, 623 Freyheit Das beft man 
achten thut, Vnd ift Doch auch nit allzeit gut. 

Anmerk.: Bers 35. Lucas 12, 48. 


42. Fabel. Dom Balden und dem Ochſſen. 
Duelle: Abstemius 11 ap. Nev. 539 De Trabe et Bobus 


eum trahentibus. 


Bearb.: Aes. Cor. 168 Boss zai "Akovss (2 Fabb.). — 
Aes. Fur. 39 Boss zei” Aunkı. — Aes. Camer. 233 Boves et 
Ilex. — Bol. Waldis I, 74 Balden und Ochs. 


43. Fabel. Bon jhönen vnd ungeftalten Beumen. 

Abgedr.: Wolgemuth 157. 

Duelle: Adstemius 12 ap. Nev. 540 De arboribus pulchris 
et deformi. 

Bearb.: Aes. Camer. 234 Arbores grandes et Pusilla. — 
Desbillons 8, 25 Arbores. 


44. Babel. Bom Schwan ond dem Storden. 


Abgedr.: Wolgemuth 158. 

Quelle: Aöstemius 20 ap. Nev. 540 De Cygno in morte 
canente comprehensa a Ciconia. 

Bearb.: Aes. Camer. 234 Cygnus. — Pfeffel, Boet. 
Werke 2, 181 Der Reiger und der Schwan. — Guicciardini 
246. b Dolce cosa essere la morte a gli affetti. 


— mm m —ñ— — ——ñ — — — — — — — — — — — — — — — — —.— 


Anmerkungen II, 45. 46. | 99 


mn — — — — —— — — — —— — — —- — — — — — — 


Anmerk.: Vers 1. Plinius, Hist. nat. lib. X c. 32 Olo- 
rum morte narratur flebilis cantus (falso, ut arbitror), ali- 
quot experimentis. 


45. Babel (I). Bon einer Frawen, die jren fterbeniven 
Mann bewennet. 


Abgedr.: Wolgemuth 159. 
Quelle: Adstemius 14 ap. Nev. 540 De Muliere virum 


. morientem flente et Patre eum consolante. 


Bearb.: Lafontaine 6, 21 La jeune Veuve; vgl. Robert 
2, 58. — Guicciardini 394. b Instabile per lo piu e momen- 
taneo esser !’amor della moglie. . 


45. Fabel (I, Vers 51 ff.). Die betruͤbte Wittwe. 


Duelle: Unbelannt. 

Bearb.: Kirchhoff 341. b Von einem Weib, dem ber 
Mann geftorben war. — Sandrub (bei Kurz, Lit.⸗Geſch. 
2, 106) Bon einem Weib, deren Mann am Eharfreptag ge 
ftorben. — Boursault, Le Mercure galant, Act. IV. Sc. 

Madame de Calville. 
On me parle deja de me remarier: 
Mais je tiens au defunt par de si fortes chaines 
Que je n’y peux penser de plus de trois semaines. 
Il verra si pour lui mes feux &toient constants. 


46. Fabel. Vom Weibe, die jhres Bulen abzug beweinet. 


Abgedr.: Wolgemuth 160. 

Quelle: Adstemius 15 ap. Nev. 591 De Muliere amatoris 
discessum fente. 

Bearb.: Pauli 10 Bon einer mutter, die jr tochter boͤß 
lernet. — Hagedorn 2, 119 Reue über eine nicht begangene 
Bosheit. — Chasse-ennuy 389 Plainte d’une Courtisanne sur 
le despart de son serviteur. — Guicciardini 362 b Amore di 
meretrice tendere a spogliarti del tutto. 

Anmerk.: Bers 37. In der Barabel vom verlornen 
Sohn jagt die Dirne Elfe zu dem verlornen Sohn V. 686 ff.: 
„Nä düsser siden mi vorlanget, Ik mên de, där de tasche 
hanget, Dat is de sake, de mi hir helt.* 


— — — — — — — — ee - 
* 


8 


400 Anmerkungen II, 47—50. 


47. Babel. Bon der liegen. 


Duelle: Adstemius 16 ap. Nev. 541 De Musca, quae 
| quadrigis insidens pnlverem se incitasse dicebat. — Le Noble 
| 4, 150 De la Mouche et du Chariot. — Bgl. Waldis DI, 
| 84 Bom Pferdt ond einer Fliegen. 

Ä Anmerk.: Bers 15. Bol. Waldis IV,48 Bon Aepffeln 
| vnd dem Rofdred. 

| 

| 

| 

| 

| 

i 


48. Gabel. Vom Ael ond ver Schlangen. 


Quelle: Adstem. 17 ap. Nev. 542 De Anguilla conque- 
rente, quod magis quam serpens infestaretur. 

Bearb.: Aes. Camer. 235 Anguilla &t Anguis. — Hage— 
Dorn 2, 40 Die Natter und der Aal. — Zachariä 49 Der 
Aal, und die Schlange. — Gleimi1, 22 Die Schlange. Der 
Aal. — Florian 4, 6 La Vipere et la Sangsue. 


49. Fabel. Vom Ejel, Affen ond Maulwerff. 


Abgedr.: Wolgemutb 161. 

Quelle: Adstemius 18 ap. Nev. 542 De Asino, Simia et | 
Talpa. 

Bearb.: Aes. Camer. 235 De Asino, Simia et Talpa. — 
Desbillons 2, 30 Asinus, Simia et Talpa. — Vgl. Eyring2, 625 
Freyheit das beft man achten thut Vnd iſt Doch nit allzeit gut. 
— Hagedorn 2, 41 Der Ejel, der Affe und der Maulwurf. 
— Zachariä 85 Der Ejel, der Affe und der Maulwurf. 


50. Fabel. Don Schifleuten, welche in nöten die 
Heiligen anrieffen. 

Abgedr.: Wolgemutb 235. | 

Quelle: Adstemius 19 ap. Nev. 542 De Nautis sanctorum | 

auxilium implorantibus. 

Anmerk.: Vers ı1 ff. St. Barbara, im 3. Jahr: 
hundert von heidniſchen eltern in Nicomedien geboren, be: 
kannte fich zum Chriſtenthum, was ihren Vater jo jehr erzürnte, 
daß er fie mit eigenen Händen enthauptete. Zur Strafe für 
biejen Frevel wurde er vom Blitz erjchlagen, weshalb die heil. 
Barbara bei Gemwittern angerufen wurde. Sie wird am 4. Dez. 
gefeiert. — St. Nicolaus aus Lucien vertbeilte fein reiches 
Erbe, wurde Mönch und fpäter Bischof von Myra. Daß er 


\ — — — 


-- 
— 





—— — —— — — — —— — — 


Anmerkungen II, 51. 52. 101 


— — — — — — — — — — — —— — — — 








an ſeinem Tage, dem 6. Dez., als Kinderfreund erſcheint, iſt 
bekannt. Er iſt auch der Schutzpatron der Seefahrer. — St. 
Kilian, eigentlich Kyllena, aus Irland, wurde gegen das 
Ende des 7. Jahrhunderts der Bekehrer der Oſtfranken. Da 
er ſich den Zorn der Gemahlin des Landesherrn zugezogen 
hatte, ließ ihn dieſe meuchlings ermorden. Ob er wirklich von 
den Seefahrern angerufen wird, iſt uns nicht bekannt. Ihm 
ift der 8. Juli geweiht. — St. Adolf, Biſchof zu Osna— 
brüd, geft. 1222, wird am 17. Juni gefeiert. — St. Ele: 
mens, ein Better des Kaifers Domitian, wurde auf Befehl 
defjelben als geheimer Anhänger des Chriftenthums hingeridh- 
tet. Nach der Legende joll er mit einem um den Hals gebun: 
denen Anker ins Meer geworfen worden jein, woraus fi er: 
Härt, daß er von den Seefahrern angerufen wird. — Waldis , 
hätte aud) noch den heiligen Dominikus anführen können. Pol. 
Fiſchart, „Bon S. Dominici und ©. Francisci artlichem 
Leben”. — Bers 64 ff. Mattb. 28, 20. 


51. Fabel. Von Viſchen, die auf der Pfannen fprungen. 


Abgedr.: Wolgemuth 236. 

Duelle: Adstemius 20 ap. Nev. 542 De Piscibus e sar- 
tagine in prunas desilientibus. . 

Bearb.: Aes. Camer. 236 Pisces. — Desbillons 9, 2 

-Pisces. — Rollenbagen Dd. 7. a Die Mittelftraß ift bie 

ficherfte. 

Anmerk.: Vers 25. 26. Caribd d. h. Charybdis. Cill 
d. h. Scylla. Ueberſetzung des befannten Berjes : 

„Incidit in Scyllam qui vult evitare Charybdim.“ 


52. Fabel. Don Thiern, Vögelen vnd Pifchen. 


Abgedr.: Wolgemuth 162. 

Duelle: Adstemius 21 ap. Nev. 543 De Quadrupedibus 
societatem adversus Aves cum Piscibus ineuntibus. 

Bearb.: Aes. Cor. 222 Akwv zai Aeipls. — Aes. Fur. 
297 Atwv xai AeApis. — Dal. Abstemius 152 ap. Nev. 599 
De Cane qui societatem cum Asino adversus lupum inivit. 
— Aes. Camer. 236 Avium et Piscium foedus. — Pant. Candi- 
dus, Quadrupedes et Pisces (Del. poet. germ. 2, 134). — Des- 
billons 9, 27 Avium et Piscium foedus. — Guicciardini 91. b 
Nelle confederationi doversi guardar bene la qualitä de’ suoi 


— — —— — — — — — — — — — — 


| 


| 


102° Anmerkungen IT, 53—57. 


confederati. — Bgl. Waldis II, 59 Vom Krametuogel und 
der Schmwalben ; IV, 56 Bom Fuchß, Hafen und Luchß. 


53. Fabel. Vom kargen Legaten vnd den Spielleuten. 
Abgedr.: Wolgemuth 267. 
Quelle: Abstemius 22 ap. Nev. 543 De Legato avaro 
tubicines decipiente. 


54. Babel (I). Bon einem Kardinal ond feinem Freunde. 


Duelle: Adstemius 23 ap. Nev. 544 De Viro qui ad Car- 
dinalem nuper creatum gratulandi gratia accessit. 

Bearb.: Guicciardini 351. b L’huomo che ascende ad 
alti gradi spesso non che il prossimo che stesso non rico- 
noscere. 


54. Sabel (II, Bers 35 ff.). Albertus Magnus und 
feine Eltern. 


Duelle: Wahrſcheinlich Vita Alberti M. von Petrus de 
Prussia, die ich nicht habe auftreiben können. 

Bearb.: Abraham a St. Clara 1, 115 erzählt die 
nämlihe Geſchichte vom Papft Benebict XI. 


55. Fabel. Wie ein Juͤngling einen alten Dan beladht. 
Abgedr.: Wolgemuth 237. 
Duelle: Abdstenius 24 ap. Nev. 544 De Juvene senis cur- 
vitatem ridente. 
Anmerk.: Vers 15. 26. „Wer nicht alt wil werben, ftoß 
ven Half jung am Öalgen ab.” Fiſchart, Oargantua 25. 
apitel. 


56. Fabel. Bon einem onuorjihtigen Alten. 


Abgedr.: Wolgemuth 238. 
Quelle: Adstemius 25 ap. Nev. 544 De Sene puellam in 
uxorem accipiente. 


Bearb.: Zahariä 84 Der Greis, und bie junge Frau. 


57. Babel. Vom Adlar ond der Atzeln. 


Abgedr.: Wolgemutb 163. 
Quelle: Adstemius 26 ap. Nev. 545 De Aquila et Pica. 


— m — — — — 


— —— — — ——— —————— — ——— — ——— —— — 


u — — — — —— —— — — m — —— — — — nn 0111 


" Anmerkungen II, 58—68. - 303 


Bearb.: Aes. Camer. 237 Aquila et Pica. — Lafontaine 
12, 11 L’Aigle et la Pie; vgl. Robert 2, 344. 


58. Fabel. Vom Bawren ond einer Mauß. 


Abgedr.: Wolgemuth 164. 
Duelle: Abstemius 28 ap. Nev. 545 De Rustico et Mure. 


59. Fabel. Vom Krametuogel ond der Schwalben. 


Abgedr.: Wolgemuth 165. — Zadhariä 16. 

Quelle: Abstemius 27 ap. Nev. 545 De Turdo amicitiam 
cum Hirundine ineunte. 

Bearb.: Aes. Camer. 237 Turdus et Hirundo. — Pant. 
Candidus, Hirundo et Turdus (Del. poet. germ. 2, 166). — 
Desbillons 13, 24 Turdus et Hirundo. — Zachariä 33 Der 
Krammetsvogel, und die Schwalbe. — Guicciardini 84. b Na- 
ture intra di loro contrarie, non potere insieme convenire. 
— Bol. Waldis II, 52 Von’ Thieren, Bögeln ond Fifchen ; 
IV, 56 Bom Fuchß, Hafen und Luchß. 


60. Fabel. Bon einem Kleufener. 
Abgedr.: Wolgemutb 166. 
Quelle: Adstemius 29 ap. Nev. 546 De Heremita virgine 
aegrotante. 
Bearb.: Cornazzar o, Proverbii 9 Perche si dice: Meglio 
& tardi che non mai. — Casti, Nov. 3 L’Arcivescovo di Praga. 


61. Fabel. Bom reihen Mann ond feinem Knechte. 


Abgedr.: Wolgemuth 167. — Zachariä 18. 
Quelle: Abdstemius 30 ap. Nev. 547 De Divite quodam 
et Servo, 


62. Fabel. Bon einer Witwen, eins Manns begirig. 


Abgedr.: Wolgemutb 162. 
Duelle: Abstem. 31 ap. Nev. 547 De Vidua virum petente. 
Bearb.: Poggius G. 3. b Mulier vidua quae cupiebat 
habere virum profecta aetate. — Guicciardini 227. b L’hipo- 
cresia mal potersi ricoprire. 


63. Fabel. Bon den Stadt ond Dorffhunden. 
Abgedr.: Wolgemuth 169. 





104 Anmerkungen II, 64A— 68. 











Duelle: Abetemius 32 ap. Nev. De canibus urbanis villa- 


ticum insequentibus. 
Bearb.: Aes. Camer. 237 Rusticus Canis et Urbanus. 


64. Fabel. Vom alten Weibe ond dem Teuffel. 


Abgedr.: Wolgemuth 239. 

Quelle: Abstemius 33 ap. Nev. 548 De Anu daemonem 
accusante. 

Bearb.: Herolt, Sermones 131 (Eine Dirne will auf das 
Schloß geben, ber Teufel räth ihr ab; als fie doch hingeht und 
Ihwanger wird, jagt fie, der Teufel habe fie verführt). — 
Pauli 76 Wie der Teuffel einer Junckfrawen jre fürnemen 
widerrieth. Bgl. WaldisIll, 56 Vom Knaben ond dem gläd. 

Anmerk.: Vers 13ff. Vgl. IH, 86, 7 fi. 


65. Fabel. Bon der Schneden ond den Fröfchen. 


Abgedr.: Wolgemuth 170. 

Duelle: Adstemius 34 ap. Nev. 548 De Testudine et Ranis. 

Bearb.: Aes. Camer. 238 Testudo et Ranae. — Pant. 
Candidus, Testudo et ranae (Del. poet. germ. 2, 157). — 
Fiſchart, Ehezuchtbüchlein (bei Scheible, Kiofter 10, 453). 
— Zadhariä 55 Die Schnede, und die Fröfche. 

66. Fabel. Von der Raten vnd einer Eychen. 

Abgedr.: Wolgemuth 171. 

Duelle: Adstemius 35 ap. Nev. 549 De Glitibus quercum 
eruere volentibus. 

Bearb.: Aes.. Camer. 238 Glires et Quercus. — Pant. 
Candidus, Glires sub quercu (Del. poet. germ. 2, 157). — 
Desbillons 10, 1 Glires et Fagus. — RollenhagenRr. 4. a 
Hafelmeufe grabn den Nußbaum vmb. 


67. Fabel. Dom Hundt vnd feinem Herrn. 


Abgedr.: Wolgemuth 172. 

Quelle: Adstemius 36 ap. Nev. 549 De Cane et Hero. 

Bearb.: Aes. Camer. 239 Canis fugitivus. — Desbillons 
7, 4 Canis fugitivus et Herus. 


68. Fabel. Von Vögeln vnd Kefern. 
Abgedr.: Wolgemuth 173. 


— — — — — — — — —— — — — (m 





———— — — 
Anmerkungen II, 60 — 78. 100 
Quelle: Adstemius 37 ap. Nev. 549 De Avibus Scara- 


baeos timentibus. 
Bearb.: Aes. Camer. 239 Scarabaei et Aves. 


69. Fabel. Vom Beren ond den Bynen. 


Abgedr.: Wolgemuth 174. 

Duelle: Adstemius 38 ap. Nev. 550 De Urso et Apibus. 

Bearb.: Aes. Camer: 249 Ursus et Apes. — Desbillons 
9, 3 Sus et Apes. — Zadhariä 105 Der Bär, und die 
Bienen. 


70. Fabel. Bon einem Reuter ond feinem Pferkt. 


Abgedr.: Wolgemuth 175. 

Quelle: Adstemius 40 ap. Nev. 551 De Milite et Equo. 

Bearb.: Aes. Camer. 340 Equus novitius. — Desbillons 
14, 6 Equi duo. 


71. Sabel. Bon der Saw und einem Stamber. 


Abgedr.: Wolgemuth 176. 

Duelle: Adstemius 41 ap. Nev. 551 De Sue et Cane. 

Bearb.: Aes. Camer. 241 Canis et Sus. 
| 
| 
| 
! 


72. Fabel. Vom Knaben und einem Stiglik. 


Abgedr.: Wolgemuth 177. — Hoffmann ©. 165. 

Quelle: Adstemius 43 ap. Nev. 552 De Carduele et Puero. 

Bearb.: Aes. Camer. 242 Carduelis. — Desbillons 4, 2 
Puer et Passer fugitivus. — Rollenhagen V.7.b Des 
Stiegeliten Freyheit. — Zach ariä 14 Der Knabe, und der 
Stieglik. 


73. Fabel. Bom Weydtman ond einem Sperling. 


Abgedr.: Wolgemuth 178. | 

Quelle: Adstemius 39 ap. Nev. 550 De Aucupe et Frin- 
gilla. 

Bearb.: Aes. Cumer. 240 Auceps et Fringilla. — Pant. 
Candidus, Auceps et Fringilla (Del. poet. germ. 129). — 
Desbillons 9, 29 Auceps, vgl. 7, 13 Ardea et Pisces. — gl. 
Steinhöwel 64. b Bon dem Fartenden Wolff und Wal: 
Dis I, 4 Bon dem Hund ond ſtuͤck fleiſch. \ 


—— [nn 


— nn 


106 Anmerkangen II, 74— 80. 


74. Babel. Vom Balden vnd den Ochſſen. 

Abgedr.: Wolgemutb 179. 

Quelle: Abstemius 42 ap. Nev. 552 De Trabe boum 
pigritiam increpante. 

Bearb. : Aes. Camer. 241 Trabs et Boves. — Bgl. Wal: 
dis II. 42 Balken und Ochs. 


75. Babel. Vom Biſchoff ond einem Lotterbuben. 

Abgedr.: Zahariä 19. 

Quelle: Abstemius 44 ap. Nev. 552 De Scurra et Epis- 
copo. 


Bearb.: Pauli 300 Was ein alt Weib von dem gebt 
begehrt. — Zachariän 25 Der Bilchoff, und der Bettelbube. 


76. Babel. Bon der Wiedhopffen. 


Abgedr.: Wolgemuth 240. 
Quelle: Adstemius 45 ap. Nev. 553 De Upupa indigne 
honorata. 


Bearb.: Zaharid 69 Der Adler, und der Wiebehopf. 
77. Fabel. Vom Pfaffen ond ven Biern. 


Abgedr.: Wolgemutb 241. 
Quelle: Abstem. 46 ap. Nev. 553 De Sacerdote et Pyris. 
Bearb. : Aes. Camer. 242 Gulae deditus. — Desbillons 5, 
21 Viator et Pyra. — Zachariä 72 Der Bauer, mit den 
Birnen. 
78. Babel. Bon ver Saw ond einem Pferbt. 


Abgedr.: Wolgemuth 242. 

Duelle: Adstemius 48 ap. Nev. 554 De Porco et Equo. 

Bearb.: Aes. Camer. 243 Equus et Porcus. — Desbillons 
15, 23 Sus et Equus. 


79. Fabel. Vom Cartheufer und Landtsknecht. 


Abgedr.: Wolgemuth 243. 
Quelle: Abstemius 50ap. Nev. 555 De Heremita et Milite. 


80. Fabel. Vom Witwer und Witwen. 
Abgedr.: Wolgemutb 244. 


Dom — — — — — — — — — 





Anmerkungen II, 81 —85. 107 





Quelle: Abstemius 51 ap. Nev. 555 De Viro et Uxore bi- 
gamis. 
Bearb.: Ens, 1. c. p. 158 Secundae nuptiae raro felices. 


81. Fabel. Vom Wachß. 


Abgedr.: Zahariä 22. 

Quelle: Adstemius 54 ap. Nev. 557 De Cera duritiam 
appetente. 

Bearb.: Aes. Camer. 245 Cera. — Desbillons 5, 20 Cera 
et Later. — Lafontaine 9, 12 Le Cierge; vgl. Robert 2, 223. 


82. Fabel. Vom Efel ond Potterbuben. 
Quelle: Adstemius 56 ap. Nev. 558 De Asino et Scurra. 


83. Fabel. Dom Brunen ond feinem auffluf. 


Abgedr.: Wolgemuth 268. 

Quelle: Adstem. 57 ap. Nev. 558 De Amne suum fontem 
conviciis lacessente. 

Bearb.: Aes. Camer. 246 Amnis. — Desbillons 8, 16 
. Amnis et Fons. — Guicciardini 83. b L’ingratitudine por- 
tarne per tal volta la meritata pena. 


84. Fabel. Vom böfen Buben ond dem Teuffel. 


Quelle: Abstem. 58 ap. Nev. 558 De Viro maligno et 
Daemone. 

Bearb.: Bauli, Teufel und Dieb machen einen Palt. — 
Lucanor 12 Bon einem Manne, ben der Teufel reich und 
dann wieder arm gemacht. — Guicciardini 105. b Gli scele- 
rati straccar tal volta infino il diavolo e venirgli & noia; vgl. 
Ferd. Wolfin Wiener Jahrbb. 58, 245. 

Anmerk.: Bers 16 ff. Ueber die zerriffenen Schuhe vgl. 
Jsengrimus V. 171 (Grimm, R. F. ©. 6), wo der Fuchs Die 
Schuhe zeigt, die er auf feiner Reife zerriffen, um Arznei für 
den franfen Löwen zu fuchen. BReinardus Vulpes (ed. Mone) 
lib. ID, v. 381 sqq., wo der Fuchs die zerriffenen Schuhe nicht 
bloß lateiniſch, fondern auch ungarifch und türkisch zählt. Val. 
Grimm, R. F. ©. LX. 


85. Fabel. Bon Vögeln vnd jrem Könige. 
Abgedr.: Wolgemuth 180. 


108 Anmerkungen II, 86— 88. 


Quelle: Adstemius 59 ap. Nev. '559 De Avibus plures 
reges eligere volentibus. 
Bearb.: Aes. Camer. 247 Cornicis Consilium. — Guic- 


ciardini 237 b. Con. minor gravezza nutricarsi un Principe 


che due. — Bgl. Hom. N. 2, 204: Orx ayasov noAvxoge- 
vin, eis xoipavos fotw, Eis Baaskeuc. 


Anmerk.: Bers 25. Pol Waldis IV, 52 Fuchs und 
Igel. 


86. Fabel. Wie ein Fraw für jren Mann ſterben welt. 


Abgedr.: Wolgemuth 181. 

Duelle: Adstem. 60 ap. Nev. 559 De Muliere quae pro 
viro se mori velle dicebat. 

Bearb.: Desbillons 2, 29 Femina mortem pro marito 





appetens. 
Tod. — Guicciardini 7. b La morte dar grande spavento 
alle persone, massime alle molli e feminili. — Cab. des fees 


18, 71 La Paysanne et sa Fille. 
Anmerk.: Bers 18. Anfpielung auf den Todtentanz. — 
Bers27 ff. Vgl. Waldis II, 34, 15 u: II, 53, 25 f. 


87. Fabel. Bon einem Juͤnglinge. 


Duelle: Adstemius 61 ap. Nev. 560 De Adolescente in 
funere matris canente. 
Bearb.: Bebelius 5. b Fatui cuiusdaın facetum doctum. 
— Gast, Serm. conviv. 1, 43. — Exil. melancholiae L. 37 
Leichgeſang. 
88. Fabel. Wie ein Mann ſein Weib zu huͤten gab. 
Abgedr.: Wolgemuth 182. 
Quelle: Aödstemius 62 ap. Nev. 560 De Viro Zelotypo, 
qui uxorem dederat custodiendam. 
Bearb. : Cognatus 79 Mulierum custodia. — Bgl. Fabre 
d’ Eglantine, L Intrigue epistolaire, Acte V, Sc. 10: 
„Allons d’un certain fait me voila convainen: 
L’homme le plus adroit, eüt-il m&me vecu 
Cinquante ans renomme& pour sa haute prudence, 
D’un siecle tout entier eüt-il l’experience, 
S'il veut se mettre en töte, et s’avise, en un mot, 
De garder une femme, il ne sera qu’un sot“ 





mn — — — — — — — — — — — — — * 





— _ — — — —— — — — — — 


Anmerkungen II, 89— 91. 109 





und Lafontaine, Le Florentin, Sc. 3: 
„Mon fils, bouleverser l’ordre des elements, 
Sur les flots irrites voguer contre les vents, 
Fixer, selon ses voeux, la volage fortune, 
Arröter le soleil, aller prendre la lune, 
Tout cela se feroit beaucoup plus aisement, 
Que soustraire une femme aux yeux de son amant, 
Dussiez-vous la garder avec un soin extr&me, 
Quand elle ne veut pas se garder elle-möme. “ 


89. Fabel. Dom Kranden ond den Argten. 


Duelle: Adstemius 63 ap. Nev. 561 De viro elysteria re- 
cusante. 

Bearb.: Dach, Zeitwertreiber 138. — Exil. melancholiae 
P. 9 Patienten. 


90. Fabel. Vom Kranden Eifel. 


Duelle: Adstemius 64 ap. Nev. 561 De Asino aegrotante 
et Lupis visitantibus. — ®gl. Aes. s.!. J. 8. b De asina egra 
et lupo. ! 

Bearb.: Aes. Cor. 152 Ardovgos zei Opves (3 Fabb.). 
— Aes. Fur. 14 Ardovpos zei Ogvıdes. — Babrius 121 'Opvis 
xai alkovoos. — Vgl. Plutarch, De fraterno amore c. 19 
(ed. Wyttenb. I, 2, 332). — 4Aes. Camer. 197 Asina febri- 
citans; 247 Asinus aegrotans; 275 Gallinaceus et Vulpes. 
— Romulus 4, 15 Asellus aeger et Lupus. — Pant. Candidus, 
Vulpes.et gallus aegrotans (Del. poet. germ. 2, 149). — Bgl. 
Cognatus 84 De Vulpe aegrota et Leone (Ein Fuchs lag frank 
in feiner Höhle; der Löwe fagte: „Wenn ich dich Iede, wirft 
du gejund werden“. „Wohl ift die Zunge heilfräftig”, er: 
widerte der Fuchs, „aber ich fürchte ihre Nachbarn“ (d. h. die 
Zähne). — Le Noble 1, 86 De l’Asne malade. — Logmän 33 
Les Fouines et les Poules. — Avadänas 2, 150 Le Rat et 
le Chat. 


91. Fabel. Bon ven Nußbaum. 


| 
| Abgedr.: Wolgemuth 183. 
Quelle: Abdstemius 65 ap. Nev. 561 De Muliere et Nuce. 


| Bearb.: Aes. Camer. 248 Mulier et Nux. — Am Reim. 





110 Anmerkungen II, 92— 94. 


Jahrbuch 5, 217 wird folgendes Liebchen aus Orlando di Laſſo's 
Sex Cantiones latinae, Mon. 1573, mitgetheilt: 

„Ein Ejel und das Nußbaumholz, 

Darzu ein Weib prächtig und ftolz, 
| Kommen mit Art ganz überein: 
I Denn wo nit Schläg vorhanden fein, 
So geht der Ejel nit ein Tritt, 
| Der Nußbaum gibt fein Früchte nit, 
Das Weib will fein im Haus der Mann — 

Wohl dem, der jein Weib ziehen kann!“ 


| 92. Fabel. Bon ver Mauß ond einer Raten. 
| Abgedr.: Wolgemuth 184. 
Duelle: Abstemius 67 ap. Nev. 562 De Mure quae cum 
) Fele amicitiam contrahere volebat. 

Bearb. : Aes. Camer. 249 Mures et Felis. — Morlini Fab. 
| 14 De parvis Muribus, Gallo, Cane et Fele. — Desbillons 3, 
5 Musculus et Felis; 10, 4 Musculus, Felis et Gallus. — 
| Boner 43 Von einer miuse und ir kinden. — Rollenhagen 
| H.3.b Bröfeldiebs erfte Ausfluht. — Lichtwer 3, 17 Die 
Rehe. — Lafontaine 6, 5 Le Cochet, le Chat et le Souriceau; 
| vgl. Robert 2, 10. — Florian 2, 20 Le Chat et le Moineau. 
| — Arvadänas 2, 153 Le Chat et les Souris. 

Anmerk.: Vers 25. Matth. 7, 15. 


Ä 93. Fabel. Dom muͤden Ejel. 


| Abgedr.: Wolgemuth 185. 
| Duelle: Abstemius 66 ap. Nev. 561 De Asino laborum 
'  _ finem non inveniente. 

Bearb.: Aes. Camer. 248 Asini vota. — Desbillons 13, 
25 Asini vota. — Pfeffel2, 93 Die Wünfche des Efels. — 
Dal. Waldis J, 75 Der Eiel. - 

Anmerk.: Vers 35 ff. Vgl. Menander (ed. J. Clericus, 
Amst. 1709, p. 224): del rous yevoutvovs, uEXoıs av Cw- 
cıv, noveiv. 


94. Fabel. Vom Eſel ond feinem Herrn. 


Abgedr.: Wolgemutb 186. 
| Duelle: Adstemius 68 ap. Nev. 563 De Asino qui hero ı 
ingrato servierat. 


— — — — — — — — — 


Anmerkungen II, 95 —98. al 

Bearb.: Aes. Camer. 249 Asini lapsus. — Pant. Candi- 
dus, Herus et Asinus (Del. poet. germ. 2, 110). — Desbillons 
15, 15 Homo et Equus. — Bgl. Waldis I, 22 Bom alten 
Jaghunde. 


95. Fabel. Vom Wolff vnd dem Tharant. 


Abgedr.: Wolgemuth 187. 

Quelle: Abstemius 69 ap. Nev. 563 De Lupo suadente 
histrici, ut tela deponeret. 

Bearb.: Aes. Camer. 250 Hystrix et Lupus. — Desbillons 
2, 31 Lupus et Histrix. 


96. Fabel. Bon ver Mauf vnd vem Weihen. 


Quelle: Adstemius 70 ap. Nev. 563 De Mure liberante 
Milvium. 

Bearb.: Acs. Camer. 250 Mus et Milvius. — Pant. Can- 
didus, Mus et Milvius (Del. poet. germ. 2, 156). — Desbillons 
4, 21 Aquila et Mus. — Guicciardini 371. b La ingratitudine 
e crudeltä d’alcuni passare ogni termine. 

Anmerk.: Vers 15 ff. Val. Hesiodus, Opera et dies 
v. 346: 

DOnua xuxös yeirwv, wonEE T' ayados uly’ Oveap. 
Schiller, Wilhelm Tell, 4. Aufz., 3. Scene, Bers 123 f.: 
„Es Tann der Frömmſte nicht in Frieden bleiben, 

Wenn e8 dem böfen Nadıbar nicht gefällt. “ 


97. Fabel. Vom Yupiter und der Schneden. 


Abgedr.: Wolgemuth 246. 

Duelle: Adstemius 71 ap. Nev. 564 De Cochlea petente 
ab Jove, ut suam domum secum ferre posset. — gl. Aes. 
Cor. 105 Zeus. — Aes. Fur. 79 Zevs. 

Bearb.: Aes. Camer. 251 Testudo domigera. — Coynatus 
38 De Testudine domi parta. — Gast 1, 284 De Testudine. 
— Pant. Candidus, Jupiter et Testudo (Del. poet. germ. 2, 
105). — Fiſchart, Ehezuchtbüchlein (bei Scheible, Kloft. 


10, 454; vgl. ebd. 446 ff.) — Hagedorn 2, 37 Jupiter 


und die Schneden. 


98. Fabel. Bom Igel und ver Schlangen. 
Abgedr.: Wolgemuth 247. 


— —— . .. — — 


— — —— —— — —---- -- — — —— — — —— — — — — — 


412 Anmerkungen II, 99. 100. 


Dumm - — mn — — — — — — — —— — — nn — 


Quelle: Abstemius 72 ap. Nev. 564 De Erinaceo Viperam 
hospitem ejiciente. 

Bearb.: Aes. Camer. 251 Erinaceus et Vipera. — Des- 
billons 1, 5 Ericius et Talpa. — Bgl. Phaedr. 1, 19 Canis 
parturiens. — Romulus 1, 9 Canis parturiens. — Anon. Ner. 
491 De duobus Caniculis. — Aes. s. I. D. 4. a De duobus 
canibus. — Justinus A3, 4. — Pant. Candidus, Canis canem 
eliminans (Del. poet. germ. 2, 153). — Boner 12 Von einem 
hunde und einer breckin. — Steinhöwel 30.a Bon zweien 
Hunden. — Luther 5, 406 b Bom Hunde und Hhndin. — 
Lafontaine 2, 7 La Lice et sa Compagne; vgl. Robert 1, 115. 
— Le Noble 1, 145 Du Serpent et du Herisson. — Guicciar- 
dini 257. b Le cortesie pagarsi spesso con l’ingratitudine. 


99. Fabel. Vom Kalen vnd der Fliegen. 


Abgedr.: Wolgemutb 248. 

Quelle: Aes. s. I. F. 5. a De musca et calvo. 

Bearb.: Phaedr. 5, 3 Calvus et Musca. — Romulus 2, 
13 Calvus et Musca. — Anon. Nev. 509 De Musca et Calvo. 
— 4es. Camer. 185 Musca et Calvus. — Boner 36 Von einer 
vliegen und einem kalwen manne. — Stricker, Fliege und 
Kahlkopf bei Grimm, AW. 3, 227.— Steinböwel 39. a 
Bon dem Kalen vnd der Fliegen. — Robert 2, 467 u. 527. — 
Vgl. Pantſchatantra1, 293 u. 2, 154 Der tbörichte Freund. 
— Lafentaine8, 10 L'Ours et l'Amateur des jardins (Robert 2, 
134). — Morlini, Nov. 21 De famulo aromatarii qui domi- 
num interfecit. — Straparola 13, 4 Fortunin, voulant tuer 
une mousche, tua son maistre, de quoy, par une plaisan- 
terie, il fut absoult. (Da uns ber italienische Tert nicht zu Ge: 
bote ſteht, haben wir die franz. Ueberfeßung von Loureau und 
Larivey, Par. 1857, II, benutt.) 


100. Babel (D. Bon einem alten onfeufhen Mann. 
Abgedr.: Wolgemuth 249. 
Quelle: Adstemius 74 ap. Nev. 565 De Sene ob impo- 
tentiam libidinem carnis relinquente. 
100. Fabel (II, Bers 43 ff.). Bon einem Wucherer. 
Duelle: Wahrſcheinlich nach mündlicher Ueberlieferung. 


— — emo — — — — — — —— 


1 
\ 


— — — — oO. — — — — 


| Anmerkungen I, 1—5. 413 


Drittes Bud. 


1. Fabel. Vom Poeten vnd Bawren. 


Duelle: Abstemius 75 ap. Nev. 565 De Agricola et Poeta. 

Bearb.: Desbillons 2, 33 Vir eruditus et Trossolus. — 
Ens ]. c. p. 147 Vita solitaris. — Gellert 104 Der gütige 
Beſuch. — Zaharid 31 Der Dichter, und der Bauer. 


2. Fabel. Vom Wolff in ver Schafs haut. 


| Abgedr.: Wolgemuth 1a. 

Quelle: Abstemius 76 ap. Nev. 565 De Lupo ovis pelle 
| iInduto, qui gregem devorabet. 

i Bearb.: Aes. Camer. 252 Lupus. —  Desbillons 1, 21 
. Lupus ovilla pelle indutus et Lupus. 

| Anmerk.: Vers ı5. ©. Walpis II, 92, 23 ff. 


| 3. Fabel. Vom Stier und Wider. 


| Abgedr.: Wolgemuth 15. 

f Duelle: Adstemius 79 ap. Nev. 567 De Ariete cum Tauro 

i  pugnante. » 

| Bearb.: Aes. Camer. 253 Aries et Taurus. — Desbillons 

' 4,18 Aries et Taurus. — Miglin in Pfeiffer’s Germ. 5, 287 
Ein uppig kalb pot einem lewen kempfen an. — Vgl. Mal: 
dis III, 86 Vom Ochſſen und Wider. 


4. Fabel. Vom Vatter vnd feinem Son. 


Abgedr.: Wolgemuth 269. 
Quelle: Adstemius 77 ap. Nev. 566 De Patre filium ad 
virtutem frustra hortante. 


Abgedr.: Wolgemuth 270. 

Quelle: Adstemius 78 ap. Nev. 566 De Cane oves domini 
sui occidente, a quo suspensus est. 

Bearb.: Aes. Camer. 252 Canis et Pastor. — Pant. Can- 
didus, Pastor et Canis (Del. poet. germ. 2, 123). — Des- 
billons 2, 34 Canis infidelis et Pastor. — Dal. Aes. Cor. 272 


| 
! 
| 
| 
| 5. Fabel. Vom vntremen Hunde. 
| 
| 
| Hotunv zai Kiwv. — Aes. Fur. 318 Mosunv zei Köwrv. 


Deutjcbe Bibliote . V 


’ 
4 


114 Anmerkungen III, 6—11. 





6. Fabel. Bon einer Witwen ond einem grünen Efel. 


Abgedr.: Wolgemuth 271. 

Duelle: Abdstemius 80 ap. Nev. 567 De Vidua et Asino 
viridi. 

Bearb.: Desdillons 2, 36 Asellus viridis. — Hagedorn 
2, 198 Der grüne Ejel. — Gellert 116 Der grüne Efel. — 
®gl. Boner 53 Von einem beschinten Esel. 


7. Babel. Vom Adler und Küniglin. 


Abgedr.: Wolgemuth 16. 

Duelle: Abstemius 81 ap. Nev. 568 De Aquila filios cu- 
niculi rapiente. 

Bearb.: Aes. Camer. 253 Aquila et Cuniculus. — Bl. 
Waldis J, 59 Adler ond Fuchs. 


8. Fabel. Don einem Hedht. 


Abgedr.: Wolgemuth 188. 

Quelle: Adstemius 82 ap. Nev. 568 De Lupo pisce flu- 
vio maris regnum appetente. 

Bearb.: Aes. Camer. 254 Lupus piscis. — Desbillons 2, 
35.Lucius late regnandi cupidus. — Zadhariä 10 Der 
Hecht, und der Hay. 

Anmerk.: Bers 23. Dvid. Auch dieſe Stelle ift mir un: 
befannt. 


9. Fabel. Vom Schaf ond feinen Hirten. 
Quelle: Abstemius 83 ap. Nev. 569 De Ove pastori con- 
viciante. 
10. Fabel. Dom Fuhrman ond feinem Wagen. 


Abgedr.: Scholl 2, 41. 

Duelle: Abstemius 84 ap. Nev. 569 De Auriga et Rota 
currus stridente. 

Bearb.: Babrius 51 Bondarns zei auaka. 


11. Fabel. Vom reihen Mann ond feinen Freunden. 


Abgedr.: Wolgemuth 189. . 
Quelle: Abstemius 85 ap. Nev. 569 De Viro amicos ex- 
periri volente. — Vgl. Alfonsus cap. 2. — GeftaRoman. 


nn Anmerkungen II, 12—15. 115 


129 Bon der Prüfung einer wahren Freundfchaft. — Aes. 
Camer. 380 Pater et Filius. — Aes. s. l. P. 2. b Hortatio Ia 
ad sapientiam et veram amicitiam ex Adelfonso. — Stein: 
bömwel 91. a Die Erft Adelfonfi manet die menfchen zu weiß: 


beit ond rechter fruͤndtſchafft. Rucanor 37 Was einem - 


Bauer mit feinem Sohne begegnete, welcher fich rühmte, viele 
Freunde zu befien. — Melanges de litt. orient. 1, 78 Allegorie 
sur l’amitie. — Laßberg 1, 551 Bon den Freunden. — 
Guicciardini 372. b Quando siene rari i veri amici. — Bgl. 
Dunlop 291 u. Liebrecht zu demfelben 491. 


12. Fabel. Vom Fuchß ond Hafen. 
Abgedr.: Zahariä 24. 
Quelle: Adstemius 86 ap. Nev. 570 De Vulpe carnem 
leperis cani laudante. 
Bearb.: Guicciardini 263. b I fraudolenti e malitiosi 
pregiar altrui & suo danno e & lor profitto. 


13. Babel. Vom Jupiter, Hafen vnd Fuchß. 


Abgedr.: Wolgemuth 191. 

Duelle: Abstemius 87 ap. Nev. 570 De Lepore callidi- 
tatem et Vulpe celeritatem a Jove petentibus. 

Bearb.: Aes. Camer. 255 Vulpes et Lepus. — Pant. Can- 
didus, Vulpes et lepus (Del. poet. germ. 2, 149). — Guic- 
ciardini 402. b Iddio non ornare creatura alcuna di tutte le 
gratie. 


14. Babel. Bon einem vngeſchlachten ‘Pferdt. 


Duelle: Adstemius 88 ap. Nev. 570 De Equo inculto, sed 
veloci, et caeteris eum irridentibus. — Bgl. das orientalifche 
Märchen, wo Einer fi auf Pferde, Evelfteine u. |. w. vet: 
. fteht. — Vgl. den Eraklius von Meister Otte (Kurz, fit.: 
Geſch. I, 409). 


15. Fabel. Dom Bawren ond feinen Ochfien. 


Abgedr.: Wolgemuth 193. 

Quelle: Abstemius 89 ap. Nev. 571 De Rustico per vocem 
hoedi ad Jurisconsultum admisso. ® ' 

Bearb.: Gast, Serm. conv. 1,245 De Rustico. — Boner 
95 Von zwein die mit gäben wolten gesigen. — Dad 114 


pe 


-- - - mm 
/ — — 


116 Anmerkungen III, 16— 18. 





| 
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| 
| Zuriften und Advokaten. — Guiceiardini 13. b Esempio per 
ottener audienza ed expeditione degli Avvocati. 


16. Fabel. Vom Jüngling vnd einem Wolff. 


Abgedr.: Wolgemuth 194. 
Quelle: Adstemius 90 De Adolescente ex coitu infirmo, 
et Lupo ap. Nev. 571. 
Bearb.: Adolfus Fab. 8 bei Leyser 2022. — Bebelius 68. 
a De rusticis et lupo. — Gast, Serm. conv. 1, 246 De Rusti- 
eis et lupo. — Hanse Sachs LI, 4, 30 Faſtnachtsſp., Der 
Bawrenknecht wil zwo frawen han. — Kirchhoff 73. b Br: 
theil ober einen gefangenen Wolff. — Fabliau du Vallet aux 
douze fames bei Meon 3, 148. — Erzpriefter von Hita. ©. 
| Wolfin Wiener Jahrbb. 58, 226. 


17. Fabel. Bom alten Mann vnd Iüngling. 


Quelle: Adstemius 91 ap. Nev. 572 De sene juvenem 
poma sibi surripientem saxis deiiciente. 
| Bearb.: es. Camer. 255 Senex et Adolescens. — Hans 
Sachs II, 3, 130 Faſtnachtsſp., Das boͤß Weib mit den 
Worten, Wuͤrhen vnd Steinen gut zu machen. 
Anmerk.: Bers 39. Herodias. S. Matth. 14, 3.6. — 
label. ©. 1. Könige 16, 31; Offenb. 2, 20. 


18. Fabel. Von der Nachtigal ond dem Sperber. 


Abgedr.: Wolgemutb 195. 
Quelle: Adstemius 92 ap. Nev. 573 De Luscinia cantum 
accipitri pro vita pollicente. 


Bearb.: Phaedr. App. 19 Luscinia, Accipiter et Auceps. | 


— Romulus 3,5 Luscinia, Accipiter et Auceps. — Anon. Nerv. 
519 De Aceipitre et Philomena. — Aes. s. I. G. 8 De Philo- 
mena et accipitre. — Aes. Camer. 189 Accipiter et Luscinia ; 
256 Luscinia et Accipiter. — Vinc. Bell., Sp. doctr. 3, 114; 


Sp. hist. 2, 6 Contra insidiosos. — Pant. Candidus, Aceipiter 
et Luscinia canens (Del. poet. germ. 2, 167). — Desbillons 
9, 31 Aceipiter et Luscinia. — Boner 54 Von einer nahtegal 


und einem sperwer. — Steinhoͤwel 44. b Bon der Nadıt: 
gallen vnd Habihd. — Rollenhagen T. 7. b Der Adler 
wil der Nachtigaln Kinder würgen. — Vgl. Haupt 7, 331 Der 


N 


um nn 4 —·— —— m 7 7 — — — —e — — > 


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— nn [Un -- — — — — [un — —— 


Anmerkungen IH, 19 —2 2. 47 


Vogel und der Sperwer und Abrabam a St. Clara, 
Huy u. |. w. 449. 
Anmerk.: Bers 28. Pfalm 7, 16.17. 58, 11.107, 42. 


19. Fabel. Vom Loͤwen ond der Saw. 


Duelle: Abstemius 93 ap. Nev. 573 De Leone Porcum 


sibi socium eligente. — Bol. Maßmann zur Kaiſerchron. 3, 
808, der folgende Stellen anführt: M. S. G(erlach), Eutrapel. 
libb. I (Lüb. 1647) ©. 109: „Die Schweine find einander 
getreuer als die Menſchen. Wenn eins noth leidet, fo ſchreihen 
und lauffen fie alle zu. Wenn iegund ein gantes Land um 
Hülffe und Zuſprung fchreibet, find die Nachbar alle taub.“ — 
Hugo v. Trimberg, Renner, 3092 ff.: 

„Pfaffen und münche solten sin 

gehülfen einander als diu swin.“ 


20. Babel. Bon der Miüden ond einer Bynen. 
Abgedr.: Wolgemuth 196. 


Duelle: Adstemius 94 ap. Nev. 573 De Culice cibum et- 


hospitium ab Ape petente. 
Bearb.: Aes. Camer. 257 Culex et Apes. — Vgl. Wal: 
dis I, 84 Ameife und Heufchrede. 


21. Fabel. Vom Eſel ond Hafen. 


Abgedr.: Wolgemutbh 197. 

Duelle: Abstemius 95 ap. Nev. 574 De Asino tubicine et 
Lepore tabellario. 

Bearb.: Aes. Camer. 257 Leo, Asinus, Lepus. — Pant. 
Candidus,, Leo, Asinus, Lepus (Del. poet. germ. 2, 135). — 
Desbillons 6, 13 Leo Bellum parans. — Zadhariä 132 Der 
Efel, und der Haſe. — Lafontaine 5, 19 Le Lion s’en allant 
en guerre; vgl. Rubert 1, 315. 


22. Fabel. Bon den Sperbern vnd Tauben. 


Quelle: Abstemius 96 ap. Nev. 574 De Accipitribus inter 
se inimicis, quos columbae pacaverant. 

Bearb.: Anon. Nev. p. 502 De Acecipitre et Columbis. 
— Romulus 2, 2 Columbae et Milvys. — Aes. (Camer. 257 
Accipitrum Pax. — Pant. Candidus, Accipitrum Pax (Del. 
poet. germ. 2. 168). — Desbillons 7, 17 Milvi et Columbae. 


— — —— — — — — — — — — — — — — — — — 


— — — — — — — — —— ——— — — — — — — — — —— — — — — — —— — — — — — 5 


. Dom — om ln mon — — — — 


118 Anmerkungen III, 23 — 26. 


— Lafontaine 7, 8 Les Vautours et les Pigeons ; vgl. Robert 
2, 81. — Bgl. Phaedr. 1, 31 Milvus et Columba. 


23. Fabel. Von einer jungen Frawen. 


Abgedr.: Wolgemuth 250. 
Quelle: Adstemius 97 ap. Nev. 575 De muliere ignem in 
mariti domum ferente. 


24. Fabel. Bon einem Landtpfleger. 


Quelle: Abstemius 98 ap. Nev. 575 De Praetore repetun- 
darum damnato. — gl. Babrius 34 Tleis &oIio» oniayyva. 


25. Fabel. Dom alten Mann ond tem Tott. 


Abgedr.: Wolgemuth 198. 

Quelle: Abstemius 99 ap. Nev. 575 De Sene mortem 
differre volente. 

Bearb.: Aes. Camer. 375 De mortis nuntiis. — Desbillons 
7, 23 Senex et Mors. — Pauli 233 Bon dem tobt, wie er 
eim drey botten jchidet. — Kirchhoff 477. a Bon des Todts 
Botten. — Zachariä 18 Der Bräutigam, und der Tod. — 
Grimm KM. Nr. 177 Die Boten des Todes, vgl. Ebd. 3, 
249 u. Grimm DM. 807. — Lafontaine 8, 1 La Mort et le 
Mourant ; vgl. Robert 2, 115. — Guicciardini 226.b La morte 
non solo non pardonare à creatura alcuna, ma adhora ad- 
monirne in piu modi della ventura sua. 


26. Yabel. Bom Geitzigen ond feinem Geltjad. 


Abgedr.: Wolgemutb 199. 

Quelle: Abstemius 100 ap. Nev. 576 De Viro avaro sac- 
culum nummorum alloquente. — Eyring 2, 179 Ein Spa= 
rer wil ein zerer ban. — Tuti-Nameh, Geſchichte von den 
vier habjüchtigen Reifegefährten. 

Anmerk.: Bers 19. S. Johannes von Monteuille Ritter 
(überj. v. Otto von Demeringen. Straßb. 1484 Fol.) 4. Buch, 
Cap. 12: „Vnd genfit des lands Tigent zwü infeln; ein beifjet 
frille, die ander agritte. Diefelben injeln ond das lant, das 
barumb Iyt, die fint voller berge, die gold ond filber hant, vnd 
Icheiden fi) Das gros möre vnd das rot moͤr da von einander. 
Vnd ſynd Die goldberg da zu lant alle behätet mit groſſen 
ameiffen, die da zu land als gros ſynd, als die hunde bye zü 


Anmerkungen III, 27. 419 \ | 


! 
| 
lande. Vnd die behüttend das gold fo wole, das fein menfh | 
da zü fommen mag, Denn mit liften. Die jelben ameiffen han 
die art, wan ein menſch zü in fomt, den faffent fy fo vet, das 
ſy zü famen lauffen vnd tobent, vnd erwürgent ben menfchen. 
Aber die luͤt hant den lift, dz in das gold würt. Sy nemen - | 
ein pferd, das ein füldin hat, und in dem zyt des jares, foes | 
allerheifjeft ift, fo legen jy dem pferd zwen wute koͤrb vff ben | 
rugken, vnd fomen mit bem pferd ond mit dem fuͤlhe an dz | 
wafler, das vor den golbbergen hinflüffet, and tryben dann 
das pferd durch dz wafler an die waid, vnd beiybent dann, fg | 
vnd das fuͤlchen hiegenfit des waſſer, vnd verbergen fi, das 
die omeyſſen fye nit jehen. Vnd fo foment dann Die oumeiffen 
vnd friechent vff Das pferd ond in die koͤrb off vnd abe, als die | 
oumeiffen thunt. Vnd alſo tragent ſy des goldes vil an jn, 
vnd das gehangt dann in den -ferben. Bnd fo die leut fehen: | 
das fein onmeifjen vſſz den koͤrben friechen, fo tbünt fy dem | 
fülhen etwas zu leide, Das es fchreien müſſz. So die müter | 
ir fülhen hört fchreien, fo Taufft fy Durch das wafler zü dem 
fülhen, im zebelffende, vnd bringt Die förbe. Darinn finden ſy Ä 
gold, wann die oumeifjen grabent gar tieff in den berg nad | 
ir art.” | 
| 
| 
| 
| 
| 
| 
| 
| 


27. Fabel. Vom Fuchß vnd Steinbod. 


Abgedr.: Wolgemuth 200. 

Quelle: Ags. s. !.M. 3. b De vulpe et hirco, vgl. Aes. 
Cor. 4 Alwnn: zul Todyos (2 Fabb.). — Aes. Fur. 4 Alw- 
n£ zei Toayos. — Aes. Camer. 74 Vulpes et Hircus. 

Bearb.: Phaedr. A, 9 Vulpes et Hircus. — Alfonsus 24 
(mo mebrere Fabeln verihmolzen find, vgl. zu Waldis J. 
86). — Grimm, Lat. Ged. des MA. 340 Sacerdos et Lupus. 
— Desbillons 3, 10 Vulpis et Caper. — Steinhöwel75.b 
Die 3te Fabel Rimitii von dem Fuchs und dem Bod. — 
Eyring 1, 14 Alle ding zu bedenden, ehe fie geſchehen; 1, 
417 Den Stall zu machen, wenn die Kuh heraus tft. — Hage— 
born 2, 25 Der Fuchs und der Bod. — Vgl. Reinhart V. 
831 ff. — Reineke 5775 ff. — Göthe 40, 195. — Renart 7383 
C’est de Prestre Martin et du Lou Ysengrin (wo der Wolf 
in die Grube flürzt und über den Rüden des Pfaffen hinauf: 
fteigt). — Meon 3, 38 Fabliau, De la bourse pleine de Sens. 
— Lafontaine 3, 5 Le Renard et le Bouc; vgl. Robert 1, 185. J 


— — — —— —— nn — —·— ._ - — — — — — — — 
. 


120 Anmerkungen III, 28 - 30. 


— Vgl. Waldis IV, 8 Wolf und Fuchs nebſt Nachweiſun⸗ 
gen. — Ueber die Mor al vgl. Boner 100 Von einem künige 
und einem scherer. — Bantidhatantra 1,320f. u. 2, 183 
Was ein einziger Spruch werth if. — Hagen G. A. 2, 219 
Von den ledigen wiben. — Grimm KM. 3, 392. — Gefta 
Rom. 103 Wie man Alles mit Eintradyt und Vorſicht voll- 
bringen müffe. — Bierzig Veziere, Geſchichte von einem 
Sultan, einem Soft und einem Wundarzt, und barliber 
Schmidt, zu Alfonsus 141 syqq. — Bezüglich der Moral vgl. 
den Spruch: Quidquis agis, prudenter agus et respice finem. 


28. Fabel. Bon etlihen Hanen vnd einer Spree. 


Duelle: Unbekannt. Offenbar hat Waldis, was wir in 
ber Einleitung zu bemerken vergeffen, nod) eine uns unbefannte 
Ueberſetzung der Aeſopiſchen Fabeln gehabt, in welcher ſich die 
vorliegende, jo wie noch eine Anzahl von den folgenden vor: 
fanden. 

Bearb.: Aes. Cor. 10 Adsxrovovss zul TMepdıt. — Aes. 
Fur. 16 Aktzrovovss zei IlEpdıE. — Aes. Camer. 78 Gallinae 
et Perdix. — Pant. Candıdus, Gallinae et Perdix (Del. poet. 
germ. 2, 164). — Lafontaine 10, 8 La Perdrix et les Cogs; 
vgl. Robert 2, 262. 


29. Fabel. Bon einem rhumretigen Menſchen. 
Quelle: Unbekannt. 


Bearb.: Aes. Cor. 14 Kounasıns. — Aes. Camer. 80 
Gloriator. 


30. Fabel. Bom Apollo vnd einen Buben. 

Abgedr.: Zahariä 25. 

Quelle: Unbefannt. Wahrſcheinlich Brant. 

Bearb.: Aes. Cor. 16 Kazongeyumv (2 Fabb.). — 
es. Camer. 8 De Apollinis sensatore — Coynatus 115 De 
maligno quodam Delphicum oraculum fallere volente. — 
Brant bei Steinhbömel 123. b Das Gott nichts werbor: 
gen jey. — Abraham a St. Clara 2, 235. — Hage— 
Dorn 2, 9 Das Delphifche Drafel und der Gottlofe. — Lafon- 
taine 4, 19 L’Oracle et l'Impie; vgl. Robert 1, 293. 





— — — — - — — 
Anmeckenge III, 31-35. | 121 


31. Fabel. Vom Pferdt vnd Eſel. 


Bol. Waldis I, 52 Pferd vnd Eſel nebſt den Nachwei⸗ 
ſungen. 


32. Fabel. Von einer Frawen ond einer Hennen. 


| 
Abgedr.: Wolgemuüth 252. | 
Quelle: Unbekannt. I 
Bearb.: Aes. Cor. 24 Tuvnm xai’Ogvıs (1 aus Syntipas). | 
— Aes. Fur. 47 Tvvn zai Opvıs. — Aes. Camer. 86 Mulier 
et Gallina. — Desbillons 3, 11 Mulier et Gallina. — Pauli 
52 Bon einem bawren ber viertig ayer inn einer hennen fücht. 
— Logmän 12 La Femme et la Poule. 


33. Kabel. Dom Dann, den ein Hundt gebifjen. 


Quelle: Unbelannt. 

Bearb.: Aes. Cor. 25 Kuvödnzros u. "dvdpes dvo zei 
Kvw»v (aus Syntipas). — Aes. Fur. 55 Kuvodnxtos. — Aes. 
Camer. 87 Vulneratus a Cane. — Phaedr. 2,3 Homo et Canis. 
— Leſſing 2, 20 Der Mann und ber Hund. — Guicciardini 
295. b Alcun non voler ad alcun patto render ben per male. 

Anmerk.: Vers 18. ©. II, 94, 19 ff. 


| 
| 
34. Tabel. Von dem Biber. 


Quelle: , Unbefannt. Wahricheinlicd aus Brant. 

Bearb.: Aes. Cor. 33 Kaotwe. — Aes. Fur. 226 Kaorwe. 
— 4es. Camer. 91 Fiber. — Phaedr. App. 29 Fiber. — Pant. 
Candidus, Fiber (Del. poet. germ. 2, 158). — Brant bei 
Steinhämel 169. b Bon des Bibers verftandt. 

Anmerk.: Vers 10. Das Märchen, daß fich der Biber 
die Geilen jelbft abbeiffe, fcheint zuerft bei Aelian, Hist. anim. 
VI, 34 und Solinus, Polyhistor. Cap. 23 vorzukommen. Bal. 
Plinius, Hist. nat. 32, 13. — Bers 15 f. vgl. II, 86, 27 f. 
u. II, 33, 25 f. 


35. Fabel, Vom Meerfchwein ond dem Sälen. 


Abgedr.: Wolgemutbh 272. 
Duelle: Unbefannt. Wahrſcheinlich aus Brant. 
Bearb.: Aes. Cor. 30 Bürvvos xui IE. giv. — es. Fur. J 


— — — —— — — —— — — — — — — — — — — 


422 Ä Anmerkungen III, 36. 37. 
85 Burvos xai delpiv. — Aes. Camer. 89 Thunnus et Del- 
phinus. 

Anmer?.: Bers 17 ff. vgl. III, 55, 15 ff. 


36. Tabel. Bon einem Warfager. 


Abgedr.: Wolgemutbh 293. 

Quelle: Unbelannt. 

Bearb.: Aes. Cor. 40 Mavrıs; 166 ‘AorgoiAoyos. — Aes. 
Fur. 19.’Auro6Aoyos. — Aes. Camer. 95 Divinator. — Cogna- 
tus 55 De quodam Astrologo ; 59 De quodam; 83 Astrologus 
et Anus. — Melander No. 467 De Thalete astrologo et anu 
quodam rustica. — Th. Morus , In astrologum uxoris impu- 
dicae maritum. — Desbillons 8, 3 Divinus. — Brant bei 
Steinhdwel 135. a Bon eim Warjager dem auch fein gut 
geftolen ward. — Dach, Zeitwertreiber 294.295 (4 Geſchicht⸗ 
hen). — Exil. melanch. Wahrjager (wie bei Sadi). — Abra— 
ham a St. Clara, dw u. ſ. w. ©. 16. (Endwig XI 
wollte auf die Jagd reiten; fein Aftrolog prophezeiht ihm gutes 
Wetter, ein Kohlenbrenner dagegen Sturm, weil fein Ejel die 
Ohren hängen laſſe und fih an Zäunen und Mauern reibe. 
Seine Brophezeihung trifft ein. Dieje Anekdote wird auch nod) 
fonft erzählt.) — Lafontaine 2, 10 L’Astrologue qui se laisse 
tomber dans un puits; vgl. Robert 1, 137. — Guicciardini 
67. a I professi del futuro ignorar quasi sempre il presente. 
— Sadi 132 (Ein Aftrolog weiß nicht, daß Einer bei feiner 
Frau ift). — Vgl. Xenophon, Symposion c. 4, $ 5: ’Enei xai 
05 uavreıs Akyovreı Onnov aAkoıs iv NO0RYopEÜLr To 
u£ilov, edvrois de un nooogg» 10 Enıov. (Opp. ed. Thieme 
4, 448.) 


37. Babel. Vom Voͤgler ond einer Drofceln. 


Abgedr.: Wolgemutb 274. 

Duelle: Unbekannt, wahrſcheinlich Brant. 

Bearb.: Aes. Cor. 46 Ogrı$o9ngas zai Kopvdakös. — 
Aes. Fur. 146 Opwısdonnpus zei Kopvdaköos. — Aes. Camer. 
99 Auceps et Cassita. — Exil. melanch. V. 170 Bogelfteller. 
— Guicciardini 308. b La curiosita di sapere e di provere 
cid che non ci s’appartiene precipitare taltor la calamitä e 
miseria. 


— un — — — — — — 


Anmerkungen III, 38— 40. 423 


38. Babel. Vom Boten ond einer Tafchen. 


Abgedr.: Wolgemuth 275. 

Duelle: Unbekannt, wahrſcheinlich Brant. 

Bearb.: Aes. Cor. 47 Odonooos. — Aes. Fur. 156 
‘Odonögos zai "Eouns. — Aes. Camer. 100 Viator. — Pant. 
Candıdus, Viator vovens (Del. poet. germ. 2, 129). — Cogna- 
tus 49 De Anu multibiba (Ein altes Weib, das gern der Flafche 
zufprad), wurde krank; fie gelobte dem Jupiter, wenn fie wieder 
gejund würde, hundert Sonnen, d. h. Jahre lang, nur Waſſer 
zu trinfen. Als fie gejund geworden, nahm fie ein Sieb, 
ſchaute hindurch, und da fie Durch deſſen Löcher mehr als hun: 
dert Sonnen ſah, glaubte fie, ihr Gelübde erfüllt zu haben.) — 
Brant bei Steinböwel 135.b Bon einem ber ein Walfart 
tbet, ond gab Got die fhalen. — Vgl. Waldis III, 51, 2. 
35 ff. zweite Erzählung nebſt Nachweifung. 


39. Babel. Vom vngezohen Kindt ond feiner Mutter. 
Abgedr.: Wolgemuth 276. 


Duelle: ? Aes. s. !. N. 1. a Remicii Fab. 14 De fure et 


eius matre. 

Bearb.: Aes. Cor. 48 Mais zai Myrno. — Aes. Camer. 
100 Puer et Mater. — Laßberg 2, 589 Kinder fol man 
ziehen. — Gefta Roman. 2, 186 Es war in einer Stadt 
u. |. w. — Steinböwel 79. a Die 14te Fabel Rimitij vom 


ftellenden Kind ond feiner Mutter. — Eyb 119. b (aus Boe- 


thius) Bon väÄttern, müttern ond kindern. — Eyringi, 94 
An Heinen leplin lernen die Hund Leder frefien; 2, 157 Ein 
pferd ohn zaum, ein Jung ohn ruth, Die theten nimmer fein 
gut; 3, 39 Je lieber Kind, je gröffer Aut; 3, 406 Wenn man 
den Wolff mit Namen nennt, So köümpt er bald doher gerennt. 
— Bgl. Der König von Deli im Roman des sept Sages, ber: 
aueg von Keller, S. CLVII. 
nmerk.: Vers 588. Sprüche Salom. 13, 24. 


40. Fabel. Vom Juͤngling vnd einem Loͤwen. 


Quelle: Unbekannt, wahrſcheinlich Brant. 

Bearb.: Aes. Cor. 246 Ieis zai Merno. — Brant bei 
Steinhömwel 138. b Bon einem Vatter dem treumet wie 
fein Son von einem Löwen getsdtet ward. — Vgl. Ibrahim 





) 


124 Anmerkangen III, 41—44. 





im Roman des sept Sages, berausg. v. Keller, S. CLV. 
— Bol. Die erfüllte Weiffaguug, Ebd. 
nmerk.: Vers 46. Lucas 21, 18. 


41. Fabel. Vom Fuchß one Schwank. 


Abgedr.: Wolgemuth 201. 

Quelle: Unbekannt. 

Bearb.: Aes. Cor. 7 ’Adubnexes. — Aes. Fur. 6 "AlwnnE 
xoAovpos. — Aes. Camer. 76 Vulpeculae. — Desdillons 4, 17 
Vulpis sine cauda. — Konrad ron Würzburg bei Hagen MS. 
2, 322 u. Kurz, Lit.-Geſch. 1, 127. — Hagedorn 2, 41 
Der Fuchs ohne Schwanz. — Lafontaine 5,5 Le Renard ayant 
la queue coup&e; vgl. Robert 1, 313. 

Anmerk.: Bers 33. Waldis I, 23 Bon. zjweyen 
Viſchern vnd Mercurio. 


42. Fabel. Vom Fuchß vnd dem Dornbuſch. 


Quelle: ? Aes. s. 1. M. 4. a Rimicii Fabula V De vulpe 
et rubo. 

Bearb.: Aes. Cor. 9 Aluank xai Baros. — Aes. Fur. 8 
AlunnE zei Baros. — Aes. Camer. 77 Vulpes et Sentes. — 
Desbillons 5, 11 Vulpis et Rubus. — Steinhoͤwel 76.a 
Die 5te Fabel Rimitij von dem Fuchs vnd Brumberftauden. — 
Le Noble 1, 241 Du Renard et du Buisson. 


43. Tabel. Vom Fuchß ond dem Luchß. 


Quelle: Unbelamnt. 
Bearb.: Hagedorn 2, 190 Der Wolf und der Fuchs. 
— Bol. Waldis IV, 34 Bom Wolff und Fuck. 


44. Fabel. Vom Fuchß ond dem Jäger. 


Quelle: ? Aes. s. 2. J. 5. a De lupo et bubulco. 

Bearb.: Aes. Cor. 127 AAwrnE zai Apvorouos (3 Fabb.). 
— 4es. Fur. 10 ’AAuinnE zei Agvorouos. — Babrius 50 ’AAw- 
inE xai dpvorouos. — Aes. Camer. 140 Vulpes et Lignator. 
— Phaedr. App. 23 Lupus, Pastor et Venator. — Phacdr. 
Fab. now. 27 Lepus et Bubulcus. — Romulus 4, 3 Lupus, 
Pastor et Venator. — Gast 1, 312 De Vulpe et Rustico. — 
Pant. Candidus. Lignator et Vulpes (Del. poet. germ. 2, 113). 
— Laßberg 3, 609 Der Wolf und der Bauer. — Grimm R. 


| 


— — — — — — — 





12 | 


— — — — — — — — — — — — — — — — — 


F. 328 Der wolf und der gebüre; 348 Der wolf und der 
ohsenaere. — Brantbei Steinhdwel 151. b Bon einem 
Fuchs, der ſich in die fprücheren verbarg, do er von den Hun: 
ren geiagt was. — Hans Sachs I, A, 984 Ein jeder fehe 
für fih ond verberge fich hinter feinen ſchmeichler. — Exil. 
melanch. F. 9 Falſchheit. Abrabam a St. Clara 3, 
287. — Bantihatantra 1, 210. 


45. Vabel. Vom hoͤltzen Abgott. 


Abgedr.: Wolgemuth 277. 

Quelle: ? Aes. s. I. M. 4. b Remicii Fab. VI De homine 
et deo liqueo (sic pro ligneo). 

Bearb.: Aes. Corai 128 "Avdownos xaras$paVoas 
dyakur (2 Fabb.). — Aes. Fur. 21 Avdownos zaradoav- 
cas ayukua. — Babrius 119 Ayaiua 'Eouov. — Aes. 
Camer. 141 Homo etStatua. — Desbillons 4, 24 Deus Ligneus. 
— Hagen G. A. 2, 525, V.65f. — Steinhoͤwel 76. b 
Die ste Fabel Rimitij von einem Man vnd einem bild. — 
Schnabel, Der deutiche Hans (bei Bülow, Novellenbud 
2, 5). — Lafontaine 4, 8 L’Homme et l’Idole de Bois; vgl. 
Robert 1, 245. — Le Noble 2, 1 De l’Idole brizee. — Baſile 
1, 4 (wo e8 Rofinen und Feigen regnet). — Pantſchatan— 
tra 1,476 ff. u. 2, 321 Die beiden Mörder. — Hitopa= 
deſa 138 Vom Barbier und dem Bettler; vgl. Lancereau 236. 
— Zuti:NRameh 2, 244 Geſchichte von dem Barbier, ber 
dem Kaufmann nahahmte. — Taufend und EineNadt 
479 Bd. 11, 102. — Tauſend und Ein Tag 3, 64 ff. 
Geſchichte Kailums des Blödfinnigen. 

Anmerk.: Bers 20. WaldisLL, 91 Dom Nußbaum. 


46. Fabel. Wie ein Hundt ward zu Gaft geladen. 


Abgedr.: Wolgemuth 278. 

Duelle: Unbefannt. 

Bearb.: Aes. Cor. 129 "Av$ownos zai Kuwv. — Aes. 
Fur. 22 Kvw» Eorıwusvos. — Babrius 42 Kiwv zei Ma- 
yepos. — Aes. Camer. 141 Canis et Cocus. — Desbillons 9, 
25 Canis domesticus et Canis externus. — Renner 740 Ein 
mere von einem hunde. — Rollenhagen M.5. a Der 


Hund hat einen Braten gekaufft. — Pantfhatantra 1, | 


126 \ Anmerkungen II, 47 —50. 


u u 3J 


88. — Cabinet des fees 178, 5 La Vieille et le Chat maigre. 
— Logmän 39 Les deux Chieus. 


47. Fabel. Bon einem Mann ond dem Aolar. 


Duelle: Unbekannt. 
Bearb.: Aes. Cor. 147 4erös zai AvIownos. 


48. Fabel. Vom alten Weingartner. 


Abgedr.: Wolgemuth 202. 

Quelle: Aes. s. 1. N.2.b Remicii Fab. XVII De agricul- 
tore. 

Bearb.: Aes. Cor. 22 Tewoyös xai Hæidic curaũ (2 
Fabb.). — Aes. Fur. 33 Tewgyös zai Ilaides avrov. — Aes. 
Camer. 85 Rusticus et filii illius. -— Desbillons 5, 7 Ager, in 
quo Thesaurus. — Steinhömwel 80. a Die 17te Fabel Ri: 
mitij von einem Bawman. — Kirchhoff 169. a Was arbeit 
nüße. — Exil. melanch. X. 64 Astrologus. — Lafontaine 5, 
9 Le Laboureur et ses Enfants; vgl. Robert 1, 324. 

Anmerk.: Bers 23 ff Bol. ben von Xenophon, Memo- 
rabilia Socratis, lib. Il, c. 20 (ed. Thieme 4, 73) angeflihrten 
Bers des Epiharmus: \ 

— Tur nöovov 
HoAovoıw nulv navra tayaya Gkoı. 
und Hesiod, Opera et dies V. 287—292. 


49. Babel. Vom Pfeiffer, ber Viſchen gieng. 


Quelle: ? Aes. s. I. M. 4. b Remicii Fab. VII De pisca- 
tore quodam. 

Bearb.: Aes. Cor. 130 “Akısis (3 Fabb., ı aus Herod. 
lib. I). — Aes. Fur. 34 “Akısus. — Babrius 9 Akusis auiwr. 
— Aes. Camer. 142 Piscator. — Cognatus 34 De Tibicine fru- 
stra pisces cantilenis invitante. — Pant. Candidus, Piscator 
cum Tibia (Del. poet. germ. 2, 126). — Steinhöwel 76. b 
Die Tte Fabel Rimitij von einem Fiſcher. — Lafontaine 10, 11 
Les Poissons et le Berger qui joue de la flüte; vgl. Robert 


2, 268. 
50. Babel. Don zweien Vifchern. 


Abgedr.: Wolgemuth 279. 
Duelle: Unbelannt. 


— — — — — — — — 


Anmerkungen III, 51. 52. 4 


mern »- 


Bearb.: Aes. Cor. 17 “Akısis. — Aes. Fur. 35 Alusis. — 
Aes. Camer. 82 Piscatores. — Pant. Candıdus, Piscatores et 
Thunnus (Del. poet. germ. 2, 125). — Desbillons 5, 12 Pis- 
cator et Thunnus. 

Anmerk.: Vers 19. 1. Sam. 9, 3 ff. 


51. Fabel (TD). Dom armen kranden Mann. 


Abgedr.: Wolgemuth 280. 

Duelle: Unbelannt. 

Bearb.: Aes. Cor. 18 Devat. — Aes. Camer. 83 Frau- 
dulentus. — Lafontaine 9, 13 Jupiter et le Passager; vgl. 
Robert 2, 224. 


51. Fabel (II, V. 35 ff.). Der Schiffer und fein 
Geluͤbde im Sturm. 


Quelle: Bebelius 35. b De rustico S. Nicolaum invo- 
cante. 

Bearb.: Aes. Cor. 15 Aduvara Inayypsiousvos. — Aes. 
Camer. 81 Votum quod solvi non possit. — Poggius G. 3. b 
De quodam qui vovit candelam virgini Mariae, cf. idid. Face- 


tum item de alio qui fecit votum sancto Ciriaco. — Herolt, 
Prompt. Lit. V, Ex. 41. — Pant. Candidus, Navigans vovet 
(Del. poet. germ. 2, 131). — Pauli 267 Wie einer eim 


grofie fert verhieß; 268 Von einem der ki ond falb verhieß. 
— Fliegende Blätter Bd. 28, Nr. 653. — Leffing, 
Habb. u. Erzählt. : Morydon. — Guicciardini 373. b Alcuni 
per ottenere il loco desiderio promettere assai per non otte- 
ner nulla. — Bgl. das italienische Sprichwort : Fatto il voto, 
gabbato lo Santo. Diejes von Malespini angeführte Sprid): 
wort findet fich in ber Raccoltä di proverbi toscani di Gius. 
Giusti (Firenze, 1853) nicht, dagegen führt er ein ähnliches 
Neapolitaniiches an: „Avuta la grazia, gabbato lo santo.“ 
nmerk.: Bers 41. S. Anm. oben zu I, 50, 11. 


52. Fabel. Bon dreien Vifchern. 


Abgedr.: Wolgemuth 281. 

Quelle: Unbekannt. 

Bearb.: Aes. Cor. 13 Adısis. — Aes. Fur. 28 Akıtis. — 
Aes. Camer. 80 Piscatores. — Pant. Candidus, Piscatores 


— — — — — — — — 


— — — —— — —n — — — —— — — — — 


| 428 Anmerkungen I II, 53—56. 


saxum trahentes (Del. poet. germ. 2, 126). — Desbillons 3, 
10 Saxum piscatoriis retibus captum. 


53. Fabel. Vom alten Mann, der den Todt fordert. 


Abgedr.: Wolgemuth 282. 

Duelle: Unbelannt. 

Bearb.: Aes. Cor. 20 Tiowr zei Bavaros (4 Fabb., 1 
aus Syntipas). — Aes. Fur. 50 Tepw»r xzai Oavaros. — Aes. 
Camer. 84 De Sene et Morte. — Desbillons 2, 10 Mors et 
Rusticus. — Gleim 2, 8 Der Greis. Der Tod. — Meon, 
Nouv. Rec. 2, 236 Du vilain asnier ou du vilain qui deuint 
riche et puis povre. — Le Grand 5, 138 Merlin. — Lafon- 
taine 1, 16 La Mort et le Bücheron; 1, 15 La Mort et le 
Malheureux; vgl. Robert 1, 72 u. 4, 70.— Guicciardini 335. 
b I mortali benche vecchi e calamitosi, per ogni modo esser 
vaghi di vivere. — Logmän 14 L’Homme et la Mort. — Cab. 
des fees 18, 71 La paysanne et sa fille. 

Anmerk.: Bers25 ff. Vgl. II, 86 ff. u. I, 34, 15 ff. 


54. Tabel. Bon einer Frawen vnd dem Arte. 


Duelle: Unbekannt. 

Bearb.: Aes. Cor. 21 Tpavs xai Iaroos (2Gabb.). — Aes. 
Fur. 46 Toavs zei ’Iarpos. — Cognatus 107 De Anu lippiente 
et Medico. — Kirchhoff 107. a Bon einem Wuͤrtzkraͤmer, 
der ein Doctor ſeyn wolte. 


55. Fabel. Bon zweyen Feinden. 


Quelle: Unbekannt. 

Bearb.: Aes. Cor. 27 Exoöο. — Aes. Fur. 58 'Eyooi. 
— Aes. Camer. 88 Inimici. — Pant. Candidus, Inimici (Del. 
poet. germ. 2, 129). — Avadänas 1, 207 L’Homme aveugle 
par le desir de la vengeance. — ®gl. Abstemius 141 De Lupo 
in fossam lapto et Vulpe irridente, ap. Nev. 595. 

Anmerk.: Vers 18 ff. Vgl. III, 35, 17 ff. 


56. Tabel. Vom Knaben vnd dem Gluͤck. 
Duelle: Unbekannt. 
Bearb.: Aes. Cor. 252 Oldonögos zei Töyn (2 Fabb.). 
— Aes. Fur. 62 Meis xei Toxn. — Babrius 49 ’Eoyarns 
zei Tuyn. — Desbillons 3, 6 Puer et Fortuna. — Lafontaine 





Anmerkungen III, 57— 60. 429 





— — —— an — — — —— — — 





B, 11 La Fortune et le jeune Enfant; vgl. Robert 1, 331. — 
Guicciardini 2, b Non ogni disgrazia d sciagura doversi attri- 
buere alla Fortuna. — Bgl. Waldis II, 64 Bom alten Weibe 
vnd dem Teufel. 

Anmerk.: Vers 7 ff. VBgl. I, 64, 13 ff. 


57. Babel. Don Meufen ond der Hagen. 


Quelle: ? Aes. s. I. M. 5. a Remicii Fab. VII De muri- 
bus et catis. 

Bearb.: Aes. Cor. 28 "AıAovgos xal Muss. — Aes. Fur. 
67 "Aıhovpos zei Muss. — Aes. Camer. 89 Feles et Mures; 
225 Mustela. — Phaedr. 3, 2 De Mustela et Muribus. — 
Romulus 4, 2 De Mustela et Muribus. — Desbillons 4, 18 Mu- 
stela et Mures. — Steinhoͤwel 77. a Die Ste Fabel Rimi: 
tij von den Meüfen ond der Katen. — RollenbagenR. 3. 
b Murner betreugt die Meuſe mit feinem todtligen. — Lafon- 
taine 3, 18 Le Chat et le vieux Rat; vgl. Robert 1, 216. — 
Bol. Waldis J, 67 Bom alten Wyſel und den Mehfen. 

Anmerk.: Bers 23. Dal. II, 12, 72 ff. 


58. Fabel. Bom Affen ond Fuchß. 


Abgedr.: Wolgemutb 17. 

Duelle: Unbelannt. | 

Bearb.: Aes. Cor. 29 "AAwrunE xai Mi$nxos. — Aes. Fur. 
69 ’Aiwnn& xai Tine. — Lafontaine 6, 6 Le Renard, le 
Singe et les Animaux; vgl. Robert 2, 14. 

Anmerk.: Bers 23 f. Iſt die eine fprichwörtliche 
Rebensart? 


59. Fabel. Vom Schmidt vnd feinem Hunbt. 


Abgedr.: Wolgemuth 283. 

Duelle: Unbefamt. 

Bearb.: Aes. Cor. 284 Xaixevs zei Kvwr (2 Fabb.). — 
Aes. Fur. 82 Xaixsus xai Kuvagıov. — Logmän 29 Le For- 
geron et le Chien. 


60. Fabel. Bon einem Maul. 


Abgedr.: Wolgemuth 284. — Zahariä 26. 
Duelle: ? Aes. s. I. Fabb. extrav. I De mulo, vulpe et 
lupo. 


 Deutfge vibliochet . IT 


ee u OH — 


s 


—— 


— 


— — — — — — 


— — — — — — nenn mn 


130 Anmerkungen m, 61. 62. 


Bearb.: Aes. Cor. 140 ‘Huiovos (4 Febbe, 1 aus Plu- 
tarch). — Aes. Fur. 83 Huiovos. — Babrius 62 |Hulovos. — 
Aes. Camer. 147 Mulus; 259 De Mula. — Pilutarch, Septem 
sapientum convivium c. 4 (ed. Wyttenb. I, 2, 98). — Renner 
1518 ff. Wie der lewe kunk wart und ein bispel von dem 
maule uf halb edel leute. — Fridank 141, 1 Swer den mül 
wil vrägen Von sinen hoehsten mägen, So nent er & den 
oehein Denn vater oder vriunde dehein. — Grimm R. F. 423 
Mulus, Vulpes et Lupus, vgl. Ebd. CCLXII. — Stein= 
böwel 57. b Bon dem Maul, Fuchs und Wolf. — Pauli 
149 Bon einem maulefel, der fich feines vatters oberhüb. — 
Agricola (1548) 153. a — Hans Sachs M, 4, 70 Bon 
dem Mawl, Fuchs und Wolff. — Abraham a St. Clara 
A, 275. — Pfeffel 2, 88 Das Pferd und das Maulthier. — 
Lafontaine 6, 7 Le Mulet se vantant de sa genealogie; vgl. 
Robert 2, 16 u. 1, XCV. 


61. Fabel. Vom Dieb ond der Somnen. 


Abgedr.: Wolgemuth 285. 
Quelle: ? Aes. s. J. D. 3. a De fure malo et sole. 


Bearb.: Aes. Cor. 350 Baroayoı zal“Hicos (2 Fabb.). 
— Babrius 24 Tauoı “Hilov. — Aes. Camer. 158 De Ranis 
et Sole. — Phaedr. 1, 6 Ranae ad Solem. — Romulus 1, 7 
Ranae ad Solem. — Boner 10 Von einem diebe der kam zuo 
der & — Steinhöwel 29. b Vom dieb vnd der Sonnen. — 
Luther 3, 406. a Bom Diebe. — Eyring 1, 157 Aus trü: 
ben Miftlachen ihöpfft man nicht lauter. — Abrabam a 
St. Clara 2, 173. — Derf., Huy u. ſ. w. © 6 — 
Lafontaine 6, 12 Le Soleil et les Grenouilles; vgl. Robert 
2, 27. 


62. Fabel. Bon einem Arkt. 


Abgedr.: Wolgemuth 286. 

Duelle: Unbelannt. 

DBearb.: Aes. Cor. 31 ’Iarpgos xai Noawv. — Aes. Fur- 
224 "Iaroos xai Noowv. — Aes. Camer. 91 Medicus et Aegro. 
tus. — Pant. Candidus, Medicus de Aegroto mortuo (Del. 
poet. germ. 2, 111). — Bgl. Waldis J, 72 Bom Kranden 
ond dem Arkt. 





Anmerkungen u, 6 ss 6. 131 





63. Fabel. Vom Hundt vnd Wolffe. 
Abgedr.: Wolgemutb 18. 
Quelle: Unbelannt. 

Bearb.: Aecs. Cor. 35 Klar xci Auxo; 
Köay xai Abxos. — Aes. Camer. 92 Ca 
Zadariä 127 Der Hund, vnd der Wolf. — Lafontaine 9, 10 
Le Loup et le Chien maigre; vgl. Robert 2, 219. 


64. Fabel. Bom Löwen vnd Ochſſen. 


Adgedr.: Wolgemuth 203. 

Duelle: Unbetannt. 

Bearb.: Aes. Cor. 227 Alwv xai Taüpos (2 Fabb.). — 
4es. Fur. 92 Aduv xai Taugos. — Babrius 97 Alu xai 
Tadgos. — Zahariä 136 Der Löwe, und ber Stier. — 
Logmän 5 Le Lion et le Taureau. 








65. Fabel. Bom Löwen und dem Bawren. 


Abgedr.: Wolgemutb 204. 

Buche: Unbetannt. 

Bearb.: Aes. Cor. 221 Alar zei Tewpyös (5 Fabb.). — 
Aes. Fur. 110 Aluv zei Tewgyds. — Babrius 98 Akuv urn- 
arje.— Diodorus Siculus 19, 25 (ed. Bipont. 8, 250). — 
Aphthon. 1 Midas d zoü nugStvov xal tod Akovros, jdoruv 
anore&nwv. — Aes. Cnmer. 363 Leo procus; 244 Leo et Mus. 
— Cognatus 108 De Leone adamante puellam. — Desbillons 
3, 16 Leo Filiam Rustiei amans. — Abraham a St. 
Elara 2, 159. — Lafontaine 4, 1 Le Lion amoureux; vgl. 
‚Robert 1, 219. 


66. Fabel. Bon einer Loͤwin und dem Fuchß. 


Abgedr.: Wolgemuth 207. — Zahariä 27. N 

Duelle: Unbetannt. i 

Searb.: Aes. Cor. 215 Alaıa zei Aacinnt. — Aes. Fur. 
106 Alava xai’AAumnt. — Cognatus 96 Vulpes et Leaena. | 

Desbillons 4, Sus et Leaena. — Hans Sachs Lä, | 
979 Fabel mit der Loͤwin vnd jhren Jun— Br — Leffing, i 
Bon dem Wefen ber Fabel. — Bieifel 7, 10 Die Lewin 
und bas wilde Schwein. — Logmän 11 Le Lidvre et la 
Lionne. 











—* 





* 


— — — — — — — — — — — — — — — — 


4832 Anmerkungen III, 67 —70. 


| 67. Fabel. Bon zweien Hanen. 


Abgedr.: Wolgemuth 208. 
Quelle: Abstemius ap. Nev. 602 De Gallis interse pug- 
nantibus. 
Bearb.: Aes. Cor. 145 Aàcxrootcç (4 Fabb., 1 aus Syn- 
| tipas). — Babrius 5 Aksxtogioxor. — Aphthon. 12 Musos ö 
| rwv aAtxıouovwrv, usrgidleıv napatvov Ev Lois EUTUYnUuR- 
oıv. — Aes. Camer. 149 Galli gallinacei. — Pant. Candidus, 
Galli gallinacei (Del. poet. germ. 2, 163). — Desbillons 9, 
23 u. 9, 24 Gallus et Vultur. — Abrabama St. Klara 
Huy und Pfuy ©. 466. — Lafontaine 7, 13 Les deux Coqs; 
vgl. Robert 2, 97. — Logmän 35 Les deux Cogs. 


68. Fabel. Vom Rehekalb ond feinem Vatter. 


| Abgedr.: Wolgemuth 209. 

| Duelle: ? Aes. s. I. K. 1. a De hirco majore et tribus 

| minoribus, 

| Bearb.: Aes. Cor. 56 Neßgös; 297 "Eiepos xei Marne. 
ı  — 4es. Fur. 120 Neßoös xai ’Eiayos; 208 Eingpos zai Mr- 
| m. — Aphthon. 17 Mü9os 0 rov EAayov vovdErsiv Napcı- 
Ä vor rov zei noafkaı duvausvor. — Romulus A, 16 De Hirco 
| majore et tribus minoribus. — Aes. Camer. 104 Hinnulus. — 

Desbillons 2, 2 Cervus et Hinnulus. — Hagedorn 2, 188 

Der Hirſch und der &ber. — Leffing 2, 26 Hirſch und Fuchs. 


| 
| 69. Fabel. Bon Yupiter und einer Bynen. 
Abgedr.: Bolgemuth 269. 
Quelle: ? Aes. s. . M. 8. b Remicii Fab. 12 De ape et 
10Vv®. 
| Bearb.: Aes. Cor. 240 Meiıconı za Zevs (2 Fabb.). 
— Aes. Fur. 114 Mälıooa xai Zeus. — Aes. Camer. 205 
;i  Apicula et Jupiter. — Pant. Candidus, Jupiter et apicula 
| (Del. poet. germ. 2, 106). — Desbillons 8, 11 Apis et Jupi- 
ter. — Steinhäwel 78. b Die 12te Fabel Rimitij von der 
Bienen und dem Gott Aupiter. — Rollenbagen Gg. 6. a 
Bienen bitten vmb einen Scorpionftadel, vgl. Rr. 3. b. 


| 70. Fabel. Bon einer Fliegen. 
| Abgedr.: Wolgemutb 288. 


— — 


Bearb.: Aes. Cor. 243 Mu; 89 Muia. — Aes. Fur. 
117 Move. — Babrius 60 Mus neowv Ev yurog. — Aes. 
Camer. 121 Muscae. — Desbillons 3, 34 Musca. — Le Noble 
2, 11 De la Mouche et de la Marmite. — Pantſchatan— 
tra 1, 585. — Cabinet des fees 18, 88 Le Derviche et les 
Mouches. 


71. Fabel. Bon jungen Gefellen und einer Schwalben. | 


Abgedr.: Wolgemuth 289. 

Duelle: Unbekannt. 

Bearb.: Aes. Cor. 248 N£os zai XeAıdav. — Aes. Fur. 
123 Neos dowros zei XeAudev. — Pant. Candidus, Juvenis 
et hirundo (Del. poet. germ. 2, 110). 


72. Fabel. Bon einem Holthawer. 


Abgedr.: Wolgemuth 290. 

Quelle: ? Aes. s. I. M.6.b Rimicii Fab. 13 De lignatore 
quodam. 

Bearb.: Aes. Cor. 44 ZuAevöusvos xai Eouns (2%abb.). 
— Aes. Fur. 127 BvAsvöuevos xai 'Eouns. — Aes. Camer. 
97 Lignator et Mercurius. — Cognatus 70 De Lignario et 
Mercurio. — Desbillons 1, 20 Agricolae et Mercurius. — 
Steinhöwel 78. b Die 13te Fabel Rimitij von einem Holtz⸗ 
bader. — Agricola Nr. 188 Es gerett nicht allemege. — 
Eyring 2, 486 Es gereth nit allmegen; 3, 34 Hoffnung vmb 
gelt fauffen. — Rabelais, Prol. du liv. IV, der ein ganzes 
grofjes Märchen daraus gebildet hat. — Lafontaine 8, 1 Le 
Bücheron et Mercure; vgl. Robert 1, 304. — Le Noble 2, 25 
Du Bücheron et de Mercure. — Bgl. Gried. Spridw. 
Ovx alı norauos akıyas gp£oeı. Vid. Leutsch 2, 197, 68. — 
Soph. Alax v. 132 f.: 

Tovs de awugpoovas 
Geoi Yılovaı zei Orvyovoı ToUS KUXovs. 


73. Babel. Dom Fuchß ond einem Birnbaum. 


Quelle: ? Aes. s. 1. I. 4. b De vulpe et uva. 

Bearb.: Aes. Cor. 156 4AAwrn& zei Borevs (2 Yabb.). 
— Aes. Fur. 1770 ’AlummE xal Börpves. — Babrius 19 Borovs 
xab aAwııne. — Aes. Camer. 157 De Vulpe et Uva. — Phaedr. 


Anmerkungen II, 71—7 | 
Duelle: Unbekannt. 
| 








u 133 Anmerkungen II, 74. 75. 


4, 3 Vulpis et Uva. — Romulus 4, 1 Vulpis et Uva. — Adste- 
mius ap. Nev. 595 De Lupo oves invadere volente, sed impe- 
dito. — Vinc. Bell. Sp. doctr. 3, 123; Sp. hist. 2, 7 Contra 
iactantiam. — Cognatus 40 De Vulpe quodam. Die Stelle, 
welhe Benfey im Pantichatantra nad) Leſſing anführt, lau⸗ 
tet: „Vulpes asini testiculos manducandi cupida, illos tum 
demum abominari coepit, posteaquam sperare desiit. O foe- 
dum, inquit, cibum; nunquam esse potuissem!“ Chen fo 
heißt es bei Bebelius 10.a De contemptu poetices: „Subjunxit 
alter eandem vulpem olim ad multa milia passuum asinum 
secutum esse; eo quod testiculos eius, qui casuris similes 
videbantur, sperarat; et cum tandem spe sua frustratam se 
videret, dixisse: O quam nigri sunt et foetidi; ego nunquam 
illos esse potuissem. * — Stricker bei Haupt 7, 364 Der Fuchs 
und die Traube. — Steinhoͤwel 50. b Bon dem Fuchs 
ond den Trauben. — Eyring 1,461 Der Fuchs mag bie 
Birn nit. (Sollte die Fabel des Waldis die Beranlaffung zu 
dem Sprichwort gewefen jein? oder ift es älter? und hat Wal: 
dis ebendeshalb Birnen an die Stelle der Trauben gefeßt?) — 
Leſſing 2, 21 Die Traube. — Lafontaine 3, 11 Le Renard 
et les Raisins; vgl. Robert 1, 199. — Le Noble 2, 44 Du 
Renard et des Raisins. — Renart 24625—81.— Pantſcha— 
tantra 1, 323 u. 2, 194 Die Hoden des GStiers. 

Anmerk.: Vers 10 ff. Wie Waldis Birnen an die Stelle 
der Trauben gejett bat, jo bat ber Renart Maulbeeren und 
ein Brovenzalifcher Dichter Kirfchen. S. Grimm R. F. CXXXIV. 


74. Fabel. Bon einem Knaben vnd dem Scorpion. 


Abgedr.: Wolgemuth 337 (340). 

Duelle: Unbelannt. 

Bearb.: Aes. Cor. 263 Tlais axpidas Inpsvwr xai Zxog- 
nios (3 Yabb.). — Aes. Fur. 158 Mais xal Zxoonios. — 
Aes. Camer. 154 De Puero et Scorpio. — Romulus 4, 14 Puer 
et Scorpius. — Logmän 26 L’Enfant. 


75. Babel. Vom Weydtman ond einer Wachteln. 


Quelle: Unbefannt. 

Bearb.: Aes. Cor. 164 ArIownos xai IlkodıE (2 Fabb., 
1aus Syntipas). — Aes. Fur. 162 Ileodı£ xai Kuyny£ıns. — 
Desbillons 8, 9 Perdix et Auceps. ' 


— — — — — — — nm — 


— u oo — — nn — — — ne m —— — ·— 


Anmerkungen 1, 76—80. 135 


— — — — — —— — — . — nn nn — — — —— * — · — — — 


76. Fabel. Vom Haſen ond der Schnecken. 
Abgedr.: Wolgemuth 205. — Eyring 3, 154 Lang— 
ſam hat bald Feyerabent. 
Quelle: Unbekannt. 
Bearb.: Aes. Cor. 287 Xeiuivn xaè Aaywös (3 gabb. ). 


— Aes. Fur. 173 XeAwvn zai Aaywos. — Cognatus 14 De 
Limace cum lepore de cursu certante. — Melander No. 492 
De leone et asino. — Desbillons 5, 33 Lepus et Testudo. — 


vgl. 3, 377 Nr. 8 u. Haupt 10, 398 Fuchs und Krebs. — 
Fiſch art, Ehezuchtbuͤchlein (bei Sch eible, Klofter 10, 450). 
— Lafontaine 6, 10 Le Lievre et la Fortune; vgl. Robert 2, 
23. — Cornazano, Proverbii in facetie, 8. Perche si dice: 
Tu potresti ben essere corritore, mai non hai gia la vista. — 
Logmän 20 La Tortue et le Lievre. 


77. Babel. Bon der Weiden ond einer Art. 


Duelle: Unbelannt. 
Bol. Waldis J, 39 Dom Walde ond einem Bawren. 


78. Fabel. Bon zweien Bäumen. 


Duelle: Unbefannt. 

Bearb.: Aes. Cor. 50 Poiè xai MnAta. — Aes. Fur. 
176 “Posa, MnAle xai Büros. — Aes. Camer. 103 Malus et 
Pirus. — Pant. Candidus, Malus, pirus et rubus (Del. poet. 
germ. 2, 175). 

Anmerk.: Vers 34 ff. S. Ejopus Leben von Planu: 
Des, bei Steinhöwel Bl. 20. a ff. 


79. Fabel. Bon zweien Dlaulwerffen. 
Abgedr.: Wolgemuth 292. 
Duelle: Unbelannt. 
Bearb.: Aes. Cor. 51 Aanadak. — Aes. Fur. 177 Znc- 
dat xai Mitne. — Aes. Camer. 102 Talpa. — Pant. Candi- 
dus, Talpa (Del. poet. germ. 2, 158). 


80. Fabel. Bon der Welpen und Wachteln. 


Abgedr.: Wolgemuth 293 (294). — gadariä 28 
Duelle: Unbefannt. 


Grimm, KM. Nr. 187 u. 3, 255 f. Der Hafe und ber Egel, 
| 
| 
| 





136 Anmerkungen III, 81 — 83, 


Bearb.: Aes. Cor. 52 Zypnxes zei Tlipdızss zei Tewe- 
'  yos. — Aes. Fur. 178 Zopnxes, Tleodixes, zai Tewoyos. — 
Aes. Camer. 102 Vespae et Perdices. 


81. Fabel. Yom Jupiter und der Schlangen. 


Abgedr.: Wolgemuth 294 (296). 
Duelle: Unbelannt. 
Bearb.: Aes. Cor. 189 Zevs zai ’Ogpıs. — des. Fur. 184 
Zeus xei 'Ogpıs. — Desbillons 15, 21 Jupiter, Columba et 
Anguis. — Hagedorn 2,188 Die Natter. — Bgl. Leſſing 
2, 23 Das Schaf. 


82. Fabel. Bon einem Floch. 


Abgedr.: Wolgemuth 295 (297). 

Quelle: ? Aes. s. I. N. 1. b Remicii Fab. 15 De pulice. 
Bearb.: Aes. Cor. 292 Bulie xai”Avdownos. — Aes. 

Fur. 196 "Avdgwnos xai Doiika. — Aes. Camer. 205 Pulex 

captus. — Desbillons 11, 8 Pulex et Homo. — Steinhoͤwel 

79. b Die 15te Fabel Rimitij von einem Man ond einer Floch. 


83. Fabel. Vom Mann ond zweien Frawen. 


Abgedr.: Wolgemutb 296 (298). 

Quelle: ? Aes. s. I. N. 2. a Remicii Fab. 16 De viro et 
duabus uxoribus. . 

Bearb. : Aes. Cor. 162 Avno usoondAos zei Ereipas 
(2 $abb.). — Aes. Fur. 199 Avmo ueoonoAuos zei Eraipaı. 
— Babrius 22 Avno ueoonolus zei dvo lowura. — 
Phaedr. 2, 2 Anus diligens virum mediae aetatis, item Puella. 
— Aes. Camer. 159 De Sene et Concubinis illius. — Pant. 
Candidus, Senex et duae concubinae (Del. poet. germ. 2, 
109). — Steinhoͤwel 80. a Die 16te Fab. Rimitij von 
einem Man vnd zweien Weiberen. — Hans Sads I, A, 
214 Wo die Glatzenden Männer ihren vriprung haben. — 
Lafontaine 1, 17 L’Homme entre deux &ges et ses deux Mai- 
tresses; gl. Robert 1, 73. — Le Noble 2, 154 Du Mari et de 
| ses deux Femmes. — Bantfhatantra 1, 602. — Cabinet 
ı des fees 18, 139 L’Homme et ses deux Femmes. — Aradänas 
| 2, 138 Le mari qui fait epiler sa barbe. 


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— — —— — — — — —— — — — — — — ö— — — — — — — 
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! Anmerkungen III, 84 — 86. 137 


. 
— — — — — —— — — 


84. Fabel. Vom Pferdt ond einer Fliegen. 


Abgedr.: Wolgemuth 297 (299). 
Quelle:? Aes. s. 1. G. 1. a De musca et mula, vgl. ibid. 
K. 1. b De pulice et camelo. 


| 
| 
Bearb.: Aes. Cor. 213 Kuvan) xai Bovs (4 Fabb., 1 





aus Syntipas). — Aes. Fur. 294 Kuvwiı xai Bovus. — Babrius 
84 Kuvwy xai ravpos. — Aes. Camer. 186 C'rabro et Mula; 
154 De Culice et Tauro; 383 De Musca et Plaustro fru- 
menti. — Phaedr. 3, 6 Musca et Mula. — Romulus 2, 17 
Musca et Mula. — Anon. Ner. 513 De Mula et Musca. — 
Desbillons 5, 17 Culex et Taurus. — Boner 40 Von einer 
miüle und einem bremen. — Steinhöwel 40. a Bon ber 
Fliegen und dem Maul. — Ebend. 50. b Bon dem Floh 
ond Kameltbier. — Zachariä 80 Die Mücke und der Stier. 
— Pfeffel6, 151 Der Hirſch und die Fliege. — Marie de 
France, Du Chameau et de la Puce, bei Ze Grand 4, 347. — 
Lafontaine 1, 9 Le Coche et la Mouche; vgl. Robert 2, 85. 
— Logmän 13 Le Moucheron et le Taureau. — Bgl. Wal: 
Dis II, 47 Bon der Fliegen. 


85. Fabel. Bon dem Hornuͤſch vnd einer Bynen. 


Abgedr.: Wolgemuth 298 (300). 

Duelle: Unbekannt. 

Bearb.: Florian 3, 16 La Gu£pe et P’Abeille. 

Anmerk.: Vers 33. Soroftrates oder vielmehr Hero: 
ftratus verbrannte im Jahre 356 v. Chr. in der Nacht, da 
Aleranber der Groſſe geboren wurde, den prachtvollen Tempel 
der Diana zu Ephefus, um feinen Namen auf die Nachwelt zu 
bringen. Er büßte feine That mit dem martervolliten Tod 
und e8 wurde Jeder mit dem Tode bedroht, der feinen Namen 
auh nur ausſprach. Allein gerade durch diefe Verordnung 
wurde fein Name ber Gefchichte aufbewahrt. 


86. Fabel. Vom Ochſſen vnd einem Wider. 


Quelle: Unbekannt. 

Bgl. Waldis II, 3 Vom Stier und Wider. | 

Anmerk.: Bers4s. Ovid. Ich habe Die von Waldis 
bier angeführte Stelle nicht auffinden können. | 


338 


Anmerkungen III, 87. 88. 





87. Fabel. Bon einen Hauptman ond feinem Caplan. 


Abgedr.: Wolgemutb 206. 

Duelle: Unbekannt; wahrjcheinlich aus miündlicher Ueber: 
Yieferung ober eigenem Erlebniß. 

Anmerk.: Vers 9. Schorb. Diefes Geflecht fommt 
bei Leu, Allg. Helvet. Lericon, als ein fchweizerifches nicht 
vor. — Vers 42. Nobis Haus, d.h. Hölle. S. Grimm, 
D. M. 766 u. 954. Fiſchart im Eulenfpiegel 277: „Daß 
er nicht ftürb fo ongebeicht Vnd führ in Nobis hauß vielleicht.“ 
Gemwöhnlicher heißt e8 Nobis frug ©. die Stelle aus 
Fiſchart zu IV, 77, 116 f. — „Im Nobis Krug, da man 
die Aepffel an den Fenitern brät.“ Dach, Zeitvertr. 244. 


88. Fabel (I). Bom lügenhafften Juͤngling. 
Abgedr.: Zachariä 30. 
Quelle: ? Aes s. I. Extrav. Fab. XVII De milite, vulpe 
et armigero. 
Bearb.: Steinhöwel, Bon einem ritter, feinem knecht 
und dem Fuchs. — Hans Sachs V, 3, 114 Der verlogen 


Knecht mit dem groffen Fuchs. — Dad 161 Rotomundaten 


oder Aufffchneidereyen. — Abraham a. St. Clara, Hw 
und Pfuy S. 174 u. 406 (Einer lügt von Bienen, die jo groß 
jeien ale Schafe; S. 191 ein Anderer von einem Fuchje, der 
jo groß fei als ein Ochſe, nimmt e8 aber zurüd, als er von 
einem Fluſſe hört, in welchem jeder Lügner ertrinfe). — ©el: 
fert 157 Der Bauer und fein Sohn. — Vgl. Robert 1, CI. 


88. Tabel (II, Vers 63). Der lügnerifche Erelnann 
vnd fein Knecht. 


Quelle: Unbekannt. Ich erinnere mich zwar, die Anek— 
dote öfters, wenn auch etwas anders geſtaltet, geleſen zu haben, 
doch habe ich die Quelle leider nicht aufgezeichnet, oder es iſt 
meine Notiz verloren gegangen. Ein Luͤgner gibt ſeinem Be— 
dienten den Auftrag, ihn auf den Fuß zu treten, wenn er zu 
ſehr übertreibe. Einſt erzählte er, er habe eine Kirche geſehen, 
die zwei Meilen lang geweſen ſei. Als ihm nun der Bediente 
das erwähnte Zeichen gab, fügte er ſchnell hinzu: „Aber ſie 
war nur zwei Schuh breit“. 


— — — — — — —— 


E 3 


Anmerkangen III, 89— 92. 139 


89. Fabel. Bon einem Hunde. 

Abgedr.: Wolgemuth 210. 

Duelle: ? Bauli 370 Ein hundt trüg fleifch heim. 

Bearb.: Lafontaine 8, 7 Le Chien qui porte à son cou 
le dine de son Maitre ; vgl. Robert 2, 128. 

Anmerk.: In meiner Jugend wurde mir in Nürnberg bie 
Geſchichte als dort gefchehen erzählt. In Robert 1, CXIV wirb 
eine ähnliche Gejchichte eines treuen Hundes aus ber franzd- 
fiſchen Revolutiongzeit mitgetheilt. 


90. Fabel. Von dreien Mönchen. 


Abgedr.: Wadernagel2, 45. 
Quelle: Unbekannt: wahrfcheinlich aus mündlicher Ueber: 
Tieferung oͤder eigenem Erlebnif. 


91. Fabel. Dom Wolffe vnd Fuck. 


Abgedr.: Wolgemuth 19. — Eyring (mit unbebeu: 
tenden Veränderungen) 3, 135 Keinem weſcher fol man ver: 
trawen, Auff feines Luͤgners wort was bamen. 

Quelle: Aes. s. I. K. 8. b Extravag. Fab. IX De vulpe 
et lupo, piscatore et leone. 

Bearb.: Aes. Camer. 373 De Lupo auspicante. — 
Steinhäwel 63. a Bon dem Fuchs, Wolff und Loͤwen. — 
Grimm, R. F. 425 Vulpes, Lupus et Leo. — Reinardus ed. 
Mone, Lib. I, V. 531 ff.; vgl. Grimm, R. F. CXXI — 
Reinhart 717 ff. (Grimm 51 f.); vgl. Grimm, Sendschr. an 
Lachmann S. 36 ff. V. 727 ff. — Reinecke IV, 1 Wo Yse- 
grim de wolf echt klaget over Reinken den vos. — Göthe 
AO, 191. — Renart ed. M&on 2, 1 Si coume Renart conchia 
Brun li Ours du miel V. 9649 sv. ; 2, 145 C’est la bataille de 
Renart et d’Ysengrin V. 13465 sv. ; 2, 212 C’est de l’Ours et 
de Renart et dou vilain Lietart. — Bär und Fuchs, Eſthniſche 
Fabel bei Grimm, R. F. CCLXXXV]J, vgl. au S. CCLXXII. 

Anmerk.: Bers 12. Vgl. Waldis IV,49 Vom Wolffe 
vnd Fuchß. 

92. Fabel. Wie ein Sewhirt zum Apte wirdt. 


Adgedr.: Wolgemuth 20. — Zachariä 34. — 
Gödeke D. D. 106. — Götzinger 1, 130. — Piſchon 
2, 392. — Frommann 2, 48. 


— 





— — — ——— — — — — — — — — — — nn — — 


430 Anmerkungen III, 93. 


Quelle: Unbekannt. 

Bearb.: Pfafe Amis V. 98—180. — Keller, Fastn. 3, 
1490 u. 1491 und Ein Spil von einem keiser und eim apt. 
Tübing. 1850 (als Manuser. gedruckt). — Pauli 54 Ein 
Saͤwhirt wird Apt durch drey Fragen. — Heinrich Jul. 
v. Braunfhweig (ed. Holland) S. 876. — Eyring A, 
165 Bald anders; 3, 23 Heut ein Hirt, morgen ein Apt. 
— Dad 95 Der betrübte Gefangene. — Bürger, Der 
Kaifer und der Abt. — Grimm, KM. Nr. 152 Das 
Hirtenbüblein 2, 306; 2, 57 Die Huge Bauerntocdhter. — 
Müllenhoff Nr. 208. — Meier, Bollsmärden aus 
Schwaben ©. 99. — Wolf, Hell. Sagen 262. — Bgl. 
Götzinger 1, 124. — Keller, Erzähll. S. 482. — Germania 
von Pfeiffer 2, 481; A, 308. — @ulenjpiegel von fappens 
berg ©. 39 u. 245. — Dad, Zeitvertr. ©. 562 fi: — 
:  &fopi Leben bei Steinhdwella.b ff. — Eyringi, 177 

Bnder einem fchlechten Kleid Groß Weißheit offt verborgen 
leit. — Hagen GA. XLIII. — Piutarch, Septem sapientum 
; convivium (ed. Wyttenbach 1, II, 110 ff.). — Roman des 
' gept Sages von Keller CCXXV f. — Contes du Sieur d’ Ouville 
2, 255. — Sacchetti Nov. 4 Messer Barnabö signore di Me- 
lano comanda a uno Abate, che lo chiarisca di quattuor cose 
;  impossibili; di che uno mugnajo, vestitosi de’ panni dello 

Abate, per lui le chiarisca in forma, che rimane Abate et 

l’Abate rimane mugnajo. 
| Anmerf.: Vers 45 fj. Ueber die Räthielfragen vgl. Fr. 
| Wilb. Dal. Schmidt, Balladen und Romanzen (Berl. 
' 1827) ©. 83 ff. u. Götzinger, Deutiche Dichter I, 124 ff., 

Altd. Wälder 2, 19. Koberftein, Wartburgerfrieg ©. 55. 
: Grimm, EM. 3, 236. — Vers 82. Magiftri noftri: 
Anſpielung auf die Epistolae obscuror. viror., in denen bie 
Drunkelmänner die Ihrigen magistri nostri nennen. Auch noch 
bei Fiſchart, Borrede der „Praktik auß der Magisnoftrifchen 
» Bniverfitet zu Löwen“. — Bers 201 ff. Diefes Lieb ftebt, 
: wie Mittler berichtet (a. a. O. ©. 41), als Nr. 120 ın ©. 
Forſters Liederfammlung. 


Ä 93. Tadel. Dom Wolffe ond hungrigem Hundt. 


Duelle: Aes. s. I. L. 4. a Extrav. Fab. XII De lupo et 
cane famelico ; vgl. Robert 1, XCIX. 


— — — — — — 


Bearb.: Marner, Der Fuchs und der singende Esel, bei 
Grimm, B. F. CCIX. — Steinhöwel 67. a Bon dem Wolff 
ond hungerigen Hund. — Pantſchatantra 2, 339 u. A, 
494 Der Eſel als Sänger; sol. 2, 308 Der Ejel im Tigerfell. 
— Tuti-Nameh 2, 218 Vom Eſel. der zur Unzeit ſchrie. — 
Beifpieleder Weifen 187, 22. — Wolf und Fuchs, Eith: 
niſche Fabel bei Grimm, R. F. CCLXXXIV. — Wegen bes 
lauten Singens vgl. Robert 4, XCVI u. & teinhoͤwel 64.b 
Bon dem Farkenden Wolff. 

Anmerk.: Vers 217. 1.Mof. 29, 1—30. — Vers 245. 
„Singen und jagen.“ Diefe früher oft vorkommende Verbin: 
dung der beiden Wörter möchte beweiſen, daß Waldis mittel: 
bochdeutiche Dichter kannte. Er gebraucht dieſen Ausdrud auch 
in der Parabel vom verlornen Sohn. — Vers 247. Welchen 
" Dichter Waldis meint, weiß; ich nicht. 


94. Fabel (D. Don zweien Brübern. 


Abgedr.: Wolgemuth 299 (301), gegen das Ende 
verändert. — Güde e,D D. 1, 108. 

Duelle: Unbekannt. 

Bearb.: Hans Sachs I, A, 488 Das Heylthumb für 
das unfläffige Haushalten. — Eyring 1, 624 Des Herrn 
Aug büngt den Ader. 


94. Sabel (II, B. 251). Des Herren Auge das befte 
Pferdefutter. 


Dal. Waldis J, 42 Vom Hirfch und Ochfien. 

Anmerk.: Vers 252. Xenoph., Oeconomicus, e. 12$. 20: 
Kalus d& uoı doxei ‚exe, Epn 0 Ioyöue y05, xqè ı tov Prp- 
Aagov ‚ieyouevn — —XVC age Inn € Ente zur 
ayado, 00 guvas «urov ws Tayıora BovAouevog, ng8ro zwv 
davor rıvd dup” Innovs doxovvrwv eivaı, vi rdyısta ne- 

Ureı Innov; vor. d’ einsıv Aeyeraı, 6 orı deonorov OpFaAuös. 
Ovru Ö’, öpn, o Zuxgarss, xai rad uoı doxei desnorov 
Epsaluos za zald TE xgyada udkora koyalcosaı (Opp. 
ed. Thieme, Lips. 1764, 4, 360). — Vers 265. Aristoteles, 
Oecon. : Kai To zov Il£ooov xai rov Alßvos anopFeyua Ei 
ar &yos. ‘O.utv ‚yao weis 17) ualıora Innov nıalvel; 
6 zov deanorov öpdaAuos, In. 0 de Aißvs Eowendeis 


Anmerkongen III, 94. JA 


— — — — — — — — — — — — — — — — — — — — 7 


— ——— .. — — — — . — — — — — — — — — — 


442 Anmerkungen III, 95— 97. 


— — —— — - mo — - + - _ - — -- — — —— — 


noin x0npos apisen; Ta rov dconétov Iyyn, Eon (Opp. ed. 
Imman. Becker 2, 1345). ®Bgl. Aeschylus, Persae v. 155: 
"Ouua yap doumv vouikw deonörov naporaiar. 


95. Fabel. Bon einem alten ond einem newen Wagen. 


Abgedr.: Piihon2, 395. 2 
Duelle: Unbekannt. 
Anmerk.: Bers 53.’ Klaglieder Jeremiä 3, 27. 


96. Fabel. Wie einer feinem Freunde gelt zu behalten gab. 
Abgedr.: Wolgemuth 300 (303). — Zachariä 45. 
Quelle: ? Aes. s. I. P.1.a Fabule collecte De fidei com- 

missa pecunia Exhortatio I. 

Bearb.: Alfonsus cap. 16. — Aes. Camer. 285 Depositum 
aes. — Geſta Roman. Nr. 118 Bon Trug und fl. — 
Steinhömel 94. a Ron Gelt in trewe hand gelegt bößliftig 
mit klugheit für zufommen (aus Alfonsus). — Hans Sachs 
IN, 3, 40 Faſtnachtsſpiel, der jung Kauffmann Nicola mit fei: 
ner Sophia. — Meon 2, 107 D’un Home qui comanda son 
Avoir, et cil a qui il le comanda le nia. — Le Grand 3, 248 
De celui qui mit en depöt sa fortune. — Lafontaine, Le De- 
positaire infidele ; vgl. Robert 2, 193. — Cento nov. ant. 74 
Qui conta di certi, che per cercare del meglio, perderono 
il bene. — Bgl. Boccaccio 8, 10 Una Ciciliana maestrevol- 
mente toglie ad un mercantante cid che in Palermo ha por- 
tato etc. — Pantihatantra 1, 283 u. 2, 120 Wunder 
über Wunder. — Bidpai 1, 98 Der Kaufmann und fein 
Schlechter Freund. — Joh. de Capua e. 4. a. — Beifpiele 
der Weifen 60, 14. — Cabinet des fees 17, 353 Les deux 
Marchands. — Tuti-Nameh 1, 67 Gefdichte vom Golb: 
ſchmied und dem Tifchler. — Melanges de litt. orient. 1, 60 Le 
Depositaire infidele; 2, 63 Les deux Ours. — Tauſend 
und Ein Tag 11, 259 Pergeltung. — Vgl. Schmidt, 
Beitrr. 91—95. 


97. Fabel. Don einer Bonen. 


Adgedr.: Wadernagel 2, 47. — Gödeke, D. D. 
107. 

Duelle: Unbekannt; wahrſcheinlich nach mündlicher Ueber: 
lieferung. 


— — — — — — — nn — — — —— 


Anmerkungen II, 98—100. 2 


— — — - — 


Bearb.: Grimm, KM. Nr. 18 Strohhalm, Kohle und 
Bohne, vgl. 3, 27. 

Anmerk.: Vers 49. Schreckenberger. ©. unten zu 
IV, 21. 


98. Fabel. Von einem Schneider vnd ſeinem Weibe. 


Abgedr.: Wolgemuth 211. 

Quelle: Unbefannt ; wahrſcheinlich nach mündlicher Ueber: 
lieferung. 

Anmerk.: Vers 50. „Gehe baldt zum Nuͤremberger“ 
u. ſ. w. Die Nürnberger zogen damals mit ihren Waaren an 
alle Orte und hielten ſich nicht bloß während der Meſſen oder 
Märkte in den Städten auf, ſondern hatten dort beftändig ihre 
Waaren feil; daher diejenigen, welche mit folchen handelten, 
furzweg die Nürnberger genannt wurden. So wurden vor 
30 SIahren (ob es noch fo ift, weiß ich nicht) ım Bayerischen 
Oberfranten die Obſt- und Gemüfehändler „Bamberger“ ge: 
nannt, weil fie wirklich meift aus Bamberg waren, oder doch 
wenigftens ihre Waaren aus Bamberg bezogen. 


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99. Fabel. Von zweien vngleichen Brüdern. 


Quelle: Unbefannt ; wahriheinlich nach mündlicher Ueber: 
lieferung. 


100. Fabel. Wie ein Barfüffer Mönd, predigt. 


Quelle: Bebelius 45. a De quodam Minorita. — Gast, 
Serm. conv. 1, 197 De Monacho, Franciscum suum super 
omnes choros coelitum praeferente. 

Bearb.: Kirchhoff 399 Ein Mönch predigt. 

Anmerk.: Bers 11. Obſeruantzen. Diejenigen Francis: 
camer, welche fih von dem Orden trennten, weil in demjelben 
bie Ordensregel nicht mehr ftreng genug beobachtet wurde, 
nannten ſich Obfervanten oder Mindere Brüder von der Obſer⸗ 
vanz. — Vers 12. „Die jo rühmen ihren Frantzen“, d. h. 
ihren Stifter Franciscus von Aſſiſi. Es ift befannt, daß fie 
mit bemfelben Abgdtterei trieben und ihn in dem berüichtigten 

„Liber conformitatum S. Francisci ad vitam Jesu Christi“ 
nicht bloß mit Jeſus zufammenftellten, fondern ihn jogar über 
denjelben erhoben. Gegen dieſes Machwerk fchrieb Erasmus 
Alberus feine Satyre: „Der Barfüfler Mündhe 


— · —— .— — — — — —— —- — —— * — — — — 


G 334 Anmerkangen IV, 1. 


mm — — — — — — — — — — — — 


vnd Alkoran“ (Wittenb. 1542), in welcher er die auffallendſten 
Sätze überſetzte und mit beiſſenden Bemerkungen begleitete. — 
Bers 21. „In welchem Chor jr Frantz im Hemmel Sitz.“ 
Eine Folge der Ausbildung der geiſtlichen Hierarchie war, daß 
man dieſelbe auf die Bewohner des Himmels übertrug. Man 
unterſchied neun Engelchöre (früher zehn), welche einander 
untergeordnet waren. Daher war es für die Franziscaner eine 
Lebensfrage, in welchen Chor ihr Stifter aufgenommen ſei. — 
Vers 138. „Nach ſeinem tod machten fuͤnff Wunden.“ Es iſt 
Dieß nicht ganz richtig. Die Legende erzählt, daß Chriſtus 
dem heiligen Franz erſchienen ſei und ihm ſeine fünf Wunden 
aufgedrückt habe. Vgl. Waldis IV, A, 41. — Vers 144. 
Conformitatum ©. o. zu Vers 12. — Vers 153. Katha⸗ 
rina von Siena, geb. 1347, geſt. 1380, eine Dominicanerin, 
die wegen ihres unter Selbſtpeinigung zugebrachten Lebens 
1461 heilig geſprochen wurde. Sie rühmte ſich des unmittel⸗ 
baren Umgangs mit Chriſtus, der ſein Herz mit dem ihrigen 
vertauſcht und ihrem Körper ebenfalls feine Wundenmale auf: 
gedrückt haben follte. 


Diertes Buch. 


1. Fabel. Vom Wolff, Fuchß vnd Ejel. 


Abgedr.: Eyring 1, 322 Das find thuts ber ftiefmutter 
Hagen. — Gödeke, M. A. 622.b. — Kurz, %it.:Gefd. 
2, 83. 

Duelle: Unbelannt. 

Bearb.: Grimm, R.F. 391 Diu betevart; 392 Diu bihte; 
396 Poenitentiarius ; vgl. CXCIUN, CCXI, CCXU u. CCXIU 
u. Sendschreiben an Lachmann 102. — Renner 3509 Von 
der walleferte des fuhses und des wolfes und eines andern 
nozzes. — Keller, Altd. Erz. 503 Von der romfart. — Müglin 
in Mone’s Anzeiger 8, 108 Die Beicht. — Laßberg 1,263 
Die beichtenden Thiere. — Agricola (1548) 162. b. — 
Er. Alberus 11 Bon einem Löwen, Wolff und Efel. — 
Meifterlied in Aretin's Beitr. 9, 1141 f. — Eyringt, 
447 Der Ejel wil die Laute jchlagen (bloffe Anführung); 2, 369 
Er ift onfchäldig dazu kommen (bloffe Anführung). — Abele 
von Lilienberg, f. Gödeke, M. U. 625. — Mone, Anzeiger 
A, 359 Confessio bestiarum. — Gast, Serm. conv. 1, 158 


— —— — — — ——— — —— —— — — — — — — nn nn — — —— — — — — nr 








Apologus de Leone, Lupo et Asino. — Lafontaine 7, 1 Les 
Animaux malades de la Poste; vgl. Robert1, 65. — Straparola 
43, 1 Un loup, un regnard et un asne se confessant, Yun 
Yautre; les deux premiers s’entre pardonnent; puis d’un 
commun accord, devorent le pauvre asne, sous couleur d’une 
legere faulte qu’il diet avoir faiet. — Neugriechifche Gedichte 
bei Gödeke, M.A. 625. — VBgl. Juvenalis 2, 63 Dat veniam 
corvis, vexat censura columbas. 

Anmerk.: Bers 105. St. Jacob. Nah Compoftella, 
der Hauptftadt der ſpaniſchen Provinz Galicien, in deren Dom 
der Leib St. Jacobs des Aeltern ruben fol, fanden ſchon in 
früher Zeit zahlreiche Wallfahrten Statt. Schon Bruder Berch⸗ 
told eiferte dagegen (ſ. meine Fiteraturgefch. I, 570). — 
Bers 112 ff. Die meiften der bier angegebenen Oertlichfeiten 
Ronıs find als Gnaden- und Ablaßorte berühmt. Am gnaden- 
reichften ift natürlich die HSauptfirhe zu St. Johann Late: 
ran, welche ehemals ein Ballaft Kaifer Conſtantins war, den 
er zu einer Kirche gab, als er in der Taufe vom Ausjat befreit 


worden war. St. Silvefter mweihete fie und „gabe groffe ger 


nade und ablas der firchen onzellih”, Die von Gregor dem 
Groſſen und Bonifacius I. beftätigt und vermehrt wurden. 
Beinahe jede einzelne Stelle ift mit bejonderem Ablaß begnadet. 
„Item do ift ain fteinene ſteg, dieſelb hat rrwiij ftaffel. Die 
was zu Jerufalem an Pilatus hauß. Auff derjelben ftigen wart 
criftus fuer Pilatum gefuert ond verurteilt. Vnd wer di fligen 
in andacht auff ober abgeet, der hat, fo offt er das thuet von 
yeber ftaffel ir jar ablas. Vnd an einer berfelben ftaffeln ift 
ein eyſen gegitter, ift ob eim creußlein: do ift Die genäde zwi: 
feltig. An derfelben ftat ift criftus off Die nye gefallen. Wer 
vie fiegen knyend vff geet, der erloft Do mit ein jele, do fuer er 
bit, folt die ſelb bis an den iungften tag im fegfemwer fein, fo 
offt ein ftaffel, jo offt ein Pater nofter und ein Aue Maria ge: 
ſprochen“ (Mirabilia vrbis Romae. Rom, durch maifter Stef: 
fen Bland von Paſſaw 1500, C. 2 fi. Bgl. Beichreibung von 
Rom von Blatner, Bunfen u. ſ. w. 3, 1,505 ff.). — Bers 113. 
Bfeiler Adriani. Waldis meint wohl darunter die be- 
rühmte Trajansſäule, welche zwifchen dem Tempel des 
Trajan und dem bes Habdrian liegt. ©. Beſchreibung von Rom 
3,2,175.— Bers 114. Termi Diocletiani. Die Ther: 
wen bes Diocletian waren, wie Platner glaubt, die größten 


Deutſche Bibliothek 11. k 





Anmerkungen IV, 1. 5 


u“ 


·— — ·— — — — — — — — en —— 


16 Anmerkungen I i. 


— — — — nn — — — — — — — —— 2— 


und prachtobllfien Gebäude dieſer Art. Ihr Ninfang wird auf 


1200 Schritt angegeben und e8 jollen fich in ihnen 3000 Bade⸗ 
zimmer und 1200 Marmorfefjel befunden haben. Ueber bie: 
ſelben und deren Ueberreite ſ. Bejchreib. von Rom 3, 2, 351. 
— Bers 115. Bella videre. Ein Flügel bes vaticanifchen 
Pallaftes, welcher wegen ber vortrefflichen Ausficht, die man 
von ihm auf die Stadt und die umliegende Gegend genießt, il 
Belvedere heißt. Er wurde unter Julius II. (1503—1513) 
begonnen und unter Paul IV. um das Jahr 1560 vollendet. 
(S. Beſchreib. von Rom 2, II, 29 ff.) — Sanct Beters 
plat. Ueber denjelben |. Beichreib. von Rom 2, I, 154 ff. — 
Bers 116. Das großartige Maufoleum Hadrians wurde 
gegen das Ende des 10. Jahrhunderts in eine Feftung verwan⸗ 
delt, welche jpäter von Aleranber VI. und Urban VIII. ver: 
gröffert wurde. Erft gegen das Ende des Mittelalters erhielt 
diefe den Namen Castello Sant’ Angelo, beutfch Engelsburg. 

Sie dient jet zur Aufbewahrung von Staatsgefangenen. (©. 

Belchreib. von Rom 2, I, 404 ff.) — Des Bapfts pallak 


d. h. der Batican. (©. Beichreib. von Rom 2, I, 230 ff.) — 


Bers 117. Agon Tyber, bas Tiberinifche Feld, welches 
ſich vom Marsfeld bis zur Tiber erftredt. (©. Beſchreib. von 
NRom3, III, 18.)— Campoflor. Campo de’ Fiori heißt der 
Platz, an welchem der Palaſt Pio liegt. Ueber den Urſprung 
des Namens walten verſchiedene Meinungen. (S. Beſchreib. 
von Rom 3, III, 433.) — Vers 118. Maria Rotunda. 
Das ehemalige Pantheon wurde zwiſchen 608 und 610 von 
Bonifacius IV. in eine Kirche umgewandelt, welche den Namen 
S. Maria ad Martyros erhielt, aber gewöhnlich S. Maria 
Rotonda genannt wird. (S. Beſchreib. von Rom 3, TU, 338 ff.) 
„An dem britten tag vnd am vij. tag.im mayen ond an allen 
onfer frawen tagen vnd an aller heiligen tag fo ift bo vergebung 
aller ſunde“ (Mirabilia etc. G. 4.b.). — Maior. Die grofie 
und ſchöne Kirde S. Maria Maggiore ftebt auf der böchften 
Höhe des Esquiliniſchen Berges, auf welchen in der Mitte bes 
4. Jahrhunderts eine Bafilica ftand. Die jeige Kirche wurde 
unter Sirtus IH. (432—440) erbaut. Sie ift wohl bie ältefte 
unter allen der heil. Jungfrau geweiheten Kirchen. (S. Be: 
jhreib. von Rom 3, II, 262 ff.) „Die vierd hauptkirch ift zu 
jant maria maior, und haiß zu onfer frawen zu dem ſchne. 
Der nam kombt alfo heer. Die iunckfraw maria erſchein einem 


Anmerkungen IV, 1. 197 





romer, ber bet vil guts, vnd bet feinen erben; vnd ſprach, er 
folt ir ein kirchen pawen. Vnd der romer gieng fuer den pabft 
ond jagt im das gefiht. Nw was die iundfram maria dem 
pabft auch fuerlomen in dem geficht als dem romer. Do ſprach 
ber pabſt: Ich weyß nit wo hin ich die firchen pawen fol. Do 
ſprach die iundfram maria: Wo du morgen ein new gefalnen 
ſchne findeft, Do jol man mir ein firchen pawen. Nwewz es im 
auguft, jo es am haiften ift im iar; do fiel ein fchne einer ellen 
did, do yetzundt die Firch fteet, ond funft Fein fchne. Do kam 
ber pabft mit den cardinelen vnd maß bie weyt und Ienge und 
feget den erften ftein. Vnd do fie gepamwt wart, Do weyhet der 
pabft die firchen in der eren onfer lieben frawen maria ; alfo 
haift fie nodh Maria zu dem ſchne. Do find alle tag rloiij jar 
ablas vnd fo viel farein, vnd dz dritteyl vergebung aller junbe. 
Im choer altar ligt jant Mathias zwolf potte u. |. w.“ (Mire- 
bilia D. 7. b.) — Bers 119. Die fteinen Bferdt in 
Monte Caval. Auf den Blat auf der Höhe des Ouirinals 
ftehen zwei Marmorgruppen, die colofjalften der noch ganz er: 
baltenen Denkmäler der Sculptur des Alterthums, von denen 
diefe Höhe des Berges den Namen Monte Cavallo führt. Jede 
berfelben ftellt einen im Heroencharakter gebildeten Mann bar, 
der ein fih bäumendes Pferd beim Zügel zu ergreifen fcheint. 
(S. Beſchreib. von Rom 3, II, 404.) — Bers 120. Arcus 
Triumphal. Wahrjcheinlih meint Waldis die Triumph: 
bogen des Diocletian, Claudius und Marcus Aurelius an der 
Triumpbafftraffe. (Ebd. 3, II, 89 fi.) — Vers 121. Bonte 
Sirti. Der Ponte Eifto bieß im alten Rom Bons Janicu: 
lenfis. Dieſe Brüde war früher lange verfallen, weshalb fie 
Ponte rotto genannt wurde. Sie wurde im J. 1475 auf Ber: 
anftaltung Sirtus’ IV. wiederhergeſtellt, auf deſſen Befehl fie 
auch den jetzt gebräuchlichen Namen erhielt. (Ebd. 3, III, 463.) 
— Bers 122. Carmiterium Calirti, das Klofter und 
die Kirche ©. Caliſto. (Ebd. 3, III, 672.) — Vers 123. 
Bey Sant Aler die fteinen Sonnen. Die Kirdhe ©. 
Aleffio Tiegt auf dem Aventin. (Ebd. 3, I, 417 ff.) „Zu ſant 
Alerio was der pallaft fant Alerius Vater. Do ift yetzundt 
ein clofter. Do ift ein ftamme von den Dornen, do von Crifto 
wart gemacht die Dornenfron. Do ift auch noch die ftege, dar 
vntter ſant Alerius ift xvj jar gelegen, bas yn nyemant kant 
vnd yederman meynet, e8 wer ein ellender pilger. Do er ftarb, 


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— — — — — — — 


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— — — — — — — 





138 Anwerkumgen IV, 1. 


do lewtten ſich jelber alle gloden zu Rom. Do man in fant 
alfo toebt, do hette er einen zettel in der hant, ben kunde im 


nyemant genemen. Do ber pabit kam, do lieſs er im den brieff; 


darin ftund, Das er alerius were. Do wart fein vater vnd 
„mutter gar traurig. Do ift fant Bonifacins hawbt. Vnd ein 
pild onfer frawen, dz bat mit bem huetter der firchen gerebt. 
St alle tag taufent jar ablas.“ (Mirabilia F. 1. a. Bgl. den 
„Heiligen Alerius“ von Konrad von Würzburg und meine Lite 
raturgefchichte 1, 458.) Leber die „fteinen ſonnen“ finde id) 
weder in der „Beichreibung von Rom” noch in den „Mirabilia 
urbis“ Aufflärung. — Bers 124. Bey Sanct Paul die 
drey Brunnen. Es ift unbefannt, wann die Kirche S. Baolo 
alle tre Fontane erbaut wurde. (S. Beichreib. von Rom 3, ], 
460.) „Zu den dreyen brunnen bo wart fant Baulo enthawb⸗ 
tet. Das hawbt thet drey ſpruͤnge won ber erden, vnd zu yebem 
fprung rueffet das hawbt: „Jeſus!“, vnd als offt entiprang 
ein brunn. Die flieffendt noch hewt. Bey yedem brunn ift cec 
tag ablas. Bnd in kirchen c tag ablas.” (Mirabilia F. 2. a.) 
— Bers 125. Das ehern Pferdt. Wahrſcheinlich ift die 
auf dem Forum Julius Cäſars und Augufts ftehende Reiter: 
ftatue gemeint, welche den Kaifer Domitian zu Roß barffellt, 
den gefangenen Rhenus ımter ben Hufen. (Beichreib. von Rom 
3, D, 106.) — Vers 126. Marphboriumundden Pas: 
quill. An der einen Ede des Pallaftes Braschi fteht der ſoge⸗ 
nannte Pasquino, das Fragment einer antifen Marmorgruppe 
des Menelaus mit dem Leichnam des Patroclus. Die Bolfs- 
benenntung Pasquino erhielt Diefe Figur des Mienelaus von 
einem Schneider Diejes Namens, ber gegen das Ende des 15. 
Jahrhunderts lebte und in diefer Gegend jeine Werfftatt hatte. 
Er war wegen feiner freien Reden und Läfterungen befannt; 
und weil man ihn für zu unbebeutend hielt, um ihn deshalb 
zur Rechenſchaft zu ziehen, wurden alle freien Aeußerungen, 
die in Imlauf famen, auf ihn gefchoben, um den Verdacht von 
Perſonen abzuwenden, bei denen fie ernfte Folgen hätten haben 
fönnen. Nach dem Tode des Schneiders wurde jenes Kunſt⸗ 
werk ausgegraben und bei deffen ehemaliger Werkftatt aufge: 
ftellt,, weshalb es feinen Namen erhielt. Die Satyren auf die 
Regierung u. |. w. wurden nun auf die Bildſäule übergetra- 
gen, die in demfelben gewöhnlich mit der fogenannten Statue 
des Marforio im Geſpraͤch erihien. (S. Beichreib. von Rom 





— — m — — 


ö— — — — — — — — — — — — — — — — — — — — 


Aumerkungen IV, 2. 139 





| 
3, DI, 401.) Dieje Bildfäule ftellt einen Flußgott dar und | 
fteht auf dem Brunnen im Hofe des capitolinishen Muſeums. | 
- (Ebd. 3, I, 138.) — Bers 228. Anjpielung auf die Casus | 
conscientiae, d. b. die Anleitungen für Seeljorger und Beiht: | 
päter, in denen die mannigfaltigften Fälle aus der Prayis (auh 
ſpitzfindig erdachte) zufammengeftellt, erläutert und gelöft | 
waren. Die berühmteften. Cafuiften find die Iefuiten Diana, | 
Escobar, Sanchez u. |. w. — Bers 237. Dredet und | 
Dredetal, derbe Veränderung der Wörter Decret und Des | 
cretal. Unter Decretalen verfteht man die Sammlung päbft: | 
licher Entſcheidungen, allgemeiner Verordnungen u. f. w., | 
unter welchen die von Grattan, Gregor IX., Bonifacius VIIL | 

und Clemens V. die wichtigften find. Die Sammlung ber 
letsteren werden „Elementinen“ (®. 238) genannt. Vgl. über | 
die Umgeftaltung der Wörter W. Wackernagels vortrefflide | 
Schrift: „Die Umdeutihung fremder Wörter“, Bafel 1861, 4%. | 
| 


2. Fabel. Vom Fuchß und dem Hanen. | 
Adgedr.: Zahariä a. | 
Quelle: ? Aes. s. I. Q. 8. b De vulpe et gallo. 


Bearb.: Aes. Cor. 36 Kuvwr zai Alexrovwv. — Aes. 
Fur. 88 Kuwv, "AAtxıwp zei Akwnnk. — Aes. Camer. 214 | 
Vulpes et Gallus gallinaceus. — Vulpes et Columba bei | 
Mone, Anzeiger 4, 361. — Poggius E. 3. a De Gallo et 
Vulpe. — Gast, Serm. conv. 1, 121 De gallo et vulpe. — 
Pant. Candidus, Vulpes et gallus super arbore (Del. poet. 
germ. 2, 148). — Desbillons 14, 27 Gallus et Vulpecula. — 
Reinardus Vulpes lib. II, v. 1175 sqq. — Keineke I, 4 Wo 
de hane mit groter drovenisse kumt unde klaget vor dem 
konnink over Reinken, bewysende syne missetät. — Göthe 
40, 14. — Reoart Vers 1479 fi. — Haupt 5, 406 De Vos 
unn de hane. — Steinbömwel 112. a Bon dem Fuchs vnd 
Hennen. — Hans Sachs II, A, 75 Der geiheid Han mit 
dem liftigen Fuchs. — Frand 1, 105. a Der Fuchs verfert 
fein haut, aber nit fein gemät. — Eyring 2, 22 Ein betrug 
betreugt den andern. — Hagedorn 2, 167 Der Hahn und 
ber Fuchs. — Marie de France, Le Renard et le Pigeon, bei 
Le Grand 4, 384. — Lafontaine 2, 15 Le Coq et le Renard; 
vgl. Robert 1, 145. — Guicciardini 169. b Come bene riman- 


,) 


— — — — — 
— — — — — — — — nn — — — — — 


— — — — — — — — nn — — — — — — — — — 


150 Anmerkungen IV, 3. 4. 








gono tal volta alla trappola gli astuti e fraudulenti. — Bgl. 
Waldis U, ı Bon den Ochfien vnd dem Löwen. 


3. Fabel. Bon einem hungerigen Wolffe. 

Abgedr.: Eyring (mit geringen Aenderungen) 1, 435 
Der Bauch ift redend worn. 

Duelle: Unbelannt. 

Bearb.: Grimm, R. F. 333 Von dem wolf und sinem 
wip, vgl. CX. — Keller, Altd. Erz. S. 497 Von dem wolff, 
seinem sun und dem krebs. — Stricker bei Grimm, R. F. 321, 
vgl. CCLXII. — Eyring 3, 177 Lieb ond Notb meiftern 
alle Gebot (da ift es eine Sau, bie ber Wolf für einen Hecht 
erflärt). — Cabinet des fees 18, 79 Le Derviche et le Loup. 
— Tauſend und eine Nacht (568) Der weile Haykar. — 
tal. Sprichw., Il lupo congia il pelo, ma non il vizio, 
deutſch: Die Kate läßt das Maufen nicht. 

Anmerk.: Bers 55. „Ich wolt zu St. Frumholt mid 
geloben” heißt wohl nichts Anderes als: „Ich will fromm wer: 
den.“ — Vers 107. „Eras, cras.“ Anjpielung auf Brants 
Narrenſchiff 31: 

„Wer fingt Eras, Cras glych mie ein rapp, 

Der blibt eyn narr biß ynn fun grapp, 

Morn hat er noch eyn gröffer kapp.“ 
Bal. Zarnde 363; Seiler bei Scheible ©. 395 u. 735. 
— Bers 115— 118. „Racademon u. f.w.” Der bife Dämon 
(d. b. der Teufel) wurde krank; da wollte er Mönch werben; 
aber als er endlich gejund wurde, blieb er, wie er vorher war. 
Woher dieje Berje genommen find, weiß ich nicht. St. Facob 
ſ. 0. IV, 1, 105. 


4. Fabel. Vom Gardian vnd einem Lotterbuben. 


Quelle: Unbekannt; wahrſcheinlich aus mündlicher Ueber⸗ 
lieferung. 

Anmerk.: Vers 22. Lotterholtz. Ein Holz, welches 
Lotterbuben, Freiharte trugen und zum Weiſſagen gebrauchten. 
©. Grimm, D. M. 1063. — Vers 75. Franciscus de 
Angelis. Franciscus Quignon oder Quinones, ein Spanier, 
Sohn des Grafen de Luna, verließ ſeine Familie, trat in den 
Franciscanerorden unter dem Namen be Angelis, wurde 1522 
General deſſelben, bald darauf Karls V. Geheimer: und Ge⸗ 


— 


ae — 7700070 000 07000 


Anmerkungn IV, 5—7. 





wiſſensrath, ſöhnte diefen mit dem Pabft Clemens VII. aus, 
der ihn zum Kardinal und Protector des Ordens ernannte. Er 
ftarb im $. 1540. (©. Eggs, Purpura docta IV, 444.) — 
Bers 88. Chriſtophorus de Forolivio, eigentlich Chri— 
ftophorus Numalius, trat in den Franciscanerorden, wurde 
jpäter einftimmig zum General des Ordens und von Leo X. 
1513 zum Kardinal ernannt unter dem Namen S. Maria in 

Ara Celi. (©. Eyys, 1. c. II, 395.) — Berg 90. Eli. 
Matth. 27, 46. 


5. Fabel. Bon einem Waldtbruder. 


Abgedr.: Wolgemuth 302 (305). 

Duelle: Agricola (!)Rr. 717 Es ift onfers ſelbſt ſchuld, 
vnd nit der welt oder der leutte, das wir ons mit ynen nicht 
vertragen kunden. 

Bearb.: Hans Sachs I, A, 140 Der eygenfinnig 
Muͤnch mit dem Waflerkrug. 

Anmerk.: Vers 99. 100. Matth. 7, 3 (49). 


6. Babel. Bon einem verwundten Landtsknecht. 


Adgedr.: Wolgemuth 303 (306). 

Quelle: Unbekannt; wahrjcheinlich nach mündficher Ueber: 
Tieferung. 

Anmerk.: Bers 1. Marimilian I., deutſcher Kaifer 
(1459—1519), führte befanntlic lange Krieg mit Venedig 
zum groffen Verderben des Reichs. — Vers 64. Es ift mir 
nicht befannt, welchen Dichter Waldis meint. 


7. Fabel. Vom Fuchß und Affen. 


Abgedr.: Wolgemuth 21. — Zahariä 58. 

Quelle: Unbelannt. 

Bearb.: Cognatus 2 De famelico vulpe, Lupo et Simiis. 
— Reinke IV, 4 Wo Reinke den wulf mank den merkatten 
bringet, dar he in grote varlicheit synes Iyves quam. — 
Göthe 40, 197. — Zahariä 1 Der Fuchs, der Wolf, und 
die Affen. 

Anmerk.: Vers 5. „Wolt morgen halten Sechswochen“, 
d. 5. fie wollte nach dem frühern allgemeinen Gebrauch nad 
der Nieberkunft zum erftenmale am Ende der fechften Woche 
Das Bett verlafien, was gewöhnlich gefeiert wurde. — Vers 





— 


— — — — —— — .—— — — —— — —— — — — 
— — — 


J 


452 Anmerkungen IV, 8— 10. 


53. Warum der Affe „von Heybelberg“ genannt wird, ift mir 
nicht befannt. Iſt etwa ein Affe das Wahrzeichen von Heibel- 


berg? 
8. Fabel. Bom Wolff und Fuck. 


Abgedr.: Wolgemnth 22. — Eyring 3, 131 Ke: 
nem Wafcher fol man vertrawen — Auf feines Luͤgners Wort 
was bawen. (Mit unbedeutenden Veränderungen ; einmal weil 
Eyring den Ausdrud des Waldis nicht verftand. ) 

Quelle: Aes. s. I. P. 8. b De lupo, rustico, vulpe et. 
caseo, . 

Bearb.: Alfonsus cap. 24. — Grimm, R. F. 425 Vulpes 
et Lupus in puteo. — Desbillons 8, 24 Vulpis et Lupus. — 
Laßberg 2, 41 Der Fuchs und der Wolf. — Steinböwel 
100. a Bon einem Bawren, Wolff, Fuchs und von dem Käf. 
— Pfeffel 4, 88 Fuchs und Wolf. — Reinhart Fuchs S. 
55 f. Vers 831 ff. — Reineke IV, 2 Wo Reinke echt de 
wulvinne to plasse brochte in dem söt. — Goͤthe 40; 195. 
— Renart 1, 240 Si come Renart fist avaler Ysengrin de- 


‚dans le puis, Vers 6455 ff. — Méon 2, 144 Du Vilein 


qui dona ses Bués au lou. — Marie de France, Du Villain 
qui donna ses Boeufs au Loup bei Le Grand 4, 396. — La- 
Fontaine 11, 6 Le Loup et le Renard; vgl. Robert 2, 298. — 
Serbiiches Märchen bei Wut 269. — Bol. Waldis II, 27 
Vom Fuchs und Steinbod. 

Anmerk.: Bers 28. Gris — grau. Iſt diefer Ausdrud 
eine Erinnerung an Reinhart Fuchs? ©. Grimm, R.F. S. 302 
Der wolf der was gris. — Ber8 57. Barmefan, ein ita- 
lieniſcher halbfetter Käfe, der, gerieben, als Zufat von Sup⸗ 
pen, Maccaroni u. f. w. gebraucht wird. 


9. Fabel. Wie ein Bar zur Beicht gieng. 


- Abgedr.: Frommann 2, 50. 
Quelle: Bebelius 54. b De alio indocto sacerdote; 127.a 
De scholastico doctiore Parocho. 
Bearb.: Pauli 92 Wie man ein pfaffen eraminiert. — 
Dach, Zeitvertr. 512. 


10. Fabel. Bon einem Evelman. 
Abgedr.: Wolgemuth 304 (307). — Zachariä 64. 


U — — — 2 — mn. nn —— — —— — — 





Anmerkungen IV, 11—14. 353 ) 


Duelle: Unbelaunt; vermuthlich nach mündlicher Ueber⸗ | 
fieferung. | 
Anmerk.: Bers 2. Hermann von Heflen, Adminiftrator 
zu Köln und Biſchof zu Paderborn, vertheidigte die Stadt Neuß 
im 3. 1472 gegen Herzog Karl von Burgund, der dem abge | 
jetsten Erzbifchof von Köln zu Hülfe gefommen war. | 


11. Fabel. Wie ein junge Sram beichtet. 


Abgedr.: Wolgemuth 212. 

Quelle: Bebelius 40. a De calliditate mulierum historia 
vera. — Gast 1, 64 De Confessore. 

Bearb.: Zahariä 102 Die junge Frau im Beichtſtuhl. 

Anmerk.: Vers 40. Spr. Salom. 31, 10. 


12. Fabel. Vom Landtsknecht und einer Kuh. 


Abgedr.: Wolgemuth 213. — Zahariä 67. 
Quelle: Herolt, Sermones discipuli de tempore 104. 


13. Fabel. Vom Shiffman und einem Diebe, 


Abgedr.: Wolgemuth 214. — Gödeke, D.D.1, 110. 

Duelle: Waͤhrſcheinlich mündliche Ueberlieferung ober 
eigenes Erlebniß. 

Bearb.: Aus. Camer. 328 Tempestas in mari. 


14. Babel. Bom Schultheiß vnd feinem Pfarrherrn. 

Abgedr.: Wolgemuth 215. 

Duelle: Unbelannt. 

Bearb.: Hans Sachs V, 3, 119 Der Schultheis mit 
dem Karpffen. — Bgl. Plutarch, Demetrius c. 27 (ed. Korai 
v1, 25) Bon der Bubhlerin Thonis, die fid) von Einem wollte 
bezahlen laſſen, weil er geträumt, daß er ihre Gunftbezeugun: 
gen genofjien. — Aelian, Var. hist. 12, 63 De Archedico 
scorto. — Noel Du Fail, Contes d’Eutrapel p. 443: „Payez- 
moi, disoit le Rotisseur au Gueu, qui mettoit son pain sur 
la fumee du rost. Ouy vrayement, repond-il, faisant tinter 
et sonner un douzain; c’est du vent que j’ay prins duquel 
mesme je vous en paye.“ — Des Periers, Nouv. 35 Di mesme 
curé (de Brou) et de la carpe qu’il accepta pour son disner. | 
— Gualtherus Mapes in Pfeifers Germania 85, 53. — Eulen: 
fpiegel, Hiftoria 80: Wie Blenipiegel den wirt mit dem 

J 


- 


— —— — — — — “ PEPPER — nn . — — — — —— — — — — 


a Tue en — re 


354 Anmerkungen IV, 15— 17. 


Hang von dem gelt bezalt (Lappenberg ©. 118). — Lafon- 
taine, Contes 4, 5 La Cas de Conscience. — Contes du Sieur 
d' Ouville 365 D’un Gascon. — Bantihatantra 1, 127. 

Anmerk.: Vers 1. Lihtenau. Unter den ziemlich zahl: 
reihen Ortichaften dieſes Namens ift ohne Zweifel das heſſiſche 
Städtchen Tichtenau gemeint. — Vers 25. Heidelberg war in 
ältern Zeiten ein Lehen der Bifchöfe von Worms, welche daher 
zuweilen dort refidirten. 


15. Babel. Bon einem Kürjchner. 


Quelle: Bielleiht nach mündlicher Ueberlieferung. 

Anmerk.: Vers 58. „Male quefit u. ſ. w.“ Vgl. Agri: 
cola Nr. 126 Wie es berfumm ift, fo gebet es wiber dahin. 
Randbemerfung: Male quesit, male perdit faget der Walbe. 


16. Babel (D. Vom alten Landtßknecht ond feiner 
Brawt. 


Abgedr.: Wolgemuth 305 (308). 
Quelle: Unbekannt; vielleicht nach mündlicher Ueberlie⸗ 


runs. 
earb.: Zahariä 107 Der alte Reuter und feine Braut. 


16. Fabel (II, Vers 53). Der zufriedene Hanret. 


Duelle: Vermuthlich nach mündlicher Ueberlieferung. 
Anmerk.: Vers 58. Vgl. den von Plutarch in An Seni 
Respublica gerenda sit (ed. Wyttenb. IV, 1, 140) angeführ: 
ten Ders: 
Tauw yegwv, tû olda, xai rois yelrooır. 


17. Fabel. Vom Cardinal ond einem Dorfpfaffen. 


Duelle: Mündliche Ueberlieferung. 

Anmerk.: Bers 1. Campegius. Kardinal Lorenzo 
Campeggi (1474—1539) wurde von Leo X. und Clemens VII. 
mehrmals nach Deutfchland gefchicdt, um die Reformation zu 
befämpfen, was ihm jedoch nicht gelang. So war er audy bei 
dem Nürnberger Reichstag (1524), wo ihn Waldis kennen 
lernte, jo wie früher bei dem Reichstag zu Augsburg 1510. — 
Vers 36. St. Ulrich. Das Klofter zu St. Ulrid und Afra 
ift Durch feine Denkmäler altdeutſcher Plaftit und früher durch 


— — mn nn men — — — Dom rn. no. un — - — — 


u — — — — — — —— a nn 


— | — —— — — 


Aumerkenge IV, 18. 19. | 


feinen Reichthum berühmt geweien. Bgl. Braun, Geſch. der 
Kirche und des Stiftes der heil. Ulrich und Afra. Augsb 1817. 


18. Fabel. Vom Moͤnch vnd einem Wiert. 


| 

Duelle: Mündliche Ueberlieferung. 

Anmerd.: Vers 70. Waͤchſſen Naſe. Das Wachs ift 
das Symbol bes alle Formen Annehmenden, Unbeftändigen | 
(Z3arnde bei Brant ©. 412). Eine wächſene Nafe dre- | 
ben oder machen, wie Murner in der „Narrenbefchwerung“ 
(Scheible A, 622), beißt daher zum Beften halten. — 
Ders 78. Matth. 25, 32. 


19. Fabel. Bon dem Schultheiß vnd feinem Weibe. 


Abgedr.: Wolgemutb 216. 
Quelle: Wahrſcheinlich aus mündlicher Ueberlieferung. 
Anmerk.: Vers 1. Dameraw ift mir unbekannt, muß 
aber jedenfalls i in Heffen liegen. — Bers 31. Schod. Früher 
gingen 60 Grofchen auf eine feine Mark, daher nannte man fie 
Schodgroihen. In verfchiedenen Zeiten und Ländern batten 
fie ſehr gerihiebenen Werth. Bgl. Friſch 218. b. — Vers 
46. Koͤnſperg, em Heifiiches Städtlein eine Meile von 
Gieſſen. — Vers 72. Das Danziger Bier war früher jehr 
berühmt: „Gefdrnißt Suppenbier aus Gerften von Dantzig“ 
iſchart, Sargantua 4tes Kapitel; „Dantig Jopper Bier“ 
ad, Zeitvertr. ©. 186. — Vers 139. Metten von ma- 
tutinae (horae), der rühgottesdienft vorzüglich in Klöftern, 
der bei befondern Gelegenheiten mit groffem Lärm verbunden 
war, daher der Begriff des Lärmens mit dem ber Metten jo 
ſehr verſchwiſiert geblieben iſt, daß dieſes Wort auch ſchlechthin 
ſtatt Getöſe, Gepolter, Geſchrei gebraucht wird. (S. Schmel- 
ler 2, 649.) — Vers 140. Lectionen hieſſen Die Abſchnitte 
aus der Heiligen Schrift, welche beim Gottesdienſte vorgeleſen 
wurden. Dieß war einer beſondern Klaſſe von niedern Geiſt⸗ 
lichen anvertraut, welche deshalb Lectoren hieſſen. — Vers 
141. Laudes heiſſen die Betgeſänge, in welchen ber Segen 
des Himmels für den Pabſt, den Regenten u.f. w. erfleht wird. | 
(&. Martene, De antiquis ecclesiae ritib. Rotom. 1700 sqq. | 
Cap. IV, art. IH, $ XII.) — Bers 143. Miferere beißt | 
ber 50te Bam nad) den Anfangsworten deſſelben: „Miserere J 


. — — —— — — — — — · — * — · ——— — — —* 1 — ··⸗· — — 


| 356 Aumerkungra IV, 20. 21. 








mei Dominus.* Er wird vorzũglich in ben Abendandachten ber 
Faftenzeit gefungen. 


20. Fabel (I). Dom Juden vnd einem Trudieflen. 

Abgedr.: Wolgemuth 330 (336). 

Duelle: non. Ner. 527 De Judaeo et Pincerna. 

Bearb.: Boner 61 Von einem juden und einem schen- 
ken. — Laßberg 2, 599 Die rächenden Rebhlner. — Moe, 
Anzeiger A, 73. — Agricola (1548) 5.2. — Cha: 
miffo, Tie Sonne bringt es an ben Tag. — Grimm, 
KM. Nr. 115 u. 3, 195. — Meier Nr. 13 Tie Some wird 
dich verratben. — Lie brecht zu Gervaſius ©. 113. — Robert 
2, 482. — Gößiuger 1, 220. 


20. Fabel (IT, Bers 69 ff.). Hecuba. 
Anmerk.: Bers 70. Euripides in feiner Tragẽdie Hekuba. 


20. Fabel (II, Bers 139 ff.). Ibycus. 


Duelle: Plutarch, De garrul. c. 14 (ed. Wyttenbach II, 
1,44). 

Bearb.: Exil. medanch. B. 3 Rab. — Fraud 53. a 
Bann die Bir zeitig würt, fo fält fie. — Agricola ’(1548) 
1. a. — Eimpliciffimus, Kalender 89. c. — Eyring 
2, 208 Ein zeitigen Dieb erlaufft ein hindender ſcherch. — 
Grimm, AM. 3, 195. — Pautſchatantra 1, 573 Der 
Derwiſch und bie Diebe. — Cadinet des fees 18, 67 Le Der- 
viche et les Voleurs. — Gotzinger 1, 213 u. Shmibt, 
Balladen S. 206. 


21. Babel. Bon zweien Landtsknechten und einen: 


Dorfpfaffen. 

Abgedr.: Wolgemuth 20. 

,Zuelle: Pauli 290 Wie drey Lantzknecht vmb ein zerung 
etlen. 

Bearb.: Eyring 2, 519 Es iſt ein guter Guͤlden, ber 
jhr hundert erſpart. — Hebel, Der ſchlaue Huſar (Werke, 
Karlsr. 1847) 2, 17. 

Anmerk.: Vers 114. „Guͤlden“ kommt bei Ältern 
E hriftftellern in der Bedeutung von „Dufaten“ vor. Friſch 


“ 


— — — — — — —— — — — — — — — —— — — — — — 


Anmerkungen IV, 22. 457 


— — — — — — —— — — — 


382. — Vers 115. Schreckenberger, eine alte Säch⸗ 
ſiſche Münze. Bon dem Urſprung des Namens ſagt Mat: 
theſius in der Bergpoftill: „Das Bergwerk zu ©t. Anne: 
berg in Meiffen hat erftlich der Schredenberg gebeifien, ba 
neben der neuen Mühl die Schredenberger oder Mühl-Steine 
gemünzet. Man hieß fie Daher grossos molares.” Sagittarius 
in Dissert. V de Nummis Saxonicis (bei Merken, Scriptt. Sax. . 
H, 769): Schreckenbergeri duplices septem grossis valentes, 
quales a Joh. Friderico nato Electore Sax. An. 1553 signati, 
a monte vel a vico Schredenberg (daraus hernach Annaberg 
geworden). Engel-Groſchen hieſſen fie von den Engeln, bie 
den Schild darauf hielten. S. Friſch 224. b. — Bers 116. 
Schneeberger. In der erzgebirgiihen Stadt Schneeberg 
wurden Groſchen gemünzt, die das Volt Schneeber oder Schnie- 
ber nannte. S. Friſch 213. a. — Vers 138. Eimbed ober 
Einbed, in der Landdroſtei Hildesheim, war ebenfalls wegen 
feines Bieres befannt. „Einbediich hopffenbier” Fiſchart, 
Gargantua 4te8 Kap. — Vers 206. Die Moral ift hier dem 
* Sprechenden felbft in den Mund gelegt. 


22. Fabel. Wie ein Möndy Kaͤß bettelt. 


Abgedr.: Wolgemuth 306 (309). | 
Duelle: Unbelannt. | 
Bearb.: Eyring 1, 45 Alter Fuchs koͤmpt nit wiber ins | 
garn. — Heptameron, Nouv. 46 De Vale cordelier — — — | 


— — — — — — — — — — — — 


s’enfuyt chez une damoiselle qui — — luy commeit la cor- 
rection de sa fille etc. 

Anmerk.: Vers 18. Lederfad. Was darunter zu ver | 
ftehen ift, bedarf feiner Erflärung. Uebrigens ift uns dieſer | 
Ausdrud jonft nirgends vorgelommen. In den „Faßnadıtipier | 
len“ (von Keller), wo man ihn am erften vermuthen follte, fin: | 
det er fi nicht. — Vers 47.48. Gemöhnlicher ift das Sprich: 
wort: „Wer will haben eyn reynes hauß, Der laß Pfaffen, 
Muͤnch vnd tauben drauß“ Agricote 320). — Bei Geiler | 
von Kaifersberg heißt es: „Man ſpricht: Wiltu haben dein 
Hus fuber, So hät dich vor Pfaffen, Münd und Tuben.“ | 
Eifjelein, Spridw. ©. 288 führt das franzöfiihe Sprich: 
wort an: 

„Qui veut tenir nette sa maison, 
N’y mette femme, prätre, ni pigeon.“ 


en — — — — | 





158 Anmerkungen IV, 28. 








Ein Volksſpruch lautet: 
„Münche und Pfaffen, 
Geiffen und alt Affen, 
Huren, Buben und Filzläuf', 
Fliegen, Flöhe und Fledermäuſ', 
Ro die nehmen überhand, 
Berwüften fie ein ganzes Land.“ 
(Eifelein ©. 470.) 


23. Fabel. Vom Gärtner vnd einem Arte. 

Duelle: Mündliche Ueberlieferung. 

Bearb.: Kirhhoff 114. b Einer verfteht ein Recept 
unrecht. — Bgl. Schill, Ehrenfranz 114 Einer ift einen 
Calender ftatt Goriander. — Hist. litt. 23, 106 De deux An- 
glais et de l’anel. — Le Grand 2, 347 Les deux Anglais. — 
Chasse-ennuy 364 Einer trinkt ein Klyftier, ißt ein Pflafter und 
wird gefund. 

Anmerk.: Vers 4. Ader = Ober. — Elbind. „Eine 
Borftadt bey Breflau zur Rechten bes Ober: Thores, wenn 
man nad) 10000 Jungfrawen gehet, in welchen ſich wegen ber 
unterfchiedenen Reichs- und geiftlihen Jurisdiction allerhand 
Pfuſcher, Juden und dergleichen aufhalten.“ Zedler, Univer: 
fallericon 8, 694. — Vers 15. Ungriſch gälden, Aureus 
hungaricus, eine geldene Münge einen Ducaten haltend (Zed⸗ 
fer, Univerjallericon 49, 1331). — Bers 48. Schwei— 
nißer Bier. Das Schweidniger Bier, „Ihwarzer Schöps“ 
genannt, ift jetst neh berühmt. Fiſchart nennt es nidt. 
Dad, Zeitvertr. 188 jagt, Daß das Breslauer Bier „Echäps“ 
oder „toller Wrangel“ genannt werde, und führt folgende Knit⸗ 
telverfe an: 

„Schöps caput ascendit, nec scalis indiget ullis, 

Sessitat in Stirnis, mirabilis intus in Hirnis.“ — 

„O Scheps, Scheps, te libenter bibit omnis plebs.“ 
Bers 105. Aelius Donatus, um 335 nad Chriftue, 
fhrieb mebrere Echriften über Iateinifhe Grammatik, welche 
im Mittelalter zur Grundlage des Unterrichts dienten, weshalb 
man bie lateinifhe Grammatif im Allgemeinen den Tonat 
nannte. 


— — — — — — —— — —— — — — 


— —— — — — — — — — — — — —— — — — 


Anmerkungen IV, 24 — 27. 359 


— —— — — —— — 6 — ·— — — — « —— — — — —r — — — — ·— — 


24. Fabel. Von einer Roͤmiſchen Reiſe. 


Abgedr.: Schade, Pasquille 1, 208. 

Duelle: Eigenes Erlebniß. 

Anmerk.: Bers 11. Deutfhes Haus, wahrſchein—⸗ 
ti ein Gaſthaus oder ein ähnlicher Ort, wo die Deutichen 
vorzugsweife wohnten oder ſich trafen. — Vers 20. Hon— 
ftein. „Dies ift Die richtige Lesart, Die auch in den Ausgaben 
bes Efopus von 1557 an fetgehalten wird ; die erfte hat vermöge 
Drudfehlers Hauftein, die von 1555 Houftein. Es war 
jedenfalls ein Mitglied der alten, in Niederheſſen reich begüter⸗ 
ten vitterlichen Familie von Boyneburg genannt Hoenſtein.“ 
Mittlera.a. DO. ©. 15 Note. — Vers 26. Campeflor. 
©. oben IV, 4. — Vers 32. Curfa oder Cors f. zu II, 31. 
— Bers 36. Juli oder Iulier, eine päbftlihe Münze, un: 
gefähr drei Groſchen an Werth. — Bers 77 ff. Barafell 
d. h. Paracelfus. — Vers 90. Duatrin, eine italienische 
Kupfermünze von geringem Werth. 


25. Babel. Vom Bawrn und einer Genf. 


Adgedr.: Wolgemuth 307 (310). 
Duelle: Unbelannt; vielleiht aus miündlicher Ueberlie⸗ 


ferung. 
26. Fabel. Bom Bawrn vnd Affen. 
Quelle: Wahrſcheinlich eigenes Erlebnif. 


27. Babel. Vom Studenten ond einem Mörfer. 
Adgedr.: Wolgemuth 217. — Zachariä 70. 


Quelle: Bebelius 78. a Facetum cuiusdam Francigenae. 
Bearb.: Franc. Sweertus, in Delit. poetar. Belgicor. 4, 
371: 
Jocus de quodam Clerico. 
Militis uxorem clamidis mercede subegit 
Clericus et piperis clam tulit inde molam. 
Mane redit, referensque molam praesente marito 
Dixit: „Mantellum redde, reparto molam. “ 
„Redde“, maritus ait; respondit femina: „Reddam ; 
Amplius ad nostram non molet iste molam!“ 


Das Gedicht, welches Whright, Essays on the Litterature, 


— — — — — — — — — — — — — — — — ·— — — — — 





360 Anmerkungen IV, 28—30. | 














! 

| 

| Superstitions and Hist. ofEngland in the middle age (1,167) | 

| unter dem Titel: „De mola piperis“ anführt, ift nichts Ande- : 
res als das mitgetheilte von Sweert. — Keller, Altd. Erz. 334 

Von aim der ain doctor solt werden. — Happel, Aladem. 

| 


l 
Roman, 684—689. — Chaucer, Shipmannes Tale or Story : 
of Dan John. — Barbazan-Meon A, 181 Fabliau du Prestre . 
et de la Dame. — Le Grand A, 294 De la Dame et du Cure. °: 
— Lafontaine, Contes 3, 1 A femme avare, galant escroc. — 
Colle, A femme avare, galant escroc, Comedie. — Boccaccio 

8, 1 Gualfardo prende da Gasparruolo denari in prestanza 
etc.; 8, 2 I Prete da Varlungo si giace con Madonna Bel- 
colore ete. — Arcadia in Brenta 159. — Bal. Schmidt, 
Beitrr. 84. ’ 


28. Babel. Bon einem gelben Schleyer. Ä 


Abgedr.: Gödefei, 111. 

| Duelle: Wohl eigenes Erlebniß; doch hat Waldis bei | 

| der Bearbeitung Geilers Narrenfchiff im Auge gehabt, wo | 

es im vierten Geſchwarm (Scheible 1, 250) heißt: „Deß⸗ 

| gleichen tragen fie auch gäle Schleier, jo gleich den belfifchen | 

i Flammen fein; die felben ftreichen vnd fterden fie zum offter: 
mal, damit fie den Kuren fpiegel defto baß mögen zieren vnd | 

| herauß ſchmucken. Diß, wie eine groffe torheit e& jey, ift jeder: 

| man wol bemuft. Es ift ein gemein Spridwort, daß man 
ober friſch fleifch fein gaͤlen pfeffer macht, fondern vber das 

ſchmeckend vnd ftindend : Alfo ift es auch mit alten runtzlechten 
weibern, die da gäle fchleier tragen, die ſehen heraus als ein 
gereucht ſtuͤck fleiſch auß einer gaͤlen bruͤen.“ Vgl. Vers 20. 21 
unſerer Fabel. 

| 


29. Fabel. Don einem Yuhrman und feinem Weibe. 
Duelle: Wahrjcheinlich aus mündlicher Meberlieferung. 


30. Fabel. Bon einer Nonnen, 


Abgedr.: Wolgemuth 24. 

Duelle: Unbelannt. . 

Bol. das Volkslied „Nonnenflage“ in der Limburger 
Chronik pergueg von Roſſel S. 35, bei Uhland S. 854. 
Menzel, Geſänge ver Völker S. 259 und Damit Avadänas 2, 
167 La Religieuse qui pense au Monde (po&sie Chinoise). 


— — — — — — — — nn — — 2—— ⸗ — m — — — 


Abgedr.: Wolgemuth 308 (311). 

Duelle: Eigenes Erlebniß. 

Bearb.: Kirchhoff 42. a Einem Grafen foll man eine 
Jägermeß leſen. — Eyring 1, 391 Den Ejel fent man bey 
den ohrn Vnd an der redweile den thoren; 2, 271 Er hat den 
Froͤſchen waffer geben. M 

Anmerk.: Vers 29. Canon heißt der Haupttheil der 
Meſſe, der die Wandelung und die Communion in fich begreift. 
— Bers 30. Memori, gewöhnlich Memento, heißt das 
Gebet für die Kirche, den Pabſt, den Bijchof, den Regenten 
und alle Umftehenden, welches vor der Wandlung gehalten 
wird. 

32. Fabel (I). Don einem Schmidt ond feinem Son. 
Duelle: Wahrſcheinlich mündliche Ueberlieferung. 
Bearb.: Hans Sachs V, 3, 126 Def Schmids Son 

mit feim Traum. 

Anmerk.: Bers 20. Rangen Wein; Item Ofter: 
wein u. ſ. w. Andlawer, Rangenwein, Pfedersheimer u. |. w. 
Fiſchart, Geſchichtsklitterung Kap. 4. 


32. Fabel (II, Vers 46 ff.). Der trügerifche Traum. 


Quelle: Herolt, Prompt. Lit. T. Ex. 22. — Bgl. Abra: 
hama St. Clara, Huy und Pfuy 352. 


33. Tabel. Bon einer armen Nonnen. 

Abgedr.: Wolgemutb 218. 

Duelle: Agricola Nr. 743 Wir jeynd alle gebrechlich. 
— Morlini Nov. 40 De abbatissa quae, ınoriales corripiens, 
supra caput bracas tenebat. — Exil. melanch. K. 16 Keuſch⸗ 
heit. — Estienne, Apologie pour Herodote Nonnain rendant 
bien le change & son abbesse. — Renart contrefait, vgl. Robert 
1, CXXXIX. — Lafontaine, Contes 4, 8 Le Psautier. — 
Boccaceio 9, 2 Levasi una Badessa in fretta et al bujo, per 
trovare una sua Monaca etc. — (intio dei Fabrizü, Ogni 
cuffia scusa di notte (angef. von Lembke). 


34. Fabel. Dom Wolff vnd Fuchſſe. | 
Abgedr.: Wolgemuth 219. 


Deutfde Bibliothet N. \ 








162 Anmerkungen IV, 35—42. \ 


nn — — — — — — —— — nn mn 


Quelle: Unbekannt. 
Vgl. Waldis II, 43 Vom Fuchs vnd dem Luchs. | 

35. Fabel. Vom jungen Gefellen und einem Wiert. 
Duelle: Bebelius 15 Sacerdotis jocosum facetum. 


36. Fabel. Wie ein Gefell beichtet. ‘ 


Abgedr.: Wolgemuth 309 (312). 
Duelle: Wahrfcheinlich eigenes Erlebniß, |. Vers 17: 
„Da kent ich einen jungen Gefellen. “ 


| 
} 
| 
| 
| 
| 
| 
| 
37. Fabel. Bon einem faulen Weibe. 
Duelle: Unbefannt; vermuthlich nach mündficher Ueber: 
| lieferung. 
| 38. Fabel. Vom Fürfprehen vnd einem Bawren. | 
| Duelle: Agricola 157 Gut grüs gibt güt antwort. | 
39. Fabel. Vom Pfaffen vnd feiner Meten. 
Ä Abgedr.: Wolgemuth 221. — Zahariä 73. 
| Duelle: Wahrſcheinlich mündliche Ueberlieferung. 
Ä 40. Fabel. Bon einer franden Nonnen. 


Abgedr.: Wolgemuth 25. 

Quelle: Unbekannt. 

Anmerk.: Bers 51. Die Laudes Iefen. Ueber das 
Wort „Landes“ |. die Anmerf. zu IV, 19, 141. Was es hier 
bedeutet, geht aus dem Zufammenbang hervor. 


41. Fabel. Von zweien Brüdern. 
Abgedr.: Zahariä 78. 
Duelle: Unbelannt. Ich habe die Anekdote fhon irgendwo 
gelejen, kann mich aber nicht erinnern, wo ich fie gefunden. 


42. Fabel. Don einem Schufter. 


Abgedr.: Wolgemuth 222. 

Quelle: Unbefannt. 

Bearb.: Sans Sachs V, 3, 127 Der Schufter mit Dem 
vebengenden 

‚Anmerk.: Bersıs. Hamburger Bier. „Hambur: 


GER 


..— — nn. u ml — — — — — 5 — — ——. — 


Anmerkungen IV, 43. 44. 463 
giſch vnd Libeckiſch Weitzenbier“ Fiſchart, Gargantua Kap. 
4. — Vers 27. „Denn were das Leder bereit genug, fo doͤrffts 
der Schuſter nicht in Zaͤnen vmbziehen“ Fiſchart, Gargan: 
tua 3tes Kapitel. — Vers 56. Eovent. 

„Zu langen Saltz 

Braut man drey Bier aus einem Maltz. 

Das erſte heiſſet man den Kern, 

Das trincken die Buͤrgermeiſter gern. 

Das ander heiſt das mittel Bier, 

Das jetst man den gemeinen Leuten für. 

Das dritte beißt Covent, 

Trind dich, poß ſchlapperment!“ 
Dad, Zeitvertr. 187. 


43. Fabel. Bon einem Schneider. 


Abgedr.: Wolgemuth 223. — Zahariä 80. — 
Wadernagel2, 49. 

Quelle: Unbefannt. 

Bearb.: Eyring 1, +6 Alt gewonheit und alte Faß 
Wollen von jhrm geihmad nicht lafin. — Dad ©. 246. 


44. Fabel (1). Vom Fuchß vnd dem Habich. 


& Abgedr.: Wolgemuth 310 (313). — Hoffmann 
S. 172. 

Duelle: Unbelannt. 

Bearb.: Zahariä 122 Der Fuchs, und der Habicht. — 
Guicciardini 237. b Le leggi humane perche sien simili alle 
tele di tagnatelli. 

Anmerk.: Bers 61 ff. Diefer Gedanke erfcheint ſehr häu⸗ 
fig. So fagt Swift irgendwo : Die Gefeße find den Spinn⸗ 
weben gleih. Die Fliegen fangen fich zwar barin, aber die 
groften Weſpen und Horniffe machen ein groffes Loch durch. — 

er Hurenmwirt (bei Schade, Yasquille 3, 274: „Auch 
fliegen die großen brummer durch die fpinnweb, die Heinen 
muͤcklein aber müffen, von der fpinnen geftochen, brin verber: 
ben“). — Lafontaine 2, 16 Oü la guöpe a passe, le mouche- 
ron demeure*). — P. Grosnet, Les mots dores de Caton 


(Par. s. d.): 
*) Diefe und die folgenden Stellen aus Robert 1, 148. 





u. . — — — — — — — — — — — 


J 


— 1 —— — — — 





Le Le&giste. 
Homme, que fais-tu dans ce boys? 
Au moins parle a moi, se tu daignes. 


L’Hermite. 
Je regarde ces fils d’araignes 
Qui sont semblables à vos droicts: 
Grosses mouches en tous endroicts 
Y passent; menues y sont prises. 
Paovres gens sont subjects aux loix, 
Et les grands en font a leur guyse. 


“ Rabelais 5, 12 Or ca, nos loix sont comme toiles d’araignees, 


or ca, les simples moucherons et petits papillons y sont 
prins; or ga, les gros taons mal faisans les rompent, or ca, 
et passent à travers. — Philelphus, Fabula 18: 


Sic tenues retinent bibulos et parvula telae, 
Dumque volant, grandis frangit azylus eas. 


44. Fabel (II, Bers 47 ff.). Man hängt die Heinen 
Diebe. Ä 


Duelle: Ich entfinne mid) nicht, wo die wahrfcheinlich von 
Heraflitus erzählte Anekdote berichtet wird. 


45. Fabel. Bon einem Brillenfchneiver. 


Abgedr.: Wolgemuth 311 (314). 

Duelle: Bauli 448 Bon dem Bilchoff und einem brillen: 
mader. — Eulenfpiegel 63fte Hiftori. Wie Vlenſpiegel 
ein brillenmacdher ward und in allen landen fein arbeit ober: 
fummen kunt (Rappenberg ©. 89). 

Bearb.: Frand 1, 77. a Es freurt ein ieden, darnach 
er fleyder anhat; 2, 17. a Du barffeft feines brillen, du fiheft 
wol durch Die finger. — Hans Sachs U, A, 118 Ewlenſpie⸗ 
gel difputation mit dem Bifchoff ob dem Brillenmader. — 
Dad 63 Neue Brillenmader:Runft. 

Anmerk.: Vers 23: Matth. 23, 24. 


46. Fabel. Von einem franden Bawren. 
Abgedr.: Wolgemuth 312 (315). 


Duelle: Bedelius 31. a De rustico carnis resurrectionem 
non credente. 


— — — — — — —jh — — — — — —— —— — — — — 








Bearb.: Zahariä 37 Der kranke Bauer. 
Anmerk.: Bers 46. Tabulatur. Friſch 358. b 
jagt: „Tabulatur, Buchftaben, welche vor dieſem unter einan= 


der gejchrieben waren, alle vier Stimmen auf dem Klavier zu. 


jpielen. Man hat es ehedeſſen figürlich gebraucht, für Die Con- 
nexion der Gründe, etwas zu beweiſen. Es gefchicht aber aus 


diefem Grund und Tabulatur. Teutſche Sprichw. 144. a.” . 


Es ift hier alfo nicht an die Tabulatur der Meifterfänger zu 
denken. — Vers 51. St. Yateran, die neben dem Laterans 
palafte in Rom erbaute Kirche des heil. Johannes von Lateran, 
welche die Hauptlirhe Roms ift und durch ihr hohes Alter: 
thum, ihre Bauart, ihre Reliquien, fo wie durch die feit 1222 
Darin abgehaltenen Kirchenverfammlungen berühmt ift. 


47. Fabel. Vom Bettler und einem Müller. 


Abgedr.: Wolgemuth 313 (316). — Zadhariä 82. 

Quelle: Gast, Serm. conv. 1, 193 In Molitores. — 
Bebelius 3. b Facetum dictum in molitores. 

Bearb.: Kirchhoff 269. a Ein Müller iſt ein Bettler. 
— Dach, Zeitvertr. 253. 


48. Sabel. Don öpffeln vnd einem Roßdreck. 


Abgedr.: Wolgemuth 314 (317). 

Duelle: Unbekannt. 

Bearb.: Aes. Camer. 297 Poma et Sterquilinium. — 
Pant. Candidus, Poma et Sterquilinium (Del. poet. germ. 2, 
176). — Fiſchart, Flöhhatz 4667. 

49. Fabel. Vom Wolffe vnd Fuchß. 

Abgedr.: Wolgemuth 315 (318). 

Quelle: Bielleicht eigene Erfindung des Dichters. 

50. Babel (DD. Bon einem Tyriadfremer. 


Abgedr.: Wolgemuth 316 (319). 
Quelle: Wahrſcheinlich aus mündlicher Ueberlieferung. — 
D ach Seite 146 führt den Vers an: 
Si mordent pulices, mordentibus excute dentes. 


50. Fabel (II, V. 69 ff.). Das theure Bodsblut. 
Duelle: Eigenes Erlebniß. 


— — — — — — — —— — nn — 


Anmerkungen IV, 47—50. 165 u 








— — — — 


166 Anmerkungen IV, 51. 52. 











51. Fabel. Von einem verporbenen Kremer. 


| Abgedr.: Wolgemuth 317 (320). — Scholl 2, 41. 

| Duelle: Unbelannt. 

| Anmerk.: Vers 30. Stüber, eine holländifche Münze 
(50 auf 1 Thaler). — Vers 74. Mattbeier oder Mattier, 
eine Münze in Niederfachen, vier Pfennig an Werth. Sie fol 
ihren Namen daher haben, daß das Bildnif des heiligen Mat- 
thias Darauf geprägt war. 


| 
52. Fabel (I). Vom Fuchß vnd dem Igel. 
Abgedr.: Wolgemuth 336 (339). — Zahariä 8a. 
— Hoffmann ©. 175. 
Duelle: Adstemius ap. Nev. 533. 
Bearb.: Aes. Cor. 314 Ahconnẽ xai ’Eyivos (3 Fabb., 
1 aus Aristot., 1 aus Plutarch). — Aes. Fur. 384 AAwnnE 
zul Eyivos. — Aes. Camer. 298 Vulpes et Erinaceus. — 
Plutarch, AnSeni Respublica gerenda sit c. 12 (ed. Wyttenb. 
IV, 1, 144). — Cognatus 26 De Herinaceo, qui voluit. Vulpi 
| uvooößns esse. — Desbillons 3, 41 Vulpis et Ericius. — 
i Gefta Roman. 51 Bon den ungeredten Einnehmern. — 
Luther, Werke (Altenb.) 3, 669. b Gleichnis won einem 
Betler. — Rollenhagen P. 6. a Reinick weret dem Pferd 
| die Fliegen. — Eyring 1, 617 Des Beſen nut ift onbemwuft, 
| So lang biß er verferet ift; 3, 45 Hungerige Mucken beijjen 
vbbel. — Lafontaine 12, 13 Le Renard, les Mouches et le 
| Herisson ; vgl. Robert 2, 351. — Bgl. au Waldis LI, 
188,35 ff. 
| 


52. Fabel (II, 8. 58 ff.). Das Gebet ver Wittwe. 


Duelle: AgricolaNr. 128 Es fumpt fein befferer. 

Bearb.: Gefta Roman. 53 Wie man gute Regenten 
nicht wechfeln folln. — Luther, Ob Kriegsleute auch) in einen 
jeligen Stand fein fommen (Werke, Altenb. 3, 669. b), Fabel 
von der Witwe, fo mit Ernft betet für ihres Tyrannen langes 
Leben. — Frandi, 83. a Es kompt felten das beft hernach. 
— Valer. Max. 6, 2, $ 14 (ed. Hase 1, 430 sq.). — Gast, 
Sermon. Conv. 1 De Aviculae oratione. — Chamiffo, 
Das Gebet der Wittwe. — Bel. Waldis J, 17 Bon Fri: 
ſchen vnd jrem König. 


— — — 


N 
\ 


— ._ ._ — — — — — —— 


— — — — — — — — 


— — — — — — —— — — — 


Anmerkungen IV, 53 -59. 167 


53. Fabel. Bon einer Frawen ond dem Weihen. 


Abgedr.: Wolgemuth 318 (321). 
Duelle: Unbefannt. 


54. Fabel. Vom Reyher und der Ganf. 
Abgedr.: Wolgemuth 319 (322). 
Quelle: Unbekannt. 


55. Fabel. Dom Koch vnd einem Hundt. 


Abgedr.: Wolgemuth 224. 
Quelle: Unbekannt. 


56. Fabel. Vom Fuchß, Hafen vnd Luchß. 

Abgedr.: Wolgemuth 26. 

Duelle: Unbelannt. 

Bgl. Guicciardini 162. b In pro da debili, contra potenti 
non si intremettono gli astuti. — Vgl. Aes. s. !. J. 8. a De 
asino et leone. — Vgl. Waldis I, 52 Bon Thieren, Vögeln 
vnd Fiihen; II, 59 Bom Krametsuogel und der Schwalben. 


57. Fabel. Bon zweien Efeln. 


Abgedr.: Wolgemuth unter dem Titel: Vom Koch 
vnd einem Hundt 320 (323). 
Duelle: Unbekannt. 


58. Fabel. Don einem Bawen ond feiner Kuh. 


Abgedr.: Wolgemuth 321 (324). 
Duelle: Wahrſcheinlich felbft erfunden. 


59. Fabel. Bon einem Gefellen ond einer Frawen. 


Abgedr.: Wolgemuth 225. 

Duelle: Wahrfeheinlich eigenes Erlebniß. | 

Bgl. Zincegref (Straßb. 1639) ©. 330: „Ein anderer 
von Abel, ritte zu Regenspurg ober die Bruck; da ftrauchlete 
fein Pferd, ond fiel vorn auff beyde Knie; deſſen lachte ein 
Weibsbild. Zu deren fagte der Edelman: „Mein Pferd macht 
es immer alſo, wenn es eine Hur fihet.” Dem antwortet das 
Weib: „Lieber Junder, dann rath ich euch, nicht in die Statt 
zu reiten, jhr dörfftet fonft gar den Hals brechen.“ — Bgl. 


— — — —— 





— — — — * —r — — 


Anmerkungen IV, 60— 62. 


— — — 
pr 


168 
— — 
Contes du Sieur d’Ouville 533 Repartie d’une Demoiselle a un 
'  Gentilhomme «wie bei Zincgref). 

Anmerk.: Bers 41. ©. Waldis IV, 38 Bom Für: 
| Sprechen vnd einem Bawrn. 


| 60. Fabel. Vom Goldſchmidt und einem Koler. 


Quelle: Folz, Ein köler, der sein weib, eines goltschmits 
weib und sein meid schlug, bei Keller, Fastnachtssp. 3, 1244. 


| 61. Fabel (I). Vom Lamen ond dem Blinden. 


| Abgedr.: Wolgemuth 322 (325). — Zadhariä 86. 
| Duelle: Gefta Roman. 71 Bon ber Vergeltung ber 
| 











ewigen Heimath. 

earb. : Ausonius (Lugd. 1575 p. 31) Epigr. 134 u. 135 
In caecum et claudum. — TA. Morus, De duobus mendi- 
cis altero quidem caeco altero vero claudo (Epigramma). — 
‚Desbillons 11, 19 Homines duo, caecus alter, alter claudus. 
| — Breitinger, Dichtkunſt 1, 232. — Gellert 66 Der 
; Blinde und der Lahme. — Florian 1, 20 L’Aveugle et le Pa- 
|  ralytique. 
| 61. Fabel (II, B. 29 ff.). Keller vnd Koch. 
Quelle: Bermuthli aus mündlicher Ueberlieferung oder 
| nad dem Sprichwort, welches bei Brant, Narrenſchiff 81 
| Bon Kochen und Keller Vers 53. 54 alfo lautet: 
| „Der keller ſpricht: brot mir eyn wurft, 

Herr koch, fo leſch ich Dir den durſt.“ 


62. Fabel (I). Vom Schmidt vnd feiner Katzen. 
Abgedr.: Wolgemuth 323 (326). 

Duelle: Bielleiht eigene Erfindung; doch vgl. Abra= 
hama St. Clara, Huh und Pfuy, S. 3410. (Einer, ber 
| von jeinem Fürften ftets bloffe Vertröftungen erhält, fperrt 
ı feine Kate ein und gibt ihr Nichts zu freffen, fo daß fie bald 
Suungers ftirbt. Als ihn der Fürft wieder einmal feiner Gnade 
verſichert, fagt er, feine Kate jei Daran geftorben.) 


62. Fabel (TI, B. 49 ff.). Der Mann mit den zwei 
Käften. 
Quelle: Agricola Nr. 202 Wer einen andern vom gal- 


— — — — — — — — — — — — — — — — — — 


N 
Anmerkungen IV, 63—-66. 469 | 











gen Iöfet, der brechte ihn gern hynan; vgl. Agricola (1548) 
5. a. — Dad 68 Bon Gnaden fterben. — Eyring 3, 473 
Mer ein vom Galgen bringt darvon, Derfelbig brecht den gern 
binan. — Poygius D. 1. b De iudaeo nonnullorum suaso 
christiano facto. _ 

Anmerf.: Bers 50. Heide: Simonides. ©. Plutarch, 
De Curiositate c. 10 (ed. Wyttenb. III, 1, 78) und: De his 
qui sero a Numine puniuntur (ibid. III, 1, 204). — Berg 
85. Matth. 5, 44. 45. | 


63. Fabel. Vom Wucherer ond einem Gefellen. 


Abgedr.: Wolgemuth 324 (327). 

Quelle: Unbefannt. 

Bearb.: Dad, Zeitvertr. 268 (ſchlecht erzählt). — Findet 
fih in neuern Büchern von einem Schäfer und einem Gold: 
ſchmied erzählt. 


64. Fabel. Vom Bilgrim ond einer hülgen hand. 
Duelle: Unbekannt; vielleicht eigene Erfindung. 


65. Fabel. Bon einem Kauffman. 


Abgedr.: Wolgemuth 226. — Gödeke, D.D.1, 112. 
Duelle: Wahrſcheinlich felbft erlebt oder aus mündlicher 
Ueberlieferung. 


66. Fabel. Vom Studenten ond einem Müller. . 


Abgedr.: Wolgemutb 227. 

Duelle: Rosenblüt, Der farende Schüler bei Keller, Fastn. 
3, 1172. 

Bearb.: Grimm, Lat. Ged. 354 und Anm. 382 Unibos. 
— Stricker, Der geaffte pfaffe bei Jagen, G. A. 3, 145 und 
bei Hahn S. 9.— Hans Sahs I, 4, 36 Faſtnachtsſp. Der 
fahrend Schhler mit nem Teufel pannen. — Eyring 2, 431 
Er fiht jm fo gleich, als fey er ihm aus den Augen geichnitten. 
— Abraham a St. Clara_2, 203. — L. Schneider, 
Der reifende Student oder das Donnerwetter in der Mühle 
und der Teufel im Mehllaſten; Luftfp. Die Tochter des reichen 
Müllers Jacob hat während ber Abmwefenheit des Vaters eine | 


Zufammenfunft mit ihrem Geliebten. Sie werden von dem 
Bater Überrafht. Der Geliebte verbirgt fih im Mehlfaften, 


— m — en nen m — — — — 





— — — — — — — — — nn — — — — — — — — — — 


die Tochter ſchafft Speiſen und Wein auf die Seite. Aber ein 
Student, der von der Wirthſchafterin des Müllers ein Stroh⸗ 
lager auf dem Ofen erhalten hatte, ohne daß die Tochter es 
wußte, hatte Alles bemerkt. Er kommt herab. Der Müller 
bedauert, daß er ihm nichts Gutes vorſetzen kamm. Der Stu- 
dent aber jagt, er könne den Teufel zwingen, Eſſen berbeizu: 
Ihaffen. Er beginnt feine Beihwörungen; die Speijen und 
der Wein finden ſich an dem von ihm angegebnen Orte. Zu: 
letzt läßt er den Teufel in der Geftalt des Geliebten aus dem 
Mehlkaſten fteigen, fo daß fich diefer flüchten fann. Unterdeſſen 
war ein Gewitter aufgeftiegen: der Blitz jchlägt ein; eine 
Scheuer geräthb in Brand; der Geliebte, Hauptmann einer 
Pontoniersfompagnie, eilt berbei und feinen Anftrengungen 
gelingt es, das Feuer zu Idjchen, weshalb der Müller feinen 
früheren Haß überwindet und auf Zureden des Studenten bie 
Liebenden verlobt. — Grimm, 8. M. Nr. 61 u. 3, 107 
Das Bürle. — Hist. lit. 23, 146 Le povre Clercs, vgl. 22, 
X. — Meon, Nouv. rec. 1, 104 Le povre clerc. — Le Grand 
A, 55 Du pauvre Clerc. — Contes du Sieur d’Ounille 2, 182 
(mit der falfchen Leberfchrift) D’un jeune advocast qui jouyst 
de la femme d’un bourgeois sous pretexte d’estre devin (ſ. 
Liebrecht in Pfeifers Germ. 1, 263) ; vermuthlich nach dieſer 
Onelle: Cornet, Le Soldat Magicien. — Basile 1, 253 Der 
Gevatter. 
Anmerk.: Vers 110. ©. o. Fabel fingen und ſagen. 


67. Fabel. Bon einem verurtbeilten Knecht. 


Abgedr.: Wolgemutb 227. 

Duelle: Unbekannt; wahrfcheinlich nach mündlicher Ueber: 
lieferung. 

Bearb.: Hans Sachs IV, 3, 13 Schwand, dem rom: 
men Adel. — Dach, ©. 233. — Lazarus Sandrub. 
Ein Dieb will ehe bangen, als von einer heßlichen Dirn erledigt 
werden. — Exil. melanch. G. 3 Salgentroft. — Gellert 199 
Der beberzte Entſchluß. — Zadhariä 100 Der verurtbeilte 
Soldat. — H. Estienne 176 UnPicard aima mienx estre pendu 
que racheter ce supplice en espousant une boiteuse. — 
Cintio dei Fabrizü, Rebindemini, ſ. Lemble, Rom. Jahrb. 
1, 318. 

Anmerk.: Bersı. König Hans von Dänemark (1455 


— — — — — — — — — —— — — — 


Bis 1513) wollte 1500 die Dithmarjen unterwerfen, wurde 
aber von ibnen gejchlagen, war jedoch 1508 glüdlicher gegen die 
Hanfa, deren Flotte er vernichtete. 


68. Fabel. Bon einem Leinenweber. 
Quelle: Unbekannt; wahricheinlich mündliche Ueberlie⸗ 


ferung. 
Zearb. : Sans Sachs WV, 3, 161 Der Leydenloß Weber. 
Ammerk.: Vers 51. Prediger 7, 2. 


69. Fabel. Von ©. Peter ond einem Mönd. 


Abgedr.: Zachariä 88. 

Quelle: Unbelamnt. 

Anmerk.: Vers 22. Ort, eine Danziger Münze, einen 
Srofhen wertb. — Bere 99. Denar, eine italienifche 
Münze, deren zwölf auf einen Soldo gingen. — Bers 113 f. 
Mattb. 9, 10. — Vers 129 ff. Duns Scotus, ber be 
kannte Scholaftifer des 14. Jahrhunderts. Er war ein fyran: 
ziskaner, daher diefe die Philoſophie nach ihm lehrten, während 
die Dominikaner der Lehre des Thomas von Aquino folgten. 
Daber fagt der Minh: „Wenn Scotus Etwas bei Luther ge: 

olten hätte, fo würde ich ihn mit deſſen Schriften von feinen 
Irrthümern überzeugt haben.” — Bers 131. „Vnſer Sect“, 
entweder die Franciscaner oder Üüberbaupt die Anhänger bes 
Scotus, die Scotiften. 


70. Fabel. Bon einer Stieffmutter. 


Abgedr.: Wolgemutb 325 (328). 
Quelle: Unbelannt; vielleicht nach mündlicher Ueberlie—⸗ 


reruns- 13 
ert.: Vers 55. Sieman, Wortſpiel mit dem 

Kamen Simon, ein damals ſehr häufig gebrauchter Aue: 
drud, um einen Pantoffelträger zu bezeichnen. Evring bat 
in dem Spridwort: „An anfchlagen verleuft man am mei: 
ften“, folgende Stelle (1, 69 f.): 

„ung Löffel Schlagen jet bald an, 

Meinen, wenn fie nur Weiber ban, 

So wollen fie ſich wol ernern, 

Bund nicht mehr Knecht fein, Sondern berrn. 


Anmerkungen IV, 68— 70. 171 


— — — —— — — — — — — — — 


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— — —— —— — — — — — 


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70 Anmerkungen IV, 67. 


die Tochter ſchafft Speiſen und Wein auf die Seite. Aber ein 
Student, der von der Wirthſchafterin des Müllers ein Strob: 
lager auf dem Ofen erhalten hatte, ohne daß die Tochter es 
wußte, batte Alles bemerft. Er fommt herab. Der Müller 
bedauert, daß er ihm nichts Gutes vorfeßen fann. Der Stu: 
dent aber fagt, er könne den Teufel zwingen, Eſſen berbeizu: 
ſchaffen. Er beginnt feine Beſchwörungen; die Speifen und 
ber Wein finden fih an dem von ihm angegebnen Orte. Zu: 
letzt läßt er den Teufel in der Geftalt des Geliebten aus dem 
Mehlkaften fteigen, jo daß fich diefer flüchten fan. Unterdeſſen 
war ein Gewitter aufgeftiegen; der Bit jchlägt ein; eine 
Scheuer geräth in Brand; der Geliebte, Hauptmann einer 
Pontoniersfompagnie, eilt berbei und jeinen Anftrengungen 
gelingt e8, das Feuer zu löſchen, weshalb der Müller feinen 
früheren Haß überwindet und auf Zureden des Studenten die 
Liebenden verlobt. — Grimm, 8. M. Nr. 61 u. 3, 107 
Das Bürle. — Hist. litt. 23, 146 Le povre Clercs, vgl. 22, 
X. — Meon, Nouv. rec. 1, 104 Le povre clerc. — Le Grand 
A, 55 Du pauvre Clerc. — Contes du Sieur d’Ouville 2, 182 
(mit der falfchen Ueberfchrift) D’un jeune advocast qui jouyst 
de la femme d’un bourgeois sous pretexte d’estre devin (ſ. 
Liebrecht in Pfeifers Germ. 1, 263) ; vermutblich nach dieſer 
Duelle: Cornet, Le Soldat Magicien. — Basile 1, 253 Der 
Gevatter. 
Anmerk.: Vers 110. ©. o. Fabel fingen und fagen. 


67. Fabel. Bon einem verurtbeilten Kinedht. 


Abgedr.: Wolgemutb 227. 

Quelle: Unbelannt ; wahrjcheinlid nach mündlicher Ueber: 
lieferung. 

Bearb.: Hans Sachs IV, 3, 13 Schwand, dem From: 
men Adel. — Dad, ©. 233. — Lazarus Sandrub, 
Ein Dieb will ehe bangen, als von einer heflichen Dirn erledigt 
werben. — Exil. melanch. G. 3 Galgentroft. — Gellert 199 
Der beherzte Entfehluß. — Zadhariä 100 Der verurtbeilte 
Soldat. — H. Estienne 176 UnPicard aima mieux estre pendu 
que racheter ce supplice en espousant une boiteuse. — 
Cintio dei Fabrizü, Rebindemini, j. Lembke, Rom. Jahrb. 
1, 318. 


Anmer.: Vers ı. König Hans von Dänemark (1455 





— —— nme — — — — — — — — — — — — — — 


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Anmerkungen IV, 68— 70. 171 


bis 1513) wollte 1500 die Dithmarſen unterwerfen, wurde 
aber von ihnen geſchlagen, war jedoch 1508 glücklicher gegen die 
Hanfa, deren Flotte er vernichtete. 


68. Fabel. Bon einem Yeinenweber. 
Duelle: Unbelannt; wahrſcheinlich mündliche Weberlie- 


ferun 
Beach. : : Sans Sachs IV, 3, 161 Der Leydenloß Weber. 
Anmert.: Vers 5l. Brediger 7,2. 


69. Fabel. Bon ©. Peter und einem Möndı. 


Abgedr.: Zahariäd 88. 

Quelle: Unbelamnt. 

Anmerk.: Vers 22. Ort, eine Danziger Münze, einen 
Groſchen werth. — Ber8 99. D enar, eine italienifche 
Münze, deren zwölf auf einen Soldo gingen. — Vers 113 f. 
Mattb. 9, 10. — Vers 129 ff. Duns Scotu8, der be 
fannte Scholaſtiker des 14. Jahrhunderts. Er war ein Fran: 
zisfaner, daher diefe die Philojophie nach ihm lehrten, während 
die Dominikaner der Lehre des Thomas von Aquino folgten. 
Daher jagt der Minh: „Wenn Scotus Etwas bei Luther ge- 
golten hätte, fo würde ich ihn mit deſſen Schriften von feinen 
Irrthümern überzeugt haben.” — Vers 131. „Vnſer Sect”, 
entweder die Franciscaner oder überhaupt die Anhänger des 
Scotus, Die Scotiften. 


70. Fabel. Bon einer Stieffmutter. 


Abgedr.: Wolgemuth 325 (328). 
Quelle: Unbekannt; vielleicht nach mündlicher Ueberlie⸗ 
ferung. 
erk.; Bers 55. Sieman, Wortipiel mit dem 
Namen Simon, ein damals fehr häufig gebrauchter Aus: 
drud, um einen Bantoffelträger zu bezeichnen. Eyring bat 
in dem Sprichwort: „An anfchlagen verleuft man am mei: 
ften”, folgende Stelle (1, 69 f.): 
„Jung loͤffel ſchlagen jett bald an, 
Meinen, wenn fie nur Weiber han, 
So wollen fie fih wol ernern, 
Bnd nicht mehr Knecht fein, Sondern berrn. 


u nn nn — — 


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| 
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m Aumerkungen IV, 71. | | 


| Dern anſchlag ift gentzlich verlor, 

| Dann fie nun erft recht fnecht find worn, 

Dem Weib Mantel und Kind nadtragen, 

In allem ghorchen, was fie jagen, 

| Die jhren Namen ban vermwend, 

| Vnd nun mehr Sieman wern genent.“ 

: Und fchon früher heißt es in Fiſchart's Sargantua (10te8 
Kapitel): „Wolt ih darumb nicht Hanf in allen Gaffen fein, 
weil man im Niderland die Großmucdenkönig Ian heiffet? 
Noch Siman, weil man meinen Simiſchen Schaffnäffigen 
Delphinen und den Meerſchwein Näfigen Schaffen, vnd ben 
Weiberbehärfchten Gaucheyerbeätlern alſo ruffet?“” Und im 
„Ehezuchtbüchlein“ heißt es: „Nimmt ein armer ein Reiches 
Weib, jo hat er fein Weib, fondern ein Herrin und Sieman, 
deren er für ein fnecht dienet.” Im J. 1565 fchrieb Adam 
Schubart ein Gedicht: „Hausteufel, d. i. der Meifter Sie: 
man.“ — Simpliciffimus, herausg. v. Keller 1, 291: 
„Item, e8 kaͤmen von den Soldaten feine dappfern Helden und 
berghaffte Kerl in Himmel, — — jondern nur gebuldige Job, 
Siemänner, langweilige Mönd u. ſ. w.“ Vgl. Schmel: 
fer 3, 182. — Die neuefte Schrift von Feifalif über dieſen 
Gegenftand ift mir nicht befannt geworben. 


71. Fabel. Bon einem Kauffman ond feinem Weibe. 


I 

| 

| 

| 

Abgedr.: Wolgemuth 326 (329). — Zahariä 98. 
| Quelle: Unbekannt. 

Bearb.: Bauli 185 Bon einer framen, die von einem 
eyßzapffen empfing. — Galfredus de Vinosalvo, Nova poetria 
|  V. 723 bei Leyser 901. — Hagen, G. A. 2, 379 Des sn&wes 
| sun. — Laßberg, 3, 511 Das Schneefint. — Eyring3, 
| 485 Wer eim gemeinen Weib vertramt, defgleichen auff ein 

kalt Eiß bawt, Vnd einem Schottenpfaffen glaubt, Der ift ſei⸗ 
ner fünff Sinn beraubt. — Zahariä 113 Der unvermuthete 
| Ehejegen. — Méon 3, 215 L’enfant qui fu remis au soleil. — 
: Le Grand 3, 81 L’Enfant qui fondit au soleil. — Cent Now. 
| Nouv. 19 L’Enfant de neige (vgl. Ausg. v. Leroux de Lincy 
I [Par. 1841] 1, Einleit. 37 u. 39 u. 2, 343 ff.). — Males- 
i  pini, Novelle (Vin. 1609) 2, 38 Una donna da a credere al 
| marito di havere generato un figliuolo di neve, ch’egli in- 

finse a crederlo; e come se ne liberasse poi di lui. — Bgl. 


L_ .— a — — — — — — — — — — 
— — — — 








Anmerkungen IV, 72— 75. 3 


Liebrecht zu Dunlop 542.b zu Anm. 374.au. Grimm, | 

D. M. 855 Anm. ** 

Anmerk.: Vers 51. Bfalm 7, 16. 17. | 
| 
| 





72. Fabel. Bon zweien Yechtern. 

Abgedr.: Wolgemuth 327 (330). 

Quelle: Brant bei Steinhöwel 129. a Von zweyen 
Fechtern. — Eyring 1, 408 Den Meifter ond Eltern in ehren 
haben. — Exil. melanch. R. 97 Ringer. — Bol. © adi 54 
(Der Meifter Iehrt einen Schüler alle jeine Künſte bis auf eine, | 
durch welche er ihn ſpäter beſiegt). 

Bearb.: Bauli 272 Bon einem fechtmeifter vud ſeinem 
ſchuͤler. 

73. Fabel. Vom Fuhrman, Fuchs vnd Wolffe. 


Abgedr.: Wolgemuth 27. — Wackernagel 2, 50. 

Quelle: Reineke, Dat dritte kapittel V. 171 ff.— Göthe 
40,9 f. 

Bearb.: Renart 1, 29 Si comme Renart manja le pois- 
son aux charretiers V. 749 ff. — Eftbnifhe Fabel: Bär 
und Fuchs bei Grimm, R. F. CCLXXXVI, vgl. CCLXXII. 
— Bol. Frand 101: a Es widerfehrt eim weiſen feyn kleyn 
torheyt. 


74. Fabel. Von einem faulen Knechte. 
Quelle: Vielleicht mündliche Ueberlieferung. 


75. Fabel. Vom Koͤnigreich der Affen. 


Abgedr.: Wolgemuth 229. — Hoffmann ©. 179. 

Quelle: Aes. s. !. J. 7. a De homine fallaci et veraci 
et simiis. 

Bearb.: Phaedr. App. 24 Homines duo, fallax, verax 
et Simii. — Romulus A, 8 Homines duo, fallax et verax et Ä 
Simiae. — Aes. Camer. 196 Simiorum regnum. — Vinc. Bell. | 
Sp. doctr. 3, 121; Sp. hist. 2, 7 Contra adulteros. — Pant. | 
Candidus , Simiorum regnum (Del. poet. germ. 2, 146). — | 
Steinhböw el 53. b Bon einem Warhafften, und Lügner, 
ond Affen. — Pauli 334 Wie die affen einen zerriffen. — ee | 


Sans Sachs II, A, 85 Der Schmeichel und Warbaffte. — 
Eyringi, 127 Auff ſolcher Kirchweih theilt man ſolchen ab⸗ 


— — — — — 


ı 777771 — — U —⸗ e —ñ —ñ — —— — 


— — —— — — — — — — — 


m Anmerkungen IV, 7.6. 77. 


laß aus; 3, 19 Heuchlen ond felichlich ihmeichlen. — Bgl. : 
Robert 2, 542. | 

Anmerk.: Vers 124. Carneades, ein griedhifcher 
Philoſoph, geb. 217 vor Ehriftus, der Stifter der neuern Aka— 
demie, berühmt dur feine jcharffinnige Dialektik. Der von 
Waldis angeführte Ausſpruch findet ſich bei Plutarch, Quomodo 
Adulator ab Amico internoscatur c. „Av (ed. Wyttenbach 
I, 1 p. 204): Kagvsadns de EReye, ori nkovolo zai Baaı- 
kur naides innever uövov, a@Ako de ovdiv U zei xaAws 
nay$avovoı' xoAuxzevs ‚740 avsous Ev za deaipıßais 6 
. ddoxakos Enaıwvwv, xai ö no0snakcien, Unoxaraxkivous- 
vos‘ ö de Innos oVUx sides ovde poorzilur, öorıs Wiens y N 
doyer, n nAovVceos 7 nevns , ExtoaynAlleı tous un duvauk- 
vous oyelodaı. gl. Ens, 1. c. p. 42 Principes cur a 
strio artis quam imperii administrandi peritiores. — %.8 
Andreä, Menippus (bei Hoßbad 260): A. Was für einen 
Lehrmeifter würdeft du ihnen (den Fürften) denn geben? — 
B. Ein edles Roß, welches ohne Schmeichelei und ohne höfiſche 
Berftellung den erfahrnen Reiter wohl trägt, ben unerfahrnen 
und ungeſchickten abwirft. — Vers 145. Was Waldis dem 
Eulenſpiegel in den Mund legt, kommt in dem Volksbuch nir⸗ 
gends vor, vielmehr bieten zwei Schwänke den entgegengeſetzten 
Sinn. Vgl. Lappenberg zu Hiſtorie XXX u. XLIS. 246 
u. 254. 


76. Fabel (D. Bon einem jungen Redner. 


Duelle: Unbelannt. 

Anmerf.: Vers 56. „Der gut Homerus auch wol ſtuͤm⸗ 
mert“, wohl eine Reminifcenz an das befannte „Quandoque 
bonus dormitat Homerus“ aus Hor. Ars poet. v. 359. 


76. Fabel (II, B. 59 ff.). Der Schulmeifter in Nöthen. 


Duelle: Bermuthlich nach mündlicher Ueberlieferung. Vgl. 
jedoch Des Periers Nouv. 76 Du legiste qui se voulut exercer 
à lire, et de la harangue qu/il fit a sa premiere lecture. 


77. Babel. Vom Löwen, Wolff und Fuchß. 


Abgedr.: Bolgemuth 28. 
Duelle: Aes. s. I. Extravag. Fab. 9 De vulpe et lupo 
piscatore et de leone; vgl. Robert 1, XCVL. 





— —— — — — — — — — — — —— 


L—b 000 UT, 


Anmerkungen IV, 77. 175 





+ 


Bearb.: Aes. Cor. 72 Alwv zei Avxos zei Alunne. — 
Aes. Fur. 233 Atwv, Auxos zei Akunn&. — Aes. Cam. 112 Leo 
et Lupus. — Cognatus 47 De Leone, Lupo et Vulpe. — Desbil- 
lons 1, 6 Leo, Lupus et Vulpis. — Steinbdwel63. a Bon 
dem Fuchs, Wolff und Löwen. — Pauli 431 Bon widergeltung 
eines dienſts. — Eyring 2, 24 Ein betrug betreugt ben 
andern. — Abrahbama St. Clara 2, 231. — Isengrimus 
bei Grimm, R. F. Vers 165 ff. — Keinardus Vulpes lib. II, 
v. 311 sqq. — Ecbasis bei Grimm, Lat. Ged. des MA. Vers 
200. — Reinhart Fuchs S. 89 ff. Vers 1865 ff. — Reineke 
UI, 12 Wo Reinke sprikt vor dem konninge van der doget 
synes vaders, wo de sulve des konninges vater gesunt makede 
dorch de lever enes wulves van seven jaren. — Göthe 40, 
178. — Grimm, R. F. 432 Der kranke lewe. — Renart 2, 
305 C’est la branche de Renart si come il fu Mires, Vers 
17871. — Lafontaine 8, 3 Le Lion, le Loup et le Renard; 
vgl. Robert 2, 120. — Guicciardini 97. b La calomnia restar- 
sovente sopra del calumniatore. 

Anmerk.: Bers 11. S. Waldis IV, 8 Bom Wolff 
ond Fuchß. — Bers 12. S. Waldis IV, 7 Bom Fuchs ond 
Affen. — Bers 13. ©. WaldisIV, 73 Bom Fuhrman, 
Fuchs und Wolff. 


77. Babel (I, B. 117 ff.). Der Stier des Phalaris. 


Duelle: Ovid., Trist. lib. IH, Eleg. XI, v. 39—54. 

Bearb.: Aes. Camer. 364 De Busiride. — G©eiler, 
Narrenſchiff 48tes Geſchwarm (Klofter v. Scheible ©. 491) 
und 75tes Geſchwarm (Ebd. ©. 631). — Pauli 106 Wie 
einer ſelbs die marter verfüchen müßt, Die er erdacht het. — 
Eyring 2, 43 Einem andern ein gruben graben ond felbft 
darein fallen; 2,400 Er madt jhm ein rutten über fein 
eigen ars. | 

Anmerk.: Bers 113. Efther Kap. 3—9. — Vers 118. 
Fiſchart, Gargantua ates Kapitel. „Vberred er Die Bawren 
in Mechelburg, denen jre Jungkherren fein gröffer Phalarifch 
ſtraff anthun können, als wenn fie Diefelbigen ein tag hinder 
ben glühenden Ofen fpannen, vnd jhnen nichts denn roftig ver: 
jalgen Häringsnafen zu freffen geben, aber gar nichtg zu 
trinden. Da wer fein wunder, fie ledten vor Durft die Kacheln, 
oder rufften wie der Reich Mann in Nobiskrug nad) eim naſſen 





— — — — — — — — 





[en 
176 Anmerkungen IV, 78. 79. 





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| 

| Finger.” — H. Estienne 321 Perillus ayant fait un present à 
Phalaris d’un taureau de cuyvre, servant de fournaise pour 

Ä brusier les hommes, fust contrainct par le diet Phalaris d’en 
sentir le premier l’essay. — gl. Phil. de Comines, M&moires, 

| Liv. VI, Chap. XU: „ID est vray que le Roy nostre maistre 
avoit fait de rigoureuses prisons, comme cages de fer et 
autres de bois, couvertes de plagues de fer par le dehors et 
par le dedans, avec terribles ferrures, de quelques huict 

pieds de large, et de la hauteur d’un homme, et un pied 

I plus. Le premier qui les devisa, fut l’evesque de Verdun 

| (Guillaume de Haraucourt), qui en la premiere qui fut faite, 

fut mis incontinent, et a couche quatorze ans.“ 


78. Fabel. Vom Hundt und Fuchs. . 


| Abgedr.: Wolgemuth 230. 
Quelle: Unbefannt. 
Anmerk.: Vers 83 ff. Ovid., Trist. L 9,5—14: 


| 

| Donec eris felix, multos numerabis amicos, 

| Tempora si fuerint nubila, solus eris. 

| Aspieis, ut veniant ad candida tecta columbae 

| Accipiat nullas sordida turris aves. 

| Horrea formicae tendunt ad inania nunquam: 
Nullus ad amissas ibit amicus opes, 

| Utque comes radios per solis euntibus umbra, 
Cum latet hic pressus nubibus, illa fugit. 

Ä Mobile sic sequitur fortunae lumina vulgus ; 

| Quae simul inducta nube teguntur, abit. 


Bers 107 ff. Nicht Ovid., Trist., wie Waldis angibt, fondern 
Epistt. ex Ponto I, 3, 23—28: 


| Diligitur nemo, nisi cui fortuna secunda est; 
Quae simul intonuit, proxima quaeque fugat. 

| En ego, non paucis quondam munitus amicis, 
Dum flavit velis aura secunda meis, 

| Ut fera nimboso tumuerunt aequora vento, 

| In mediis lacera puppe relinguor aquis. 

| 

| 

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79. Babel. Bom Hecht und Krebs. 
Duelle: Unbefannt. Vgl. Grimm, KM. 3, 257 f. 


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— — — —— — — — 


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— — — — — — — —— 


Anmerkungen FV, 80. 471 


80. Fabel. Des Betlers Kauffmanfchafft. 
Abgedr.: Wolgemuth 328 (331). — Zach ariä 101. 
Quelle: Unbelannt. 

Bearb.: So zahlreich dieſelben find, weichen fie in der 
Einkleidung doch ſämmtlich von unferer Fabel ab. Aes. Camer. 
307 Vasculum mellis. — Gast 1, 207 De Villica. — Ens, 1. 
c. p. 240 Mulier inani spe ditescendi inflata. — Desbillons 
6, 12 Puella rustica et lactis cymbium. — Sans Sads 
IV, 3, 119 Der Einfidel mit dem Honigfrug. — Seb. Frand 
II, 50. a Die huͤner verfauffen, eh die eyr gelegt find. — 
Schildbürger: „Bon einer Schildbürgerin, welche mit Eiern 
gen Markt ging, vor fich her eine wunderliche Rechnung machte, 
und wie es ihr ergangen” (Hagen, Narrenbud ©. 178). — 
Eyring 1, 70 An anfchlegen verleuft man am meiften; 1, 
652 Die Beernhaut verfauffen, ehe der Ber geftochen wird; 2, 
173 Ein Schloß in den lufft bawen; 2, 392 Er leidt jelbft ge: 
machte hungers not. — Schupp 275 Der Mönd mit dem 
Honigkrug. — Gleim 2, 4 Die Mildfrau. — Grimm, 
KM. Nr. 164 u. 3, 241. — KRabelais 1, 33 (ed. J. Jacob 
p- 60): J’ay grand paour que toute cette entreprinse sera 
semblable a la farce du pot au laiet: duquel un cordouanier 
se faisoit riche par resuerye, puys, le pot casse, n’eust de 
quoy disner. — Fiſchart, Oargantua, 36ftes Kapitel, er: 
zählt die Gefchichte mit dem Honigfrug nad dem Buch der 
alten Weifen. — Des Periers Nouv. 12 Comparaison des al- 
quemistes a la bonne fernme qui portoit une potee de lait au 
marche. — Lafontaine 7, 10 La Laitiere et le Pot au Jait; 
vgl. Robert 2, 89. — Lucanor 29 Was einem Weibe, Frau 
Luftig genannt, begegnete; vgl. Liebrecht zu Dunlop 502. 
a Nr. 29. — PBantihatantra 2, 345 u. 1, 499 Der zer: 
brochene Topf. — Bidpai 2, 3 Der Pläne fchniedende 
Mönch. — Joh. de Capua K. 4. a. — Beispiele der Wei: 
fen 130, 16. — Hitopadeſa 4, 8 Bom Bracdhmanen im 
ZTöpferladen, vgl. Ueber). von Lancereau 239. — Taufend 
und eine Nacht (Weil) 1, 540 u. 3, 910. — Cab. des fees 
18, 36 Le Santon qui a cass& sa eruche. — Tuti:Nameh 
2, 220 Bom Holzhauer, der zur Unzeit tanzte. — Collin d’Harle- 
eille, Les chäteaux en Espagne, Acte III, Sc. VII enthält 
einen vortrefflichen Monolog eines, der Luftichlöffer baut. 


Deutiche Bipliothet l. . " m 











Ins Anmerkungen IV, 81. 82. 





— — — — — — — — — — 


Anmerk.: Vers 120. Ich kenne weder den Dichter, noch 
die Stelle, welche Waldis hier anführt. 


81. Fabel. Vom alten Mann ond feinem Weibe. 


Abgedr.: Wolgemuth 231. 

Duelle: ? Steinböwel’ 8 Boccaccio, Ausg. v. Keller, 
©. 438 Wie her Ludwig frawe Beatrice sein grosse liebe 
öffnet u. s. w. 

Bearb.: Rosenblüt, Der mann im garten (Haupt, Zeitschr. 
9, 172; Keller, Fastnachtssp. 3, 1150 f.). — Keller, Erz. 
289 Von dem Schreiber. — Bolfslied: „Der Herr und der 
Schreiber” bei Mone, Anzeiger 4, 452 ff. und Uhland, 
Bolkslieder ©. 747. — Bollslied: „Der Schreiber im Gar: 
ten“ bei Mittler ©. 31 „Ich weiß einen Anger breit“. — 
Dach, Zeitvertr. 327.— Happel ©. 692—702. — Lafon- 
taine, Contes 1, 3 Le Cocu battu et content. — Boccaccio 7, 
7 Lodovico discuopre a Madonna Beatrice ’amore, il quale 
egli le porta etc. — Ser Giovanni 3, 2 Ceccolo di Perugia, 
consumato tutto il suo per Isabella, moglie die Lapo Fio- 
rentino, si accongia con esso per donzello. — Bol. Dun: 
lop von Tiebredt ©. 242 u. Anm. 308; Schmidt, 
Beitrr. 72 

Anmerk.: Vers 175. Das Gemälde, wovon Waldis 
ſpricht, iſt oh! eine allegorifche Darftellung, die in irgend 
einer Sammlung von Sinnbildern, Emblemen u. f. w. ſtand. 
— Bers 190. „Das alte Lied“ ift mir nicht weiter befannt. 


82. Fabel. Dom reihen ond armen Mann. 


Abgedr.: Wolgemutb 132. — Wadernagel 2, 52. 
— Scholl, 2, 43. 

Duelle: Speculum exemplor. Diss. IX, Ex. VI. 

Bearb.: Horat. Epistt. I, 7, 46 sqgq. — Hans Sad 
(bei Naumann ©. 34) Der arm Altreus mit dem reichen 
genzigen purger. — Hagedorn 2, 90 Johann der Seifen: 
fieder. — Meier, Volksmärchen 139. — Chasse-ennuy 242 
Du philosophe Anacreon qui ne pouvait dormir ayant de 
Pargent. — Des Periers Nouv. 19 Du savetier Blondeau, qui 
ne fut oncq en sa vie melancholie que deux fois, et com- 
ınent il y pourvut et de de son epitaphe. — Lafontaine 8, 2 
Le Savetier et le Financier; vgl. Robert 2, 118. — Florian 


— — —— — — — — — — 





DZ 


Anmerkungen IV, 83. 419 


2, 4 Le Bon Homme et le Tresor. — Gwicciardini 136. b I 
danari impedire il sonno, 6 come. 


Anmerf.: Bers 10. Ovid., Fastor. I, 211: 
„Creverunt et opes et opum furiosa cupido.* 


Bers 121. Scholl, Lit.⸗Geſch. 2,431 erklärt „Kopff“ durch 
„Kopfſtück“, eine Münze, worauf ein Kopf befindlich; dies iſt 
aber offenbar falſch; denn das Ganze iſt eine Anfpielung auf 
die Geſchichte Joſephs, der ſeinen Brüdern einen ſilbernen 
Becher in die Säcke ſtecken ließ (1. Moſ. 44, 2 ff.). — Vers 
130. Matth. 6, 24. Luc. 16, 13. 


83. Babel. Bon einem Curtifan. 
Abgedr.: Schade, Pasquille 1, 191. 
Duelle: Vielleicht aus mündlicher Ueberlieferung. 


Anmerk.: Ueberſchr. Curtiſan. Curtifanen, liber 
welche die Zeitgenoffen ſämmtlich die bitterften Klagen führen, 
nannte man Diejenigen, welche nad Rom gingen, um vom 
Pabſt oder den Kardinälen Pfründen und Stellen zu erbetteln. 
Es waren meift Leute ohne Kenntniffe und moralifchen Cha- 
rafter, welche vieß thaten. Hutten fpricht oft von ihnen. Eine 
gute Schilderung der Curtifanen gibt Thomas Naogeorg in 
feinem Regnum papisticum, welches Waldis ins Deutfche Über: 
ſetzte (ſ. o. S. XIV). Oskar Schade hat den Tateinifchen Tert 
und die Ueberſetzung dieſer Stelle mitgetbeilt (Satiren u. Pas- 
quille aus der Reformationszeit, Bd. 1, 8. 184 ff.). — Vers 
33. Apoftelg. 8, 9.13 ff. ers 39 ff. Vgl. Montfleury, 


. La femme Juge et partie, Acte III, Sc. II: 


„Ta raison n’est pas forte: 
Le me£rite est un sot, si l’argent ne l’escorte; 
Vouloir sans interet faire agir la faveur, 
C’est savoir mal son monde et risquer son’ bonheur; 
Mais avec ce secours, pour peu qu’on sollicite, 
L’argent passe, morbleu! sur le yentre au me£rite. “ 


Vers 48. Matth. 10, 8. — Vers s1. Krone Es gab 
Silber: und Goldkronen, burgundifche, niederländifche, fran⸗ 
zöftfche, ſchweizeriſche, venetianifche und andre Kronen. Wahr: 
ſcheinlich find hier niederländifche gemeint. — Vers 56. Com: 
mende. Uebertragung einer geiftlichen Pfründe. 


0 
\ 
— — — — — — — — — — — — — — — — —— — — — — — — 





| 180 Anmerkungen IV, 84— 87. 


84. Tabel (I). Vom Schweißer und feinem Son. 
Abgedr.: Wolgemuth 329 (332). | 
Quelle: Bebelius 3. 4. b De simplici rustico. 
Anmerk.: Bers 18. Matth. 9, 17. — Bers 75. 
Poet. Wenn ich nicht irre, ift Die Stelle aus Ovid, doc Tann 
ich fie jetzt nicht finden. | 


84. Fabel (II, 3. 81 ff.). Der Bauernbub vnd der 
Palmefel. 


Duelle: Bebelius 21. a Fabula de simplici puella. 

Bol. Kirchhoff 262. a Bon einem andern Schweiger. 
(Ein junger Schweizer hielt den hölzernen Heiland für einen 
Vebelthäter, weil ihm jo viel Bolt mit Palmzweigen entgegen: 
gieng; er zog das Schwert und bieb ihn ſammt dem Efel zu- 
jammen. Zu Haufe erzählte er feine Heldenthat.) 


85. Fabel. Bon einem vngezognen Sone. 


Abgedr.: Wolgemuth 330 (333). 

Quelle: Anon. Nev. 522 De Patre et Filio. ’ 

Bearb.: Aes. s. J. H. 4. b De patre et filio suo. — |! 
Phaedr. 6, 11 Paterfamilias et Aesopus. — Romulus 3, 11 
Pater et filius saevus. — Steinhömwel 47.a Bon dem Bat: 
ter ond Bngeraten Son. — Vgl. Robert 2, 492. 


86. Fabel. Bon einem Herrn ond feinem Müller. 


Duelle: Bebelius 3. b Contra molitores. 

Bearb.: Gast. Sermones conviv. 1, 193 In Molitorem. 
— Kirchhoff 272. a Man wil ein Müller benden. — Dach, 
Zeitvertreiber 2531. — Zinegref S. 223. Geiler von Kai: 
jersperg gefragt, warumb man die Müller nicht hencke, ant-: 
EN er: „Darumb daß nicht das gantz Handwerd vonder: 
gehe.“ 

87. Fabel. Bom Wolff ont einer Ganf. 


Abgedr.: Wadernagel 2, 56. 
Quelle: Unbefannt. 
Bearb.: Aes. Cor. 94 "Eoıpos zei Auxos. — Aes. Fur. 


74 Egıpos xai Auxos. — Aes. Camer. 260 Lupus saltans : 
124 Hoedus et Lupus. — Pauli 152 Bon einem wolff, der 


— — ꝰ, 





— — — — — — —— — — — — — 











Anmerkungen IV, 88-—90. 





einem geißlin zu dang pfeyff. — Grimm, AM. Rr. 86 Der 
Fuchs und die Gänfe, vgl. 3, 145. — Uhland, Volkslieder 
S. 565 ff. Im winter ift ein falte zeit. — Marie de France, 
L’Oie et le Loup bei Le Grand A, 370 Note. — Guicciardini 
397. b Ammirabile avvidemento accompagnato da gran for- 
tezza d’animo. 

Anmerk.: Vers 41. Eigentlich jagt Marcolfus: „Des 
buches vbereffigfeit Den arß czu wilen farczen dreit.“ „Aus 
einem vollen Bauch berrichet ver X...” (Hagen, Narren: 
buch 232). 


88. Habe. Vom Fuchß ond dem Eichhorn. 


Abgedr.: Wolgemuth 30. 

Duelle: Unbelannt. 

Bearb.: Phaedr. App. 13 Perdix et Vulpis. — Bgl. 
Aes. Camer. 198 Vulpes et Gallus. — Bantidhatantra 1, 
310. — Renart 1, 49 Si come Renart prist Chantecler la lor 
Vers 1267. — Cabinet des fees 17, 220 Le Serpent et le Re- 
nard ; 236 Le Lion trompe& par le lievre. 


89. Fabel. Don einem Mönch ond feinem Sattel. 


Duelle: Vermuthlich nach mündlicher Ueberlieferung. 

Anmerf.: Vers 42. Hor., Epistt. I, 17, 50 sqq.: 
Sed, tacitus pasci si posset corvus, haberet 
Plus dapis. 


90. Fabel. Wie ein Bede Bifchoff warbt. 


Abgedr.: Wolgemuth 332 (335). 

Duelle: Wahrſcheinlich nach mündlicher Ueberlieferung. 

Anmerk.: Bers ı ff. Es ift mir nicht erinnerlich‘, die 
bier angeführten Lalenburger Streihe an andern Orten gelejen 
zu haben. Nur die B. 51 erzählte Geſchichte findet ſich in den 
Schildbürgern (Hagen’s Narendbuh ©. 163): „Wie 
die Schildbürger ihre Füffe verwechfelten, und Diefelben nicht 
mehr fenneten, Doch zuletst jeder die feinen mwiederfunde.” — 
Bers4—11. Bgl. Fortini in Novelle di autori Senesi, Nov. 
8: Come Lucrezia insegna a Biagio suo genere il matrimo- 
nio, und Cintio dei Fabrizii, Si erede Biasio angef. v. Lembke 
im Rom. Jahrb. 1, 315. Keller, Erz. 463 Der müller mit 
dem kinde. — Bers 76. Doͤlpelbach, vermuthlidh ein von 








— — — 
— — — e Ú— — — — — — — — — — — non 





182 Anmerkangen IV, 91—93. 





Waldis erfundener Name. — Bers 77. Biefen, mir un: 
befanttt, denn es ift doch wohl Bijen oder Alten:Bifen im 
Luremburgifchen nicht gemeint. — Bers 222. Ovid. Ic 
babe dieje Stelle nicht finden können. — Bers 223 ff. Be- 
fanntlich wird dieß von Cincinnatus erzählt. 


91. Fabel. Pom alten kanden Mann. 


Abgedr.: Wolgemuth 233. , 
Quelle: Bielleiht mündliche Ueberlieferung. 
Anmerk.: Vers 18. S. Agricola 396 Wer ein fraut 
hette, heyſſet Sar ab, mit dem wurde e8 befler. — Zincgref 
. 270. 


92. Fabel. Vom Blinden ond feinem Knaben. 


Abgedr.: Wolgemutb 234. — Zadhariä 107. 
Duelle: Bermuthlich nach mündlicher Ueberlieferung. 
Bearb.: Abrah. a St. Clara, Huy u. Pfuy ©. 526. 


93. Fabel. Pon der Göttin Juno und Venus. 


Abgedr.: Wolgemutb 31. 
Quelle: Aes. s. I. H. 2. a De junone et venere et aliis 
feminis. 
Bearb.: Phaedr. 6, 10 Juno, Venus et Gallina.. — 
Romulus 3, 8 De Junone, Venere et aliis Feminis. 
Anmerk.: Vers 10 ff. Vgl. Marie de France, Une 
femme et sa poule bei Le Grand 4, 352. — Bers 45 ff. 
Benutzung einer Älteren Briamel, welche bei Keller, „Alte 
gute Schwänke“ (Lpz. 1817), ©. 17 alſo lautet: 
„Ain junge maid on lieb, 
Vnd ain groffer jarmardt on Dieb, 
Vnd ain alter Jud on gut, 
Bnd ain junger man on mut, - 
Vnd ain alte ſchewr on meuß, 
Vnd ain alter beit on leuß, 
Vnd ain alter bod on bart, 
Das ift alles wider natuͤrlich art.“ 
Bers 97. Nollhart. Die Lollharte waren eine Art Laien: 
brüder, welche Durch ihr herumfchweifendes oder unfittliches 
Leben vielerlei Anftoß gaben. Bgl. Gödeke, Gengenbad 
©. 605 Anm. | 


U 7 — — e ⸗ — — 


BARS @EEHEED- au GEENEED GEHE EREEEEEN v ED ii  |L 


Anmerkungen IV, 94— 96. 183 


94. Fabel. Vom Wolffe, Fuchſſe, Hirſch und Storcen. 
Abgedr.: Wolgemuth 32. — Zahariä 112. 
Quelle: lnbelannt. 

Anmerk.: Vers 94. 5. Mof. 24, 12 ff. 


95. Fabel (I). Wie Eanct Peter wolte Gott fein. 


Abgedr.: Wolgemutb 265. 
Duelle: Unbelannt. 
Bearb.: Hans Sachs I, A, 991 St. Peter mit ber 
Geiß. — Zadhariä 141 St. Peter, der Gott ſeyn wolte. 
Anmerk.: Vers 158. S. Matth. 5, 45. — Bers 269. 
Sn der Barabel vom verlornen Sohn heißt es ähnlich : 
„Ik hebbe dat arbêt unde de moije, 
En ander heft genöt unde koije.* 
Vers 278. Diefer Bers ift ohne Zweifel eine Reminifcenz 
aus Brant's Narrenſchiff, in beifen 108tem Kapitel, „Das 
Ihlauraffen Schiff“, Vers3.4 (Zarncke S. 104.b) es heißt: 
„Su allen landen über al 
On end ift vnſer narren zal.“ 
Bei Salomon, auf den fih Waldis (S. 279) beruft, kommt 
Diefer Ausdrud nicht vor. 


95. Fabel (II, B. 281 ff.). Der junge Mönd, ber 
nichts kann als regieren. 


Quelle: Unbelannt. Ich habe die Anekdote ſchon irgendwo 
gefunden, erinnere mich aber nicht mehr, wo? 

Anmerk.: Bers 305. Die Stelle aus Ciceros Briefen 
(I, 9) lautet folgendermaßen: „Hic meae vitae cursus offendit 
eos fortasse, qui splendorem et speciem huius vitae intuen- 
tur, sollicitudinem autem et laborem perspicere non pos- 
sunt.“ (M.T.C.P. Lentulo Imp. ; Ciceronis Opp. ed. Orelli 
Vol. UI, 1 p. 43.) 


96. Fabel. Don den Pöwen ont Hajen. 


Abgedr.: Hoffmanı ©. 185. 

Duelle: linbelannt. | 

Bearb.: Rollenhagen R. 3. b—Y. 8. a Wie die 
Hafen der Lewen unglüdliche Tehrmeifter werden. — Vgl. Aes. 


22.20 . 2a. nn. -. 


184 Anmerkungen IV, 97— 99. 


| Cor. 347 Atovrss zai Aaywöı. — Aes. Camer. 264 Leporum 
concio. 


Anmerk. : Vers ı ff. Merkwürdiger Anfang. 


97. Fabel. Wie einer ein Eſel folt fehreiben leren. 
Abgedr.: Wolgemuth 334 (337). — Hoffmann 


©. 191. 

Quelle: Adstemius ap. Nev. 592 De Grammatico docente 
asinum. 

Bearb.: Aes. Camer. 167 Rex et Subditus. — Poggius 
H. 2. a Facetum hominis dietum asinum erudere promitten- 
tis. — Carp. Ens, Epidorp. p. 54. — Lange, Democritus 
ridens p. 160. — Desbillons 10, 3 Rex et Ludi Magister. — 
Brant bei Steinhoͤwel 121. b Ein ſchwere vfffchlagen ift 
bie Nuͤtzlich — Eulenfpiegel, Die XXX Hiftori jagt, 
wie Vlenfpiegel zu Erdfurd ein efel Iefen lert in einem alten 
pfalter (bei Rappenberg ©. 40). — Lafontaine 6, 19 Le 
Charlatan ; vgl. Robert 2, 54. — Des Periers, Nouv. 88 D’un 
singe qu’avoit un abbe, qu’un Italien entreprint de faire 
parler. — Guicciardini 31. b Cosa oportuna ed utile godere 
il beneficio del tempo (Es fol ein Elephant ſchreiben lernen). 
— Taufend und Ein Tag 10, 218 Der Prophet Elias. 


98. Fabel. Wie ein Dorfpfaff die Bawın ftrafft. 
Abgedr.: Wolgemuth 335 (338). 

Duelle: Bermuthlic nach mündlicher Ueberlieferung. 
99. Fabel. Vom Bawrn, Lindwurm, Pferd, Hund 
vnd Fuchs. 

Abgedr.: Wolgemuth 33. 


Quelle: Aes. s. I. K. 4. b Fab. extr. 7 De dracone et 


villano, vgl. P.8. b Fabb. collecte 9 De lupo, rustico, vulpe 


et caseo. . 
Bearb.: Aes. Cor. 170 Tewpyös zus Ogıs. — es. Fur. 
130 Odo:nöpos xal "Eyn. — Aes. Camer. 200 Serpens vinc- 


tus; 289 Merces anguina. — Phaedr. 4, 19 Vulpis et Draco. 
— 4Abstemius ap. Nev. 593 De Serpente saxo oppresso. — 
Alfonsus 7, vgl. 24 und die Bemerkung bei Waldis I, 86. — 
Pant. Candidus, De Rustico, Serpente et Vulpe. Quae sit 





- 
— — — — — — — 
— — — — — — — — — 


— — — — — — — 


Anmerkungen IV, 100. | 185 
mundi merces (Del. poet. germ. 2, 115). — Boner 71 Von 
einem slangen was gebunden. — Bgl. Gefta Rom. 174 


Wie das, was die Natur lehrt, Niemand aufheben kann und 
von der Bergeltung ber Undankbarkeit, vgl. Gräſſe 2, 278. 
— Steinhoͤwel 59. b Bon dem Draden vnd dem Baier. 
— Hans Sadhs II, 4, 68 Fabel mit dem Bawer, Fuchs und 
Wolf. — Er. Alberus 48 Bon einem Bawren, Schlangen 
vnd Fuchs. — Rollenhagen P. 2. a Eins Bawrn vnd 
Hafelwurms vneinigkeit, von der Welt hoͤchſten danck — Ey: 
ring t, 588 Der Welt lohn, guts mit böfem vergelten. — 
Abrabama Gt. Clara I, 345 aud in Kurz, Lit.-Geſch. 
2, 437. — Reineke III, 4 Wo de apinne sprikt vor dem kon- 
ninge van deme lintworme efte slangen unde van deme 
manne. — Göthe 40, 155. — Meon 2, 144 Du Vilein qui 
dona ses bues au lou. — Marie de France, Du Villain qui 
donna ses boeufs au Loup bei Le Grand 4, 193. — Lafon- 
taine 10, 2 L’Homme et la Couleuvre. — Robert 2, 248, vgl. 
23,33. — Bantihatantrai, 113 Bon dem Brahmanen 
und dem Krofodil. — Cabinet des fees 17, 373 L’Aveugle qui 
voyageoit avec un de ses amis; 404 L’Homme et la Cau- 
!euvre. — Harthauſen, Transfaulafia 1, 332 Das Mär: 
chen von der Undankbarkeit ver Menjchen. — Saal, Märchen 
der Magyaren Nr. 11. ©. Grimm, KM. 3, 316. — 
Bgl. Pfeifer, Germ. 2, 249 u. Robert 1, CXV. — lieber die 
Zurüdführung in den vorigen Zuftand vgl. Grimm, KM. 99 
Der Geift im Glas u. 3, 179 ff. 


100. Fabel. Bon einem Tyrannen vnd feinem Vndter⸗ 
faflen. 
Abgedr.: Hoffmann ©. 194. 
. Quelle: Pogyius D. 4. b De tyranno qui homini pecu- 
nioso causas injustas injecit. 
Bearb.: Brant bei Steinhömwel 123. a Von der 
Tyran oder wieterich Grauſamkeit. 
Anmerk.: Bers 215. In diefer Weife jchließt bekanntlich 
Hans Sachs feine meisten Stüde. — Vers 221. D.h. in den 
Lateinisch gejchriebenen Vorbildern. 


f 


— —— — — 





186 Anmerkungen zur Historie von Smrgen Mewssen. 





Hiſtorie von Zweyen Mewſſen. 


Unſerm Abdruck liegt das Exemplar der Königl. Bibliothek 
in Berlin zum Grunde, das uns mit der größten Bereitwilligkeit 
zur Benutzung anvertraut wurde, wofür wir unſern berzlichften 
Dank auch öffentlich auszufprechen uns gedrungen fühlen. Die: 
ſes Eremplar ftammt aus der Deufebadyiichen Bibliothef. Daf- 
felbe ift aber unvollftändig ; es fehlen das zweite und dritte 
Blatt. Herr Dr. Grein, deſſen vortreffliche Arbeiten im Ge⸗ 
biete der angelfächfiihen Sprache und Literatur jo allgemeine 
Anerkennung gefunden haben, hatte die Güte, uns eine getreue 
Abfchrift der fehlenden Blätter nach dem in der Marburger 
Univerfitätsbibliotbet aufbewahrten Gremplar der feltenen 
Schrift zu verfertigen. Auch ihn verfichern wir unferes herz: 
lichſten Dankes. ittler ſagt (a. a. O. S. 33), daß ſich 
auch ein Eremplar der „Hiſtorie“ im Geh. Archiv zu Königs: 
berg befinde; dieß muß jedoch auf einem Mißverftändniß be: 
ruhen, da nad) der Mittheilung des Herren Profeſſor Rofen: 
franz, an den wir uns deshalb wendeten, im Königsberger 
Archiv durchaus Nichts von Waldis vorhanden ift. 

Vebrigens muß es, wenn die Abfchrift bes Titels bei Mitt- 
ler (a. a. O. ©. 32 f.) richtig ift, woran wir nicht zweifeln, 
zwei Drude der „Hiftorie“ geben, ba der Titel des Berliner 
Eremplars in einigen Kleinigleiten von dem bei Mittler ab: 
weit. So find die Anfangsbuchſtaben von Waldis Namen 
im Berliner Eremplar deutſch (B. W.), mährend fie auf dem 
andern lateinijch find (B. W.). \ 


— ö— — — — — — — — 


AUachtrüge zu den Anmerkungen. 187 


Hadträge zu den Anmerkungen. 


| 
| 
1, 1 Exzpriefter Zita (f. Wolff, Wien. Jahrbb. 58, 244). | 
— 1, 2 Abgedr.: Hoffmann S. 158. — I, 3 Abgedr.: | 
Hoffmann 227.— 1, 4 Hita a. a. D. ©. 227. — 1, 6 Hin 
a. a. ©. 227. — 1,7 Hitaa.a.D. 244. — L,9Hitaa.a. | 
O. 244. — I, 11 Bita a. a. ©. 245. — L 12 Hitaa.a.O. | 
228. — I, 18 Abrabama St. Clara, Sum und Pr, | 
©. 364. — Hita a. a. D. 244. — I, 14 Abgedr.: Hoff: | 
mann 163. — Hita a. a. O. 244. — I, 16 Hita a. a. O. 
233. — Scarron, Jodelet, Acte III, Sc. IX: | 
„La fortune, ma foi, s’irait rire de moi, 
Si, m’offrant tel bonheur, je ne vous l’empaumboi. | 
Prenons l’occasion, au péril d’un affront, | 
Par le fin beau toupet qu’elle a dessus le front; 
Par derriere elle est chauve.* — | 
I, 17 Vridank von Grimm 441, 19 ff. — BZincgref 73: 
„ALS er (Kaiſer Friedrich II.) dem König von Vngarn zuließ, 
Wien zu ftraffen, fagt er: Sie mißbrauchen meiner Güte; vnd 
wollen die Froͤſch den huͤltzinen Ploch nicht, fo will ich den 
Storden ober fie fohiden, vnd den König die Statt plündern 
laſſen.“ — Hita a. a. O. 226.— I, 19 Aita a. a. D. 227. — 
I, 21 Aita a. a. D. 223. — I, 22 Hita a. a. D. 244.— 1,23 | 
HAita a. a. ©. 245. — 1, 29 Abr. a St. Clara, Huy und 
Pfuy 437. — Hita a.a.D. 228. — 1, 32 Abr. a St. Clara 
a. a. D. 268 (Wolf und Pferd). — HAita a. a. D. 228. — 
I, 33 Aita a. a. ©. 227. — 1, 42 Abr. a St. Claraa. a. 
D. 395. — I, 43 Zincgref 388 (wie bei Fiſchart f. Anın. 
zu 1, 4). — Abr. a St. Clara a.a. O. 413. — 1, 45 
Abgedr.: Hoffmann 160. — I, 49 St. Johanns 
Segen. Moyen de parvenir 2. 216 Je les vis fiancer; ainsi 
que le cure les eut fait toucher en la main, il prit un verre | 
et fit boire le fianee. — I, 64 Simplicifjfimus herausg. | 
v. A. v. Kelleri, 234. — I, 66 Abr. a St. Claraa.a. | 
O. 455. — 1,67 Opitz, Lob des Krieges:Gottes VB. 337: | 
„Will Loͤwenkrafft erliegen, So fol man Fuchsnatur an ihre | 
Stelle kriegen.” Vgl. dazu Opitens Anm. — I, 73 Hita a. a. 
D. 222. — I, 84 Abr. a St. Claraa.a. O. 118. — J, ” 


— — — ——— — — — en — — — ? — — — 


alles 11, 73, 28 ganz, durchaus 

allwen |, 68, 23 immer, überall 

almo$ Il, 80, 23 Almofen 

allzuhandt IV, 63, 23 alsbald, ſo⸗ 
gleich 

alreit, bereits 

als, alls I, 1, 3. 6, 54. 35, 31. IV, 
24, 9. 72, 11 Alles 

al® 11, 89, 5, wie 

als I, 73, 38. 1, 99, 16. IV, 15, 45 
fo, eben fo 

als IV, 17, 103 immer 

al® baldt IV, 60, 107 jo bald 

als das Il, 32, 23 jo daß 

alfam, allefam , allfant, alle fant 
N, 18, 65. 50, 29 alle zufammen 

an 1, 62, 10 über — 11, 2, 13 gegen 

anbegeren Il, 29, 10 bitten, verlan- 
gen 

anden Ill, 10, 8 wimmern 

and, andt Il, 31,77. 89, 33. IV, 
10, 32. 66, 21, 133 meh, leid, zu» 
wider 

anfachen IV, 10, 16 anfallen, zu⸗ 


oſſen 

anfallen I, 17, 26 überfallen, an⸗ 
fprechen j 

anfechten l, 128, 2. 18, 13. 11, 10, 
21. 61, 7 anfallen, überfallen, 
reizen 

angeben 11, 41, 91. 48, 14 angrei- 
en. anfangen 

angel Ill, 69, 15 Stachel 

angelangen IV, 60, 3 angehen 

angenem IV, 1, 79 annehmbar, gut 

angewinnen 1, 89, 28. III, 76, 24 
abgewinnen 

angienen 111,12, 23angähnen, dann 
cheel anfehen 

anheben Il, 81, 17. IV, 95, 196 an- 
fangen, unternehmen, übernehmen 
— IV, 96, 75 warten 

anhin 11, 74, 5. IN, 80, 16 hinan, 
tabin, weiter 

anig IV, 17, 96 los 

ankommen II, 31, 170 zufammen- 
fommen , antreffen — II, 45, A. 
IV, 74, 90 befallen 

anlangen III, 92, 34. IV, 81, 103 
angeben . 

anlauffen I, 55, 26 angreifen 

anlegen Ill, 47, 28 anwenden, ver- 
wenden 


— —— — ——— — — — — — —— —— — — — — — 


Bürternrrjeichniss. 


(fib) anmaſſen II, 4, 46. 17, 49. 
57, 13. III, 92, 8 fid} wenden an, 
anfpreden, ſich unterziehen, fich 
annehmen , etwas vornehmen, ſich 
unterfangen 

(fi) anmeffen II, 30, 162. IV, 99, 
320 fih annehmen 


(ih) annemen II, 54, 81 erkennen 
— Il, 88, 64. 89, 28. IV, 62, 6. 
76, 51 fi) unterfangen , ſich vor- 
nehmen — IV, 1,52 anfangen, be» 
ginnen — IV, 63, 53. 74, 56 fid 

eteifligen 
anreiten Il, 66, 28 gegen einen rei» 
ten, ihm entgegenfommen 
anfchlagen 11, 2, 12 auffchlagen — 
IV, 57, 28 anfangen, anftellen — 
IV, 97, 97 Anihläge machen 


anieben, mich anfiht IV, 4, 93 
mir erfcheint . 

anfegen II, 88, 6. IV, 78, 42 an- 
greifen 

anfich III, 6, 28 anſehe; anflcht, an- 
fiebt, |. anſehen 

anftehende I, 57, 8 bevorftehenpe, 
drohende 

anfterben IV, 100, 23 durch Erb⸗ 
fhaft zufallen 

ante IV, 2, 82 Ente 

antreffen IV, 9, 14 treffen 

antvogel I, 60, A Ente 

antıwert I, 197 antwortet 

anwifchen Il, 88, 54 anreiben 

anzannen II, 28,10. 61,11. IV,49, 
114, 75, 104. 96, 107 angrinfen, 
anblöden, dann überb. anfahren 


arbeit II, 22, 40 HEHE Mühe 

arge lift IV, 99, 304 Argli 

armetey IV, 82, 33 Armuth 

arn 1, 10, 7.59, 11 Adler 

art II, 27, 93 Gefchlecht 

argen Ill, 62, 1 ärztlich behandeln 

agel I, 71, 31 Elſter 

auff I, 80, 5 drauf 

auffbrüften IV, 4, 13 prahlerifch 
herausftreichen 

auffdawen 11, 11, 39 aufthauen 

auffenthalt IV, 83, 12 Unterhalt, 
Einkommen 

auffenthalten III, 40, 23 aufneh⸗ 
men, beherbergen 

auffgehan Ill, &, 12 aufgehängt 


— — — — —— 


— — — ——— — — — 


auffgienen IV, 57, 51 den Mund 

aufſperren 
auffhalten, das leben, IV, 38, 34 
ſich erhalten, ernähren 

auffbeben III, 100, 62 erheben, aus- 
führen — IV, 30, 25 anheben, be- 
ginnen 

auffbenden IV, 97, 93 verfchieben, 
unerledigt faffen 

auffhigen II, 30, 88 aufhiſſen, auf- 
fpannen 

auffkro⸗ fen III, 983, 73 den Kropf 
anfü 

au eden IV, 57, 11. 81, 128 auf- 
pringen 

aufflegen I, 87, 25 auferlegen 

aufflupffen IV, 87,6. 92, 70 er⸗ 
heben, emporheben 

auffmugen IV, 28, 56 pußen, auf- 


pußen 
(ih) auffmugen I, 86, 11 ſtolz, 
übermüthig werden 
aufge. 56, 38 aufrichtig 
auffricht 1, 34, 28 aufgerichtet, auf- 


auffeichtig IV, 19, 20 recht, gehörig 
auffruden Im, 92,182 emporheben, 


aufag IV, 20, 2. 49, 141. 100, 
119 Liſt, Ränte 
auffihlingen I, 6, 3 verichlingen 
auffiegen IV, 81, 142 einfeßen, be- 
PR 
effen Il, 26, 66 zutreffen 


au 1, 12, 59 oben trug 
aufwinden IV, 98, 99 aufheben, 
erheben 


auffzuͤcken IV, 90, 196 erheben 
(vor) augen fein 1,95, 35 augen» 
ſcheinlich 
aufbundis L 46 ausgezeichnet, mei⸗ 
erhaft 
augdauwen IV, 7, 66. 78, 57 ver⸗ 


ci) Außdrähen I, 34, 8. 34 fi 
we Ihleichen entrinnen, ent- 


ſchlupf 
außfeoen IL, 74, 9 ausputzen, ſchmaͤ⸗ 


hen 
außfiljen IV, 98. 26 fchelten, her: 
untermadjen 


. Bürteroerpirhis. 


39 


außflucht IV, 90, 119 Ausgang, 
aufgerlopien IV, 6, 22 ausgeichla- 


außgewinnen I, 10, 2 auönehmen 


— IV, 96, 146 ergründen 
auf alten, frei, 


IV, 17, 35 frei 
hal ten 


außber I, 19, 10 heraus 
außkeren IV, 49, 124 nach Auffen 
fehren 


augt lauben IV. 18, 71 herausneh⸗ 
außleuäten IV, 99, 430 heimleuch⸗ 


ih) aufmahen IN, 58, 26 fid 
halten, fich ftelle 

außreucen I, 82. "2 Hinausragen 

außrichten IV, 7, 109 verrichten 

außrüuffen IV, 88, 43 ausbrüflen 

außfchreien II, 88, 59 fertig 
fchreien, fingen 


außfchweren IV, 76,69 ausfliefien, : 


ausfchwißen 
außfeben II, 62, 13 auserfehen, aus» 
wählen 


au (pin IV, 99 , 210 Einem mit- 
vielen 
außtragen IV, 98, 31 verklatichen 
auwatch en IV, 98, 34 ausſchelten 
außwenbdig II, 92, 24 äuffere 
außwerden Il, 45, 5 daraus werden 
außzug IV, 41, 21 Ausfluht 
ame II, 27, 133 Weh 


B (ſ. auch P) 


bach, die, IV, 95, 174 der Bach 
bachant M 134 fahrender Schüler, 
herumziehender Student 
bache IV, 90, 21. 08, 153 Schwein 
baden IV, 7,9 baden 
badofen — gegem Bakofen das 
Maul auffperren I, 37, 14 a 
en, wibern Badofen gaffen Il 
38. 50 46 den Mund weit 
nufkbun, —* Maul machen 
baden 1, 18, 54. III, 98, 130 baden, 


a. ſteck 
Bader in IV, 98, 112 Babhalter, Bad⸗ 
wirth 


bald IV, 5, 9 Balten 

bald IV, 7, 61 Balg 

bald 1, 12, 63. IV, 71, 46. 111, 25, 
41 fobald 

balbt IV, 19, 97 ſchnell, fogleich 

balgen III, 87, 48. IV, 90, 399 zan- 
ten, ſchmaͤhen 

ball 1, 19, 3 boll, bellte 


banen IV, 91, 82 bahnen 

bar 1, 95, 12. III, 88, 16 entblößt, 
nadt — 1, 90, 101 offenbar | 

baren 11, 70, 4. IV, 81, 14 Krippe 

barmberzigfeit IV, 17, 110 Erbar⸗ 
men, Miitleiden 

baß IV, 87, 3 befier 

baß I, 26. 36. 38 mehr, weiter 

baften IV, 21, 80 von Baft 

balfen Il, 78, 4 Dede 


bauchen 1, 5%, 19 in Lauge waſchen 

Bbauchet 1, 21, 10 dickbauchi 

bauen Ill, 94, 214. IV, 36, 8 das 
Lan bebauen, überh. arbeiten 

bding IV, 67, 31 Bedingung 

bedacht II, 21,70 gegeben, gefchentt 
— Il, 31, A überlegt, behandelt — 
11, 41, 25. IV, 44, 41 erdacht 

bedacht II, 40,3. 111, 13, 10 beräd- 


tig 
bedauben IV, 4, 125 bethören 


(fi) bedenden IV, 24,29 erinnern 

bebenden IV, 62, 42 verdanfen 

bedeuten I, 59, 33. III, 93, 241. IV, 
64, 59. 75, 97. 90, 229 bezeichnen, 
anzeigen — 11, 91, 3 belehren 

(fih) bedingen IV, 13,7 ſich ver: 
dingen 

beböfen 111, 92, 56 betäuben, ver- 
wirrt machen 

bedrawen IV, 96, 24 bedrohen 

bedreden IV, 59, 50 beichmußen 

bedund IV, 97, 24 Bedünken, Diei- 


nung 

(ich viel) bedunken laſſen I, 82, 
30 große Meinung von fich haben 

beengften I, 84, 12 beängiftigen 

befallen IV, 65, 16 befallen, ergrif- 
fen werden 

befelb, bfeht 1,4, 23. I1, 87, 14 
Auftrag, Aufgabe 

befeblen IV, 90, 230 überlaffen 

(fh) befehren 11, 57, 16 befürd- 
ten, beforgen 


En — — — — — — — — 


Börternergeichniss, 


befeften IV, 2, 47 befeftigen, bekraͤf⸗ 
en 

befinden ll, 100, 23 finden 

(fi) befinden Il, 64,1 fich ergeben 


. (ih) befragen L 226 fih Raths er- 


holen, fich erkundigen, befprechen 
befeoren 1, 7, 3 gefroren 
began, begebn 1, 6, 16. 14, 18 
gewinnen, erwerben 


(fih) begeben 1, 11, 41. 111, 88, 57. 
fih einlaflen, anfangen — 11, 60, 
42. 86, 11. Ill, 59, 16. IV, 95, 
241 ſich ergeben — 11, 86, 22. IV. 
57, 4. 96, 46 ſich abgeben, be- 
ichäftigen 

begegen II, 24, 15 begegnen 

begeit IV, 42, 20. 57, 24. 90, 180 

egiebt, zuträgt 

beger IV, 64, 34 Begehren, Wunich 

begerig fein IV, 71, 12 ſich ſehnen 

begern, an einen, IV, 72,9 ven 
Stinem verlangen 

beyierlich IV, 95, 25 begierig, ſehn⸗ 

üchtig 

begifften Il, 20, 21. IV, 2, 130 be- 


gaben 
beglaubt IV, 94, 98 glaubwürdig 


begoben L 270 begaben, beichenten 
benrei en II, 84, 11 ergreifen — 
", 66, 203 faflen, paden 
bebangen bleiben II, 34, 6. IV, 58, 
52 hängen bleiben 
bebarren II, 63, 8 ausharren 
bebaufen II, 30, 24 wohnen 
bebaufung 1l, 31, 26 Wohnung] 
bebeglich IV, 61, 17 angenehm 
bebend IV, 26, 13 geſchickt, Klug 
behönen, behöhnen I, 57, 44. II, 
99, 16. IV, 99, 142 verſpotten 
behuben II, 100, 54 berürfen 
bebufen I, 39, 26 bevürfen 
bei I, 57, 30. 63, 15. II, 11, 35 an 
— 111, 93, 16. IV, 22, 36 zu — IV, 
23, 11. 27,16. 92, 83 vun — 
II, 20, 10 bei, neben, in der Näbe 
— IV, 90, 106. 91, 91 mit — IH, 
26, 1 während. — bey parn II, 
16, 2. 60, 3. IV, 4, 115. 56, 21. 
69, 27 paarweife. — bey Pornlin 
11, 26, 22 Korn für Korn 


Beicht hören 1, 78, 14 bildlich für 
tödten 


Börternergeichniss. 


Heid 1.30, M Birch 
jepgen IV, 72, A8 beugen 

Bein il, 81, 8’Biene 

Beonanber 1,56. 32 Sei einander 

Seiten U, 31, 18. 1, 92, 209 warten 

(einander) beuwohnen II, 27, 87 
bei einanter wohnen 

— II, 87, 20 gefländig 

Deteiten 11, 27, 91 beten, ver- 
gipfen, weiflen 

befennen 11,11, 22. 19, 20 erten- 
nen, balten, anertennen 

Betennt Il, 30, 19 betannt 

— 1, 55, 30 anflagen 

Deftanben II1. 22, 8 eigen. ber 
agen, dann Überlegen 

befieben Ill, 37, 9. IV, 44, 68 He- 
en, bangen 

Hefleden II, A130 beihmuben 

beHteiben 11,4, 17. IV, 98, 42 wur. 
ein, baften, febängen 

behfeiden IV, 54, 38 verhüllen, ber 
mänteln 

befören IV, 21,61. 81,31 verſuchen 

«(R6) Dekümmern IV, 76, 55 fi 
‚bemühen um 

Selachen 1, 6, 25. 8, 2. 29, 20. 66, 
10. IV, 100, 135 auslachen, ver⸗ 


fpotten 
Belangen IH, 99, 21 betreffen 
Heläuten 1,69, 19 mit Glodentlang 
feiern 
Belegern IV, 20, 73 belagern 
beichen 1,4, 41.22, 59.11, 86, 4. 
111, 78, 37. IV, 94, 255 lieben — 
11, 65, 20 — behagen 
geltegen | "78. 27 legen 
enateen!. 62,39 zum Beften haben 
Er 1V,'94, 285 zabm 
Benehmen 1, 38, 10'meguehmen 
Dengei,l, 715.3. IV, 4.98 Anütte, 
to 








‚benücken 11, 37, 11. IV, 50, 92.94, 
5 betrügen, überlifte 

benügen 1, 31, 21 Senüge 

Ber, Beer 1,94. IV, 34, 43 Bär 

berat IN, 12, 13 Rath, Anfehlag, 

berde 1,90, 6. IV, 18, 37. 66, 98 
Gebärbe — mit allen berden III, 
24,0 auf jr Bee 

bereden IV, 81, 165 Ueberredung 














fe Bibliotget I. 


dis) see 11,98, 14 fi be 
wegen, rubren 
Beren IV, 30, 47 gebären, geugen 
bereucht 11, 25, 26 bericht 
Derewen IV, 90, 71 beruhen 
berbümen 1, 21, 24 rühmen 
bericht IV, 95, 472 Grfahrung, 
Kenntniß 

beriecben IV, 92, 48 riechen 
dermtih 92, 10 mitleibig. barmı 


sent, 1, 214 ſchlagen, prügeln 

berüchten IV, 86, 9 in ben Ruf 
tommen 

Berufung 1.40, 24 Ruf 

Befad) IV, 66, 134 betrachtete 

befagen L 73. 119. 1, 25, 9. IV, 

. 36 befhulpigen, anflagen, 

tann außjagen, verfünden, 

befcheid, befceibt IIl, 71, 17 rechte 
Bemantenif — IV,’28, 
weis — IV, 97,53. 99, 85 Ber 
fimmung , Bedingung. lieberein- 
Aunft, 

befceiden IV, 54, 37, erfahren, Flug 
— N, 81, 60.befejleben, beftellt 

Befeeiffen I, 80, 57 befhmuben — 

» 29, 46 betrügen, 

täufhen 


befchermen IV, 90, 58 beſchirmen, 


ihüßen 
Befehren IV, 2, 54 beſchenten, ber 
vanfen 
befchegen I, 92, 85. IV, 47, 22. 
86, 22 mit Abgabe” belegen, 
——— macyen , einen Abzug 
machen, befteuern 
befaiden IV, 6, 53 Ginrifjten, an« 
‚ordnen, auflegen 
befehlagen Il, 50, 8. 60, 9 (mit 
Reben) —33 fangen, paden 
1, 48, 20 zutammenfjlagen 
Befäitiefen 11,28, 54, IV, 97, 91. 
98, 121 jclieffen, befälieffen, ber 
a N 90, 4 Befchm 
iemmen efehmupen 
Beiirelen 1117.77 sertinbin > 
Befehreiten 1,18, 35. IV, 38, 13. 
59, 25 befteigen, fi) auf Gimas 


legen 
bei@uiden, Beföhhfden 11, 45, 6. 
IV, 21, 196. 78, 14 befäjulnigen 








v 


1 Be 

















Bald IV, 5,9 Saiten 








Bale IV, 7, 61 Bal 

bald 1,18, 83. IT, 46. 11,25, 
AL fchalt 

Baibt IN; 10,97 fünell, Tate. 

bafgen ll, 87, 48. IN, 99, 309 gan- 
ten, fhmäben 


Ball 1, 19, 3 Boll, bellte 
Sanen IV, 91, 82 bahnen 
bar 1, 95, 12. Ill, 88, 16 entblöft, 
nadt — 1, m, 101 offenbar 
baren I, TD, 4. IN, Bl, 14 Krippe 
barmbergigfeit IV, 17/110 Orbar- 
Be Üitlenen 
IN, 87, 3 Kfz 
26. 36. 38 —X weiter 
m IV, 21, 80 von Baft 
Balten I. 16.4 Dede 
baudıen I, 58, 19 in gauge waſchen 
Bauchet 1, 21, 10 vidb 
bauen III, 94, 214. 1 8 das 
‚Sand bebauen, überh. arbeiten 
Ding IV, 67, 31 Bedingung 
bedacht I, 21,70 geaeben, gefente 
— 11, 31, 4 überlegt, behandelt — 
1, 41, 23. IV, 44, di erdadt 
sera! 11, 40,3. 11,18, 10 beväd- 


Behäußen IV, 4, 125 ketören 
(fi) bedenden IV, 24,29 erinnern 
bebenden IV, 62, 42 verbanten 

— 1,50, 3%. 11,08, 34. IV, 











‚64, 59. jeichnen, 
angeig O1 3 beleten 
(1) Bedingen IV, 18, 7 fi ver- 





Dingen 
beböfen Il, 92, 56 betäuben, ver- 
wiert machen 
bedramwen IV, 96, 24 bedrohen 
bebredten IV. 59, 50 befdhmußen 
bedune IV, 97, 34 Beünten, Mei- 
nun, 
(A BIe) hebunten fen 1, 88, 
30 große Meinung von fich haben 
Seenpften 1, 84,13 keänglüigen 
— IV, 08, 16 befallen, ergrif- 
fen werden 
Beletn. Dieb 1,4, 28.11.87, 14 
Auftrag, Aı uigabe 
befeblen IV, 90, 230 überlaffen 
fh) befebren Il, 57, 16 befürd 
ten, beforgen 


befeften IV, 2, 47 befeftigen, befräf- 





tigen 

Befinden I1, 100, 23 finden 

& befinden 1,08 1 1 engeien 
) Deizagen L’208 1 Ratha er 
Holen, Ad —— beipraden 

befeoren I, 7, 3 gefroren 

began, begehn 1, 6, 16. 14, 18 
gewinnen, erwerben. 


(RS) Begeben I 11,0. 11.88.57. 
nahen, änfangen = 1, 80 
12. 86, 14. 1, 88. 16. 1V. 98, 
zu ns Itn 1, 86, 2. 
46 ſich abgeben, be: 
wait 


1, 24, 15 be; u 

jeit IV, a, 2.5 0,180 
Penieht, trägt 

veger IV. D8, A Begehren, Dante 

Begerig fen N, 71, 12 fi fehmen 
ern, an einen, IV, 72, 9 von 
nem verlangen 

begiertich IV, 05,25 begierig, fehn- 
füchtig 

begifften II, 20, 21. IV, 2, 130 be- 


‚gaben 
beglaubt IV, 94, 08 glaubwürdig 


begeben L —F begaben, beſchenten 
—— 11 ergreifen — 
203 fafien, naden 
bebangen bleiben U, 34, 6. IV,58, 
52 hängen bleiben 
bebarren II, 63, 8 ausharren 
bebaufen II, 30, 21 wohnen 
Bebanfung, I, 1, 3° Dehnung 
behegtich IV. @1, 17 angenehm 
—— ——— 
bebönen, beböhnen 1, 57, 4. II, 
99. 16. IV, 90. 142 verfootten 
bebuben Il, 100, 54 bevürfen 
bebufen I, 30, 26 bevürfen 
bei 1, 57, 30. 68, 15. Il, 11, 35 an 
111,98, 16. 1V, 28, 36 zu— IV, 
23, 11. 27, 16.'92, 83 dur 
11, 20, 10 bei, neben, in ver Nähe 
—IV, 90, 108. 91, 91 mit — 1, 
29, 1 währen, — Be para 
1872,00.5. N BEE 
), 27 paarweile. — enlim 
I. 26,22 Korn für Korn 
Beict hören 1, 78, 14 bildlich fur 
tödten 
































—— nenn 


— — — — 


beid I, 56, 44 Beides 

beygen IV, 72, 48 beugen 

Bein II, 81, 8 Biene 

beynander IV, 56, 22 bei einander 


beiten 11, 31,18. III, 92, 209 warten 

(einander) beywohnen II, 27, 87 
bei einanter wohnen 

befant II, 87, 20 geftändig 

bekelken II, 27, 31 befalfen, ver- 
gipfen, weiffen 

betennen II, 11, 22. 10, 20 erfen- 
nen, halten, anerfennen 

betennt II, 30, 19 befannt 

beklagen I, 55, 30 anlagen 

beflauben III, 22, 8 eigentl. be- 
nagen, dann überlegen 


befleben 111, 37, 9. IV, 44, 64 Ele 
ben, bangen 

beklecken Ill, 41, 30 beſchmutzen 

bekfeiben 111,4, 17. IV, 93, 42 wur- 
ein, haften, fefthängen 

betleiden IV, 54, 38 verhüllen,, be» 
mänteln 


betören IV, 21,61. 81,31 verfuchen 


(fi) befümmern IV, 76, 55 ſich 
bemühen um 

beladhen 1, 6, 25. 8, 2. 29, 20. 66, 
10. IV, 100, 135 ausladjen , ver- 
fpotten 

belangen III, 99, 21 betreffen 


Heläuten 1, 69, 19 mit Glockenklang 
feiern 

belegern IV, 20, 73 belagern 

belieben I, 7, 41. 22, 52. II, 86, A. 
111, 72, 37. IV, 94, 255 lieben — 
111, 65, 29 gefallen, behagen 

beliegen I, 75, 27 liegen 

benarren 1, 62, 39 zum Beſten haben 

bendig IV, 94, 285 zahm 

benebmen 1, 32, 19 wegnehmen 

bengel, II, 75, 2. IV, 4, 28 Kmüttel, 

to 


benüden II, 37, 11. IV, 50, 92.94, 
5 betrügen, überliften 

benuͤgen ], 31, 24 Senüge 

Ber, Beer 1,94. IV, 34, 43 Bär 

berat IV, 123, 12 Rath, Anfchlag 

berde 1, 90, 6. IV, 18, 37. 66, 148 
Sebärde — mit allen berben III, 
94, 70 ifgee Weiſe 

bereden IV, 81, 165 Ueberredung 


Deutfchbe Bibliothek II. 


(ſich) beregen II, 95, 14 fi be- 
wegen, rühren 

beren IV, 30, 47 gebären, zeugen 

bereucht 11, 25, 26 beriecht 

berewen IV, 96, 71 beruhen 


berhümen I, 21, 24 rühmen 

bericht IV, 95, 472 Grfahrung, 
Kenntniß 

beriechen IV, 92, 48 riechen 

bermlich 11,92, 10 mitleidig, barm⸗ 


derzig 

bern IV, 1, 214 ſchlagen, prügeln 

beruͤchten IV, 86, 9 in den Ruf 
fommen 

beruffung II, 49, aRuf 

befady IV, 66, 154 betrachtete 

befagen L 72. 119. 1, 25, 2. IV, 
39, 36 beſchuldigen, anklagen, 
dann außfagen, verfünden 

beſcheid, beſcheidt III, 71, 17 rechte 
Bemwanttniß — IV, 23 
weis — IV, 97,53. 99, 85 Be 
ſtimmung, Bedingung, Ueberein- 
funft 

beſcheiden IV, 54, 37, erfahren, Flug 
— IV, 81, 60.befchieden, beftellt 

befcheiffen I, 86, 57 beſchmutzen — 
I, 16, 32. II, 29, 46 betrügen, 
taufchen 

befhermen IV, 90, 58 befchirmen, 
ſchützen 

beſchern IV, 2, 54 beſchenken, be⸗ 
danken 

beſchetzen III, 923, 85. IV, 47, 22. 
86, 22 mit Abgabe belegen, 
Schatzung machen, einen Abzug 
machen, befteuern 

beſchicken IV, 6, 53 Einrichten, an⸗ 
ordnen, auflegen 

befchlagen il, 59, 8. 60, 9 (mit 
Neben) gr ehen, fangen, paden 
— 11, 43, 20 zujammenfchlagen 

befchliefien II, 22, 54. IV, 97, 9. 
98, 121 fchlieffen, befchlieffen, be- 
haupten, aufftellen 

beihlemmen IV, 90, 34 beichmußen 

beichreien I, 17, 77 verkünden 

befchreiten I, 13, 35. IV, 92, 13. 
59, 25 befteigen, fih auf Etwas 


legen 
befhulden, beſchuͤlden II, 45, 68. 
IV, 21, 1%. 78, 14 beſchuldigen 


‚111 Be ' 








Wörterurrgeichniss. 











befchwern IV, 66, 113 beihwören 

94, 300. 509 belaften, ber 
drüdlen, erbrücden 

dfib) befhwert machen IV, 9, 11 
Ach kümmern, Kummer haben 

Befehiwerung IV, 94, 310 Saft 

befeben IV, 74, 14 befäen 

befeben IV, 90, 181 erjehen 

befeihen I, 77, 11 mit Urin ber 
fprüßen 

Sefinnen IV, 2, 39 erfinnen 

Defigen IV, 90, 6A gen 

did) beforgen IV, 78, 19 ſich fürdh- 
ten 

beffern 11, 77, 14 beffer machen 

Deftabn f. beitchn 

beftaubt IH, 87, 15 betrunfen 

— 1,36, 21. 11,97, 6. IV, 
73, 38 fteden 

Sefteben 1, 02, 20. II, 68, 9. 86, 
39.1V, 50, 35. 35, 5.67, 35 ftchen 

beftebn IV, 78, 105 aushalten, aus- 
dauern 

Seftehn IV, 80, 35. 94 Geftchen, 
überwinden, überwältigen, ergreis 


fen 

(im) beften IV, 15, 26 Geftens, mit 
freundlicher Gefinmung, 

beftellen 11, 18, 15 bejorgen, anord⸗ 
nen 

Seftendig I, 14, 18 dauerhaft 

beftimmen IN, 92, 63 Teitfeßen, 
auferlegen, aufachen 

Beftriefen IN, 18, 21 fangen, gefün« 
gen nehmen, fefein 

befuden 11, 32, 9 verfuchen, unter 
fuchen 

befunder — in befunbern II, 27, 
60 insbefondere, für fich 

betagen 11, 55, 23. IV, 6, 63. 84, 
71 OBarticip.), 08, 37 alt machen, 
‚alt werden — IV, 56, 17 vorladen 

betauben 11, 54,23. IV, 90, 197 
‚betäuben, dumm machen 

Betraben IV, 32,14 im Arab vro- 

er! 

betrachten II, 81, 70 erwägen , fih 
vorftellen — IV, 99, 43 vafür 
halten — IV, 2, 65 bereiten, dann 
verfammeln 

betriegen II, 38, 2. IV, 1, 153. 
94, 293 berüden, verloren, ber 
rien, fangen 











Betrieglih IV, 81, 147 trügerifdh, 
trugvoll 

betrüben III, 39, 34 betrüben, be⸗ 
unrubigen, beitrafen 

Betrüßt I, 4, 15 traurig, erbarmlich 

beut IV, 66, 255 Peft 

bewachfen 11, 27, 79 überwachfen, 
bedeeft werben 

bewagen I, 17, 38. IV, 69, 160 ge- 
Teigt, erregt 

bewebmen IV, 96, 80. 99, 108 ber 
gaben, verfehen a 

beinegen IV, 96, 46 erwägen — IV, 
98, 46 in’Bewegung feken, ber: 
vorrufen 

beweicben I, 11, 61 erweichen 

— 11,11, 103. 111, 18, 28 er- 
eifen , zeigen 
Bereit, zum Beifpiel geben 

Bemeißt 1,30,169 benien, mic 
fen 

Beweren 1,87, 46. 11,22, 45 be- 
weifen, darthün 

beiwibmen |. bemedmen 

bewilligen III, 93, 51 einwilligen 

bewinden IV, 94, 301 umwinden, 
verbullen 

Bejemen 1,2, 38. 11,26, 38. 1, 

5, 6 gehen Lafien 

begeunen I, 60, 2 umzsunen 

begieben IH, 52, 7 umziehen, um- 
‚garnen, befommen 

Bicht IV, 05, 20 Weichte 

bieten IV, 54, 3 bieten 

Biber I, 52, 5. III, 7,9. IV, 94, 73 
vechtichaften, ebrlich 

Biegen I, 31, 136 Bug, Ben 

biel IV, 83, 80 Beit 

bieten IN, 8, 11 gebieten 

Bitch 111, 43, 15. IV, 69, 82. 78, 42 
Diltig, Billiger Weire 

bildtnuß II, 11,28 Seftalt, Erſchei⸗ 
nung — IV, 5, 14 Bilv 

bon IV, 73, 73 Biene 

bindart II, 3. 30. IV, 38, 54 Art 
um Beictagen und Abbinden ter 

aumftimme 

Bifen IV, 95, 244 herumfmärmen 

biR 1, 9,65. IV. 04. 35. 94, 19 fei 

biptin III, 98, 61 Bißchen 

bitfahet IV, 1, 52 Wallfahrt 




















Vimenmmihuin 





Bitter frob II, 5, 8 fehr froh, wie 
jet nad, — 
blasen 
RS ur, Säwiele 
blatte I1l, 92. 115 Ylatte, Olape 
Bteibs IN, 37, 9 bi. 
bio 10, 100,2. 10,17, 54 
beraubt, arm, 
We In „18, 3 nadt (hier 
wiog Zıöfer einen Bfofen ı 

= Blöffe ; einen bloſſen legen 
ir. 














„28, 23 eine 2Blöffe geben, 
Sijanpe einlegen 
Sfutgewant II, 4, 47 Blutsver- 


wanbdter 

bocen 1,65, 26. 82, 43. III, 84, 
11. 87, 48 Brahlerei, Troß 
Bocer II, 36, 27 Prabler 

böfdten 11,36, 25. II, F ‚19 bidaen 





98.22 efvaren, nagtaffen 
1, 83, 11 bürften, fümmen Bi 


99, 32 in böfer Abficht 

En, 87, 12. IV, 6,15. 45, 7. 
BR But IV, AT. 

90, 191 ’Shen, 


ra 

iee 11, 30,40 Bootsleute, Ma 

Botte, 80, 6 Bote 

bog IV, 2, 33 Voß 

Dep IN. 76,07 für Bode, d.h. des 
fele 

Bradht 11, 88, 10 gehradt 

bracten IV, 4.148 Aotpieren, hof- 

un 


färtig ti 
brand II, 11, 108. 111, 98, 107 An- 


—* 








wendung, a. Gebrauch 
Beaucen IV, 48, 6. 70, 53. 80,23 
‚94, 39 anıe 


Bender WW, ® 18 ſich an 

seines ı, 80, 54 brauchbar, 

Sande IV, 04, 90 ebraucht) f. 
brauden 

Breden 1,91,.30. IV, 14,99 0 5 


Sregen 1,8, 7 mäffigen, überwin« 





Yen 1,8, 51 gebutt 6 - 
RR ud —— “ rechen 
en. 


60 bereiten 
Bienen = bringe en — 
Frengen 1,46, am 





HH 


. Beenen 1, 00, 27 Srauen, toden, 





beit IV, 00 106 Geist 
Bellen weiten N N “ "3. 45, 


154 bi 
Beilenfneider TV AS Ueberfgr.: 
Brillenmaden 
Bringen 1, 0, 97 fih verfäaffen, 
etemm. 
Srofem I, =, 150 Brofamen 
Deoten II, 79, 7 Brat 





büberep IV, 17,113 Schleihtigteit, 


min, ”, a badte 
Buchen IN 90, 26 badten 

Buchfad IV. 21, 90 Buchränycen 

Duden 11, 30, 82 neigen 

Sälge II, 30, 86 Woge 

buͤn IN, 94, 153 Boden, Heuboden, 
Kornboren 

bur IV, 46, 45. 00, 143 Bauer 


2 67 Laſt, dann Kummer, 


Burfe IV, 78, 18 Kofbaus, Haus 

buͤrſte MM 98, 19 Borfte 

Sup (Bft 

buß 1,27, A1 Strafe — 1, 32,14 

eilung, 

Br 16, Daten Kabeln, Bafı 
—2* 

* * 38,30 hellen, werten, 


ill 

ns). “säfen IV, 10, 47 fid) ent 
ieigen 

Sup 18,39, 11 Bub 

Süßhirn IN, 81, 9 Beügel 


1 Diast 
Hat N, 3, en 1, Fr 5 Tgmüden, 
— 

















capon II, 41, 1 Kapaun 

cafel IV, 90, 147 Prieſtergewand 

cerimont IV, 83, 87 f. die Anmerff. 

Gommente IV, 83, 56 f. tie An- 
merff. 

eomplerion IV, 92, A Leibesbeſchaf⸗ 
fenbeit 

eonfeieng IV, 98, 124 Gewiſſen 

ceonfeerag M 46 Gonfecratien, Weihe 

Cors, curia II, 31, 147 eine Art 
Mein, f. die Anmerft. 

eouent IV, 52, 56 Dünnbier 

erauel III, 51, 36. IV, 13, 7 eine 
Art Kauffahrteifchiff 


credeng II, 31, 136 Gredenzen, Auf- 
tifchen 

credo — in credo fchreiben II, 91, 
73 Slauben fchenfen 

curta f. Cors 

eurtefan IV, 1, 60. 83 Ueberſchr., 
f. die Anmerff. 


D.(ſ. auch T) 


dacht III, 31, 52 Docht 

damit 11, 54, 44 zugleich — II, 70, 
22 dadurch 

dampff II, 93, 38 Nebel, Dunft 

Dand I, 66, 26. IV, 60, 118 Gedan⸗ 
fen, Abſicht, Verlangen — on 
meinen (feinen) dand II, 18, 
82. 111, 73, 42. IV, 32. 44. 90, 
138 gegen meinen (feinen) Willen, 
unfreiwillig — wider feinen 
danck 111, 24, 12 mit Widerwillen 


Dandnamig I, 97, 17 dankbar 

daniden II, 25, 9. IV, 66, 28 unten 

dannen IV, 8, 82 von da 

Dapffer IIl, 86, 24 tapfer 

Dappen ], 27.11 tappen, ftoffen — 
1, 13, 37 ungeſchickt berühren 

Bar IV, 57, 20 dahin 

darab I, 92, 7 deshalb, darüber 


darkommen IV, 7, 79 dahinkommen 

Darftellen (glauben) I, 11,23 Glau⸗ 
ben ſchenken, geben 

das Il, 60, 66 daß ea — IV, 100, 
129 da e8 

daſelb IV, 90, 5 tamals 


dauſſen 1. 55. I, 


Bürteruerzeichniss. 


datum IV, 13, 55. 49, 118. 823, 133. 
100, 2 Hoffnung, Zuverficdht 
4, 36. III, 96, 57 
drauffen 


dawen Il, 11. 39 thauen 
becerniren IV, 46, 54. 95, 71 bes 


fchlieffen 
degenheit 111, 29, 15 Tapferkeit 


Deicht 11T, 11, 14. 94, 165 feft, ſtark 
dem gleich I, 91, 14 ebenfo, eben- 


falle 

dempffen III, 73, 16 miltern, ab⸗ 
thun, beendigen — III, 67, 2 nie» 
dermwerfen, bezwingen 

denarius f. die Anmerff. zu IV, 


‚9 

denden IV, 5, 15 Getanfe, Idee 

(fi) dencken IV, 4, 5.23 fid) vor- 
ftellen 

denen I, 67, 30. IV, 19,120 dehnen, 
ziehen 

Denn 1) denn (felten) — 2) al8 — 
3) I, 19, 12 ald dag — 4) III, 88, 
48 auffer, ausgenommen — 5) I, 
16, 84 dann 

dennocht 1, 93, 3 u. öõ. denno 

dermaffen 11, 18, 48. 29, 48 auf 
diefe Weile . 

Derme IV, 77, 47 ®evärme 

deucht IV, 99, 429 dünkt 

deuten IV, 96, 144 erklüren 

Deutung IV, 71, 10 Bedeutung, 
Sinn, Urſache 

dheim IV, 15, 19 daheim 

die jhenen I, 7, 24 diejenigen 

ding I, 94, 12. 35 Sade, Gut, 
Vermögen 

Dingen III, 51, 58 verhandeln, aus⸗ 
machen 

dinnen II, 98, 8 darin 

dinglin IV, 23, 23 Kleinigkeit 

dinthorn IV, 93, 127 Dintenfaß 

Dippen 1, 24, 32 tupfen, ftoffen 

dis IV, 99, 216 vie das 

dler IV, 64, 58 die Lehre 

dmir IV, 64, 36 du mir 

dmit 11, 100, 30 tamit — IV, 94, 
216. 99, 232 womit 

dniden IV, 71, 32 danieden, dort 


unten 
dnit IV, 54, 32 du nicht 
doͤcht IV, 86, 31 taugt 





Würterurrjeichniss. 





dörffen 1, 35, 44. 87, 46. II, 14, 
44. 27, 130. 79, 39. IV, 95, 200 
bedürfen, brauchen, nöthig haben 
— 1,58, 18 wagen 

dörre Brüber IV, 48, 30 d. h. die 
‚am Oalgen hängen 

dortbeim IV, 34, 10 daheim 

drauf IV, 75, 124 hierüber, über 
biefen egenftand 






A. 77, 21. IV, 70, 38 fo» 
It ehem, fanell 
.53 37. 98, 100 


dremung IV, 95, 42 Bevrohung 

dringen II, 12, 66. 27, 108 drän« 
gen, nöthigen — 11, 28, 57 vers 
rängen . 

(fich) dringen IV, 78, 120 fich drän« 
en 


brüden 1, 89,20 oden 
druͤcklin II, 30, 12 Heiner Druc 
bülbig, dältig I, 100, 47. IV, 19, 


146 geduldis 
bundel IV, 32, 45 Meinung, An- 
, 89, 96 Anmaffung. 


dunne Ill, 94, 167 Tonne 

bürzer aft IIl, 5, 14 Galgen 

uch IV, 18,6 um, um — willen 

1 84, 4. IV, 21.43 wegen — 

IV, 99, 33 bei, um 

burchbern IV. 81, 85 durdprügeln 

burdeihten 1i, 34, 13. 111, 28, 8. 
IV, 44, 7. 96, 131. 100, 161 un 
terbrücen, verfolgen 

durchbin IV, 29, 13 durchaus 

burcbkreifien IV, 19, 67 durqh- 
sieben, fättigen 

durchfehniert |, 33, 6 durchzogen 


dürfen f. dörffen 
durft, duͤrſt IV, 55, 29. 42 dürfte 




















€ 
eben 1) 11, 63, 1. IN, 49, 14. 88, 
29. 89, 21. 92, 150. 95, 1, 
10. 38, 3. 34,23. 40, 19.58, 16 


ziemlich, gemuich gr06— 2) 11,89, 
30.11, 08,16 gield) zz 
229 fehr, aufferorbentlih— 4) eben 
tommen I, 91, 34 zufommen, an 
fiehen, gegiemen — IV, 18, 65 zur 
‚teten Zeit fommen 

ebriag IV, 17, 21 Säufer 

eder II, 66, 5 (ichel 

eb wenn IV, 57, 52 che al6 

ebe Il, 92,101. IV, 47, 7. 51,7. 
82, 133 vorher, friiher, ehemalı 

ebelich werben IV, 15, 2 heirathen 

ebre, Gbxc; jun ehren II, 8, 18. 
54, 54 ebrenvoll, ebrbar 

ebren II, 12, 14. II, 38, 20 beehren, 
beichenfen — IV, 28, 48 fCmüden 

ehren 1, 07, 18 vflügen 

ehren I, 06, 2. IV, 1, 125 ehern 
ebrlich IV, 20, 11, 129. 75, 70 an« 
ftändig, ebrensell 

ebrmals IV, 66, 237 ehemals 

eigen 1,56, 65. IV, 100, 80 Leibe 
tigen 

(ficb) eigen IV, 32, 59 fich ereignen 

(fiep) eigen 1, 97, 18. IV, 88, 59 
id) eignen, |chiefen, gebühren, zur 
kommen 

eitend I, 45, A fnell 

einbringen IV, 81, 80 eingeben 

einfüren L 14 anführen 

eingeben Ill, 100. 136. IV, 90, 237 
einzäumen, zutbeilen 

eingfeißt 1, 40, 52. I, 31, 2. IV, 
83, 57. 08, Ad einverleibt. 

einig IV, 12, 44. 58, 1 einzig 

einfcomen Il, 28, 27 einbruden 

einlie I, 28, 6 abnlid 

einfegen I, 34, 20 angreifen, auf 
einen Ioagehen — 11, 86,9 hineine 
geben, Reigen . 

einft 1, 26, 28. IV, 95, 198 ein mal 
(semel) —-i, 18, 87 einmal (eli- 
quando) 

eintbun IV, 85, 30 einräumen 

eintragen IV, 7, 55 bereintragen 

eintrechtig 1, 17, 8 einmüthig 
einmeichen IV, 14, 7 einmeihen 
in die eifen feaben II, 

‚ 81, 65 nadftellen, 
harten, abprügeln 

eitet III, 84, 208 lauter, bLoß 

entelfeit III, 94, 167 Yeere 

‚ele IV, 50, 65 Glle 




































embiig IN 11, 35, 3 emfig, aus allen 
rä 

ende IN \74, 5 Viehknecht 

endel I, 32,24. 111,04, 164 Knödhel 


end, endt 11, 11, 118 3i, Zwed, 
Abfiht — 1, 36, 111, 84, 86. 
208. IV, 82, 13 da — Il, 146, 
24 An fang Crebte in diefer Bedeu⸗ 

tung rimm ; vgl. Tristan 

1988. 3461. 11944) 

rt M 27 Antichrift 

‚ Ichnell, geſchickt 

en ‚1, 69 £urz, klein 

engften ]i, as, 6 beängftigen 

entberen | ‚88, 28 verlieren — 
IV, 1, ha "emangeln 

entdeden III, 41, 33 aufbeden, zei⸗ 
gen 

entfallen II, 18, 33 entgehen, ver- 
lieren 

entfiogen IV, 66, 252 entfloben, 
entgangen 

entfreien 1, 18, 50 der Freiheit be- 
rauben 

enthaben IV, 18, 61 enthoben 


entbalt I, 84, 2 Aufenthalt, Woh- 
nung — 1, 70, 12 Anhalt, Stüße 
Ms), enthalten 1, 26, 46. 111, 57, 
IV, 56, 57. 68, 14. 90, 368 
Kit aufbalten — 1, 46, 2. IH, 25, 
16. IV, 48, 10 ſich halten 


entbeben II, 79, 24 überheben 

entladen I, 42, 44. 91, 22. 11, 26, 
64 befreien 

entpfan IV, 8,10. 34, 45 empfangen 

entreiten IV, 39, 14 wegreiten, 
wegnehmen 

entrichten 1, 25, 33. IV, 97, 
ſchlichten, entfcheiden 


entruͤſt IV, 95, 248 entrüſtet, zornig 
m) entfagen IV, 69, 35 - ent- 
feßen 
enticheiden III, 78, 16 ſchlichten 
enticheiben I, 3, 18 entſchieden 
(fih) entichlaben III, 88, 38 ſich 
entſchlagen, los werden, vermeiden 
entſchuͤldung II, 64, 36 Entfchul- 
digun 
entfegen I, 51, 21 unterftügen, ent⸗ 
fe en — I, 100, 14. HI, 52, 54. 
‚57, 22 wahren, jhüßen, helfen 


— — — — — — 


Bürternergrichniss. 


entfegen IV, 70,14 in Angſt, Furcht 


jag 

utſetzen 1, 85, 2. 93, 10 ſich 
fürchten 

entſinken IV, 60, 21 vergehen 

entfteben L 47. III, 100, 34 ent- 
gehen, abgehen, mangeln, feblen 
— IV, 80, 82 zu runde geben 

enturlauben I, 96, 29 entlaffen, 
beurlauben 

entwaden IV, 80, 50 erwacdhen 

entwicht I, 15, 19 entweiht 

ee M 153 Herr 

er 1, 89, 12 cher 

erarmen III, 92, 23 arm werden 


erarnen II, 21, 42. 111, 36, 13. IV, 
86, 48 verdienen, erwerben 

erbeif IV, 75, 87. 44, 11 Erbſe 

erben IV, 84, 106 vererben,, nach⸗ 
affen 

erbeut IV, 94, 165 erbietet 

erben 1, 96, 4 irten 

erbicht IV, 69, 201 erbichtet, falſch 

erbon I, 23, 3 ertünen 

ereigen IV, 2, 5 bemeifen, ermeifen 

erfa enbeit 1, 423, 30. IV, 71, 
Grfahrung 

erfinden IL 19, 8 finden — IV, 95, 
145 denfen, erdenfen 

erfordern 111, 87, 66 auffordern, 
berufen 

erfüllen 11,5, 33 anfüllen — IV, 62, 
12 erfeßen, belohnen 


erfündig I, 45 erfinderifch 


erfür II, 8, 43 hervor, vor 
(fi) ergeben III, 53, 17 Lerliegen 
a ergeden, 14 — 15 3, 22.94, 
9.99, 38. 
us. da, belohnen, entfäräbigen‘ 
vergeflen , vergeffen machen — IV, 
9, 298 in Freude verwanteln 
erbaben IT, 7, 20 in die Höhe ge 
oben 
erhalten 11, 93, 159 aufbewahren 
V,10,5 vertheidigen 
erbarten 21, 11 harren 
erheben IV, 20, 84 erhalten, an ih 
bringen — IV, 88, 70 einbringen, 
ertragen 
ih) erheben II, 11, 39. 111, 8, 5. 
V,48, 19 ftolg fein, flolz werden 


— — un 


Würteruerzeichniss. 





( ſich) erholen I, 89, 22 zu ſich kom⸗ 
men, aushalten 


erhoͤren II, 66, 11 hören 

erbufchen II, 12.3 errennen, im 
Lauf ergreifen, erhafchen 

erden IV, 60, 116 fid erkun⸗ 


erfunden 11, 63, 14 bezeugen 

erlagen III, n,31 erlogen 

erleg IV, 1, 98 erliege 

erlegen IN, 6, 26. IV, 87, 26 ver 
eben, aufbören, verschwinden 

er lefen II, 12, 40 aus dem @elefenen, 
Gefagten erfeben 

erieyden III, 99, 7 verleiven 


ermannen 1, 22, 9. II, 2, 16 über- 
mannen — IV, 96, 108 überfallen 

(fih) ermanen 11, 61, 12. IV, 99, 

° 277 eigentlich ein Dann werden, 
dann ſich entgegenſetzen, fich weh- 
ren — über einen 11, 89, 19. 
IV, 7, 103. 75, 103 fih über einen 
ftürzen, einen überfallen 


(ſich) ermannen III, 65, 2. IV, 54, 
31 wagen, fih wagen, Muth faf- 
fen — 11, 32, 12 ſtolz werden, ſich 


überheben 

(fih) ermefien II, 1, 14 fi ver- 
meſſen 

ermerken Il, 8, 17 bemerten - 

ermiglich IV, 30, 24 aͤrmlich 

ern i 43, 11.11, 34, 7 er ihn 

ern IV, 75, 108 er den 


ern L 52 pflüg 
era ll, 30 An, 20, 12 Erndte 


ernebren II, 28, 15 erwerben, fpa- 
ren — 111, 72,7 retten, aus der 
North helfen 

(fi) ernebren einer Sache IV, 
13, 51 ſich von, mit einer Sache 
ernähren 

ernewen IV, 75, 68 erneuern; das 
berg ift ernewt, ift wieder fröh⸗ 
li geworten 

ernft Il, 26, 18 Eifer, Zorn 

ernft IV, 94, 278 ftreng, ws 

erquiden 1, 45, 38. IV, 99, 3 
ftärfen, tröften 

erregen |, 31, 33. 36, 37. 71, 36. 
1, 68, 17 erheben 

erreichen 11, 93, 38 ergreifen 

erreigen IV, 2, 5 beweifen 


31 egen 


een 11, 10, 11 befreien, ficher 

ellen 

ers Il, 87, 20 er deflen 

erfchallen Il, 27, 96 erfchallen, fich 
hören laſſen 

erihredien II, 26, 75. III, 86, 25. 

13, 6 auffpringen. maden, 

kecifen 

erfhwingen 1,80, 17 emporſchwin⸗ 


gen 
erfparen II, 86, 30 ſparen, ſchonen 


erfpüren IV, 90, 97 ausipüren, aus- 
fundfchaften 

erft I, 35, 46. IV, 32, 23. 6, 256. 
713, 87 ft — 111, 19, 11. IV, 78, 
133 einmal — her erften 111, 16, 
84 92,179. IV, 54, 20 zuerft, An- 

ef IV, 97, 53 zuerft, vor Allem 

erſtmals Ill, 33, 1 früber 

ertragen 1, 66, 17 ausführen 

erwadfen IV, 80, 88 machfen 

erweden III, 2i, 13 ermuntern, er« 
muthigen 

A: erwegen I, 23, 32. 49, 16. 

4,11, 75, 43. IT, 92,9. IV, 
2 Pr "35. 18 fich vornehmen , ſich 
enefehie en — ll, 64, 29. III, 86, 
IV, 20, 112. 66, 243. 75,97 

Fi unterfangen — I, 36, 39. 44, 
22 fich bereiten, machen — 1,48, 
7.1V,1, 83. 155 fi bedenten, an 
(Stwas denten — IH, 98, 121. IV, 
13, 30. 55, 47. 97, 121 aufgeben, 
verzichten 


erwegen (Bartiz.) 11, 2, 37. IV,39, 
83 verwegen 

erwinden Ir 52, 21. 94, 22. IV, 
68, 54 mangeln, fehlen 

erworgen Il, 92, 26 erwürgen 

eſel — auff den efel feßen II, 98, 
14 erzürnen , den efel reiten IV, 
63, 62 beftraft, verfpottet wer- 


dei 
. etlich IV, 39, 22 einiges 


103 einft, einmal 

11, 73,5. 11, 10,9. 
IV, 6, r füttern 

egler I, 47, 6 Freſſer 


etwan IV, IV, 29, 


(ſich) euffern IV, 69, 147 ſich ent- 


en meiten 
eugdech® 11, 5, 8 Eidechſe 











\ ‚6 
i tabr maft Al, i, [3 Bocmaf? yore 
| derer Daft? Hauptmant % 
| fon 11, 33, 37. 1Il, 92, 89. 
i 1, 193 mache hübrc) fanft, 





uberlich , nimm dich in 





ht. 
(drüber) fahren I, 72, 24 übertrier 
ben, unmärfig fein 
fohetl 20. 93 Sandungsplaf 
fabrt IV, 62, 46 mal — auf 
fart 11,100, 43 ein mal — que 
teen fabet IV, 40, OL vamais, 


% 3. 2 binabftürgen 
90, 148 eigentlich a 
ii: ein: Zeug, Di 
faflen, geben 
u —* 









50, 61 ege 
en II, 10, 20. 73, 34. 111,57, 10. 
‚37 verfpotten, zum weten 


1 Haben 

! faut Il, 96, 82 feilect 

| faufen IN, 19, 22 fautlengen 

‚19, 111 Baulbeit 

! faule IV: 74, 34 Saulbeit 

! fen IN, 94, 187 aditen, Areben h 
| Meere 1, 1,0. N, 3, 6 








teberiefe 1.87, 20 Smeidter 
fedınen 111, 88, 76 einfäben 
febt I, 16, % 


95. IV, 92, 4 Behler, Ger 
Bredhen 


febr, fer L 190 fer 
Feeds nr BL, 17. ,16,24 


gefährlich 
feprtägteit 1,9, 78.94, 11 Seiabr 

j IV, 8, 22. 69, 60 
äng 


Tepe Il, 47, 
"feiern IV, 94, 149 verehren, Ric, 
r ‚a nehmen, de feig IN, 25 
fein — zum Eobe feis 34 
Semzebenabe, befmmt, anheime 

gefallen 











. teilen, 


feit, fehl, fepl 1,0, 0. I. “a 
N, 14,24. 


a "Scregen, Serankgei, 


Mängel, 
Unvermöge 
Teiblen 1, 14, Pe A 
a fetten — der Zbür 
70, 22 das Kan nicht tref Ei 
fein IN, 32, 61. 100, 123 tet, ge- 


ih 1, 52, 4 Behdebrief 

eie IV, BB, 7 Beirtag 

fenpt  fenfer IT, 98, 49 
fetter, be Met 


38. 37,4. 50, 43 fäl- 
Ten, nideifälagen 
fenbiin 1.34, 20" Sikntein, Shaar 
fenzen Il, 4, 14 Schlen 
2, fer 1.10,6. 11,8, 176 fem, 


en It, 70, 38 weit 
Tea 1.20, 27. 1V, 78,22 bereit, 
(hidt, tü 


htia 
fe 11, 20, 22. IV, 98, 122 Bafen, 
Siferben 
ideen 11,88, 56 eigentl. mit Sedern 
verfeben, dann ein gutes Anjehen 
‚geben, — machen 


fnans 111, 02,5 Kinte, &iR, Anifte 











finangen in 86, 7 rtheilen 
fh) finden 1, 50, e ſich Befinden. 
verhalten 


am , der, 111, 87, 40. IV, 65, 56 





X 
Ana —9 — —88 


— 11, 25, 19. 111,13, 2. 99, 35. 
Pa Yhr95. 6 fergaltig, genau 


naine 211,28, 8 dlaſhe (vom Rün- 
fetig 1, 08, 1 Tuben ei 


438 t Heubt 
en 1. 10,7.30,20. 00, 5.80, 

Ai, 1 Aloe 
tiefen — 3. IV, 48, 8 ſchwim ⸗ 


men 




















flitfchen IV, 34, 25 Jlige 
Mod I, 88, Ucberfgr. Blog 
fögel 1, 61, 6 Flügel 


ob 1. flichen 
for Il, 88. 28 Alöbe 
for M 57 Alu 
foren 11, 60, 67 blühen 

ftuchp II, 12, 18 fluge 

ford }. 97, 3 Aurdhe 

forct 1, 14, 51 fürchtet 

order IV, 74, 67 fürterhin 
forderung IN, 100, 51 Hörberung 














Foriaut IV, 6, 4 Ariaul 

forn II, 19,33 Forelle 

fort IV, 12, 80. IV, 74, 64 ferner, 
Fünstlgbin, feitvem — IV, 2, 192 


gleich 

Tortgang IV, 97, 89 Borangeben, 
d.h. Art und Weife zu handeln 

fraf 1)1,6,20 Raten, Sefräf — 
2) 1,35, 6 Sreffen 

ragen II, 60, 12. 111, 96, 82. IV, 

, 47 offen 

feäuel, fraͤuentlich f. freuel, fre 
mentlic 

freftich IV, 44, 60 vermeflen, über« 
mütbia 

feed 1,12, 1. 11,4, 99. 8,2. 30, 
137. 11, 03, 24. IV, 70, 13 tübn, 
tee, fräftig, Aart 

fee II, 27, 88. IV, 17, 114 fiher — 
IV, 15, 49 freimütbig, o| —* iv. 
28, 20 tüdıtig,, ohne Schmug — 
IV, 82, 110 fevig, [06 

feeißig I, 78, 2 wohlgemuth — III, 
94, 256 muthig 

freien 11,50, 38. IV, 99, 315 be⸗ 


freien 

freien, freißazt II, 75, 6. IV, 4,22 
Lotterbube, Bagabunp 

freitich IV, 82, 26 gewiß 

frembd 1, 48, 24 ungewöhnlich, 
auffallend 

fretten IV, 57, 38 reiben 

freudig 1. frei 

freund II, 4, IV, 71,26 Ber» 
wandter Sluts freund 

freundlich IV, 2, 156 freundfchaftlich 

freundfehaft 1, 31, 38. 11, 4, 46. 
IV, 56, 9 Berwanptidhaft 

freuel 1, 59, 38 Gewalt, Bermeffen» 
heit, Uebermuth, Nechtsverlehung 











Börtgrurrjeichniss. 2 | 








freuenttich II, 48, 16 vermeflen, | 
übermütbig 

feied magien I, 35, 57 zur Ruhe 
veriweifen 

friedfam IV, 78, 29 feieli, ruhig 

friften IV, 52, 90 bewahren, erhalten. 

Brig IV, 90, 63 verüchtliches oder 
fcherghaftes Appellativ für Dannd- 
perfonen überhaupt 

frombfeit IV, 28, 14 Scömmigteit 

fron 11, 1, 1 Herr — 2) IV, 47, 3 
teidh ? angefehen — 3) 1,75, 25 
göttlich 

fronen Il, 4, 35 arbeiten 

frum IV,’83, 48 ehrlich, rechtſchaffen 

frümbtich IV, 21, 83 fromm 

fuhsiweng verfauffen IV, 77, 
10 betrügen, hintergehen , 

fug IV, 71, 27 Recht — e8 hat fein 
fug in 93, 143 pas it nicht pal- 
jene, fchidlich, billig — des 
111,98, 233 auf ie Art und Weile, 
alte; feinegfug&lV, 71, 97 feinen 
Theil ; guter fg IV, 88, 62 reid)« 
Tiche Denge, IV, 90, 109 guter 


Brund 

fug vnd vngefug II, 89, 3 Milde 
und Strenge 

(5) fügen II, 4, 15. IV, 14,4 
fi verrügen, fi anfcjiden — ih 
von Binnen fügen IV, 66, 206 
fidh wegbeaeben, entfernen — fich 
au einem fügen IV, 78, 81 fid) an 
einen anfeliefjen 

füflen 1,1, 30 vollmadjen, ausfül- 
ten; die Augen füllen — 1, 15, 

funk 1.1,7.11,95,28 &R, Ani 

fundt 111,41, 7.1V, 95,28 &iR, 

far 1, 14, 2 fuhr na 

fur und fur IV, 52, 53 immerdar. 

für I1, 27, 1 vor, aus — 11, 31, 81. 
111,25, 10 vorher — 111, 78, 4. 
IV, 77, 22 aus, in Solge — IV, 
90, 10 dafür 

fürbaß I, 94, 48. IIT, 94, 11 weiter, 
vorwärts 

fürbemweifer II1, 29, 27 Zeuge 

fürcafteell III, 55, 5 Vordercaſtell 

füren 1, 88, 13 wegnehmen 

füren, in graben, 1,55, 48 ver« 





























mE mm mm — — —᷑ht — —ñ — — ñ —— nn ne a —— — — — 


— r— — — —— — — — — — — —— — — 


202 


— —ñ e — 


— — — — — — — — — — —— 


Wörterotteichuiss. 


m — — — — — — — — — —— 


ſchlimmern, in Unordnung brin⸗ 
gen, verderben 

färbanden Il, 21, 21 vorhanden 

fürbin II, 61, 27. 73, 18 vorhin, 
vorber, ſchon jebt 

fürn III, 87, 63 für den 

(fih) fürfegen II, 12, 88 fich vor- 
„Teßen, in Acht nehm 

fuͤrſprech IV, 38, 5 Anwalt, Advokat 

fürwenden II, 64, 35. IV, 95, 235 
einwenden, vorwenden, anwenden 

fürmwerg IV, 80, 106 vorwärts, in 
die Zukunft 

futrung IV, 18,26 Nahrung, Unter- 

t 


bal 
fütten IV, 70, 12 füttern, ernähren 


gad 1, 56, 23. 85, 3 eilig, ſchnell 

gacht IV, 96, 62 geachtet 

gaffen II, 28, 501. Badofen 

Bagel 11, 62, 40 die ®eilen, testi- 
culi 


au gan gehen 
galg IT, 100, 38 Sala 

gallrad 1, 9, 32. IV, gr 55 Gallerte 

gan IV, 90, ‚58 gone 

gan 1, 10,2%. 11, 50. 64, 2. I, 
24, 23. 11, 39, 55. IV, 9, 34 
gönnt 

gang I. 232 Gehen 

gang IV, 34, 38 ſehr 

gang vberall f. vberall 

gappen I, 4, 10 fchnappen 

gardianlV, 4, Ueberſchr. Guardian, 
Kioftervorfteber, namentl. bei den 
gapuzinern — IV, 21, 9 Bettel- 


narn III, 100, 121 Neb, Garn 

garn III, 100, 27 gar einen 

arten Il, 79, 20 vagabunpiren 
bew, @ebew *) IV, 69, 194 Ge⸗ 


geb, —* Gott geb IV, 7, 58. 
*) Ueberbaupt iſt mei 


Form nachzuſehen, wo 
Vorſylbe fonfopirt hat. 


die volle 
aldis die 


88, 157 im all daß — geb, wo 
ich ſey 1, 9. 20 wo ich auch fei 
a, geben I ‚60, 13. 79, 15. IV, 

‚33 ſich begeben uů 
Ay 3 En erg eben 
geberbe I, 76, 17. IV, 81, 71 Aus- 
feben, Benehmen 
gebern 111, 92, 120 gebärden 


aeblümt IV, 49, 126 gejiert, ge- 


ckt 

gebrechen II, 8, 53 Fehler. Mangel, 
Krankheit 

gebuͤr — der gebuͤr 1,18, 22 ge⸗ 
bührlich 

gecken IV, 75, 86 zum Beſten haben 

gebechtniß L 276 Andenten, Dent- 
mul 

gedend IV, 3, 39 Gedanke 

gedenden IV, 80, 14 glauben — IV, 
82, 81 venfen 

gedicht 111, 92, 171. IV, 66, 12.M 
52 Grdichtung, Grfindung 

geding IV, 78, 37 Beringung 

gedo t IV, 73, 58 Dachte 


neböß 1, 98, 16. IV, 45, 27. 54, 33 


Getöſe 
gedoͤß IV, 64, 8 Dickicht? 
gedrungen il, 34, 12 berrängt 
gefaͤll II, 64, 12 Fall, Stur 
gefallen — feins, irs 8 gefa ens Il, 
45, 74. 100, 28 nad} Befal- 


in, —R — dir zu gfallen 
Me 30 dir zu Liebe, deinet- 


nefaßt 1 17, 17 verortnet, audge- 


aefebe, eferdbe IV, 34, 29. 100, 
143 & abr — IV, 98, 83 Vor⸗ 
wur 


(on) gefebr, geferb L129. I, 16, 
46 von Ungefähr, zurallig — pn 
als gefehr I, 13, 11 ganz zufül- 
liger Weiſe 

gefebrlic ig on gefebrlich 11, 68. 


zufäll 
gefebete IV 46, 64 Genoſſenſchaft, 
KRamerapfhaft 
gefiert III, 40, 17 vieredig 
Gefregt Ill, 96, 18 gefreſſen 
gefeeundet, gefeundt II, 58, 22. 
79, 3 befreundet, verwandt 


— — — — — — —— 
— 














geist 1.90.95 wein 
— zu ee, fein) IV, 64, 
‚equem, nüßlic) fein 
gegah 24,14 —8 
gegen — gege en fing 191 
Wen {019 Der Klfgheil Agent 
entgegenfehend 
gebaben 1,45, 18.11, 91, 8 er 
oben 
gebarmbt 11, 60, 51 von harmen, 
d. b. harnen 
RD 1,28, 13 ungünftig, aufe 
Jäflig 
gebamen IV, 89, 11 Behauen 
Hebeien I, 49,35 plagen, befüme 


gebißt IV, 77, O1 erhikt, heiß, von 


geben, 25, 42 ergehen 
‚gebdrn IV, 8, 69 gehorchen 


gebhren III, 58, 11 gehören 
sim 1, 80, 16 fhmähen 


geil ig, 

gepL II, 60, 31. III, 88, 3. 86, 40. 
N Ye 110 @eilheit 

FE 

eir. , 82 habfücht 

geleig IV:30, 10 gierig 

gein 1.19, 18. 11°25° 40. ©. die 
Anmert, * iejer zu 

geiftlichteit IV, 3, 74. 4. 13 geif- 
licjer Orden 

weiß 1,50, 08, I1, 22, 55. 40, 52 
IV, 5, 94 gibt 

ee IN, 90, 97 Gier 

« At 1.38, 8 Joe 
Porn 1, 71, 22 ertoren 

ge, 100. 175 gelb 

gelangen 1, 42, 43. IV, 60, 146. 
‚88, 14. IV, 97, 48 gereicen 

aelavt N, 100, 180°yeriffen? ger 


gelaflen IV, 39, 55 entfernen 
seleben 1, 10, 12. 17, 4. II, 16, 
17 nadıleben, beobachten — IH, 9, 
20. 39, 46 erieben — rath8 ger 
Teben III, 15. 6 Batbs erholen — 
geleben eines dinge IV.18, 10 
‚von einem Dinge (el 
leiten IV, 60,128 keiten 

&s geleiften 11, 68, 12. 80, 17 

id) unterziehen, thun, vollbringen 

















203 


nefieben IV, 84, 110 Let fein 

gelimpff,, gelimpfftich f. alimpft, 
glimpfflich 

nelöbb 1, 25, 27 Gelabde, Ber- 
—*B 

‚geloben II, 88, 12 verfurehen 

‚gelten I, 78, 6 werth jein 

gemadı |, 22, 26. 11, 27, 8 Ge 
mmichlichfeit 

ndmein IV, D4, 15 Gemeinde, Ger 
ziteoenfammtung Gerichtetag 

gemein II, 5,45. IV, 99, 517 he 
wöhntid 

gemeyn II, 31, 23 gemeinjam — 
inögemein IV, 90, 116 insge- 
fammt, fammelich 

gemeinlic IV, 75, 139 gemeinig- 


ch, gewöhnlich 

gemegt IV, 47,21. 86,11. 20 ge 

meften 

gemiet II, 87, 9. IV, 60, 144 ger 
mietbet 

gemitten IV, 66, 257 gemieden, uns 
terlaffen 

‚gemät IV, 90, 201 Wille, Sinn 
Genefe 1.88.26 Nufchen, Rafterei 

Qenefen IN, 47, 8 gut davon fom- 
men, reich werben 

genefen 1, 38, 44 aefehüßt, gefichert 

'änglein, fleiner 


Genalin 11,84,25 
an 
nemieh, 4,29. 19, 14, 20, 95.11, 
93, 230 Senus, Ruben, Vortheil 
neniefen 1,2, 10.1, 58, 7a. 77, 
Nih erfscuen, Rupen, Worthei 


ieten IV, 80, 11 
na) en ten IV, 80, 11 fidh ber 


en 

genift, N 94, 258. Neft — 11,26, 
13 Geflcäht des Nefes 

enift 11, 2, 7 Gefträudh 

non Ill, 88, 1 genommen 

ver, ein gnügen ban IV, 86, 

ih begnügen, qufrieden fein 

gepreißt 11080, 170 gepriefen,, ger 
rühme 

ger IV, 17, 80 Begehren 

gerad 11, 2, 2 burtig, fehnell 

Beratben 1, 40, AD entbehren, ent- 
ratben 

gerawen I, 18, 27. 26, 15 gereuen 

nerben II, 90, 17 prügeln — fi 





























203 





Wörteraergrichniss, 








r——- 





gerben III, 25, 30 fid bereiten, 
rüften 

gereit, gereut IV, 29, 12. 0, 40 
ihen, bereits 

gerewen IN, 1, 75. 99, 124 gereut 

gering III, 41, 35 leiht — in eim 
ieringen IV’, 06, 119 in furger 
et 

‚gern 11, 26, 35. III, 38, 12. IV, 14, 
63. 48, 9 Salten, Shüfe ws 
Kleivs, dann überh. Schon 

gerächt III, 11, 49. IV, 46, 27. 68, 
49 Ruf 

jerüft III, 92, 101. eingerichtet, ber 

Tönen vis 

gerüft fein auff einen IV, 81, 55 
es auf einen abfehen 


gelaf 1. acieh 
geihaffen IV, 84, 21 ausrichten 
gei&affen III, 88, 18 erfhafren 
Idefft II, 33, 32 Geicön; 
fdefftig I, 82, 14 wichtig 
gefchendt I, 15, 17 geihämt 
seiiht 11, 30, 9 Begebenheit, 
Greigniß 
geididet 1. 36, 5 wohlgebilvet 
gefehiett IV, 64, 42 geeignet 
BEER. 
fen 1, 35, 9. IV, 2, 8 ge 
“lust ° 
gef&migt IV, 100. 15 verfhmißt 
geidbmud IV, 59, 9 Scmud 
geichoß 1, 40, 63 Abgabe 
gefbubt I, 74, 23 jteht 
gei&waber IV, 90, 290 Gefhwäß 
gefpwind IV, 29, 5 ftart, heftig 
geihwärm 1, 81, 11. III, 100, 55 
Genimmel 
gefeben II, 96, 13 fehen 
gefeden (part.)IV,28, 9 angefehen, 
geleR IV. 24, 78.28, 54 Bufar 
fell IV, 24, 78. 28, 54 Burfhe 
A ee 
se 
gefeß IV, 69, 98 Eis, Stuhl 
gefeg 11,18, 86 Teftament, Bibel 
geipan II, 92. 9. IV, 73, 21 &e- 
— 
jannen I, 22, t, 
Beine 0a a Reit 











gefprengt IV, 99, 68 gefprengelt, 
aefledt 


geftalt 11, 95,-8. IV, 20, 23. 116. 
28, 30. 38, 56 Art und Beife, 
Veſchaffenheit, Ausfehen, Dliene. 

geftalt III, 88, 6 geftaltet, beſchaffen 

geftbot 1, 79, 6 Samabt 

geteon IV, 88, 97 zugehen, que 

eben 

geteilt f. theilen 

getdgt III, 62, 13 getaugt 

‚getroffen IV, 76, 65 betroffen 

getucht 11, 28, 16 getaucht 

gewalten IV, 96, 29 bebrüden, 
thrannifiren 

gewaltiger hauffen 1, 34, 20 Ge - 
waltsbaufen, Hauptheer 

newandt IV, 4, 77 verwantt 

gewarten 1, 9, 61. 67. 77, 27. II, 
8, 21. IV, 86, 19 — ‚fein 

geweren 1, 40, 62. IV, 4, 143. 99, 
416 gewöhnen, erfüllen. 

gewinn IV, 54,18 Grwerb, Nupen 

gewinnen 11, 87, 12. 98, 81 er- 
langen, erhalten, befommen 

gewinnen vber II, 85,.2 befommen 


gegen 

gewifien, daS, fbielen IV, 2, 184 
tas Gewiffere ergreifen 

atw itt II, 25, 31 gewußt 

gemon I, 31, 112 gewöhnen — 
won (Purtic.) IV, 62, 34 gemöbnt 

gewonnen geben 11,61, 34 fi für 
überwunven halten 

geworeht 1, 16, 59 gearbeitet, ger 
madıt 
jerohrgt I, 9, 32 Gewürze 

Seien IV'94 19 acılemen, id) 
iiden — IN, 94, 129 zutommen, 
‚ertheilt werden 

aestegelt 1, 06, 5 aeflect 

‚ababen Il, 100, 30 erhoben 














giebt III. 79. 25 foricht 
gipve IN, 41, 14 Suppe, Reid 
gir III, 30, 15. IV,66, 191 Begierde 


lag IV, 68, 18 Gelag 
Laub 1, 10, 24 Treue 
glauben I1, 27, 75 trauen 
glecber IV, 20, 155 Gelächter 
alefisen 1/32 flaffen 

gleich IV, 99, 293 billig 















Börternerjeichniss. 


205 





gleich IV, 55, 4 gewöhnfih — der 
gleich IV, 95, 13 eben jo 
‚aleiche f. zugleiche 


gleichen IV, 75, 21 vergleihen — 
1, 90, 42 ähnlich machen 
gleit IV, 20, 8 Seleite 





gleng 11, 93, 5. IN, 88, 1 Frühtin, 

gieng, den gleng dechen IV. 3 
27% (wiell, it e8 lenken |f.d. 
juli) 

olimpff I, 94. 118. IV, 08, M 
guter Nuf 

olimpfplich 11, 25,51 anftäntig, ger 
bubrlich 

aloch bezafen 1,2, 20 tas Gclage, 
vie Mahlgeit bezahlen, f. 0. a.t. 
Ban austrinfen 

glotteen IV, 94, 217 Happern 

Amagen IV, 42, 7A nagen 

gnarren II, 68, 7 Mnureen 

gorren II, 70, 3. 111, 88,8. IV, 81, 
11.88, 120 jänledhtesBferb, Dlähre 
{der IV, 81,11 

dt jeb, Gott weiß, im Ball daß 
— Gott geb, "a8 ehr man und 
funft tbut I1, 91, 20 welche Ehre 
man ung au erweilen möge 

(in) Graben führen I, 55, 47 ver- 
fhlimmern , in Unorbnung brin« 
gen, verderben 

‚gead, auff den grad IV, 32, 93 auf 
das Höcfte, Schlimmite 

grad, gradt Il, 11, 44. IV, 98, 87 
Bräte 











geeiß IV, 96, 9. 100, 173 grau, 
weiß 


gren III, 90, 33 weinte 
greue IV, 86, 20 Oraf 
geewel ll, 27, 132 Angit, Seid — 
96, 31 Schanttbat, Srinelthat 
geift IV, 20, 120 Kunft, Geber 
‚grim IV, 69, 58 grimmig, fcheußli 
grimmen 1, 73, 14 aornig werden 
gris IN, 97, 59'Gries, Sant 
BEIN IV. 87. 0 lekarı fr 
V, 37, 6 Iebhaft, vaf al 
9eibe wie ia) ’ 










gro 11, 80, 1.1Y, 91, 47 grau 

Nrob 1, 6, 3 9106, did 

groͤblica IN, 98, 118 ftart, fehr 

geobbeit IV, 84, 12 Mobheit, 
Dummheit 

grow I, 27,47 arau 

grumpen IV, 98, 23. 40 Rrume, 

iften, Stüd 

grüflen II, 24, 18 grüffen; dann: 
‚aufhalten 

‚gülden Jar IV, 1, 4 Jubeljahr 

gülte IV, 95, 84 gelte 

Sumpen Il, 82, 14 fpringen — IV, 
1,53 auffpringen 

gundt II, 2, 10. 4, 8 begann 

günner IV, 99, 410 Gonner 

gunft IV, 76, 4 Borliche 

gunten IV, 18, 46. 24,18 begannen 


gütig II, 30, 91 günftig, glüdli 
TR 





9 
bas di wol 11, 31. 130 gehab 
dich wohl 
bab 1, 81, 2 eigentl. Habe, Gut, 





dann allgemein : Dinge 

Haben IV, 47, 11 halten, einhaften 

baben IV, 88, 17 Hafen 

A ZOO budtig, öde 

ig IV, 100, , höcri 

Baer I a ante 0 

bagen II, 2, 11 Bufdh, Gebuſch 

Hab II, 94, 195 wegen, mit 

balt 1, 50, 19 haltet 

(6) balten IV,3,21 fh bemühen, 
1 Balten —IV, 76,11 Ri er: 

jalten > 

Ham 1,83, 1 Samen, Rep - 

an IV, 8, 55 heben, halten 

banden 1, 72, 2 {—hmad) werden 

band — zu band I, 1, 15. 6,41. 9, 
41. 62, 15. IV, 60, 30 u. ö. bald, 
alsbald, {ogleih — zu banden 
nehmen II, 98, 95 eigentl. in die 
‚Hand nehmen, dann tbün, machen, 
Besehen — von mander handen 
111, 88, 9 von allerhand — vor 
banden haben 1, 77, 16 vorhaben 
— nad) feiner handt machen IV, 


























66, 134 e8 maden, wie et ſich 
einem am beften (did 
bands 11, 96, 13 haben fie 


janen Prät I, 76, 3 Hahnengeſchrei 
and [Meier Hand 

«seofie) banfen 1, 5, 49. 59, 37 
Broffe, Vornehme . 

bar (die) IV, 77,105 Art, Gelichter 

Serm II, 89, 7. IV, 88, 110. Sarn 

Dart 1, 38, i0 fharf. tapfer — II, 
54, 56. III, 96, 16 IV, 27, 48 

fe — IV, 69, 166 jehe 

IV, 67, 43 geigen 

bag — on allen Daß I, 78, 12 
freundfhaftlic, unpartbeilih — 
aus dem Daß lafien 1, 60, 20 in 
Rube laffen 

big II. 54,77. IV, 88, 97. 81,76 

teidung 

eb Sehe, Erle — A in D 
* se, Streit — fi in den 
Bay legen 1.85, 14. 01,3. 88 
1O.1N, 12, 96 einen Kampf begin. 

nen, angreifen 

(mit) Dauffen I, 12, 22. 16, 39. I, 
99, 18 haufenmeile,, mit Zins — 
zu bauffen I, 85, 23 zufammen, 
nieder (fallen) 

bauffet II, 91, 57. 94, 107. IV, 4, 
57 Baufenmefe ine, 

Saufen II, 98, 8. IV, 3, 79. 12, 13 
mirthfchäften, wohnen 

baufen 11, 32, 19 drauſſen, auffer- 


halt 
baußgemad 1, 12, 18. 16. 74. IV, 
75, 84 häusliche Bequemlichteit 
baußman IV, 98, 90 der zur Diiethe 


mobnt 

baw I, 76, 16 hieb 

bän 1, 42, 6 Heu 

baten IV, 93, 144 Saue 

begen 111, 38, 17 bewahren, auf 
(hlichten 

Heil IV, 74, 23 gefun. fehlerfrei 

bepl machen 1, 6, 20 heilen 

— 15, 19. II, 94, 
72 Seiligthum, Neliauie 

heimet II1, 8, 17 Heimat 

beimlich 11, 98, 12 fill, friefertig 
— IV, 81, 82 Teife 

Heimut I, 29, 19 Heimat 

beint 1, 86, 36. II, 80, 32 heute 


— 


























zuye 139 beiferer 
el IV, 2, 113 Berbeimlihung 
— 1 80 6, I, 44, 20. 


tiel. Hanvhabe 
Seife 11, 30, 161 böltiih 
benffen IV, 82, 23 von Sanf 
ber IIl, 100, 20 hehr, hoch, erhaben 
berb 1, 54, 13 icharf 
berbringen IV, 7,53 (Speifen) her - 
beibringen, auftifdhen 
Herde II. AB, 3 Bopeiberb 
bermel IV, 34, 43 Sermelin 
befel IV, 88, 6 Safelftaube 
befelitoe 1, 90, 44 Safelftod 
dep j. bih ie 
beumig, 11, 52, 33 in Haufen 
beupt IV. 84, 62 Haupt, Kopf 
beut 1, 11, 27. 34, 39 Haut 
beuten IV, 68, 16 heute 
Dienebft 1, 18, 40 nädfiens 
Diefch IV, '46, 8 beifchte, verlangte 
Ditrtich Il, 31, 21 bebutftich 
binaben IV, 57, 15 hinab 
binben IV, BI, Zt bin, füngu 
bindan, bindannen I, 4,11. 11,25, 
2. IV, 58, 23 binveg 
bindernieten I, 39, 12 den Nagel 
durd) Umfchlagen der Spike ber 
feftigen ; gewöhnlich nieten ober 
vernteten 
binderreden IV, 100, 140 verläum» 
en 
Sindt IV, 80, 57 Hintin 
pinnoc 1, 11, 46 nad), hinten na 
bineichten IV, 4, 94 zu Orunke rid- 
ten — IV, 5. 96 verbeflern 
binwifcen II, 51, 6 entwifgten, 
fortgehen 
bos gedeien I1, 54, 31 fehr, gut 
gedeihen, t. b. in die Höhe tom« 
‚men, auffemmen 
50) ber fahren II, 21, 50 ſtotz ein- 
bergehen 
Sofieren I, 66, 14 ein Stänbdien 
Bringen — 11, 28,25 tangen, forin« 
$ 30, 79 fingen, fpielen 
— IV, 88, 51 cacare 
Hoffen IV, 99, 441 warten, ſchauen 
Höfich L 210. 1, 95, 34. 11, 22, 21. 
IV, 28, 44. 91, 37 fein, gebildet, 
ut, paffend 
et IV, 78, 96 Mufit, Ständ« 
en 




















\ 








bobmuth I, 59, 47 Hochmuth 

boͤhnlich f. hönlid, 

hoͤltſchen, bölgen II, 31, 61. II, 
45, lleberfchr. IV, 69, 95. 83, 13 
hölzern 

bon IV, 39, 33 haben 

bon IV, 83, 31 Hohn, Spott 

Bönen IV, 96, 133 verfpntten, ver: 
höhnen — es boͤnt mir 1 V, 27, 
44 e3 ärgert, verbrießt mich 

böneifen | ‚63, 20. IV, 38, 16 
Spotte in 

hoͤnkich Il, 7, 15 ſchmaͤhend, fpöt- 


tiſch, zornig 
borchen IV, 13, 32 gehorchen 


bornuͤſch hornuͤſchel III, 85 ueber⸗ 
fdyr : Horniſſe 

bort IV, 19, 80 gehört 

hofen 11, 36, 6° einbefleidtung vom 
‚Knie bis zum Knöchel 

huͤle 1, 59, A. IV, 47, 2 Höhle 

huͤlfflich IV, 28, 18 behilflich 

bülgen IV, 83, 17 hölzern 

(den) hund binden laſſen II, 88, 


4 falſch, untreu fein 
Hußt IV, 91, 2 Huſten 


buͤtlich, huͤtlin, Hütlein; vnterm 


huͤtlich huͤtlin ſpielen IV, 49, 
137 im Berborgenen, heimlich et⸗ 
‚was thun, treiben 

Büge IV, 75, 69 Thierheße 


3 
its, ichtes ], 4, 17. II, 73, 27. 
IV 54 Etwas 


m, fi 

immer IV, 2, 19 wohl 

in II, 80, 40 gegen — II, 91, 72. 
98, 155 in — IV, 50, 2 darin 

inbrünftig IV, 95, 154 auffahrenp, 
leidenicha tlich 

in dem I, 70, 22 unterdeſſen 

inbalten Il, 31, 202 enthalten — II, 
55, 15 zufammenhalten 

innen balten IV, 21, 30 enthalten, 
vorfchreiben 

a 99, 375 Eintrag 

jr 11, 2, 17 ihrer — IV, 1, 20 ihren 


— — — — — 





Wörtrserjichnie 


ir fein I, 48, 16. 56, 12. 53. IV, 
62, 92. 100, 113 irgend 
jen IV, 21, 206 ihr ihnen 


. 


J 


ja II, 75, 13 od), wohl, wahrlich 
jacht IV, 
jaden ftiden iv E 23. 23 warm 


machen 
jahen, jehen I, 40, 28. II, 49, 9. 
92, 20 fügen 
dar 111, 2, 10 fagten 
ar — gäfden Sar IV, 1, 4 Jubel» 


gertag IV, 20, 43 Zeft. Feſttag 

jarrit II, 60 das fihnelle, hef- 
tige Fieber 

je II, 36, 16. III, 25, 29. IV, 9, 24, 
58, 20 einmal, nat, 5 ie mit Pr 

durchaus nicht, gewiß nicht 

jeben I, 86, 51 übe 3 

ienfeit — au jenfeit IV, 8,39 auf 
der andern Seite 

job = gach , eilig, ſchnell; es ift 
mir joch IV, 21, 75 ee ift mir zu 
thun, id) habe Abfichten 


R 


taem IV, 93, 163 Kahm, Schimmel 

tammermeifter 11,27, 33 Kammer- 
err 

Kamp 1, 11, 64 Kamm 

tanb, kandel IV, 18, 51. 21, 176 
anne 

kanig IV, 100, 167 ſchimmelicht 

kapen IV, 95, 278 aufnehmen 

tape, 17, 70. II, 61, 26 Narren⸗ 


appe 
tappe IV, 89, 20 Kutte, Mantel 
tardheit III, 93, 30 Kargheit, Geiz 


at, Tath I, 41, 11. IV, 93 88 Koth 
kauff II, 33, 18. IV, 8, 50 6, 65 
Handel 

taufleut IV, 50, 50 Käufer 

feiner IV, 1, 80 irgend einer, man 

tempffen I, 78, 15 zanfen 

(ih) tern I, 85. 19. II, 92, 62. 
IV, 1, 164.06, 48 ich fehren, wen- 
den, siäten, heifen — III, 19, 3 


207 


— — — — 2— 


208 


IE begeben — fi teren an |, 
3, 35 fich richten nadı 
teienbaum IV, 6, 20 Raftanien- 
U 
keuchel IV, 53, 13. 99, 419 Küchlein 
teuffit 11, 16, 12 taufit — keufft 
IV., 7, 15 kauft 
kenit II, 72, 2 Käfich 
Eewen |, 18, 42 kauen 
tieff III, 78, 12 Zanf 
tiefen I, 18, 8 wählen — 11, 17, 38 
fi umfeb en 
kilchherr IV, 84, 13 Pfarrherr 
Mauben — außber klauben I, 18, 
418 herauslefen, nehmen 
kley Il, 54, 72 Kleie 
ein IV, 19, 108 fein 
kleuſener 11, 60, Ueberfchr. Klaus- 
ner, Einſiedler 
klippern IV, 94, 304 ſchwaßen 
Hufft I, 87, 11 Zange, Kralle 
Klug fein IV, 90, 110 wiffen 
ſack IV, 51, 4 Schnappfad 
knatzen III, 96, 64 jernagen. 
Enebelfpieh I, 32, is Bangeifen, die 
wilden Schweine zu tödten 


knecht IV, 42, 10 Geſelle 
Inopffecht IV, 99, 78 hörnern? 
knorrecht IV, ‚99, 72 hörnern? 
knorrig 11, IB, 24 fuurrig 
notten 1, 16, 35 Samenfanfel 
£oben IV, 90, 17 Schweineftall 
Zommen I, 77, 45 ſich zutragen, vor- 
fommen 


Töniglin IV, 94, 82 Kaninchen 
Eoom IV, 82, 121 Becher 
torb III, 87, 10 Kerl? Lump? 


koͤrble II, 74, 20 Ginfafjung aus 
Satten am Abfluf eined Teiche, 
welche beim Aufziehen ver Docke 
feinen Fiſch durchſchlüpfen läßt. 
©. Shmeller 26 

törbe II, 28, 2 Kürbiß 

koß IV, 75, 36 wählte 

toft II, 82, 22 Aufwand 

tortfeey I, 41, 18. IV, 82, 48 frei- 
gebig 

trans], 60, A Kranich 

tranz IV, 49, 126 Krone? Wappen? 

kr IV, 19, 53 Schnitt 

krebs IIl, 9, 22 Bruftpanzer 

kreichen IV, 96, 32 friechen 


° Wöärternergeichniss. 


treten Il, 10, 8. IV, 19, 32 frei- 


frenden IV, 18, 60. 74, 6. 94, 276 
beeinträchti en 

ro 1, 65, i Krähe 

kroͤchtzen II, 10, 8. IV, 19, 32 
— ftöhnen 

krome IV, 44, 32 Brodfrume, Ueber- 
bleibfel 

krone IV, 83, 51 |. d. Anmerkk. 

kropff IV, 80, 41 was in ven Kropf, 

Diogen gebracht wird, das über- 

maͤſſige — — den fropff ver- 
dawen IV, 96, 74 verbauen 

ropfien, tröpffen II, 91, 32. IV, 
19, 25. 69, 12. 80, 43. 82, 63 
den Kropf, Dingen füllen, ſich voll 
eſſen 

kroͤß III, 89, 26 Gekröſe 

kruch IV, 79, 32 kröche 

kruͤchtzen ſ. kroͤchtzen 

kruͤger IV, 19, 7 Wirth 

kruͤmpffen IV, 42, 43 fid rümmen 

trunden IV, 19, 32 wimmern 

kuche IV, 12, 33 Küche 


kuͤffe 111, 92, 45 Kufe 
77, 88. 93, 128 Kaputze 


tugel IV, 

kund, kundt, kunt gekonnt 

kundtfch hafft 1,5 ‚13. IV, 24, 18 
— — IV, 94, 137 
eu 


ring, Fhni fin III, 7, Ueberſchr. 


4, 182 aninchen 
kuͤnlich MI, 11, 10 fühn 
kunſt II, 54, 40 Geſchicklichkeit 
Füpfferling II, 31, 55 Kupferzuber 
tür I, 90, 45 Prüfung, Probe 
türen I, 18, 10 erforen 
kurtz machen 1, 6, 29 abfürzen 
kuͤrtz — mit der kürg II, 31, 28 in 

kurzer Zeit 

kutzel Il, 80, 10 Kitzel 


y 


lab IV, 93, 188 Lab, was die Milch 
gerinmen madıt 

lachen, ein laden dran geben IV, 
95, 44 darüber lachen 


N 
! 


1 


| 
| 
| 
| 
| 


— · — — 


— 





Wörtetuerſtichniss. 





2ad IV, 28, 14 Lade, Kife 
Iabr L 258 tchre 
Tandgefehrei 1, 21, 3 allgemeines 
Gerücht 
Laß 1, 79. 14 las 
Taft IV, 34, 43? 
tern IV, 100, 161 Läftern, ſchmä- 


ben 
laͤttich IV, 38, 52 Ichmig, dann 


dredii 

taubeß Tefen IV, 81,123 ſ. die An 
merkt. 

Taut I, 22, 25 lautet 

lauter IV, 1. 104 bloß, eitel 

Tauter IV, 100, 123 rein, geläutert 

Rawe |, 58, 1 Come 

‚Jawe Ill, 95, 57. IV, 98, 70 Nadı- 
wein, Kräber 

Lawen IV, 99, 224 zum Beften haben 

Tebe IV, 96, 45 Süwe 

iecherlich 11, 54, 16 lädhelnd, mit 
Laden 

Rederer I, 75, 29 Gerber 

leer IV, 52, 58 Ychre 

Teg IV, 80, 91 liege 

Teg 11,4, 83 faul 

Jegen — fih in den 44 legen I, 

, 14. 61, 2. 82, 10. IV, 72,26; 

fi in den famıpf Legen 111,86, 
14; fi in den ftreit Legen IV, 
78, 53 einen Kampf, Streit ber 
ginnen, angreifen, befimpfen — 
fih in die Rajter Tegen IV, 39, 
84 fich dem Cafter bingeben 

Tegend 1, 20 Zebensbefchreibung 

Tegern IV, 20. 94 lagern 

leben II, 99, 20 Ichnen 

1ehn IV, 39, 69 Lehen, Pfründe 

lebr I, 44, 27 Icer 

leib — was er leibes mocht 1, 22, 
5. IV, 73, 57. 92, 71 aus Leibes · 
träften 

Teich 111, 92, 115 leicht 

Teichnam 111, 25, 27 Leib 

Teicht 11, 84, 26. IV, 14, 34. 28, 
68. 47, 10 leicht, vielleicht 

leichtlih IV, 5, 96. 70, 14 leicht, 
mit leichter Dübe 

Teiß 1, 86, 4. Il, 31, 114. 39, 17 








Teiden, Tepben II, 6, 5. IV, 90, 56 
Abhang, Wergfeite 

Teidfich 1, 18, 36 erträglich 

Teibt IV, 92, 8 leitet 

Teigen Il, 21, 81 liegen 

teamen 1, 16, 72 Art von Leim, 


Schm 

Teimoßt IV, 68, 10 Seinmand 

Lein IV, 69, 96 (innen 

Teiftu IV, 41, 16 liegft du 

Teit 1, 35, 22. 55, 52. III, 7,36. 12, 
11,IV, 6, 33. 35, 15 liegt 

enden IV, 94, 266 wenden 

Ci) {enden 11, 66, 30. 111, 94, 46. 
IV, 75, 149 fih wenden, benehmen 

Tenden IIl, 52, 10 landen 

{eng — dfeng 1.89, 22 in die Länge 
ah ber Teng IV, 99, 151 aus- 
ührli 

GengIL.2B, 9.1V, 24, 65 Länger 

Tengen IV, 78, 33 anführen, ber 
trügen? 

Teren 1, 85. 12 Ichren 

{eren 1, 78, 24. IV, 95, 287 fernen 

Terig IV, 78, 3 gelehrig 

Tefen, fammeln; voL Tefen IV, 7, 
70 füllen 

Teften IV, 65, 1 Iepthin, zufept 

Leftern II, 30, 170 tabeln, fhmäben 

Setten D23 üetbe . 

Tetften IV, 14, 43 lekthin, neulich 

Tetft, zum Letften I, 26, 3; am 
Tetften IV, 64, A zulet 

Tegen 1, 9. 63. 20, 37. 32, 43. 38, 
5. 11, 18, 87. IV, 2, 195. 60, 19 
Faden, Rachtheil’Sringen, beiä« 
digen, derlehen — II, 
5.V, 27, 44 beleidigen 

Teuchtenmacher IV, 98, 54 Sater- 
nenmadher 

Teuff, Leufft (die) IH, 5, 45 Zeiten, 
Vorgänge, Greianiffe 

Teutgebeiee IV 50, 00 Beutbeträger 

Tiegen I, 42, 21 tügen 

Ligen 1, 98, 12 fi verhalten 

tiften, die 1, 72, 4 Yufte 

Titigien IV,1, 61 einen Redtehan« 
del führen 

Tocat IV, 70, 59 Bräceotor, Lehrer 











ä Togen Ni, 86. 6 lagen 
Kolben IL 88 pekeiten — fig, 106 IV, 38.36.06, 181 fstimm, bos 
Teiden 11, 98, 21. IV, 52, 47 fi Löfen IV, 50, 30 faufen 
begnügen, beheifen, zufrieden geben Lofleren IV, 12, 35 Iogieren 
° 





Deutfce Bibtiotket N. 


=) 








210 


Wörterurreicniss. 





log M 52 leictiertig 

Toffen IV, 14, 48 löfen, bezahlen 

Toßt 1. 84, A ertön. 

{ofung IN, 81, 35 Verabretung 

{otterbub II, 75,1.1V,4, Ueberfehr. 
agabund 

(uber III, 94, 28 Scylemmerei, Ric 
terlichteit 

Qunden IV, 48, 1 gonton 

lindſches thuch 11, 54, 64 Tuch 
aus Konven und nicht „aus Ley - 
ten“ mie (6, turdh Jarnde ver« 
leitet, im Tert erflärt habe 

Tüpffen IV, 92, 70 beben 

Tüftig 11, 27, 73 lieblid, angenehm 
—W, 41.13.59, 24 munter 


Ma 
madit IY,94, Bu Rechtatraft 
macht II, 18, 23 mad 


mädt Il, 4, 54 made (Conj.) 
medig 1,100, 173 sel Mäten 





mag III, 25, 24 Diagen 
magd IN, 28, 53 Mücden 
magen Hit, 41, 11 Verwandter 





28. 27 aumagemn, 
8. ©. die mei 





g 11, 32, 
MDantelmuß, Danbelbrei 
mär . mer 
mag II, 27, 79 Dicos 
map, moß 1, 30, 45. 96, 11 Beite, 
Ni 


mandeltei 2. IV, 90,13 





igung, Daß — 11, 48, 

Sri her maften N, 18,48 
auf bieie Weije — guter maffen 
11.1, 29 anfänniger Aleife-- on 
mög III, 88, 33 unmäfg, über« 
mäffig, unermeflid) grob — bber 
dmoß I, 21, 10 über das Wind, 
übermärfig — Aumafte 
28 gehörig — zumaß, zme 
a a Nur et 
Ir fahren Act = mad, maflen 
I, 46,12 iveshatb — dmb 
moß IN, 19, 9. 32, 4 ungefähr 

(ich) maffen L 250. IV, 39,56 48, 
77 fi) mäfigen — 1,4, 25. 56, 




















ae ea 
entalten it ef 
IV. 6b, 156 mafern, a 
—5 
matthier IV, 50, 74. ©. die A 
merff. zu biefer Stelle 
mat 1160. 1 Maulefe 


masttafhe 11, 91, 36 Maulſchell. 


mente .n0, 20. 111,89, 36 fehlen 
meen I, 80, 4 mäben 
mestiömein II, 35, 1 Delphin 


meo Ih 31. 63 Baumimeige 

mendlin IV, 22, 19 

— 1.48. do ins Auge fe, 
aufs Kern nehmen — 11, 45, M. 
IN, 100, 72 gefinnt fei 
100, 151’ ieben 











t 1, 57. 25 Abfiht 
— Dane IV, 48, 4 f.2.c 
‚Henter 


mer 1, 35, 20.11, 4. 41. IV, 2, 8- 
20.37. 32, 6 Wire, Geidiät, 
Racricht, Renigti, 


TONER fen. at 
2. 1V,39, 4.488. 
70. 13 Dirne 
mepter 1 47,1 Deharr 
mil I 60,50 anf, setze 
minifter IV, 69, 5 Schmareher 
(&. Sämeller il, 591) 
minft I, 20, 24 minter 
migdunden 1,90, 31. IV, 69,14 
Iramobn 
mitgeben 1,98, 29 foteht gdm. 
en 





mihbag en III, 24, 7 mipfallen 

mißbanket IV, 18, 116 üble Han 
lung, Wergeben 

mipteig I, 43,51 mingehate 

mit feyn 1, 78, 18. IV, 18, 73 ge 
fatter fein 

mit IV, 85, 16 Miethe 

mittel IV, 98, 10 Mitte, 

mittler zeit IV, 20, 92. 42, 48 mitt 
ter Weile, unterdefjen 

'* mögen 1, 2, 30. 59, 40 fönnen, ver 
mögen 

mL, mat, dermol 11, 98, 16 der 
malen, einmal 





| 
! 
| 


| 
| 
| 
| 





molde, molte IV, 38, 20. 47, 21. 
76, 20. 86, 11 Mulde . 
monftrangenbauß M 118 Behält- 
niß, in welchem die geweihte Hoftie 
aufbewahrt wird 

morn IV, 18, 59 morgen 

morren Il, 62, 34 murren 

moß ſ. maß 

mucht 11, 32, 10 möchte, konnte — 
II, 51, 25. IV, 56, 63 mochte, 
fonnte 


müde IV, 50, 61 Mucke 
muͤd IV, 5, 50 Müdigkeit 


mügen, 59, 41 Mühe, Plage haben, 
leiden 


muͤh, mühe I, 42, 28 Schwierigfeit 
— 11,3, 40 Plage, Laſt — IV, 82, 
97 Kummer 

(fih) muͤhen II, 45, 54 ſich betrüben 

muͤlck IV, 80, 128 melfte 

mumfdang Ill, 25, 22 Würfelfpiel 

mund — von mund IV, 69, 28 vom 
Eſſen weg 

munieren IV, 2, 131 verfeben 

murren IV, 69, 92 Brummen 


muͤſſe III, 76, 28 Muſſe 

muft IV, 84, 18 Moſt 

muftun IIL, 94, 250 mußt bu ihn 

mut ], 100, 49. IV, 99, 499 Sinn, 
Abfıht — 11, 100, 9 Wille — 
IV, 81, 19 Bergnügen 

mutwille IV, 45, 25 Willfür, böfer 
Mille, böfer Sinn 


u 


nab IV, 7, 89 hinab 

nad 111, 16, 20. IV, 74, 50 noch 
nachbawr I, 56. 45 Nachbar 
nachbawrlich 1, 59, 13 Machbarlich 


nachgeben IV, 2, 84 nachſtehen 

nachlaſſen IV, 84, 100 auslaffen, 
übergehen, verichweigen 

nachmals III, 93, 49 fünftighin 

nachftellen III, 94, 12. IV, 65, 64. 
72, 8 nachtrachten 


nachtrachten I, 99, 32. 11, 13, 6 
nadıftellen — IV, 23, 34. 60, 17 
nadyjfinnen 


Bürteruerzeichniss. 


nachzoten Ill, 41, 14 nachſchleppen, 


211 


nachichleifen 

nabend, nahet 11, 27, 108. IV, 19, 
58 nahe 

name Il, 85, 2 Sinn 

narren IV, 99, 402 fuppen 

narrfer I, 11, 65 Narr 

narung, nerung 111, 59, 18. 94, 
12. IV, 7, 119. 15, 239. 82, 71 
Lebensunterhalt — III, 94, 12 Er⸗ 


werb 

naß 1, 94, 231 Nafe — ein waͤchſſen 
nafen maden, biegen IV, 18, 
70. 75, 158 äffen 

nechſt ru am nechften IV, 60, 65 


zule 
necht, nechten III, 92, 155. IV, 72, 
” eftern Abend , in der vorigen 
acht 
nehmen (entgegen) 1, 98, 11 ent- 
egenfommen, aufnehmen 
nebrn IV, 2, 156 näbern 
neidiſch III, 50, 9 grimmig 
NReidbart 1, 6, 53. 35, 46. IV, 77, 
108 der Neidifche, der Neid 


nein IV, 7, 91 hinein 

neren II, 21, 49 ernähren 

nerung |. narung 

nergn Il, 79, 23 nirgend 

Reken, Riemen, Band ; Die Nefteln 
werden ?urg 111, 94, 39. IV, 15, 
22 e3 langt Nichte mehr, e3 reicht 
nicht mebr aus 

neften I, 70, 8. II, 27, 68 niften 

nichtig IV, 94, 83. 100, 177 flein, 
unbedeutend, ſchwach 

niden I, 2, & unten 

niderlegn gen einander IV, 44, 21 
einanter Nichts thun 

niderfchlagen I, 87, 36. IV, 75, 81 
niederlaſſen 

niern IV, 17, 76 nirgend 

(fih) nieten IV, 75, 143. 97, 38 
fich befleiffigen 

nift II, 26, 41 Flechtwerk des Neftes 

nit 1, 11,4. II, 14, 11. IV, 93, 11 
nichts 

nobis hauß 111, 87, 42 (f. tie An- 
mer: du tiefer Stelle). IV, 65, 


55 Holle 
noch IV, 24, 76 und doch, dennoch 


noch — nod 1, 55, 10 weder — noch 
Nollhart IV, 93, 97 |. die Anmerff. 


— — — 





22 


motturft IV, 70, 20. 98, 34 das 
Rotbiendige 
numb IV, 19, 97 hinüber 


müt IV, 62, 77. 94, 314 nichts, eitel 
ng D 20 nublich 
nügen 11, 3, 18 benüpen 


© 


05 1, 56, 40. 89, 12 als ob — 1,98, 
8 wenn 
ob 1 65, 30 über, vor — IV, 4, 57 


au 

obferuant, obferuahg III, 100, 11. 
IV, 18, 3. 60, 1.87 Sranciecaner 
yon des Rremgen eye — DB, 100 
‚Sranciscanerkiofter 

— — ſichtb 
ientich I1, 24, ſichtbar, offen- 
‚bar, Deutlich M 

offieium IV, 83, 34 Amt, Bfeünde 

om II, 55, 25. 62, 21. IV, 91, a 
ohne, auffer, nur, ungeredinet 

omig 1, 26, 39 106, beraubt 

onmagpt II, 98, 23 Schwäche 

onmedht IHN, 88, 11 fraftlos 

oͤpffet IV, 48 Mieberfchr. Apfel 

aegeipfeifen IV, 83, 3 Orgeiie 

: ven ort vnd end IV, 21, 185 

genau, arünblich — von end zu 
det IV’, 56, 91. 100, 218 vom An- 
fung 6i8 zum Önde 

ort IV, 69, 22 Oxtötbaler, f.d. Ans 
mertt, 

detern IV, 59, 48 genau unterfudhen, 
erörtern 

oſtern 11, 60, 14 Beiertag 








PA. auch B) 


pald 1, 73, 16 Balg 
palltum IV, 90, 89 kifhöflicer 
‚n8e1V, 100,92 Band, ©& 
ange IV, 100,82 Bauch, 2 
vange lauch, Schmeer— 


vavat IV. 83, 45 Pabfthum, yähft- 
Ude Abe r 

par — bey varen 11, 16, 2. 60, 3. 
IV, 4, 115. 56, 21. 69, 27 paar 
weile 





Börkernergeichniss. 





parde II, 25 Ueberſchr. Panther 
waren 1.10, 38 verfahren, handeln, 
un 

part IV, 94, 152. 291 Parthei 

partedten Tefen IV, 47,23 Almofen 
fammeln 

patrociniren M 250 zum diechtobei · 
fand dienen 

»auiment III, 100, 108 buntes 
Dflafter, Muiait 

‚pen Ill, 100, 154 Qual, Darter 

penitentiartuß IV, 1,231 Borftcher 
der Behörde, die im Namen des 
Babftes Diepenzen ertheilt 

pfeiffen in den Sad zieben «bie 
11.28, 30 nachgeben), den Su 
‚finten laffen 

pfennwert IV, 51, 7. 75, 78 fleine, 
unbereutente Waare 

pflaumen ftreichen 1, 11, 62. IV, 
‚75. 161 [hmeiceln 

eier I, 57, @ 


pflegen, einer Bade III, 39, 9 
tun, ſich richten 
flegen 1, 9, 16 Sorge tragen, pfle- 

a a a ruorbett 
nen, bereiten 

‚pfleger 1, 22, 46 Berwalter 

pflict 11,91, 22 Schulvigkeit, Gifer, 
Bürforge — M A Amt, Berwal« 









tung 
pfeoffe II1, 94, 193 Sekling 
Ponte I 45 Bafanen 
ofen | hin« und herlaufen, 





berumfchwärmen 

plad 1, 56, 38 Aledten, Stelle 

plan I, 64 Feld, Wahlſtatt 

platichen IV, 54, lagen 

plattener M 206 Platten ſheerer 

plügtich INN, 7, 12. IV, 18, 18. 56, 
‚61 Plößlich 

pochen I, 21, 35 !Braherei 

pÖfel IV, 81, 168 Möbel 

polizei 1, 55, 50 Stantäverfalung, 
Staat 

poften II. 92, 84 BoRbote 

voteftat IV, 14, 24 Wacht 

potftam II, 94, 193? 

pradt I, 82, 13. II, 26, 87. IV, 66, 
148 Lürm. Gefchtei, Örohforece: 
zei, Öroßthun — II, 82, 29 Auf- 























Börterurrgeichniss. 








wand — auf hohem pradt I. 
a vead 

prachten 11, 76, 17. IV, 100, 133 
—8 fein 

pradig 11,20,8. IV, 06,202 fly, 
hedmuntig 

vent k. BB, 16 raten 

prebende, prebente IV, 1, 61. IV, 

, 55 Brände 






dreiötig II, 20, 8. 111, 85, 5. IV, 
4. 4 Rob, hodhmüth: 

pebiger IV, 4, 8 Vrerigermonche, 
Dorinttaner 


veeifen 11.14, 30, IV, 1, 191. 10, 
116. 64, 47 halten — Ach di 
Torannep preifen II, 34, 13 1 
durd) Torannei Berherlihen, —9* 

torannildh verfahren 
‚prefeng IV, 36, 21 ©efchent 
peieten IV, 11, 19 ftechen, fneiyen 
weg 1,8. 3 Merkmal, Kenngeien, 


seite 
roquellis IV, 92, 14 Saus und 


Braus 
peogel IV, 19, 11 Kröte 
‚prüben IV, 76, 15 prüfen 
pur 1, 50, 22. 11, 50, 56 bloß 





© 
auat 11, 90,3 Sämer, Rrantbeit 
quatein IV, & 4,90 1,5- Anmerf, 
quaticen Il, 91, 35. IV, 54, 26 


wadeln, — 
queef II, 98, 134 Dual 
queit, quidt I, 6, 54. IV, 15,57 106 





a 
Rabtfall, jol 11, 12,55. III, 
— 
raeni IV, 98, 164 Rahm 
Fam edam IV, 98, 86 Chmup, 


zamig IN, 109.108 zug, fhmubig 
zampl IN, 42, 
ran I, 3 mag 5 

Fangen wein IV, 88, 201. d.Ain- 


Rappauf II, 22, 27 eigentlich Raub, 
dann Preis 








Rappe 1, 2, 10. 9, 9 Rabe 
taöben‘ zafpein IV, 4, 59. 100, 7 
waffen, „geiammenrafien 
ratben IV, 100, 131 abhelfen 
taud) II, 27, 79. IV. 77, 54 rauf, 
raum IA 8, 71 freies Bed 
raum geben I, 33, 12 Bing maden 
tamen 1, 28, 15. IV, 14, 5 reuen 
tee 11, 28, 7 Kante 
vebhänfin II, 31, 145 Rebhuhn 
veceß IV, 2, 137 Berieng, Beichör 
abjchie ied 
reihen I, 94,56. II, 99,41 rechnen, 
zählten, hatten 
seien 1, 20, 8 räcen 
10. 63, 46. 


Feen 
ng Send 

en Geriät; von 

58, 11 von Bedhtämeg 

RER IV 00,138 geriäelid, nacı 

dem Redıt 

dad reht 11, 27, 15. IV, 94, 
19 Öericht halten’; mit Rect vor- 
nemen IV, 94,14 vor Gericht 
(aden 

ehtfertig IV, 94, 273. 99, 335 ge» 
vet, — vehrihaffen, recht 

vereetfm IV, 17, 88 eholen 

te IV, 28,31 tetete 

tedenheit IV, 76, 5 !Berebtfamteit 








tedlein, Mäblein; das redlein 
Ko 1,98, 12bie Zunge gehen 
afien 


* 76, 2 antreiben 
) regen 11, 31, 37 fich rühren 
einen 06 4 holen, nehmen 
teimen 1, O5, 6 fügen, paflen 
rein IV, 66, 179 herein 
— IV, 56, 55 Kain, Abhang 
reinigkeit II, 31, 118 Keinlikeit 
reifen II, 2], 85 reisen 
teit II, 30. 38 fhnelt — IV, 1, 36. 
95, 116 bereit, fertig 
teiten 1, 18,34 gleiten, geben — an 
einen zeiten I, 82, 42 einen über« 
fallen, treffen 
renden III, 96, 74 Ränte treiben 
venten III, 100, 128 zentieren, ein» 
tragen 
EengeT IN, 80.4 Banen, Bau 


Feilen, 20, % W 1 31 helfen 
teumen 111, 78, 18 entfernen, ein 

















_ _ Börteroergeicniss. 





Ende magen — IV, 100,5 neh 


geuenter 11, 100, 97 Refectorium, 
Speifegimmer 

zeurrens dieten IV, 17, 45 be 
Fußes Ad veruelaen 
—A — 








rem 1.04, , 8 ee 

rem Hi, 80, 

Eemet. 18, 42. 16, 98. I, 27, 131 
Bene inruikan; —— Bene 
fing —1 1, 49, 36. IV, 1, 106 26. 

(ab 

tbam f. ram 

than f. ran 

Them f. vom 


Nofennobet I, 19, 22 eine engl. 


Solemünze, f. d. Anmerft, 
sögtis N, YB, 9 ati 
AN 106, 167 vo 
vote IV, 1, 62 tas nübflliche Ram- 
mergericht 
ruch IV, 92, 82 rache 
ruͤchtig II, 85, 17 wohlberüchtigt 


ruͤg Ill, 22, 20 Rüden 
ruden IV, 12, 30 gehen, fpringen 


5 — rüden I, 62, 2 auf 


dem 

» 69, 220 ziehen — ber- fi 
An Ham 1,16, 8 überziehen — 
92,218 heraus⸗ 


rüdftüc II, 9, 23 Rüdenpanger 
tubecht I. 81, 163 runzlich 
den II. 1,58 Audraben 














Tahfam 1.88.35. In], 215 rubig 





chlg IV, 88, 18. 98, 39 gewöhnt. 
* —— gewödnt 


— 1.7100, 170 mit 
runglicter Haut 
runglet IV, 69, 18 runglich, 


Min IV, 58, 36 Heine Raufere, 


griff 
irn 189 1 1. 27, 10. N, 
10 berüßten, tieffen 
N 31.100 anfangen. ehelen 
N, — 9 —28 168 ruffig 


dich) een 1. 33, 46 ſich ſtellen, 
„uentegentreen 
zuftig III, 99, 54 roftig 








A —F Iy, 21,22 
es der Aal 7 gen al. — 
N: ten II, 27, 84 

m — "einen, ee 


Sagen! an, 85, 31 foredjen, reden 
vraar? en und fingen IV, 66, 110 f. vie 


fäonil, 34, 191 ſaen 


farm, 35,1 Merriftet Wobbe? 

fam I, 94, 17 als ch 

fämet I, 31, 54 Semmel 

fant 1,50, 59 yiammen, £ ai 
ngerhemd 

— * Zerich⸗ 


EHE 
eben IV 1,1 Man fe "Fehten 

90, 15 Zuber 
IV, 38, 


Nonfren 130, 18 machen — 
35 ausrichten 

{&ät 111, 12, 23. IV, 96, 121 feel 
Thale |, 78, 15 Syelm — IV, 2, 
195 Süheimere 

fang Il, 92, 208. IV, 96, 125 
Genie — fhangen halten 

IV, 88, 26 fpielen 
hänge 11, 64, 17 Schöps 
fgsemäget I,.98, 99,80 Sir 


Farbf IV. 18,70 fhefen 

















Börteruergeichniss. 


5 





fgert in, 00,05 Sri 
agen ll, 26, 27. IV, 52, 46.63 
‚Gel? maden 

Taanb, 9 — Br 46. 20. IV, 49, 


81, 70 Keid, 
Setar Mantel“ 
Tchaub 1, 59, 18. IV, 66, 51 Bund, 
Bündel 


daufen IV, 19, 21 fi fheuen 
fagtet heil, 31.164. IV, 56, 


‘ 
genen N I 488. 292 enticheiden 
ichein 23 Ueber« 

BE _ in ofinem fein IV, 
offenbar, auf Deutliche 





aut 1. [heußel 
‚100, 176 fhnal 
—88 IV, 7, 102. 111, 95, 
‚60,93 gornig, aufgebradit, 
polternd 
Tchelten — Ioß ſchelten I11, 98,142 
freiiprechen. 
chenden I, m 21. 11, 31, 150. IV, 
64, 38 einichenten 
foren. a0, 107 Duntant 
Tiherpffe 1. 86, 17 Schärfe 
fegen Ili, 24, 5. IV, 52, 93. 90, 
”. —— en 
fcbeut IV, 74,26 S 
Sopeuten 1, 38, —2 — hun 
Teheumen IV, . 83, 88. 100, 
5.122 abfejäumen, das Befle weg« 
neimen, überhaupt megnchmen 
Toendtic, Kagngti I, 75,6. I 
V, 52, 3 bös, abfcheutich, 


Baht, 

feente 118.100 fit 

ee 1138 it a 7, 100 
ul, Rgiftcude 

ib 11. 3ll, 161 vun 

Fllen m. ya, 3er verfügen, ans 
‚oronen — IV, 65, 68 fidh anfchiden 
ich) Ihieen IV, REF Ah a 
hier IV, 4, 9 balt, auf dai ale 
vigfte, Schneltfte 

febilen IV, 109, m fielen 

Faimpf 1. 

Tchimpffen IN, "ar 


Kant, 9, 18. 62,7 fherye 
aft, 
—E 111,51,52 Sciffsladung? 











Scyerj 
138 fergen, 


flag IV, 92, 72 Schlaghaum 
fhlagen IV, 12, 32 eriälagen 


Tehlaben 18, 3, ), 13 jchlagen 
ffampampen IV, 92, 17 Salem. 
men, — 





feomm 
BB, Senf sn OR 
218 recht, tichtig — IV, 73, 150 
— (nt gebogen) —IV, 100, 
H1A gefchlichtet 
dv. II, 92, 213 durchaus 
5 läge 
IV, 99, 197 ichlechterdings 
KEN IN. 69, 128 Yrägel, Stat 











01.33) 
fehlieen 1, 55,9. 
fehfoffen 11, 86, 19 iclafen 
Tcbmacht I, 30, 44 verihmadhten 
— (hmag IV, 28, Mi. ad 

er Sejchmad — IV, 76, 5: 


NE, 8 faipfen 






finde 
fehmecht II, 47, 33 (hmäht 
fömeden IV, 24, 33 verjugen — 


— , 90, 73 falſche 


fh meidig 1, 81. 4 geihmeidig 

\gmeifeni\, 76, 58\werfen, cacare 
fmieren. I, 75, 8 erfclagen? 
freffen? 

fmiß IV, 78, 3a tag, Sieb 
Mal 09.320 (elayın 
‚muden IV, 88, 21 brüden, ver- 


as) — w 1 
96, 33 fih (alien, 

Vraden, yufonmenördein 

, 7,26 Schmauß? Bor- 


Ha 
fänaber UI, 2R.1 Sefämäh, Ger 

Ipric, ©: 
en Fi n. 10 fÄnattern, 


Konapkhn 111, 51,24 Barteigänger, 


Käuber 


fnargen II, 82, 14 ſchnarren 














| gemady mit Viühe, Noth entgehen 








ſchnererget IV, 21, 116 ſ. die An⸗ 
merf. zu biefer Stelle 

ſchno * IV, 100, 174 rogi 

ſchnorken II, 82, 13 Epnarden 
ſchnorren II, 62, 33 ſchnurren, an⸗ 


fabren 
‚33, 17 Anfchnurren, 


ren 

| oe IV, 19, 31 f. tie Anmerft. 
gel M 112 Schuld 

ſchon I, 29, 3. 55, 28. II, 30, 4. IV, 
28, 45 ſchön 

ſchoͤn 11,20, 6. IV, 28, 55. 39, 5 
Schönh eit 

ſchoͤn M 24 fchon 

ſchonen 11, 75, 9 verzeihen 

FE 11, „98, 15 Anden 


{of I, 77, 7 Schuß 
f&raben IV, 92, 31 jchaben,, fchar- 


frammig IV, 100, 170 ſchief, 


fpreden I, 34, Fu II, 49, 8 ver- 
agen — IV, 22, 16 nacıjagen 

ſ —ESE— II, 97, 49. IV, 21, 
115f. — 5* t u dieſen Stellen 

ſchriſt V eweis, Beweis⸗ 


elle 
fehritten IV, 92 92.68 färeiten, gehen 
fi zumben IV, 61, 9 jufammenge- 


ſchru 
(ul. ED, * Schuh — zerſchnit⸗ 
ten ſchuch IV ‚69, 95 — 


(güdtern IV, 80, 9 ſcheu 
ſchutgefelle IV, 24, 21 Ehulkame⸗ 


raue IV, 94, 178 Scyulze, Schult- 
ea 


für IV, 59, 14 Vordach, Erker 
[gütten, IV, 4, 99 fchütteln 
ug IV, 95, 310 Regiment 
ſchuͤtz II, al, 80 Schuß 
fangen IV ‚30, 38 dämmen, auf 


—* III, 94, 247 Schwang 
ſchwang III, 88, 45 Schwantk 
ſchwans IV, 95, 


ang 
ſchwanz — den (onen durch die 
a iehen IV, 16, „ur Un- 


123 Schwung, 





Bürerompigni. 


ſchwart IV, 9; 123 Schwä 
ſchwechen IV, 88, 35 vermindern, 
herabfeßen 
awehier Ar 27, 84. 73, 
pfa 
ge "17, 52 ſchwieg 
f en 1, 86, 4. III, 15, 30. 109, 
v, 99,122 geichwei en, 3 
Shieigen bringen, 5 befänftigen 
V, 100, 84 verfchweigen 
(imer. fhwebr II, 30, 9 Be- 
ihwerde — nach der ichwer 1, 
55, 17. 11, 9, 10 heftig, —* 
aus allen Kräften 
ſchy erlich Mn ‚26, * 15, 38 mit 
Pure — W, 83, . 91, 15 


fecfabt Ir, 50, 13 Seefahrer 

ſeelrecht IV, 40. 26 Seelenmefie, 
Gebete für' die Todten 

fe een 31, 92. 11, 50, 70. IV, 90, 


(id) fegnen m, 98, 114 fich ver- 
wundern 

febnen IIl, 10, 8 jammern 

ſehrer I1l, 89, 30 mebr, ärger 

feich IV, 19, 103 Harn 

feiger 1. Zeiger 

feiger IV, 93, 163. 100, 167 did, 
zaͤhe 

Seil — vbers Seil rucken IV, 94, 
6 zum Beten haben 

fein I, 80, 9 deſſen 

fein = find 

feint 4 5 ſeit 

feite — vber ein fetten IV, 78, 30 
auf die Seit 

felb = eibft — da felb IV, 90, 5 

fetbgenieß IV, 100, 110 Selbſi 

e en N Se e⸗ 
ns, € Selbftfucht 3 


felgam, felgen IV, 21, 5. 77, 70. 
99, 281 felten 


enden 8 94, 97 Sprud, Aus- 
ru 

feuberti l, 81, 38 hübfch 
feumen ] ,% bintern 


fewlich |], 12, 7 nadı Art einer Sau 

nei IV, 13, 22 Pfeife, mittellat. 
siblotus 

131 24, 19 fiche 

fich II, 21, 21 (ich) fehe 


| 
| 
| 





— — — — — —z — 


ſichtiglich J. 11, 29. IV, 66, 123 
fihtlih, offenbar 
der IV, 82, 104 feither 
eman IV, 70, 55. 81, 183 f. die 
Anmerkt. 

Sindflut IV, 2, 97 in F ſchon 
Sündfluth 

mt IV, 24, 81 feit 
ngen und fagen III, 983, 245. IV, 

‚110. 93, 38 f. die Anmerff. 

fingor II, 54, 17 Signor 

finn — in den finn nemen IV, 29, 
30 fich vornehmen, vorjeßen 

fo fang I, 24, 60 bis 

fott 1, 55, 19 ſollſt 

fonder II, 5, 23. IV, 5, 83. 81, 35 
befonver . 

fönnen 1, 23, 23 fonnen 

fonft f. funft 

forgen IV, 82,74 beforgen, befürd- 


en 

ſpanier 11, 27, 43 an einigen Orten 
Name des Kornfäfers 

fparwar III, 23, 13 Sparware d.h. 
Sparfamteit 

fpevband IV, 38, 9 Spottbanf 

ſpeygervogel IV, 38, 7 Spötter, 
Spottoogel 

fpeifet L 97 Speife 

wiegelt 1, 66, 6. 99, 7 mit Spie- 
fe n verjeben, glänzend 

fpieß_IV, 18, 16 f. die Bemerf. zu 
dieler Stelle 

fpigig 111, 13,5. IV, 95, 148. 100, 
15 ſcharf, fein 

fpole III, 27, 16 Sproſſe 

Montflafche IV, 90, 39 Spunt- 


aſche? 

pot II, 33, 32 Kleinigkeit, Nichts⸗ 
würdigkeit, Nichts 

ſpotuogel — El eim fpofuogel 
machen II, 55, 12 einen zum Ge⸗ 
genftan des Spotted machen, zum 
Beiten haben 

free, foren 111, 28 Ueberfär. 


taar 
(fi), ſprechen IV, 94, 221 ſich be- 
prechen 
ſpreg IV, 59, 6 geſpraͤchig, artig, 
freundlich 
ftad f. ſtat 
ftaffiert I, 79, 29 geſchmückt 


_Aall, 57.46 fahl 


Börternerjeichnias. 





— — 
217 





ſtarck II, 26, 3 fteif, ſtarr 


at, ftad I, 75, 46. 11, 3, 41. 54, 
10. 76, 6. IV, 76, 25 Stand 


ftatt Il, 12, 53 Stütte 

flatten 1,2, 34 geftatten, fommen 
laſſen 

ftauff IV, 19, 71 Kelch, Flaſche 

ſtawber 11, 71, Ueberfchr. Jagdhund 

ftechen IV, 36, 13 beftechen 

ſtecher IV, 93, 62 Lanzenträger, 
überh, Kämpfer in Turnier und 


Schlacht 
ſteckenknecht IV, 94, 20. 127 Ge⸗ 
f ic des ft ifs 

egreiff — es ſtegreiffs nern 

N. 34, 20 von —A leben 
ſtehen IV, 17, 46 ſtehen bleiben 
ſteigern III, 54, 14 vorladen 
tteinen IV, 59, 14 ſteinern 
ftelen I, 47, 19 Stehlen 


ftelen 1, 71, 12. IV, 100, 192 auf- 
ftellen, auffeßen, verfaffen, anord⸗ 
nen, befeblen — II, 59, 20 ab» 
fteben, verichieden fein — IV, 94, 
183 nadıftellen — III, 92, 20. 99, 
32. IV, 7, 119. 47, 12. 80, 9 
ftreben, trachten — glauben ftel- 
fen 1, 78, 16. 94, 32 Glauben 
ſchenken — fich ftellen III, 59, 18 
das Seinige thun 

ftender 11, 74, 15 Säule 

ſterken IV, 32, 80 verftärten 

fter 11, 31, 39 Stätte 

ſtewpen IV, 93, 134 Stiupen 

(zu) ftewe ], 52, 30. IV, 80, 63 zu 
Etatten, Hülfe, Frommen 

ftewren IV, 96, 110 helfen 

ig umb fti IV, 65, 13 Stüd um 
Stü 


ftidt II, 12, 97 ftedt 

sim M 65 Stiftung, Ginfeßung 

ftiftten 11, 67. 19 anftiften 

(ſich) ftillen IV, 81, 33 ftill werden, 
ſich berubiaen 

ftippen I, 24, 31 tunfen, eintunten 

ftoß 11, 63, 1. 11, 89, 21 Haufe 

ftoffen III. 93, 96 auf einen dringen, 
einen angreifen — fich ftoffen IV, 
91, 46 fidy änpdern 

1, 100, 34 Tadel, Verweis 

ftraffen I, 66, 4. 88, 9. 11, 28, 20 
IV, 95, 40 tadeln, zuredhtweifen, 
belehren 











Würterorrieichniss. 





fraubicht IN, 94, 178 Rruppia 

fraudhen II, 94, 4. IN, 76, 54 Rol- 
ern, Arauceln 

1,27. 19. N, 46, 2 An- 





PEA, "SE, 14 eine Art Kinder. 


niet 
(ib) fireden IV, 94,200 ſich 
machen, ih wagen 
freien IN, 78. 65 Areicen, fhla- 
gen — IV. 99, 243 Rreicheln 
reichen 1. BB, 24.1V, 98,31 nad 
geben 
— — 
Reiten, fireuffen 1, 75. 39. IV, 
195 abftreifen, vie Haut ab- 


kr ben 
9, 31. IV, 99, 460 Schlinge 
io IV, 38. 33 Riemen, Band 
m Jil, 98, 118 ftrafen 
— IN, ” ‚62 Rame eines dun · 


Arndt I, 51, 62 Tred 
Ad 1, 98, 30 Theil 
fa 1, 97, 8 That — II, 10, 38 














Streich 
Ri jalden he 1, 71, 19. 99, 


Seit 

Aue. 19 16 5 Bfoten 

Rufrauber IN, 49. 140 Kirhenräu 
ber wie — —— 
— ünten 
fung fremder W erde 
ber die (rtlürung am ter betr. 
Stelle tarnadı zu äntern 

Rummen IV, 92, 2 fumm werben 

fümmern IV, 76, 56 Rümpern 

Rund — von Runden 1,54, 0 {0 
gleib — alle ftundt III, 08, 8 
Allenal, immer 

füpfet I, 27, 137 Stoppel 
turm IV, 6, 16 Scladt; den 
flurm erobern IV, 6, 19 vie 
Schlacht geninnen 

ar den. furg gewinnen II, 

, 39. IV, 15, 31 zu Örunde 

Gehen, Vertiben 
een IV, 53, 13 legen, fteden 

fat IV, 89, 52 fiofen 

füuer IV, 50, 30 f. die Anmerft. 

fach IV, 20, dabſucht 








füdt III, 64, 17 würden fieten 
füller 111. 68, 21 Söller 
funme IN, 78, 91 Band? Gefimfet 





funft, fuft 111, 92, 50 fen — III, 
89, 21 übrigens — IN, 92, 54. 
IN, 1, 173. 66, 142 aud) wohl 





T (. auch D) 


Zabern II, 87,37 Zavern, Sghente 

Zabulatur IV, 46, 46 Orumt. ©. 
die Anmerft. 

tadel IV, 75, 114 Gebredhen, Bebler 

tag mein tag IV, 3, 62; dein 

N, ‚39. 24: fein tag 111, 26, 

6, 24 mein, vein, feindeben 


„in 
il, 100, 35 Jahrestag, Beh 
ei ten N, 6 eigentl. fühlen, ver« 
fuchen, ann gehen 
tattel I, 38, 10 Dattel 
taße IV, B4, 67 Hand 
taub IV, 46. 42 tumm 
tauben IV, 92, 2 taub werben 
tang Ill, 62, 13 taugt 
tepten li. 31, 64 Terpide, Tapeten 
terminieren IV, 22, 2 Amcfen 
Aaımmeln, beten 

















#ban 11, 65, 31 tbun 
tbar 1, 34. 28. IV, 21, 167 tarf 
tbarant Mi, 95, 1 wahrfdeintih 


acelichwein, mit ver Tarantel 
verwebjelt; bei Camerur. Hystrix. 

tbeiding 1. Weibertbeiting 

tbeit II, 74. 16 Seite . 

beiten, mif einem 1,20, 6 einem 
mittheilen, einen Theil nebmen 
Taffen 

tbeilt * mit Farben tbeilt 1,66, 


Rüden IV, 26, 3 auf verigie 
farbigen Stüden Keftchene 
tbewor IV, 88, 90 fehr 


tbon II, 31, 111 Thun, Treiben, 
Sade 


tborn L, 907 Thurm 
tbuchft IV, 95, 194 taugſt 

















Wörterverjeichniss. 


thum IV, 39, 6 Dom 
tbumberey IV, 83, 77 Domherren⸗ 
e 


e 
tbumbherr IV, 4, 7 Domherr 
tbumbpfaff IV, 26, 1 Domherr 
tbumfinnig IV, 97, 51 dumm 
thun IV, 21, 128 abthun 


Thür — die Thür verlauffen IV, 
94, 10 überliften? 
tichten IV, 24, 85 erdichten 


töcht III, 84, 21 taugt 

toll 11, 78,5 ſchön, ftark, brav — 
IN, 49, 17. 97, 76. IV, 90, 63.76. 
95, 184 tumm 

torecht 11, 10, 3. IV, 96, 109 thö⸗ 
richt, to 

totter IV, 28, 16 Dotter 

tradten II, 26, 57. IV, 82, 9 
finnen 

tragen IV, 90, 201 haben, bewahren 
— IV, 100, 10 eintragen 


. (fi) tragen I, 3, 26. 87, 26 ſich 
paffen, ſchicken, zu Etwas gehören, 
nad Etwas gerichtet fein 

team I, 18, 28. 20, 20. IV, 28, 20 
Treue 

traw III, 19, 9. IV, 11, A treu 

trawen Ill, 44, 13 traun 

trawen IV, 99, 110. 263 drohen 

trawren III, 27,7 Betrübniß, dann 
Unglüf, Diühe 

trebern 1, 60, 27 die Hülfen vom 
ausgebrauten Poh 

trewtig fein III, 95, 26 tragen, 

“tragfähig fein 

treffen — an ein treffen gebn II, 
58, 22 zum Treffen Eommen 

treg II, 81, 23 überdrüffig, ver: 
droffen — Il, 93, 56 faul, lang- 

m 


a 
treger II, 74, 15 Tragbalfen 
treglin IV, 61. 18 zuträglid — IV, 
17, 111 erträglich 
treiben III, 77, 10 ſchlagen, zer⸗ 
fchlagen 
treit II, 22, 56 trägt, treibt 
tretten, bey einem 1, 40, 48 einem 
beiten 
treuffen IV, 7, 16 hberabträuffeln 
treugen I, 52, 11 troden 
trewlich 1, 79, 25 treu, getreulich 
tringen II, 39, 32 drängen 


219 


tritt II, 28, 25 Schritt 

troffen I, 21, 21 getroffen 

troſchel IV, 94, 249; truſchel 11, 
27, 34 Droſſel 


tröftlich I, 94, 53 ermunternd, trö- 
itend — 11, 21, 22. IV, 99, 84 ge» _ 


troſt 
Troſtrein IV, 94, 62 Name eines 


Hundes 
teotten 11, 74,22 Weinpreffe, Preſſe 
truͤbniß III, 90, 39 Betrübniß, Kum- 
mer 
teuden II, 9, 18 drücken 
frummeter 1, 55, Ueberſchr. Trom⸗ 
peter 


trumpen IV, 98, 23 ſchlagen 

trundenbofg III, 99, 6. IV, 69, 42. 
98, 98 Trunfenbold 

trugen III, 29, 29. IV, 96, 24 an- 
feinden 

truglich IN, 7, 11. 86, 7 troßig 

tucht IV, 16, 12 taugt \ 

tuͤcken I, 63, & ducken 

tügen II, 45, 8 taugen 


tügenicht IV, 68, 26 Taugenichts 

tugent 1, 92, 11 Tüchtigkeit — IV, 
‚29 Güte, milde Gefinnung 

TZummerbeing IV, 8, 83? 


tür IV, 75, 166 darf 


v (M) 


vber — vber jar IV, 27, 3 das 
Jahr hindurch 

vberall — gang vberall I, 82, 16. 
IV, 66, 64 durchaus — nichts 
vberall IV, 72,14 durchaus nichts 

vberdrofien I, 11, 71. 11, 1,36 über- 
drüſſig 

vbereilen I, 9, 36 überfallen — IV, 
97, 99 einholen 

vberfarn 1, 16, 52. 79, 33. IV, 1, 
282 überziehen, fangen 

vberfliehen IV, 20, 143 überfliegen 

vberflüfiig 11. 31, 150 überflüffig, 
im lieberfluß 

vberflut III, 323, Jübergroffe Mienge 

vbergeben II, 77, 20. III, 55, 10. 
IV, 13, 35. 74, 62 aufgeben 

vbergeben Ill, 22, 3 zornig — II, 














\ 


Wörteroerjichniss, 





75, 10. IV, 6, 47 aufgegeben, 
folgt —— 





a 

vbergebn, einen IV, 86, 3 über 

einen fommen . 
« dberhaupt IV, 46, 11 fämmttid, 

— IV, 60, 137 zuvor- 
fommen 

vberlauffen L 16% übergeben — 
85, 2 vorlaufen, überwinden 
11, 84, 24 überlaufen — IV, 43, 
22 überflüffig fein 

vberliegen |, 48. 20. Il, 37, 13 
duch, im Lügen überwinden 

vbermaden 1,29, 19. 72, 18. IV, 
10 AL zu mei,’ au boc treiben, 
übertreiben, übermäffig fein 

vbermacht I, 6, 31 übermächti 

uberman 11,'09, 2 Shieceridhter 

vbermannen II, 95, 10. 111,93, 121 
uderingen 

vberzuefen I, 16, 54 üterfallen 

vberfagen IV, 1, 241 zufpredren, zur 
beiten, beftimmen 

dberfchreiten, einen IV, 74, 59 fi 
über einen hermadhen‘, eigentlich 
ibm auffigen 

vberichmwerig IH, 96, 62 zu ſchwer, 
um e& zu tragen 

vberwigen IV, 8, 74 daß Ueber 
‚gericht haben, fÄmerer wiegen — 
IV, 77. 107 überwältigen 

uberjeugen 1,48. 19 durd) Zeugen 
überführen 

dberzteben II, 73, 9 mit dem Reh 
— fangen — IV, 95, 33 
betrugen, Bintergehen 

VRETIMEr wbgrImerg.. 
98. 17. IV, 4 28. DR, 
‚Duere 

vffeeffen M 87 nufgeireffen 

dmberingen, umbringen I, 35,22. 
80, 18. 1, 27, 107 umeingen 

dmbefebend Il, 92, 24 für unbe» 
febens: unaditfam, unvorfichtig 

dmbeisenden IV, 23, 102 ummenden 

— = umfenft I, 77, 15 ohne 
Grund 

vmbbalten IV, 17, 76 unterhalte 

dmbwallen II, 44, 8 umperge 
umbergieben 

omftend IV, 32, 61 Umfand 

















11,6. 11, 
72’in der 





vnaͤß II1, 12, 7 ungenieibar 
vnaußgeündfich IV, IL, 32 uner ⸗ 
rundii 
unbarmlich, II, 42, 4 unbarmberzig 
unbedapt 1, 12, 11 unberadtiam 
— IV, 10, 37 unbeadtet, auffer 
Act, bergeffen 
unbebut IV, 93, 149 ungebütet 
dnbeffungen IV, 46, 25 ohne Klang 
—— 16, 15 unverlept 
unbefeut IV, 46, 25 one Gelaut 
vnberdrt II, 31, 43 unberührt 
unbeichagt IV, 93, 1238 nicht ger 
brandjhaßt 
unbefcheiden IV, 95, 86 untlug. 
dumm 
unbefcifien IV. 8, 82 unbetrogen 
vnbeichmiget IV, 8, 85 unbefubelt 
unbefehns II, 70, 22 unadtfam, 
umvorfichtig 
unbefeften IV, 98. 92 unbefept 
unbeitendig IV, 94, 286 unficher 
unbewagen IV, 97, 97 unüberlegt 
vnbfunnen 11, 23, 17 unbefonnen 
vnderdruͤcten IL, 50, 7 hinab 
drücen, verderben 
underhalten II, 18, 79, IV, 96, 30 








niederhalten 
underfommen I, 40, 14 zubor« 

fommen, verhitten — IV, 82, 111 

derichnwinden, herabfommien 





undernemen D 16 verhindern — I, 
51, 24. II, 54, 33. IV, 56,32. 74, 
3. 78, 42 befalle 















nehmen, ih unterfahgen 

underfaß I, 53, 31, 40,52. IV, 100, 
Ueberfhr. Untertban 

underfcheiden IV, 84, 34 verfihies 
den 

underfchiebrich II, 11, 12 verfchie- 
den, leicht zu unterfcheiven 

(fi) underflehn I, 61. 3. 11, 4,71. 
IV, 1. 149 über fi nehmen — IV, 
56, 34. 80, 107 unternehmen, an 
fangen, ber fich nehmen 

nd) yuderwinden IN. 92. 100. 
IV, 84, 117. 94, 174. 97, 30. 90, 


503 auf fi, über fich nehmen 
vneben IV, 29, 21. 97 fchänden, 
mißachten, verichtlic behandeln 











Bürterorrgeichniss. 


a 





vnendis, vmendstich II, 10, 23. 61, 
3. IV, 19. 19 fangfam, träg, un“ 
ehofen, ungefejidt, nihtenupig, 
ausgelaffen — IV, 65, 58 unbeen« 


‚ia 

unertennt IV, 99, 30 nicht aner · 
fanut, unbelohnt 

onfrummen IV, 92, 85 Schaden, 
Nacıtbeil 

ungebürlich IV, 57, 48 nicht gebüh- 
vend, übermäffig, 

ungedeicht II, 94, 159 nicht fen? 
voll, Spaltch? 

ungebüttig IV, 98, 113 ungenutoig 

ungefebt 1,28. 1, ungefebrlich I, 
3, 25 zufällig, von Ungerüht 

ongefel IV, 07, 8 Unglüd 

ungefellig 1, 97, 56. IV, T, 101 
mylüelich 

dngefug L 136 Ungeheuer — 1, 17, 
5 Unfug, &ürm — 1, 78, 91 Un: 
gefcielicteit, Brevel, Racıeheil 
— IV, 20, 10. 99, 393 Ungemad) 
— mit fug und vngefug IV, 89, 
3mit Milde und Fruft, mit Sanft- 
auch und Schlägen (f. auch fug) 

‚ungefüglich IV, 99, 46 übermärfia 

dngebewor I1, 38, 17 Wiperwärtig« 
fett, Ungtud 

ungebewe IV, 77, 126 fürchterlich, 
entfeplic, 

ungebunden 1,18, 34 nicht hintend, 
gerade 

umgebut IV, 04.72 ungeütet 

ungefeiht il, 85, 97 o 








‚ne zu feudhen 

ungelachfen Il, 17, 5 ungeihladt 

ungefafchen IV, 98, 33 ungeihladt 

ungelüden 1,.98, 20 unglüdlic 
ausfallen 

ungenarret IV, 10, 44 unverfpot- 
tet, unangefochten 

ungeplest IV, 75, 17 ungeflidt 

ungerhft I, 80, 47 nicht bereit, un« 
geibict, untüchtig 

vngefiötant U, 78, 10 haßliches 


in. 
ungefätast 11,43, 27 ungeſchlacht 
eit 
ungeföfeum II, 93, 9 unwillig 
vngeſchloͤmig 11, 61, 5 unwillig 


vuejümäst 1, 34, 14 unange - 


vngeſſen II, 77, 5. 80, 38. IV, 95, 
nüdjteen, ohne zu effen, ger 

‚geffen zu haben 

ungeflati 1, 18, 41. 23, 16 Hüplic, 
unmanierlic) 

umgeftreiit IV, 04, 218 ungefun. 
em 

vngewegert 1, 40, 61 unweigerlich 

ungeniber 111,78, 29 Ungegiefer 

ungezoben Ill, 39, Ucberler. unge 


jogen 

vngfie 1, 60, 22 Uebel, Kranfheit 

öonbuldt I, 56, 5. IV, 100, 17 
Uebelwollen, Vorwurf 

onbäldig fein IV, 98, 198 Bor 
würfe maden 

unton III, 47, 27.51, 54 Unfoften, 
Auslagen 

ontäft III, 88, 18 Unfriede 

unmehr IV, 73, 9 gleichgültig 

vnmäffig IV, ‚79, 18 beſchaäftigt, 
taftlor 

unmut IV, 80, 112 dumm, einfältig 
Sämeller 2, 055) 

vnnüglich 1, 37, 18 unbebin 

unrafb IV, 89, 34. 100, 51 lebles, 
Unangenehmes 

unrechtfertig I, 14, 60 ungerecht 

und I, 95, Aunfer 

vnſchuͤldig IV, 44, 16 ungeftraft 

unter |. vinder‘ 

vnuermögen II, 28, 47 unver 
mögend 

vnuerxruͤckt L 25. III, 44, 29 unver- 


let 
unuermindtig 1,8; 3 unerfekic 





vnuergagt II, 72, 11 zufrieden 
sunes 1l1,97, ei, thör 
ri 


vnwillig Il, 42, 20. IV, 60, 121 
witer Willen, ohne feinen Willen 

onmwiflen IV, 55, 43 unvijen, un 

ug 

vngucht IV, 56, 41 Ungezogenheit, 
unanftändiges Betragen 

vppig III, 78, 15 (eer, nichtig, eitel 

vrfaub II, 31, 40. IV, 3, 15 Gr 
Laubniß, 

vefach 1, 16, 94 Gelegenheit 

veftend IV, 46, 15 Muferftehung 








nn 
222 » 


örteruerzeichuiss. 


d 


velge 111, 95, 13 Rapfelge 

Benin Il, 34, 4 Gift 

yerantworten 1, 95, 34 verthei- 
digen, erklären 

verbanfen 1, 59, 38 einfcheuern ?, 
betruden ? 

verbinden 11, 1, & beftätigen, be- 
fräftigen 

verbittert III, 73, 23 erbittert 

verblenden IV, 96, 152 blind, un- 
fihtbar machen, verlöichen 


verblümen 11, 17, 34 mit Blumen 
ſchmücken, überb..fhmüden ; dann 
rübmen, preifen — II, 31, 176. IV, 
2, 80. 24, 76 eine Sache befler 
erfcheinen laſſen, fie verbergen 

verboigen 1, 18, 47 erzürnt, unfinnig 

verböfen I, 50, 11 befchätigen — 
IV, 83, 4 verterben, verschlechtern 

(Ab) verbreden IV, 50, 77 fi 
einen Bruch zuziehen 

verbüundtnuß II, 52, 16 Bünpniß 

verbunt 11, 52, 20 Büntnip 

verdenden, einen IV, 95, 80 einem 
Etwas übel auslegen 

verdenen IV, 85, 31 verftreden 

verderben 11, 53, 32 fterben — 11, 
63, 17 verderben 

verdrieß, verdrieſſen I, 2, 15. I, 
69, 2. IV, 94, 79 Verdruß — II, 
94, 14 Unwillen 

verdroffen 111, 15, 27 verdrießlich, 
unangenehm . 

verdruden, verdruden I, 98, 25. 
IV, 96, 3% untertrüden, verträn» 
gen 

verduͤſcht IV, 88, 9 verheimlicht, 
verborgen 

verbütteln IV, 99, 421 zerfchlagen 

verfügen II, 23, 9 herbeifchaffen 

verfechten 1, 71. 39. IV, 56, 6 vers 
tbeitigen 

verfluchen III, 3%, 13 ſtatt ver- 
flecken, d. b. zerreißen, abſchneiden 

verfüren II, 8,48 ins Unglüd brin- 
gen . 

vergaftern IV, 100, 162 verderben 


vergabn 111, 63, 16. IV, 82, 106 
vergangen, verfchwunden 





vergeben Il, 41, 18 oorhalten, tadeln 
vergebens Il, 5, 40 ohne Grund — 
IN, 83, 46 ohne Gele, umfonft 
vergefleu 111, 63, 5 unbedacht 
vergifft 11, 11, 95 vergiftet 
vergnügen 11, 28, 10 befriedigen, 
fättigen — IV, 32, 78 erleben 
vergunnen 1, 66, 23. IV, 39, 11 
mibgönnen 
verbaben IV, 54, 41 überheben, 
entheben . 
verbafft fein IV, 99, 59 haften 
verbal IV, 98, 73 verbar 
verbalten Ill, 88, 44. 94, 122 ver- 
hehlen, verbeimlichen, verbergen 
verbeben III, 96, 71 zurüdhalten, 
zu Gute halten, verbergen 
verbelen 11, 65, 19. 111, 26, 9 ver- 
bergen 
(fih) verboffen II, 30, 136 erwar- 
ten — 111, 79, 28 auf etwas hoffen 
verbolen 1, 11, 63. II, 9, 25 heim- 
lich, verborgen, verftedt  - 
verbungert Il, 18, 9 ausgehungert 
verbüten III, 44, 14. IV, 66, 57 
verborgen 
verirrt fein 11, 8,47 fich irren, dem 
Irrthum unterworfen fein 
verjaben 1, 56, 70. 71, 18. 111, 88, 
66 bejaben, befräftigen, bezeugen, 
ugeben 
vertallen III, 51, 49 verihwäßen 
vertalten IV, 19, 88 erfälten 
verteren IV, 1, 213. 66, 99 übel 
auslegen 


verkert IV, 99, 521 geneigt 

vertiefen IV, 39, 29 einen in der 
Wahl übergeben — IV, 528, 35 
aufgeben, wechſeln 

verkleiben — verfleben; ein aug 
verkleben IV, 94, 8 betrügen, 
bintergeben 

verfleinen IV, 98, 60 verfleinern, 
berabießen 

verkleren 1, 29, 21. IV, 49, 157 er- 
klaͤren 

verkommen IV, 36, 39 abhanden 
fommen, verloren geben 

vertugeln IV, 11, 17 verfappen, 
verkleiden 


verkuͤndigen 1, 55, 30 Mittheilun- 
gen machen 





Börternerjeichniss. 


223 





verkürzen IV, 53, 14 wegnehmen, 
Tauben, 

verlat IV, 94, 67 verläßt 

verlaufen |. Thiie 

verfegen IV, 98, 47 befdjäbigt 

verliegen IV, 1, 258 verläumden — 
IV. 8. 70 anfügen 


verleußt 1. verliejen 
verliefen 1, 18, 7. II, 17, 37. IV, 
39, 3% verlieren 


), 30. 5: . 

verloßnen I, 96, 10 belohnen, be⸗ 
anhlen 

verloren I, 66, 42 vergeblich 

verlon III, 11, 10 verlaffen 

verforen haufl 1, 34, 18. 11, 52,38 
Worbut 

vermanen I, 55, 33 erinnern 

vermerken IN, 69, 111 bemerten 

vermefien Il, 19, 15. IV, 4, 101 
vertrauen \ 

Gfich) vermeffen IV, 69, 109 ſich er - 
Tauben, wagen 

vermeffenheit — auß_vermeffen- 
beit II, 40, 17 vermefien 

vermitten IV, 17, 14. 69, 137 ver- 
mieden 

(fi$) vermuten IV, 96, 148 er- 
warten 

verneinen 111, 28, 31 läugnen, ab» 
eifen 

vernemen L199. 11,30, 119. 31, 
72. 44, 11. 111, 34.7.63, 24. 92, 
7A wahrnehmen 

vernewen IV, 52, 37 das Grneuern 

(fi) _vernewen I, 18, A. II, 85, 
23 fich erneuern, nad) Neuem fire 
den — II, 49, 34 Neutß erreichen 

verpflichten IV, 100, 89 übergeben 

verplegen IN, 97,69 zufliden, zur 
nähen 

verzieren II, 87, 62 vergieffen 

verrät, verruct II, 12, 17. 61, 
3. Ill, 92, 93. IV, 6, 42 hart» 
nädig, widerfpenfig, zügellos 

verrichten 1, 39, 20 verefn, 
den Athem verlieren 

verfamten 1, 66, 36. 11,58, A 
fammeln 

verfehaben III, 95, 14 abreiben 

verichaften I, 78, 8 fich yujichen — 
1, 33, 25 madren, herbeiführen — 
IN, 2, 198. 4, 77. 30, 56. 94, 


487 hervorrufen , zu Stande brin« 
gen, ausrichten — IV, 20, 62 an« 
Drönen — IV, 50, 88 geben, jur 
theilen 

verfehieffen II, 82, 19 verbrauden, 
durhbringen 


verfchfaßen IV, 75, 








verfeleifen IH, 99, 62 abnuken 
verihmelzen I, 81, 16 zeriömelzen 
verfchneiden IV Babfehneiben 


verfeponen IV, 41, 25 vermeiten 
verichlifien 1,22, 10 abgemust 
verſchonen IV, 41, 25 vermeiren 
verichriden IV, 09, 236 nieder 
jchreiben, auffeßen, fällen — IV, 
100, 198 verjagen, vertreiben 
verfhrumpfien IV, 100, 169 ver 
ehrumpit, Aufammengeffruumett, 
verichulden 11, 5, 29. 57, 6 IV, 
23, 16 vergelten, verbanfen, vers 
dienen 
verfdütten III, 92, 102 wegwerfen 
verfäminden II, 44, 11 fhnad, 
ohmmädhtig werden — I, 77, 26 


fterben 

verfehen IV, 90, 134 beftimmen, 
anorbnen 

verfeben I, 71, 17 auserfehen 

verfeumen IV, 68, 56 vernadläfe 
figen 

verfiechen 11, 98. 27 frant maden 

verfiegen IV, 58, 13 verfiegt 

verfinten III, 99. 18 finten — IV, 
69, 161 entfehrinpen, vergehen 

verforgen IV, 95, 206 heforgen 

verforgen I, 84, 19 verforgt 

verfprechen 11, 21, 69 verwerfen, 
migbillinen 

verfteilen IV, 32, 45 verunftalten, 
‚entitellen — IV, 90, 194 ins Böfe 
Ändern, verfelimmern 

verftören IV, 20, 85 — 

verfziden 1, 38, 21 verpfügten, 

jern 

verftricten IV, 27, 49 zubinden 

verftügen IV, 75,70 umftüßen, ver« 
taujden 

verfünen IV, 82, 132 

vertagen IV, 34, 16. 94, 17. 100, 
‚37 beftellen, vorladen 

vertheibigen, vertbeibingen 1,45, 











223 


4. IV, 68, 46 vertheirtigen, in An- 
fprud) nehmen 


verthuͤmen IV, 1, 244 verdbammen 

vertragen I, 91, 30 entfernen — IV, 
15, 26. 22, 17. 42, 2%. 81, 47 
bingeben laffen, aufnehmen 

vertrawen IV, 81, 88 antrauen, 
verbeiratben 

vertreiben III, 90, 57. IV, 67, 61 
zubringen 

vertreten, vertretten II, 14, 39. 
IV, 96, 38 vertreten, befhüßen — 
IV, 95, 236 antreten, verjeben 

vertreugen Ill, 61, 41 vertrodnen 


vertröften IV, 21, 136 trüften 
vertruden III. 61, 29 vertrocknen 
vertun IV, 70, 19 vertufcht, ver- 
behit . 
verungeleumen IV, 68, 55 ſchmä⸗ 
ben, verläumten 
"verunglimpffen IV, 60, 68 ſchãnden 
verunbulden II, 64, 38 ſchmähen 
verwahren Ill, 38, 16 aufbewah- 
ren, zurüdlegen 
verwandeln 111,93, 221 verändern, 
vermindern 


verwandt 1, 58, 16 befreuntet 
verweißt II, 30, 165 verwieien 


verwerten Il, 23, 18 beunrubigen, 


beläftigen 

verwetten II, 75, 32 zum Pfand 
einfeken 

verwinden, part. verwunden II, 


75, 38. IV, 56, 73. 60, 113. 77, 
27 verfchmerzen 


verwirren IV, 81, 30 entzweien 

verwunden Il, 26, 51 vermwuntern 

verzagen 1, 74, 19 verzagt 

verzelen III, 92, 103. IV, 17, 48 
erzüblen 

verzeren — Die zeit, das leben 
verzeren I, 17, 6. IV, 1,183. 67, 
22 die Zeit zubringen 

verzweifelt III, 38, 23. 39, 37 auf- 
gegeben, verzweifelt, heillos 

viel III, 73, 25 fiel 

vielleicht IV, 11, 8 auch? obenhin? 

vifignomey IV, 67, 39 Phyſiogno⸗ 
mie 


vifipatenten IV, 3, 762 


vifitiren IV, 69, 6 Befuche machen, 
dann betteln 


— — — — — — — — — — 


Wörternerzeichniss. 


voͤll 2, 90, 7 Füllen 
völe IV, 78, 49 Böllerei | 


volnfürt M 46 vollführt 

von 1], 6, 36 feit — IV, 66, 100 da- 
von 

vor IV, 83, 29 für, ala 

vor I, 19, 64 davor — 1,81, 29 von 
— IV, 18, 30 dafür — IV, 19, 20 
vorher 

vorbaß 1, 61, 1. IV, 82, 84 wei- 
ter, mehr . 

vorbebingen IV, 99, 89 Ueberein- 


nft 

vorgeben |, 32, 10 vortragen, mit- 
tbeilen 

vorbin I, 58, 17. 98. 5 vorber, 
früher, zuver — IV, 128, 18. 20, 
24 voraus 

vortommen 1, 76, 24 verfommen, |! 
weg-, abhanten kommen, verloren 


gehen 
vorkommen IV, 74, 7A zuvorfom- ii 

men 1 
vorliegen IV, 67, 38 vorlügen | 
vornemen ſ. recht 
vorratb 1, 40, 66 Beratbung 
vorterb I, 40, 27 Ververben 
vorthedigen I, 61, 19 vertheitigen, 
abweiien | 
vortheil — zum vortheil fegn I, 

21, 18 zu Nußen madıen 
vortradht I, 38, 39 Vortrag 
vortreten II, 50, 52 vertreten 
vorwar I, 13, 51 fürwahr 


w 


wachſen III, 93, 224 zunehmen 

waͤchſſen ſ. Naie 

wacken Il, 81, 12 Wed 

wacken Ill, 68, 6 Kiefclftein 

wader 1, 60, 6. 61, 11. 11, 99, 8 
munter, wachſam, aufmerffam 

waffe! 11, 91, 35 Mund, Maul 

waffen IV, 95, 249 Werfzeug 

waffen I, 17, 76. 62, 18 zu Hülfe! 

wage — in die wag fegen III, 85, 
32 aufs Spiel feßen 

wag 11, 74,1. I11, 95, 10. IV, 73, 
17 Wagen 

wage ll, 50, 8 Woge 





* Birterenpichias, 








nem IV. 00, 1003 
wagenteiß 1, 30, 10 Wagengeleife 
wabr IV, 18, 2. PN 13 Waare 


walbe 11, 95, 5 2Bälih 

wätde Il, 11, 5. 1V, 95, 246 Mälder 

walgen IV, 42, 32tein, tel haben 

waͤn I, 77,7 Uebermuth, Ueppigteit 

Warten 1,78, 36 Item: werben = 
11, 21, % forgen 

wampe IV, 92, 18 Bauftüd 

wan, wann L 135. 181. IV, 4, 26 
woher 

wandern IV,94, 214 gehen, handeln 

wandten III, 47, 32 eriehen 


wänen Ill, 7, &halten, meinen 

warb lachen L184 begann zu lachen 
— ward (th regen L 109 begann 
fh zu regen 

warn Il, 27, 98 wahren, fhüßen 

warte IV, 93, 105 Wartthurm 

warten 1, 27 A3 beforgen — I, 
88,2 Act geben auf ‚62, 
9 erwarten — IV, 88, 11 ware 
ten, beobachten 








was 1,9, 14 war 

was I, 56, 37 was für, meld) ein 

wafferjlüffig III, 34, 2 im Waffer 
Idwimmend, lebend 


100, 2 fid) bewegen — IHN, 
55, 7 jochen 

weberbogen 11, 95, 8 Weberfhiff 

wechfet I, 49, 91 Ahmeifelung, 
Werfhiedenheit 

weg, eiie; feines wege Il, 95, 
10 auf feine Weile 

wegeen 1,64, 14. 111, 98, 205 ver · 
weigern 

moegefäenb 11,04, 200. 1V, 21,12 

peidemeg, rad 

weht 11, 8, 3 Gewehr — IV, 72, 
10 Wafte 

webren L 66 vertbeidigen 

Wweßrtie 11, 08, 12 wehrbaft, ber 
wafnet 

weiben UI, 16, 4. 1V, 28, 26 ein 
Weib nehmen 

weibertbeiding IV, 68, 35 Weiber 
geramäß 

weiche IV, 42, 62 Sende, Sendenftüd 





weichen IV, 45, 34 wei machen, 


ermeidhen 

weidfid 1,17, %. 28,4. 48,29. 
11, 22, 31 tücht os 

weil li, 14, 30. 1V, 78, 71. 90,294 
währen, folang 


weit Iil, 88, 29 Zeit 


weinfauff IV, 32, 16 Darangeli 
weiß 11,27, 66 weile — Il, 
ug 


wein IV, 64,18 wife, aueßt 

weifen 

weißlich III, 40, 13 deutlich, geroiß, 
— 7, — — 63 
weife, Hug, vorfichtig, fiher 

weit IV, 58,10 jche 

weten II, 5, 23 wählen 


welig 11, 78, 2 wohlig, Luftig 
weilaufg I, 8. 14 uf wurd die 
eilt 


wenden IV, 99, 326 winten 

wenden I, 22, 59. 67, 20 ſich ab» 
menden, aufhören 

wenn IV, 57, 52 ala 

wenn doc) IV, 24, 86 da tod, ob - 
gleich) 

werbe 1,17, 35 Berkung, Bit 

werben 1, 84, 39. I, 41, 2. 38, 
39.11, 94, it. IV, 7, 94.15, 51. 
94. 240 erwerben, fi, bemühen, 
arbeiten 

werbung IV, 95, 171 Thun, Arei- 
ben, Sudren 

werd IV, 34, 43 Mürger? Wolf 

werden IV, 42,11. 62, 33 arbeiten 

wereten IV, 23. 71 wirfen 

weretich 1, 31, 29. 36, tunſt- 
eich, gefchictt 

werd N, 14, toner 

werden II, 81, 10 entftchen, ger 
mact werden" 

werdiern IV,60, 8 ſchaten, prüfen, 
werthen 

werffen L 82 auswerfen , bredien — 
barnider werffen IV, 28, 48 dere 
ächelich bebanveln 

wern 1, 21,38. 11, 08, M1 werden 

wern , weten 1, 84, 6. I1, 10, 10 
wehren, verioehren, vertreiben — 
IN, 66, 167 abmehren 

wern IV, 1, 67 währen, dauern 








Deutfie Bibtithel I. 











Bürteruergeichniss. 








, Land wert IV,79, 
3 lanveimwärts 
weien I, 20, 51, 11 fein 
weien II, 31,107. IV, 2, 152.8, 
100, zn —* ee 
wetfcher ‚6 Sängetafe, 
wanted, See fen 
IV, 57, 21 San 
wien. , 46.1. 08, 114 Pagıgen 
Widers; ingen u, 5i, 18 wieber 
einbringen 
wertet 1, 30, 33 Rüdfahrt, 


idtchr 
wiberfeiten 1, 25, 30 bereiten, 
betämpfen 
wiberfeng IV, 76, 38 Gegenfrage, 
Gegenrebe 
wißergeiten I, 87, 36 vergelten 
wiberlegen 1 8,34 mibriehen 
widern Il, 86, 15 wider den 
widerfinn® 11, 56, 13 auf verfehrte 
ie 
wiberßeneig, wiberinnig I, 
DT witerfpenfi 
wißerfpiel DB, 9. 
Gegenteil, 
gefepte 
widerftand D 16 Semmung 
wiberfiebig I, 19,75 wiberfoen- 


wiegen IV, 98, 181 age 

wiert Il, 81. 35 Wirıh 

wigen 1, 75, 18 (—hmanten machen, 
werfen 

wilde, ind wilde IN, 95, 14 ins 
Teere, ins Blaue 

wildtnuß IV, 15, 14 Berwilverung 

willigen II, 31. 181 übereinfommen 

wien I, 21, ti wir den 

wiſt I, 32, 14 wußten 

wifchen IH, 98, 93 laufen, eilen 











Sehen, —* 














1, 67, Verflant, 
Seit — IV, 78, 21 Befonnenbeit, 
Aufmertfanteit 

wo 1, 32,5. IV, 08,.48 wenn, jü 
wahr 

woche — zur wochen 11, 15,3 in der 
Wode — fehd worben balten 
IV, 7, 5 ven Tag feiern, wo die 
Frau nad) ver Miererfünft das 


u zum erften mal wieder ver- 
läßt 
wohn —on allen argen wohn IV, 


3 ‚s st ohne böfe Gedanken, treue 


weit, daß II, 92, 207 Wohle 

eitheit 

wertun 11, 17, 22 Sebens-, Jugend- 
tuft 


worff IV, 98, 112 Wurf 

worgen in 31, 321 vlagen, quälen 
it, 87,68. IV.25, 13 würgen, 
tübten 

wormfraut, wörmefeaut II, 
6. IV, 15, 57 Wurmtraut 

WÄL IV. 94, 196 Wolle 

wunden Il, 67,16. II, 38,2 ver- 
wunden, berlepen 

wunder IV, 20, 26. 97. 50. 99, 465 
wunderbar, aufferorbenttid, 

wunder IV, 69. 58 Ungebeuer 

wunderlid 111, 40, fr verwundert 
—IN, 2, 28 wunderbar 

win Iv, “ 119 Benür;, . 

2 te — IN,64, 6 

ui, rar 















245 witen I, 8, 12 toben 


3 


aagewurm 11, 51, 38 Angft, Burdht 

aäher II, 60, 49 Thräne 

jamen, yfamen Il, 68, 6. Ill, 31,1 
ufaminen 

sannen 1,36, 46. 64, 7. 11,95, 9 
rinfen, die Zähne fletichen,, u 
Sorten, idütteln (9) — 11,51, 8 
martern, qui 


sebenb geber IV, 86, 58 Zehend ⸗ 
plichtiger 
. 93; gebe IV, 94,47 


ae N 
er feiger 1,78, 18.1, 9 
jeiger, feiger , 18. 111, 99, 13. 

SR TiS. 8 23,27 Zeiger, Uhr 
a) seien 11,19, 2 fi auf @r- 
wa verlaffen, ßen 
geificht IV, 20, 144 reihenmeife, in 
geortneten Reihen 
zeit — aufp ein jet II 50,1 sin 
mat ent — De jet toird Leicht 

7, 82 ich ferbe 
eitiq, frib, Balt 








71, 2 yeitig, früh 











tung 
Pe une, Deriht 


1,20. 58, 13 Rachricht, 








1, 24, 23 zahlen 
gelen II, O1, 14 erwerben, erzielen 
jelge II, 2 6 Ar 


SER IV. 22, 28 zählen, beachten, 3 


ann hineingehen 

demen 11, 10, 3. 61, 21 zaͤhmen, be ⸗ 
zäbmen, jeingen 

geng Il, 92. 84. IV, 94, 44 zu eng 

serberen Ill, 93, 191 zeridjlagen, 
durdprügeln 

zerbrechen II, 38, 12. IV, 21, 77 
serreiffen, verlepen 

aere I, 54, 30 Zähre 

erfüllen IV, 18, 8 zu erfüllen 

aerbatten II, 93. 159 zu erhalten, 


1. erhal 

zerbudelt I, 49, A gerlumpt 

jerinnern IV, 56, 7 zu erinnern 

aerknürfehen 1, 10, 7 zerbrechen, 
gerberften 

serfnätfhen 1, 87, 19. 11,26, 30 
erquetichen, jertrüden 

— yerten 1, 37, 13 fi ärgen 
Afich Iperzen 9) 

zerrinnen 1, 57, 7. 11,49, A. Ill, 
38, 21. IV, 1, 94. 82, 53 aus. 
‚gehen, mangeln 

seerälen III, 94, 191 zerftampfen 

serfepleifen Ill, 94, 202 gertreten 

dertreiben IV, 19, 56 verrühren 


sertrünnen IV, 100, 138 zertren · 
nen 


aeeung IV, 1, 94 Zehrgeld, Reife: 
geld — IV, 82, 73 Aufwand, Aus- 


gabe 

Befenıy, 7, 18.07 cn 

Yeub 1, 24,8 she -- jeuöf 111,28. 
EI 

jeugen II, 88, 65 bezeugen 

Yeugehteute 11, 64, ii Y 

— 

Heneitreicer 1, 78.11 Biegefbren. 
Kr 

ziehen 11, 31, 201 bexichen 

ster |, 66, 24. IV, 28,17 Biere, 
Schmud 

zier 1, 90, 13 zierlich 

(ih) zieren IV, 17, 67 ſich betra ⸗ 
‚gen, benehmen 






Börterurggeichni 








siert 1, 66, 7. 11, 80, 80. IV, 98, 
174 geziert, geichmüdt 

st — das all fledden IV, 74, 14 
eine Zeit beftimmen 

jimen . jiemen 11, 18, 67. 60, 15. 

IV, 81, 113 zähmen 

Gimlich 11.97.28, 4 gaiemend, 
jebübrend, yaflend, geeignet 

HOF IV, 33, 34 3ivfel 

maß 1. maß 

dobell, 27, 50309, erzes 

adller IV, 86, 55 Zöllner 

sreiffen IV, 91, 67 gerreifien 

Au IN, 55, 10 um — qu Bofge II, 
24, 12 ing No in den Wald — 
Bags II 985 auf den Mg; 
11, 96, 7 auf dem Weg 

aftsren IV, 88, 33 zerftören 

aubiffen 1,6, 1, 111, 96, 20 gerbiffen 


aubrechen Ill, 85, 90. 08, 161 zer 
brechen 








süchtig 1, 17, 14. II, 5, 2 beſchei- 


den, artig, 

aufoen 1, 7, 20in den vorigen Zuftand 

dufrieden II, 79, 15. 1, 78, 27 in 
Ruhe 

aufügen I, 66, 21. 111, 98, 238. IV, 
52, 80.93, 34 jeben, zutbellen 








zug IV, 20, 9 Welle 

Aug IV, 93, 107 lafter > 
zug IV, 73, 93 Zap 

züg I, 21, 26 Aug, That 
äugeftabn I, 25, 25 augeftanten 
zugleiche 1, 28, 20 jugleich 
3uband |. Kant 





äugnagen IV, 73, 38 zernagen, 
frefien 

autnaßen Il; 90, 08 yemagen, 

— I]. 31, 1 jufüntig 

zukunft 1, 43. 10. IV, 100, 207 
Anfunft 

zutäßtich 1, 16, 40 eintäßlid, ein- 
vringlich 

aufauf I, 86, 24 Anlauf 

aufetften IV, 80, 102 zulet 

jumachen 1, 85, 15 zurichten 

zumal 11, 93, 126 auf einmal 

zumaffen f. mefjen 

aun IV, 66, 190 zu den 

Jurbarmen 1, 7, 8 zu srharmen 

zurfangen 1, 91, 16. II, 8, 8 zu 
erlangen 

















wurlefen 1, 38, 39 zu erlefen 
durmannen = ju ermannem, [. er 


—— U, 48, 24 Zufage, Ber: 
Zufammenheifden IV, 28, 30 — 


mfammenfchlagen IV, 20, 3 auf 
häufen, vermehren 


iufemmenfiheen I, 11, 86, 37 1Ufam, 
auf 

{aufen 
zufpweln 111, 68,14 aufſchwellen 


1, 28, 15 be 
"ein ai ie * 


‚den II, 81,5 delt 
ET — — — 


J —— 








Würternergeichniss. 


iaben IV, 92, 12 zufammen-- 








Musertzawen II, 94, 313 ander, 
5 16, 53. 81 
PET. 0B 10h eigellen eh. 


8 Gen Mmaben II, TI. 5. A, 9, 
* 
— —— 


50, 40 wagen, 
Bann orägeh 
mar List. 16. 1,28, Ät gewiß, 


we; N 55 Ragel, Pflod in der 


we; 
aweig 








Bnhaltsverzeihniß. 
Seite 
Erſter Theil. 
Einleitung V 
1. Leben des Dichters . . . . V 
II. Schriften . . . .. IX 
III. Eſopus IX 
1. Ausgaben xv 
2. Verhältniß der Ausgaben zu einander xIX 
3. Zeit der Abfafſung . XXIII 
4. Quellen . XXIV 
5. Sprache . xXVIl 
6. Orthographie und Interpunftion XXXI 
7. Versmaß und Reim . XXXII 
8. Styl und Darſtellung. XXXIII 
9. Dichteriſche Behandlung XXXIV 
10. Verhältniß zu den Quellen. XXXVU 
11. Zwed der Sammlung . . XXXIX 
12. Verhältniß zur Literatur . XLII 


13. Neue Ausgabe . . . . XLV 





230 Inhaltsurrgeichniss. 


Eſopus (Tert) 
Dedikation 
Das Leben Eſopi 
Das erſte Buch 
Das zweite Buch 
Das dritte Buch 


Zweiter Theil. 


Das vierte Buch 
Regiſter zum Eſopus 
Hiſtorie von zweyen Mewſſen 


Anhang. 
Lesarten 


Anmerkungen 
Wörterverzeichniß 


Lesarten, Anmerlungen u. Wörterverzeichniß zum Eſop 


Druck von Otto Wigand in Leivzig. 


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1. I... — — 








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230 Inhaltsuerieichniss. 
Eſopus (Tert) 

Dedikation 

Das Leben Eſopi 

Das erſte Buch 

Das zweite Buch 

Das dritte Buch 


Zweiter Theil. 


Das vierte Buch 
Regiſter zum Eſopus 
Hiſtorie von zweyen Mewſſen 


Anhang. 


Lesarten, Anmerlungen u. Wörterverzeichniß zum Eſop 
Lesarten 
Anmerkungen 
Wörterverzeichniß 


Trud von Otte Wigand in Leinzig. 


189 


— — — — 





THE NEW YORK PUBLIC LIBRARY 
REFERENCE DEPARTMENT 


This book is under no eircumstances to be 
taken from the Building